Thema auf Diskussion:Nahostkonflikt

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Matthias Scharwies (DiskussionBeiträge)


Interview mit Peter Gauweiler

Zitat

Ihr Vater war früh in der NSDAP.
Und er war in der Wehrmacht. Im Krieg hat er seinen rechten Arm verloren. Später hatte er einen Schlaganfall, so dass der verbliebene linke Arm gelähmt war. Er hatte durch den Krieg alle seine Geschwister verloren. Auch die junge Generation des ,Dritten Reichs‛ hat einen hohen Preis bezahlt und dann trotzdem an der Auferstehung aus Ruinen gearbeitet. Vielleicht hat man sich den Verwerfungen manchmal mit Schweigen zu entziehen versucht. Es ist schlimm, einen Krieg zu verlieren. Noch schlimmer ist es, wenn ihn die anderen zu Recht gewinnen.
[...]
Hat sich Ihr Vater durch die Achtundsechziger ungerecht behandelt gefühlt?

Nein. Er ist schon 1969 gestorben. Seine Freunde und er verstanden sich ja auch als Angehörige einer Rebellenjugend, und er war sich des Fiebers bewusst, das in den zwanziger Jahren über einen großen Teil der deutschen Jugend gekommen war. Ich erinnere mich an den Sechstagekrieg, 1967, eine militärische Meisterleistung der Israelis. Mein Vater fragte mich: ,Hast du das gesehen im Fernsehen?‛ Sage ich: ,Ja, ist doch toll, ist super.‛ Er: ,Großartig, natürlich! Wenn sie zwei Sachen nicht können, haben wir über die Juden einst gesagt, dann Bauer zu sein und Soldat. Und heute machen sie aus der Wüste einen Orangengarten und sind die besten Soldaten der Welt. Da siehst du mal den Irrsinn, den wir geglaubt haben.
Interview mit Peter Gauweiler: „Wir waren für die das Allerletzte“ (faz.net)