Stadt im Mittelalter/Wohnen

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Die Menschen im frühen Mittelalter lebten mit der ganzen Familie in einfachen Häusern. Meistens gab es im Haus nur einen  Raum, in dem alle wohnten. Dieser war auch für die Frauen  wichtig, denn hier arbeiteten sie auch dann, wenn die Männer auf dem Feld waren. Im Mittelalter wurden Wohnen und Arbeiten noch nicht getrennt. Viele Menschen wohnten genau dort, wo sie auch arbeiteten wie eben die Bauern.

Zunächst errichteten die Bauern ein Gerüst aus Holzbalken. Holz gab es in den Wäldern ausreichend, so dass hier reichlich Material vorhanden war. In die Zwischenräume füllten sie geflochtene Birkenzweige und dichteten die Wände mit Lehm und Stroh ab. Auch die Dächer wurden mit Stroh und auch mit Schilf gedeckt. Richtige Fußböden aus Stein oder Teppiche hatten die Menschen nicht zur Verfügung. Sie nutzten gestampfte Erde für ihre Fußböden, die sie mit Stroh bedeckten.

Durch die Fenster wäre im Winter zu viel Wärme verloren gegangen, denn das Glas war entweder nicht verbreitet oder dort, wo man es kannte, viel zu teuer. So etwas konnte sich ein einfacher Bauer nicht leisten. Es gab nur Türen oder sehr kleine Fensteröffnungen, die im Winter mit Stroh oder Häuten verschlossen wurden. Deswegen war es in den Häusern auch sehr dunkel. In der Mitte des Hauses wurde eine Feuerstelle eingerichtet. Hier wurde gekocht und das Feuer erwärmte das Haus und sorgte für Helligkeit. Auch sammelte sich die ganze Familie ums Feuer, denn hier war es meist am wärmsten. Die Hausdächer hatten aber noch keine Schornsteine, so dass der Rauch nur durch kleine Schlitze abziehen konnte. In den Häusern war es dann meist sehr rauchig und stickig. Es passierte auch nicht selten, dass ein Haus abbrannte. Und für die Gesundheit war der dauernde Rauch auch nicht gerade förderlich.

Möbel gab es nur sehr wenige. Einen Tisch, ein paar Hocker oder Schemel, vielleicht eine Bank und eine Truhe. Schränke kannte man noch nicht. Betten gab es nicht immer und die Familie schlief auf Stroh auf dem Boden neben dem Feuer.

In den mittelalterlichen Städten war bei den Bürgerhäusern und Werkstätten sofern diese nicht ohnehin zusammengezogen waren hauptsächlich der Fachwerkbau gebräuchlich. So wurden in der Holzskelettbauweise sog. Gefache aus senkrechten, waagrechten und schrägen Balken durch Holzbohlen und Flechtwerk mit Lehmbewurf geschlossen. Nichttragende, dünnere Sprossen stützen Gefache und begrenzen Fenster und Türen. Mit dem Beginn des mehrgeschossigen Hausbaus im 13. Jahrhundert wurden zur Versteifung der Wandkonstruktion Schräghölzer notwendig. Schon im 13/14 Jahrhundert gab es diese Art der Konstruktion in Verbindung mit stockwerkbildenden Elementen. So wurden besonders an der Hausfront vor das eigentliche Gerüst vorragende Stockwerkfassaden gehängt, die reiche Bürger prunkvoll und aufwendig schmücken ließen. Zur Verhinderung der Ausbreitung von Bränden wurden bald Schutzvorschriften erstellt, wonach jedes neue Haus eine Feuermauer an der Seite zum Nachbarhaus haben musste. Außerdem unterstützte die Stadtverwaltung den Bau eines neuen Hauses, indem sie Tonziegel für die Dachdeckung zur Verfügung stellte.

Die Fußböden in den engen, stickigen und dunklen Räumen des Hauses bestanden meistens aus festgestampftem Lehm, erst seit dem 14. Jahrhundert vereinzelt bei reicheren Familien aus Tonfließen. Im Gegensatz dazu hatten vor allem die Häuser der sozialen Unterschicht und das übrige gewöhnliche Volk eine offene Feuerstelle ohne eigenen Rauchabzug. Kleine Fenster wurden mit Fensterläden oder Leinwand verschlossen, Glasfenster sind zwar ab 1353 in Köln nachweisbar, jedoch nur in öffentlichen Gebäuden. Als Einrichtung gab es hauptsächlich nur grob gezimmerte Möbel und einfache Liegeflächen aus Stroh und Fell als Bett.

Wohn- und Arbeitsstätte der Bürger fielen in ein Haus zusammen. Verkauft wurde auf den heruntergeklappten Fensterläden zur Straße hin, wo sich auch die Werkstätten, Kontore und Warenlager befanden. Dahinter lag die Küche. Im Obergeschoss waren Schlafkammern eingerichtet. Die Unterschicht war in enge, schmutzige und schlechte Räume (wenn überhaupt) eingepfercht. Ebenso fand man in solchen Räumen auch dementsprechend schlechte Arbeitsverhältnisse vor, obwohl oft den Handwerkern selbst nur die Gerätschaften gehörten, während die Produktionsstätte Gemeinschaftseigentum der Zünfte war. Diese besaßen auch eigene Zunfthäuser. Solche Gesellschafts- und Verwaltungsbauten der Handwerkerzünfte und Kaufmannsgilden mit einem großen Saal für Versammlungen und Festlichkeiten, Büroräumen, Lager- und Schauräumen gab es seit dem späteren Mittelalter. Besonders aufwendig waren die Gewandhäuser der Tuchmacher.

Handwerkerhäuser waren den Bedürfnissen des jeweiligen Betriebes und der Lagerhaltung angepasst. So waren die Häuser der Gerber und Färber oft an einem Flusslauf zusammengefasst und hatten diesem zugewandt breite Türöffnungen bzw. Ladetore.

Bürgerhäuser waren Werkstatt, Wohn-, Geschäfts- und Speicherhaus gleichzeitig. Seit dem späten Mittelalter wohnten hier neben den Eigentümern mit Familien und Gesindel auch Mieter und Untermieter, meistens in sehr schlechten Wohnverhältnissen.

Gaststätten und Gasthäuser bestanden in der Grundausstattung aus der Küche und einem Gastraum. Erst seit dem späten Mittelalter entwickelten sich aus Gasthäusern, Tavernen, Weinstuben, Ausschanklokale der Brauereien, Ratskeller und andere Schenken. So gab es z.B. die Seefahrtshäuser der Hanse, die auch Unterkunft anboten.


Interaktive Übungen

Die Häuser im frühen Mittelalter waren klein und einfach. Dort gab es einen einzigen Raum, dort wohnten und arbeiteten auch die Menschen.

Das Haus bestand größtenteils aus Holz. Das Material hatten die Bauern also aus dem Wald. Die Zwischenräume in der Wand wurden mit geflochtenen  Birkenzweigen gefüllt.



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