Märchen

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Einhorn pixabay.png

Ist das ein Märchen?

1. Vorüberlegungen

Was wollen wir erreichen, was sollen die Schülerinnen und Schüler am Ende können?

Unterrichtsziele
  1. Kenntnisse: Die SuS erweitern ihr Wissen über Märchen-Motive und lernen die Mermale von 'typischen' Märchen kennen.
  2. Fertigkeiten: Sie SuS können Informationen beschaffen, sich Notizen machen und auswerten. - Sie können mündlich und schriftlich argumentieren und ihre Positionen begründen. - Sie können das Wissen um die Bau-Elemente von Märchen kreativ umsetzen.
  3. Einstellungen: Die SuS können sich für Fremdartiges (bei in- und ausländischen Märchen) öffnen und entwickeln ihre Verstehensbereitschaft für Andersartiges. - Sie können die Anziehungskraft von Märchen reflektieren und das menschliche Bedürfnis nach Märchenhaftem respektieren.

2. Vorwissen erfragen, Kenntnisse erweitern, Fragen aufstellen:

Die Schülerinnen und Schüler
  1. tauschen ihre Erinnerungen und ihr Wissen aus: Welche Märchen kennst Du? Welches hat Dir besonders gut gefallen? Hast Du ein Lieblingsmärchen? Dazu interviewen sie sich gegenseitig und machen sich Notizen.
  2. machen Entdeckungen bei einigen Klassenkameraden, dass die ganz andere Märchen kennengelernt haben. Diese lassen sie sich erzählen und erklären und machen sich Aufschriebe für eine (mündliche) Nacherzählung.
  3. versuchen, Merkmale von Märchen herauszuarbeiten und mit anderen Erzählungen zu vergleichen, z.B. Fabeln oder Heldensagen. Dazu erstellen sie eine Merkmalsliste, vielleicht sogar eine Mindmap.
Märchen
  1. Sie erzählen von merkwürdigen Begebenheiten aus vergangenen Zeiten.
  2. Sie spielen sich an nicht näher bestimmten Orten oder Gegenden ab.
  3. Wunder und Zauber sind ganz real und normal,
  4. ebenso alle Arten von phantastischen Gestalten und Gegenständen.
  5. Oft spielen auch magische Zahlen (die Drei, die Sieben) oder Verse eine Rolle.
  6. Die Märchenhelden und -heldinnen müssen sich einer schwierigen Aufgabe unterziehen.
  7. Im Streit zwischen dem Guten und dem Bösen siegt (fast immer) das Gute.

3. Micha hat ein Märchen geschrieben

...und zeigt es stolz der Deutschlehrerin. Es geht so:

Märchen
Prinz und prinzessin clipart.jpg
Es war einmal ein armes Mädchen, das hatte rote Haare und viele Sommersprossen und lebte mit seiner Mutter allein im Vorort einer sehr großen Stadt.
Eines Tages, es war ein Montag, ging es alleine im Stadtwald Flaschen sammeln. Die lagen noch vom Party-Feiern am Wochenende herum. Da begegnete ihr ein schöner junger Prinz auf seinem flotten Motorrad. Es war eine voll coole Harley-Davidson.
Der sah das Mädchen und ihm gefielen ihre roten Haare und Sommersprossen so sehr, dass er sie fragte, ob sie seine Frau werden wolle.
Da überlegte das Mädchen nicht lange und sagte: Ja.
Und sie fuhren zusammen auf sein Schloss und lebten dort glücklich und zufrieden bis zum Ende.

4. Nachdem die Lehrerin das gelesen hatte,

kratzt sie sich ein wenig hinterm Ohr, wiegt den Kopf hin und her und sagt dann:

„Hm, ob das schon ein Märchen ist …?“

Micha meint: Ja, klar!

Weil ...

Die Lehrerin hat andere Gründe:

Weil ...
Finde Gründe, die dafür und dagegen sprechen und mache Notizen!
Schreibe dann einen Dialog zwischen Kevin/Mandy und der Lehrerin.

5. Jetzt ist es höchste Zeit

... für eine neue Version des Märchens.

Nehmt Michas Einleitungssatz als Ausgangspunkt und schreibt dann nach euren Vorstellungen weiter.
Berücksichtigt die Dafür-Dagegen-Gründe aus euren Notizen und Dialogen.

6. Auswertung

... in Kleingruppen mit unserer Merkmalliste und z.B. einer Textlupe.

Textlupe.png

7. Genug geschrieben

... jetzt wird wieder gelesen und vorgelesen, was unser Lesebuch und eure Märchenbücher hergeben!


Hinweis
Bücher.jpg
In Klasse 6 gibt es den berühmten Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels.
Könnt ihr euch vorstellen, dass Märchen sich dafür eignen? Oder besser was anderes?
Die wichtigen Beurteilungskriterien sind: Lesetechnik, Interpretation und Textauswahl.

Siehe auch