Katholische Religionslehre/Rechtfertigung: Unterschied zwischen den Versionen

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=== Markus ===
=== Markus ===
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Das erste Evangelium stellt Jesus als einen Menschen dar, der '''die Kranken heilt''':
* ''Er heilte viele, so dass alle, die ein Leiden hatten, sich an ihn herandrängten, um ihn zu berühren.'' (Markus 3,10)
In einer Grundsatzerklärung stellt sich Jesus das Heilen als seine Aufgabe, erweitert den Begriff allerdings vom Bereich Krankheit auf den Bereich der Sünde:
* ''Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.'' (Markus 2,17)





Version vom 23. November 2009, 19:18 Uhr

Dieser Artikel beschreibt Rechtfertigung - auch Erlösung oder Befreiung - als eines der Kernthemen des Christentums. Da Christen glauben, dass Jesus von Nazaret der Messias (gr. Christus) im Sinne der jüdischen Hoffnung gewesen ist, müssen sie eine Antwort auf die Frage entwickeln, was sich durch diesen Menschen in der Weltgeschichte verändert hat.
Pfarrer Max Heitzer hat in seinem Pfarrbrief „dialog“ 1997 die Vielfalt biblischer Erlösungsdeutungen herausgestellt.[1] Auf dieser Arbeit aufbauend habe ich die von ihm erarbeiteten Möglichkeiten ergänzt, mit Schriftzitaten belegt und in die mutmaßliche historische Reihenfolge gestellt. Dies bildet hier den ersten Teil: Biblische Deutungen der Leistung Christi.
Außerdem enthält der Artikel die Zusammenfassung eines Aufsatzes von Wolfried Härtle: Rechtfertigung heute.[2]

Biblische Deutungen der Leistung Christi

Paulus

Paulus deutet Erlösung als Befreiung:

  • Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Bleibt daher fest und lasst euch nicht von neuem das Joch der Knechtschaft auflegen! (Galater 5,1)

Konkret bedeutet das die Befreiung von den gesellschaftlichen Fesseln der Zeit und die Befreiung zu einer neuartigen Gemeinschaft:

  • Ihr seid alle durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus (als Gewand) angelegt. Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid «einer» in Christus Jesus. (Galater 3,26-28)

Paulus bietet eine zweite Deutung der Erlösung, indem er sich auf die Gerechtigkeit bezieht. Weil es sich dann aber um die Gerechtsprechung des Ungerechten, also um eine grundlose Begnadigung handelt, bietet Paulus die Hilfsvorstellung des Begnadigungsortes (ilasterion) an, der für Juden das Allerheiligste im Tempel war.

  • Wie es also durch die Übertretung eines einzigen für alle Menschen zur Verurtei¬lung kam, so wird es auch durch die gerechte Tat eines einzigen für alle Men¬schen zur Gerechtsprechung kommen, die Leben gibt. Wie durch den Ungehor¬sam des einen Menschen die vielen zu Sündern wurden, so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen zu Gerechten gemacht werden.

(Römer 5,18-19)

  • Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren. Ohne es verdient zu haben, werden sie gerecht, dank seiner Gnade, durch die Erlösung in Christus Jesus. Ihn hat Gott als Ort der Begnadigung proklamiert, Begna¬digung in seinem Blut, wirksam durch Glauben. So erweist Gott seine Gerechtigkeit durch die Ver¬gebung der Sünden, die früher, in der Zeit seiner Geduld, begangen wurden; er erweist seine Gerechtigkeit in der gegenwärtigen Zeit, um zu zeigen, dass er gerecht ist und den gerecht macht, der an Jesus glaubt. (Römer 3,23-25)

Markus

Heilung.jpg Das erste Evangelium stellt Jesus als einen Menschen dar, der die Kranken heilt:

  • Er heilte viele, so dass alle, die ein Leiden hatten, sich an ihn herandrängten, um ihn zu berühren. (Markus 3,10)

In einer Grundsatzerklärung stellt sich Jesus das Heilen als seine Aufgabe, erweitert den Begriff allerdings vom Bereich Krankheit auf den Bereich der Sünde:

  • Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten. (Markus 2,17)



Weblinks

Dialog 20.4.1997

Literatur

Wilfried Härle: Spurensuche nach Gott Berlin 2008

Fußnoten

  1. Dialog 20.4.1997. [1]
  2. In: Wilfried Härle: Spurensuche nach Gott Berlin 2008 184-201