Antisemitismus/Arisierung

Aus ZUM-Unterrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Aufgabe
  1. Recherchiert und gebt eine kurze Erklärung, was ein Boykott ist.
    1. Erklärt, woum es bei dem Judenboykott von April 1933 ging.
    2. Bewerte, inwieweit es zutrifft, dass sich die Deutschen wehrten.
  2. Erkläre den Begriff Arisierung.
    1. Finde heraus, ob es auch in Deiner Heimatstadt zur Übernahme ehemals jüdischer Geschäfte kam.

Judenboykott

Antisemitisme Duitsland 1933.jpg

Deutsche! Wehrt Euch! Kauft nicht bei Juden!
(antisemitische Parole beim reichsweiten Boykott jüdischer Geschäfte, Ärzte und Rechtsanwälte; 1. April 1933)

Nach der Machtübernahme gingen die Nazis immer rabiater gegen Juden vor. Die Polizei blieb bei diesen Ausschreitungen in der Regel untätig. Im Ausland wurde der staatlich geduldete und geförderte Antisemitismus mit Sorge beobachtet. Vor allem in Nordamerika dachte man als Reaktion an einen Handelsboykott gegen Deutschland. Ende März 1933 brachte die von Joseph Goebbels instruierte Presse "Greuelnachrichten" des Auslands gegen das NS-Regime groß heraus und informierte über den bevorstehenden "Judenboykott", der vom 1. April bis zur "Kapitulation der Auslandspresse" andauern sollte.

Angehörige der Sturmabteilung (SA) und der Schutzstaffel (SS) hinderten Passanten unter Androhung von Gewalt und Repressalien am Betreten jüdischer Geschäfte. So drückten zum Beispiel in Annaberg/Sachsen SS-Angehörige den Kunden jüdischer Geschäfte einen Stempel mit der Inschrift "Wir Verräter kauften bei Juden" ins Gesicht.

Da der Boykott jedoch die von den Nationalsozialisten gewünschte Wirkung nicht erzielte, wiegelte Goebbels die zuvor aufgeputschte Stimmung ab und verkündete, die ausländischen "Greuelnachrichten" über das nationalsozialistische Deutschland seien nach Bekanntgabe des bevorstehenden "Judenboykotts" abgeflaut.


Arisierung

Arisierung Kaufhaus Geschwister Knopf 1938.jpg
Definition

Unter Arisierung versteht man …




Aufgabe
Vervollständige die Definition!



Spear-Spiele

Zitat

SPEAR-SPIELE – Eine Familie schreibt Spielegeschichte

1879 gründet Jacob Wolf Spear in Fürth ein Import- und Exportgeschäft für Kurzwaren. Es spezialisiert sich bald auf die Herstellung und den Vertrieb von Spielen. Allen Rückschlägen zum Trotz – ein Großbrand zerstört die Fabrik, der Gründer begeht Selbstmord – wird J. W. Spear & Söhne in den folgenden Jahrzehnten zu einem der größten Spielehersteller Deutschlands. Ab 1899 produziert die Firma in zweiter Spear-Generation am neuen Standort in Nürnberg-Doos klassische Brettspiele wie Mühle, Dame und Halma sowie zahlreiche Gesellschafts-, Geschicklichkeits- und Beschäftigungsspiele. Sie verkaufen sich aufgrund der hochwertigen Ausstattung und intensiven Vermarktung hervorragend. Mit dem Magnetischen Angelspiel und den beliebten Tisch-Tennis-Sets gelingt es Spear, neue Klassiker zu etablieren.

Das dunkle Kapitel

Die Weltwirtschaftskrise von 1929 übersteht J. W. Spear & Söhne dank geschickter Produktpolitik und der Gründung einer britischen Tochterfirma relativ unbeschadet. Mit der Machtübergabe an Adolf Hitler 1933 ist das jüdische Familienunternehmen aber zunehmend antisemitischer Hetze und Kaufboykotten ausgesetzt. Im Zuge der „Arisierung“ muss Firmendirektor Hermann Spear 1939 das Unternehmen weit unter Wert zwangsverkaufen. Von der vereinbarten Kaufsumme erhält die Familie keinen Pfennig. Profiteur der „Arisierung“ und neuer Firmenleiter ist der Nürnberger Vorzeigeunternehmer Hanns Porst. Bis zur kriegsbedingten Zerstörung der Fabrik verlegt er als „Euer Onkel Hanns“ weiterhin Spear-Klassiker, aber auch Propaganda-Versionen beliebter Brettspiele, etwa Bomben auf England oder Im Fluge durch Großdeutschland. Hermann Spear und elf weitere Familienmitglieder werden im Konzentrationslager ermordet.

Von Nürnberg und London in die ganze Welt

Ein Teil der Familie Spear kann rechtzeitig nach Großbritannien fliehen und das Geschäft in dem 1930 gegründeten Filialbetrieb in Enfield bei London fortführen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs muss Hanns Porst der Familie Spear die zerstörte Fabrik zurückgeben. Die Produktion in Nürnberg läuft nur langsam wieder an, Enfield wird zum Hauptstandort des Unternehmens. Mit dem Erwerb der Scrabble-Lizenz für Europa kann das Familienunternehmen in den 1950er Jahren wieder an seine Vorkriegserfolge anknüpfen. Spear’s Games gelingt in der Folge ein viel beachteter Börsengang, die Absatzzahlen steigen.

Als sich das Unternehmen 1968 die weltweiten Vermarktungsrechte für Scrabble sichert, gehört Spear wieder zu den ganz großen Namen in der Spielebranche.
aus Presseinformation der Stadt Nürnberg

Reichsfluchtsteuer



Weblinks