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Sprachbildung

Aus ZUM-Unterrichten

Sprache ist der Schlüssel zu Bildung, gesellschaftlicher Teilhabe und Erfolg - und Sprachbildung eine Aufgabe für alle Fächer!

Kurze Vorstellung von mir als Autorin dieser Sammlung: Mein Name ist Sabine Häcker, ich bin seit über 25 Jahren Fachleiterin für Bildungswissenschaften sowie das Fach Wirtschaft-Arbeit-Technik und habe u. a. Deutsch-als-Fremdsprache studiert. Sprachbildung sowie Sprachförderung ist einer meiner Arbeitsschwerpunkte in der Lehrerausbildung und im Unterricht.[1]

Auf dieser Seite[2] stelle ich einige meiner Materialien aus meinen Seminaren für Referendarinnen und Referendare zur Verfügung als auch exemplarische Unterrichtsmaterialien. Die Auswahl bildet keine Vollständigkeit ab und keine Systematik! Themen, bei denen ich auf Fachliteratur zurückgreife, die nicht open access im Internet zur Verfügung steht, kann ich hier z. B. aus Gründen des Abdruckrechts nicht darstellen.

Einführung in das Thema Sprachbildung

ZIEL: In der Lehreraus- und -fortbildung über einige Aspekte zum Thema einführend in ein erstes Gespräch kommen.

Unterrichtsplanung: Sprachbildung und -förderung in allen Fächern

Planung von Sprachbildung und -förderung im Fachunterricht

ZIEL: Sprachbildung in die Unterrichtsplanung implementieren und Ziele festlegen - ausgehend von den konkretisierten sprachlichen Erwartungen (nach Tanja Tajmel)

Sprachliche Differenzierung von Texten im Fachunterricht

ZIEL: In heterogenen Lerngruppen Fachtexte auf differenzierten sprachlichen Niveaus anbieten können

Lesekompetenz fördern im Fachunterricht

ZIEL: Der Lernpfad (2,5 Std., für EA, PA und GA in selbstständiger Arbeit) regt zum Nachdenken über Lesestrategien im eigenen Fachunterricht an, leitet das Sammeln von Lesetrategien in einer Mindmap an und vermittelt die Methode lautes Denken, um unsichtbar ablaufende kognitive Leseprozesse von geübten Lesern für ungeübte Leser sichtbar zu machen.

Sprachwissen für Lehrkräfte

Stolpersteine im Deutschen

ZIEL: Um sprachsensibel unterrichten zu können, brauchen Lehrer zuerst einmal selbst Sprachwissen, um sprachliche Strukturen und Stolperfallen leichter zu erkennen. Mehr Sprachwissen schärft den Lehrerblick für bildungssprachliche Merkmale und lässt Schwierigkeiten von Schülern mit Texten besser verstehen.[3]

Hier finden sich ein paar "Schnipsel" dazu, d. h. eine unsystematische, zufällige Sammlung von sprachlichen Stolpersteinen, bei denen Sprachwissen auf Lehrerseite für Lerner sehr hilfreich sein kann.

TIPP: Martens, Lieselotte: Stolpersteine der deutschen Sprache. 2014. https://foermig-berlin.de/materialien/Stolpersteine.pdf

Sprachliche Korrektheit im Unterricht: Lehrende als sprachliches Vorbild  :-)

ZIEL: Lehrer sollten die deutsche Sprache möglichst korrekt verwenden, denn sie sind das sprachliche Vorbild für ihre Schüler, falls die Eltern es nicht sein können. Die folgenden Lernpfade sind eine Hilfe, um eventuelle eigene Schwächen zu bearbeiten!  ;-) Die Lernpfade sind sowohl zum Selbststudium als auch für die Seminararbeit geeignet.

  • Kommakompetenz (in Planung) ZIEL: Nicht nur Deutschleher, auch Fachlehrer sollten eine möglichst korrekte Kommasetzung beherrschen! Mit diesem Lernpfad lassen sich die gängigsten Kommaregeln nachholen und lernen.
  • "Wir haben das diskutiert gehabt!" ZIEL: Minilernpfad (20 min), um sich als Lehrkraft der eigenen sprachlichen Richtigkeit und Sprachregister bewusst zu werden

Beispiele für den Unterricht

Sprachbildung und -förderung im fachinhaltlichen Kontext

  • Glückwünsche zu Weihnachten und Neujahr aussprechen (1): Was ist bei Glückwünschen sprachlich zu beachten? -> in: Warum ist das Schwein ein Glückssymbol? (für Jhg. 4/5)
  • Glückwünsche zu Weihnachten und Neujahr aussprechen (2): "Ich wünsche dir ein(en?) guten Rutsch." - das Verb wünschen mit DATIV und AKKUSATIV -> in: Warum schreiben wir uns Weihnachts- und Neujahrsglückwünsche? (für Jhg. 5/6)
  • Ungesicherte Informationen ausdrücken mit dem Modalverb sollen oder dem Redepartikel wohl -> in: Osterwissen (für Jhg. 5-7)
  • Beispiel, wie die Arbeit am inhaltlichen Thema ergänzt werden kann durch ein differenzierendes Aufgabenangebot zu unterschiedlichen Aspekten der Sprachbildung (hier: Wortschatzarbeit, Grammatik (Zeiten), dem Unterschied zwischen mündlichem und schriftlichem Sprachregister sowie Literatur): Gesellen auf Wanderschaft (für Jhg. 10/11)

Mehrsprachigkeit wertschätzen und fördern

Mehrsprachigkeit ist nicht nur vor dem Hintergrund der Globalisierung eine zukunftsrelevante Ressource, die Entwicklung der Herkunft- oder Familiensprache ist auch für die intellektuelle, sprachliche und persönliche Entwicklung von Relevanz. Mehrsprachigkeit sollte strukturell gefördert werden durch Unterrichtsangebote zur Entwicklung der Herkunftssprache sowie Austauschprogramme etc. Wertschätzung von individueller Mehrsprachigkeit hat eine hohe pädagogische Bedeutung, denn sie zeigt Anerkennung und kann die Lern- und Leistungsbereitschaft fördern sowie dazu ermutigen, die Herkunftssprache auch als Schriftsprache und auf Bildungsprachniveau auszubilden.

Warum wird das ß "sz" genannt? Dieses historische Straßenschild zeigt: Früher wurde das ß als Buchstabenkombination sz geschrieben.

Literatur + Material


Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache

Es wird die Variante des sog. generischen Maskulinums in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache als Kategorie ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen! Wer sich mit dem Thema näher auseinandersetzen möchte: Das Dilemma des Sprachgerechtigkeitswunsches

Anmerkungen

  1. Ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit ist Diversitätspädagogik in einer heterogenen Gesellschaft sowie die Prävention von religiösem Extremismus (-> https://padlet.com/sabinehaecker/portfolio-sabine-hacker-pravention-von-religiosem-extremismu-8vybd9vpkbv24hhy).
  2. Etwas übersichtlicher als diese Wiki-Seite ist evtl. dieses Padlet, auf dem ich meine Veröffentlichungen zum Thema Sprachbildung und -förderung gesammelt habe: https://padlet.com/sabinehaecker/portfolio-sabine-hacker-sprachbildung-und-forderung-j0xvuestnubkmvjo.
  3. Vgl. Martens (2014, S. 3) schreibt: "Einfaches Grundwissen über die Stolpersteine der deutschen Sprache, insbesondere über den Unterschied zwischen Alltags- und Bildungssprache, schärft den Lehrerblick für bildungssprachliche Merkmale." Die unter LITERATUR genannte Publikation von Lieselotte Martens ist für die Bildung von Lehrersprachwissen sehr zu empfehlen!