Bruttoinlandsprodukt

Aus ZUM-Unterrichten

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist ein Maß für die wirtschaftliche Leistung eines Landes. Das BIP bezieht sich auf einen festgelegten Zeitraum (z.B. 1 Jahr, 1 Monat). Das BIP gilt als Indikator, um Aussagen über die konjunkturellen Entwicklungen zu treffen.

Unterrichtsideen

(...)Folgen wir dieser Diskussion, dann ergeben sich bei genauerer Betrachtung des BIP zwei Fragestellungen:

  • 1. Erfasst das BIP wirklich sämtliche Leistungen, die zum Wohlstand eines Volkes beitragen?
  • 2. Ist das BIP überhaupt als Wohlstandsmaßstab geeignet?

Die erste Frage bezieht sich auf quantitative Kritik, bei der vor allem angeführt wird, dass im BIP Vorgänge nicht erfasst werden, die sowohl für den Wohlstand als auch für die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft wichtig sind. Beispiele für derartige Vorgänge sind:

  • nichtbezahlte Arbeitsleistungen in privaten Haushalten wie Kochen, Putzen und Kindererziehung sowie
  • Aktivitäten der Schattenwirtschaft wie legale Nachbarschaftshilfe und illegale Schwarzarbeit.


http://bebis.cidsnet.de/weiterbildung/sps/wirtschaft/umaterial/lingens1/index.htm


Weitere Unterrichtsideen und -materialien

"Die Schülerinnen und Schüler lernen in dieser Unterrichtsreihe, was durch das Bruttoinlandsprodukt erfasst wird, und betrachten diesen Messwert im Hinblick auf seine Funktion als Wohlstandsindikator. Dabei gehen die Lernenden von ihrem persönlichen Wohlstandsbegriff aus."

Berechnung des BIP

  • Berechnung des BIP nach Verteilungsrechnung:
     Erwerbs- und Vermögenseinkommen, die im Inland entstanden sind 
+    Abschreibungen    
+    (Produktionsabgaben - Subventionen) 
+    Importabgaben
-    Primäreinkommen aus dem Ausland
____________________________________________________________________
=    Bruttoinlandsprodukt
  • Entstehungsrechnung: Nach der so genannten Entstehungsrechnung ergibt sich das BIP, indem zunächst vom Produktionswert die Vorleistungen abgezogen werden, um zur Bruttowertschöpfung zu gelangen. Addition der Gütersteuern (Produktions- und Importabgaben) und Subtraktion der Subventionen ergibt das Bruttoinlandsprodukt.
+ Produktionswert
- Vorleistungen
_____________________
= Bruttowertschöpfung

+ Gütersteuern
- Subventionen
______________________
= Bruttoinlandsprodukt
  • Verwendungsrechnung: Nach der sog. Verwendungsrechnung ergibt sich das BIP als Summe der Konsumausgaben der privaten Haushalte und privater Organisationen ohne Erwerbszweck, der Investitionsausgaben (brutto), der Staatsausgaben, der Lagerinvestitionen sowie der Exporterlöse abzüglich der Importausgaben (Außenbeitrag).
+ Bruttoinvestitionen
+ Konsumausgaben
+ Staatsausgaben
+ Außenbeitrag
______________________
= Bruttoinlandsprodukt

Das nominale BIP

Das nominale BIP ist die gängigste Form, um das Inlandsprodukt von Ländern oder Regionen zu vergleichen. Es gibt die Summe der ausländischen Wertschöpfung bzw. der Wertschöpfung von Regionen in aktuellen Marktpreisen an. Nachteil ist, dass diese durch Geldwertveränderungen "verfälscht" sein können. So führt eine fünfprozentige Inflationsrate bei gleichbleibender Warenproduktion zu einem BIP-Anstieg von ebenfalls fünf Prozent.

Das reale BIP

Um das BIP unabhängig von Veränderungen der Preise betrachten zu können, verwendet man das reale BIP, indem alle Güter und Dienstleistungen zu Marktpreisen eines Basisjahres bewertet werden (BIP zu konstanten Preisen). Neuerdings werden Kettenindizes verwendet

Das reale BIP lässt sich auch aus dem nominalen BIP berechnen, wenn man die Preissteigerung seit dem Basisjahr kennt. Hieraus ergibt sich die Formel:


Zeitreihe BIP

Bruttoinlandsprodukt in der Bundesrepublik Deutschland von 1970 bis 2003

(Bis 1991 nur Westdeutschland, preisbereinigt, Angaben in Milliarden Euro).

BIP-Zeitreihe.gif

Weblinks

Zeitreihe Version 2

BIP-Zeitreihe.png