Apostola apostolorum: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 19. März 2026, 09:35 Uhr
Maria aus Magdala
Maria Magdalena im Bild
Maria aus Magdala gehört zu den beliebten und häufig dargestellten Heiligen der katholischen Kirche. Das Bild unten ist an einer Säule der Pfarrkirche von Mülheim-Kärlich angebracht. Die Kirche ist dem Heiligen Mauritius und der heiligen Maria Magdalena geweiht, besteht seit mehr als tausend Jahren, wurde aber immer wieder um- und angebaut, zuletzt 1931. Die barocken Heiligenfiguren aus dem 18. Jahrhundert wurden in den neu gebauten Teilen wieder aufgestellt, darunter die hier dargestellte Maria Magdalena:
- Schau Dir die Statue aufmerksam an und notiere die Details, die Du erkennnn kannst.
- Tausche Dich mit einem Mitschüler oder einer Mitschülerin aus und ergänzt Eure Beobachtungen.
Maria Magdalena in den Evangelien
Maria, genannt Magdalena, wird neben Johanna und Susanna als eine der Frauen genannt, die zusammen mit vielen namentlich nicht genannten Frauen Jesus bei seinen Wanderungen durch Galiläa begleiten. Johanna wird vorgestellt als die Frau des Chuza, einem Verwaltungsbeamten im Dienst des Königs Herodes. Von Susanna erfahren wir weiter nichts, doch von Maria wird gesagt, dass sieben Dämonen von ihr abgelassen hatten. (Lukas 81-3). Eine ausführliche Heilungsgeschichte davon gibt es in den Evangelien nicht. Im Anhang des Markusevangeliums wird erwähnt, dass der auferstandene Jesus der Maria, der Magdalenerin erschienen sei, der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte (Markus 16,9). Demnach wäre diese Maria durch eine Heilungserfahrung zu Jesus gekommen.
Drei der vier Evangelien erwähnen Maria Magdalena ausdrücklich als Augenzeugin der Kreuzigung Jesu (Mt 27,56; Mk 15,40 Joh 19,25). In den Bildern von der Kreuzigung Jesu hat sich die Version des Johannesevangeliums durchgesetzt, nach der bei dem Kreuz neben der Maria aus Magdala und der Maria, der Frau des Klopas, auch Maria, die Mutter Jesu, und der Jünger, den Jesus liebte, standen. (Johannes 19,25-27).
Alle Evangelien stimmen darin überein, dass Maria Magdalena zu den Frauen gehörte, die am Sonntag nach Jesu Hinrichtung sein Grab aufsuchten (Mt 28,1; Mk 16,1; Lk 24,10; Joh 20,1). Sie fanden das Grab leer und wurden darüber belehrt, dass Jesus von den Toten auferstanden war. Johannes (20,11-18) hat die Begegnung des Auferstanden mit Magdalena als anrührendes Gespräch gestaltet, in dem Jesus seine Anhängerin daran hindert, ihn festzuhalten. Die lateinische Formel dafür - Noli me tangere - ist zu einem beliebten Bildtitel geworden.
Die Annahme liegt nahe, dass sie zu den Frauen gehörte, die sich zwischen Ostern und Pfingsten in einem Obergemach versammelten, um dort gemeinsam zu beten (Apostelgeschichte 1,14). Dann hat sie auch die Ausgießung des Heiligen Geistes miterlebt, die wir an Pfingsten feiern, und ist Gründungsmitlied der christlichen Kirche. Die Annahme liegt vom Kontext her nahe; namentlich erwähnt wird Maria aus Magdala in der Apostelgeschichte nicht, ebensowenig in den übrigen Schriften des Neuen Testamentes.
An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass die Evangelien keine Nachrichten oder Protokolle in unserem Sinne sind; alleine die Abweichungen zwischen verschiedenen Versionen der Geschichten verbieten es, aus ihnen eine exakte Rekonstruktion der historischen Ereignisse gewinnen zu wollen. Was wir sicher sagen können: Die Evangelisten fanden, dass von einer Frau namens Maria aus der galiläischen Stadt Magdala erzählt werden muss, weil man sonst einen wesentlichen Zug der Person Jesu Christi nicht kennt. Dabei geht es nicht vordringlich um die Details eines individuellen Schicksals, sondern um die Möglichkeiten, die einem Menschen, einer Frau in der Gegenwart Jesu Christi offenstehen. Diese Möglichkeiten haben in dem Ehrentitel Apostola Apostolorum, die Botschafterin der Botschafter Christi, ihren treffenden Ausdruck gefunden.
Maria Magdalena in der Legende
Die Leganda Aurea wurde 1263-1273 verfasst von dem Dominikaner Jakobus de Voragine, von 1282-1292 Erzbischof von Genua.
