Medienethik
Das Thema Medienethik wird in vielen Klassenstufen auf unterschiedlichen Niveaus unterrichtet. Im Folgenden sind die Unterrichtsideen nach bisherigen Erfahrungen mit diesem Thema nach Jahrgangsstufen geordnet. Das Thema beinhaltet ganz unterschiedliche Themengebiete - von Bildmanipulation über Fake News bis hin zu Big Data und Persönlichkeitsrechten.
Inhaltsverzeichnis
Sekundarstufe 1
Datenspuren
Vor über 10 Jahren erreichte der Politiker Malte Spitz die Herausgabe seiner Daten. Durch die Aufbereitung und Zusammenstellung lässt sich ein recht umfassendes Bild seiner Aktivitäten, Kontakte, Hauptbezugsorte, etc. herstellen.
Sekundarstufe 2
Avram Noam Chomsky (* 7.12.1928 in Philadelphia, Pennsylvania, USA) ist emeritierter Professor für Linguistik am Massachusetts Institute of Technology (MIT), einer der weltweit bekanntesten linken Intellektuellen und seit den 1960er Jahren einer der prominentesten Kritiker der US-amerikanischen Politik. Chomsky ist einer der bekanntesten US- amerikanischen Sprachwissenschaftler (Linguisten) der Gegenwart, der – durch die Verbindung der Wissenschaftsdisziplinen Linguistik, Kognitionswissenschaften und Informatik – vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts starken Einfluss auf deren Entwicklung ausübte. Seine Beiträge zur allgemeinen Sprachwissenschaft sowie seine Modelle der generativen Transformationsgrammatik veränderten den bis dahin vorherrschenden US-amerikanischen Strukturalismus. (Quelle)
- Ein Propagandamodell
Die Massenmedien dienen als System zur Übermittlung von Symbolen und Botschaften an die breite Masse. Sie sollen amüsieren, unterhalten und informieren, und sie sollen jedem diejenigen Werte, Glaubenssätze und Verhaltensregeln einflößen, die ihn in die institutionellen Strukturen der Gesellschaft integrieren. In einer Welt konzentrierten Reichtums und heftiger Klassenkämpfe bedarf es zu dieser Rolle einer systematischen Propaganda. Solange die Macht über ein Land in der Hand einer staatlichen Bürokratie liegt, wird schon durch die monopolistische Medienkontrolle - häufig noch durch eine offizielle Zensur verstärkt - deutlich, daß die Medien den Zielen der herrschenden Elite dienen. Wo aber die Medien sich in Privatbesitz befinden und es keine formelle Zensur gibt, da ist das Wirken eines Propagandasystems viel schwieriger zu verfolgen - ganz besonders, wenn die Medien miteinander konkurrieren, in regelmäßigen Abständen Mißstände in der Regierung oder im Big Business anprangern, sich also massiv als Vorkämpfer für das Recht der freien Rede und überhaupt für die Interessen der Gemeinschaft in Szene setzen. Dabei bleibt verborgen (und wird in den Medien auch nie angesprochen), daß dieser Kritik enge Grenzen gezogen sind und daß die Mittel, durch deren Einsatz man Zugang zu den Privatmedien gewinnen und ihr Verhalten beeinflussen kann, extrem ungleich verteilt sind. Ein Propagandamodell faßt diese ungleiche Verteilung von Macht und Reichtum ins Auge und ebenfalls die vielfältigen Auswirkungen dieser Ungleichheit auf die Interessengebiete und die Themenauswahl der Massenmedien. Das Modell zeichnet die Wege nach, über die Kapital und Macht in die Lage versetzt werden, das jeweils Druckbare herauszusieben, abweichende Meinungen an den Rand zu drängen und es der Regierung und den vorherrschenden Privatinteressen zu ermöglichen, ihre Botschaft an den Mann und an die Frau zu bringen. Quelle: Noam Chomsky: Wege zur intellektuellen Selbstverteidigung. Medien Demokratie und die Fabrikation von Konsens. Grafenau: Trotzdem Verlagsgenossenschaft 2001, S. 51.
Chomsky macht folgenden Vorschlag: „Die Bürger demokratischer Gesellschaften sollten Kurse für geistige Selbstverteidigung besuchen, um sich gegen Manipulation und Kontrolle wehren zu können.“