Heinz und sein allerschönstes Weihnachtsgeschenk: ein richtiger Lederfußball! - Weil ich kein Foto zu der Geschichte hatte, habe ich eines von der KI erstellen lassen. Woran kannst du erkennen, dass dieses Foto KI-generiert ist?[1]
Der Weihnachtsfußball: eine Erzählung auf Plattdeutsch
De Wiehnachtsfootball-> Wenn man den Text anklickt und dann noch mal anklickt, erscheint er in lesbarer Schriftgröße!
Dies ist eine Geschichte auf Plattdeutsch, genauer gesagt auf Bremer Plattdeutsch.[2] Die Geschichte spielt in der Nachkriegszeit und wurde von Heinz Bolte, geb. 1937 im Bremer Stadtteil Arsten, geschrieben. → Eine Aufgabe für Sprachdetekive!
De Wiehnachtsfootball (1)
De Krieg leeg al dree Johr trüch, un ok den Hungerwinter 1946/47 harrn wi achter us. Ik weer ober jümmer noch ’n smächtigen Wicht, en "Spiddelfix", seen de Groten. Ik güng in de sösste Klass. Reken kunn ik as de Dübel, Schrieben as ’n Mönk. Ober wat de Schoolmester mi in de Turnhall afverlangen wull, dat kunn ik em nich beden, partout nich. De Bück weren jo veel to breet, de Stangen, wo ik an hoochklattern schull, veel to lang, to glatt un glitschig. De recken jo bit ünner die hoge Deek vun de Hall, gräsig! An ‘n Reck kunnst du di mit diene Been vertütern un behangen blieben. Vun so ’n Barren kunnst du doolfallen un di Arms un Been breken. Loot dat bleiben, wenn di dat Leben leef is un du hier heel un krall wedder rutkomen wullst, wohrschau mien unbannig Drang to öberleben. Mit düssen Drang kummt jo nu mol jede Kreatuur up de Welt, den schall een nich in ’n Wind sloon. De Bomben hest du öberleevt, un hier – hier schall dat nu mit di en böös Enn nehmen?
Football wull ik spelen. Dor kunn nich veel bi posseren. Du kunnst henfallen, di den Kopp stöten, wenn du mit en annern tosomenrasseln deest, or in ’t Door, dor kunnst du di den Duum verstuken. Football spelen, dat much ik för mien Leben geern, un wenn’t to moken weer, den helen Dag lang.
Wann spielt die Geschichte? (1. Abschnitt)
Die Geschichte beginnt mit einer zeitlichen Einordnung: De Krieg leeg al dree Johr trüch, un ok den Hungerwinter 1946/47 harrn wi achter us.
Man muss nicht jedes einzelne Wort kennen, um den Inhalt zu verstehen. Manche Worte sind leicht zu entziffern:[3]
un = ______
ok = ______
wi = ______
us = ______
dree Johr = ______
achter = ______ (TIPP: Das Wort "achtern" gibt es auch bei Booten. Was heißt es in der Schiffssprache?)
Audio zu Abschnitt 1 der Geschichte (bis: "... den helen Dag lang.") - vorgelesen vom Autor Heinz Bolte.
Was für ein Schüler ist Heinz?
Wie ist seine Einstellung zum Sportunterricht?
Welche Sportart wurde anscheinend bei ihm im Sportunterricht hauptsächlich gemacht?
Was meint er, als er denkt: Die Bomben hast du überlebt, und hier - hier soll das nun mit dir ein böses Ende nehmen? Was hat die Bombengefahr mit seiner Sicht auf den Sportunterricht zu tun?
Welche Sportart macht Heinz viel lieber? Und warum? Hört euch den ersten Teil der Geschichte an!
Ein paar Worthilfen:
henfallen = hinfallen
Kopp stöten = Kopf stoßen
Duum verstuken = Daumen verstauchen
den helen Tag lang = den ganzen Tag lang
Heinz bewundert den Anführer der Fußballmannschaft in seinem Dorf. Der Fußballer bewundert den Schauspieler Harry Piel und hat sich selbst deswegen den Spitznamen Harry Piel gegeben. - Auch dieses Foto ist von der KI erstellt, und wieder hat die KI einen Fehler gemacht. Welchen?
Was ist Heinz' Problem? (2. Abschnitt)
"De Sook harr blots enen Hoken: Ik weer keen Harry Piel nich.", beginnt der nächste Abschnitt. Nun kommt der Autor zu einem Problem.
→ Versuche, den nächsten Teil der Geschichte zunächst selbst zu entschlüsseln. Dann kannst du das, was du verstanden hast, mit der Übersetzung darunter vergleichen. (Wenn du willst, kannst du dir zuvor unter dieser Fußnote einige Wortbedeutungen anschauen:[7])
(2)
De Sook harr blots enen Hoken: Ik weer keen Harry Piel nich. Dat weer an un för sik de Binoom vun usen Middelstörmer in de Eerste Arster Herren. Dat weer nicht jichtenseen Dörpsvereen, wenn du dat menen deist. De spelen üm 1950 in de Bremer Spitzenklass. Un us Harry weer ehr Hauptmackador, en Moordskeerl weer di dat, nich blots för us Jungs, man ok för de Dorpslüer. Sien ’n Binoom harr he sik woll sülben toleggt, un dat no enen beröhmten Filmschauspeler ut de 1930er un ‘40er Johren. Harry sprüng dör’t Füer un kämpf mit Löwen, en echten Held, segg ik di! Wat de för dat Kino weer, dat wull us Arster Middelstörmer woll up ’n Footballplatz weden. Wenn wi Football spelen, denn wull jeedeen vun us de Rull un dat Ansehn vun Harry Piel för sik hebben. Mien Droom weer’t ok.
Audio zu Abschnitt 2 und 3 (von "De Sook ..." bis "... lebe Noot mit.")
Übersetzung auf Hochdeutsch:
Die Sache hatte bloß einen Haken: Ich war kein Harry Piel. Das war der Beiname unseres Mittelspielers in der Ersten Arster Herren. Das war nicht irgendein Dorfverein, falls du das meinst. Die spielten um 1950 in der Bremer Spitzenklasse. Und unser Harry war der Anführer, ein Mordskerl war das – nicht bloß für uns Jungs, auch für die Dorfleute. Seinen Beinamen hat er sich wohl selbst zugelegt, und das nach einem berühmten Filmschauspieler aus den 1930er und ‘40er Jahren. Harry sprang durch‘s Feuer und kämpfte mit Löwen, ein echter Held, sag ich dir! Was der für das Kino war, das wollte unser Arster Mittelstürmer wohl auf dem Fußballplatz werden. Wenn wir Fußball spielten, dann wollte jeder von uns die Rolle und das Ansehen von Harry Piel haben. Mein Traum war das auch.
Heinz und seine Freunde sind begeistert von ihrer Dorfmannschaft. Konnten die Freunde damals auch internationale Fußballspiele im Fernsehen anschauen?
Warum war es Heinz' Traum, wie Harry Piel zu sein?
Und ein paar plattdeutsche Wörter kannst du mit diesem Kreuzworträsel üben:
Wie sah das Fußballspiel von Heinz und seinen Freunden aus? (3. Abschnitt)
Nun schildert der Autor, wie er und seine Freund damals Fußball spielten und welche Rolle er selbst dabei hatte. Er schildert also den Hintergrund von seinem zuvor benannten Problem - dass er ein schmächtiger "Wicht" war, dem die anderen beim Sport nicht viel zutrauten, und der so gerne eine andere Rolle in seinem Team gehabt hätte.
(3)
Ober so en Held weer ik to mien Beduern nich. Dat Gegendeel weer ik un woor vun de Kinner ümschichtig mit ‘ne anner arm Seel jümmer tolest wählt. Denn stellen se mi korthannig in ’t Door. Dor kunn ik nich so veel verkehrt moken, menen se. Dat Door weer mien Schicksol. De mehrste Tiet spelen wi mit ’n tweien Ball, af und to ok mit ’ne Blickbüchsen. De harrn wi plattpeddt, so kunnen wi beter telen. Annerswo spelen se mit ‘ne uppuust Swiensbloos, de se boben toknütt harrn. Wedder annerswo harrn sik de Kinner ut Plünnstriepens enen Ball torechtknütt. Wokeen to de Tiet ‘n richtigen Ball köpen wull, de harr dor siene lebe Noot mit.
mit'n tweien Ball = mit einem kaputten Ball (von twee (= zwei) = entzwei gegangen) / Blickbüchs[8] = _______ / Swiensbloos[9]= _______ / Plünnstriepens[10]= _______
→ Konntest du den Absatz mit den Übersetzungen verstehen?
Besprecht die Sätze, die noch nicht verstanden wurden! (Es ist dabei nicht unbedingt wichtig, dass jedes einzelne Wort verstanden wurde, manchmal kann man den Sinn trotzdem erfassen.)
Wie haben die Kinder in der Nachkriegszeit Fußball gespielt?
"Wer in der Zeit einen richtigen Ball kaufen wollte, hatte damit seine liebe Not." - Warum war es in den Jahren nach dem Krieg schwer, einen richtigen Ball zu kaufen?[11]
Welche Rolle hatte Heinz bei seinen Fußballfreunden?
→ Hört euch Abschnitt 2 + 3 als Audio an (Heinz erzählt, dass er leider kein Harry Piel war + Heinz erzählt vom Fußball spielen mit seinen Freunden)!
Ein Wendepunkt kündigt sich an (4. Abschnitt)
"Nu güng dat up Wiehnachten to, ...", geht es weiter. Wir ahnen: Nun wendet sich das Blatt für Heinz!
Audio zu Abschnitt 4 (von "Nu güng ..." bis "... wat för'ne Freid!")
→ Versuche, den nächsten Teil der Geschichte zunächst selbst zu entschlüsseln. Dann kannst du das, was du verstanden hast, mit der Übersetzung darunter vergleichen. (Wenn du willst, kannst du dir zuvor unter dieser Fußnote einige Wortbedeutungen anschauen:[12])
(4)
Nu güng dat up Wiehnachten to, un ik harr mi ’n Ball wünscht, egens för us Jungs. Wi spelen up de Dörpstroten. Dör stöör us nix un nüms, dor schull sik dat Blatt för mi wennen. Un dat keem so:
Den 24. Dezembermoond kunn ik mi den helen Dag man knapp bargen. Kreeg ik nu ’n Ball, or kreeg ik kenen? – Ik kreeg enen, un wat för enen! Dat weer ’n richtigen Football. Den harrn se ut twölf enkelte Ledderstücken poorwies tosomenneiht, dat leet[13] as ‘ne afpellt Appelsin. He harr enen Ventilversluss to’n Uppumpen vun ene Bloos dor binnen. Dor bruukst du ene Footballpump to. De leeg ünnern Dannenboom glieks mit dorbi. Un achterto stünn ene groot Doos mit Ledderfett. Mann, wat weer dat för’n Wiehnachten dütmol, wat för’n Geschenk, wat för'ne Öberrraschung, wat för'ne Freid!
Übersetzung auf Hochdeutsch
Nun ging es auf Weihnachten zu und ich hatte mir einen Ball gewünscht, extra für uns Jungs. Wir spielten immer auf der Dorfstraße. Da störte uns nichts und niemand, und da sollte sich das Blatt für mich wenden. Und das kam so:
Am 24. Dezember konnte ich mich kaum beherrschen. Krieg ich nun einen Ball oder krieg ich keinen? - Ich kriegte einen, und was für einen! Das war ein richtiger Fußball. Er war aus zwölf einzelnen Lederstücken paarweise zusammengenäht und sah aus wie eine abgepellte Apfelsine. Er hatte ein Ventil zum Aufpunmpen einer Blase im Inneren. Dazu brauchte man eine Fußballpumpe. Die lag unter 'm Tannenbaum auch gleich dabei. Und dahinter stand eine große Dose mit Lederfett. Mann, was war das für ein Weihnachten diesmal, was für ein Geschenk, was für eine Überraschung, was für eine Freude!
Warum könnte der neue Fußball ein Wendepunkt für Heinz werden?
Der Autor baut mit dem Fußball als Weihnachtsgeschenk eine Spannung auf. Inwiefern?
Audio zu Abschnitt 5 (von "Wi harrn afmookt ..." bis "Jo, du büst us Harry Piel!"Bevor du weiterliest, hör dir zuerst das Audio zum letzten Abschnitt an: Kannst du verstehen, wie die Geschichte ausgeht?
Wie wendet sich die Handlung? (5. und letzter Abschnitt)
(5)
Wi harrn afmookt, den tweten Wiehnachtsdag no’n Middageten schull dat mit Footballspelen wiedergohn. Ik kunn dat gor nich aftöben. Ik harr den Ball al ’s morrns uppumt, harr em schöön suutje mit Ledderfett inreben un em mit ’n weken Lappen blank poleert. He glänz hellbruun, as ik dor bi de Jungs mit ankeem.
→ Übersetzt diesen Abschnitt bzw. fasst ihn zusammen!
Hier sind einige Worthilfen: afmookt = abgemacht / wiedergohn = weitergehen / aftöben = abwarten / al 's morrns[14] = schon morgens / suutje = sanft / inreben = _______ / weken = _______ / hellbruun = _______ / ankeem = ankam.[15]
Warum war Heinz ungeduldig und aufgeregt?
Erfüllte sich Heinz' Hoffnung? So ging es weiter:
De weren al dorbi, gegen so ’ne slappe Nille-Pille to pedden. Ik nohm mien’n Ball in beide Hannen un heel em mit utstreckt Arms pohlrisch in de Luft. Nu woor dat still, ganz still. All de Ogen weren utricht up den Football. Ik reep: „Jungs, dat is use!“ Een keem nöger: „Loot mol sehn! Mann in de Tünn, dat is en echten Football!“ Dann keem een anner nöger: „Loot mol föhlen! Dat glöövt ji nich. Dat is echt Kohledder!“ Denn keem de drütt: „Loot mol rüken! Dat rückt dorno, dat wi vun nu af an mit’n richtigen Football spelen künnt.“
„Bün ik jo Middelstörmer?“, reep ik. As ut enen Mund: „Jo, du büst us Middelstörmer!“ „Bin ik jo Harry Piel?“, froog ik. As ut enen Mund: „Jo, du büst us Harry Piel!“
"Mann in de Tünn!" war in Heinz' Kindheit, in den 1940er Jahren, ein Ausruf des Erstaunens. Was würde man heute sagen?
Auswertung
Spielt die letzte Szene nach! (Achtet auf die Gefühle und wie sie ausgedrückt werden können.)
Zuerst hieß die Geschichte De ne'e Harry Piel, dann wurde De Wiehnachtsfootball zu ihrer Überschrift. Welche findest du geeigneter? (Überlegt zuerst, was die Funktion einer Überschrift ist, dann begründet eure Meinung.)
Wie leicht oder schwer war die plattdeutsche Sprache für dich zu entziffern? Und war das Lesen oder das Hören einfacher zu verstehen?
Was denkst du über die Geschichte?
Heinz Bolte war 89 Jahre alt, als ich ihn nach einer Weihnachtserinnerung fragte, und ihm fiel - 80 Jahre später! - diese Begebenheit aus seiner Kindheit ein. Hast du schon einmal ein Geschenk bekommen oder eine Überraschung erlebt, wovon du denkst, dass du dich in 80 Jahren noch daran erinnern wirst? Erzähle!
Aufgaben zur Vertiefung
Erzähle die Geschichte mündlich nach! (Vor der Klasse oder in einem Audio, dass du an deine Lehrerin schickst; mache dir zuerst Stichwort zum Aufbau der Geschichte.)
Mache aus der Geschichte eine Bildergeschichte mit 3-5 Bildern!
Plattdeutsch hat manchmal Ähnlichkeit mit Englisch. Unterstreiche im Text die Worte, bei denen du eine Ähnlichkeit feststellst!
Suche dir einen Abschnitt der Geschichte aus, höre dir das Audio des Vorlesers mehrmals an, mache dir Notizen zur Aussprache und versuche dann, den Text auf Plattdeutsch vorzulesen.
Darf in einer öffentlichen Schule ein Weihnachtsbaum aufgestellt werden? Sicherlich. ABER: Es muss mit den Schülerinnen und Schülern kommuniziert werden, dass es sich dabei um säkularisiertes, weltlich-kulturelles Brauchtum handelt und nicht um ein religiöses Symbol. Das nötige Wissen dazu liefert diese Kulturgeschichte![16]
Wie die Idee zu diesem Unterrichtsmaterial entstand
Dr. Heinz Bolte war mein Deutsch-Fachleiter, als ich Ende der 1990er Jahre Referendarin in Bremen war. Er hat mich weise unterstützt, mich zu meiner ersten Veröffentlichung angespornt[17] und einige Jahre später war er es, der mir vorschlug, mich selbst als Fachleiterin zu bewerben. So arbeiteten wir für kurze Zeit, bis er in Pension ging, zusammen im Landesinstitut für Schule. Als ich im Winter 2025 meine beiden Bücher über Weihnachten[18] veröffentlichte, schickte ich ihm ein Exemplar. Zurück bekam ich nicht nur ein Dankeschön, sondern ebenfalls ein Buch: Er hatte vor kurzem seine Familiengeschichte auf Plattdeutsch niedergeschrieben. Ich war überrascht und begeistert - und so lag es nahe, noch einmal zusammenzuarbeiten: Er schrieb diese wunderbare Geschichte und ich bastelte dazu dieses Unterrichtsmaterial. Lieber Herr Bolte, ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle!
Weitere Unterrichtsmaterialen von mir zu Weihnachten aus religions-, kultur- und zeitgeschichtlicher Perspektive finden Sie hier: Weihnachtswissen.
Bildungswert dieser kleinen Sequenz
Sprachkompetenz: Die Schülerinnen und Schüler bekommen auf spielerische Weise einen Eindruck von der plattdeutschen Sprache. Sie erkennen Gemeinsamkeiten und Unterschiede, sowohl zum Hochdeutschen als auch zur englischen Sprache, und werden für die Verwandtschaft von Sprachen und deren geschichtliche Entwicklung sensibilisiert.
Historische Kompetenz: Die Schülerinnen und Schüler erhalten einen Einblick in den Kinderalltag in der Nachkriegszeit.
Literarische Kompetenz: Die Erzählung gehört in das Genre Kurzgeschichte und kann anhand deren Merkmale analysiert werden.
Personale und Soziale Kompetenz: Die Erzählung bietet verschiedene Aufhänger, um die eigene Rolle in Gemeinschaft zu reflektieren.
Autor*innen
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Fußnoten
↑TIPP: Als Heinz Bolte das Foto sah, meinte er: "Mit der Hand hätte ich noch ganz andere Akkorde als nur eine Oktave greifen können." :-)
↑Noch genauer: Es handelt sich um Plattdeutsch in Bremen-Arsten. Arsten ist heute ein Stadtteil von Bremen und war vor dem Zweiten Weltkrieg ein Dorf.
↑un = und / ok = auch / wi = wir / us = uns / dree = drei / achtern = hinten, hinter
↑krall (dialektal auch grall) = gesund, auch frisch, munter
↑ik = ich / ik weer = ich war / de Groten = die Großen / ik güng = ich ging / as (TIPP: ähnlich wie "als") = wie / ober = aber / de Schoolmester = der Lehrer / to breet = zu breit / veel = viel
↑de Sook = die Sache / de Binoom = der Beiname (Spitzname) / dat Dörp = das Dorf / du deist = du tust / de Hauptmackador = der Anführer / de Moordskeerl = ein Mordskerl, ein richtig toller Typ / Lüer = Leute / sülben = selber / dat Füer = das Feuer / ik segg = ich sage / weden = werden / mien Droom = mein Traum
↑Eine Büchse ist eine Dose. Blick = Blech, es handelt sich um eine Konservendose. Wisst ihr, wann Konservendosen erfunden wurden? Recherchiert!
↑Schweineblase (das Organ, in dem ein Schwein den Urin sammelt) Früher, in Heinz' Kindheit, hatten die meisten Familien ein eigenes Schwein im Schweinestall hinter ihrem Haus. Es fanden Hausschlachtungen statt und es wurde fast alles vom Schwein verwertet, die sauber gewaschenen Därme zum Beispiel wurden die Hülle für die Wurst. Schweineblasen wurden genutzt, um Sülze hineinzufüllen. Manchmal wurde auch der Magen als Sülzehülle genutzt - dann hatten die Kinder Glück und konnten mit der Schweineblase Fußball spielen. Wenn Hühner geschlachtet wurden, bekamen die Kinder oft die Füße zum Spielen: Man konnte an die Enden der Sehnen einen Faden knoten und dann damit die Zehen bewegen und die Füße "lebendig" werden lassen.
↑Das Wort setzt sich aus zwei Wörtern zusammen: Plünnen bedeutet "alte, abgetragene Kleidungsstücke, Lumpen, Lappen oder auch Kram". Striepens ist der Plural von Striepen und bedeutet „Streifen".
↑dat leet as 'ne Appelsin = das sah aus wie eine Apfelsine (leet ist die 3. Person Singular im Präteritum, von loten = aussehen (auch: lassen)
↑al 's morrns -> 's steht für des (Überbleibsel vom alten norddt. Genitiv); morrns würde auch genügen und morgens bedeuten.
↑inreben (Infinitiv: inrieben) = eingerieben / weken = weichen / hellbruun = hellbraun (Die Abbildung im Hintergrund des folgenden Lückentextes ist wie alle Abbildungen in diesem Material mit der KI generiert worden (CHAT GPT). Bei den anderen beiden KI-generierten Abbildungen hat die KI übrigens folgende Fehler gemacht: Auf dem Bild von "Heinz" mit seinem neuen Fußball vor dem Weihnachtsbaum ist die Hand, die den Ball hält, unverhältnismäßig groß. Und auf dem Bild mit Harry Piel ist der Junge, der Heinz darstellen soll, im Verhältnis zu dem Fußballspieler zu klein geraten; das Größenverhältnis ist so, als ob eine sehr viel größere Entfernung zwischen ihnen liegen würde.)
↑Sabine Häcker (2025): Wie wurde Weihnachten erfunden? - Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag (-> Weihnachten aus religionsgeschichtlicher Sicht) sowie Wem gehört Weihnachten? - Brauchtum, Glaube und Politik (-> Weihnachten aus kulturgeschichtlicher Sicht) → https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=.