Nachhaltigkeitsbildung/Warum kaufen wir kein Tropenholz für die Holzwerkstatt
Warum kaufen wir nur einheimisches Holz für die Holzwerkstatt in der Schule?
Für die Schulwerkstatt dürfen wir kein Tropenholz kaufen. Warum?

Die Antwort ist einfach: Um nicht zur Abholzung der Regenwälder beizutragen!
Die Abholzung der Regenwälder ist problemtisch. Warum? Was wisst ihr bereits darüber? (Vorwissen wiederholen)
Das Sperrholz zum Beispiel, das wir in der Schule benutzen, ist meistens aus Pappel. Wenn es besonders stabil sein soll, z. B. für Tischtennisschläger, nehmen wir Buche. Wo wachsen Pappeln und Buchen?
→ Dieses Unterrichtsmaterial ist eine Zusammenfassung bzw. Wiederholung für Schüler mit Vorwissen, für die Jahrgänge 6-9, Dauer 1-3 Stunden
(→ Dieses Material setze ich auch in der Lehrerausbildung im Referendariat ein, um die Input-Methode Lehrervortrag zu üben. Vgl. [1])
Input
Welche Holzarten sind einheimisch und welche sind Tropenholz aus dem Regenwald?
Kennst du die Holzsorten? Ordne zu!
Warum ist die Abholzung der Regenwälder problematisch?
Die Abholzung führt zu ...
- globaler Klimaerwärmung
- zum Aussterben von Pflanzen und Tieren -> genetische Reserven gehen verloren, z. B. gehen mögliche Rohstoffe von Medikamenten verloren.
- regionalen Naturkatastrophen.
- Verdrängung der indigenen Bevölkerung.
- ...
Was ist ein wichtiger Unterschied zwischen dem tropischen Regenwald und dem einheimischen Wald bei uns?
Früher, noch vor 200 Jahren, gab es auch bei uns riesige Wälder und ihre Abholzung hat nicht zu einer globalen Katastrophe geführt. Warum - was ist der Unterschied?
Die Vegetation im Regenwald ist besonders üppig, d. h. es gibt unendlich viel mehr unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten dort als in unseren Wäldern. Deswegen läuft dort viel mehr Photosynthese ab und der Regenwald kann als "grüne Lunge", als der wichtigste Sauerstoffproduzent der Erde bezeichnet werden.

Warum kann Regenwald, wenn er einmal zerstört ist, nicht wieder aufgeforstet werden?
Die verschiedenen Wälder haben unterschiedliche Nährstoffkreisläufe.
Wegen der Winterkälte werden in unseren Breitengraden die organischen Abfallprodukte (Blätter usw.) nur langsam abgebaut, es entsteht eine dicke Schicht fruchtbarer Erde, die ein Nährstoffreservoir darstellt.
Im tropischen Klima werden organische Abfallprodukte in kurzer Zeit abgebaut. 90 % der Nährstoffmasse sind in der lebenden Pflanzenmasse gespeichert. Durch die "Vermittlung" der Pilze u. ä. gehen die Nährstoffe einer toten Pflanze sofort in eine lebende Pflanze über. Deshalb haben die Regenwälder keine dicke Humusschicht (= fruchtbarer Boden).
Wird der Regenwald zerstört, fallen keine Blätter etc. mehr herab und es gibt nicht mehr genügend Nährstoffe im Boden, um wieder Bäume anpflanzen zu können.
Und darum ist der Schutz des Regenwaldes so dringend: Wenn er einmal zerstört ist, kann er nicht wieder nachwachsen!
Wie wird aus Regenwald Wüste?
Bringe die Bilder und Texte in die richtige Reihenfolge, um die Frage zu beantworten!
Warum ist Tropenholz so beliebt?
Es gibt extrem viele verschiedene Holzarten mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften - die Variantionsbreite ist sehr viel größer als bei einheimmischen Holz. Beispiele:
- Balsa ist sehr weich und ganz leicht - deswegen wird es gern zum Modelbau verwendet.
- Bongossi ist sehr hart. Es ist so hart, dass du mit einem Akkuschrauber keine Schraube reinschrauben kannst. - Man nimmt es manchmal für die Türen von Pferdeboxen.
- Mahagoni hat eine rötliche Farbe und ist ebenfalls hart und witterungsbeständig. - Manche Leute mögen Möbel aus Mahagoni, wegen ihrer besonderen Farbe. Auch Fenster und Haustüren werden gern aus Mahagoni gebaut, weil das Holz von Regen und Sonne nicht so schnell kaputt geht.
- Teak ist ebenfalls hart und witterungsbeständig - daher sind Gartenmöbel aus Teak beliebt.
- Ebenholz ist schwarz und sehr hart, es verzieht sich nicht bei Temperaturschwankungen. - Früher wurden die schwarzen Tasten am Klavier aus Ebenholz gemacht.

Wie kann man Tropenholz im Handwerk ersetzen?
Man muss sich gut überlegen, welche Holzart für welche Zwecke günstig ist. Kiefer z. B. ist eher weich: Man kann daraus gut Regale bauen, aber eine Tischplatte aus Kiefer bekommt sehr schnell viele Kratzer und Einkerbungen, dafür nimmt also besser ein härteres Holz, z. B. Buche.
Tropenholz hat oft sehr spezielle Eigenschaften, es ist besonders weich oder besonders hart und wetterfest, und hat manchmal auch spezielle Farbtöne. Trotzdem kann man es ersetzen!
Übrigens: Ganz grob (und etwas vereinfacht) kannst du dir folgendes merken: Je schneller eine Baumart wächst, desto weicher und leichter ist ihr Holz. Wächst eine Baumart eher langsam, ist das Holz meist härter und schwerer.
Aufgabenpool
Der Aufgabenpool stellt Vorschläge dar, evtl. auch zur Differenzierung.
- Stelle die Informationen von dieser Seite in einer Mindmap oder Conceptmap dar! Im Mittelpunkt steht die Frage: Welches Holz kaufen wir für die Schulwerkstatt?
- Erstelle ein digitales Quiz zu den Informationen auf dieser Seite für deine Mitschüler/innen! Z. B.
- ein "Millionenspiel"
- einen Lückentext
- eine Zuordnungaufgabe mit richtig/falsch-Aussagen
- ...
- Erstelle eine Spickzettel mit höchstens 10 Begriffen und drei Zeichnungen und halte damit einen freien Vortrag vor der Lerngruppe (max 4 min) und erkläre, warum dein Werklehrer für die Schulwerkstatt nur einheimisches Holz kaufen darf.
- Rollenspiel: Herr Kaminer möchte neue Fenster einbauen lassen und Frau Löwe ist eine Tischlerin, von der er sich beraten lässt.
- ...
Zusatzaufgaben
Diese Aufgaben können bei Interesse oder übriger Lernzeit zusätzlich gemacht werden (sie zielen nicht auf eine weitere inhaltliche Vertiefung der Tropenholz- bzw. Regenwaldproblematik).
Baumkunde einheimischer Hölzer:
Länder, in denen es Regenwald gibt:
Einige Vokabeln, um auf Englisch über die Regenwaldproblematik sprechen zu können:
Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache: Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht der Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!
- ↑ Mit Referendaren übe ich im Seminar die Methode Freier Lehrervortrag - d. h. ohne Smartboard, auf dem eine digitale Präsentation gezeigt wird o. ä. Zuerst sammeln wir Kriterien eines guten Lehrervortrags. Dann bekommen die Referendare die Aufgabe, sich anhand des Materials in das Thema inhaltlich einzuarbeiten, dabei dürfen auf einem Papier 10 Stichworte und 5 Zeichnungen machen, die sie beim Vortrag als Spiekzettel nutzen dürfen. Im Anschluss werden die Vorträge gehalten, gerne mit einer gleichzeitigen Visualisierung an der Tafel. ZIEL: Meiner Erfahrung nach scheuen Referendare sich oft, einen spontanen Lehrervortrag zu halten, weil sie das mit Frontalunterricht gleichsetzen und Frontalunterricht mit einem veralteten Lehrformat gleichsetzen. Letzteres ist natürlich Quatsch, denn guter Frontalunterricht kann zu einem guten Lernen führen, genau wie jede andere Methode, wenn sie gut umgesetzt wird. (Wichtiger ist i. d. R. die gute Umsetzung einer Methode, weniger die Wahl selbst - natürlich muss sie zur Lerngruppe etc. passen.) Dieses kleine Modul soll also zum einen die Scheu vor einer frontalen Methode und zum anderen die Scheu vor Publikum zu sprechen nehmen. Außerdem soll Aufbau, Struktur und Visualisierung bei der Vorstellung eines Inhalts geübt werden.
