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Benutzerin:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Glückssymbol/Schwein

Aus ZUM-Unterrichten

"Frohes neues Jahr!" (für Jhg. 5, 45-90 min)

Woher kommt die Tradition, dass das Schwein als ein Glücksbringer für das neue Jahr gilt?

Unterrichtsmaterial von Sabine Häcker

Zu Neujahr am 1. Januar wünscht man sich ein "Frohes neues Jahr!" oder "Alles Gute zum neuen Jahr!". Bei schriftlichen Grüßen werden oft noch Glückssymbole hinzugefügt.

  • Welche Glücksbringer kennst du?

Bekannte Glücksbringer sind z. B. der Schornsteinfeger, ein vierblättriges Kleeblatt, ein Hufeisen oder ein Schwein. In diesem Unterrichtsmaterial soll es um das Schwein gehen.

Warum gilt das Schwein ein Glücksbringer?

Text und Gespräch

Wie wurde das Schwein ein Glückssymbol?

Das Schwein als Glücksbringer geht auf eine Zeit zurück, als die Menschen sich im Winter viele Sorgen um ihr Vorräte machen mussten. Auch wenn die Ernte gut gewesen war, konnten sie sich nie sicher sein, ob die eingegrabenen Möhren nicht von Wühlmäusen gefressen, das gelagerte Korn nicht schimmelig oder die Nüsse auf dem Dachboden nicht von Ratten geholt werden würden. Die sichersten Vorräte waren das Fleisch, das im Rauchfang hing.

In dem Schwein als Glückssymbol steckt der Wunsch, mit den Schlachttieren gut durch den Winter zu kommen. Gleichzeitig ist das Glücksschwein eine Anspielung auf den Eber Gullin bursti (“Goldborste”) aus der Nordischen Mythologie. Am Jahresende kommt das Rad der Zeit zum Stillstand, so erzählte die Sage, und kann am Jahresanfang nur mit der Kraft des Ebers, dem Tier des Sonnengottes Freyr, wieder in Gang gebracht werden.

Der Eber spielte früher in der bäuerlichen Kultur zum Jahresende eine besondere Rolle: Anfang Dezember wurden alle Tiere, die nicht zur Zucht benötigt wurden, geschlachtet, weil man sie nicht durchfüttern konnte. Der Eber kam als letzter an die Reihe, denn er musste vorher noch die Sauen decken. Eine Sau trägt 3 Monate, 3 Wochen und 3 Tage und sollte im Frühling werfen - und deshalb erlebte der Eber häufig noch den Jahreswechsel!

Das Rad der Zeit kommt "zwischen den Jahren" zum Stillstand. Dieser Ausdruck bezeichnet den Unterschied zwischen dem Mondjahr (354 Tage) und dem Sonnenjahr (365 Tage) und meint die Zeit zwischen dem 25.12. und dem 06.01.
Der Sonnengott Freyr reitet auf seinem Eber Gullin bursti. Der Eber habe goldene Borsten, so erzählte die Sage, die für die goldenen Sonnenstrahlen stehen würden. Borsten nennt man die Haare von Schweinen. Sie sind recht dick und steif und früher machte man daraus Bürsten (deshalb ähneln sich die beiden Wörter Borsten und Bürsten!).

Gespräch über den Text:

  • Warum hatten die Menschen früher Sorge um ihre Vorräte? (Und welche Zeit ist hier mit "früher" gemeint?)
  • Wie versuchte man früher, die Vorräte für den Winter haltbar einzulagern? Was erzählt der Text und was wisst ihr darüber?
  • Warum war "das Fleisch, das im Rauchfang hing" der sicherste Vorrat? (Und was ist ein Rauchfang?)
  • Die Menschen früher hatten viele Naturphänomene noch nicht verstanden und hatten deshalb viele Sagen, mit denen sie sich die Welt erklärten. Wie erklärten sie die Lücke zwischen dem Mond- und dem Sonnenjahr?
  • In der Nordische Mythologie gab es viele Götter, zum Beispiel Göttervater Wotan (auch Odin genannt). Wie heißt der Sonnengott? Und wie heißt sein Tier? (Was sind Borsten und was bedeutet "Goldborste"?)
  • Welche Tiere hatten die Menschen früher und welche wurden geschlachtet?
  • Warum wurde ausgerechnet Anfang Dezember geschlachtet? Was heißt, dass die Tiere, "die nicht zur Zucht benötigt wurden", geschlachtet wurden?
  • Zum Thema SCHWEIN: Wer ist der Eber und wer ist die Sau? (Wie heißen die Jungen?)
  • Wie lange ist ein Mutterschwein schwanger? Und wie nennt man das bei Tieren?
  • Eine Sau ist 3 Monate, 3 Wochen und 3 Tage tragend. Angenommen, sie wird am 7. Januar vom Eber gedeckt: Wann werden die Ferkel geboren?
  • Warum wurde der Eber von den Schlachttieren als letztes geschlachtet?
  • Früher konnten die Menschen in unseren Breitengraden den Winter nicht ohne Fleisch überleben. Warum? Und wie ist das heute?

Auswertung: Quiz

Was hast du über das Schwein als Glückssymbol gelernt?

  • Erstellt gemeinsam auf https://learningapps.org eine Quizaufgabe MILLIONENSPIEL für Mitschüler/innen, andere Lehrer/innen, Freund/innen oder deine Familie! Dieser Quiz soll sich auf die Informationen in dem Text über das Schwein als Glückssymbol beziehen. Ihr müsst für das Millionenspiel 6 verschiedene Fragen mit mehreren Antworten formulieren. (Ihr braucht nicht immer 4 Antworten anzubieten, wenn ihr nur 2 habt, ist das auch ok. Dann werden nur 2 Antwortmöglichkeiten im Spiel angezeigt.)

Vertiefungsangebote

Wortfeld Schwein (Sprachbildung)

Beachte die Singular- und Pluralformen (Einzahl- und Mehrzahlformen):

  • die Sau - die Sauen (früher sagte man auch: Säue)
  • der Eber - die Eber
  • das Ferkel - die Ferkel
  • die Borste - die Borsten

Beachte, wie die Begriffe genutzt werden im Satz:

  • Der Eber deckt die Sau. (-> decken + AKKUSATIV)
  • Die Sau trägt fast vier Monate. / Die Sau ist fast vier Monate tragend. / Die Sau ist fast vier Monate trächtig.
  • Ein Mutterschwein wirft meistens viele Ferkel, oft mehr als zehn. (-> werfen + AKKUSATIV)

▶ Diese Begriffe beziehen sich auf Tiere. Wie würde man das bei Menschen ausdrücken?

Ein Gedicht

  • Klicke auf das Feld und wähle das passende Wort!



Kreuzworträtsel

  • Klicke auf die Nummern! Dort steht, welches Wort gesucht wird.



Glückwünsche (Sprachbildung)

Screenshot 20260108 131414 WhatsApp.jpg

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Worauf man bei einem Glückwunsch sprachlich achten sollte:

▶ GESCHRIEBENE SPRACHE (Karte, Brief oder Messenger):

  • ANREDE:
    • "Deniz, ein gutes neues Jahr wünsche ich dir!" (-> du) -> Man kann du/dir/dich auch groß schreiben: "Ich wünsche Dir einen gutes neues Jahr!"
    • "Frau Möller, alles Gute zum neuen Jahr wünsche ich Ihnen!" (-> Sie, höfliche Anrede)
      • Wann sagt man du, wann sagt man Sie? Sammelt Beispiele!
  • STIL: Genau wie in einem Brief beginnt man auf einer Grußkarte nicht mit dem Wort "ich" - das ist schlechter Stil. (Bsp: Alles Gute wünsche ich! statt "Ich wünsche alles Gute!". - Das gilt nur für die geschriebene Sprache.)

▶ GRAMMATIK: Man benutzt wünschen mit DATIV (für die Person) und AKKUSATIV (für die Sache).

▶ LANGER ODER KURZER SATZ: Man kann das Verb wünschen auch weglassen und nur den Glückwunsch sagen: "Gutes neues Jahr!", "Frohe Weihnachten!", "Alles Gute!" oder "Schöne Ferien!"



Thema Glücksbringer
Das Blaue Auge ist ein Talisman, der Menschen vor dem „Bösen Blick“ schützen soll. Das geht auf einen alten Aberglauben zurück, den es schon im Alten Ägyptern, Alten Rom und Alten Griechenland gab.

Informiere dich hier über weitere Glücksbringer: https://www.logo.de/gluecksbringer-bedeutungen-100.html (Marienkäfer, Winke-Katze, blaues Auge, Mistkäfer etc.)

  • Welche Glücksbringer kanntest du schon? Woher?
  • Würdest du ein Glücksbringeremoji verwenden, wenn du am 1. Januar jemandem per Messenger (z. B. WhatsApp) ein gutes neues Jahr wünschen würdest? Wenn ja, welchen?
  • Spielen Glücksbringer in deinem Leben eine Rolle? Glaubst du an Glücksbringer?

Hinweise für Lehrer/innen

◆ Die Aufgaben zur Vertiefung sind als ein Angebot zu verstehen - sie sollen nicht der Reihe nach durchgearbeitet werden. Ob bzw. welche Aufgaben zur Sprachbildung sinnvoll sind, hängt von der jeweiligen Lerngruppe ab; ggfs. kann das Aufgabenangebot auch zur Differenzierung genutzt werden.

◆ Die Mittwinternächte sind die Nächte um die Wintersonnenwende. Sie wurden früher auch Raunächte genannt. Die Raunächte und der mit ihnen verbundene Aberglaube spielte im Leben der Menschen bis zum 19. Jahrhundert eine große Rolle. Im Laufe der Jahrhunderte waren die Raunächte zeitlich identisch mit der Weihnachtszeit vom 25.12. bis 06.01. geworden. Aberglaube, Mythologie und Christentum vermischte sich zu volksgläubischen Vorstellungen, die in jeder Region anders aussahen und zu unterschiedlichstem Brauchtum führte, das in dieser Zeit eine große Rolle spielte. Weihnachten war immer schon sehr viel mehr als nur das Feiern der Geburt Jesu.

Sprachlich zu beachten ist:

  • Im Wunsch „Alles Gute zum neuen Jahr!“ etc. kann neu sowohl klein als auch groß geschrieben werden. Es kann klein geschrieben werden, weil es ein Adjektiv (Wie-Wort) ist. Da die Wendung das Neue Jahr aber auch ein feststehender Begriff ist, ist ausnahmsweise ebenso die Großschreibung möglich.
  • Ein Komma wird in der Grußformel wie „Ich wünsche ein schönes neues Jahr!“ nicht gesetzt, weil neues Jahr als feststehender Begriff zusammengehört und es deshalb keine Aufzählung ist. (Bei mehreren Adjektiven wäre es so: "Ich wünsche ein aufregendes, wunderschönes und erfolgreiches neues Jahr!")
  • Die Anrede du bzw. Du kann sowohl klein als auch groß geschrieben werden. Die höfliche Anrede Sie hingegen wird immer groß geschrieben. (Beispiel: "Ich wünsche dir / Dir .... ." (=> Beides ist richtig!) - Höfliche Ansprache: "Ich wünsche Ihnen ... ."
  • Stilistisch gilt es als plump, einen Brief oder eine Karte mit "ich" anzufangen, bei E-Mails und Messengernachrichten ist die Regel weniger streng und kann man vom Adressaten abhängig machen.
  • Pluralform Sauen/Säue: Heute nutzt man in der Regel die Pluralform Sauen. (-> Im Stall sind drei Sauen.) Früher wurde auch Säue genutzt, diese Form ist noch in der Redewendung Perlen vor die Säue werfen bekannt.
  • Grammatik: Bei dem Verb wünschen wird die Person, der man etwas wünscht, immer in den DATIV gesetzt: Ich wünsche dem Vater einen schönen Geburtstag. / Ich wünsche dir einen Hund. / Frau Meier, ich wünsche Ihnen alles Gute. -> wünschen + DATIV (für die Person) + AKKUSATIV (für den Wunsch, die Sache)
    • Kinder, die sprachsicher sind, können den Kasus per Frage bestimmen: Wem wünscht du einen Hund? (= DATIV) / Wen oder was wünscht du dir? (= AKK.) Diese Kinder nutzen die Artikel aber in der Regel sowieso richtig und brauchen das nicht zu üben.
    • Kinder, die kein sicheres Sprachgefühl haben, können sich den Kasus jedoch nicht mit den Fragen erschließen, weil sie nicht sicher entscheiden können, welche Fragewörter die passenden sind. Die Sprachunsicherheit an dieser Stelle wird unterstützt dadurch, dass Muttersprachler den Unterschied zwischen einen und ein vernuscheln und Kinder, die DaZ / DaF lernen, den Unterschied nicht hören können. Sie müssen das deswegen üben und letztendlich auswendig lernen.

◆ Weitere Redewendungen mit Sau oder Schwein:

  • zur Sau machen (= jemanden tadeln und herunterputzen)
  • keine Sau (= niemand), auch: kein Schwein (-> Kein Schwein ruft mich an.)
  • unter aller Sau (= sehr schlecht)
  • Schwein gehabt (= Glück gehabt)

Weitere Glücksbringer: Das Blaue Auge ist ein Talisman, der Menschen vor dem „Bösen Blick“ schützen soll. Dieser „Böse Blick“ hat keinen muslimisch-religiösen Ursprung, sondern geht auf einen alten Aberglauben zurück. Den Glauben an den „Bösen Blick“ gab es schon bei den Alten Ägyptern, bei den Alten Römern und Alten Griechen; und findet man heute auch unter Italienern, Spanieren, Mexikanern und in vielen Kulturen östlich des Mittelmeers. Das „blaue Auge“ als Gegenzauber ist vor allem in Kulturen im Nahen Osten verbreitet und soll davor schützen, dass man von anderen Menschen mit dem „bösen Blick“ belegt werden kann. Manche Menschen nehmen das Konzept des bösen Blicks sehr ernst, andere mögen die Tradition als Folklore oder schlicht zur Dekoration.

Ziele dieser kleinen Unterrichtssequenz

(Inter-)Kulturelle Kompetenz: das Schwein als Glücksymbol beschreiben und einordnen können (-> Das Symbol ist historisch gewachsen und mythologisch-weltlicher-jahreszeitlicher, nicht religiöser Herkunft.)

Spachkompetenz (sprachl. Vertiefungsaufgabe):

  • WORTEBENE: Wortschatz zum Themenfeld Glücksbringer sowie Schwein erarbeiten bzw. festigen
  • SATZEBENE: Konventionelle Glückwunschformulierungen kennenlernen und sie grammatisch korrekt verwenden (wünschen mit Dativ + Akkusativ)
  • TEXTEBENE: Glückwünsche auf einer Grußkarte oder im mündlichen Gruß verstehen und angemessen verwenden; dazu gehört auch, stilistisch die Stellung von ich im Satz zu begründen (wird in einer Karte oder Brief üblicherweise nicht an den Anfang gesetzt, ist bei E-Mail oder Messenger adressatenabhängig).
Bei Wildschweinen heißt das männliche Tier Keiler, das weibliche ist eine Bache und die Jungen sind Frischlinge. (Abb. von 1860) - Vgl. auch diesen Videoclip über Frischlinge von DIE MAUS: https://www.instagram.com/p/DVDb_ayCkup/

Personale Kompetenz (inhaltl. Vertiefungsaufgabe): die eigene Haltung zu Glücksbringern reflektieren und beschreiben

Literatur


Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache: Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!