Passiv

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Das Passiv

"... unterscheidet sich vom Aktiv ganz generell durch eine andere Blickrichtung: Beim Aktiv richtet man den Blick auf den Handelnden, das Aktiv ist "aktionsorientiert"; beim Passiv dagegen richtet man den Blick auf den Vorgang selbst und nicht auf den Handelnden" (Duden. Fit für das Bachelorstudium. Grundwissen Grammatik. Duden-Verlag 2009 S. 18)

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Basis-Wissen

Das PASSIV wird gebildet mit den Hilfsverben „werden“ oder "sein" und dem Partizip Perfekt (= Partizip II).

Es wird verwendet, 1. wenn der Verursacher nicht genannt werden muss:

 Das Dach wurde davongeweht.

2. wenn der Verursacher nicht genau angegeben werden kann oder unbekannt ist:

 Seit 2000 Jahren wird diese Gegend besiedelt. - Das Auto wurde völlig ausgeraubt.

Konjugation:

Präsens: 		Der Koffer wird noch (von wem auch immer) gesucht. 
Präteritum: 	Der Koffer wurde gefunden.
Futur I: 		Der Koffer wird gefunden werden.
Futur II: 		Der Koffer wird gefunden worden sein.
Perfekt: 		Der Koffer ist gefunden worden.
Plusquamperfekt: 	Der Koffer war gefunden worden. 

Man kann beim Passiv zwei verschiedene Formen unterscheiden, nämlich

1. das VORGANGSpassiv (werden + Partizip II):

 Die spanische Mannschaft ist geschlagen worden. Sie wurden nur knapp besiegt.

2. das ZUSTANDSpassiv (sein + Partizip II):

 Deutschland ist noch nicht geschlagen. Wir sind noch nicht verloren.

Passiv und gutes Deutsch

Ein stilistisches Problem des Passivgebrauches besteht darin, dass gehäuft dieselben Hilfsverbformen (wird, wurde, werden) auftauchen können. Dann sollte man für Ersatzformen sorgen. Beispiele:

Der Beitrag wird Ihnen überwiesen. -> Sie bekommen den Beitrag überwiesen.
Diese CD wird besonders gut verkauft. -> Diese CD verkauft sich besonders gut.
Ihre Rückkehr wurde mit Ungeduld erwartet. -> Man  ... 
Diese Schrift kann gut gelesen werden. -> Man ...
Unser Produkt wird immer häufiger verwendet.
Heute Nacht können viele Sterne gesehen werden. 

Hier taucht ein neues stilistisches Problem auf: Die Häufung von „man“-Phrasen.

Wenn man versäumt, ein zweites Tor zu schießen, dann braucht man sich nicht wundern, wenn man am Schluss das Spiel noch verliert. (Bundesligadeutsch)
Kleine Stilübung

Finde Varianten für folgende „man“-Phrasen und vervollständige die Sätze:

Oft kann man beobachten, dass ...

Manchmal weiß man nicht, was ...

Man sollte immer darauf achten , ...

Man muss nicht immer glauben, ...

Man glaubt heute nicht mehr an den Weihnachtsmann.

Heute macht man immer wieder die Erfahrung, dass

Wenn man keine Zeit hat, dann ...

Zu den Übungen

Siehe auch