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Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtskarten: Unterschied zwischen den Versionen

Aus ZUM-Unterrichten
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Nachdem Weihnachten und Neujahr nicht mehr auf dem gleichen Datum lagen, wurden früher teilweise Glückwünsche und kleine Gaben zu Weihnachten ''und'' Neujahr ausgetauscht. Doch als Ende des 18. Jahrhunderts dann das familiäre Weihnachtsfest mit der Bescherung entstand, rückte Neujahr geschenkemäßig in den Hintergrund – die Glückwünsche blieben jedoch für beide Festtage.
Nachdem Weihnachten und Neujahr nicht mehr auf dem gleichen Datum lagen, wurden früher teilweise Glückwünsche und kleine Gaben zu Weihnachten ''und'' Neujahr ausgetauscht. Doch als Ende des 18. Jahrhunderts dann das familiäre Weihnachtsfest mit der Bescherung entstand, rückte Neujahr geschenkemäßig in den Hintergrund – die Glückwünsche blieben jedoch für beide Festtage.


==== Worauf ist bei einer Weihnachtskarte sprachlich zu achten? ====
==== Worauf ist bei Weihnachtsgrüßen sprachlich zu achten? ====


* Im Wunsch „Einen guten Rutsch ins neue Jahr!“ / „Alles Gute zum neuen Jahr!“ etc. kann ''neu'' sowohl klein als auch groß geschrieben werden. Es kann klein geschrieben werden, weil es ein Adjektiv (Wie-Wort) ist – das ist also der Normalfall. Da in dieser Wendung ''das Neue Jahr'' aber auch ein feststehender Begriff ist, ist ebenso die Großschreibung möglich. Ich würde dir die Kleinschreibung empfehlen.
* Im Wunsch „Einen guten Rutsch ins neue Jahr!“ / „Alles Gute zum neuen Jahr!“ etc. kann ''neu'' sowohl klein als auch groß geschrieben werden. Es kann klein geschrieben werden, weil es ein Adjektiv (Wie-Wort) ist – das ist also der Normalfall. Da in dieser Wendung ''das Neue Jahr'' aber auch ein feststehender Begriff ist, ist ebenso die Großschreibung möglich. Ich würde dir die Kleinschreibung empfehlen.

Version vom 7. Juli 2025, 19:33 Uhr

Warum werden Glückwünsche zu Weihnachten verschickt, aber nicht zu Ostern - obwohl das Osterfest aus religiöser Sicht doch viel bedeutsamer ist?

"Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!" (Jhg. 5/6)

Weihnachts- und Neujahrsglückwünsche: Karten schreiben

Viele Menschen schreiben (oder schrieben) im Dezember an ihre Verwandten, Freunde oder Kunden Karten und wünschen eine schöne Weihnachttage und dass man gut ins neue Jahr kommen ("rutschen") soll. Inzwischen werden Karten seltener geschrieben, denn gute Wünsche kamm man sich auch digital schicken. Die typische Formulierung ist aber auch hier: Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Wie ist die Geschichte dieser Tradition?

Die Glückwunschkarten galten ursprünglich vor allem dem Jahresanfang – von 813 bis 1691 war der 25. Dezember nämlich (in weiten Teilen des deutschen Sprachraums) sowohl der Erste Weihnachtstag als auch Neujahr. Im Jahr 1691 verschob Papst Innozenz XII. den Jahresanfang auf den 1. Januar. Seitdem haben die beiden Festtage getrennte Termine.

Nachdem Weihnachten und Neujahr nicht mehr auf dem gleichen Datum lagen, wurden früher teilweise Glückwünsche und kleine Gaben zu Weihnachten und Neujahr ausgetauscht. Doch als Ende des 18. Jahrhunderts dann das familiäre Weihnachtsfest mit der Bescherung entstand, rückte Neujahr geschenkemäßig in den Hintergrund – die Glückwünsche blieben jedoch für beide Festtage.

Worauf ist bei Weihnachtsgrüßen sprachlich zu achten?

  • Im Wunsch „Einen guten Rutsch ins neue Jahr!“ / „Alles Gute zum neuen Jahr!“ etc. kann neu sowohl klein als auch groß geschrieben werden. Es kann klein geschrieben werden, weil es ein Adjektiv (Wie-Wort) ist – das ist also der Normalfall. Da in dieser Wendung das Neue Jahr aber auch ein feststehender Begriff ist, ist ebenso die Großschreibung möglich. Ich würde dir die Kleinschreibung empfehlen.
  • Ein Komma wird in der Grußformel wie „Ich wünsche ein schönes neues Jahr!“ niemals gemacht, weil neues Jahr zusammengehört und ein feststehender Begriff ist.
  • Die Anrede du bzw. Du kann sowohl klein als auch groß geschrieben werden. (Die höfliche Anrede Sie hingegen wird immer groß geschrieben.)
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Wir stellen Weihnachtskarten her!

Wir stellen selber Karten her. An wen möchtest du eine Karte schicken? Und möchtest du eine Karte gestalten und verschicken

  • zu Weihnachten und Neujahr oder
  • nur zu Weihnachten oder
  • nur zu Neujahr?

Wie möchtest du deine Karte gestalten?

Benötigtes Material für Karten wie auf den Fotos: farbige Pappe (z. B. 21 x 15 cm), Schere, Lineal, verschiedene bunte Klebefilme mit Dekor, Bleistifte, Buntstifte (vor allem gelb und orange), evtl. Briefumschläge und Briefmarken

Zu dem Kartenbeispielen auf dem Fotos: Sind Kerzen ein religiöses Symbol?


Wie beschriftet man einen Briefumschlag?

Hier findest du ein Beispiel: https://grundschullernportal.zum.de/wiki/Briefumschlag_beschriften

Auswertung

  • Warum werden zu Weihnachten Karten geschrieben, aber nicht zu Ostern - obwohl das Osterfest aus religiöser Sicht doch viel bedeutsamer ist?
  • Sind Glückwunsche zu Weihnachten und/oder Neujahr als eine religiöse Tradition zu werten?

Hinweise für Lehrer/innen

Zur Geschichte des Jahresanfangs

Bis man einen Kalender gefunden hatte, der das Sonnenjahr exakt abbildete, und sich international darauf einigte, dauerte es sehr lange. Einige Eckdaten zu den füheren Kalendervarianten und -konfusionen sind diese: Im Alten Rom wurde der Jahresbeginn unter Julius Caesar bereits erstmals vom 31. März auf den 1. Januar gelegt. Doch als die Christen mächtiger wurden, wollten sie den Jahresanfang mit Jesu Biografie verbinden. Es gab daraufhin den 25. Dezember und in anderen Regionen den 6. Januar als Jahresbeginn; auch gab es teilweise den 1. Januar als Jahresanfang, weil Jesus an diesem Tag, am 8. Tag nach seiner Geburt, beschnitten worden sein soll (Lukasevangelium 2, 21).  Auf der Mainzer Synode 813 wurde für den deutschen Raum der 25. Dezember als Jahresbeginn festgelegt. 1582 wurde eine Kalendervariante entwickelt, die das Sonnenjahr exakt abbildete und sich nicht mehr verschob. Dieser neue Kalender wurde in Bayern 1584 und in Preußen 1612 übernommen. 1691 wurde vom Papst der 1. Januar als Jahresanfang festgelegt.  

Zu der Geschichte der Kerzen

Kerzen aus Talg, dem Eingeweidefett von geschlachteten Wiederkäuern, wurden Unschlittkerzen genannt. https://de.wikipedia.org/wiki/Kerze

Wilhelm von Humboldt, der mit seiner Familie einige Jahre in Rom lebte, berichtete seiner Frau Caroline 1809 aus Berlin: "Bei Diners und Soupers brennt man Talg." (24.09.1809) In: Anna von Sydow (Hrsg.): Wilhelm und Caroline von Humboldt in ihren Briefen. Berlin 1912.

Die Kerzendochte mussten früher regelmäßig gekürzt werden, sonst rußten sie zu stark. In den Schlössern war extra jemand für die Kerzen zuständig, die sog. Lichtputzer. Zum Dochtkürzen gab es die Dochtscheren. https://de.wikipedia.org/wiki/Dochtschere "Heutige Dochte werden asymmetrisch geflochten, damit sie sich in der Flamme zur Seite krümmen. In den äußersten Flammenbereich dringt von außen Sauerstoff, sodass die Schnuppe verbrennt und nicht mehr abgeschnitten werden muss." https://de.wikipedia.org/wiki/Docht Erst 1823 wurde der Docht so verbessert, dass die Kerzen nicht mehr tropften.

Tipp

Falls ein Kind nicht weiß, an wen es seine Karte schicken kann, kann vielleicht sein Lieblingslehrer oder die ehemalige Grundschullehrerin die Adressatin sein?

Ziele des kleinen Unterrichtsvorhabens

  • Kulturelle Kompetenz: Die Tradition von Weihnachts-Neujahrs-Karten kennen und erläutern können, wo sie im Spektrum von religiösen bis weltlichen Weihnachtstraditionen einzuordnen sind
  • Sprachliche Kompetenz: Die konventionelle Grußformel kennen und mit der korrekten Rechtschreibung schreiben können
  • Personale Kompetenz: Sorgfalt, Geschick und Kreativität üben

Literatur