Antisemitismus/Judenhass im 20. Jh.

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Im Mittelalter war das Verhältnis der Juden in Deutschland durch einen Widerspruch geprägt. Aufgrund ihres Glaubens wurde ihnen verboten

  • Mitglied in den Zünften sein und ein Handwerk auszuüben;
  • Land zu besitzen und daruch landwirtschaftlich tätig zu werden.

Da im Judentum das Studium der Thora (Bibel) Pflicht ist, konnten alle lesen und schreiben und nutzten dies im Handel und Bankwesen (Christen durften im Mittelalter keinen Zins nehmen). Dies wurde den Juden dann als Bereicherung vorgeworfen. Während der Pestwellen und Hungersnöten wurden Juden als Sündenbock verantwortlich gemacht und verfolgt. (Siehe auch: PogromWikipedia-logo.png).

Erst ab dem 19. Jahrhundert wurde Juden durch die Judenemanzipation Bürgerrechte gewährt und Berufsbeschränkungen aufgehoben.


Aufgabe
  1. Lies die Quellen über den Bäder-Antisemitismus durch.
    1. Erkläre, wie Juden dargestellt werden.
    2. Bewerte!
  2. Lies die Quellen über die Judenzählung durch.
    1. Überlege, warum diese Zählung durchgeführt wurde!
    2. Erkläre, zu welchem Ergebnis die Studie kam.
    3. Überlege, warum das Ergebnis nicht veröffentlicht wurde.
  3. Betrachte die Karikatur über die Dolchstoßlegende.
    1. Erkläre, was auf dem oberen Bild zu sehen ist.
    2. Bewerte, warum dies mit dem Untertitel "Ein Dolchstoß, der eine Legende ist" versehen wurde.
    3. Überlege, was mit dem unteren Bild gemeint sein könnte.
      1. Erkläre, wie das Opfer aussieht.
      2. Erkläre, wie der Täter aussieht.

Bäder-Antisemitismus

Antisemitische Grußpostkarten und Anzeigenwerbung von Seebädern mit ,,Judenfrei" Anfangs des 20. Jahrhunderts.

Zitat
„An Borkums Strand nur Deutschtum gilt, nur deutsch ist das Panier.

Wir halten rein den Ehrenschild Germania für und für!
Doch wer dir naht mit platten Füßen, mit Nasen krumm und Haaren kraus,

der soll nicht deinen Strand genießen, der muß hinaus, der muß hinaus!“
Aus dem „Borkumlied“Wikipedia-logo.png, das täglich von der Kurkapelle gespielt und von den Gästen gesungen wurde

Judenzählung

1920 vom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten herausgegebener Handzettel, als Antwort auf die Anschuldigungen fehlenden Patriotismus
Zitat
„Fortgesetzt laufen beim Kriegsministerium aus der Bevölkerung Klagen darüber ein, daß eine unverhältnismäßig große Anzahl wehrpflichtiger Angehöriger des israelitischen Glaubens vom Heeresdienst befreit sei oder sich von diesem unter allen nur möglichen Vorwänden drücke. Auch soll es nach diesen Mitteilungen eine große Zahl im Heeresdienst stehender Juden verstanden haben, eine Verwendung außerhalb der vordersten Front, also in dem Etappen- und Heimatgebiet und in Beamten- und Schreiberstellen zu finden. Um diese Klagen nachzuprüfen und ihnen gegebenenfalls entgegentreten zu können, ersucht das Kriegsministerium ergebenst um gefällige Aufstellung einer Nachweisung nach dem anliegenden Muster 1 und 2.“
11. Oktober 1916, Erlass des Kriegsministers Hohenborn an das Heer



Dolchstoßlegende

Nationalistische Lüge und Wahrheit, Karikatur von Oskar Theuer, Ulk 1921

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs häuften sich in Deutschland antisemitische Aktivitäten. Die Juden, die weniger als ein Prozent der Bevölkerung im Deutschen Reich ausmachten, waren in den ersten Nachkriegsjahren die Sündenböcke für all das, was einen Großteil der Deutschen traumatisierte: Revolution, Inflation, Parlamentarismus. Die antisemitische Propaganda stützte sich dabei vornehmlich auf den aus dem Kaiserreich übernommenen völkischen Rassegedanken. Gängige stereotype Beschreibungen skizzierten die Juden als Träger negativer Rassen- und Charaktereigenschaften. Gekennzeichnet war der Antisemitismus von einer hemmungslosen Hetze gegen demokratische und linke Politiker der als "verjudet" geltenden Weimarer Republik.



Weblinks