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Osterwissen

Aus ZUM-Unterrichten
Dass der Osterhase die Ostereier bringt und versteckt, ist ein weltlicher Brauch, der vermutlich Ende des 18. Jahrhunderts in der Bürgertumskultur entstand. Aufgrund des neuen Verständnisses von Kindheit, das sich in der Epoche der Aufklärung nach und nach durchsetzte, suchte man nach Gelegenheiten und Ritualen, um Kinder zu beglücken und mit ihnen gemeinsam zu feiern.

Ostern: Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?

Schon seit 250 Jahren ist der Osterhase für die Ostereier zuständig – zwei altüberlieferte Fruchtbarkeitssymbole wurden miteinander verbunden. (Diese Abbildung stammt aus einem Kinderbuch von 1893.)

Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun? ODER: Wie inklusiv ist Ostern?

(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5-7, 45-90 min)

Ziele dieser kleinen Sequenz

Kultur- und Religionskundliche Bildung: Die Kinder sortieren die verschiedenen christlichen und jahreszeitlich-traditionellen Aspekte, die zu Ostern gehören. Sie können erklären, welche verschiedenen Ebenen das Osterfest hat und warum es deshalb auch von Menschen, die keine gläubigen Christen sind, gefeiert wird. Denn Ostern ist nicht nur ein christlicher Feiertag, sondern auch ein Frühlingsfest.

Sprachbildung: Neben dem inhaltlichen Aspekt kann mit diesem Material auch erarbeitet werden, mit welchen sprachlichen Mitteln ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht gesichert ist.

ZUSAMMENFASSUNG: Im Kirchenjahr ist Ostern ein wichtiger Feiertag: An Karfreitag wird der Kreuzigung Jesu Christi und zu Ostern seiner Auferstehung vom Tod gedacht. Aber zu Ostern wird gleichzeitig der Frühling gefeiert. Denn als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Ereignissen und dem bereits bestehenden Brauchtum des Volksglaubens verbunden, zudem kam weiteres Brauchtum hinzu. Deshalb sind die Traditionen bei den meisten unserer Feiertagen so vielschichtig. Sie haben ganz verschiedene Ebenen: Weltliches und außerchristliches Brauchtum wurde mit christlichen Glaubenselementen vermischt oder uminterpretiert.

So hat auch der Name Ostern (engl.: Easter) keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen Austró ab. Das bedeutete "Morgenröte" und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im Osten auf – und daher kommt der Name Ostern (vgl. Weber-Kellermann, 1985, S. 60).

Einstieg

  • Was fällt euch zu Ostern ein? Erstellt eine Mindmap!
  • Feiert ihr Ostern? Falls ja: Wie?
  • Frage der Stunde: Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?

Die zwei Ebenen des Osterfestes

  • Was gehört zum jahreszeitlichen Brauchtum von Ostern als Frühlingsfest?
  • Was gehört zu Ostern als religiösem Fest?



Erarbeitung

Die Feiern des Frühlings am Osterfest

In dieser Aufgabe kannst du einiges über die Ursprünge des Osterbrauchtums erfahren, mit dem der Frühling gefeiert wird:

  • Wofür waren die Ostereier und der Osterhase ein Symbol?
  • Wie entstand der Brauch, die Eier zu färben?
  • Wie entstand die Vorstellung, dass die bunten Eier vom (Oster-)Hasen sind?
  • Wie wurde der Osterhase das Aushängeschild für Ostern?
  • Sind der Osterhase und die Ostereier christliche Symbole?
  • ...


  • Nicht über alle Ursprünge des Osterbrauchtums ist die Forschung sich einig, manches lässt sich heute nicht mehr herausfinden. An welchen sprachlichen Mitteln kannst du im Text erkennen, dass eine Information nicht sicher ist?

Das religiöse Gedenken am Osterfest

Weißt du, was die gläubigen Christen feiern? Was erzählt die Bibel über den Tod Jesu?

Tragt zuerst im Gespräch euer Wissen zusammen und schaut euch danach dieses kleine Video an (1:38 min): https://www.zdf.de/kinder/logo/erklaerstueck-ostern-bibel-100.html (Hrsg.: ZDF logo!: Was wir an Ostern feiern.)

Dann testet euer Wissen mit dieser Aufgabe!



Fazit

  • Nun könnt ihr die eingangs gestellte Frage beantworten: Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?

Dass es zu Ostern Schulferien gibt, liegt übrigens weniger am Feiertag, sondern vor allem daran, dass die Ferien früher passend zum Bauernjahr festgelegt wurden: Im Frühling mussten die Kinder bei der Aussaat helfen, im Sommer bei der Getreideernte und im Herbst bei der Kartoffel- und Rübenernte.

Schöne Ostern!

Zusatzaufgaben zur Sprachbildung: Sprachliche Mittel, um Informationen als nicht sicher vorzustellen

Vermutungen ausdrücken mit "sollen"

Das Modalverb sollen kann unterschiedliches ausdrücken:

  • eine Notwendigkeit, einen Auftrag oder eine Absicht (Das Holz sollte im Frühjahr entsorgt werden. / Kevin soll sein Zimmer aufräumen. / Das Zimmer sollte gestern schon aufgeräumt werden.)
  • eine Vermutung oder ein Gerücht (In der Fastenzeit sollen die Eier gekocht und für Ostern aufgehoben worden sein. / Er soll im Lotto gewonnen haben. / Kevin soll in Meral verliebt sein.)


Vermutungen ausdrücken mit "wohl"

Das Wörtchen wohl hat ebenfalls verschiedene Bedeutungen, unter anderem kann man damit ausdrücken:

  • eine Vermutung (Das war wohl ziemlich teuer. / Mein Kollege ist nicht da, er ist wohl krank.)
  • Unsicherheit (Ob er wohl an mich denkt?)
  • höfliche Zurückhaltung (Können Sie mir wohl sagen, wie spät es ist?)
  • einen ironischen oder empörten Kommentar (Du glaubst wohl noch an den Osterhasen!? / Du hast wohl zu viel Geld… / Das kann man wohl sagen.)
  • Außerdem kennst du wohl als Adjektiv mit der Bedeutung von gut oder angenehm. (Er fühlt sich wohl in der Klasse. / Bei seiner Großmutter fühlt er sich aber noch wohler. / Zu Hause fühlt er sich am wohlsten.)


Dieses Buchcover von 1789 zeigt den Brauch des Eiersuchens. Das Buch heißt „Der Osterhase“ und enthält ein Osterhasenlied. Als Intention wird „die Vermehrung der unschuldigsten Freuden unserer Kinder“ genannt.

Infos für Lehrerinnen und Lehrer

zu der sprachlichen Aufgabe unter 1.3.1

Sprachliche Mittel in diesem Text, um Informationen als nicht gesichert vorzustellen:

vielleicht / wohl / weiß man nicht / sollen + INFINITIV

Es werden in diesem Material verschiedene sprachliche Mittel vorgestellt, mit denen ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht sicher ist, auf wohl und sollen + INFINITIV möchte ich kurz konkreter eingehen:

  • Das Wort wohl fällt in die Gruppe der abtönenden Redepartikel, auch Abtönungspartikel genannt. Mit wohl kann man eine Aussage "tönen", ihr eine bestimmte Farbe geben. Die Schwierigkeit der Redepartikel ist, dass sie alle wie wohl (s. o.) mehrere Bedeutungen haben. Wohl verändert sich dabei nicht (wird nicht flektiert). Für Schüler ist wichtig zu wissen, dass Redepartikel wie wohl in der Regel nur im mündlichen Sprachgebrauch eingesetzt werden!
  • Mit dem Modalverb sollen kann man ebenfalls ausdrücken, dass man etwas nur gehört hat, aber nicht sicher ist, ob es stimmt. Auch sollen hat verschiedene Bedeutungen (s. o.). Beispiele: GEGENWART (PRÄSENS) -> Herr Meyer soll mit seinen 35 Jahren noch an den Osterhasen glauben. VERGANGENHEIT (PERFEKT) -> Er soll ihn als Kind leibhaftig gesehen haben.
Ostereier stellt man her, indem man in ein ungekochtes Ei oben und unten mit einem spitzen Messer ein Loch macht und das Eiinnere kräftig rausgebläst (welches noch für Rührei oder Teig verwendet werden kann). Für die Aufhängung bindet man einen Faden an ein Streichholz und steckt diesen in das Ei.

Hintergrundwissen: Wie entstand das Osterbrauchtum?

Als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Bräuchen, bereits bestehenden Festen und Elementen des Volksglaubens verbunden. Und im Laufe der Zeit kamen Bräuche hinzu, mal christlich, mal außerchristlich. Deshalb sind die Feiertagstraditionen oft so vielschichtig. (Zur Namensherkunft von Ostern: s. o.)

Das Ei, das „schon bei den Völkern des Altertums als ein Sinnbild der Schöpfung und  Fruchtbarkeit galt, (…) erklärte die Kirche für das Symbol des Erlösers, welcher aus dem Grabe zum Leben erstanden“, schrieb der Historiker Otto Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863.[1] Auch Aberglaube wurde damit verbunden: Einem Ei, das am Gründonnerstag gelegt worden war, wurde besondere Kraft zugeschrieben und sollte Männer vor „Leibschäden“ beschützen können, und wenn man ein Gründonnerstagsei bei sich trug, könne man beim Kirchbesuch zudem erkennen, wer eine versteckte Hexe sei, hieß es.[2] Das Handbuch des deutschen Aberglaubens erläutert: „Dass das Ei, besonders im Frühjahr, der Zeit der erwachenden, aufkeimenden Natur, dem Beginn des Dienstes der Bauern an der Erde, in der Vorstellung der natur- und erdverbundenen Menschen eine besondere Fruchtbarkeitskraft besitzt, ist leicht zu begreifen. Und die Kirche war auch hier sehr klug, diese uralten Gebräuche in das System ihrer Kultriten aufzunehmen, mit zum Teil mystischer Ausdeutung.“[3] Die älteste bekannte Erwähnung ist wohl von dem Arzt Georgius Franck aus dem Jahr 1682: "Das Schenken von Ostereiern bezeichnet er als Paten- und Freundschaftspflicht, vor allem in den oberen Gesellschaftskreisen, wo der Begriff Osterei ganz allgemein für alle möglichen kunstvollen und scherzhaften Geschenke gegolten hätte."[4] Liselotte von der Pfalz berichtete, dass sie 1717 "ein paar ostereyer" verschenkt hätte[5]. Im April 1779 vermerkte Goethe in seinem Tagebuch, dass er für die Kinder im Garten Ostereier versteckt hätte. Dabei war der Ostereierbrauch nicht unumstritten, wie eine Schrift von 1781 zeigt, in der Theodor Gottlieb Hippel stolz darauf ist, dass ein Vorfahr in seiner Gemeinde Ostereier verboten hat.[6]

Wie der Brauch des Eierfärbens entstand, ist unbekannt. Vielleicht hat man etwas Rotkohl, Rote Bete, Brennnesselwurzel oder Zwiebelschalen in das Kochwasser gegeben, um gekochte von ungekochten Eiern unterscheiden zu können, wenn man sie nach altem Brauch verschenkte. Dass zu Ostern traditionell viele Eier gegessen werden, kommt unter anderem daher, dass sich in der 40-tägigen Fastenzeit, die die Kirche ihren Gläubigen zwischen Aschermittwoch und Ostern verordnet hatte, viele Eier angesammelt hatten und nun dringend gegessen werden mussten. Eier waren auch eine Währung, in der bäuerliche Abgaben geleistet werden mussten; seit dem 9. Jhd. gibt es Quellen, dass pro bäuerlicher Hofstatt 100 Eier an die landbesitzende Obrigkeit oder das Kloster gezahlt werden mussten, teilweise wurden die Eier weitergereicht als Präsente an bestimmte Berufsgruppen, wie Pfarrer, Lehrer, Mesner, Totengräber, Hirten, das Gesinde etc.[7]

Der Hase war ebenfalls schon in der Antike ein Fruchtbarkeitssymbol. Das ist nicht schwer zu verstehen, wenn man bedenkt, dass eine Häsin mehrmals im Jahr mehrere Junge bekommt. Papst Zacharias verbot 755 den Verzehr von Hasenfleisch wegen dessen erotisierender Wirkung. Hasenfleisch galt als Aphrodisiakum und wurde bereits im antiken Griechenland der Liebesgöttin Aphrodite geopfert. Außerdem rankte sich viel Aberglauben um die Hasen, z. B. sollte es das eigene Leben schützen, wenn man eine Hasenpfote bei sich trug.[8]

Wann und wie genau sich die Gabenbringerfigur des Osterhasen sich genau entwickelte, kann nicht konkretisiert werden. Es gibt ein Züricher Kinderbuch von 1789, das vom Osterhasen handelt und die älteste mir bekannte, gesicherte Osterhasen-Quelle ist.[9] Der säkulare Brauch entstand im Bürgertum und aus dem neuen Konzept von Kindheit, das sich in dieser Zeit entwickelte. "Wie reich bist du behängt mit Bilderbüchern, Christbäumen, Mutterliebe, Osterwochen und Ostereiern, (...)", fragt Wilhelm Hauff 1827.[10] Dieses Zitat benennt damals neue Phänomene in ihrem Zusammenhang: Das aufgeklärte Bildungsbürgertum, dass Ende des 18. Jahrhunderts entstand, wollte die neuen Ideale umsetzen und so entstanden Kinderbücher zur Bildung der Bürgerkinder, eine neue Frauen- und Mutterrolle in der bürgerlichen Familie sowie das häusliche Weihnachtsfest mit dem Weihnachtsmann als weltlichen Gabenbringer und auch der Osterhase in der Bürgertumskultur.[11]

Historische Kinderbücher, die den Osterhasen thematisierten, sind z. B.: 1850 schrieb Franz Graf von Pocci: Der Osterhas - eine Festgabe für Kinder http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000307CD00000000. / 1868: http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0002FE2E00000000 / Das lustige Vogelhaus von 1880 (S. 15) https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB00035AD300000000 / eine Osterhasengeschichte von 1890 http://ld.zdb-services.de/resource/organisations/DE-1 / ein Gedichtebuch mit Bildern von 1893 (S. 24) http://ld.zdb-services.de/resource/organisations/DE-1 / ein "humoristisches Malbuch" von 1907 (S. 25) http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0000D70100000000. Die Süßwarenindustrie (im 19. Jhd. wurde die Herstellung von Zucker aus Rüben erfunden) im 19. und 20. Jahrhundert tat ein Übriges, um den Osterhasen bekannt und zur Kindersehnsucht werden zu lassen.

Die Vorstellung, dass ein Hase die Eier versteckt, entstand vielleicht dadurch, dass früher viele Menschen im Frühjahr über die Wiesen liefen und nach Eiern von bodenbrütenden Vögeln suchten. Dabei wurden Hasen aufgescheucht. Die liefen fort und es sah dann so aus, als hätten die Hasen die Eier ins Gras gelegt. In manchen Regionen waren es andere Tiere, die die Eier brachten - z. B. der Storch, der Kuckuck, der Fuchs oder ein Hahn. Diese Idee war in der bäuerlichen Kultur vermutlich - in unterschiedlichsten Ausformungen - schon länger verbreitet und wurde dann vom Bürgertum aufgegriffen und vereinheitlicht.

Ein Frühlingsfest kennt jede Kultur, die Jahreszeiten kennt. Das Judentum feiert Pessah im Frühling. Da in der Bibel steht, dass die Kreuzigung und Auferstehung Jesu in der Zeit des Pessahfestes stattfand, sollten diese Gedenkfeiertage folglich im Frühling sein. Doch dafür einen Termin festzulegen war ein nicht endender Konflikt zwischen der griechischsprachigen Ostkirche in Byzanz und der lateinischsprachigen Westkirche in Rom. Rom bestand darauf, dass Ostern am Sonntag nach dem jüdischen Pessahfest zu feiern sei, Byzanz wollte es am Tag des Pessahfests selbst feiern. Als Kaiser Konstantin I. der Alleinherrscher über das gesamte Römische Reich geworden war, wollte er diesen Streit beenden und berief im Jahr 325 das Konzil von Nicäa ein. Die Kirchenvertreter einigten sich dann auf einen neuen Terminvorschlag: Die Auferstehung Christi sollte immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang (dem Tag, an dem Tag und Nacht gleich lang sind, dem 21. März) gefeiert werden. Damit hatte das noch junge Christentum nicht nur endlich einen gemeinsamen Termin gefunden, sondern sich gleichzeitig noch weiter von der monotheistischen Konkurrenz, dem Judentum, losgelöst.[12]

Zum Osterbrauchtum gehören auch die Osterfeuer, und an ihnen zeigt sich wiederum, wie sich die verschiedenen Ebenen vermischten. Das Osterfeuer geht auf einen Brauch in vorchristlicher Zeit zurück, unter anderem galt es, böse Geister auszuräuchern und den Frühling willkommen zu heißen. In einer norddeutschen Polizeiordnung von 1691[13] wird das Osterfeuer als eine "böse Gewohnheit" erwähnt, 1783 wird es in einem Kinderbuch von J. A. E. Goeze als "heidnisch" eingeordnet.[14] In manchen Regionen eignete die Kirche sich den Brauch an und mancherorts wurde das Osterfeuer vom Pfarrer geweiht. Die Kohlen des geweihten Osterfeuers, die sogenannten Judaskohlen, galten als Schutzmittel gegen Blitzeinschlag, Hagel und Viehschäden, wie Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863 notierte[15] (die Kirchenvertreter waren genauso abergläubisch wie das Volk). Vor allem geht der Brauch des Osterfeuers aber wohl darauf zurück, dass man im Herbst und Winter Obstbäume und Hecken geschnitten und die Zweige auf einen großen Haufen geworfen hatte. Und die waren nun getrocknet und konnten entsorgt werden.

(Text: Sabine Häcker ©)

Und auch die Weidenkätzchenzweige, die traditionell zu Ostern in die Vase gestellt und an die die Ostereier gehängt werden, sind Frühlingsboten (und haben nichts mit der christlich-religiösen Ebene von Ostern zu tun).

Literatur

Historische Primärquellen:

Literatur:

  • Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42.
  • Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. Ahrensburg 2025.
  • Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. Ahrensburg 2025. (Das Buch erforscht anhand sorgfältiger Quellenarbeit, wie und warum sich zur Zeit der Französischen Revolution im Bürgertum das häusliche Weihnachtsfest entwickelte.) https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=
  • Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.
  • Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985.

Weitere Materialien der Autorin:

  • Umfangreiches Unterrichtsmaterial zur Kultur- und Religionsgeschichte von Weihnachten gibt es hier: Weihnachtswissen (Das Unterrichtsmaterial betrachtet Weihnachten nicht nur als christlichen Feiertag, sondern auch als kulturelles und somit inklusives Fest und arbeitet - u. a. - die weltlichen Anteile von Weihnachten heraus.)
  • Materialien zu verschiedenen Themen finden sich hier: Benutzer:Sabine Häcker

Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache: Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!


Quellen:

  1. Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.
  2. Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.
  3. Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort "Ei").
  4. Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.
  5. Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.
  6. Hippel, Theodor Gottlieb von: Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781, S. 404. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781
  7. Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 68.
  8. Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort "Hase").
  9. National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.
  10. Wilhelm Hauff: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827, S. 34. https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/hauff_phantasien_1827/?hl=O%C5%BFtereiern&p=40
  11. Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. 2025s, S. 142.
  12. Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. 2025, S. 49.
  13. Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5).https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693
  14. Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783
  15. Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.