Vera 8 interaktiv/Deutsch Test B 2009

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Version vom 25. August 2009, 11:03 Uhr von main>Alexandra Weber (+kat)

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Liebe Schülerin, lieber Schüler,

in diesem Test wirst du verschiedene Aufgaben bearbeiten. Lies dir die Texte und Arbeitsanweisungen sorgfältig durch und bearbeite die Aufgaben dazu. Schreibe deine Antworten nur in die dafür vorgesehenen Felder. Schreibe deutlich und leserlich. Es gibt in deinem Testheft leichte und schwere Aufgaben. Das ist so gewollt. Versuche trotzdem jede Aufgabe zu lösen. Manchmal musst du Aufgaben zum Lesen beantworten. Bei anderen Aufgaben geht es eher um den Sprachgebrauch.

Berta

Text nach Cuca Canals:

Die lange Berta

Berta Quintana war gerade sechzehn Jahre alt geworden und maß einen Meter neunzig. Sie besaß die Schönheit alles Zerbrechlichen, ihre Haut war sehr zart, ihr Gesicht liebreizend, ihre blauen Augen blickten stets ein wenig ängstlich. Aber Berta hasste sich, denn schließlich war es allgemein bekannt, daß es keiner der Männer ihres Heimatortes Navidad dulden konnte, sich von einer Frau über die Schulter blicken zu lassen. Und somit war sie das einzige junge Mädchen im Dorf, das die Liebe noch nicht kannte. Deshalb und weil sie sich außerdem in einem schwierigen Alter befand, wünschte sie sich ein ums andere Mal, nicht auf der Welt zu sein. Aber sie war nun mal geboren worden. An dem Tag, an dem Berta das Licht der Welt erblickte, regnete es in Strömen. In der Nacht zuvor hatte der Vater, Juan Quintana, den Arzt aus dem Nachbarort Ponsa geholt. Sie kamen beide im Morgengrauen, völlig durchnässt und mit Schlamm bespritzt, in Navidad an. Es wies nichts darauf hin, dass sich die Geburt Bertas von der anderer Kinder unterscheiden sollte, hätte nicht in dem Augenblick, als die Wehen einsetzten, der Himmel aufgeklart und wäre nicht ein wunderschöner Regenbogen erschienen. Die Bewohner Navidads traten aus ihren Häusern und bestaunten ihn mit offenem Mund. Einer alten Legende Navidads zufolge würde nämlich ein Kind, das unter dem Regenbogen zur Welt kam, eine besondere Gabe besitzen. Deshalb geschah es, dass sich im Handumdrehen sämtliche Bewohner Navidads vor dem Haus der Quintanas einfanden, um pünktlich zur Geburt des Kindes anwesend zu sein. Selbst Alberto der Zuckerbäcker, der sehr menschenscheu war, unterbrach seine Arbeit, um jenem Ereignis beizuwohnen, das alle für das wichtigste in der Geschichte Navidads hielten. Die große Erwartung war durchaus berechtigt, schließlich sollte Berta nach dreihundert Jahren das erste Kind Navidads sein, das unter dem Regenbogen geboren wurde. So viele Jahre des Hoffens, Generationen über Generationen, hatten den Bewohnern Navidads Gelegenheit geboten, sich alle nur erdenklichen Wundergaben vorzustellen. Ein Großteil davon war natürlich mit Reichtümern verbunden, die keiner von ihnen bisher kannte. Es hieß, das Kind des Regenbogens könne Brot in Gold verwandeln, mit einem einzigen Fingerzeig Felder bestellen, ein Dutzend Kühe gleichzeitig melken, einen ganzen Wald abholzen oder die Regentropfen zu Münzen und Banknoten machen. Abgesehen von diesen allgemeinen Wünschen träumte jeder einzelne der vor dem Haus Juan Quintanas versammelten Bewohner Navidads, dass dieser Regenbogen das Allheilmittel für seine persönlichen Probleme sein würde. Pedro der Blinde meinte, er wäre damit zufrieden, sein Augenlicht zurückzuerlangen; die verheirateten Frauen wünschten sich, schöner und schlanker zu sein, was ihre Ehemänner durchaus begrüßten, denn sie waren gleich nach der Hochzeit fett wie Kühe geworden. Alberto der Zuckerbäcker und seine Frau Remedios baten darum, ihr einfältiger Sohn möge doch ein wenig aufgeweckter werden. Die Kinder hatten ihren Spaß dabei, sich vorzustellen, dass ihnen der Regenbogen allerlei Spielzeug bescheren würde. Margarita Cifuentes war wie immer maßlos und hörte nicht auf, Wünsche aufzuzählen: Sie wollte die blauen Augen ihrer Großtante Margarita, die Porzellanhaut ihrer Kusine aus Madrid, einen Hausdiener, die Manieren ihres Ehemannes verbessern etc.* Der einzige Bewohner Navidads, der nicht an den Regenbogen dachte, war Juan Quintana, der Vater, dem es viel mehr als um meteorologische* Phänomene darum ging, dass sein Kind gesund zur Welt kam. Als er dann endlich das Kind zu Gesicht bekam, verschlug es ihm fast die Sprache, denn von solcher Größe hatte er noch kein Neugeborenes gesehen. Vom Arzt erfuhr Juan Quintana, daß das Mädchen zwar lang, aber dennoch normal geraten war, worauf er ein Gläschen trank, um sich vom ersten Schreck zu erholen. Liebevoll hob er sein Mädchen hoch, schloss es in die Arme und lächelte zufrieden. Er sah aus dem Fenster und betrachtete den Regenbogen. Für alle Fälle nahm er den kleinen Finger seiner Tochter und strich mit ihm über den Fensterrahmen. Man soll ja nichts unversucht lassen…


Textquelle: Cuca Canals: Die lange Berta. Übersetzt von Theres Moser. © der deutschen Übersetzung: 1998 Deutscher Taschenbuch Verlag, München.


Aufgabe 1 Wer hat den Originaltext "Die lange Berta" geschrieben? Notiere Vor- und Nachnamen.


Cuca Canals


Aufgabe 2 Warum wollen alle Bewohner der Dorfes bei der Geburt von Berta dabei sein?

(!Das Wetter ist überraschend schön.) (Sie glauben an eine alte Geschichte.) (!Sie erwarten ein ganz besonders großes Kind.) (!Es wird viele schöne Geschenke geben.)

Aufgabe 3 Wonach sehnen sich Margarita, Pedro und Remedios? Ordne jeweils den passenden Buchstaben zu. Die restlichen Buchstaben musst du in der alphabetischen Reihenfolge eintragen.


Hier Buchstaben eintragen
G: ganz glatte Haut zu haben Margarita
B: wieder sehen zu können Pedro
E: einen klügeren Sohn zu haben Remedios
A: jünger zu sein übriger Buchstabe
C: braune Augen zu haben übriger Buchstabe
D: viel Spielzeug zu besitzen übriger Buchstabe
F: endlich zu heiraten übriger Buchstabe

Aufgabe 4 Warum streicht Juan Quintana mit dem Finger der kleinen Berta über den Fensterrahmen?


Die Begründung aus dem Text wird wörtlich zitiert: "Man soll (ja) nichts

unversucht lassen."
ODER
Wörtlich oder sinngemäß wird mindestens einer der folgenden Punkte
benannt: Entscheidend ist
• dass der "Test der legendären Fähigkeiten" aus der Antwort hervorgeht.
• dass der Vater nicht ganz sicher ist, ob die große Gabe nur eine Legende ist.
• dass der Vater sehen will, ob die Tochter nicht vielleicht doch über eine besondere Gabe verfügt.

• dass der Vater sichergehen will, keine Chance zu vergeben etc.

Aufgabe 5 Weshalb hat sich noch kein junger Mann Navidads in Berta verliebt?
Die Männer finden Berta ...

(!zu neugierig.) (!zu schwierig.) (!zu zerbrechlich.) (zu groß.)

Aufgabe 6 Stimmen folgende Aussagen über den Erzähler?

Der Erzähler heißt Juan Quintana.

(!richtig) (falsch)

Der Erzähler bewertet auch.

(richtig) (!falsch)

Der Erzähler beschreibt das Haus von Cuca Canals.

(!richtig) (falsch)

Der Erzähler beschreibt die Ereignisse in ihrer tatsächlichen zeitlichen Reihenfolge.

(!richtig) (falsch)

Der Erzähler kennt nur die Gedanken von Berta.

(!richtig) (falsch)

Aufgabe 7 Der Text ist ein Auszug aus einem längeren Werk. Wo würde ihn man wahrscheinlich finden?

(Am Anfang eines Romans.) (!In einem Buch über spanische Geschichte.) (!Am Schluss einer Erzählung.) (!In der Lebensbeschreibung einer Person.)

Aufgabe 8 Besitzt Berta die besondere Gabe, die sich die Bewohner Navidads vorstellen? Begründe deine Meinung und beziehe dich dabei auf den Text.


Nein. Begründung: Im Text weist nichts auf eine besondere Gabe hin. (Die Körpergröße ist nicht die Gabe, von der die Rede ist).

Aufgabe 9 Was bedeutet "... verschlug es ihm fast die Sprache ..."?


Es wird ein passendes Synonym für "verschlug es ihm fast die Sprache" notiert, z.B.: Er war so erstaunt, dass er nichts mehr sagen konnte; er war verblüfft.

Aufgabe 10 Der folgende Textabschnitt soll umformuliert werden.

Es wies nichts darauf hin, dass sich die Geburt Bertas von der anderer Kinder unterscheiden sollte, hätte nicht in dem Augenblick, als die Wehen einsetzten, der Himmel aufgeklart und wäre nicht ein wunderschöner Regenbogen erschienen.

Schreibe den Satz im Indikativ (Wirklichkeitsform) weiter. Achte auf die richtige Zeitform!

Es wies nichts darauf hin, dass sich die Geburt Bertas von der anderer Kinder unterscheiden sollte. Aber ...'

Es wird notiert: ...in dem Augenblick, als die Wehen einsetzten, war der Himmel aufgeklart und ein (wunderschöner) Regenbogen war erschienen.
ODER
Es wird notiert: ... in dem Augenblick, als die Wehen einsetzten, klarte der Himmel auf und ein (wunderschöner) Regenbogen erschien.

Satzformen

Über Sätze nachdenken I

Aufgabe 1 Verbinde die vier folgenden Sätze zu einem Satz. Verwende dabei unter anderem einen Kausalsatz und einen erweiteren Infinitiv mit "um zu".

1. Heute hatte ich früher Schulschluss.
2. Meine Mutter war noch bei der Arbeit.
3. Ich ging in den Imbiss.
4. Ich stillte meinen Hunger.

Die Lösung enthält einen Kausalsatz und eine Infinitiverweiterung. Alle anderen Antworten, insbesondere auch dann, wenn die Lösung nur ausschließlich einen Kausalsatz oder nur ausschließlich eine Infinitiverweiterung enthält.
Beispiel: "Nachdem ich heute früher Schulschluss hatte, ging ich in den Imbiss, um meinen Hunger zu stillen, da meine Mutter noch bei der Arbeit war."

Aufgabe 2
Ich war fertig mit dem Studieren. Ich lehnte mich zurück und sah mein Gegenüber am Tisch an. Ich stand schließlich auf und holte mir an der Theke einen Teller Spaghetti mit Tomatensauce. Ich setzte mich wieder an den Tisch. Der Junge gegenüber sah mich an. Er sagte nichts.


Die Autorin dieses Textes verwendet ausschließlich...

(Hauptsätze.) (!Satzreihen.) (!Nebensätze.) (!Satzgefüge.)

Aufgabe 3

"Der Mann reagierte in der Situation richtig. Er war sehr besonnen."

Welcher der folgenden Sätze entspricht dem Satz oben inhaltlich nicht?

Der Mann, ...

(!der sehr besonnen war, reagierte in der Situation richtig.) (!sich in der Situation richtig verhaltend, reagierte sehr besonnen.) (!ein sehr besonnener Mensch, reagierte in der Situation richtig.) (obwohl sehr besonnen, reagierte in der Situation richtig.)

Artensterben

Artensterben. Verlust der ungewöhnlichsten Tiere droht

Rettung in letzter Minute für ungewöhnliche Tiere: Britische Zoologen wollen die skurrilsten vom Aussterben bedrohten Wesen schützen. Zunächst sind zehn Arten dran, darunter das Zwergflusspferd, das Trampeltier und der - möglicherweise schon verschwundene - Chinesische Flussdelfin.

Sie sehen nicht nur bizarr aus und tragen skurrile Namen. Der Schlanklori, die Hunter-Antilope und 98 weitere Tiere stehen auch auf einer ebenso exklusiven wie traurigen Liste der Zoological Society of London (ZSL). Denn ihr Lebensraum ist bedroht und ihre Artgenossen sind oft schon tot. Die britische Organisation hat jetzt mit einem Artenschutzprojekt namens Edge (Evolutionary distinct and globally endangered) begonnen, das die Tiere vor weiterer Unbill schützen soll. Dabei wollen Forscher die Lebensgewohnheiten und –räume der Tiere untersuchen, die größten Gefahren herausfinden und diese bekämpfen.

"Wir werden die weltweit ungewöhnlichsten Spezies beschützen", sagte Jonathan Baille, Leiter des Forschungsprojektes. Dazu zählen "riesige und hochgiftige Maus-ähnliche Kreaturen, winzige Fledermäuse und eierlegende Säugetiere – alle sind vom Aussterben bedroht", sagte Baille.

Das Edge-Team untersuchte zunächst die evolutionären Unterschiede zwischen verschiedenen Tieren. Dann prüfte es, wie stark diese vom Aussterben bedroht sind und kam auf insgesamt 564 Spezies. 100 davon will die Gruppe in den kommenden Jahren besonders unterstützen, 2007 stehen vorerst zehn Tiere ganz oben auf der Rangliste.

"So, als ob man die Mona Lisa verlieren würde"

Dazu zählt etwa der Schlanklori, ein scheuer Primat mit riesigen Augen, der in seinem Lebensraum Sri Lanka vom Aussterben bedroht ist. Sein einzigartiges genetisches Erbe kann zu Fossilien des frühen Miozäns (einer Epoche der Erdzeit, die vor über 20 Millionen Jahren begann) zurückverfolgt werden.

Auch das Baktrische Kamel - despektierlich Trampeltier genannt - gehört zu den Edge-Tieren, nur noch rund 1000 Individuen dieser Art leben noch an vier Orten der Welt, unter anderem in der Wüste Gobi. Außerdem will sich Edge in diesem Jahr besonders um die Hunter-Antilope, das Zwergflusspferd, das Goldene Rüsselhündchen, die Schweinsnasen-Fledermaus, den Dominikanischen Schlitzrüssler und die Riesenohrspringmaus kümmern.

Ganz oben auf der Liste steht indes ein Tier, für das es schon zu spät sein könnte, der Chinesische Flussdelfin (auch Baiji genannt). Bei einer großangelegten Suchaktion im Dezember konnten Tierschützer und Wissenschaftler keine Baijis mehr im Fluss Jangtse finden - dem einzigen Lebensraum des seltenen Tiers. Sie folgerten: Der Baiji sei daher "mit aller Wahrscheinlichkeit ausgestorben". Artenschutz-Experten wiesen zwar darauf hin, dass nur die Weltnaturschutzunion (IUCN) Tiere offiziell als ausgestorben erklären kann. Dennoch ist der Baiji derzeit der heißeste Kandidat für die erste ausgestorbene Walart.

Die Artenschützer der ZSL planen auch ähnliche Programme für Reptilien, Vögel und Amphibien. "Wenn man sich das Leben der Edge-Tiere wie die Welt der Kunst vorstellt, wäre es so, als ob man die Mona Lisa verlieren würde", sagte Baille zur BBC. "Die Tiere sind einzigartig und unersetzbar."

Das Projekt wird Wissenschaftler in jeden der unterschiedlichen Lebensräume der Tiere schicken und dort Vorgehensweisen festlegen. Nach und nach sollen so in den nächsten fünf Jahren Schutzprogramme für alle 100 von Edge ausgewählten Arten entstehen.

"Es ist eine Tragödie, dass viele Spezies übersehen werden und so unbemerkt aussterben", betonte Baille. "Wir müssen diese bemerkenswerten Arten unbedingt bekannt machen und sie beschützen, bevor es zu spät ist."


Siobhan Dowling, SPIEGEL ONLINE - 16. Januar 2007 , Quelle:Link.


Aufgabe 1 Warum gehen die Mitarbeiter von Edge davon aus, dass der Baiji ausgestorben ist?
Es wurde kein Baiji gesehen bei einer ...

(!kleinen Suchaktion im Dezember 2006) (!umfassenden Suchaktion im Frühjahr 2006) (umfangreichen Suchaktion am Jahresende 2006) (!normalen Suchaktion im ganzen Jahr 2006)

Aufgabe 2 Das im Text vorgestellte Projekt von Edge schützt 2007 ...

(!Reptilien) (Säugetiere) (!Vögel) (!Amphibien)

Aufgabe 3 Welche Art von Organisation verbirgt sich hinter der jeweiligen Abkürzung? Ordne jeweils den passenden Buchstaben zu. Ein Buchstabe bleibt übrig.

Hier Buchstaben eintragen
E: Zoologengesellschaft ZSL
D: Weltnaturschutzunion IUCN
B: Artenschutzprojekt Edge
A: Rundfunkgesellschaft BBC
C: Umweltstiftung Übriger Buchstabe

Aufgabe 4 Stimmen folgende Aussagen?

Der Schlanklori ist sehr kontaktfreudig. (!stimmt) (stimmt nicht)

Vom Zwergflusspferd gibt es noch deutlich mehr als 3000 Tiere. (!stimmt) (stimmt nicht)

Das Trampeltier lebt nur in der Wüste Gobi. (!stimmt) (stimmt nicht)

Der wissenschaftliche Name des Fingertieres leitet sich teilweise von dessen heimatlichem Lebensraum ab. (stimmt) (!stimmt nicht)

Die genetische Spur des wahrscheinlich kleinsten Primaten der Welt stammt aus der Epoche des Miozäns. (stimmt) (!stimmt nicht)

Aufgabe 5 Welche Informationen gibt der Text zu den einzelnen Tieren? Ordne den jeweils passenden Buchstaben zu. Ein Buchstabe bleibt übrig.
Hier Buchstaben eintragen
F: Schlanklori kleinster seiner Art mit riesigen Augen
A: Zwergflusspferd ziemliches Gewicht für seine Größe
E: Fingertier gilt als Unheilbringer
B: Baktrisches Kamel Wüstenbewohner mit abwertendem Beinamen
D: Chinesischer Flussdelfin unauffindbares, im Wasser lebendes Säugetier
C: Hunter-Antilope übriger Buchstabe

Aufgabe 6 Notiere aus dem Text stichpunktartig zwei Ursachen für das Artensterben der beschriebenen Tiere.
1. ____________________________________

2. ____________________________________

Es werden wörtlich oder sinngemäß mindestens zwei verschiedene der folgenden Begründungen gegeben:
1. Bedrohung von Lebensräumen durch Abholzung der Wälder.
2. Jagd (zur Herstellung traditioneller Medikamente).
3. fehlende Argenossen (Problem Fortpflanzung).
4. Aberglaube (Unheilbringer).
Die Reihenfolge spielt keine Rolle.

"Aufgabe 7 Wenn man sich das Leben der Edge-Tiere wie die Welt der Kunst vorstellt, wäre es so, als ob man die Mona lisa verlieren würde", sagt Jonathan Baillie. Erkläre kurz, was er damit meint.

Die Erklärung bezieht sich wörtlich oder sinngemäß auf mindestens eine der folgenden Parallelen zwischen den Tieren und der Mona Lisa:
1. beide sind einzigartig/besonders.
2. beide sind kostbar/wertvoll.

Aufgabe 8 Welche Absicht verfolgt der Autor des Textes in erster Linie?
Er will ...
(!appellieren) (informieren) (!belehren) (!instruieren)

Polarforscher

  

Ein Polarforscher verbringt einige Wochen in einer Forschungsstation in der Arktis. Seine Erlebnisse schreibt er jeden Abend in sein Tagebuch.
Ergänze in seinen Eintragungen die Verben, die in Klammern im Infinitiv stehen. Achte dabei auf die Personal- und Zeitform. Am Anfang findest du ein Beispiel.

Heute Morgen (gehen) ging ich wie immer von der Unterkunft zur Messstation. In der Nacht (schneien)

es heftig

, und ich (müssen)

mich durch hohen Schnee kämpfen. Da (sehen)

ich am Vorratsschuppen eine Eisbärin mit einem Jungen. Offensichtlich (riechen)

sie die Vorräte. Eisbären mit Jungen (sind)

sehr gefährlich. Ich (nehmen)

also einen Stock und (schlagen)

damit auf einen Blecheimer. Der Lärm (erschrecken)

die Bären, und sie (weglaufen)

. Als sie (verschwinden)

, (könnten)

ich das Messgerät ablesen. Aber ich (sein)

in Zukunft sehr vorsichtig

.


Amerika

Tom Buhrow, ARD-Fernsehjournalist, und seine Frau Sabine Stahmer lebten längere Zeit in den USA. Sie schrieben ihre Erfahrungen in einem Buch mit dem Titel "Mein Amerika - Dein Amerika" gemeinsam. Der folgende Text ist ein Auszug aus diesem Buch.

Lebt es sich in Amerika gefährlich?

Eines Nachts im Sommer 2004 schlägt unser Hund an. Das Übliche, vermuten wir: Der Nachbar kommt spät nach Hause, oder ein paar Rehe grasen im Vorgarten, oder ein Waschbär drückt sich an der Mauer entlang. Das Bellen hört nicht auf. Sabine quält sich aus dem Bett und lugt durch die Gardinen. Vor unserem Haus parkt ein fremder Geländewagen, direkt hinter unserem Minivan. Das fällt auf, denn wir wohnen in einer sehr ruhigen Straße, in die sich nur selten Unbekannte verirren, schon gar nicht nachts um ein Uhr. Na, das sind wohl die College-Kids aus der Nachbarschaft, die während der Ferien ihre Eltern besuchen, denkt Sabine. Doch da sieht sie plötzlich einen jungen Mann im weißen T-Shirt aus dem Geländewagen heraus- und direkt in unser Auto hineinspringen. Im nächsten Augenblick setzen sich beide Fahrzeuge in Bewegung. „Tom! Unser Auto wird gerade geklaut!“ Wir wählen sofort den Notruf 911. Nur fünf Minuten später steht ein massiger Polizist vor unserer Tür, ein greller Scheinwerfer bestrahlt unsere Haustür. Officer André sieht aus, als könne sich allein wegen seiner Statur kein Einbrecher an ihm vorbeidrücken.

Während seine Kollegin im Wagen wartet, zückt er Block und Stift, um unsere Personalien aufzunehmen. Wir rollen innerlich mit den Augen. Denn das hatten Freunde von uns auch schon erlebt: Während sie nach einem Diebstahl gewissenhaft ihre Geburtsdaten diktierten, verschwand der Dieb mit der Beute. Doch es dauert nur wenige Minuten, und wir merken, dass wir der Polizei in diesem Fall unrecht tun. „We got 'em, we got 'em, right here on Military Road!“, tönt es aus dem Walkie-Talkie, das auf dem vorgewölbten Bauch des Polizisten baumelt. Während wir unser Fahrzeug beschreiben und unsere Namen buchstabieren, werden wir Ohrenzeugen der Verfolgungsjagd. „Uiuuh, uiuuh, uiuuh“, heulen die Sirenen im Funkgerät. Die Verfolger sprechen in für uns unverständlichen Codes, der beleibte Officer übersetzt. Der Geländewagen konnte entkommen, aber an unserem Minivan sind sie noch dicht dran. „Oh!“, hören wir plötzlich, „jetzt sind sie gegen eine Mauer gefahren.“ Und weiter geht die Jagd. Dann lassen die Täter unser Auto offensichtlich irgendwo stehen. Die Verfolgungsjagd geht zu Fuß weiter. Der Fahrer unseres Wagens wird schließlich von der Polizei geschnappt, der Typ im weißen T-Shirt entkommt.

André und seine Kollegin bitten Sabine mitzukommen, um das Auto zu identifizieren. In weniger als zehn Minuten erreicht der Streifenwagen den Fundort. Der Minivan befindet sich in recht ungewöhnlicher Position schräg in einer Seitenstraße - mit offener Tür und einem Reifen auf dem Bürgersteig. Sabine identifiziert unsere Familienkutsche im Vorbeifahren. Ganz unbeschadet scheint der Wagen das Abenteuer nicht überstanden zu haben, aber Näheres ist im Dunkeln nicht zu erkennen. Ein freundlicher Detective in leicht zerknittertem Anzug und mit nicht weniger zerknittertem Gesicht steckt seinen Kopf durchs Fenster des Streifenwagens und fragt nach einigen Details des Tathergangs. Dann geht`s zur Polizeistation an der Idaho Avenue. Nach zehn Versuchen findet Detective Keith den richtigen Zahlencode, um die Tür zu öffnen. Er führt Sabine in ein ebenso unordentliches wie schmutziges Großraumbüro. Dort lässt er sich auf einen Drehstuhl fallen, dem eine Armlehne fehlt, und füttert den Computer im Einfingersystem mit Informationen. (...) Keith starrt auf den Bildschirm , liest Berichte, telefoniert und funkt ein bisschen herum. Zwischendurch versichert er, sie würden versuchen, Sabine nicht allzulang aufzuhalten. Erst mal soll sie ganz genau aufschreiben, was sie gesehen hat.

Als sie fertig ist, ist es drei Uhr, und nichts deutet darauf hin, dass sie bald gehen darf. Keith erklärt, dass er in diesem Fall besonders sorgfältig ermittelt, weil er daran arbeite, eine Serie von Banküberfällen aus den letzten Monaten aufzuklären. Die Bankräuber benutzten vorzugsweise gestohlene Minivans zur Flucht und steckten sie anschließend in Brand, um Spuren zu verwischen. Die meisten Minivan-Marken seien nur sehr unzureichend gegen Diebstahl gesichert, und es sei deshalb ein Kinderspiel, sie zu klauen, erklärte der Detective. Deshalb also ist die Polizei sofort so dynamisch in Aktion getreten: Sie glaubten, gewalttätigen Verbrechern auf der Spur zu sein. Die Überfallserie hatte im Januar begonnen. Zunächst überfielen die Bankräuber eine Filiale der Bank of America im Nordwesten Washingtons, wo sie die schwangere Sicherheitsbeamtin überwältigten und 144000 Dollar erbeuteten. Das Geld war schnell verprasst, und so holten sich die Männer mehr. Bis sie gefasst wurden, hatten sie sechs Banken überfallen und dabei über 360000 Dollar geraubt. Sie waren bewaffnet bis an die Zähne. Einmal feuerten sie eine Maschinengewehrsalve auf einen Polizisten ab. Nach der Festnahme brauchten die Beamten mehrere Tage, um all die Pistolen, Gewehre und Munition zu dokumentieren.

An jenem Sommerabend allerdings, als der Detective den Diebstahl unseres Minivans zu Protokoll nimmt, weiß er noch nicht, dass es ein paar Wochen später zur Festnahme der Bankräuber kommen wird. Also hält er Sabine fest, für den Fall, dass noch irgendwelche Fragen auftauchen. (...) Bevor Sabine einschläft, erscheinen zwei junge Polizeibeamte und melden, das Auto sei da. Ob sie einen Schrauebnzieher habe, wollen sie wissen. Warum? Weil das Auto nur noch mit so einem Werkzeug zu starten und auszustellen sei, erklärt einer von ihnen gelassen. Beide waren an der Verfolgungsjagd direkt beteiligt. Jetzt fachsimpeln sie darüber, ob man das gestohlene Auto in die richtige Richtung gejagt habe oder ob es nicht taktisch günstiger gewesen wäre, die Täter in eine nahe gelegene Sackgasse zu treiben. Im Hinausgehen stellt sich heraus, dass Sabine das Protokoll, auf das sie die ganze Zeit gewartet hat, nicht mitnehmen darf, weil es noch von höherer Stelle abgezeichnet werden muss.

Derweil qualmt das Auto auf dem Polizeiparkplatz röchelnd vor sich hin, eine erbämliche Kreatur, der Motor läuft, es ist total überhitzt. Die Fahrertür ist eingedellt, die Beifahrertür und die hintere Schiebetür ebenfalls. Ein Scheinwerfer ist kaputt, aus dem Armaturenbrett hängen lose Kabel. Einer der beiden Verfolger, ein kleiner Drahtiger mit Brille, setzt sich hinters Steuer, Sabine fährt im Streifenwagen hinterher. Die Beamtin am Steuer schüttelt fassungslos den Kopf, als sie versucht, dem zerbeulten Minivan zu folgen. Der energiegeladene Kollege befindet sich offensichtlich noch im Verfolgungsrausch mit hohem Adrenalinausstoß. Mit über 70 Sachen heizt er durch die nächtlich verlassenen Wohngebiete. Endlich holt der Streifenwagen ihn ein. Der Drahtige hat das Fenster heruntergekurbelt und pafft ein Zigarette. Ein rasender, rauchender Cop in unserem schrottreifen Auto! Vor der Haustür angekommen, wirft er die Kippe aus dem Fenster, werkelt mit dem Schraubenzieher dort herum, wo einmal das Zündschloss war, verschließt den Wagen sorgfältig und verabschiedet sich: "Es tut mir Leid, dass Sie all diese Unbequemlichkeiten hatten und den Schaden. Gute Nacht!"

In den folgenden Tagen stellt sich heraus, dass der Minivan einen Totalschaden hat. Die Versicherung zahlt, und unser Hund bekommt einen großen Knochen. Wir erfahren, dass die Autoknacker nicht zur Bankräuberbande gehören. Deren Kopf, der neunundzwanzigjährige Miquel Morrow, wird noch während unserer letzten Monate in Washington verurteilt - zu lebenslanger Haft plus 95 Jahre. Die jungen Leute, die unseren Minivan klauten, standen mit diesen Gewaltverbrechern offenbar nicht in Verbindung; sie waren nicht vorbestraft und hatten angeblich nur Lust auf eine Spritztour. Autodiebstahl wird in den Großstädten der Vereinigten Staaten sozusagen als Hobby betrieben. Häufiger haben es die Diebe gar nicht darauf angelegt, ihre Beute zu verkaufen. Sie fahren die geklauten Wagen einfach so lange, bis der Tank leer ist oder bis es ihnen langweilig wird. Selten erhalten die Eigentümer ihren Besitz unbeschädigt zurück.


Textquelle: Tom Buhrow, Sabine Stamer, "Mein Amerika - Dein Amerika"; Copyright © 2006 by Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg, S.130-134.


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Aufgabe 1 Der Text handelt von einem Diebstahl. Was wurde gestohlen?

(Ein Minivan.) (!Ein Geldtransporter.) (!Ein Geländewagen.) (!Ein Streifenwagen.)

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Aufgabe 2 Welche Aussagen zu diesem Text sind richtig, welche falsch?

Tom und Sabine sind College-Kids. (!richtig) (falsch)

Tom und Sabine müssen beide als Zeugen auf das Polizeirevier. (!richtig) (falsch)

Sabine wartet vergeblich auf das Protokoll. (richtig) (!falsch)

Tom und Sabine bekommen ihr Eigentum unbeschädigt zurück. (!richtig) (falsch)

Toms und Sabines Hund wird belohnt. (richtig) (!falsch)

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Aufgabe 3 Was befürchtet Tom, als der Officer seinen Block zieht, um seine und Sabiines Personalien aufzunehmen? Antworte in einem Satz.

Wörtlich oder sinngemäß wird geantwortet: ... dass (während die Tat aufgenommen wird) der Dieb entkommen kann.
Die Aufgabenstellung "Schreibe einen Satz" ist als Beschränkung des Umfangs zu verstehen; es muss sich nicht um (genau) einen Satz im grammatikalischen Sinne handeln.

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Aufgabe 4 Warum ermittelt die Polizei in diesem Fall besonders sorgfältig?

Wörtlich oder sinngemäß wird genannt:
  • weil sie eine Serie von Banküberfällen aufklären will.
  • weil sie glaubt, einer Bankräuberbande auf der Spur zu sein.
Entscheidendes Kriterium ist (sinngemäß) "die Serie von Überfällen", bzw. "diie Bande". Nur "Banküberfall" oder "Bankräuber" ist nicht ausreichend.

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Aufgabe 5 Wann fand der Überfall auf eine Filiale der Bank of America im Nordwesten Washingtons statt?

(!Direkt vor Toms und Sabines Erlebnis.) (!Etwa ein Jahr vor dem Autodiebstahl.) (Etwa ein halbes Jahr vor dem Autodiebstahl.) (!Im Jahr 2005.)

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Aufgabe 6 Im Text steht: "Einer der beiden Verfolger, ein kleiner Drahtiger mit Brille, setzt sich hinters Steuer ..." (Zeilen 101-102).
Dabei handelt es sich um ...

(einen Polizisten.) (!einen Dieb.) (!einen Journalisten.) (!Keith.)

|- | Aufgabe 7 Bringe folgende Ereignisse in die richtige Reihenfolge, indem du sie nummerierst.

Hier die Nummern eintragen
Die Versicherung zahlt den Totalschaden. 6
Bankräuber überwältigen eine schwangere Sicherheitsbeamtin. 1
Toms und Sabines Hund bellt. 2
Sabine fährt mit einer Polizistin im Streifenwagen nach Hause. 5
Tom und Sabine sind Ohrenzeugen der Verfolgungsjagd. 3
Sabine identifiziert ihren Minivan im Vorbeifahren. 4
Miquel Morrow wird zu lebenslanger haft und 95 Jahren verurteilt. 7

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Aufgabe 8 Wofür bekommt der Hund einen Knochen?


Wörtlich oder sinngemäß wird genannt:
Es ist dem Hund zu verdanken, dass der Diebstahl gleich bemerkt wuurde. Weil der Hund bellte, wurden die Diebe schnell gefasst.
(Der Kausalitätsbezug zur Feststellung des Diebstahls wird explizit festgestellt.)
ODER
Der Hund weckte Sabine (und/oder Tom) (durch sein Bellen).
(Der Kausalitätsbezug zur Feststellung des Diebstahls wird NICHT explizit festgestellt.)

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Aufgabe 9 Welches Motiv geben die Täter für den Autodiebstahl an?


  • Lust auf eine Spritztour.
  • Z.124 und/oder Z. 125