Historische Stichworte/Großmacht: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 11. September 2011, 08:30 Uhr

Der Begriff Großmacht kam erst im frühen 19. Jahrhundert im Zusammenhang mit der damaligen europäischen Pentarchie auf. Er lässt sich nicht genau definieren, wird aber gern auch auf frühere und spätere Mächtekonstellationen angewandt.

So spricht man davon, dass die europäischen Großmächte des 19. Jahrhunderts nach 1945 ihren Status als Großmacht verloren haben und nur noch die beiden Supermächte übrig blieben. Andererseits wird man gegenwärtig China, das an politischen Gewicht zumal durch die Finanzkrise erheblich gewonnen hat, den Großmachtstatus nicht absprechen können. Hier ist nur die Frage, wann es so stark geworden sein wird, dass es neben den USA als zweite Weltmacht gelten kann.

Zur Begriffsgeschichte

In Luthers Lied "Ein feste Burg ist unser Gott" (1533 gedruckt) findet sich "die Fügung "groß Macht und viel List". Die Bedeutung von große Macht behält das zusammengesetzte Wort Großmacht bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Noch Adelungs Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart in der Auflage von 1811 (2. Band Spalte 817) führt nur die Wörter großmächtig und Großmächtigkeit an und vermerkt, dass man sie verwende, wenn man von Fürsten spricht, und dass Kaiser und Könige sich gegenseitig so ansprächen. (vgl. auch Karl Thams Deutsch-böhmisches Nationallexikon von 1788, S. 265 und Matthias Kramers deutsch-holländisches Lexikon, 4. Aufl. 1787, S.192, wo gleichbedeutend mit Großmächtigkeit auch das Wort Großmacht angeführt wird.) Schon 1796 findet sich freilich in der Schrift Militärischer Charakter und merkwürdige Kriegsthaten Friedrichs des Einzigen Königs von Preußen des Hauptmanns Franz Ludwig Hallers auf Seite 261 auf Peter den Großen bezogen die Formulierung "des Schöpfers der Russischen Großmacht" und in Hesperus ein Nationalblatt für gebildete Leser Nr.60 September 1813 auf Seite 487 die Formulierung "wenn man in der Welt wüßte, Frankreich wäre den Deutschen an Großmacht überlegen". - Bei genauerem Hinsehen stellt man freilich fest, dass in beiden Fällen auch die Bedeutung Großmächtigkeit noch passt.

Erst 1815 findet sich bei Joseph Görres (im Rheinischen Merkur vom 23.9. 1815) in den "Bemerkungen über die gegenseitigen Verhältnisse Frankreichs und der Verbündeten" eine Formulierung, in der das Wort Großmacht eindeutig nicht mehr große Macht, sondern einen mächtigen Staat bezeichnet: "Aus Frankreichs Ansicht ist Preußen eine nagelneue, aber noch nicht nagelfeste Großmacht.""[1]

Anmerkungen

  1. Zitat aus Walter Böhme: http://fontanefan.blogspot.com/2011/09/zur-entwicklung-des-begriffs-gromacht.html Zur Entwicklung des Begriffs Großmacht, 2011