Historische Stichworte/Bodenreform in der SBZ ab 1945

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Die Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) wurde in den Jahren 1945–1946 durchgeführt. Dabei wurden Großgrundbesitzer mit mehr als 100 ha Fläche und Besitzer kleinerer Betriebe, die als Kriegsverbrecher und aktive NSDAP-Mitglieder eingestuft waren, entschädigungslos enteignet. Dieser Grundbesitz wurde dann von lokalen Autoritäten neu verteilt.

Insgesamt wurden 3,3 Millionen Hektar umverteilt. Das waren etwa 35 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Dabei ging es darum, außer den landlosen Landarbeitern besonders die Vertriebenen (ca. 25% der Bevölkerung der DDR) mit Land zu versorgen.

Da der einzelne Bauer dabei nur recht wenig Land erhielt, kamen nicht wenige in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Daher wurden ab 1952 Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG) gegründet. 1960 wurden die Bauern dann dazu gezwungen, ihr Land in LPGs einzubringen. Formal blieben sie dabei Eigentümer ihres eingebrachten Landes. Ende 1960 bewirtschafteten die LPGs über 85 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche.

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