Anki

Aus ZUM-Unterrichten
Anki 0.9.9.1 im Lernmodus

Anki ist ein Lernkartei-System.

Warum Anki?

Gründe, die dafür sprechen, ihm eine Chance zu geben:

  • Es ist sehr portabel, für diverse PC-OS (Windows, Linux, Mac) verfügbar ebenso für Android, iOS und andere mobile OS.
    • Die iOS-Version ist kostenpflichtig und recht teuer. Wer einen Online-Tarif hat, kann dann die Online-Version nutzen.
  • Es gibt eine Online-Version, auch wenn die etwas einfach ist. So kann man Anki auf allen Rechnern und Handys mit Internet-Zugang und Browser auch dann nutzen, wenn es keine eigenständiges Programm gibt.
  • Anki hat einen eigenen, kostenlos zu nutzenden Server, der eine Veröffentlichung von Kartenstapeln ermöglicht.
  • Es ist Open-Source-Software.
  • Es ermöglicht die Einbindung von Bildern, Latex-Formeln, Ton-Aufnahmen und auch alle möglichen Schriftarten und Schriftsystemen (z.B. japanisch)

Informationen zu Anki

Anmeldung

Um Anki benutzen zu können sollte man sich anmelden. Das hat zwei (gute) Gründe:

  1. Man hat so überall, wo man Anki nutzt Zugriff auf seine selbst erstellten Kartenstapel bzw. auf die, die man sich herausgesucht hat.
  2. Der aktuelle Übungsstand ist so auch auf allen Systemen verfügbar die man nutzt und man lernt nichts doppelt bzw. lernt genau das, was notwendig ist.

Allerdings kann man die PC-Version auch ohne Anmeldung nutzen, einen eigenen Kartenstapel erstellen oder einen Kartenstapel von anderen auf dem Rechner herunterladen.

Lernmodus

Anki funktioniert nicht nach dem bekannten Leitner-System, sondern es wird der SuperMemo2-Algorithmus genutzt. Sinn der damit nutzbaren Methode des Wiederholens mit Lücken („spaced repetition“) ist es, Informationen aus dem Gedächtnis kurz vor deren Vergessen abzurufen und somit eine maximale Wirkung beim Training des Langzeitgedächtnisses zu erreichen.

Vorgehensweise:

Der Lernende legt für jeden Tag eine bestimmte Anzahl an neu zu lernenden Karten in den Lerneinstellungen fest. Diese arbeitet er durch, indem er sich die "Vorderseite" der Karte anschaut und dann versucht die Lösung zu finden. Ist er der Meinung, die Lösung zu kennen, lässt er sich durch Klick auf den großen Knopf "Antwort anzeigen" die richtige Lösung zeigen. Auch wenn er die Antwort nicht kennt, läss er sich die Lösung anzeigen.
Nun muss angegeben werden, wie leicht die Beantwortung der Frage war. Dazu gibt es nun vier kleinere Knöpfe mit der Beschriftung "Nochmal", "Gut", "Leicht", "Sehr einfach". Die Auswahl eines dieser Knöpfe beeinflusst, wann die Karteikarte wieder erneut abgefragt wird.
  • Nochmal sollte man dann verwenden, wenn man die Antwort gar nicht wusste. Dann wird die Karte sofort nach Beendigung, der für die aktuelle Sitzung vorgesehenen Karten, noch einmal abgefragt.
  • Sehr leicht wählt man dann, wenn man ohne zu Zögern die Antwort wusste. Es führt dazu, dass die Karte erst nach mehreren Tagen erneut abgefragt wird, um so zu sichern, dass das Wissen auch nicht verloren geht.
Wichtig: Die Anzahl der Tage ist nicht festgelegt sondern hängt von der Gesamtanzahl der Karten ab und wie gut man bisher die Fragen beantwortet hat. Sie kann sich auch beim Lernen in einer Lernsitzung verändern.
  • Dazwischen gibt es noch Gut und Leicht, die eine entsprechend häufigere Wiederholung im Verlgeich zu einer Einschätzung "Sehr leicht" bewirken.

Das Gesamtkonzept lässt sich so beschreiben: Man erarbeitet nach und nach immer mehr Karten. Karten mit Fragen, die man schnell beantworten kann, müssen nicht sofort wiederholt werden. Damit man sie aber nicht vergisst, weil man ja noch mehr Neues lernen muss, werden sie aber immer mal wieder erneut abgefragt um so den Übergang ins Langzeitgedächtnis zu fördern und ein Vergessen zu verhindern. Karten, mit denen man anfangs Probleme hat, werden am Anfang öfters wiederholt werden, bis auch sie "sitzen" und dann nicht mehr so häufig.

Medienupload bei Problemen

Leider funktioniert der Export/Import von Bildern, sowie die Erzeugung der Latex-Bilder für die Online- und die Mobil-Versionen nicht so einfach, wie bei den PC-Systemen.

Üblicherweise sollten selbst eingefügte Bilder oder die von Latex erzeugten Bilder beim Synchronisieren und beim Upload für die öffentliche Nutzung mit den Karteninformationen ebenfalls abgespeichert werden. Dies funktioniert bei PC-Systemen meist ganz gut und nach dem Herunterladen werden die vorhandenen Bilder richtig angezeigt.

Bei der Web-Version und bei den Mobil-Versionen klappt das meist leider nicht. Dazu gibt es eine ausführliche Anleitung, wie man vorgehen muss. Siehe Syncing Media (englisch!)

Kurz zusammengefasst: Es wird Dropbox zum Ablegen der Mediendaten verwendet, was automatisiert wird, indem man Anki die notwendigen Informationen übergibt. Natürlich kann auch ein anderer Anbieter von Internet-Speicherplatz genutzt werden, wenn die Anwendung ähnlich wie bei Dropbox ist.

Letztendlich ist natürlich auch das Verschicken von den gepackten Anki-Dateien, mit allen Medien zusammen, per Mail möglich.

Eine konkrete Anleitung, wie man einen Lernstapel mit Medien auf das SmartPhone/Tablet übertragen kann, gibt es weiter hinten.

Kartenmodell

Ein besonderes Feature ist die Erstellung von Abfrage-Karten mit Hilfe von Kartenmustern, eine Art Vorlage. So kann man sich zum Beispiel zu einem Thema immer wieder vorkommenden Text im Kartenmuster festlegen und muss nur die eigentlichen Informationen (die Fakten/facts) eingeben. Anki erstellt dann daraus die entsprechende Karte. Und dazu gleich, wenn es im Kartenmuster auch definiert wurde, die umgekehrte Abfrage. So kann man viel Zeit bei der Eingabe sparen.

  • Beispiel: Die Element-Symbole sollen die Schüler für die Chemie natürlich in beide Richtungen kennen. So kann man ein Kartenmodell definieren, bei dem man zwei Eingabe-Felder hat: Symbol und Element. Nur diese Fakten muss man dann jeweils angeben.
    • Für die Hin-Richtung gebe ich als Vorlage an: Fragekarte "Das Symbol {{Symbol}} gehört zu welchem Element?" und Antwortkarte "{{Element}}.
    • Für das Lernen der Rückrichtung verwende ich als Vorlage: Fragekarte "Atomsymbol von {{Element}}?" und Antwortkarte: "{{Symbol}}"
  • Man kann ein Kartenmodell auch nur für eine Richtung definieren.

Installation

PC-Systeme:

  • Windows
  • Linux ... leider gibt es nicht für alle Distributionen Installationspakete. Das Selbstkompilieren aus den Programmpaketen ist wegen zahlreicher Abhängigkeiten nicht ganz einfach!
  • Mac-OS

Smartphone:

Video-Anleitungen

Der Hauptentwickler von Anki hat bei YouTube eine Serie von 7 Videos veröffentlicht (auf Englisch), mit der man gut die Benutzung von Anki erlernen kann.

Videos auf Deutsch für Schüler:

Hilfe

Es gibt mehrere Foren (Google-Gruppen), die Hilfe bei Problemen anbieten:

Wiki mit einem Handbuch: ...

Weblinks

  • Allgemeine Informationen gibt es unter: AnkiWikipedia-logo.png