Ende der DDR/Fall der Mauer

Aus ZUM-Unterrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche

Nach den Montagsdemonstrationen wurde der Ruf nach Reisefreiheit immer stärker. SED und Stasi überlegten, wie man das Verlangen kanalisieren könnte, sodass Besuche im Westen möglich wären, ohne dass die DDR-Bürger dies zur flucht nutzen könnten.


Aufgabe
  1. Schaue dir das YouTube-Video der Pressekonferenz an.
    1. Erkläre in eigenen Worten, wie sich die SED-Führung ein Reisegesetz vorstellte. Wäre dies ausreichend gewesen?
    2. Überlege, wie Günter Schabowski auftrat und ob ihm die Tragweite seiner Äußerungen bewusst schien.
  2. Skizziere den Verlauf am Grenzübergang Bornholmer Straße.
  3. Vervollständige das Quiz.

Die Pressekonferenz

https://www.youtube.com/watch?v=TQiriTompdY (0:45)

Am Grenzübergang Bornholmer Str.

Da die Pressekonferenz im Fernsehen übertragen war, wurde in den West Medien die Öffnung der Mauer gemeldet. An den Grenzübergangsstellen sammelten sich Ausreisewillige.

Der befehlshabende Offizier Oberstleutnant Jäger wollte sich bei seinen Vorgesetzten erkundigen, erreichte aber abends niemanden mehr. Da die Menge immer ungeduldiger wurde, sollten die lautstarken Anführer ausreisen dürfen, wobei deren Ausweise aber heimlich durch einen Stempel auf dem Foto ungültig gemacht wurden. Diese sollten nicht mehr in die DDR zurückkehren dürfen.

Da sich die Lage aber nicht beruhigte, wie's Jäger um 23:30 an, die Grenze für alle zu öffnen. Dies sprach sich herum und es wurden alle Grenzübergänge geöffnet.

Millionen DDR-Bürger sahen zum ersten Mal den Westen, kehrten aber wieder nach Hause zurück.

Interaktive Quizze

Der Entwurf des Reisegesetzes

Was gehört in die Lücken?

Am Morgen des 9. November erhielten zwei Stasioffiziere die Aufgabe, ein neues Reisegesetz zu erarbeiten. Der entsprechende Entwurf, der zusätzlich einen Passus zu Besuchsreisen enthielt, wurde am 9. November vom Politbüro bestätigt und in Richtung Ministerrat weitergeleitet. Im weiteren Geschäftsgang wurde zu dem Beschlussentwurf eine Vorlage an den Ministerrat erstellt, die zwar noch am selben Tag bis 18 Uhr im Umlaufverfahren gebilligt, aber erst am 10. November um 4 Uhr morgens als Übergangsregelung über die staatliche Nachrichtenagentur ADN veröffentlicht werden sollte. Kampfparade zum 25. Jahrestag des antifaschistischen Schutzwalls am 13. August 1986 in der Karl-Marx-Allee

Allerdings legte das Justizministerium der DDR am 9. November Einspruch ein. Parallel zum Umlaufverfahren wurde die Ministerratsvorlage am Nachmittag des 9. November im Zentralkomitee behandelt und leicht abgeändert. Die abgeänderte Ministerratsvorlage übergab Egon Krenz an das SED-Politbüro-Mitglied Günter Schabowski, bevor dieser zu der angesetzten Pressekonferenz ging, ohne ihn explizit über die beschlossene Sperrfrist bis 4 Uhr morgens zu informieren. Schabowski war bei den vorangegangenen Beratungen in Politbüro und ZK nicht anwesend gewesen.

Diese Pressekonferenz mit Schabowski im Presseamt, wurde zum Auslöser für die Maueröffnung. Am Ende der Pressekonferenz um 18:53 Uhr stellte der Korrespondent der italienischen Agentur ANSA, Riccardo Ehrman, eine Frage zum Reisegesetz. Im April 2009 gab Ehrman an, zuvor einen Anruf erhalten zu haben, in dem ihn ein Mitglied des Zentralkomitees bat, eine Frage zum Reisegesetz zu stellen. Später relativierte Ehrman diese Angabe und gab an, er sei zwar von Günter Pötschke, dem damaligen Chef der DDR-Nachrichtenagentur ADN, angerufen worden, dieser habe ihn jedoch letztlich nur gefragt, ob er die Pressekonferenz besuchen werde. Die Frage von Ehrman lautete in etwas gebrochenem Deutsch gemäß Protokoll der Pressekonferenz:

Memory

09. November 1989 Fall der Mauer
06. Oktober 40 Jahre DDR
07. Mai 1989 Kommunalwahl
13. August 1986 25. Jahrestag des antifaschistischen Schutzwalls