Ende der DDR/Friedliche Revolution

Aus ZUM-Unterrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche

Am Ende der Sommerferien 1989 fehlten in jeder Schulklasse und an jedem Arbeitsplatz ehemalige Freunde und Bekannte, die über Ungarn in den Westen ausgereist waren. Die Unzufriedenheit der Dagebliebenen stieg weiter.

Ein Witz gab der Verzweiflung Ausdruck:

Wofür stehen die Buchstaben DDR?

Ganz einfach: Der Dumme Rest!


Aufgabe
  1. Wie glaubte die DDR-Führung die Unruhe und Unzufriedenheit der Bevölkerung wieder in den Griff zu kriegen?
  2. Überlege, was Gorbatschow mit der Warnung "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben." meinte.
  3. Überlge, warum die Demonstranten "Gorbi, hilf uns!" riefen.

40-Jahr-Feier

Feierlichkeiten am 7. Oktober 1989, dem 40. Jahrestag der DDR

Die SED wollte die Unzufriedenheit durch prächtige Feiern zum 40-jährigen Staatsjubiläum, in dem die Errungenschaften des Sozialismus präsentiert worden wären, bekämpfen.

Der sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow empfahl mit seinem berühmten Satz "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben." Reformen, was die DDR-Führung aber ablehnte.

Zeitgleich mit den Feiern im Palast der Republik kam es zu großen Demonstrationen, bei denen die Demonstranten neben Forderungen nach Freiheit und Demokratie auch "Gorbi hilf uns!" riefen.

Montagsdemonstrationen

13.11.89 Leipzig: Demonstration - Freie Wahlen und gesetzlich abgesicherte Reisefreiheit waren die Hauptforderungen von 200.000 Demonstranten. Viele Bürger der zweitgrößten Stadt der DDR verlangten, dem Verfall der Innenstadt endlich Einhalt zu gebieten.

Seit dem 4. September 1989 fanden in Leipzig wöchentlich Montagsdemonstrationen nach dem Friedensgebet statt. Die Montagsdemonstrationen entwickelten sich zu einer Massenbewegung. Die Parolen „Auf die Straße!“, „Wir sind das Volk“ und „Keine Gewalt!“ verfehlten ihre Wirkung nicht. Der Wendepunkt der Montagsdemonstrationen war der 9. Oktober 1989 – die erste Protestdemonstration mit unerwartet hoher Massenbeteiligung, bei der viele Beteiligte aller Seiten die gewaltsame Reaktion der chinesischen Staatsmacht auf dem Tian’anmen-PlatzWikipedia-logo.png im Hinterkopf hatten, aber letztlich nichts Derartiges geschah.

Bilder und Videos der Demonstration, über die in der DDR natürlich nicht berichtet wurde, wurden von einer Rentnerin in den Westen geschmuggelt und dort in den ARD-Nachrichten gesendet.

  • 04.09.1989: erste Montagsdemonstration in Leipzig
  • 02.10.1989: gewaltsames Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten
  • 07./08.10.1989: Feiern zum 40. Jahrestag der DDR, begleitet von Demonstrationen
  • 09.10.1989: erste Montagsdemonstration mit Massenbeteiligung (70.000 Teilnehmer (?));
  • 16.10.1989: 120.000 Teilnehmer
  • 23.10.1989: 320.000 Teilnehmer (größte Montagsdemonstration)
  • 04.11.1989: 1 Million Menschen demonstrieren auf einer genehmigten Kundgebung in (Ost-)Berlin.


Interaktive Übungen

Die sanfte Revolution

Was gehört in die Lücken?

Seit mehreren Wochen trafen sich Regime-Gegner zu Montagsdemonstrationen. Nach den Demonstrationen zur 40-Jahr-Feier in Berlin, forderte die DDR-Führung von der Leipziger Stasi ein hartes Durchgreifen gegen Demonstranten. Polizisten und Betriebskampfgruppen hielten sich für eine chinesische Lösung bereit.

Als die Stasi und SED-Bezirksleitung erfuhr, dass gegen 17:00 die gesamte Innenstadt voll mit Demonstranten war, scheuten sie vor einem blutigen Eingreifen der Sicherheitskräfte zurück.

Zwei junge Leute filmten mit einer Videokamera von einem Hochhaus aus die Menschenmassen. Das rote Batterielämpchen hatten sie abgeklebt, um nicht erwischt zu werden. Die VHS-Kassette wurde von einer Rentnerin in den Westen geschmuggelt und am nächsten Tag in der Tagesschau gezeigt.

Am 16.10., dem nächsten Montag waren es dann bereits 120.000 Teilnehmer, am 04.11. demonstrierten schon über 1 Million Menschen mit.