JCS 1067

Aus ZUM-Unterrichten
Version vom 20. Dezember 2022, 19:02 Uhr von Matthias Scharwies (Diskussion | Beiträge) (Weblinks)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fotocollage mit Bildern von KZ-Opfern: Erinnere Dich daran! Keine Fraternisierung! – eine Warnung vor der Verbrüderung mit dem Feind.)

JCS 1067 bezeichnet eine Direktive der US-amerikanischen Joint Chiefs of Staff zur Besatzungspolitik an den Combined Chiefs of Staff (CCS) in Deutschland. Sie legte die Grundlinien der US-amerikanischen Besatzungspolitik für die erste Zeit nach der Kapitulation Deutschlands fest. Ihre Bestimmungen blieben bis zum Inkrafttreten der Direktive JCS 1779/1 im Juli 1947 gültig.

Zitat
„Es muss den Deutschen klargemacht werden, dass Deutschlands rücksichtslose Kriegführung und der fanatische Widerstand der Nazis die deutsche Wirtschaft zerstört und Chaos und Leiden unvermeidlich gemacht haben, und dass sie nicht der Verantwortung für das entgehen können, was sie selbst auf sich geladen haben.
Deutschland wird nicht besetzt zum Zwecke seiner Befreiung, sondern als ein besiegter Feindstaat. Ihr Ziel ist nicht die Unterdrückung, sondern die Besetzung Deutschlands, um gewisse wichtige alliierte Absichten zu verwirklichen. Bei der Durchführung der Besetzung und Verwaltung müssen Sie gerecht, aber fest und unnahbar sein. Die Verbrüderung mit deutschen Beamten und der Bevölkerung werden Sie streng unterbinden.
Direktive an den Oberbefehlshaber der US-Besatzungstruppen in Deutschland (JCS 1067)

POCKET GUIDE to GERMANY

Bereits 1944 erhielten Soldaten ein kleines Taschenbuch mit Hintergrundinformationen über das zu besetzende Land.


Keep Your Eyes Open

Even after a surrender, or the signing of an armistice, keep your eyes open on German soil. Be careful. Don't take chances.
You are in unfriendly territory. Your life may be in more danger than it was during the battles. On the firing line you kept your eyes open and your wits about you every second. That is why you are alive today. You cannot afford to relax caution now.

During the war, Germany kept 500.000 trained killers at home, the black-uniformed „S.S. Guards", a branch of Himmler's „Gestapo", the German Secret Police.

With the defeat of Germany what are left of these 500.000 will discard their uniforms and disappear into the anonymity of civilian clothes. Many thousands of other Gestapo men and soldiers as well will do the same.

This will not make them less dangerous. It will make them more dangerous. It will enable them to strike in the dark.

Many will go „underground", and many will insist they were anti-Nazi and anti-Hitler all the time.

You must remain an alert soldier.

Protect yourself at all times.
Pocket Guide To Germany (1944) by United States. Army service forces. Information and education division.

Fazit

Zitat
Dies Ding wurde von wirtschaftspolitischen Idioten zusammengestellt. Es hat keinen Sinn, den am höchsten ausgebildeten Arbeitern in Europa zu verbieten, soviel, wie sie können, für einen Kontinent zu produzieren, der eine hoffnungslose Knappheit an allem hat.
Lewis Williams DouglasWikipedia-logo.png über die JCS 1067

"Deutschland wird nicht besetzt zum Zwecke seiner Befreiung, sondern als ein besiegter Feindstaat." (Direktive JCS 1067 vom April 1945)

Vorrangiges Ziel:
die Verhinderung einer künftig von Deutschland ausgehenden Bedrohung durch Schwächung des in Deutschland vorhandenen Potentials.

  Differenzierte Betrachtung in den Kriegskonferenzen der Alliierten:

  • Entnazifizierung Ausrottung des nationalistischen und militaristischen Gedankenguts (besonders der nationalsozialistischen Bewegung)
  • Demontage und Kontrolle Schwächung der Wirtschaftskraft Deutschlands, so daß – zumindest auf absehbare Zeit – keine * Bedrohung mehr von ihm ausgehen konnte: Demontage von Industrieanlagen, politische Aufspaltung Deutschlands in kleinere Einheiten, Einführung einer internationalen Kontrolle der deutschen Industrie (vor allem französische Forderung)
  • Reparationen Reparationsleistungen für die angerichteten Kriegsschäden (vor allem von der Sowjetunion gefordert).

Zweigleisigkeit der sowjetischen Forderung nach Reparationsleistungen:

  • Tatsächliche Inanspruchnahme der finanziellen und materiellen Leistungen
  • Kontrolle des Ruhrgebiets als Hebel, für den sowjetischen Einfluß auch außerhalb der eigenen Besatzungszone

  Die amerikanische und britische Regierung aber sahen in dieser sowjetischen Forderung eine Gefährdung der wirtschaftlichen Existenz Deutschlands, zumal die sowjetische Politik die Einheit des Landes durch die Verhinderung jeglichen freien Austausches in Frage stellte.  

  • Neuordnung Verschiedene Variationen der Neuordnung sahen im Kern alle eine Abtrennung des Ruhrgebiets von Preußen und eventuell noch die Bildung eines separaten Süd-Staates vor.

Abkehr von den Teilungsplänen:

  • Neue Hypothek, deren Aufrechterhaltung Kräfte binden würde
  • Statt dessen "Rückkehr zu föderativer Dezentralisierung",
  • geforderte Wiedergutmachung war nur von einem intakten, einheitlich regierten Deutschland zu leisten


Weblinks