Lernpfade Ethik/Verstehen und Verständigung

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Version vom 17. November 2018, 23:10 Uhr von FrauSchütze (Diskussion | Beiträge)
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Verstehen und Veständigung
  • Zeitbedarf: 12 Unterrichtsstunden
  • Material: Hefter, einzelne Aufgaben mit Arbeitsblättern, Computer mit Internetzugang
  • Hinweise: An den Stellen, an denen MUSTERlösung steht, ist nicht genau der Text gemeint, der dort steht, ihr solltet nur inhaltlich dasselbe haben. Wenn ihr mehr habt, ist es auch nicht schlimm. Die Musterlösungen sind wirklich nur kurze Zusammenfassungen. Wenn ihr euch unsicher seid, fragt euren Lehrer/eure Lehrerin!

Grundlagen der Kommunikation

Aufgabe
Unter folgendem Link findet ihr das Grundlagen-Arbeitsblatt zum Thema
WAS IST KOMMUNIKATION.pdf
. Lies es dir sorgfältig durch!

Übung: neue Begriffe

Suche 5 Paare aus den Begriffen zusammen, die zusammengehören oder sich ergänzen!

communicare mitteilen
Sender Empfänger
verbal non-verbal
Äußerung Wahrnehmung
Menschen nicht-menschliche Wesen


Meinung
Was, denkst du, ist wichtiger - die Sprache (verbal) oder die Körpersprache (non-verbal)?

Körpersprache 55%, Inhalt 7%, Sprechtechnik 38%

Das sind die jeweiligen Prozentzahlen, die wiedergeben, wie wir miteinander kommunizieren. Erstaunlicherweise kommt dabei heraus, dass wir gar nicht so viel über Worte, sondern mehr über unsere Mimik und Gestik ausdrücken.

4 Seiten einer Nachricht

Aufgabe
  1. Lies dir das Arbeitsblatt zum "4-Seiten-Modell" (Pdf20.gif 4-Seiten-Modell) von Friedemann Schulz von Thun durch! Wenn du die Erklärung des Modells noch nicht ganz verstanden hast, informiere dich unter den Links, die auf folgender Internetseite (http://wiki.zum.de/Kommunikation) angegeben sind und bearbeite dann erst du Aufgaben auf dem Arbeitsblatt.
  2. Bearbeite die beiden Aufgaben auf dem Arbeitsblatt und schreibe die Lösung in dein Heft!
  3. Vergleiche anschließend deine Lösung der 1. Aufgabe mit der Musterlösung.

Sachseite (Worüber ich dich informiere.): Da kommt ein Lastwagen. --> Da kommt ein Lastwagen.

Selbstoffenbarung (Was ich von mir selbst kundgebe.): Ich habe Angst, dass du die Situation nicht richtig überschaust und den Lastwagen rammst. --> Die Situation ist gefährlich.

Beziehungsseite (Was ich von dir halte und wie wir zueinander stehen.): Ich will nicht, dass uns etwas passiert./Kannst du nicht einmal auf die Straße achten? Ich sollte als Mann lieber das nächste Mal Auto fahren. --> Ich traue dir nichts zu.

Appell (Was ich will, dass du tust.) Pass auf! --> Lass mich am besten das nächste mal fahren!


Aufgabe


  1. Lies dir das Arbeitsblatt über die Theorie Watzlawicks durch und präge dir die 5 Grundregeln ein (Pdf20.gif Kommunikation_nach_Paul_ Watzlawick)!
  2. Paul Watzlawick hat auch ein Buch geschrieben, das den Titel "Anleitung zum Unglücklichsein" trägt. Hierin ist auch die nachfolgende Geschichte enthalten.
    1. Lies dir die Geschichte sorgfältig durch! Fasse dann in 1-2 Sätzen in deinem Heft zusammen, was der Autor aussagen will und wende daran seine Theorie an!


Die Geschichte mit dem Hammer

Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommen ihm Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgeschützt, und er hat etwas gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts angetan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht's mir wirklich. – Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch noch bevor er "Guten Tag" sagen kann, schreit ihn unser Mann an: "Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel!"

Quelle: Watzlawick, Paul: Anleitung zum Unglücklichsein, Ungekürzte Taschenbuchausgabe, 21. Auflage November 2000, Piper Verlag GmbH, München, S. 37ff.


Wenn du deine Zusammenfassung und Erläuterung beendet hast, vergleiche dein Ergebnis nun hier mit einer Musterlösung! Achtung: Du musst nicht genau dasselbe stehe haben, wie hier steht, es muss nur vom Inhalt her ähnlich sein. Wenn du dir unsicher bist, ob du die Aufgabe wirklich richtig gelöst hast, dann bitte am besten deine Lehrerin/deinen Lehrer um Hilfe!

Der Autor des Textes will uns sagen, dass wir einer Sache nicht vorher schon negativ gegenüberstehen sollen, bevor wir sie überhaupt ausprobiert haben. Der Titel "Anleitung zum Unglücklichsein" gibt uns schon einen Hinweis in diese Richtung. Besonders wichtig ist deshalb das 3. Axiom seiner Theorie, dass Kommunikation Ursache und Wirkung ist. Hierin beschreibt er nämlich, dass wir uns häufig aus eigenen Erlebnissen, Vorstellungen oder Erfahrungen unser subjektives Bild der Wirklichkeit zurechtlegen und dann dementsprechend reagieren. Der Nachbar in unserer Geschichte, wird gar nicht wissen, was los ist, denn er hatte wahrscheinlich noch nie etwas gegen den Mann und hätte ihm gern einen Hammer ausgeborgt. Hier spielt nun auch das 2. Axiom eine Rolle, denn der Nachbar wird aufgrund des Gesagten (Inhaltsaspekt) nun schlussfolgern, dass unser Mann ihn nicht leiden kann (Beziehungsaspekt). Im Text findet also eine Kommunikation statt, auch wenn sie nur aus einem Satz besteht (1. Axiom). Beide sind Teil einer Gemeinschaft, in der man sich miteinander kommunizieren muss, um Kontakte aufrecht zu erhalten. Die beiden letzten Axiome kann man am Text nicht genau festmachen. Wir wissen zwar, dass unser Mann mit Sprache arbeitete, aber nicht, welche Gestik und Mimik er benutzte. Auch können wir nicht direkt entscheiden, ob die Kommunikation symmetrisch oder komplementär war, da es eben zu keinem wirklichen Austausch gekommen ist. Wenn wir aber eins festlegen müssen, dann eher das Komplementäre.

eine erste Zusammenfassung

Aufgabe

Mache den folgenden Multi-Choice-Test und notiere die Anzahl deiner richtigen und falschen Antworten. Anhand des Testes kannst du dann auch gleich sehen, wo du noch einmal nachlesen und üben musst. Viel Erfolg ;-)!

1

Kommunikation findet immer zwischen zwei Parteien statt. Wie heißen diese?

Sender
Empfänger
Nachricht

2

Wie ist der Fachausdruck dafür, wenn man etwas ohne Worte sagt?

non-verbal
non-vital
non-genial

3

Mit wie viel Ohren hören wir nach von Thun?

mit zwei
mit drei
mit vier

4

Was ist ein Axiom?

Grundregel
Aussage
eine Art von Mimik

5

Was sagt das 1. Axiom nach Watzlawick aus?

Dass der Beziehungsaspekt wichtiger ist als der Inhaltsaspekt.
Dass es unmöglich ist, nicht zu kommunizieren, wenn man mit anderen zusammenlebt.
Dass sich jeder seine eigene subjektive Wirklichkeit aufbaut.

6

Wie viel Prozent unserer Kommunikation macht die Körpersprache aus?

45%
55%
65%

7

Auf welcher Ebene hört der Empfänger meistens, wenn es zu Missverständnissen und Konflikten kommt?

Beziehungsebene
Sachebene
Selbstoffenbarungsebene

8

Stell dir vor, ein Mann und eine Frau sitzen zusammen im Auto. Sie fährt. Sie stehen an einer Ampel und plötzlich sagt er: "Du, da vorn ist grün!". Was könnte er als Selbstoffenbarung meinen?

Ich mag grün.
Ich hasse Ampeln.
Ich hab's eilig.

9

Stell dir folgende Situation vor: Es ist Samstag abends. Er sitzt im Jogginganzug gespannt vor dem Fernseher. Bundesliga ist im vollen Gange, als er zu seiner Frau in die Küche ruft: "Du, das Bier ist alle!" Wie lautet der Appell an die Frau?

Setz dich zu mir!
Ich liebe Bier!
Bring mir mal schnell ein neues Bier!

10

Die menschliche Kommunikation besteht aus 2 Modalitäten. Welche sind das?

komplementäre Modalitäten
digitale Modalitäten
analoge Modalitäten


weitere Kommunikationsarten

Es gibt jedoch außer der mündlichen Kommunikation, über die wir bisher größtenteils gesprochen haben, auch die schriftliche Kommunikation. Du sollst dich nun aber nicht mit dem Briefeschreiben auseinandersetzen, sondern es gibt ja auch viele moderne Möglichkeit sich zu unterhalten und auszutauschen.


Aufgabe
  1. Unter folgendem Link [[1]] findest du einen Artikel über eine britische Schülerin, die ihren Aufsatz im SMS-Format geschrieben hat.
    1. Lies dir den Artikel sorgfältig durch und beantworte die nachfolgenden Aufgaben in deinem Hefter!
    2. Positioniere dich zum Handeln der Schülerin!
    3. Stellen die neuen Kommunikationsmittel eine Gefahr für die Hochsprache und die reguläre Rechtschreibung und Grammatik dar? Begründe deine Aussage!
    4. Welche eigenen Erfahrungen hast du mit der SMS- und Internet-Kurzsprache gemacht?
  2. Schau dir folgendes Video an und äußere danach kurz deine Meinung dazu!

4. Was kann man tun, um zu vermeiden, dass die Kurzsprache mit der Hochsprache vermischt wird? Mache Vorschläge oder gib eigene Erfahrungen an!

Konflikte

Es kann schnell zu Verständnisproblemen und Konflikten kommen. Doch was ist überhaupt ein Konflikt?

Konflikte
... sind alltägliche Erscheinungen des gesellschaftlichen Lebens und kommen überall vor. Man kennt Konflikte, die eine Person mit sich selbst austrägt (intrapersonelle Konflikte → z.B. "soll ich, soll ich nicht?"), Konflikte, die zwischen 2 und mehr Personen, 2 oder mehreren Gruppen (interpersonelle Konflikte) oder sogar zwischen mehreren Staaten ausgetragen werden (internationale Konflikte).
Aufgabe
Die Ursachen für derlei Auseinandersetzungen sind vielfältig. Versetze dich nun gedanklich in Konfliktsituationen zurück, die du selbst erlebt hast. Welche Ursachen hatten die Streitigkeiten, erinnerst du dich? Schreibe alle Ursachen, die dir dazu einfallen, in dein Heft. Vergleiche deine Überlegungen mit den Pdf20.gif Musterlösungen. Versuche anschließend einen erlebten Streit / Konflikt noch einmal zu durchleben. Achte dabei besonders auf Ursache, Verlauf und Lösung / Ausgang der Streitigkeit. Mach dir Stichpunkte dazu.

Du kennst zahlreiche Konfliktsituationen aus dem alltäglichen Leben und weißt, dass ein harmloser Streit sich schnell zuspitzen kann.

Aufgabe

In dieser Aufgabe sollt ihr euer bisher erworbenes Wissen zu Kommunikation und Konflikten anwenden. Die Arbeit findet in 5er Gruppen statt. Aufgabe ist es, die folgenden 9 Bilder in eine für euch logische Reihenfolge zu bringen und die dadurch entstandene Bildergeschichte mit einem Namen zu versehen. Anschließend sollt ihr zu jedem Einzelbild einen kurzen Text schreiben, was auf den einzelnen Bildchen dargestellt ist. Vergleicht eure Ergebnisse mit der Lösungsdarstellung. Falls bei euch dabei Fragen aufkommen, die ihr nicht mit dem Lösungsmaterial bereinigen könnt, wendet euch an euren Lehrer / eure Lehrerin.

Pdf20.gif Material

Pdf20.gif Musterlösungen


Nachdem du nun einiges über Konflikte und ihrer Entstehung weißt, soll nun die Lösung von solchen näher betrachtet werden. Die Konfliktlösung hat ein definitives Ende des Konfliktes als Hauptziel. Die dazu eingesetzten Aktivitäten streben die (Wieder-)Herstellung eines spannungs- und reibungsfreien Zustandes an, in dem die Konfliktpartner ihre Ziele auf gegenseitig zugestandenen Wegen weiter verfolgen können oder - z.B. durch Kompromissfindung - auf Teile ihrer ursprünglichen Ziele verzichtet haben bzw. Missverständnisse und gegenseitige Fehlwahrnehmungen in bezug auf diese Ziele aufklären konnten. Dabei ist es gleichgültig, ob die Bemühungen zur Konfliktklärung von den Konfliktparteien oder von "Dritten", das heißt von Außenstehenden ausgehen. (vgl.: Eva Maringer / Reiner Steinweg: Konstruktive Haltungen und Verhaltensweisen in institutionalisierten Konflikten. Berlin 1997, S. 10 ff.)


Aufgabe

Hier siehst du verschiedene Lösungsstrategien von Konflikten aufgelistet. Einige von ihnen sind besser, die anderen weniger gut zur Lösung von Streitigkeiten geeignet. Ordne sie in die 2 Kategorien "Traditionelle" Methoden und Elemente des konstruktiven Umgangs.

Zuordnung

Traditionelle Methoden Ignorieren, bagatellisieren, verdecken Zwangs-, Einschüchterungs- und Drohstrategien Ankündigung von Sanktionen Androhung und Einsatz von Gewalt Appell an ethische Werte und Überzeugungen Die Trennung der Konfliktparteien
Konstruktiver Umgang grundsätzliche Sichtweise für Konfliktlösungen ändern Auf Androhungen und Einsatz von Gewalt verzichten Die eigene Wahrnehmung nicht als die alleinig richtige vertreten Wenn nötig, eine dritte Partei einbeziehen Gemeinsame Gespräche statt vollendete Tatsachen Lösungen an den Interessen aller Beteiligten und denen, die die Folgen zu tragen haben, orientieren

Nachdem du nun weißt, was bei dem Lösen von Konflikten beachtet werden sollte, sollst du dein Wissen nun auf die von dir in Aufgabe 7 beschriebene Situation anwenden. Wie hätte der Streit optimal gelöst werden können? Verfasse dazu einen kurzen Text, wie die Situation hätte auch verlaufen können.