Grabenkrieg als „moderner“ Krieg/Angriff

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Kriegsdiktat „Die Schwarzen greifen an“

„Gasangriff! Hundert Kämpferaugen bohrten ihre Blicke hinein in die qualmende Wolke, die sich auf uns heranwälzte. Und dann kamen die Wilden, tastend wie die Arme eines entsetzlichen Tintenfisches, saugend wie die Zangen eines Untiers, in ihrer Wolke dampfend und flackernd, zähnefletschend, im Schatten versinkend. Abschreckend sind die verzerrten Grimassen, schaudererregend ihre glühenden Augen. Wie fauchende Katzen, mit einer brennenden Gier nach Menschenblut kommen sie heran, eine einzige rollende, schwarze Mauer, steigend und fallend, wankend und wogend.


,Schnellfeuer!‘ schrie ich hinein in das schwellende Knattern. Jetzt legte sich eine Wand von Blei und Eisen dicht vor die Gräben, über die Stürmenden. Ein sinnberaubendes Hämmern und Ticken, Knacken und Rattern schlug alles nieder, ohrenzerreißend, nervenpeitschend: unsere Maschinengewehre flankierten die Schwarzen... Noch lange tobte der Kampf... Ein fernes Knattern dröhnte mir in den Ohren, entschwindend, verröchelnd. Wir haben sie besiegt, die Schwarzen.


Und so lautete der Heeresbericht von jenem Tage: "Nach längerer Artillerievorbereitung griffen farbige und weiße Franzosen unsere Stellungen mit starken Kräften an. Es gelang ihnen, in einigen unserer vordersten Gräben Fuß zu fassen. Ein heftiger Gegenangriff warf sie im Nahkampf wieder zurück. Sonst nichts von Bedeutung.‘“
Quelle: Deutsche Schulpraxis 37 (1917), S. 269f



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