Westliche Werte

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Der Ausdruck westliche Werte umfasst die Menschenrechte, dabei insbesondere Rechtsstaatlichkeit und Demokratie sowie Individualismus und Toleranz.

Er ist von dem inneren Widerspruch geprägt, dass diese Werte einerseits als weltweit gültig angesehen, andererseits aber mit dem Ausdruck "westlich" als Besonderheit des Westens gekennzeichnet werden. Das hängt damit zusammen, dass Politiker asiatischer Staaten die Allgemeingültigkeit der Menschenrechte in Zweifel ziehen und als Gegenbegriff dazu asiatische WerteWikipedia-logo.png, d.h. im wesentlichen die im Konfuzianismus überlieferten Werte, in die Menschenrechtsdiskussion eingeführt haben.

Kritiker des Konzepts der westlichen Werte argumentieren nicht selten, sie würden - wie auch die Menschenrechte - nur benutzt, um Eingriffe in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten zu rechtfertigen. Hinzu kommt, dass nicht alle westlichen Staaten Demokratien sind und dass sie nicht alle die Menschenrechte gewährleisten, wie es z.B. in den Menschenrechtsberichten von Amnesty International nachzulesen ist.

Unabhängig davon ist der Begriff schon deshalb problematisch, weil der Begriff des Westens als Bezeichnung für eine Gruppe von Staaten nicht klar definiert ist.[1]

Anmerkungen

  1. Dazu Heinrich August Winkler: "Mit der NATO entstand darauf ein Verteidigungsbündnis, das den "Westen" neu definierte: Staaten, die der nordatlantischen Allianz beitraten, galten auch dann als "westlich", wenn sie wie Griechenland und die Türkei nie einen Teil des alten Okzidents gebildet hatten. Ihren Anspruch, ein Bündnis freiheitlicher Demokratien zu sein, interpretierte die NATO sehr pragmatisch: Das autoritär regierte Portugal war ein Gründungsmitglied; die undemokratischen Strukturen der Türkei standen nicht ihrer Aufnahme im Jahr 1952 im Weg." (Winkler: Geschichte des Westens 4. Band, S.599)

Literatur

  • Heinrich August Winkler: Geschichte des Westens. 4 Bände. Beck, München 2009–2015

Weblinks