Goodbye Deutschland/Der amerikanische Traum: Unterschied zwischen den Versionen

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Aber das verlernt sich bald. Einer wird hier auch ganz anders rumgestoßen als drüben, und wenn man erst ein paarmal ordentlich angeekt ist mit seinem dicken Kopf, dann lernt man bald Vorsicht und fest auf den Bei­nen stehen und fest zufassen.
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Wer das nicht kann, soll das Reisegeld sparen... Dor ist de Minsch noch den leiwen Gott sin Dummer­jahn. Hier gilt das nicht so recht. Hier sitzt den meisten ihr lieber Gott im Geldkasten."|Jürnjakob Swehn der Amerikafahrer, von Johannes Gillhoff, digitalisierte Ausgabe von Michael Palmer (2017)<ref>[http://griesegegend-online.de/J%20Swehn%20mit%20Kommentaren%20von%20M%20Palmer.pdf Jürnjakob Swehn der Amerikafahrer] von Johannes Gillhoff, digitalisierte Ausgabe von Michael Palmer (2017)</ref>}}
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Des Nachts bin öfters bei euch und tune or­denlich mit euch sprechen wen ich dan des Morgens aufwaggentuh dann bin Ich orden­tlich fro, mein lieben Freunde
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es ist ein schro­fer unterschied mit den Knechten und Mäch­ten den die haben viel mer recht hir den bei euch wen ich meine arbeit fertich habe dan geht man woman lust hat, dann dürffen sie (Dienstherr/Dienstherrin) auch nicht mal ein wort sagen."|W Helbich u. a (Hrsg), Briefe aus Amerika, Deutsche Auswanderer schreiben aus der Neuen Welt 1830-1930. München 1988,  S.551}}
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Version vom 16. Mai 2022, 06:36 Uhr

Fate of German Emigrants im America



Aufgabe
Erkläre, wie die Auswanderer ihre Erfahrungen schildern.

M1 Erfahrungen aus dem „Old Country" zählen nichts

Zitat
„Was glaubst du wohl, wie klug einer ist, wenn er rüberkommt? So dumm as en Daglöhner­farken [Ferkel], einer wie der andere. Wenn Dummheit weh täte, dann wär am Hafen von New York vom Morgen bis an den Abend nichts zu hören als Heulen und Wehklagen.

Aber das verlernt sich bald. Einer wird hier auch ganz anders rumgestoßen als drüben, und wenn man erst ein paarmal ordentlich angeekt ist mit seinem dicken Kopf, dann lernt man bald Vorsicht und fest auf den Bei­nen stehen und fest zufassen.

Wer das nicht kann, soll das Reisegeld sparen... Dor ist de Minsch noch den leiwen Gott sin Dummer­jahn. Hier gilt das nicht so recht. Hier sitzt den meisten ihr lieber Gott im Geldkasten."
Jürnjakob Swehn der Amerikafahrer, von Johannes Gillhoff, digitalisierte Ausgabe von Michael Palmer (2017)[1]


M2: Aus dem Brief der ehemaligen Heuerlings­tochter[2]Margarethe Winkel­meier an ihre Familie im Mindener Land am 14. Dezember 1869:

Zitat

„Meinne arbeit ist wiegewönlich da sein in der vermielge [Familie] Mann und Frau ein Kind Kindermacht und Küchgemacht das bin Ich das machen zusammen 5we, Da solte man garmeinnen da könte man die Hände im schos legen das würde wol gehen wen die wasge [Wäsche] so grost nicht wäre in der Woche...

Des Nachts bin öfters bei euch und tune or­denlich mit euch sprechen wen ich dan des Morgens aufwaggentuh dann bin Ich orden­tlich fro, mein lieben Freunde

es ist ein schro­fer unterschied mit den Knechten und Mäch­ten den die haben viel mer recht hir den bei euch wen ich meine arbeit fertich habe dan geht man woman lust hat, dann dürffen sie (Dienstherr/Dienstherrin) auch nicht mal ein wort sagen."
W Helbich u. a (Hrsg), Briefe aus Amerika, Deutsche Auswanderer schreiben aus der Neuen Welt 1830-1930. München 1988,  S.551

McKinley Prosperity.jpg


Quellen

  1. Jürnjakob Swehn der Amerikafahrer von Johannes Gillhoff, digitalisierte Ausgabe von Michael Palmer (2017)
  2. Heuerlingstochter: landwirtschaftliche Arbeiterin mit kleiner Eigenwirtschaft