Politische Beteiligung

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Als Politische Beteiligung bezeichnet man Mitwirkung bei der politischen Willensbildung in einem Staat, die nicht auf Beseitigung oder Störung der politischen Ordnung gerichtet ist. Insofern unterscheidet sie sich von dem allgemeineren Begriff politisches Engagement. Sie kann sehr unterschiedlichen Ausdruck finden und von sehr unterschiedlicher Intensität sein.

In Demokratien sind niedrigschwellige Angebote der Beteiligung die Teilnahme an Wahlen oder an Demonstrationen, in Leserbriefen oder in anderen Formen öffentlicher Meinungsäußerung.

Angebote und Anregungen für politische Beteiligung

Gruppen und Organisationen

Eine weitergehende Möglichkeit ist der Zusammenschluss in politisch engagierten Gruppen wie Parteien, Verbänden und NichtregierungsorganisationenWikipedia-logo.png wie Vorlage:Wpd, Vorlage:Wpd oder Vorlage:Wpd oder in zeitlich, örtlich und thematisch begrenzten BürgerinitiativenWikipedia-logo.png.

Beteiligungsmöglichkeiten über Internet

Politische Entscheidungsträger organisieren Mitsprache über Internet

Initiativen dieser Art gab es in Solingen, wo ein Sparvolumen von 31 Millionen Euro von der Bevölkerung diskutiert und gebilligt wurde.[1] In Hamburg wurde über die Neugestaltung des Domplatzes von den Bürgern im Internet beraten. Ihr Entwurf wurde vom Parlament übernommen.

Modelle wie die Domplatzdebatte oder die Solinger Spardiskussion gibt es inzwischen reichlich. Köln, Erfurt, Bonn, Potsdam, Essen, Leipzig, acht Berliner Bezirke und 29 weitere Städte legen den Bürgern ihre Haushalte zur Mitsprache im Netz vor. In 17 brandenburgischen Kommunen geht man sogar noch weiter und lässt Bürger am täglichen Verwaltungshandeln teilhaben. Dort können sie auf der Webseite Maerker.de Straßen- und andere Schäden melden.
Die Zeit, 10.6.2010, S.11

Kleine Ungenauigkeiten verzeiht man dem Reporter gern, wenn man auf der Webseite maerker.brandenburg.de immerhin 20 kommunale Stellen findet, bei denen beim letzten Aufruf 1721 Hinweise von Bürgern eingegangen waren.[2]

Aufrufe zu politischer Stellungnahme

Eine mit dem Internet aufgekommene neue Form ist das Verfassen von politischen E-Mails oder das Unterschreiben von öffentlichen Aufrufen von Organisationen, die Internetaufrufe organisieren. Dazu gehören außer den bekannten Nichtregierungsorganisationen z.B.

eine internationale Organisation, die politische Kampagnen in Bereichen wie Klimawandel, Menschenrechte und Entschärfung religiöser Konflikte organisiert, mit im Mai 2010 fast fünf Millionen Mitgliedern. Die Organisation arbeitet bisher in 14 verschiedenen Sprachen.[3][4]
ein 2004 gegründetes ein Internet-basiertes Beteiligungsforum mit Sitz in Verden (Aller) und über 200 000 Mitgliedern[5]
ein 1986 gegründeter Verein, der sich für Wälder, deren Bewohner und deren Lebensräume einsetzt. Er hat etwa 5000 Fördermitglieder.
eine weltweit agierende Plattform für Online-Aktivismus und mit 25 Millionen Nutzern die nach eigenen Angaben größte Petitionsplattform der Welt. Die Organisation gibt keine Themen und keine politische Einstellung vor, sondern überlässt dies den Nutzern der Plattform.

Plattformen für Petitionen

Internetseiten zur politischen Information und Annregung politischer Beteiligung

Fragen zur Diskussion

  • Weshalb ist es für Demokratien so wichtig, dass möglichst viele Bürger wenigstens ein Mindestmaß an politischer Beteiligung zeigen?
  • Lässt sich politische Beteiligung lernen?
  • Ließen sich politische Entscheidungen ohne politische Gremien direkt über das Internet organisieren? Was wären die dafür notwendigen Voraussetzungen?

Siehe auch

Fußnoten

  1. Solinger Spardebatte im Internet
  2. Aufruf vom 10.6.2010 - vgl. auch den Artikel der ZEIT vom 4.3.2010, in dem das Konzept genauer erläutert wurde.
  3. Liste bisheriger Kampagnen von Avaaz
  4. Beitrag vom 28.10.11 in Hyperland (Blog des ZDF)
  5. Transparenzbericht

Linkliste