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	<title>ZUM-Unterrichten - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-04-30T15:09:56Z</updated>
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		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Religionswissen/religi%C3%B6ser_Extremismus&amp;diff=152432</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/Religionswissen/religiöser Extremismus</title>
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		<updated>2026-04-30T08:06:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Tanach, Bibel und Koran.jpg|mini|Fundamentalistisch orientierter religiöser Extremismus beruht darauf, dass Aussagen der jeweiligen heiligen Schrift wortwörtlich geglaubt werden und in totalitärer Weise für alle Menschen gelten sollen. Der Bezugsrahmen von Universalismus und Wissenschaft wird abgelehnt und durch Religion ersetzt. Was heißt das konkret und warum wird das von vielen Menschen als bedrohlich wahrgenommen?  ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &#039;&#039;&#039;Religiöser Extremismus als gesellschaftspolitische Bedrohung und Präventionsarbeit&#039;&#039;&#039; ====&lt;br /&gt;
Eine Materialsammlung von S. Häcker&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Auf dieser Seite wird eine &#039;&#039;&#039;Sammlung von Material und Impulsen&#039;&#039;&#039; angeboten, die in der &#039;&#039;&#039;Aus- und Fortbildung von Lehrkräften&#039;&#039;&#039; genutzt werden und auch &#039;&#039;&#039;Ideen für die Unterrichtsarbeit&#039;&#039;&#039; geben kann.&#039;&#039; &#039;&#039;Diese Sammlung soll Anregungen zum Thema bieten und zeigt Tendenzen auf, erhebt aber mitnichten Anspruch auf Vollständigkeit - das Thema ist sehr(!) komplex und es können nur einige wenige Aspekte und Beispiele betrachtet werden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Warum kann ein extremistisches Religionsverständnis eine gesellschaftspolitische Bedrohung sein? ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Errungenschaften der Aufklärung.png|mini|Wenn behauptet wird, die Grundlage unserer Gesellschaft wären christliche Werte, wird etwas verwechselt: In unserer Gesellschaft gibt es viele Strukturen, die in einer vom Christentum beherrschten Zeit entstanden sind. Aber unsere Kultur beruht schon lange auf dem Menschenbild des Humanismus und den Werten der Aufklärung.]]&lt;br /&gt;
Unsere Kultur und unser politisches System, unsere freiheitliche, demokratische Grundordnung in Deutschland basiert auf Universalismus und Wissenschaft. Universalismus besagt, dass alle Menschen mit den gleichen Rechten geboren werden, weshalb unsere Staatsform die Demokratie ist und wir z. B. die Todesstrafe ablehnen, Rechtsstaatlichkeit und religiöse oder sexuelle Toleranz als einen Wert sehen. Wissenschaft, basierend auf empirischer Forschung und Wahrheit, soll die Grundlage für vernunftgeleitete gesellschaftspolitische Entscheidungen sein - und nicht Religion, Tradition oder Herrscherwillkür. Diese Werte entstammen der Epoche der Aufklärung, die im 18. Jahrhundert begann. Die Aufklärung führte die Idee der Menschenwürde ein: Jeder Mensch wird frei und mit gleichen Rechten geboren und besitzt eine Würde, die geachtet werden muss.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Religiöser Extremismus basiert darauf, dass die jeweilige heilige Schrift wortwörtlich verstanden und für absolut erklärt wird, so dass die jeweilige Interpretation der Schrift als Referenzrahmen für gesellschaftspolitische sowie persönliche Entscheidungen angesehen wird. Die aus der jeweiligen Schrift abgeleiteten Regeln sollen nicht nur den individuellen Glauben betreffen, sondern in totalitärer Weise eine Umgestaltung der gesamten Gesellschaft in Kultur und Staat bewirken. Häufig werden die Wissenschaft, das Prinzip der Menschenrechte und ebenso die Demokratie sowie die plurale, offene Gesellschaft - mit der typisch westlichen Verbindung von Rationalität und Liberaltiät (vgl. Dietz, 2022, S. 276) - abgelehnt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Religiöser Extremismus breitet sich derzeit in allen drei Buchreligionen aus: Er zeigt sich z. B. in Teilen der evangelikalen Bewegung, des katholischen (Ultra)Konservatismus, bei manchen Vertretern der orthodoxen Kirchen, im Islamismus und im (ultra)orthodoxen Judentum. Alle genannten religiösen Strömungen stellen dabei ein Spektrum von schwach bis stark menschen- und wissenschaftsfeindlich dar; die Positionen der einzelnen Gemeinden und Gläubigen sind dabei selbstverständlich nicht einheitlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden führe ich einige Beispiele für Textstellen in der Bibel und im Koran auf, die zu menschenfeindlichen Positionen führen, wenn man sie wortwörtlich nimmt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Strafen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
** &#039;&#039;5. Mose 21, 18-21&#039;&#039; → &amp;quot;Wenn jemand einen (...) ungehorsamen Sohn hat, (...) so sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, dass er sterbe (...).&amp;quot; &lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Sure 5, 38&#039;&#039; → Und der Dieb oder die Diebin, schneidet ihnen ihre Hände ab als Lohn für ihre Taten.&amp;quot; / Sure 4, 34 besagt, dass Männer ihre Frauen schlagen sollen, wenn sie nicht gehorchen. &lt;br /&gt;
** Bsp.: Der Verfassungsschutz macht auf eine islamistische Gruppe aufmerksam, die Frauen zur Strafe schlägt: https://www.instagram.com/p/DTuMeI_iUK1/; aufgrund dieser Sure haben 2026 die regierenden Taliban in Afghanistan ein Gesetz verabschiedet, dass es den Ehemännern erlaubt, ihre Frauen zu schlagen.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sklavenbesitz:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
** &#039;&#039;1. Petrusbrief 2, 18&#039;&#039; → &amp;quot;Ihr Sklaven, ordnet euch in aller Gottesfurcht den Herren unter, nicht nur den gütigen und freundlichen, sondern auch den launenhaften.&amp;quot; &lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Sure 23, 1-6&#039;&#039; → &amp;quot;Wohl ergeht es den Gläubigen, (...) die sich der Weiber enthalten - es sei denn ihrer Gattinnen oder derer, die ihre Rechte besitzt (= Sklavinnen), denn siehe hierin sind sie nicht zu tadeln.&amp;quot; &lt;br /&gt;
** Bsp.: Doug Wilson, ein von Pete Hegeseth favorisierter Prediger, verteidigt den Sklavenbesitz in den US-Südstaaten: https://www.instagram.com/reels/DVFVuvODet_/&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Männliche Homosexualität:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
** &#039;&#039;3. Moses 20, 13&#039;&#039; → &amp;quot;Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Greuel ist, und sollen beide des Todes sterben.&amp;quot; &lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Sure 7, 80-81&#039;&#039; → &amp;quot;(...) Wollt ihr Schandbarkeiten begehen, wie keins der Geschöpfe sie zuvor beging? Wahrlich, ihr kommt zu den Männern im Gelüst anstatt zu den Weibern!&amp;quot;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Judenfeindlichkeit und religiöse Toleranz:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Apostelgeschichte 18, 6&#039;&#039; → Als die Juden sich nicht zum Christentum bekehren lassen wollten, sagte Paulus: &amp;quot;Euer Blut komme über euer Haupt (..)!&amp;quot; &lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Sure 5, 51&#039;&#039; → &amp;quot;O ihr, die ihr glaubt, nehmt euch nicht die Juden und Christen zu Freunden (...).&amp;quot;&lt;br /&gt;
Jedoch ist weder die Bibel noch der Koran eindeutig, sondern höchst widersprüchlich. Ein Beispiel dazu aus dem Koran: Einerseits werden Ungläubige verdammt, in &#039;&#039;Sure 4, 89&#039;&#039; heißt es z. B. → &amp;quot;Sie wünschen, dass ihr ungläubig werden, wie sie ungläubig sind (...) Und so sie den Rücken kehren, so ergreifet sie und schlagt sie tot (....).&amp;quot;), andererseits gibt es aber auch &#039;&#039;Sure 10, 99&#039;&#039; → &amp;quot;Und wenn dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?&amp;quot; oder &#039;&#039;Sure 109, Vers 1–6&#039;&#039;: „Sprich: O ihr Ungläubigen, Ich diene nicht dem, dem ihr dient. (…) Euch euer Glaube und mir mein Glaube.“ Erwähnenswert ist auch &#039;&#039;Sure 2, 256&#039;&#039; → &amp;quot;Es sei kein Zwang im Glauben.&amp;quot; Wer seine politische Meinung mit einem kontextlosen Zitat als angeblich alternativlos begründet, hat sich oft einfach das passende Zitat ausgesucht (vgl. Schmid und Schröter, 2020, S. 402 f.).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Influencer auf Social Media und mögliche Indoktrination von Jugendlichen als Zielgruppe ====&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Überzeugung vom absoluten Wahrheitsanspruch des eigenen Glaubens kann bei religiösen Menschen darin gipfeln, auch andere von dieser Absicht überzeugen zu wollen.&amp;quot; (Pappritz, 2923, S. 2) Dabei wird Religion als Grundlage für Fragen zu allen Lebensbereichen gesehen. Umgangssprachlich und in moderner Optik werden religiöse Begründungen normativ gesetzt. Gerade Jugendliche als begehrte Zielgruppe sind auf Social Media effektiv erreichbar. Aufgrund gering ausgeprägter Urteilskraft besteht die Gefahr, dass Jugendliche tradierte und dogmatische Indoktrination unreflektiert übernehmen. (Pappritz, 2023, S. 19) &amp;quot;Für Jugendliche in der eigenen Selbstfindungsphase kann sich hier durch den angebotenen religiös motivierten Leitfaden eine Ankermöglichkeit im Leben etablieren. (...) Wenn die Konsumierenden von religiösen Videos einseitig und massiv in ihrer Einstellung, Meinung oder Werthaltung beeinflusst werden, wird von einer &#039;&#039;Indoktrination&#039;&#039; durch diese Medien gesprochen. Dies geschieht durch drei Aspekte:  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Subjektive Ansichten werden zu objektiven Wahrheiten erhoben.&lt;br /&gt;
* Die Protagonisten dieser Medien lehnen alternative Perspektiven ab oder diffamieren sie, ohne formal gültige Argumente vorzubringen.&lt;br /&gt;
* Es werden konkrete unveränderliche Verhaltensweisen vorgeschrieben, die entweder durch die vermittelnde Person oder aber durch den Verweis auf religiöse Schriften legitimiert werden.&amp;quot; (Pappritz, 2023, S. 6 f.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Diskussionsimpulse =====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Werte im Konflikt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Diskussionsimpuls- sprachliche Differenziertheit.png|mini|Warum sollten wir beim Sprechen über Religion und religiöse Menschen genauso differenziert sein wie bei anderen Themen?]]&lt;br /&gt;
In einem Seminar haben wir Tobias Riemenschneiders Statement zum Teufel gehört: https://www.instagram.com/tobi.riemenschneider/ Die Teilnehmerin Marie meinte, dass sie entsetzt sei, weil damit Angst geschürt wird und sie das aus pädagogischen und psychologischen Gründen ablehnt. Der Teilnehmer Stefan konterte, dass dies aber nun mal sein Glaube sei und dies zu glauben und zu sagen sein gutes Recht. Welche Werte geraten hier miteinander in Konflikt?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Werte der Aufklärung und ihr Stellenwert in unserer Gesellschaft&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Werte der Aufklärung transportierten große Versprechen: Wissenschaft versprach Fortschritt, Universalismus versprach eine gerechtere Gesellschaft. Der Gedanke, dass alle Menschen rechtlich gleich geboren werden, ist das theoretische Fundament für Gerechtigkeit, den Sozialstaat, die soziale Marktwirtschaft und kulturellen Pluralismus und die Grundlage, um gegen Rassismus und Sexismus zu sein. Und obgleich die Welt und unsere Gesellschaft in den letzten 200 Jahren sehr viel fortschrittlicher und gerechter wurde, gibt dennoch es auch Enttäuschung, denn von einer klassenlosen Gesellschaft und universeller Gerechtigkeit sind wir immer noch weit entfernt. Manche junge Menschen wenden sich deshalb von der Aufklärung ab: Sie sei von Anfang an von Männlichkeit, Weißsein, Bürgertum und europäischen Interessen dominiert gewesen und deshalb abzulehnen. Allzu oft sei Gerechtigkeit als Lüge verkauft worden, um andere Menschen auszubeuten - und sicherlich ist das passiert, z. B. wenn mit der Rechtfertigung, Menschen &amp;quot;Zivilisation&amp;quot; zu bringen, diese kolonialisiert und ausgebeutet wurden, oder wenn von den USA und anderen westlichen Staaten Kriege angezettelt wurden, bei denen es um wirtschaftliche Vorteile ging, dieser Krieg jedoch heuchlerisch mit Menschenrechten und einem Demokratieversprechen begründet wurde. Teilweise wird von Kritikern der Aufklärung auch argumentiert, dass schon allein auf Werten zu bestehen bereits eine Form von problematischem Machtanspruch sei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie steht ihr dazu? Sollen die Werte der Aufklärung ein unumstößlicher gesellschaftlicher Maßstab sein? Oder sollen sie zur Diskussion stehen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Misstrauen, Zukunftserwartungen und der Erfolg von rechts-religiösen Konzepten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem Buch &amp;quot;Misstrauensgemeinschaften&amp;quot; (2025) zeigt Aladin El Mafalaani auf, dass moderne Gesellschaften immer komplexere Systeme werden, die einerseits Vertrauen notwendig machen, weil man sie als Einzelner nicht mehr verstehen kann, wodurch anderersseits Misstrauen in diese Systeme immer wahrscheinlicher wird: Der technologische Fortschritt führt zu immer weitgreifenderer Digitalisierung und Entfremdung, die Migrationsbewegungen zu immer größerer kultureller Pluralität, der demografische Wandel zu Problemen wie der Finanzierung von Sicherungssystemen und Fachkräftemangel, die Globalisierung und weltpolitische Ordnung erschweren die Bewältigung globaler Herausforderungen wie der Klimakrise, denn die klassischen Formen staatlicher Steuerung stoßen an ihre Grenzen. Wissensbestände werden immer komplexer und die Deutungsangebote vielfältiger. Als Folge nimmt die Skepsis gegenüber der Funktionsfähigkeit der liberalen Gesellschaft und dem demokratischen Staat zu (S. 49). Die liberale Gesellschaft vermittelt negative Zukunftserwartungen. Da Vertrauen in ein System ist aber immer an positive Zukunftserwartungen geknüpft ist, entsteht Misstrauen. &amp;quot;Eine positive Zukunft besteht aus Versprechen. Die liberale Demokratie war in den vergangenen Jahrzehnten getragen von der Aussicht auf Wohlstand, Fortschritt und Sicherheit. Das scheint nicht mehr gegeben&amp;quot; (S. 89). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Soziologe El Mafalaani selbst zieht in seinem Buch keinen Zusammenhang zwischen seiner gesellschaftlichen Diagnose von zunehmendem Misstrauen gegenüber &amp;quot;dem System&amp;quot; und dem Erstarken von fundamentalistischen religiösen Bewegungen, doch ich möchte diese Frage stellen: Lässt sich mit diesen Überlegungen die Attraktivität von extremistischer Religiosität erklären? Bieten extremistische religiöse Bewegungen ein anderes, positiveres Zukunftsversprechen?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Info: Das historisch-kritische Schriftverständnis ====&lt;br /&gt;
Grundlage für eine Religiosität, die sich mit Wissenschaft vereinbaren lässt, kann &#039;&#039;ein historisch-kritisches Schriftverständnis&#039;&#039; sein. Dieses Schriftverständnis versteht die Texte der Bibel oder des Koran im Kontext ihrer jeweiligen Entstehung. (&#039;&#039;Kritisch&#039;&#039; heißt dabei nicht, die Texte abzulehnen, sondern sie unvoreingenommen nach wissenschaftlichen Methoden zu erforschen.) Auf der Grundlage solch eines Schriftverständnis&#039; (das mit der Aufklärung im 18. Jhd. entstand) ist es für gläubige Menschen möglich, religiöse Toleranz, die Gleichberechtigung aller Menschen und eine wissenschaftliche Weltsicht in Einklang zu bringen mit der Bibel.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bibel legen die Theologen Konrad Schmid und Jens Schröter in ihrem Buch &amp;quot;Entstehung der Bibel&amp;quot; (2020) dar, dass es schon innerhalb der Bibel innerbiblische Auslegungen gibt: Frühere Schriften werden in späteren Schriften kommentiert, differenziert und weiterentwickelt (S. 175). Diese innerbiblischen Interpretationen bezeugen, dass die biblischen Texte kein wörtlich zu nehmendes Gotteswort sind, sondern Produkte ihrer Zeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Eine relativ kurze Entstehungsgeschichte der Bibel, die erklärt, warum die Bibel Aussagen wie die oben genannten enthält, findet sich in &#039;&#039;Sabine Häcker: Wie wurde Weihnachten erfunden? - Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag&#039;&#039;. 2025, S. 19-26.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Extremistische religiöse Gruppierungen lehnen ein historisch-kritisches Schriftverständnis ab und benutzen wörtliche Zitate aus ihrer jeweiligen Schrift als (angeblich alternativlose, dogmatische) Begründung für ihre Positionen. In den USA argumentieren Klimaschutzgegner mit Bibelzitaten, in Israel rechtfertigen Siedler die Vertreibung von Nicht-Juden mit dem Tanach und in Saudi Arabien dürfen Frauen mit Verweis auf den Koran ohne männlichen Vormund keine eigene Wohnung mieten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Christlicher Extremismus ===&lt;br /&gt;
Für einen Einstieg in das Thema:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* WDR-Doku in ARD-Mediathek (Video, 29 min): [https://www.ardmediathek.de/video/radikale-christen-in-deutschland-kreuzzug-von-rechts/radikale-christen-in-deutschland-kreuzzug-von-rechts/wdr/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtNmVmNDdhOTMtMDg4YS00NTBmLWJlYjctNGU2OGRkMzY2OTc5 https://www.ardmediathek.de/video/radikale-christen-in-deutschland-kreuzzug-von-rechts/radikale-christen-in-deutschland-kreuzzug-von-rechts/] Das Video zeigt u. a. die Nähe zur AFD in Dtl. und zur MAGA-Bewegung in den USA auf. &lt;br /&gt;
* Die ZDF-Doku (Video, 18 min, veröffentlicht am 31.05.2023) &amp;quot;Die unheimliche Macht der Evangelikalen&amp;quot; zeigt erklärt politische Bewegung der Evangelikalen in den USA: https://www.zdf.de/video/explainer/funk-collection-funk-12275-120/funk-usa-die-unheimliche-macht-der-evangelikalen-i-atlas-102 &lt;br /&gt;
* Dlf: &#039;&#039;Christfluenzer: Geschäftstüchtig, fromm, erzkonservativ&#039;&#039; (vom 02.07.2025) ttps://www.deutschlandfunk.de/christfluencer-evangelikale-rechtspopulismus-patriarchal-bibeltreu-keusch-100.html#Reaktion-Evangelische-Kirche https://www.deutschlandfunk.de/christfluencer-evangelikale-rechtspopulismus-patriarchal-bibeltreu-keusch-100.html#Reaktion-Evangelische-Kirche&lt;br /&gt;
* Sehr niedrigschwellig kann ein Einstieg mittels der Sendung im ZDF vom 08.10.2025 (Video, 34 min) sein: &amp;quot;Jesus Glow und Bibelverse: Sind Christfluencer gefährlich? 13 Fragen&amp;quot; https://www.zdf.de/video/talk/unbubble-100/christfluencer-bibelverse-jesus-glow-100 &lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Extremismus in der evangelikalen Bewegung ==== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Forschende zur evangelikalen Bewegung sind zum Beispiel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Daniel Rudolphi, Beauftragter für Weltanschauungsfragen der Landeskirche Hannover, ordnet hier z. B. die Trauereier für Charlie Kirk (USA) ein: https://www.landeskirche-hannovers.de/presse/tagesthemen/2025/09/30-wenn-eine-politische-bewegung-meint-gott-eindeutig-auf-ihrer-seite-zu-haben-wird-es-brandgefaehrlich&lt;br /&gt;
* Thorsten Dietz, ev. Theologe und Professor, äußert sich in vielen Podcasts und Veröffentlichungen sehr kenntnisreich (und sowohl einerseits wohlwollend als auch andererseits mit einer an den Werten der freiheitlich-demokratischen Grundordnung basierten klaren Kritik) - zur weltweiten und deutschen evangelikalen Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Akteure =====&lt;br /&gt;
Evangelikale Prediger und Gemeinden sind nicht einheitlich. Doch es lassen sich Tendenzen ausmachen – und die sind wichtig zu kennen für die politische Verortung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Tobias Riemenschneider (einflussreicher Pfarrer einer Baptistischen Gemeinde)  https://www.tagesschau.de/investigativ/wdr/afd-christentum-social-media-influencer-100.html&lt;br /&gt;
* ICF - International Christian Fellowship; ICF kommt ursprünglich aus Zürich (gegründet von Heinz Strupler), betreibt mehr als 70 Standorte, vor allem im deutschsprachigen Raumer und auch in Kambodscha, Brasilien und Israel. (Vgl. FAZ am 13.01.2026: https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/ist-jesus-wieder-cool-freikirchen-sind-im-trend-accg-200372993.html, auch  https://www.woz.ch/1044/freikirche/der-seelenfaenger-von-zuerich) Hier ein Bericht von einem ICF-Gottesdienst von &amp;quot;Celine-Teresa&amp;quot; (https://www.instagram.com/celine.teresaa/ ) einer queeren, nicht evangelikalen Christin: https://www.instagram.com/p/DTm-oHJjIqP/&lt;br /&gt;
* Deutsche Evangelische Allianz (gegründet 1848, weltweite Bewegung, große Institution mit kleiner Organisation, viele evangelikale Gemeinden gehören zu diesem Netzwerk, umfasst ca. 1,3 Mio Mitglieder in Deutschland)&lt;br /&gt;
* Weltweite Evangelische Allianz (Von 2021-2024 war der Bonner Thomas Schirrmacher Generalsekretär (der sich von Trump und dem christlichen US-Nationalismus abgrenzte (https://www.welt.de/regionales/nrw/article220413484/Papst-aus-der-Provinz-Ein-Bonner-ist-Kopf-der-evangelikalen-Christenheit.html, vgl. auch Dietz 2022, S. 52), aktuell ist es Botrus Mansour aus Nazareth.)&lt;br /&gt;
* Konferenz für Gemeindegründung (KFG): Dachorganisation&lt;br /&gt;
* Mühlheimer Verband Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden: https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BClheimer_Verband_Freikirchlich-Evangelischer_Gemeinden / &lt;br /&gt;
* Brüdergemeinden (Lehnen eine historisch-kritische Lesart der Bibel absolut ab und halten die Bibel für irrtumslos. Bei den &amp;quot;Brüdern&amp;quot; spielt die Endzeiterwartung in besonderem Maße eine große Rolle. Weil laut einer Prophzeiung zuerst die Juden ihren Staat errichten müssen, bevor das himmlische Reich Gottes kommen kann, sind die Anhänger der Brüderbewegung i.d.R. christliche Zionisten, für Groß-Israel und lehnen palästinensiche Ansprüche an das Land ab (sind also nicht an einer friedlichen Kompromisslösung in Israel interessiert). Die Brüderbewegung geht auf John Nelson Darby (1800-1882) zurück; meist Erwachsenentaufe; etwa 40.000-45.000 Anhänger in Dtl.)&lt;br /&gt;
* Hillsong-Gemeinden (https://hillsong.com/germany/)&lt;br /&gt;
* Freie Theologische Hochschule in Gießen https://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Theologische_Hochschule_Gie%C3%9Fen&lt;br /&gt;
* Medien: &lt;br /&gt;
** idea Spektrum (Zeitschrift mit evangelikaler Ausrichtung, wird dem konservativen Flügel zugerechnet)&lt;br /&gt;
** Bethanien Verlag&lt;br /&gt;
** ERF-Medien&lt;br /&gt;
** Pro - das christliche Medienmagazin https://www.pro-medienmagazin.de/&lt;br /&gt;
** Bibel TV&lt;br /&gt;
*Russlanddeutsche Freikirchen zeigen häufig eine Tendenz zum evangelikalen Spektrum; der Thorsten Dietz erläutert ausführlich (2:11 Std.) die Hintergründe in diesem Podcast: https://open.spotify.com/episode/05hdpwu7UmxvDu5r6N1CdW oder https://podcasts.apple.com/lv/podcast/die-russlanddeutschen-christen/id1530780117?i=1000734427936)  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Positionen =====&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Geschlechterrollen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
** Jasmin Friesen (“Liebe zur Bibel”) postete im Oktober 2025 auf Instagram zu Epheser 2,22 &#039;&#039;Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter, wie dem Herrn:&#039;&#039; “Viele lesen diesen Vers und denken sofort an Ungerechtigkeit oder Unterdrückung. Doch die biblische Unterordnung hat nichts mit Wertlosigkeit zu tun – sie hat mit Ordnung, Liebe und Hingabe zu tun. Beide sind gleichwertig – aber unterschiedlich berufen. Die Frauen sollen sich ihren Männern unterordnen, während der Mann für seine Frau sterben soll. Wahre Größe liegt im Dienen. Unterordnung ist kein Käfig. Es ist ein Tanz, wenn Liebe führt und Vertrauen antwortet.”&lt;br /&gt;
** Tobias Riemenschneider (einflussreicher, evangelikaler Prediger) predigt, dass die Frau sich sanft und still unterordnen soll: https://hb.itslearning.com/ContentArea/ContentArea.aspx?LocationID=62243&amp;amp;LocationType=1&amp;amp;TextURL=%2fLearningToolElement%2fViewLearningToolElement.aspx%3fLearningToolElementId%3d26840142&lt;br /&gt;
** “Viel zu oft ist der Mann seiner Frau unterwürfig und sie regiert das Heim. Das widerspricht dem Willen und Plan Gottes für die Ehe und wirkt sich auf die Kinder aus.” (Quelle: https://www.betanien.de/Material/ermahnendes_Artikel/eltern.htm)&lt;br /&gt;
** Tobias Riemenschneider meint, dass Frauen keine Pastorinnen sein dürfen und begründet das damit, dass Adam zuerst gebildet wurde und Eva ihn betrogen hat: https://www.instagram.com/p/DMNRWCIvbNi/&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Schwangerschaftsabbruch:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
** Evangelische Allianz Deutschland (ein Netzwerk evangelikaler Christen): Homepage -&amp;gt; Material -&amp;gt; Stellungnahmen -&amp;gt; Schwangerschaftsabbruch https://www.ead.de/fileadmin/DEA_Allgemein/Stellungnahmen/Informationsdefizite_beim_Schwangerschaftsabbruch.pdf&lt;br /&gt;
**Der einflussreiche evangelikale Tobias Riemenschneider bezeichnet Abtreibung als Mord: https://hb.itslearning.com/ContentArea/ContentArea.aspx?LocationID=62243&amp;amp;LocationType=1&amp;amp;TextURL=%2fLearningToolElement%2fViewLearningToolElement.aspx%3fLearningToolElementId%3d26840142&amp;lt;nowiki/&amp;gt;xualität&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Sexualität:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
**“Da Krankheiten wie AIDS/HIV in den meisten Fällen durch Sünde erworben wird, muss sie als Teil der Strafe betrachtet werden, die den Zorn Gottes gegen die Ungerechten zum Ausdruck bringt.” (Quelle: https://www.gotquestions.org/Deutsch/AIDS-Bibel.html)&lt;br /&gt;
**Wie überall gibt es natürlich auch in der evangelikalen Bewegung unterschiedliche Meinungen, hier ein Beitrag über das Spektrum von Haltungen gegenüber Homosexualität: https://www.lsvd.de/de/ct/690-Evangelikale-und-Homosexualitaet-Evangelische-Allianz-streitet-ueber-Umgang-mit-Lesben-und-Schwulen&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Wissenschaft (und Klimakatastrophe)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
**In den USA leugenen manche evangelikale Christen den Klimawandel und lehnen teilweise sogar Maßnahmen gegen ihn ab. https://www.deutschlandfunk.de/us-evangelikale-und-der-klimaschutz-die-angst-vorm-gruenen-100.html&lt;br /&gt;
**Dieser Clip auf dem Account von &amp;quot;Ketzer der Neuzeit&amp;quot; ist ein gutes Beispiel dafür, wie Wissenschaft verfälscht und verächtlicht gemacht wird (der Gast ist Tobias Riemenschneider): https://www.instagram.com/p/DS--WAggI75/ - eignet sich gut für eine Rhetorikanalyse!&lt;br /&gt;
**Die Evolutionstheorie wird abgelehnt (statt dessen wird an Kreationismus oder oder neo-kreationistisch an das &amp;quot;intelligent design&amp;quot; geglaubt). Tobias Riemenschneider verachtet &amp;quot;gottlose Wissenschaftler&amp;quot; https://www.instagram.com/p/DK4KdWhsO3e/?img_index=8 und erklärt die Evolutionstheorie für nichtig https://www.instagram.com/p/DLCs7alIu0D/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Staatswesen&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
** https://www.ezw-berlin.de/aktuelles/artikel/ein-fundamentalistisches-christentum-als-staatsreligion-die-christen-in-der-afd-lassen-sich-von-tobias-riemenschneider-erbauen/ auch https://www.instagram.com/p/DQuBASmDHQl/ (Tobias Riemenschneide polemisiert bei einem Vortrag bei der AFD.)&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Erziehung und elterliche Gewalt:&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;“Wer seine Rute schont, der hasst seinen Sohn; wer ihn aber lieb hat, der züchtigt ihn beizeiten.”&#039;&#039; (Altes Testament: Sprüche 13, 24)&lt;br /&gt;
** Studie von dem Kriminologen Christian Pfeiffer und dem Soziologen Dirk Baier zu elterlicher Gewalt in evangelikalen freikirchlichen Gemeinden: https://hpd.de/files/documents/studie_kfn_freikirchen.pdf&lt;br /&gt;
** Der evangelikal ausgerichtete Betanien-Verlag sagt zum Thema Erziehung: “Wir leben in einer Zeit, in der die Verantwortung der Eltern, ihre Kinder zu erziehen, immer mehr an andere „Dienstleistungsanbieter“ abgegeben wird – an Kindergarten, Schule, Jugendgruppe, Verein usw. Wir dürfen die Erziehung unserer Kinder aber nicht einfach in andere Hände abgeben – und schon gar nicht in die Hände Ungläubiger!” (Quelle: https://www.betanien.de/Material/ermahnendes_Artikel/eltern.htm &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Religiöse Toleranz&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Tobias Riemenschneider https://www.instagram.com/p/DQuBASmDHQl/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wo liegt der Unterschied zur evangelischen Kirche? ====&lt;br /&gt;
Die evangelischen Gläubigen werden durch die &#039;&#039;Evangelische Kirche Deutschlands&#039;&#039; vertreten (&#039;&#039;EKD&#039;&#039;). Die Endzeiterwartung nach einem einspurigen Fahrplan wird von den großen Kirchen wie der katholischen, der lutherischen, klassisch-reformierten, anglikanischen, methodistischen und baptistischen nicht geteilt (vgl. Dietz, 2022, S. 233). Die EKD legt die Bibel größtenteils historisch-kritisch aus und es wird zwischen wörtlicher, metaphorischer und symbolischer Ebene unterschieden. Die EKD steht hinter dem Grundgesetz und teilt die Werte der Aufklärung wie Menschenrechte, Demokratie und Wissenschaft.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt das evangelische Netzwerk &amp;quot;yeet&amp;quot; (https://yeet.evangelisch.de/), mit dem die EKD einen Gegenentwurf zu den evangelikalen Postitionen in den Sozialen Medien sichtbar machen möchte. Dazu gehören z. B. Pfarrer wie Nico Buschmann (&amp;quot;Einschpunk&amp;quot;), Maike Schäfer (&amp;quot;Ja und Amen&amp;quot;), Tim Lahr (&amp;quot;Amen aber sexy&amp;quot;) uvm. ( https://yeet.evangelisch.de/wer-oder-was-ist-yeet)  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine kleine Auswahl der evangelischen Positionen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Schwangerschaftsabbruch:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
** Die EKD argumentiert aus einem humanistischen Verständnis heraus und sieht unterschiedliche Werte in einem Spannungsverhältnis, zieht die geltende Gesetzeslage aber nicht in Zweifel: https://www.epd.de/fachdienst/epd-dokumentation/schwerpunkt/ethik/stellungnahme-des-rates-der-evangelischen-kirche &lt;br /&gt;
** In den USA argumentieren evangelische Pastoren &amp;quot;pro choice&amp;quot; mit der Bibel (Bsp.: https://www.instagram.com/p/DQE1zOIkfnX/, Genesis = 1. Buch Mose) und beziehen sich auf das 1. Mose 2, 7. Dort steht: &amp;quot;Da machte Gott der Herr den Menschen aus der Erde vom Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.&amp;quot; Aus diesem Bibelvers eine Definition von Leben abgeleitet, die das Leben mit der Möglichkeit zu atmen beginnen lässt. Auch gibt es in den Rechtsvorschriften von Mose einen Vers, der sich auf menschlich verursachte Schwangerschaftsabbrüche bezieht, und zwar in 2. Mose 21, 22. (Vgl.: [[Schwangerschaftsabbruch: Positionen der Kirchen und der Bibel|Schwangerschaftsabbruch: Postitionen der Kirchen und der Bibel]])&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Homosexualität:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
**Der ev. Theologe Thomas Hieke nimmt Stellung aus historisch-kritischer Perspektive: https://blog.thomashieke.de/blog/bibel-und-homosexualitat/aber-in-der-bibel-steht-doch/ (2 seiten); wer es genauer wissen möchte: https://www.theologie-und-kirche.de/hieke.pdf (34 Seiten). Wer theologisch und historisch noch tiefer eintauchen möchte, kann diesen zweistündigen, interessanten Vortrag des Theologen Thorsten Dietz hören: https://worthaus.org/mediathek/homosexualitaet-und-die-bibel-12-4-1/ (auch als Podcast bei Spotify &amp;amp; Co, nach &amp;quot;Worthaus-Homosexualität-Thorsten Dietz&amp;quot; suchen.)&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Evangelikaler Extremismus:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
**Das öffentliche Umgehen der EKD mit der religiösen Radikalisierung im evangelikalen Spektrum ist auffallend zurückhaltend. Man ist besorgt, vermeidet aber eine offene Konfrontation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Evangelikale Einrichtungen in Bremen, die radikalen Extremismus evtl. verstärken können ======&lt;br /&gt;
Im Vergleich mit anderen Städten ist Bremen eine evangelikale Hochburg: https://hpd.de/artikel/bremen-hochburg-evangelikalen-18831 / https://religionsfreiinbremen.de/wp-content/uploads/2022/06/EvangelikaleInBremen2022-2.pdf) Grund ist unter anderem das Bremer Kirchenrecht: Während in anderen Landeskirchen gilt, dass man als evangelischer Christ zur Kirchengemeinde des Wohnbezirks gehört, ist die eigene Gemeinde in Bremen frei wählbar. Dadurch haben sich Gemeinden mit sehr spezifischen Profilen gebildet und dadurch ist die Domgemeinde in der Innenstadt zu einem Netzwerk der Reichen und Mächtigen in der Hansestadt gworden. https://www.evangelisch.de/inhalte/120493/06-03-2015/ein-besuch-der-gemeinde-st-martini-von-pfarrer-olaf-latzel-bremen &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Evangelische Allianz&#039;&#039; (ein evangelikaler Dachverband), Ansprechpartner ist Fabian Backhaus&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gemeinsam in Bremen&#039;&#039; (Vorsitzender: Fabian Backhaus)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Sozialwerk der Freien Christengemeinde&#039;&#039; (Gröpelingen)&lt;br /&gt;
* [[Datei:Martinikirche (1).jpg|mini|Die Martinigemeinde in Bremen: In der &amp;quot;Biblischen Fahrschule zur Ehe&amp;quot; sprach Pastor Olaf Latzel von &amp;quot;Gender-Dreck&amp;quot;, von den &amp;quot;Verbrechern vom Christopher-Street-Day&amp;quot; und auch von der &amp;quot;Homo-Lobby&amp;quot;: &amp;quot;Dieses Teuflische, kommt immer stärker, immer massiver, drängt immer mehr hinein.&amp;quot; (Quelle: https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/pastor-latzel-prozess-volksverhetzung-chronologie-bremen-100.html) Der Pastor wurde wegen Volksverhetzung (der juristische Strafbestand für Hassrede) verurteilt; die Gemeinde stand und steht hinter ihm.   ]]Evangelikale Gemeinden sind z. B.:&lt;br /&gt;
** Martini-Gemeinde, Martinikirchhof in der Bremer Innenstadt (Pastor Olaf Latzel wurde bekannt, als er wegen Volksverhetzung angeklagt wurde.)&lt;br /&gt;
** Matthäusgemeinde, Herrmannsburg in Bremen-Huchting (Pastor Andreas Schröder ist auch Vorsitzender der Ev. Allianz Bremen.)&lt;br /&gt;
** Baptistische Hoffnungskirche (Zietenstr. 59, Bremen-Walle)&lt;br /&gt;
** Abrahamgemeinde, Anna-Stiegler-Str. 124, Bremen-Kattenturm&lt;br /&gt;
** Paulusgemeinde, Habenhauser Dorfstr. 27-31, Bremen-Habenhausen https://www.paulusgemeinde.de/ &lt;br /&gt;
** Markusgemeinde, Arsterdamm 12-18, Bremen-Arsten&lt;br /&gt;
** diverse Pfingstgemeinden (lassen sich hier nicht alle aufzählen)&lt;br /&gt;
** Freie Evangelische Brüdergemeinde (Lehrer-Lämpel-Weg 12, Bremen)&lt;br /&gt;
** ...&lt;br /&gt;
* Privatschule &#039;&#039;Freie Evangelische Bekenntnisschule&#039;&#039; (Habenhausen), sie gilt mit 1500 Schülern als größte evangelikale Schule in Dtl. (vgl. https://taz.de/Evangelikale-in-Bremer-Schulen/!5780266/)&lt;br /&gt;
* Private Grundschule in der Otto-Braun-Str. in der Vahr (200 Grundschüler)&lt;br /&gt;
* Privatschule &#039;&#039;Mentor&#039;&#039; (gehört zum &amp;quot;Sozialwerk der Freien Christengemeinde&amp;quot; in Gröpelingen)&lt;br /&gt;
* Diverse Kindergärten mit evangelikalen Trägern, die aber - wie die Privatschulen - zum größten Teil mit öffentlichen Geldern finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Extremismus in der katholischen Kirche ====&lt;br /&gt;
Obwohl die &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Katholische Kirche&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; inzwischen eine grundsätzlich positive Haltung zum aufgeklärten historisch-kritischen Bibelverständnis einnimmt (vgl. https://www.kathnews.de/vatikanum-ii-verbindung-von-historisch-kritischer-und-dogmatisch-kirchlicher-exegese), sind bestimmte Haltungen der katholischen Kirche als extremistisch und menschenfeindlich einzuordnen, beispielsweise die Ablehnung von Verhütungsmitteln. Mit dem Verbot von Kondomen nimmt der Vatikan in Kauf, dass Menschen sexuell übertragbare Krankheiten bekommen; in den 1990er und 2000er Jahren sind deshalb viele, viele Menschen bes. in Afrika und Südamerika an AIDS gestorben. https://www.spiegel.de/politik/ausland/rom-und-die-dritte-welt-gottes-werk-und-benedikts-beitrag-a-352790.html  Ebenso steht die Haltung der Römischen Kirche zur Abtreibung im Widerspruch zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung unseres Staates, Papst Leo XIV bezeichnete Anfang Februar 2026 &amp;quot;Abtreibung als größten Zerstörer des Friedens&amp;quot;; das gleiche gilt für die Tasache, dass Frauen als Priester nicht zugelassen werden. Die katholische Kirche orientiert sich insgesamt - im Unterschied zu den evanglischen oder evangelikalen Kirchen - weniger an der Bibel sondern vielmehr an päpstlichen Beschlüssen, die seit 1870 als unfehlbar gelten und deshalb schwer aufzuheben sind. Die katholische Kirche steht nicht in offener politischer Opposition zum demokratischen Staat, bringt sich zu Streitpunkten aber meinungsstark ein, nutzt ihre mächtigen Netzwerke und beansprucht für ihre kirchliche Institution, dass dort eigene Regeln und Werte gelten. Z. B. gilt arbeitsrechtlich in vielen kath. Einrichtungen: Wer sich scheiden lässt, dem wird gekündigt. Scheidungen sind nicht akzeptiert - und damit steht das kath. Arbeitsrecht und das Verhalten der katholische Kirche im Widerspruch zu unserer Kultur, in der eine Scheidung nicht als Straftat gesehen wird.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besonders konservativ fällt immer wieder das &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Erzbistum Paderborn&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; auf. Dort favorisiert man den Kommunionsgottesdienst wieder auf Lateinischer Sprache (statt auf Deutsch, vgl. https://www.instagram.com/p/DT-XP1OCu2Y/?img_index=5) und unterhält eine finanziell gut ausgestattete PR-Abteilung, die jedes Jahr mit dem Nikolaus Konfessions-Werbung macht und mit der groß angelegten &amp;quot;Aktion weihnachtsmannfreie Zone&amp;quot; den weltlichen Weihnachtsmann versucht zu verunglimpfen. (Eigentlich ist Kirchenwerbung verboten, doch mit dem &amp;quot;Heiligen&amp;quot; Nikolaus als Werbeikone wird von der Katholischen Kirche in Deutschland seit drei Generationen versteckte Werbung betrieben - obwohl der Papst 1969 den Nikolaus als Heiligen zurückgestuft hat, weil er nicht die Heiligenkriterien erfüllt. Mehr dazu hier: [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Woher kommt der Nikolaus?]])   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine erzkonservative katholische Vereinigung sind die &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Pius-Brüder&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;. Sie kritisieren das Handeln des Vatikans als zu progressiv und lehnen das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65) vehement ab, da sie darin eine Modernisierung der Kirche sehen, die zu Liberalismus, Ökumene und Religionsfreiheit führte. Die Pius-Brüderschaft lehnt das Abhalten der Messe in der jeweiligen Landessprache ab und möchte wieder weltweit einheitlich Messen nur auf Latein einführen. Selbst die katholische Kirche in Deutschland stuft die Pius-Brüderschaft als extremistisch ein: https://katholisch.de/artikel/54461-experte-piusbruderschaft-will-langfristig-die-kirche-zurueckerobern Der AFD-Politiker Maximilian Krah ist der Rechtsanwalt der Pius-Brüder. Die katholische Kirche über Maximilian Krah: https://katholisch.de/artikel/53591-afd-spitzenkandidat-maximilian-krah-auch-als-katholik-extrem Die Pius-Brüderschaft ist (u. a.) gegen die Gleichberechtigung von Frauen, gegen eine akademische Bildung von Mädchen, lehnt Verhütungsmittel und Abtreibung ab, ebenso wie Scheidungen, Homosexualtiät, den neutralen Staat und religiöse Toleranz ([https://de.wikipedia.org/wiki/Priesterbruderschaft_St._Pius_X. https://de.wikipedia.org/wiki/Priesterbruderschaft_St._Pius_X.]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Extremismus in den orthodoxen Kirchen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die größte orthodoxe Kirche ist &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;die russisch-orthodoxe Kirche&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; mit ihrem Patriarch Kyrill in Moskau. Er ist tonangebend, auch wenn es selbstverständlich durchaus andere Meinungen und Widerstand sowohl in seinem Patriarchat als auch in den anderen orthodoxen Patriarchaten gibt. Kyrills Haltungen werden hier recht gut kurz gefasst beschrieben: https://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/putin-und-kyrill-100.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer es noch sehr viel genauer wissen möchte: Podcast “Das Wort und das Fleisch” des Theologen Thorsten Dietz (https://de.wikipedia.org/wiki/Thorsten_Dietz) und Martin Hünerhoff, Folge vom 26.08.2022: &#039;&#039;Die Orthodoxie am Scheideweg.&#039;&#039; https://wort-und-fleisch.de/die-orthodoxie-am-scheideweg/ (120 min). Thorsten Dietz, der tief ins Thema geht, zitiert u. a. aus der Predigt von Kyrill vom März 2022, in der dieser den Ukraine-Krieg rechtfertigt, und Kyrills Begründung ist eine Absage an liberale Werte und Verteufelung von Homosexualität. Einen kurzen Überblick über die russisch-orthodoxe Kirche in Deutschland gibt wikipedia. In Deutschland liegt die Leitung der russisch-orthodoxen Gläubigen in der Hand von Mark Arndt. Über sexuelle Identifikation und Abtreibung schrieb er am 05./18.03.2020: &amp;quot;Der Mensch (...) will nicht den gottgegebenen Unterschied zwischen Mann und Frau anerkennen, die besondere Berufung eines jeden; er ist nicht bereit, das Kindergebären als natürliche Erscheinung seines Lebens anzuerkennen, (...).&amp;quot; https://de.wikipedia.org/wiki/Russische_Orthodoxe_Di%C3%B6zese_des_orthodoxen_Bischofs_von_Berlin_und_Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Muslimischer Extremismus ===&lt;br /&gt;
==== Akteure und Positionen in Deutschland ====&lt;br /&gt;
Islamistische Gruppierungen (Überblick): https://www.bpb.de/themen/islamismus/dossier-islamismus/36361/islamistische-gruppen-in-deutschland/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Islamische Gemeinschaft Milli Görüş&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;: &amp;quot;Die IGMG ist aktuell die größte islamistische Organisation in Deutschland. Sie ist weltweit aktiv und verfügt eigenen Angaben zufolge insgesamt über rund 170.000 Mitglieder. Ihre Mitglieder in Deutschland haben mehrheitlich einen türkischen Migrationshintergrund und so ist neben Deutsch (vor allem als Sprache der externen Kommunikation) Türkisch wichtige Verkehrssprache der IGMG. Sie ist eine sunnitische, streng hierarchisch gegliederte Organisation und Teil der Millî Görüş-Bewegung. Die Programmatik der von dem 2011 verstorbenen türkischen Politiker Necmettin Erbakan entwickelten „Millî Görüş“ Ideologie sieht vor, eine Ordnung zu schaffen, die sich –anstatt an von Menschen geschaffenen und damit vermeintlich „willkürlichen“ Regeln – ausschließlich an islamischen Grundsätzen ausrichtet. Die Organisation stellt sich selbst als religiöse Gemeinschaft mit politischem Anspruch dar: Nach außen tritt sie vor allem als Ansprechpartnerin für alle den Islam und die Religionspraxis betreffenden Themen sowie als Dienstleisterin in religiösen Angelegenheiten auf. Insbesondere der Bildungsbereich stellt einen der zentralen Schwerpunkte ihrer Aktivitäten dar. Darüber hinaus ist sie bestrebt, sich als Vertreterin der Musliminnen und Muslime in Deutschland und zudem als Ansprechpartnerin für Vertreter aus Politik und Gesellschaft zu etablieren sowie eine maßgebliche Rolle bei der Institutionalisierung des Islam in Deutschland zu spielen.&amp;quot; (aus: Bundesamt für Verfassungsschutz: Islamismus in Deutschland. 2025. https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/publikationen/DE/islamismus-und-islamistischer-terrorismus/2025-04-islamismus-in-deutschland.html) Erbakan forderte eine Islamisierung Europas durch muslimische Einwanderung. IGMG ist ein Dachverband der Millî-Görüş-Vereine in der europäischen Diaspora; für den Moscheebau und finanzielle Angelegenheiten wurde die &#039;&#039;Europäische Moscheebau- und Unterstützungsgemeinschaft&#039;&#039; (EMUG) errichtet. IGMG ist eng mit der AKP, der Partei des türkischen Staatspräsidenten Erdogan, verbunden und der türkischen Behörde für Religionsangelegenheit &#039;&#039;Diyanet&#039;&#039;, die Erdogan direkt unterstellt ist. Unter diesem link findet sich eine Liste einiger zur IGMG gehörenden Moscheen in Deutschland: https://tom.igmg.org/moscheeliste.php. IGMG spielt im Zentralrat der Muslime eine wichtige Rolle.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Die &#039;&#039;türkische Religionsbehörde Diyanet&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; unterhält in Deutschland eine eigene Niederlassung: die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) (https://de.wikipedia.org/wiki/Diyanet_%C4%B0%C5%9Fleri_Ba%C5%9Fkanl%C4%B1%C4%9F%C4%B1) und entsendet Imame nach Deutschland. &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB)&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; ist der deutsche Arm der türkischen Religionsbehörde Diyanet und beaufsichtigt bundesweit rund 1.000 Moscheegemeinden. Die Ditib-Vorstände und die entsandten Imame unterstehen der türkischen Religionsbehörde Diyanet, welche direkt dem türkischen Präsidenten unterstellt ist. Die Imame sind türkische Staatsbeamte, die in der Türkei ausgebildet und von dort bezahlt werden. Die Ditib, gegründet 1984, ist mit rund 150.000 Mitgliedern der größte sunnitisch-islamische Dachverband in Deutschland, mit Sitz in Köln. Der Verband steht immer wieder wegen seiner engen Nähe zur türkischen Regierung (AKP) und einer möglichen Instrumentalisierung für politische Zwecke unter Kritik.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Moscheeverband ATIB (Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa)&#039;&#039;:&#039;&#039;&#039; &amp;quot;Atib wird von der Behörde als rassistisch und in Teilen islamistisch eingestuft. Sie entstand laut Bundeszentrale für politische Bildung aus einer Abspaltung der ultranationalistischen &amp;quot;Grauen Wölfe&amp;quot;. (aus: https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/verfassungsschutz-bremen-schulklassen-moschee-100.html) &amp;quot;Die Union der türkisch-islamischen Kulturvereine Atib wird vom Bundesamt für Verfassungsschutz den rechtsextremistischen türkischen Grauen Wölfen zugerechnet.&amp;quot; (aus: https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/atib-foerdermittel-senat-bremen-100.html) &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Graue Wölfe&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; ist eine &amp;quot;rechtsextreme, türkisch-nationalistische Bewegung, die seit Jahrzehnten auch in Deutschland existiert. Sie ist unter anderem in hunderten lokalen Vereinen organisiert sowie in Dachverbänden wie Türk Federasyon (Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine in Deutschland), ATIB (Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa) oder ATB (Verband der türkischen Kulturvereine in Europa). Die sogenannten &amp;quot;Grauen Wölfe&amp;quot; überhöhen die türkische Nation und betonen angeblich islamische Werte. Sie hetzen gegen tatsächliche oder vermeintliche Linke und alle Nicht-Türken – wozu sie auch Armenier, Kurden oder Aleviten zählen, selbst wenn diese die türkische Staatsbürgerschaft besitzen. Sie tragen Konflikte aus dem Mutterland auch in Deutschland aus. Mit schätzungsweise mehr als 12.000 Mitgliedern dürfte sie eine der stärksten rechtsextremen Organisationen hierzulande sein. (...) Im Zuge interner Auseinandersetzungen spalteten sich von der Türk Federasyon die ATIB und ATB ab, die sich mehr als islamisch orientierter Flügel der Szene der &amp;quot;Grauen Wölfe&amp;quot; verstehen. Bundesweit unterhalten Türk Federasyon, ATIB und ATB gemeinsam ungefähr 300 lokale Vereine und Zweigstellen und mit geschätzt mehr als 12.000 Mitgliedern. (...) Die Namen der lokalen Mitgliedsorganisationen lassen bisweilen auf die Zugehörigkeit zur Szene der Grauen Wölfe schließen, sie lauten beispielsweise &amp;quot;Türkischer Idealistenverein [Ortsname] e.V.&amp;quot; Häufig klingen die Namen aber auch völlig unpolitisch, etwa &amp;quot;Türkisches Kulturzentrum&amp;quot;, &amp;quot;Verein türkischer Arbeitnehmer&amp;quot; oder &amp;quot;Türkisch-Deutscher Freundschaftsverein&amp;quot;. Ein Teil des Erfolgsrezepts der drei Dachverbände ist, dass sich ihre lokalen Mitgliedsvereine häufig als türkische Selbsthilfeorganisationen und Moscheegemeinden etablieren konnten. So haben Türk Federasyon, ATIB und ATB Einfluss auf zahlreiche Kultur- und Elternvereine, Unternehmerverbände, Jugendgruppen, Fußballclubs und Moscheen – und damit auf das soziale Leben vieler türkeistämmiger Menschen in Deutschland. Auch sind sie aktiv in Integrationsräten, teilweise treten sie hier auch in Bündnislisten mit islamischen Vereinigungen auf. Zudem gibt es Bestrebungen von Funktionären und Anhängern der Grauen Wölfe, in deutsche Parteien (z.B. CDU/CSU, SPD, Grüne) einzutreten und aktiv mitzuarbeiten, um ihre ideologisch-politischen Inhalte dort zu vertreten.&amp;quot; (aus: https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/dossier-rechtsextremismus/260333/graue-woelfe-eine-der-groessten-rechtsextremen-organisationen-in-deutschland/) Es wird eine Ideologie eines völkischen, überlegenen &amp;quot;Europäischen Türkentums&amp;quot; vertreten. Die Mitglieder sind pro Erdogan, fallen manchmal mit dem sog. Wolfsgruß auf und es ist mit Gewaltbereitschaft zu rechnen.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Deutsche Muslimische Gemeinschaft e. V.&#039;&#039;:&#039;&#039;&#039; &amp;quot;Die DMG gilt als wichtigste und zentrale Organisation von Anhängern der „Muslimbruderschaft“, der „Mutter aller (sunnitisch) islamistischen Bewegungen“. Diese wurde bereits 1928 in Ägypten gegründet und ist – eigenen Angaben zufolge – weltweit in mehr als 70 Ländern vertreten und aktiv. Ziel der MB, die noch heute von der Ideologie ihres Gründers Hassan al Banna geprägt wird, ist die Errichtung eines politischen und gesellschaftlichen Systems auf Grundlage von Koran und Sunna. Dazu versucht sie, gegenüber Politik, Behörden und zivilgesellschaftlichen Stellen als Ansprechpartnerin eines gemäßigten, weltoffenen Islam in Erscheinung zu treten.&amp;quot; (aus: Bundesamt für Verfassungsschutz: Islamismus in Deutschland. 2025. https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/publikationen/DE/islamismus-und-islamistischer-terrorismus/2025-04-islamismus-in-deutschland.html) &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Muslimbrüderschaft:&#039;&#039;&#039; Die Muslimbruderschaft will die Scharia als Geetzesgrundlage durchsetzen. Vgl. z. B. Michael Kreutz (Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung): Die Muslimbruderschaft. https://www.bpb.de/themen/islamismus/dossier-islamismus/286322/die-muslimbruderschaft/ Spielt im &#039;&#039;Zentralrat der Muslime&#039;&#039; eine wichtige Rolle. &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Das Islamische Zentrum Hamburg e. V.&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (inzwischen verboten): Das IZH galt neben deren Botschaft als wichtigste Vertretung der Islamischen Republik Iran in Deutschland. Darüber hinaus war es eines der bedeutendsten religiösen Zentren und wichtiges Propagandazentrum des Iran in Europa. Der Leiter des IZH galt als Vertreter des iranischen &#039;Revolutionsführers&#039; in Deutschland. Ziel war der Export der iranischen Revolution und damit die Islamisierung anderer Nationen nach iranischem Vorbild. Nach außen hin waren die Aktivitäten des IZH darauf ausgerichtet, die islamische Lehre schiitisch iranischer Prägung auf unterschiedliche Art und Weise in Deutschland und Europa zu verbreiten. Hierfür organisierte das IZH unter anderem regelmäßige Gebets- und Vortragsveranstaltungen, religiöse Feierlichkeiten sowie Sprachunterricht und andere Lehrveranstaltungen. Das IZH stand im Verdacht, sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung und gegen den Gedanken der Völkerverständigung zu richten. Zur weiteren Aufklärung dieses Verdachts und zur Sicherung von Beweismitteln wurden am 16. November 2023 Durchsuchungsmaßnahmen in mehreren Bundesländern durchgeführt. Im Ergebnis des 2023 vom BMI eingeleiteten Ermittlungsverfahrens gegen das IZH wurde der Verein einschließlich seiner fünf Teilorganisationen „Islamische Akademie Deutschland e.V.“, „Verein der Förderer einer iranischen islamischen Moschee in Hamburg e.V.“, „Zentrum der Islamischen Kultur e.V.“ in Frankfurt am Main (Hessen), „Islamische Vereinigung Bayern e.V.“ und „Islamisches Zentrum Berlin e.V.“ am 24. Juli 2024 verboten.&amp;quot; (aus: Bundesamt für Verfassungsschutz: Islamismus in Deutschland. 2025. https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/publikationen/DE/islamismus-und-islamistischer-terrorismus/2025-04-islamismus-in-deutschland.html)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Salafistische Bestrebungen:&#039;&#039;&#039; &amp;quot;&#039;&#039;Der Salafismus gilt sowohl in Deutschland als auch auf internationaler Ebene als die zurzeit dynamischste islamistische Bewegung. Ihr werden in Deutschland derzeit ca. 11.500 Personen und in Bremen rund 540 Personen zugerechnet. Eine exakte Bezifferung des salafistischen Personenpotenzials ist aufgrund von strukturellen Besonderheiten der Szene schwierig. So weisen zahlreiche salafistische Personenzusammenschlüsse keine festen Strukturen auf. Gleichzeitig finden sich Salafisten in anderen islamistischen Organisationen und Einrichtungen. Die Ideologie des Salafismus lässt sich in eine politische und eine jihadistische Strömung unterteilen. Vertreter des politischen Salafismus stützen sich auf intensive Propagandatätigkeit, um ihre extremistische Ideologie zu verbreiten sowie politischen und gesellschaftlichen Einfluss zu gewinnen. Anhänger des jihadistischen Salafismus hingegen glauben, ihre Ziele durch Gewaltanwendung realisieren zu können. Die Übergänge zwischen beiden Formen sind fließend. In Deutschland lebende Anhänger lassen sich sowohl dem politischen als auch dem jihadistischen Salafistenspektrum zuordnen.&amp;quot; (aus: Landesverfassungsschutz Bremen: Islamismus. https://www.verfassungsschutz.bremen.de/extremismus/islamismus-11581) Vgl. auch: https://www.kodex.bremen.de/hintergruende/salafismus-11861 Nennenswerte salafistische Akteure auf u.a. YouTube sind z. B. Pierre Vogel https://www.verfassungsschutz-bw.de/,Lde/Serie+_Salafistische+Netzwerke+im+Wandel_+_+Teil+1_+Pierre+VOGEL oder Abul Baraa (Armih) https://www.verfassungsschutz-bw.de/,Lde/Serie+_Salafistische+Netzwerke+im+Wandel_+_+Teil+10_+Ahmad+ABUL+BARAA.&lt;br /&gt;
* Influencer (z. B.):&lt;br /&gt;
** Pierre Vogel&lt;br /&gt;
** Hanna Hansen (https://www.instagram.com/hannahansenofficial/): 223.000 Follower, ehemalige Boxerin, Konvertitin, wirbt für einen konservativen Islam &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Strukturen und Gruppierungen in Bremen, die den Islamismus evtl. verstärken können ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Datei:Fatih-Moschee in Bremen.jpg|mini|Die Bremer Fatih-Moschee gehört zu Milli Görüş. Das Ziel von Milli Görüş ist es laut Verfassungsschutz, eine Ordnung zu schaffen, die sich ausschließlich an islamischen Grundsätzen ausrichtet. (https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/publikationen/DE/islamismus-und-islamistischer-terrorismus/2025-04-islamismus-in-deutschland.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=13) Dabei orientiert man sich an dem Grundsatz Erdoğans: &amp;quot;Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind.&amp;quot; (FOCUS, 19.07.2016 https://www.focus.de/politik/videos/demokratie-ist-nur-der-zug-auf-den-wir-aufsteigen-ein-zitat-erdogans-von-1998-ist-heute-aktueller-denn-je_id_5742865.html)]]&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Moscheen, die zur IG Milli Görüs gehören&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (ideologisch eng verbunden mit der türkischen Erdogan-Regierung, s. o.): &lt;br /&gt;
** Fatih Moschee (Sttapelfeldstr. 9, Gröpelingen)&lt;br /&gt;
** Isalmische Gemeinde Neustadt (Kantstr. 98)&lt;br /&gt;
** Islamische Gemeinde Huchting (Carl-Hurtzig-Str. 5)&lt;br /&gt;
** Islamische Gemeinde Hemelingen (Hemelinger Bahnhofstr. 44)&lt;br /&gt;
** Islamische Gemeinde Tenever (Züricher Str. 6a)&lt;br /&gt;
** Islamische Gemeinde Blumenthal (Lüssumer Str. 7)&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Moscheen, die zu ATIB gehören&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (eine Abspaltung der rechtsextremistischen türkischen Grauen Wölfen zugerechnet, s. o.):&lt;br /&gt;
**Yunus Emre Moschee (Helsingborger Str. 105, Bremen Nord) https://www.facebook.com/p/AT%C4%B0B-Bremen-Yunus-Emre-Camii-100071988288903/?locale=de_DE&lt;br /&gt;
**Zentralmoschee (Graubündener Str. 88)&lt;br /&gt;
*[[Datei:Ditib-Moschee in Bremen-Findorff.jpg|mini|Eine Ditib-Moschee in Bremen. (Die weiße Tür mit der Aufschrift &amp;quot;Bayanlar Girisi&amp;quot; ist der Seiteneingang für Frauen.) Die Ditib untersteht der türkischen Religionsbehörde Diyanet, welche direkt dem türkischen Präsidenten unterstellt ist. Die Imame sind türkische Staatsbeamte, die in der Türkei ausgebildet, von dort bezahlt und nach Deutschland entsandt werden. Es gibt rund 1.000 Ditib-Moscheen in Deutschland.]]&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Ditip-Moscheen und Vereine&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (sind direkt der türkischen Religionsbehörde Diyanet unterstellt):&lt;br /&gt;
** Lindenhofstr. 33-35 &lt;br /&gt;
** Kreinsloger 126&lt;br /&gt;
** Münchner Str. 56&lt;br /&gt;
** Hamersbecker Str. 123&lt;br /&gt;
** Sportverein KSV Vatan Spor Dernegi&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Islamisches Kulturzentrum&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (Breitenweg, Innenstadt): Die Moschee wird hauptsächlich von nordafrikanischen Muslimen besucht. Immer wieder gab es den Verdacht, dass sich hier Salafisten treffen. Mehrmals wurde bereits der Salafist Abul Baara (Armih) als Redner eingeladen, der auf YouTube die wörtliche Auslegung des Koran predigt. Vgl.: https://www.youtube.com/shorts/DKyKCtEHR4c&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Nurtekin Tepe&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (MdBB und SPD Bremen) hat in der &amp;quot;Milli Görüs Akademisi&amp;quot; studiert und betont dies auf seiner Facebookseite als eines von 5 Merkmalen, um sich selbst zu beschreiben (Stand Februrar 2026) https://www.facebook.com/nurtekin.tepe.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Vertretung der türkischen &amp;quot;Saadet Partisi&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (SP, Partei der Glückseligen, einem politischen Ableger von Milli Görüs https://de.wikipedia.org/wiki/Saadet_Partisi) hat ein Büro in der Gröpelinger Heerstr. https://www.facebook.com/SaadetEuropeBremen/?locale=de_DE . Der Bremer Bürgerschaftsabgeordnete Mohammed Tokmak (SPD) erntete Kritik, als er dort 2025 am Fastenbrechen teilnahm und entschuldigte sich im Nachhinein dafür - er habe nicht gewusst, dass die Partei wegen antismitischer Äußerungen aufgefallen sei und vom Verfassungsschutz beobachtet werde.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Vertretung der türkischen &amp;quot;Yeniden Refah Partisi&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; ist eine politische Vertreterin der türkischen Milli Görüs-Bewegung. Die Partei betrachtet Homosexualität als eine Perversion und will im Falle einer Regierungsbeteiligung alle homosexuellen Vereine oder Organisationen schließen https://www.bpb.de/themen/europa/tuerkei/541753/yeniden-refah-partisi-yrp/. Der Bremer Vorsitzende ist Cemal Gülalan https://www.facebook.com/photo.php?fbid=896723768724067&amp;amp;set=a.419440963119019&amp;amp;type=3&amp;amp;locale=de_DE /  https://www.facebook.com/cemal.gulalan. Das Bremer Parteibüro ist in Hemelingen https://www.facebook.com/Akdoganhasan01/posts/yeniden-refah-partisi-iftar-programini-d%C3%BCzenledibremen-hemelingen-semtinde-merke/1224215482641559/.&lt;br /&gt;
* Der türkische Muttersprachunterricht wird von dem Senator für Bildung an die türkische Regierung abgegeben. Derzeit gibt es etwa 10 &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;türkische Konsulatslehrer&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; in Bremen, die jeweils für zwei Jahre von der türkischen Regierung nach Deutschland entsand über das türkische Konsulat in Bremen Kinder türkischer Familienherkunft unterrichten dürfen.&lt;br /&gt;
* Der &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;salafistischen Szene&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; wurden 2018 in Bremen ca. 540 Mitglieder zugerechnet https://www.verfassungsschutz.bremen.de/extremismus/islamismus-11581. &lt;br /&gt;
* Der Verfassungsschutz warnt vor der Bremer Gruppe &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&amp;quot;Licht des Wissens&amp;quot;:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; https://www.instagram.com/p/DTuMeI_iUK1/ (Reel, 1 min).&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jüdischer Extremismus ===&lt;br /&gt;
-&amp;gt; Rechercheaufgabe: Gibt es eine jüdische Gemeinschaft vor Ort? Wie ist sie im Spektrum vom liberalen bis zum (ultra)orthodoxen Judentum einzuordnen? Wie hält sie es mit Werten der Aufklärung? Gibt es Gleichberechtigung von Frauen als Akteuren im religiösen Leben? Welche politischen Standpunkte vertritt sie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Jüdische Einrichtungen in Bremen =====&lt;br /&gt;
Es gibt ein orthodoxe Synagoge in Schwachhausen. Männer und Frauen sitzen dort getrennt und nur Männer dürfen den Gottesdienst leiten. Als 2020 eine kleine Gruppe der Mitglieder einen liberalen Ansatz favorisierte, bei dem Männer und Frauen in der religiösen Praxis gleichgestellt sind, wurden sie aus der orthodoxen Synagoge (und damit aus den öffentlichen Fördergeldern) hinausgedrängt. Der zur Synagoge gehörende Kindergarten ist russischsprachig, was auf der Homepage interessanterweise nicht erwähnt wird: https://jg-bremen.de/. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ein paar Gedankenschnipsel dazu, warum fundamentalistischer Extremismus zunimmt ===&lt;br /&gt;
Das Phänomen, warum Menschen Wissenschaft, Gleichberechtigung, freie Lebensgestaltung und Demokratie gegen Religion, Tradition und Autorität eintauschen möchten, ist komplex und hat vielschichtige Gründe. Im Folgenden möchte ich einige Gedanken und Erklärungsversuche skizzieren, die aber hier nur sehr verkürzt und unvollständig angerissen werden können. &lt;br /&gt;
* Die religionssoziologische Säkularisierungsthese geht davon aus, dass mit die mit der Moderne verbundenen Prozesse wie Rationalisierung, Individualisierung, Funktionalisierung und Urbanisierung zu einem Bedeutungsverlust von Religion führen. Inzwischen ist jedoch deutlich  geworden, dass diese These zu kurz greift und es keineswegs einen linearen Prozess gibt. Die Theorie der existenzielle Sicherheit vermutet, dass Religiosität bedeutsamer wird in Zeiten von Unsicherheit. (Begriffserläuterung: Existenzielle Sicherheit geht über militärische Sicherheit hinaus und wird definiert durch Wirtschaftliche Sicherheit (gesichertes Grundeinkommen, oft durch produktive Arbeit), Ernährungssicherheit (Zugang zu Grundnahrungsmitteln), Gesundheitssicherheit (Schutz vor Krankheiten und ungesunden Lebensbedingungen), Umweltsicherheit (Schutz vor Umweltzerstörung, Ressourcenknappheit und Naturkatastrophen), Persönliche Sicherheit (Schutz vor physischer Gewalt durch Staat, Gruppen oder Kriminalität), Gemeinschaftssicherheit (Schutz vor dem Verlust traditioneller Unterstützungsbeziehungen/Kultur/Werte und ethnischer Gewalt) sowie Politische Sicherheit (Leben in einer Gesellschaft, die grundlegende Menschenrechte achtet).) Norris und Inglehart betonen, dass Religiosität in Staaten mit einer größeren wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheit eine größere Rolle spielt (Beispiele sind die USA oder Brasilien, ein Gegenbeispiel sind die skandinavischen Länder), weil starke Ungleichheit ein individuelles Unsicherheitsgefühl sowohl bei Arm als auch Reich verstärkt (Vgl. Healy und Breen, 2014, S. 6 f. https://mural.maynoothuniversity.ie/id/eprint/20533/1/healy-breen-2014-religiosity-in-times-of-insecurity-an-analysis-of-irish-spanish-and-portuguese-european-social-survey.pdf). Ganz sicher, so die Krisenforschung, verstärken plötzliche Krisen wie ein Erdbeben das Bedürfnis nach Religiosität (Healy und Breen, 2014, S. 8).&lt;br /&gt;
* Der religiöse Fundamentalismus bietet etwas, was die die wissenschaftsbasierte Weltsicht wohl derzeit wenig bietet: ein positives Zukunftsversprechen. Dieses positive Zukunftsversprechen beinhaltet, dass Gott für die Zukunft sorgen und es richten wird (evtl. auch, dass alles einem göttlichen Plan folgt) - und das birgt eine enorme psychologische Entlastung in Zeiten von Klimakatastrophe und Co. Aladin El Mafalaani nennt die &amp;quot;positive Zukunftsvorstellung&amp;quot; als ein zentrales Element gegen Misstrauen (2025, S. 89). Die liberale Demokratie, lange Zeit getragen von der Aussicht auf Wohlstand, Fortschritt und Sicherheit, scheint das nicht mehr ohne Weiteres zu bieten (El Mafalaani, 2025, S. 89).&lt;br /&gt;
* Die Komplexitätssteigerung in den liberalen Gesellschaften kann als verunsichernd erlebt werden (Globalisierung, Digitalisierung, Migrationsbewegungen und kulturelle Pluralität, Kollabierung sozialer Sicherungssysteme, Wandel der weltpolitischen Ordnung der Nachkriegszeit, Unbewältigbarkeit der ökologischen Klimakrise etc. - vgl. El Mafaalani, S. 40 ff.) und die klassischen Formen nationalstaatlicher Steuerung stoßen an ihre Grenzen (vgl. El Mafalaani, S. 44) - all das kann als Versagen der Demokratie empfunden werden. Die modernen Demokratien beruhen auf den Werten der Aufklärung, Wissenschaft und Wahrheit, und auch dies wird als versagend wahrgenommen. Es entsteht ein Misstrauen gegenüber &amp;quot;dem System&amp;quot; (vgl. El Mafalaani). Wissenschaft als Referenzrahmen wird deshalb durch Religion ausgetauscht und das fühlt sich übersichtlich, homogen, überstaatlich und überzeitlich an.&lt;br /&gt;
* Die größere gesellschaftliche Gleichheit in den letzten Jahrzehnten führt zu einer kulturellen Gegenreaktion, die sich aus Kränkungserfahrungen speist. Es setzten sich progressive Werte wie Gleichberechtigung und eine zunehmend liberale Haltung gegenüber Homosexualität, Scheidung oder Abtreibung durch; &amp;quot;traditionelle Werte und Normen, die Recht und Ordnung, Maskulinität, nationale Identität und die Leitkultur eines männlichen, heterosexuellen Mainstreams ins Zentrum rückten, verloren relativ an Boden&amp;quot; (Sauer, 2025, S. 296). &amp;quot;Statushierarchien sind ein soziales Ranking. Hoher Status definiert sich durch den Vergleich mit anderen, die dann unter einem stehen. Wenn nun diese traditionell marginalisierten und benachteiligten Gruppen - Frauen, Schwule, Einwanderer, Behinderte - in ihrem Statsu aufgewertet werden, bedeutet dies automatisch einen Verlust der relativen Superiorität der ehemaligen Priviligierten. Dies lässt den Wunsch nach einem starken Führer entstehen, der die ins Wanken geratenen Hierarchien reetabliert&amp;quot; (Sauer, 2025, S. 296) und einer Ideologie, die dieses rechtfertigt. Die alten Schriften, entstanden in patriarchalen Zeiten, bieten diese Rechtfertigung.&lt;br /&gt;
* Trotz allen Fortschritts ist eine gerechte, klassenlose Gesellschaft weder entstanden noch in Sicht. Das birgt Enttäuschungspotential. Fundamentalistische Glaubensgemeinschaften versprechen einen Ausweg: Die Wirkmechanismen des Kapitalismus scheinen ausgehebelt und es gelten andere Statushierarchien, die einen gesellschaftlichen Aufstieg möglich machen, und es gelten andere Ideale von Gerechtigkeit und einem guten Leben.&lt;br /&gt;
* Religiöse Gemeinschaften können als &amp;quot;Zufluchtsorte&amp;quot; erlebt werden, die vor der &amp;quot;Kälte&amp;quot; des Systems (oder Umgebung) schützen. In den USA, einem Land ohne ausreichende Sozialversicherungen, spielt die ländliche Kirchengemeinde oft die Rolle einer Sicherungsgesellschaft. In Einwanderungsländern können religiöse Gemeinden ein sozialer Schutz- und Rückzugsraum sein. Dabei funktioniert folgendes Prinzip (und verstärkt Extremismus): Je strenger die inneren Regeln und die Loyalitätsmarker (ein Loyalitätsmarker ist z. B. die offenkundige Lüge, Trump hätte die Wahl gegen Biden gewonnen, ein anderer die Ablehung von wissenschaftlichen Tatsachen), desto stärker wird der innere Zusammenhalt einer Gruppe.&lt;br /&gt;
* Gefühlte Bedrohungsszenarien lassen Misstrauensgesellschaften entstehen (Aladin El Mafalaani spart in seinem Buch von 2025 die religiösen Radikalisierungsbewegungen zwar aus, aus meiner Sicht lassen sich seine Überlegungen teilweise aber auch auf sie übertragen): Unter muslimischen Jugendlichen findet sich oft &amp;quot;das Narrativ einer &#039;globalen Opfergemeinschaft&#039; der Muslime. Demnach würden Muslime, selbst dort, wo sie die Mehrheit bilden, unterdrückt&amp;quot; (El Mafalaani u. a., 2016, Kap. 1.2). Christliche Nationalisten in den USA wiederum betrachten die Welt ebenfalls dualistisch und sehen ihre white supremcy bedroht. &lt;br /&gt;
* Sind fundamentalistische Argumente ein Vehikel, um eine bestimmte politische Meinungen zu untermauern, oder ergibt sich eine politische Meinung aus der religiösen Schrifttreue? Der Philosoph Philipp Hübl beschreibt in seinem Buch &amp;quot;Bullshitresitenz&amp;quot; (2018), dass Menschen zur Selbsttäuschung neigen und durch selektive Wahrnehmung nur das glauben, was zur eigenen Gesinnung passt (Hübl, S. 73). Damit ist wohl zu erklären, warum in den USA Menschen, die vehement gegen Abtreibung skandieren, gleichzeitig für die Todesstrafe plädieren. Die Psychologie spricht von &amp;quot;identitätsschützenden Denkfehlern&amp;quot;. Die Frage, was zuerst da war, die Henne oder das Ei (Meinung oder Glauben), lässt sich allgemeingültig nicht beantworten. Die moralische Identität begründet sowohl die Glaubenshaltung als auch die politische Meinung. Unterstützt wird dieses Denken durch die menschliche Neigung zum Stammesdenken, dem modernen Tribalismus (Hübl, S. 74).&lt;br /&gt;
* Es ist &amp;quot;in&amp;quot;, auf die eigenen Gefühle und Intuition zu hören, es gibt eine Tendenz, zwischen Emotionen und Expertise - und ebenso zwischen Wahrheit und &amp;quot;gefühlter Wahrheit&amp;quot; - nicht mehr zu unterscheiden. &amp;quot;Die Intuition umfasst Gefühlsneigungen, erworbene Faustregeln, Instinkte und Automatismen. Unseren Vorfahren hat sie geholfen, (...) zu überleben&amp;quot; (...). Von einem intuitiven zu einem analytischen Denkstil zu wechseln, heißt auch, die Komplexität der Welt zu ertragen. Wir hätten gern eine einfache Erklärung, aber nichts in der Welt ist einfach&amp;quot; (Hübl, S. 89 f.). Mit der Amtsübernahme Trumps ist ein faktenferner Denkstil, das Ignorieren von wissenschaftlichen Erkenntnissen, salonfähig geworden (vgl. Dietz, 2022, S. 279). Menschen haben ein Bedürfnis nach Wahrheit und das wortgetreue Bibelverständnis bietet zweierlei: Eine emotional ansprechende Erzählung, die intuitiv erfasst wird bzw. deren intuitive Erfassung unreflektiert für richtig gehalten wird. Eine komplexe analytische Auseinandersetzung wäre aufwändig und desillusionierend, doch es ist kein Makel mehr, ihr aus dem Weg zu gehen. Unter diesen Voraussetzungen können heilige Schriften zu einer leicht zugänglichen, naiven &amp;quot;Wahrheit&amp;quot; werden.&lt;br /&gt;
* Die Möglichkeiten des Internets machen den ideologischen Austausch und die Vernetzung mit Gleichgesinnten leichter (vgl. Rothut, Sophia u. a., 2022, S. 3). &lt;br /&gt;
* In den sozialen Medien wird oft keine Auseinandersetzung um Inhalte betrieben, sondern um Meinungen. Bei Beiträgen auf Social Media geht es häufig nicht um die Entwicklung und Prüfung von Argumenten, sondern um das soziale Design des Absenders (Precht und Welzer, 2022, S. 220): Es steht nicht die Diskussion, sondern die Person im Vordergrund. Die Kommunikation wird personalisiert, und nicht ein Argument wird gehypt oder gehatet, sondern eine Person mit ihrer Meinung. Das führt leicht zu einer emotionalisierten Kommunikation mit Lagerbildung (Tribalismus); Meinungsbekundungen können zum Loyalitätsausweis werden. Beim Scrollen werden konsumierte Inhalte nicht mehr kritisch reflektiert, Zustimmung oder Ablehnung werden intuitiv verteilt, Konsumenten emotional erreicht und so beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erarbeitung präventiver Ansätze im Seminar und in der Schule ===&lt;br /&gt;
Die Forschung unterscheidet verschiedene Phasen von Radikalisierungsprozessen. Während die sekundäre Prävention (Risikogruppen) und tertiäre Prävention (extremistische Jugendliche) spezifisch und individuell ansetzen muss, geht es hier um die sog. primäre Prävention. Sie richtet sich an alle und zielt auf Persönlichkeitsentwicklung, Wissensvermittlung, Stärkung von sozialen und personalen Kompetenzen (insbesondere Kommunikation, Reflexion von Identität, Zugehörigkeit sowie Werteorientierung) und Empowerment (vgl. El Mafalaani u. a., 2016,  Ka. 1.3 + 2.2). Kurt Edler betont die Notwendigkeit, als Lehrer &amp;quot;cool&amp;quot; zu bleiben und die &amp;quot;Schüler nicht als politische Gegner zu betrachten oder zu behandeln&amp;quot; (zitiert in: El Mafalaani u. a., 2016, Kap. 2.2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das historisch-kritische Schriftverständnis als Option kennenlernen ====&lt;br /&gt;
Die progressiven Kräfte der liberalen Gesellschaft haben lange gedacht, dass Religion eine unbedeutende Randerscheinung werden wird, wenn man sie ignoriert. Doch: Das Gegenteil ist passiert. Deshalb sollten wir uns in der Schule verstärkt aus aufgeklärter Perspektive mit Religion auseinandersetzen und dieses Thema nicht den konservativen Kräften überlassen. Da die fundamentalistischen Schriftauslegungen in der gesellschaftspolitischen Öffentlichkeit so dominiant sind, dass viele Menschen gar nicht wissen, dass Religion auch ganz anders verstanden und gelebt werden kann, sollte jeder Schüler während seiner Schulzeit das Schriftverständnis, welches die jeweiligen Schriften im Kontext ihrer Entstehung erklärt, als Option kennenlernen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie sich eine Erzählung aus Bibel und Koran im Kontext ihrer Zeit und wissenschaftlich erklärt, zeigt beispielhaft dieses Unterichtsmaterial zu der Erzählung von Maria als jungfräulicher Mutter. → [[Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Wieso wurde die biblische Maria als Jungfrau schwanger?]] (für Jhg. 8-10). Es erklärt auch, warum es in der Bibel Aussagen gibt, die vorehelichen Sex verbieten, z. B. steht im 5. Buch Mose 22, 20-21: &#039;&#039;&amp;quot;Ist (...) das Mädchen nicht mehr Jungfrau (...), so soll man sie (...) steinigen (...).&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Dieses kleine Material für Jhg. 4-6 zeigt, dass Erzählungen in der Bibel oder im Koran nicht eindeutig zu interpretieren sind: [[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran]]&lt;br /&gt;
* Gut geeignet ist auch Weihnachten als Anlass, um an Hand der beiden sich widersprechenden Weihnachtsgeschichten herauszuarbeiten, mit welcher Absicht die Bibel geschireben wurde und dass sie wortwörtlich genommen werden kann. Als Literaturgrundlage kann dieses schmale Büchlein dienen: Sabine Häcker: Wie wurde Weihnachten erfunden? - Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. 2025.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bewusstsein für die Werte der Aufklärung ====&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Welche Werte verdanken wir der Epoche der Aufklärung?&lt;br /&gt;
** Dieses Material kann das Verständnis der Aufklärung vertiefen: [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/EpocheAufklärung/FriedrichSchleiermacher1806/Geschenke und Besinnlichkeit: Weihnachten feiert die Ideale der Aufklärung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellenanalyse ====&lt;br /&gt;
* ein Reel eines sog. Christfluencers analysieren&lt;br /&gt;
** Bsp.: Religionswissenschaftlerin Anna Kira Hippert analysiert die Aufmachung des Accounts von Leonard Jäger (&amp;quot;Ketzer der Neuzei&amp;quot;): https://www.instagram.com/p/DT93ULMDfif/ und in diesem Video fundamentalistische Sprachrhetorik: https://www.instagram.com/p/DTrzhSFjZ_G/ (3 min).&lt;br /&gt;
** Vorlage zum Thema WISSENSCHAFT: Tobias Riemenschneider bei &amp;quot;Ketzer der Neuzeit&amp;quot; (L. Jäger): https://www.instagram.com/p/DS--WAggI75/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Profilanalyse eines Akteurs ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beschreibe das Profil eines Akteurs (Individuum oder Gruppierung, Partei, Religionsgemeinschaft): Wie und wo tritt er/sie auf bzw. bringt sich in die politische Debatte ein? Was ist seine/ihre Besonderheit, was charakterisiert ihn/sie? Was fällt dir auf? Nenne mindestens drei politische Überzeugungen, die er/sie öffentlich vertritt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Positionen kontrastieren ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Fundamentalistische, liberale und säkulare Sichtweisen einander gegenüberstellen (als theoretisches Statement, als Position bestimmter politsch-religiösen Gruppierungen oder von Einzelpersonen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Medien- und Informationskompetenz trainieren ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Fakten vs. Meinungen unterscheiden&lt;br /&gt;
* Ideologisch eingefärbte Inhalte erkennen und Manipulationstechniken in Medien analysieren (z. B. Filterblasen, Clickbait). Bsp.: https://www.instagram.com/p/DS--WAggI75/ (zum Thema Wissenschaft)&lt;br /&gt;
* Digital literacy: Algorithmische Logik verstehen und kritisch hinterfragen. Zudem Bewusstsein dafür entwickeln, dass in kurzen online-Beiträgen oft wenig Einordnung und kritischer Reflexion der konsumierten Inhalte stattfindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Diskussionsimpulse ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;-&amp;gt;&#039;&#039;&#039; Sollten die Kirchen eine &#039;&#039;&#039;&amp;quot;theologische Brandmauer&amp;quot;&#039;&#039;&#039; gegen rechts errichten?&lt;br /&gt;
* Was wäre eine &amp;quot;theologische Brandmauer&amp;quot;?&lt;br /&gt;
* Was haltet ihr von diesem Ansatz der katholischen Erzbistümer in Berlin und Marburg? https://www.instagram.com/p/DUAiFUhga50/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;-&amp;gt; Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit und Kampf gegen Diskriminierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist Kritik am (ultra)orthodoxen Judentum antisemitisch? Ist Kritik am konservativen Islam antimuslimischer Rassismus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;-&amp;gt; Konfliktlinien zum Grundgesetz und den Menschenrechten&#039;&#039;&#039; Inwiefern konkret stehen die oben genannten (und andere) Positonen bzw. Zitate der Bibel und des Korans im Konflikt zum Grundgesetz https://www.gesetze-im-internet.de/gg/BJNR000010949.html bzw. den Menschenrechten https://www.lpb-bw.de/erklaerung-menschenrechte? Begründe konkret!&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;Geschlechterrollen:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
**&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Schwangerschaftsabbruch:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
**&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;Sexuelle Toleranz:&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;Wissenschaft (und Klimakatastrophe):&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Staatswesen:&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;Erziehung und elterliche Gewalt:&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Religiöse Toleranz:&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Videos mit Religionskritik nach Feuerbach analysieren ====&lt;br /&gt;
Clemens Pappritz stellt in seinem Artikel &amp;quot;Und täglich grüßt das Murmeltier - oder Wie können Schülerinnen und Schüler religiösen Videos auf YouTube am besten begegnen?&amp;quot; (2023; https://hrcak.srce.hr/file/454395) vor, wie Videos mit Religionskritik nach Feuerbach analysiert und hinterfragt werden können. Der Artikel stellt den Ansatz in der Theorie und anhand eines Beispiels - einem Video von dem Salafisten Pierre Vogel - vor. &lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Beschreibungen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Dietz, Thorsten: Menschen mit Mission. Eine Landkarte der evangelikalen Welt. 2022.&lt;br /&gt;
* Dietz, Thorsten und Hinsenkamp, Maria (Hrsg.): Christlicher Nationalismus in den USA. 2026.&lt;br /&gt;
* Dietz, Thorsten und Hünerhoff, Martin: Podcast &amp;quot;Das Wort und das Fleisch&amp;quot;. &#039;&#039;(Verschiedene Folgen befassen sich kenntnisreich und ausführlich mit Evangelikalismus und dessen höchst unterschiedlichen Ausformungen..)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* Fleißner, Bernd: Luft-Anker. Eine kritische Auseinandersetzung mit der evangelikalen Bewegung. 2020. &#039;&#039;(Der Autor war Pastor in der pietistisch-evangelikalen Szene und stieg aus. Er stellt ihre geschichtliche Entwicklung dar, analysiert die Glaubenssätze und kontrastiert diese mit dem histor.-krit. Schriftverständnis.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* Rothut, Sophia u. a.: Radikalisierung im Internet: ein systematischer Überblick über Forschungsstand, Wirkungsebenen sowie Implikationen für Wissenschaft und Forschung. 2022. https://www.ssoar.info/ssoar/bitstream/handle/document/88147/ssoar-2022-rothut_et_al-Radikalisierung_im_Internet_ein_systematischer.pdf?sequence=1&amp;amp;isAllowed=y&amp;amp;lnkname=ssoar-2022-rothut_et_al-Radikalisierung_im_Internet_ein_systematischer.pdf &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Grundsätzliches Wissen zum religiösen Hintergrund&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Konrad Schmid und Jens Schröter: Die Entstehung der Bibel. 2020. &#039;&#039;(Die beiden Theologieprofessoren begründen theologisch fundiert, warum die Bibel nicht wortwörtlich deshalb keinesfalls als Ratgeber für das heutige Leben verstanden werden kann.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Schaik, Carel van und Michel, Kai: Das Tagebuch der Menscheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. 2016. &#039;&#039;(Die Autoren analysieren die Bibel aus einer anthropologischen, evolutionstheoretischen Perspektive.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? - Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. 2025. &#039;&#039;(Am Beispiel der sich widersprechenden biblischen Weihnachtsgeschichten wird erläutert, warum die Bibel nicht wortwörtlich genommen werden kann; auch wird die Entstehung der Bibel erklärt.)&#039;&#039; https://shop.tredition.com/booktitle/Wie_wurde_Weihnachten_erfunden/W-695-484-617&lt;br /&gt;
* Podcast “Kritisches Denken”: Episode 39, &#039;&#039;Evangelikale – Bernd Fleißner&#039;&#039; (vom 17.08.2020) https://kritisches-denken-podcast.de/bernd-fleissner/&lt;br /&gt;
* Bundesamt für Verfassungsschutz: Islamismus in Deutschland. 2025. https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/publikationen/DE/islamismus-und-islamistischer-terrorismus/2025-04-islamismus-in-deutschland.html&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Alle zitierten Koranverse stammen aus:&#039;&#039; Der Koran. Übersetzung von Max Henning. 1991.&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. 2025. &#039;&#039;Open-access-Veröffentlichung:&#039;&#039; https://www.grin.com/document/1563601?srsltid=AfmBOooPoRKEOwRNtELGaJ2gVibXZFwTDkMn1dNu6rTl_AiYdJzPJhU5&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erklärungsversuche und Prävention&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* El Mafalaani, Aladin, Fathi, Alma, Mansour, Ahmad u. a.: Ansätze und Erfahrungen der Präventions- und Deradikalisierungsarbeit (2016). https://www.prif.org/publikationen/publikationssuche/publikation/ansaetze-und-erfahrungen-der-praeventions-und-deradikalisierungsarbeit &#039;&#039;(Der Aufsatz gibt einen Überblick über Ansätze und Erfahrungen der Prävention und der Deradikalisierung in Bezug auf den Salafismus sowie recht allgemein gehaltene Handlungsempfehlungen.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Unterrichtsmaterial bzw. -konzepte zur Prävention&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Pappritz, Clemens: Und täglich grüßt der Prediger - oder Wie können Schülerinnen und Schüler religiösen Videos auf YouTube am besten begegnen? (2023) https://hrcak.srce.hr/file/454395 &#039;&#039;(Der Autor beschreibt einen Ansatz in der gymnasialen Oberstufe, der Radikalisierung mit Religionskritik nach Feuerbach zu begegnen)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere, zum Thema interessante Literatur&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* El-Mfaalani, Aladin: Misstrauensgemeinschaften. 2025. &#039;&#039;(El-Mafaalani spart religiösen Extremismus leider aus, aus meiner Sicht bieten seine Überlegungen aber durchaus Impulse für dessen Ursachenanalyse.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Hübl, Philipp: Bullshit-Resistenz. 2018.&lt;br /&gt;
* Neiman, Susan: Links ≠ woke. 2024. &#039;&#039;(Die amerikanische Philosophin, die das Einstein-Forum in Potsdam leitet, erläutert die Werte der Aufklärung und kritisiert die identitätspolitische Kritik an diesen Werten - weil sie damit als dringend benötigte Konzepte gegen den weltweiten Rechtsruck entfallen.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Sauer, Hanno: Klasse. Die Entstehung von Oben und Unten. 2025.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Satire :-)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was bedeutet es, wenn man die Bibel tatsächlich wörtlich nimmt? &#039;&#039;→ Brief an Dr. Laura&#039;&#039; (Dr. Laura ist eine evangelikale Ratgeberin im US-amerikanischen Rundfunk.) Der Beitrag, ursprünglich auf Englisch, ging vor einigen Jahren viral und ist auf zahlreichen Internetseiten zu finden. https://www.huk.org/themen/umgang-mit-bibeltexten/111-brief-an-dr-laura&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Veröffentlichungen und Unterrichtsmaterial von Sabine Häcker&#039;&#039;&#039; zu verschiedenen Themen: [[Benutzer:Sabine Häcker]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehrerbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Religionswissen/religi%C3%B6ser_Extremismus&amp;diff=152431</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/Religionswissen/religiöser Extremismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Religionswissen/religi%C3%B6ser_Extremismus&amp;diff=152431"/>
		<updated>2026-04-30T08:02:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Tanach, Bibel und Koran.jpg|mini|Fundamentalistisch orientierter religiöser Extremismus beruht darauf, dass Aussagen der jeweiligen heiligen Schrift wortwörtlich geglaubt werden und in totalitärer Weise für alle Menschen gelten sollen. Der Bezugsrahmen von Universalismus und Wissenschaft wird abgelehnt und durch Religion ersetzt. Was heißt das konkret und warum wird das von vielen Menschen als bedrohlich wahrgenommen?  ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &#039;&#039;&#039;Religiöser Extremismus als gesellschaftspolitische Bedrohung und Präventionsarbeit&#039;&#039;&#039; ====&lt;br /&gt;
Eine Materialsammlung von S. Häcker&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Auf dieser Seite wird eine &#039;&#039;&#039;Sammlung von Material und Impulsen&#039;&#039;&#039; angeboten, die in der &#039;&#039;&#039;Aus- und Fortbildung von Lehrkräften&#039;&#039;&#039; genutzt werden und auch &#039;&#039;&#039;Ideen für die Unterrichtsarbeit&#039;&#039;&#039; geben kann.&#039;&#039; &#039;&#039;Diese Sammlung soll Anregungen zum Thema bieten und zeigt Tendenzen auf, erhebt aber mitnichten Anspruch auf Vollständigkeit - das Thema ist sehr(!) komplex und es können nur einige wenige Aspekte und Beispiele betrachtet werden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Warum kann ein extremistisches Religionsverständnis eine gesellschaftspolitische Bedrohung sein? ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Errungenschaften der Aufklärung.png|mini|Wenn behauptet wird, die Grundlage unserer Gesellschaft wären christliche Werte, wird etwas verwechselt: In unserer Gesellschaft gibt es viele Strukturen, die in einer vom Christentum beherrschten Zeit entstanden sind. Aber unsere Kultur beruht schon lange auf dem Menschenbild des Humanismus und den Werten der Aufklärung.]]&lt;br /&gt;
Unsere Kultur und unser politisches System, unsere freiheitliche, demokratische Grundordnung in Deutschland basiert auf Universalismus und Wissenschaft. Universalismus besagt, dass alle Menschen mit den gleichen Rechten geboren werden, weshalb unsere Staatsform die Demokratie ist und wir z. B. die Todesstrafe ablehnen, Rechtsstaatlichkeit und religiöse oder sexuelle Toleranz als einen Wert sehen. Wissenschaft, basierend auf empirischer Forschung und Wahrheit, soll die Grundlage für vernunftgeleitete gesellschaftspolitische Entscheidungen sein - und nicht Religion, Tradition oder Herrscherwillkür. Diese Werte entstammen der Epoche der Aufklärung, die im 18. Jahrhundert begann. Die Aufklärung führte die Idee der Menschenwürde ein: Jeder Mensch wird frei und mit gleichen Rechten geboren und besitzt eine Würde, die geachtet werden muss.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Religiöser Extremismus basiert darauf, dass die jeweilige heilige Schrift wortwörtlich verstanden und für absolut erklärt wird, so dass die jeweilige Interpretation der Schrift als Referenzrahmen für gesellschaftspolitische sowie persönliche Entscheidungen angesehen wird. Die aus der jeweiligen Schrift abgeleiteten Regeln sollen nicht nur den individuellen Glauben betreffen, sondern in totalitärer Weise eine Umgestaltung der gesamten Gesellschaft in Kultur und Staat bewirken. Häufig werden die Wissenschaft, das Prinzip der Menschenrechte und ebenso die Demokratie sowie die plurale, offene Gesellschaft - mit der typisch westlichen Verbindung von Rationalität und Liberaltiät (vgl. Dietz, 2022, S. 276) - abgelehnt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Religiöser Extremismus breitet sich derzeit in allen drei Buchreligionen aus: Er zeigt sich z. B. in Teilen der evangelikalen Bewegung, des katholischen (Ultra)Konservatismus, bei manchen Vertretern der orthodoxen Kirchen, im Islamismus und im (ultra)orthodoxen Judentum. Alle genannten religiösen Strömungen stellen dabei ein Spektrum von schwach bis stark menschen- und wissenschaftsfeindlich dar; die Positionen der einzelnen Gemeinden und Gläubigen sind dabei selbstverständlich nicht einheitlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden führe ich einige Beispiele für Textstellen in der Bibel und im Koran auf, die zu menschenfeindlichen Positionen führen, wenn man sie wortwörtlich nimmt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Strafen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
** &#039;&#039;5. Mose 21, 18-21&#039;&#039; → &amp;quot;Wenn jemand einen (...) ungehorsamen Sohn hat, (...) so sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, dass er sterbe (...).&amp;quot; &lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Sure 5, 38&#039;&#039; → Und der Dieb oder die Diebin, schneidet ihnen ihre Hände ab als Lohn für ihre Taten.&amp;quot; / Sure 4, 34 besagt, dass Männer ihre Frauen schlagen sollen, wenn sie nicht gehorchen. &lt;br /&gt;
** Bsp.: Der Verfassungsschutz macht auf eine islamistische Gruppe aufmerksam, die Frauen zur Strafe schlägt: https://www.instagram.com/p/DTuMeI_iUK1/; aufgrund dieser Sure haben 2026 die regierenden Taliban in Afghanistan ein Gesetz verabschiedet, dass es den Ehemännern erlaubt, ihre Frauen zu schlagen.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sklavenbesitz:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
** &#039;&#039;1. Petrusbrief 2, 18&#039;&#039; → &amp;quot;Ihr Sklaven, ordnet euch in aller Gottesfurcht den Herren unter, nicht nur den gütigen und freundlichen, sondern auch den launenhaften.&amp;quot; &lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Sure 23, 1-6&#039;&#039; → &amp;quot;Wohl ergeht es den Gläubigen, (...) die sich der Weiber enthalten - es sei denn ihrer Gattinnen oder derer, die ihre Rechte besitzt (= Sklavinnen), denn siehe hierin sind sie nicht zu tadeln.&amp;quot; &lt;br /&gt;
** Bsp.: Doug Wilson, ein von Pete Hegeseth favorisierter Prediger, verteidigt den Sklavenbesitz in den US-Südstaaten: https://www.instagram.com/reels/DVFVuvODet_/&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Männliche Homosexualität:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
** &#039;&#039;3. Moses 20, 13&#039;&#039; → &amp;quot;Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Greuel ist, und sollen beide des Todes sterben.&amp;quot; &lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Sure 7, 80-81&#039;&#039; → &amp;quot;(...) Wollt ihr Schandbarkeiten begehen, wie keins der Geschöpfe sie zuvor beging? Wahrlich, ihr kommt zu den Männern im Gelüst anstatt zu den Weibern!&amp;quot;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Judenfeindlichkeit und religiöse Toleranz:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Apostelgeschichte 18, 6&#039;&#039; → Als die Juden sich nicht zum Christentum bekehren lassen wollten, sagte Paulus: &amp;quot;Euer Blut komme über euer Haupt (..)!&amp;quot; &lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Sure 5, 51&#039;&#039; → &amp;quot;O ihr, die ihr glaubt, nehmt euch nicht die Juden und Christen zu Freunden (...).&amp;quot;&lt;br /&gt;
Jedoch ist weder die Bibel noch der Koran eindeutig, sondern höchst widersprüchlich. Ein Beispiel dazu aus dem Koran: Einerseits werden Ungläubige verdammt, in &#039;&#039;Sure 4, 89&#039;&#039; heißt es z. B. → &amp;quot;Sie wünschen, dass ihr ungläubig werden, wie sie ungläubig sind (...) Und so sie den Rücken kehren, so ergreifet sie und schlagt sie tot (....).&amp;quot;), andererseits gibt es aber auch &#039;&#039;Sure 10, 99&#039;&#039; → &amp;quot;Und wenn dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?&amp;quot; oder &#039;&#039;Sure 109, Vers 1–6&#039;&#039;: „Sprich: O ihr Ungläubigen, Ich diene nicht dem, dem ihr dient. (…) Euch euer Glaube und mir mein Glaube.“ Erwähnenswert ist auch &#039;&#039;Sure 2, 256&#039;&#039; → &amp;quot;Es sei kein Zwang im Glauben.&amp;quot; Wer seine politische Meinung mit einem kontextlosen Zitat als angeblich alternativlos begründet, hat sich oft einfach das passende Zitat ausgesucht (vgl. Schmid und Schröter, 2020, S. 402 f.).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Influencer auf Social Media und mögliche Indoktrination von Jugendlichen als Zielgruppe ====&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Überzeugung vom absoluten Wahrheitsanspruch des eigenen Glaubens kann bei religiösen Menschen darin gipfeln, auch andere von dieser Absicht überzeugen zu wollen.&amp;quot; (Pappritz, 2923, S. 2) Dabei wird Religion als Grundlage für Fragen zu allen Lebensbereichen gesehen. Umgangssprachlich und in moderner Optik werden religiöse Begründungen normativ gesetzt. Gerade Jugendliche als begehrte Zielgruppe sind auf Social Media effektiv erreichbar. Aufgrund gering ausgeprägter Urteilskraft besteht die Gefahr, dass Jugendliche tradierte und dogmatische Indoktrination unreflektiert übernehmen. (Pappritz, 2023, S. 19) &amp;quot;Für Jugendliche in der eigenen Selbstfindungsphase kann sich hier durch den angebotenen religiös motivierten Leitfaden eine Ankermöglichkeit im Leben etablieren. (...) Wenn die Konsumierenden von religiösen Videos einseitig und massiv in ihrer Einstellung, Meinung oder Werthaltung beeinflusst werden, wird von einer &#039;&#039;Indoktrination&#039;&#039; durch diese Medien gesprochen. Dies geschieht durch drei Aspekte:  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Subjektive Ansichten werden zu objektiven Wahrheiten erhoben.&lt;br /&gt;
* Die Protagonisten dieser Medien lehnen alternative Perspektiven ab oder diffamieren sie, ohne formal gültige Argumente vorzubringen.&lt;br /&gt;
* Es werden konkrete unveränderliche Verhaltensweisen vorgeschrieben, die entweder durch die vermittelnde Person oder aber durch den Verweis auf religiöse Schriften legitimiert werden.&amp;quot; (Pappritz, 2023, S. 6 f.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Diskussionsimpulse =====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Werte im Konflikt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Diskussionsimpuls- sprachliche Differenziertheit.png|mini|Warum sollten wir beim Sprechen über Religion und religiöse Menschen genauso differenziert sein wie bei anderen Themen?]]&lt;br /&gt;
In einem Seminar haben wir Tobias Riemenschneiders Statement zum Teufel gehört: https://www.instagram.com/tobi.riemenschneider/ Die Teilnehmerin Marie meinte, dass sie entsetzt sei, weil damit Angst geschürt wird und sie das aus pädagogischen und psychologischen Gründen ablehnt. Der Teilnehmer Stefan konterte, dass dies aber nun mal sein Glaube sei und dies zu glauben und zu sagen sein gutes Recht. Welche Werte geraten hier miteinander in Konflikt?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Werte der Aufklärung und ihr Stellenwert in unserer Gesellschaft&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Werte der Aufklärung transportierten große Versprechen: Wissenschaft versprach Fortschritt, Universalismus versprach eine gerechtere Gesellschaft. Der Gedanke, dass alle Menschen rechtlich gleich geboren werden, ist das theoretische Fundament für Gerechtigkeit, den Sozialstaat, die soziale Marktwirtschaft und kulturellen Pluralismus und die Grundlage, um gegen Rassismus und Sexismus zu sein. Und obgleich die Welt und unsere Gesellschaft in den letzten 200 Jahren sehr viel fortschrittlicher und gerechter wurde, gibt dennoch es auch Enttäuschung, denn von einer klassenlosen Gesellschaft und universeller Gerechtigkeit sind wir immer noch weit entfernt. Manche junge Menschen wenden sich deshalb von der Aufklärung ab: Sie sei von Anfang an von Männlichkeit, Weißsein, Bürgertum und europäischen Interessen dominiert gewesen und deshalb abzulehnen. Allzu oft sei Gerechtigkeit als Lüge verkauft worden, um andere Menschen auszubeuten - und sicherlich ist das passiert, z. B. wenn mit der Rechtfertigung, Menschen &amp;quot;Zivilisation&amp;quot; zu bringen, diese kolonialisiert und ausgebeutet wurden, oder wenn von den USA und anderen westlichen Staaten Kriege angezettelt wurden, bei denen es um wirtschaftliche Vorteile ging, dieser Krieg jedoch heuchlerisch mit Menschenrechten und einem Demokratieversprechen begründet wurde. Teilweise wird von Kritikern der Aufklärung auch argumentiert, dass schon allein auf Werten zu bestehen bereits eine Form von problematischem Machtanspruch sei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie steht ihr dazu? Sollen die Werte der Aufklärung ein unumstößlicher gesellschaftlicher Maßstab sein? Oder sollen sie zur Diskussion stehen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Misstrauen, Zukunftserwartungen und der Erfolg von rechts-religiösen Konzepten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem Buch &amp;quot;Misstrauensgemeinschaften&amp;quot; (2025) zeigt Aladin El Mafalaani auf, dass moderne Gesellschaften immer komplexere Systeme werden, die einerseits Vertrauen notwendig machen, weil man sie als Einzelner nicht mehr verstehen kann, wodurch anderersseits Misstrauen in diese Systeme immer wahrscheinlicher wird: Der technologische Fortschritt führt zu immer weitgreifenderer Digitalisierung und Entfremdung, die Migrationsbewegungen zu immer größerer kultureller Pluralität, der demografische Wandel zu Problemen wie der Finanzierung von Sicherungssystemen und Fachkräftemangel, die Globalisierung und weltpolitische Ordnung erschweren die Bewältigung globaler Herausforderungen wie der Klimakrise, denn die klassischen Formen staatlicher Steuerung stoßen an ihre Grenzen. Wissensbestände werden immer komplexer und die Deutungsangebote vielfältiger. Als Folge nimmt die Skepsis gegenüber der Funktionsfähigkeit der liberalen Gesellschaft und dem demokratischen Staat zu (S. 49). Die liberale Gesellschaft vermittelt negative Zukunftserwartungen. Da Vertrauen in ein System ist aber immer an positive Zukunftserwartungen geknüpft ist, entsteht Misstrauen. &amp;quot;Eine positive Zukunft besteht aus Versprechen. Die liberale Demokratie war in den vergangenen Jahrzehnten getragen von der Aussicht auf Wohlstand, Fortschritt und Sicherheit. Das scheint nicht mehr gegeben&amp;quot; (S. 89). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Soziologe El Mafalaani selbst zieht in seinem Buch keinen Zusammenhang zwischen seiner gesellschaftlichen Diagnose von zunehmendem Misstrauen gegenüber &amp;quot;dem System&amp;quot; und dem Erstarken von fundamentalistischen religiösen Bewegungen, doch ich möchte diese Frage stellen: Lässt sich mit diesen Überlegungen die Attraktivität von extremistischer Religiosität erklären? Bieten extremistische religiöse Bewegungen ein anderes, positiveres Zukunftsversprechen?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Info: Das historisch-kritische Schriftverständnis ====&lt;br /&gt;
Grundlage für eine Religiosität, die sich mit Wissenschaft vereinbaren lässt, kann &#039;&#039;ein historisch-kritisches Schriftverständnis&#039;&#039; sein. Dieses Schriftverständnis versteht die Texte der Bibel oder des Koran im Kontext ihrer jeweiligen Entstehung. (&#039;&#039;Kritisch&#039;&#039; heißt dabei nicht, die Texte abzulehnen, sondern sie unvoreingenommen nach wissenschaftlichen Methoden zu erforschen.) Auf der Grundlage solch eines Schriftverständnis&#039; (das mit der Aufklärung im 18. Jhd. entstand) ist es für gläubige Menschen möglich, religiöse Toleranz, die Gleichberechtigung aller Menschen und eine wissenschaftliche Weltsicht in Einklang zu bringen mit der Bibel.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bibel legen die Theologen Konrad Schmid und Jens Schröter in ihrem Buch &amp;quot;Entstehung der Bibel&amp;quot; (2020) dar, dass es schon innerhalb der Bibel innerbiblische Auslegungen gibt: Frühere Schriften werden in späteren Schriften kommentiert, differenziert und weiterentwickelt (S. 175). Diese innerbiblischen Interpretationen bezeugen, dass die biblischen Texte kein wörtlich zu nehmendes Gotteswort sind, sondern Produkte ihrer Zeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Eine relativ kurze Entstehungsgeschichte der Bibel, die erklärt, warum die Bibel Aussagen wie die oben genannten enthält, findet sich in &#039;&#039;Sabine Häcker: Wie wurde Weihnachten erfunden? - Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag&#039;&#039;. 2025, S. 19-26.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Extremistische religiöse Gruppierungen lehnen ein historisch-kritisches Schriftverständnis ab und benutzen wörtliche Zitate aus ihrer jeweiligen Schrift als (angeblich alternativlose, dogmatische) Begründung für ihre Positionen. In den USA argumentieren Klimaschutzgegner mit Bibelzitaten, in Israel rechtfertigen Siedler die Vertreibung von Nicht-Juden mit dem Tanach und in Saudi Arabien dürfen Frauen mit Verweis auf den Koran ohne männlichen Vormund keine eigene Wohnung mieten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Christlicher Extremismus ===&lt;br /&gt;
Für einen Einstieg in das Thema:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* WDR-Doku in ARD-Mediathek (Video, 29 min): [https://www.ardmediathek.de/video/radikale-christen-in-deutschland-kreuzzug-von-rechts/radikale-christen-in-deutschland-kreuzzug-von-rechts/wdr/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtNmVmNDdhOTMtMDg4YS00NTBmLWJlYjctNGU2OGRkMzY2OTc5 https://www.ardmediathek.de/video/radikale-christen-in-deutschland-kreuzzug-von-rechts/radikale-christen-in-deutschland-kreuzzug-von-rechts/] Das Video zeigt u. a. die Nähe zur AFD in Dtl. und zur MAGA-Bewegung in den USA auf. &lt;br /&gt;
* Die ZDF-Doku (Video, 18 min, veröffentlicht am 31.05.2023) &amp;quot;Die unheimliche Macht der Evangelikalen&amp;quot; zeigt erklärt politische Bewegung der Evangelikalen in den USA: https://www.zdf.de/video/explainer/funk-collection-funk-12275-120/funk-usa-die-unheimliche-macht-der-evangelikalen-i-atlas-102 &lt;br /&gt;
* Dlf: &#039;&#039;Christfluenzer: Geschäftstüchtig, fromm, erzkonservativ&#039;&#039; (vom 02.07.2025) ttps://www.deutschlandfunk.de/christfluencer-evangelikale-rechtspopulismus-patriarchal-bibeltreu-keusch-100.html#Reaktion-Evangelische-Kirche https://www.deutschlandfunk.de/christfluencer-evangelikale-rechtspopulismus-patriarchal-bibeltreu-keusch-100.html#Reaktion-Evangelische-Kirche&lt;br /&gt;
* Sehr niedrigschwellig kann ein Einstieg mittels der Sendung im ZDF vom 08.10.2025 (Video, 34 min) sein: &amp;quot;Jesus Glow und Bibelverse: Sind Christfluencer gefährlich? 13 Fragen&amp;quot; https://www.zdf.de/video/talk/unbubble-100/christfluencer-bibelverse-jesus-glow-100 &lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Extremismus in der evangelikalen Bewegung ==== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Forschende zur evangelikalen Bewegung sind zum Beispiel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Daniel Rudolphi, Beauftragter für Weltanschauungsfragen der Landeskirche Hannover, ordnet hier z. B. die Trauereier für Charlie Kirk (USA) ein: https://www.landeskirche-hannovers.de/presse/tagesthemen/2025/09/30-wenn-eine-politische-bewegung-meint-gott-eindeutig-auf-ihrer-seite-zu-haben-wird-es-brandgefaehrlich&lt;br /&gt;
* Thorsten Dietz, ev. Theologe und Professor, äußert sich in vielen Podcasts und Veröffentlichungen sehr kenntnisreich (und sowohl einerseits wohlwollend als auch andererseits mit einer an den Werten der freiheitlich-demokratischen Grundordnung basierten klaren Kritik) - zur weltweiten und deutschen evangelikalen Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Akteure =====&lt;br /&gt;
Evangelikale Prediger und Gemeinden sind nicht einheitlich. Doch es lassen sich Tendenzen ausmachen – und die sind wichtig zu kennen für die politische Verortung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Tobias Riemenschneider (einflussreicher Pfarrer einer Baptistischen Gemeinde)  https://www.tagesschau.de/investigativ/wdr/afd-christentum-social-media-influencer-100.html&lt;br /&gt;
* ICF - International Christian Fellowship; ICF kommt ursprünglich aus Zürich (gegründet von Heinz Strupler), betreibt mehr als 70 Standorte, vor allem im deutschsprachigen Raumer und auch in Kambodscha, Brasilien und Israel. (Vgl. FAZ am 13.01.2026: https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/ist-jesus-wieder-cool-freikirchen-sind-im-trend-accg-200372993.html, auch  https://www.woz.ch/1044/freikirche/der-seelenfaenger-von-zuerich) Hier ein Bericht von einem ICF-Gottesdienst von &amp;quot;Celine-Teresa&amp;quot; (https://www.instagram.com/celine.teresaa/ ) einer queeren, nicht evangelikalen Christin: https://www.instagram.com/p/DTm-oHJjIqP/&lt;br /&gt;
* Deutsche Evangelische Allianz (gegründet 1848, weltweite Bewegung, große Institution mit kleiner Organisation, viele evangelikale Gemeinden gehören zu diesem Netzwerk, umfasst ca. 1,3 Mio Mitglieder in Deutschland)&lt;br /&gt;
* Weltweite Evangelische Allianz (Von 2021-2024 war der Bonner Thomas Schirrmacher Generalsekretär (der sich von Trump und dem christlichen US-Nationalismus abgrenzte (https://www.welt.de/regionales/nrw/article220413484/Papst-aus-der-Provinz-Ein-Bonner-ist-Kopf-der-evangelikalen-Christenheit.html, vgl. auch Dietz 2022, S. 52), aktuell ist es Botrus Mansour aus Nazareth.)&lt;br /&gt;
* Konferenz für Gemeindegründung (KFG): Dachorganisation&lt;br /&gt;
* Mühlheimer Verband Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden: https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BClheimer_Verband_Freikirchlich-Evangelischer_Gemeinden / &lt;br /&gt;
* Brüdergemeinden (Lehnen eine historisch-kritische Lesart der Bibel absolut ab und halten die Bibel für irrtumslos. Bei den &amp;quot;Brüdern&amp;quot; spielt die Endzeiterwartung in besonderem Maße eine große Rolle. Weil laut einer Prophzeiung zuerst die Juden ihren Staat errichten müssen, bevor das himmlische Reich Gottes kommen kann, sind die Anhänger der Brüderbewegung i.d.R. christliche Zionisten, für Groß-Israel und lehnen palästinensiche Ansprüche an das Land ab (sind also nicht an einer friedlichen Kompromisslösung in Israel interessiert). Die Brüderbewegung geht auf John Nelson Darby (1800-1882) zurück; meist Erwachsenentaufe; etwa 40.000-45.000 Anhänger in Dtl.)&lt;br /&gt;
* Hillsong-Gemeinden (https://hillsong.com/germany/)&lt;br /&gt;
* Freie Theologische Hochschule in Gießen https://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Theologische_Hochschule_Gie%C3%9Fen&lt;br /&gt;
* Medien: &lt;br /&gt;
** idea Spektrum (Zeitschrift mit evangelikaler Ausrichtung, wird dem konservativen Flügel zugerechnet)&lt;br /&gt;
** Bethanien Verlag&lt;br /&gt;
** ERF-Medien&lt;br /&gt;
** Pro - das christliche Medienmagazin https://www.pro-medienmagazin.de/&lt;br /&gt;
** Bibel TV&lt;br /&gt;
*Russlanddeutsche Freikirchen zeigen häufig eine Tendenz zum evangelikalen Spektrum; der Thorsten Dietz erläutert ausführlich (2:11 Std.) die Hintergründe in diesem Podcast: https://open.spotify.com/episode/05hdpwu7UmxvDu5r6N1CdW oder https://podcasts.apple.com/lv/podcast/die-russlanddeutschen-christen/id1530780117?i=1000734427936)  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Positionen =====&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Geschlechterrollen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
** Jasmin Friesen (“Liebe zur Bibel”) postete im Oktober 2025 auf Instagram zu Epheser 2,22 &#039;&#039;Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter, wie dem Herrn:&#039;&#039; “Viele lesen diesen Vers und denken sofort an Ungerechtigkeit oder Unterdrückung. Doch die biblische Unterordnung hat nichts mit Wertlosigkeit zu tun – sie hat mit Ordnung, Liebe und Hingabe zu tun. Beide sind gleichwertig – aber unterschiedlich berufen. Die Frauen sollen sich ihren Männern unterordnen, während der Mann für seine Frau sterben soll. Wahre Größe liegt im Dienen. Unterordnung ist kein Käfig. Es ist ein Tanz, wenn Liebe führt und Vertrauen antwortet.”&lt;br /&gt;
** Tobias Riemenschneider (einflussreicher, evangelikaler Prediger) predigt, dass die Frau sich sanft und still unterordnen soll: https://hb.itslearning.com/ContentArea/ContentArea.aspx?LocationID=62243&amp;amp;LocationType=1&amp;amp;TextURL=%2fLearningToolElement%2fViewLearningToolElement.aspx%3fLearningToolElementId%3d26840142&lt;br /&gt;
** “Viel zu oft ist der Mann seiner Frau unterwürfig und sie regiert das Heim. Das widerspricht dem Willen und Plan Gottes für die Ehe und wirkt sich auf die Kinder aus.” (Quelle: https://www.betanien.de/Material/ermahnendes_Artikel/eltern.htm)&lt;br /&gt;
** Tobias Riemenschneider meint, dass Frauen keine Pastorinnen sein dürfen und begründet das damit, dass Adam zuerst gebildet wurde und Eva ihn betrogen hat: https://www.instagram.com/p/DMNRWCIvbNi/&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Schwangerschaftsabbruch:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
** Evangelische Allianz Deutschland (ein Netzwerk evangelikaler Christen): Homepage -&amp;gt; Material -&amp;gt; Stellungnahmen -&amp;gt; Schwangerschaftsabbruch https://www.ead.de/fileadmin/DEA_Allgemein/Stellungnahmen/Informationsdefizite_beim_Schwangerschaftsabbruch.pdf&lt;br /&gt;
**Der einflussreiche evangelikale Tobias Riemenschneider bezeichnet Abtreibung als Mord: https://hb.itslearning.com/ContentArea/ContentArea.aspx?LocationID=62243&amp;amp;LocationType=1&amp;amp;TextURL=%2fLearningToolElement%2fViewLearningToolElement.aspx%3fLearningToolElementId%3d26840142&amp;lt;nowiki/&amp;gt;xualität&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Sexualität:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
**“Da Krankheiten wie AIDS/HIV in den meisten Fällen durch Sünde erworben wird, muss sie als Teil der Strafe betrachtet werden, die den Zorn Gottes gegen die Ungerechten zum Ausdruck bringt.” (Quelle: https://www.gotquestions.org/Deutsch/AIDS-Bibel.html)&lt;br /&gt;
**Wie überall gibt es natürlich auch in der evangelikalen Bewegung unterschiedliche Meinungen, hier ein Beitrag über das Spektrum von Haltungen gegenüber Homosexualität: https://www.lsvd.de/de/ct/690-Evangelikale-und-Homosexualitaet-Evangelische-Allianz-streitet-ueber-Umgang-mit-Lesben-und-Schwulen&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Wissenschaft (und Klimakatastrophe)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
**In den USA leugenen manche evangelikale Christen den Klimawandel und lehnen teilweise sogar Maßnahmen gegen ihn ab. https://www.deutschlandfunk.de/us-evangelikale-und-der-klimaschutz-die-angst-vorm-gruenen-100.html&lt;br /&gt;
**Dieser Clip auf dem Account von &amp;quot;Ketzer der Neuzeit&amp;quot; ist ein gutes Beispiel dafür, wie Wissenschaft verfälscht und verächtlicht gemacht wird (der Gast ist Tobias Riemenschneider): https://www.instagram.com/p/DS--WAggI75/ - eignet sich gut für eine Rhetorikanalyse!&lt;br /&gt;
**Die Evolutionstheorie wird abgelehnt (statt dessen wird an Kreationismus oder oder neo-kreationistisch an das &amp;quot;intelligent design&amp;quot; geglaubt). Tobias Riemenschneider verachtet &amp;quot;gottlose Wissenschaftler&amp;quot; https://www.instagram.com/p/DK4KdWhsO3e/?img_index=8 und erklärt die Evolutionstheorie für nichtig https://www.instagram.com/p/DLCs7alIu0D/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Staatswesen&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
** https://www.ezw-berlin.de/aktuelles/artikel/ein-fundamentalistisches-christentum-als-staatsreligion-die-christen-in-der-afd-lassen-sich-von-tobias-riemenschneider-erbauen/ auch https://www.instagram.com/p/DQuBASmDHQl/ (Tobias Riemenschneide polemisiert bei einem Vortrag bei der AFD.)&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Erziehung und elterliche Gewalt:&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;“Wer seine Rute schont, der hasst seinen Sohn; wer ihn aber lieb hat, der züchtigt ihn beizeiten.”&#039;&#039; (Altes Testament: Sprüche 13, 24)&lt;br /&gt;
** Studie von dem Kriminologen Christian Pfeiffer und dem Soziologen Dirk Baier zu elterlicher Gewalt in evangelikalen freikirchlichen Gemeinden: https://hpd.de/files/documents/studie_kfn_freikirchen.pdf&lt;br /&gt;
** Der evangelikal ausgerichtete Betanien-Verlag sagt zum Thema Erziehung: “Wir leben in einer Zeit, in der die Verantwortung der Eltern, ihre Kinder zu erziehen, immer mehr an andere „Dienstleistungsanbieter“ abgegeben wird – an Kindergarten, Schule, Jugendgruppe, Verein usw. Wir dürfen die Erziehung unserer Kinder aber nicht einfach in andere Hände abgeben – und schon gar nicht in die Hände Ungläubiger!” (Quelle: https://www.betanien.de/Material/ermahnendes_Artikel/eltern.htm &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Religiöse Toleranz&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Tobias Riemenschneider https://www.instagram.com/p/DQuBASmDHQl/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wo liegt der Unterschied zur evangelischen Kirche? ====&lt;br /&gt;
Die evangelischen Gläubigen werden durch die &#039;&#039;Evangelische Kirche Deutschlands&#039;&#039; vertreten (&#039;&#039;EKD&#039;&#039;). Die Endzeiterwartung nach einem einspurigen Fahrplan wird von den großen Kirchen wie der katholischen, der lutherischen, klassisch-reformierten, anglikanischen, methodistischen und baptistischen nicht geteilt (vgl. Dietz, 2022, S. 233). Die EKD legt die Bibel größtenteils historisch-kritisch aus und es wird zwischen wörtlicher, metaphorischer und symbolischer Ebene unterschieden. Die EKD steht hinter dem Grundgesetz und teilt die Werte der Aufklärung wie Menschenrechte, Demokratie und Wissenschaft.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt das evangelische Netzwerk &amp;quot;yeet&amp;quot; (https://yeet.evangelisch.de/), mit dem die EKD einen Gegenentwurf zu den evangelikalen Postitionen in den Sozialen Medien sichtbar machen möchte. Dazu gehören z. B. Pfarrer wie Nico Buschmann (&amp;quot;Einschpunk&amp;quot;), Maike Schäfer (&amp;quot;Ja und Amen&amp;quot;), Tim Lahr (&amp;quot;Amen aber sexy&amp;quot;) uvm. ( https://yeet.evangelisch.de/wer-oder-was-ist-yeet)  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine kleine Auswahl der evangelischen Positionen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Schwangerschaftsabbruch:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
** Die EKD argumentiert aus einem humanistischen Verständnis heraus und sieht unterschiedliche Werte in einem Spannungsverhältnis, zieht die geltende Gesetzeslage aber nicht in Zweifel: https://www.epd.de/fachdienst/epd-dokumentation/schwerpunkt/ethik/stellungnahme-des-rates-der-evangelischen-kirche &lt;br /&gt;
** In den USA argumentieren evangelische Pastoren &amp;quot;pro choice&amp;quot; mit der Bibel (Bsp.: https://www.instagram.com/p/DQE1zOIkfnX/, Genesis = 1. Buch Mose) und beziehen sich auf das 1. Mose 2, 7. Dort steht: &amp;quot;Da machte Gott der Herr den Menschen aus der Erde vom Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.&amp;quot; Aus diesem Bibelvers eine Definition von Leben abgeleitet, die das Leben mit der Möglichkeit zu atmen beginnen lässt. Auch gibt es in den Rechtsvorschriften von Mose einen Vers, der sich auf menschlich verursachte Schwangerschaftsabbrüche bezieht, und zwar in 2. Mose 21, 22. (Vgl.: [[Schwangerschaftsabbruch: Positionen der Kirchen und der Bibel|Schwangerschaftsabbruch: Postitionen der Kirchen und der Bibel]])&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Homosexualität:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
**Der ev. Theologe Thomas Hieke nimmt Stellung aus historisch-kritischer Perspektive: https://blog.thomashieke.de/blog/bibel-und-homosexualitat/aber-in-der-bibel-steht-doch/ (2 seiten); wer es genauer wissen möchte: https://www.theologie-und-kirche.de/hieke.pdf (34 Seiten). Wer theologisch und historisch noch tiefer eintauchen möchte, kann diesen zweistündigen, interessanten Vortrag des Theologen Thorsten Dietz hören: https://worthaus.org/mediathek/homosexualitaet-und-die-bibel-12-4-1/ (auch als Podcast bei Spotify &amp;amp; Co, nach &amp;quot;Worthaus-Homosexualität-Thorsten Dietz&amp;quot; suchen.)&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Evangelikaler Extremismus:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
**Das öffentliche Umgehen der EKD mit der religiösen Radikalisierung im evangelikalen Spektrum ist auffallend zurückhaltend. Man ist besorgt, vermeidet aber eine offene Konfrontation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Evangelikale Einrichtungen in Bremen, die radikalen Extremismus evtl. verstärken können ======&lt;br /&gt;
Im Vergleich mit anderen Städten ist Bremen eine evangelikale Hochburg: https://hpd.de/artikel/bremen-hochburg-evangelikalen-18831 / https://religionsfreiinbremen.de/wp-content/uploads/2022/06/EvangelikaleInBremen2022-2.pdf) Grund ist unter anderem das Bremer Kirchenrecht: Während in anderen Landeskirchen gilt, dass man als evangelischer Christ zur Kirchengemeinde des Wohnbezirks gehört, ist die eigene Gemeinde in Bremen frei wählbar. Dadurch haben sich Gemeinden mit sehr spezifischen Profilen gebildet und dadurch ist die Domgemeinde in der Innenstadt zu einem Netzwerk der Reichen und Mächtigen in der Hansestadt gworden. https://www.evangelisch.de/inhalte/120493/06-03-2015/ein-besuch-der-gemeinde-st-martini-von-pfarrer-olaf-latzel-bremen &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Evangelische Allianz&#039;&#039; (ein evangelikaler Dachverband), Ansprechpartner ist Fabian Backhaus&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gemeinsam in Bremen&#039;&#039; (Vorsitzender: Fabian Backhaus)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Sozialwerk der Freien Christengemeinde&#039;&#039; (Gröpelingen)&lt;br /&gt;
* [[Datei:Martinikirche (1).jpg|mini|Die Martinigemeinde in Bremen: In der &amp;quot;Biblischen Fahrschule zur Ehe&amp;quot; sprach Pastor Olaf Latzel von &amp;quot;Gender-Dreck&amp;quot;, von den &amp;quot;Verbrechern vom Christopher-Street-Day&amp;quot; und auch von der &amp;quot;Homo-Lobby&amp;quot;: &amp;quot;Dieses Teuflische, kommt immer stärker, immer massiver, drängt immer mehr hinein.&amp;quot; (Quelle: https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/pastor-latzel-prozess-volksverhetzung-chronologie-bremen-100.html) Der Pastor wurde wegen Volksverhetzung (der juristische Strafbestand für Hassrede) verurteilt; die Gemeinde stand und steht hinter ihm.   ]]Evangelikale Gemeinden sind z. B.:&lt;br /&gt;
** Martini-Gemeinde, Martinikirchhof in der Bremer Innenstadt (Pastor Olaf Latzel wurde bekannt, als er wegen Volksverhetzung angeklagt wurde.)&lt;br /&gt;
** Matthäusgemeinde, Herrmannsburg in Bremen-Huchting (Pastor Andreas Schröder ist auch Vorsitzender der Ev. Allianz Bremen.)&lt;br /&gt;
** Baptistische Hoffnungskirche (Zietenstr. 59, Bremen-Walle)&lt;br /&gt;
** Abrahamgemeinde, Anna-Stiegler-Str. 124, Bremen-Kattenturm&lt;br /&gt;
** Paulusgemeinde, Habenhauser Dorfstr. 27-31, Bremen-Habenhausen https://www.paulusgemeinde.de/ &lt;br /&gt;
** Markusgemeinde, Arsterdamm 12-18, Bremen-Arsten&lt;br /&gt;
** diverse Pfingstgemeinden (lassen sich hier nicht alle aufzählen)&lt;br /&gt;
** Freie Evangelische Brüdergemeinde (Lehrer-Lämpel-Weg 12, Bremen)&lt;br /&gt;
** ...&lt;br /&gt;
* Privatschule &#039;&#039;Freie Evangelische Bekenntnisschule&#039;&#039; (Habenhausen), sie gilt mit 1500 Schülern als größte evangelikale Schule in Dtl. (vgl. https://taz.de/Evangelikale-in-Bremer-Schulen/!5780266/)&lt;br /&gt;
* Private Grundschule in der Otto-Braun-Str. in der Vahr (200 Grundschüler)&lt;br /&gt;
* Privatschule &#039;&#039;Mentor&#039;&#039; (gehört zum &amp;quot;Sozialwerk der Freien Christengemeinde&amp;quot; in Gröpelingen)&lt;br /&gt;
* Diverse Kindergärten mit evangelikalen Trägern, die aber - wie die Privatschulen - zum größten Teil mit öffentlichen Geldern finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Extremismus in der katholischen Kirche ====&lt;br /&gt;
Obwohl die &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Katholische Kirche&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; inzwischen eine grundsätzlich positive Haltung zum aufgeklärten historisch-kritischen Bibelverständnis einnimmt (vgl. https://www.kathnews.de/vatikanum-ii-verbindung-von-historisch-kritischer-und-dogmatisch-kirchlicher-exegese), sind bestimmte Haltungen der katholischen Kirche als extremistisch und menschenfeindlich einzuordnen, beispielsweise die Ablehnung von Verhütungsmitteln. Mit dem Verbot von Kondomen nimmt der Vatikan in Kauf, dass Menschen sexuell übertragbare Krankheiten bekommen; in den 1990er und 2000er Jahren sind deshalb viele, viele Menschen bes. in Afrika und Südamerika an AIDS gestorben. https://www.spiegel.de/politik/ausland/rom-und-die-dritte-welt-gottes-werk-und-benedikts-beitrag-a-352790.html  Ebenso steht die Haltung der Römischen Kirche zur Abtreibung im Widerspruch zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung unseres Staates, Papst Leo XIV bezeichnete Anfang Februar 2026 &amp;quot;Abtreibung als größten Zerstörer des Friedens&amp;quot;; das gleiche gilt für die Tasache, dass Frauen als Priester nicht zugelassen werden. Die katholische Kirche orientiert sich insgesamt - im Unterschied zu den evanglischen oder evangelikalen Kirchen - weniger an der Bibel sondern vielmehr an päpstlichen Beschlüssen, die seit 1870 als unfehlbar gelten und deshalb schwer aufzuheben sind. Die katholische Kirche steht nicht in offener politischer Opposition zum demokratischen Staat, bringt sich zu Streitpunkten aber meinungsstark ein, nutzt ihre mächtigen Netzwerke und beansprucht für ihre kirchliche Institution, dass dort eigene Regeln und Werte gelten. Z. B. gilt arbeitsrechtlich in vielen kath. Einrichtungen: Wer sich scheiden lässt, dem wird gekündigt. Scheidungen sind nicht akzeptiert - und damit steht das kath. Arbeitsrecht und das Verhalten der katholische Kirche im Widerspruch zu unserer Kultur, in der eine Scheidung nicht als Straftat gesehen wird.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besonders konservativ fällt immer wieder das &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Erzbistum Paderborn&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; auf. Dort favorisiert man den Kommunionsgottesdienst wieder auf Lateinischer Sprache (statt auf Deutsch, vgl. https://www.instagram.com/p/DT-XP1OCu2Y/?img_index=5) und unterhält eine finanziell gut ausgestattete PR-Abteilung, die jedes Jahr mit dem Nikolaus Konfessions-Werbung macht und mit der groß angelegten &amp;quot;Aktion weihnachtsmannfreie Zone&amp;quot; den weltlichen Weihnachtsmann versucht zu verunglimpfen. (Eigentlich ist Kirchenwerbung verboten, doch mit dem &amp;quot;Heiligen&amp;quot; Nikolaus als Werbeikone wird von der Katholischen Kirche in Deutschland seit drei Generationen versteckte Werbung betrieben - obwohl der Papst 1969 den Nikolaus als Heiligen zurückgestuft hat, weil er nicht die Heiligenkriterien erfüllt. Mehr dazu hier: [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Woher kommt der Nikolaus?]])   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine erzkonservative katholische Vereinigung sind die &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Pius-Brüder&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;. Sie kritisieren das Handeln des Vatikans als zu progressiv und lehnen das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65) vehement ab, da sie darin eine Modernisierung der Kirche sehen, die zu Liberalismus, Ökumene und Religionsfreiheit führte. Die Pius-Brüderschaft lehnt das Abhalten der Messe in der jeweiligen Landessprache ab und möchte wieder weltweit einheitlich Messen nur auf Latein einführen. Selbst die katholische Kirche in Deutschland stuft die Pius-Brüderschaft als extremistisch ein: https://katholisch.de/artikel/54461-experte-piusbruderschaft-will-langfristig-die-kirche-zurueckerobern Der AFD-Politiker Maximilian Krah ist der Rechtsanwalt der Pius-Brüder. Die katholische Kirche über Maximilian Krah: https://katholisch.de/artikel/53591-afd-spitzenkandidat-maximilian-krah-auch-als-katholik-extrem Die Pius-Brüderschaft ist (u. a.) gegen die Gleichberechtigung von Frauen, gegen eine akademische Bildung von Mädchen, lehnt Verhütungsmittel und Abtreibung ab, ebenso wie Scheidungen, Homosexualtiät, den neutralen Staat und religiöse Toleranz ([https://de.wikipedia.org/wiki/Priesterbruderschaft_St._Pius_X. https://de.wikipedia.org/wiki/Priesterbruderschaft_St._Pius_X.]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Extremismus in den orthodoxen Kirchen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die größte orthodoxe Kirche ist &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;die russisch-orthodoxe Kirche&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; mit ihrem Patriarch Kyrill in Moskau. Er ist tonangebend, auch wenn es selbstverständlich durchaus andere Meinungen und Widerstand sowohl in seinem Patriarchat als auch in den anderen orthodoxen Patriarchaten gibt. Kyrills Haltungen werden hier recht gut kurz gefasst beschrieben: https://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/putin-und-kyrill-100.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer es noch sehr viel genauer wissen möchte: Podcast “Das Wort und das Fleisch” des Theologen Thorsten Dietz (https://de.wikipedia.org/wiki/Thorsten_Dietz) und Martin Hünerhoff, Folge vom 26.08.2022: &#039;&#039;Die Orthodoxie am Scheideweg.&#039;&#039; https://wort-und-fleisch.de/die-orthodoxie-am-scheideweg/ (120 min). Thorsten Dietz, der tief ins Thema geht, zitiert u. a. aus der Predigt von Kyrill vom März 2022, in der dieser den Ukraine-Krieg rechtfertigt, und Kyrills Begründung ist eine Absage an liberale Werte und Verteufelung von Homosexualität. Einen kurzen Überblick über die russisch-orthodoxe Kirche in Deutschland gibt wikipedia. In Deutschland liegt die Leitung der russisch-orthodoxen Gläubigen in der Hand von Mark Arndt. Über sexuelle Identifikation und Abtreibung schrieb er am 05./18.03.2020: &amp;quot;Der Mensch (...) will nicht den gottgegebenen Unterschied zwischen Mann und Frau anerkennen, die besondere Berufung eines jeden; er ist nicht bereit, das Kindergebären als natürliche Erscheinung seines Lebens anzuerkennen, (...).&amp;quot; https://de.wikipedia.org/wiki/Russische_Orthodoxe_Di%C3%B6zese_des_orthodoxen_Bischofs_von_Berlin_und_Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Muslimischer Extremismus ===&lt;br /&gt;
==== Akteure und Positionen in Deutschland ====&lt;br /&gt;
Islamistische Gruppierungen (Überblick): https://www.bpb.de/themen/islamismus/dossier-islamismus/36361/islamistische-gruppen-in-deutschland/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Islamische Gemeinschaft Milli Görüş&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;: &amp;quot;Die IGMG ist aktuell die größte islamistische Organisation in Deutschland. Sie ist weltweit aktiv und verfügt eigenen Angaben zufolge insgesamt über rund 170.000 Mitglieder. Ihre Mitglieder in Deutschland haben mehrheitlich einen türkischen Migrationshintergrund und so ist neben Deutsch (vor allem als Sprache der externen Kommunikation) Türkisch wichtige Verkehrssprache der IGMG. Sie ist eine sunnitische, streng hierarchisch gegliederte Organisation und Teil der Millî Görüş-Bewegung. Die Programmatik der von dem 2011 verstorbenen türkischen Politiker Necmettin Erbakan entwickelten „Millî Görüş“ Ideologie sieht vor, eine Ordnung zu schaffen, die sich –anstatt an von Menschen geschaffenen und damit vermeintlich „willkürlichen“ Regeln – ausschließlich an islamischen Grundsätzen ausrichtet. Die Organisation stellt sich selbst als religiöse Gemeinschaft mit politischem Anspruch dar: Nach außen tritt sie vor allem als Ansprechpartnerin für alle den Islam und die Religionspraxis betreffenden Themen sowie als Dienstleisterin in religiösen Angelegenheiten auf. Insbesondere der Bildungsbereich stellt einen der zentralen Schwerpunkte ihrer Aktivitäten dar. Darüber hinaus ist sie bestrebt, sich als Vertreterin der Musliminnen und Muslime in Deutschland und zudem als Ansprechpartnerin für Vertreter aus Politik und Gesellschaft zu etablieren sowie eine maßgebliche Rolle bei der Institutionalisierung des Islam in Deutschland zu spielen.&amp;quot; (aus: Bundesamt für Verfassungsschutz: Islamismus in Deutschland. 2025. https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/publikationen/DE/islamismus-und-islamistischer-terrorismus/2025-04-islamismus-in-deutschland.html) Erbakan forderte eine Islamisierung Europas durch muslimische Einwanderung. IGMG ist ein Dachverband der Millî-Görüş-Vereine in der europäischen Diaspora; für den Moscheebau und finanzielle Angelegenheiten wurde die &#039;&#039;Europäische Moscheebau- und Unterstützungsgemeinschaft&#039;&#039; (EMUG) errichtet. IGMG ist eng mit der AKP, der Partei des türkischen Staatspräsidenten Erdogan, verbunden und der türkischen Behörde für Religionsangelegenheit &#039;&#039;Diyanet&#039;&#039;, die Erdogan direkt unterstellt ist. Unter diesem link findet sich eine Liste einiger zur IGMG gehörenden Moscheen in Deutschland: https://tom.igmg.org/moscheeliste.php. IGMG spielt im Zentralrat der Muslime eine wichtige Rolle.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Die &#039;&#039;türkische Religionsbehörde Diyanet&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; unterhält in Deutschland eine eigene Niederlassung: die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) (https://de.wikipedia.org/wiki/Diyanet_%C4%B0%C5%9Fleri_Ba%C5%9Fkanl%C4%B1%C4%9F%C4%B1) und entsendet Imame nach Deutschland. &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB)&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; ist der deutsche Arm der türkischen Religionsbehörde Diyanet und beaufsichtigt bundesweit rund 1.000 Moscheegemeinden. Die Ditib-Vorstände und die entsandten Imame unterstehen der türkischen Religionsbehörde Diyanet, welche direkt dem türkischen Präsidenten unterstellt ist. Die Imame sind türkische Staatsbeamte, die in der Türkei ausgebildet und von dort bezahlt werden. Die Ditib, gegründet 1984, ist mit rund 150.000 Mitgliedern der größte sunnitisch-islamische Dachverband in Deutschland, mit Sitz in Köln. Der Verband steht immer wieder wegen seiner engen Nähe zur türkischen Regierung (AKP) und einer möglichen Instrumentalisierung für politische Zwecke unter Kritik.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Moscheeverband ATIB (Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa)&#039;&#039;:&#039;&#039;&#039; &amp;quot;Atib wird von der Behörde als rassistisch und in Teilen islamistisch eingestuft. Sie entstand laut Bundeszentrale für politische Bildung aus einer Abspaltung der ultranationalistischen &amp;quot;Grauen Wölfe&amp;quot;. (aus: https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/verfassungsschutz-bremen-schulklassen-moschee-100.html) &amp;quot;Die Union der türkisch-islamischen Kulturvereine Atib wird vom Bundesamt für Verfassungsschutz den rechtsextremistischen türkischen Grauen Wölfen zugerechnet.&amp;quot; (aus: https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/atib-foerdermittel-senat-bremen-100.html) &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Graue Wölfe&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; ist eine &amp;quot;rechtsextreme, türkisch-nationalistische Bewegung, die seit Jahrzehnten auch in Deutschland existiert. Sie ist unter anderem in hunderten lokalen Vereinen organisiert sowie in Dachverbänden wie Türk Federasyon (Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine in Deutschland), ATIB (Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa) oder ATB (Verband der türkischen Kulturvereine in Europa). Die sogenannten &amp;quot;Grauen Wölfe&amp;quot; überhöhen die türkische Nation und betonen angeblich islamische Werte. Sie hetzen gegen tatsächliche oder vermeintliche Linke und alle Nicht-Türken – wozu sie auch Armenier, Kurden oder Aleviten zählen, selbst wenn diese die türkische Staatsbürgerschaft besitzen. Sie tragen Konflikte aus dem Mutterland auch in Deutschland aus. Mit schätzungsweise mehr als 12.000 Mitgliedern dürfte sie eine der stärksten rechtsextremen Organisationen hierzulande sein. (...) Im Zuge interner Auseinandersetzungen spalteten sich von der Türk Federasyon die ATIB und ATB ab, die sich mehr als islamisch orientierter Flügel der Szene der &amp;quot;Grauen Wölfe&amp;quot; verstehen. Bundesweit unterhalten Türk Federasyon, ATIB und ATB gemeinsam ungefähr 300 lokale Vereine und Zweigstellen und mit geschätzt mehr als 12.000 Mitgliedern. (...) Die Namen der lokalen Mitgliedsorganisationen lassen bisweilen auf die Zugehörigkeit zur Szene der Grauen Wölfe schließen, sie lauten beispielsweise &amp;quot;Türkischer Idealistenverein [Ortsname] e.V.&amp;quot; Häufig klingen die Namen aber auch völlig unpolitisch, etwa &amp;quot;Türkisches Kulturzentrum&amp;quot;, &amp;quot;Verein türkischer Arbeitnehmer&amp;quot; oder &amp;quot;Türkisch-Deutscher Freundschaftsverein&amp;quot;. Ein Teil des Erfolgsrezepts der drei Dachverbände ist, dass sich ihre lokalen Mitgliedsvereine häufig als türkische Selbsthilfeorganisationen und Moscheegemeinden etablieren konnten. So haben Türk Federasyon, ATIB und ATB Einfluss auf zahlreiche Kultur- und Elternvereine, Unternehmerverbände, Jugendgruppen, Fußballclubs und Moscheen – und damit auf das soziale Leben vieler türkeistämmiger Menschen in Deutschland. Auch sind sie aktiv in Integrationsräten, teilweise treten sie hier auch in Bündnislisten mit islamischen Vereinigungen auf. Zudem gibt es Bestrebungen von Funktionären und Anhängern der Grauen Wölfe, in deutsche Parteien (z.B. CDU/CSU, SPD, Grüne) einzutreten und aktiv mitzuarbeiten, um ihre ideologisch-politischen Inhalte dort zu vertreten.&amp;quot; (aus: https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/dossier-rechtsextremismus/260333/graue-woelfe-eine-der-groessten-rechtsextremen-organisationen-in-deutschland/) Es wird eine Ideologie eines völkischen, überlegenen &amp;quot;Europäischen Türkentums&amp;quot; vertreten. Die Mitglieder sind pro Erdogan, fallen manchmal mit dem sog. Wolfsgruß auf und es ist mit Gewaltbereitschaft zu rechnen.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Deutsche Muslimische Gemeinschaft e. V.&#039;&#039;:&#039;&#039;&#039; &amp;quot;Die DMG gilt als wichtigste und zentrale Organisation von Anhängern der „Muslimbruderschaft“, der „Mutter aller (sunnitisch) islamistischen Bewegungen“. Diese wurde bereits 1928 in Ägypten gegründet und ist – eigenen Angaben zufolge – weltweit in mehr als 70 Ländern vertreten und aktiv. Ziel der MB, die noch heute von der Ideologie ihres Gründers Hassan al Banna geprägt wird, ist die Errichtung eines politischen und gesellschaftlichen Systems auf Grundlage von Koran und Sunna. Dazu versucht sie, gegenüber Politik, Behörden und zivilgesellschaftlichen Stellen als Ansprechpartnerin eines gemäßigten, weltoffenen Islam in Erscheinung zu treten.&amp;quot; (aus: Bundesamt für Verfassungsschutz: Islamismus in Deutschland. 2025. https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/publikationen/DE/islamismus-und-islamistischer-terrorismus/2025-04-islamismus-in-deutschland.html) &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Muslimbrüderschaft:&#039;&#039;&#039; Die Muslimbruderschaft will die Scharia als Geetzesgrundlage durchsetzen. Vgl. z. B. Michael Kreutz (Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung): Die Muslimbruderschaft. https://www.bpb.de/themen/islamismus/dossier-islamismus/286322/die-muslimbruderschaft/ Spielt im &#039;&#039;Zentralrat der Muslime&#039;&#039; eine wichtige Rolle. &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Das Islamische Zentrum Hamburg e. V.&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (inzwischen verboten): Das IZH galt neben deren Botschaft als wichtigste Vertretung der Islamischen Republik Iran in Deutschland. Darüber hinaus war es eines der bedeutendsten religiösen Zentren und wichtiges Propagandazentrum des Iran in Europa. Der Leiter des IZH galt als Vertreter des iranischen &#039;Revolutionsführers&#039; in Deutschland. Ziel war der Export der iranischen Revolution und damit die Islamisierung anderer Nationen nach iranischem Vorbild. Nach außen hin waren die Aktivitäten des IZH darauf ausgerichtet, die islamische Lehre schiitisch iranischer Prägung auf unterschiedliche Art und Weise in Deutschland und Europa zu verbreiten. Hierfür organisierte das IZH unter anderem regelmäßige Gebets- und Vortragsveranstaltungen, religiöse Feierlichkeiten sowie Sprachunterricht und andere Lehrveranstaltungen. Das IZH stand im Verdacht, sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung und gegen den Gedanken der Völkerverständigung zu richten. Zur weiteren Aufklärung dieses Verdachts und zur Sicherung von Beweismitteln wurden am 16. November 2023 Durchsuchungsmaßnahmen in mehreren Bundesländern durchgeführt. Im Ergebnis des 2023 vom BMI eingeleiteten Ermittlungsverfahrens gegen das IZH wurde der Verein einschließlich seiner fünf Teilorganisationen „Islamische Akademie Deutschland e.V.“, „Verein der Förderer einer iranischen islamischen Moschee in Hamburg e.V.“, „Zentrum der Islamischen Kultur e.V.“ in Frankfurt am Main (Hessen), „Islamische Vereinigung Bayern e.V.“ und „Islamisches Zentrum Berlin e.V.“ am 24. Juli 2024 verboten.&amp;quot; (aus: Bundesamt für Verfassungsschutz: Islamismus in Deutschland. 2025. https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/publikationen/DE/islamismus-und-islamistischer-terrorismus/2025-04-islamismus-in-deutschland.html)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Salafistische Bestrebungen:&#039;&#039;&#039; &amp;quot;&#039;&#039;Der Salafismus gilt sowohl in Deutschland als auch auf internationaler Ebene als die zurzeit dynamischste islamistische Bewegung. Ihr werden in Deutschland derzeit ca. 11.500 Personen und in Bremen rund 540 Personen zugerechnet. Eine exakte Bezifferung des salafistischen Personenpotenzials ist aufgrund von strukturellen Besonderheiten der Szene schwierig. So weisen zahlreiche salafistische Personenzusammenschlüsse keine festen Strukturen auf. Gleichzeitig finden sich Salafisten in anderen islamistischen Organisationen und Einrichtungen. Die Ideologie des Salafismus lässt sich in eine politische und eine jihadistische Strömung unterteilen. Vertreter des politischen Salafismus stützen sich auf intensive Propagandatätigkeit, um ihre extremistische Ideologie zu verbreiten sowie politischen und gesellschaftlichen Einfluss zu gewinnen. Anhänger des jihadistischen Salafismus hingegen glauben, ihre Ziele durch Gewaltanwendung realisieren zu können. Die Übergänge zwischen beiden Formen sind fließend. In Deutschland lebende Anhänger lassen sich sowohl dem politischen als auch dem jihadistischen Salafistenspektrum zuordnen.&amp;quot; (aus: Landesverfassungsschutz Bremen: Islamismus. https://www.verfassungsschutz.bremen.de/extremismus/islamismus-11581) Vgl. auch: https://www.kodex.bremen.de/hintergruende/salafismus-11861 Nennenswerte salafistische Akteure auf u.a. YouTube sind z. B. Pierre Vogel https://www.verfassungsschutz-bw.de/,Lde/Serie+_Salafistische+Netzwerke+im+Wandel_+_+Teil+1_+Pierre+VOGEL oder Abul Baraa (Armih) https://www.verfassungsschutz-bw.de/,Lde/Serie+_Salafistische+Netzwerke+im+Wandel_+_+Teil+10_+Ahmad+ABUL+BARAA.&lt;br /&gt;
* Influencer (z. B.):&lt;br /&gt;
** Pierre Vogel&lt;br /&gt;
** Hanna Hansen (https://www.instagram.com/hannahansenofficial/): 223.000 Follower, ehemalige Boxerin, Konvertitin, wirbt für einen konservativen Islam &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Strukturen und Gruppierungen in Bremen, die den Islamismus evtl. verstärken können ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Datei:Fatih-Moschee in Bremen.jpg|mini|Die Bremer Fatih-Moschee gehört zu Milli Görüş. Das Ziel von Milli Görüş ist es laut Verfassungsschutz, eine Ordnung zu schaffen, die sich ausschließlich an islamischen Grundsätzen ausrichtet. (https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/publikationen/DE/islamismus-und-islamistischer-terrorismus/2025-04-islamismus-in-deutschland.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=13) Dabei orientiert man sich an dem Grundsatz Erdoğans: &amp;quot;Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind.&amp;quot; (FOCUS, 19.07.2016 https://www.focus.de/politik/videos/demokratie-ist-nur-der-zug-auf-den-wir-aufsteigen-ein-zitat-erdogans-von-1998-ist-heute-aktueller-denn-je_id_5742865.html)]]&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Moscheen, die zur IG Milli Görüs gehören&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (ideologisch eng verbunden mit der türkischen Erdogan-Regierung, s. o.): &lt;br /&gt;
** Fatih Moschee (Sttapelfeldstr. 9, Gröpelingen)&lt;br /&gt;
** Isalmische Gemeinde Neustadt (Kantstr. 98)&lt;br /&gt;
** Islamische Gemeinde Huchting (Carl-Hurtzig-Str. 5)&lt;br /&gt;
** Islamische Gemeinde Hemelingen (Hemelinger Bahnhofstr. 44)&lt;br /&gt;
** Islamische Gemeinde Tenever (Züricher Str. 6a)&lt;br /&gt;
** Islamische Gemeinde Blumenthal (Lüssumer Str. 7)&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Moscheen, die zu ATIB gehören&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (eine Abspaltung der rechtsextremistischen türkischen Grauen Wölfen zugerechnet, s. o.):&lt;br /&gt;
**Yunus Emre Moschee (Helsingborger Str. 105, Bremen Nord) https://www.facebook.com/p/AT%C4%B0B-Bremen-Yunus-Emre-Camii-100071988288903/?locale=de_DE&lt;br /&gt;
**Zentralmoschee (Graubündener Str. 88)&lt;br /&gt;
*[[Datei:Ditib-Moschee in Bremen-Findorff.jpg|mini|Eine Ditib-Moschee in Bremen. (Die weiße Tür mit der Aufschrift &amp;quot;Bayanlar Girisi&amp;quot; ist der Seiteneingang für Frauen.) Die Ditib untersteht der türkischen Religionsbehörde Diyanet, welche direkt dem türkischen Präsidenten unterstellt ist. Die Imame sind türkische Staatsbeamte, die in der Türkei ausgebildet, von dort bezahlt und nach Deutschland entsandt werden. Es gibt rund 1.000 Ditib-Moscheen in Deutschland.]]&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Ditip-Moscheen und Vereine&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (sind direkt der türkischen Religionsbehörde Diyanet unterstellt):&lt;br /&gt;
** Lindenhofstr. 33-35 &lt;br /&gt;
** Kreinsloger 126&lt;br /&gt;
** Münchner Str. 56&lt;br /&gt;
** Hamersbecker Str. 123&lt;br /&gt;
** Sportverein KSV Vatan Spor Dernegi&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Islamisches Kulturzentrum&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (Breitenweg, Innenstadt): Die Moschee wird hauptsächlich von nordafrikanischen Muslimen besucht. Immer wieder gab es den Verdacht, dass sich hier Salafisten treffen. Mehrmals wurde bereits der Salafist Abul Baara (Armih) als Redner eingeladen, der auf YouTube die wörtliche Auslegung des Koran predigt. Vgl.: https://www.youtube.com/shorts/DKyKCtEHR4c&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Nurtekin Tepe&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (MdBB und SPD Bremen) hat in der &amp;quot;Milli Görüs Akademisi&amp;quot; studiert und betont dies auf seiner Facebookseite als eines von 5 Merkmalen, um sich selbst zu beschreiben (Stand Februrar 2026) https://www.facebook.com/nurtekin.tepe.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Vertretung der türkischen &amp;quot;Saadet Partisi&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (SP, Partei der Glückseligen, einem politischen Ableger von Milli Görüs https://de.wikipedia.org/wiki/Saadet_Partisi) hat ein Büro in der Gröpelinger Heerstr. https://www.facebook.com/SaadetEuropeBremen/?locale=de_DE . Der Bremer Bürgerschaftsabgeordnete Mohammed Tokmak (SPD) erntete Kritik, als er dort 2025 am Fastenbrechen teilnahm und entschuldigte sich im Nachhinein dafür - er habe nicht gewusst, dass die Partei wegen antismitischer Äußerungen aufgefallen sei und vom Verfassungsschutz beobachtet werde.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Vertretung der türkischen &amp;quot;Yeniden Refah Partisi&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; ist eine politische Vertreterin der türkischen Milli Görüs-Bewegung. Die Partei betrachtet Homosexualität als eine Perversion und will im Falle einer Regierungsbeteiligung alle homosexuellen Vereine oder Organisationen schließen https://www.bpb.de/themen/europa/tuerkei/541753/yeniden-refah-partisi-yrp/. Der Bremer Vorsitzende ist Cemal Gülalan https://www.facebook.com/photo.php?fbid=896723768724067&amp;amp;set=a.419440963119019&amp;amp;type=3&amp;amp;locale=de_DE /  https://www.facebook.com/cemal.gulalan. Das Bremer Parteibüro ist in Hemelingen https://www.facebook.com/Akdoganhasan01/posts/yeniden-refah-partisi-iftar-programini-d%C3%BCzenledibremen-hemelingen-semtinde-merke/1224215482641559/.&lt;br /&gt;
* Der türkische Muttersprachunterricht wird von dem Senator für Bildung an die türkische Regierung abgegeben. Derzeit gibt es etwa 10 &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;türkische Konsulatslehrer&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; in Bremen, die jeweils für zwei Jahre von der türkischen Regierung nach Deutschland entsand über das türkische Konsulat in Bremen Kinder türkischer Familienherkunft unterrichten dürfen.&lt;br /&gt;
* Der &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;salafistischen Szene&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; wurden 2018 in Bremen ca. 540 Mitglieder zugerechnet https://www.verfassungsschutz.bremen.de/extremismus/islamismus-11581. &lt;br /&gt;
* Der Verfassungsschutz warnt vor der Bremer Gruppe &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&amp;quot;Licht des Wissens&amp;quot;:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; https://www.instagram.com/p/DTuMeI_iUK1/ (Reel, 1 min).&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jüdischer Extremismus ===&lt;br /&gt;
-&amp;gt; Rechercheaufgabe: Gibt es eine jüdische Gemeinschaft vor Ort? Wie ist sie im Spektrum vom liberalen bis zum (ultra)orthodoxen Judentum einzuordnen? Wie hält sie es mit Werten der Aufklärung? Gibt es Gleichberechtigung von Frauen als Akteuren im religiösen Leben? Welche politischen Standpunkte vertritt sie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Jüdische Einrichtungen in Bremen =====&lt;br /&gt;
Es gibt ein orthodoxe Synagoge in Schwachhausen. Männer und Frauen sitzen dort getrennt und nur Männer dürfen den Gottesdienst leiten. Als 2020 eine kleine Gruppe der Mitglieder einen liberalen Ansatz favorisierte, bei dem Männer und Frauen in der religiösen Praxis gleichgestellt sind, wurden sie aus der orthodoxen Synagoge (und damit aus den öffentlichen Fördergeldern) hinausgedrängt. Der zur Synagoge gehörende Kindergarten ist russischsprachig, was auf der Homepage interessanterweise nicht erwähnt wird: https://jg-bremen.de/. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ein paar Gedankenschnipsel dazu, warum fundamentalistischer Extremismus zunimmt ===&lt;br /&gt;
Das Phänomen, warum Menschen Wissenschaft, Gleichberechtigung, freie Lebensgestaltung und Demokratie gegen Religion, Tradition und Autorität eintauschen möchten, ist komplex und hat vielschichtige Gründe. Im Folgenden möchte ich einige Gedanken und Erklärungsversuche skizzieren, die aber hier nur sehr verkürzt und unvollständig angerissen werden können. &lt;br /&gt;
* Die religionssoziologische Säkularisierungsthese geht davon aus, dass mit die mit der Moderne verbundenen Prozesse wie Rationalisierung, Individualisierung, Funktionalisierung und Urbanisierung zu einem Bedeutungsverlust von Religion führen. Inzwischen ist jedoch deutlich  geworden, dass diese These zu kurz greift und es keineswegs einen linearen Prozess gibt. Die Theorie der existenzielle Sicherheit vermutet, dass Religiosität bedeutsamer wird in Zeiten von Unsicherheit. (Begriffserläuterung: Existenzielle Sicherheit geht über militärische Sicherheit hinaus und wird definiert durch Wirtschaftliche Sicherheit (gesichertes Grundeinkommen, oft durch produktive Arbeit), Ernährungssicherheit (Zugang zu Grundnahrungsmitteln), Gesundheitssicherheit (Schutz vor Krankheiten und ungesunden Lebensbedingungen), Umweltsicherheit (Schutz vor Umweltzerstörung, Ressourcenknappheit und Naturkatastrophen), Persönliche Sicherheit (Schutz vor physischer Gewalt durch Staat, Gruppen oder Kriminalität), Gemeinschaftssicherheit (Schutz vor dem Verlust traditioneller Unterstützungsbeziehungen/Kultur/Werte und ethnischer Gewalt) sowie Politische Sicherheit (Leben in einer Gesellschaft, die grundlegende Menschenrechte achtet).) Norris und Inglehart betonen, dass Religiosität in Staaten mit einer größeren wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheit eine größere Rolle spielt (Beispiele sind die USA oder Brasilien, ein Gegenbeispiel sind die skandinavischen Länder), weil starke Ungleichheit ein individuelles Unsicherheitsgefühl sowohl bei Arm als auch Reich verstärkt (Vgl. Healy und Breen, 2014, S. 6 f. https://mural.maynoothuniversity.ie/id/eprint/20533/1/healy-breen-2014-religiosity-in-times-of-insecurity-an-analysis-of-irish-spanish-and-portuguese-european-social-survey.pdf). Ganz sicher, so die Krisenforschung, verstärken plötzliche Krisen wie ein Erdbeben das Bedürfnis nach Religiosität (Healy und Breen, 2014, S. 8).&lt;br /&gt;
* Der religiöse Fundamentalismus bietet etwas, was die die wissenschaftsbasierte Weltsicht wohl derzeit wenig bietet: ein positives Zukunftsversprechen. Dieses positive Zukunftsversprechen beinhaltet, dass Gott für die Zukunft sorgen und es richten wird (evtl. auch, dass alles einem göttlichen Plan folgt) - und das birgt eine enorme psychologische Entlastung in Zeiten von Klimakatastrophe und Co. Aladin El Mafalaani nennt die &amp;quot;positive Zukunftsvorstellung&amp;quot; als ein zentrales Element gegen Misstrauen (2025, S. 89). Die liberale Demokratie, lange Zeit getragen von der Aussicht auf Wohlstand, Fortschritt und Sicherheit, scheint das nicht mehr ohne Weiteres zu bieten (El Mafalaani, 2025, S. 89).&lt;br /&gt;
* Die Komplexitätssteigerung in den liberalen Gesellschaften kann als verunsichernd erlebt werden (Globalisierung, Digitalisierung, Migrationsbewegungen und kulturelle Pluralität, Kollabierung sozialer Sicherungssysteme, Wandel der weltpolitischen Ordnung der Nachkriegszeit, Unbewältigbarkeit der ökologischen Klimakrise etc. - vgl. El Mafaalani, S. 40 ff.) und die klassischen Formen nationalstaatlicher Steuerung stoßen an ihre Grenzen (vgl. El Mafalaani, S. 44) - all das kann als Versagen der Demokratie empfunden werden. Die modernen Demokratien beruhen auf den Werten der Aufklärung, Wissenschaft und Wahrheit, und auch dies wird als versagend wahrgenommen. Es entsteht ein Misstrauen gegenüber &amp;quot;dem System&amp;quot; (vgl. El Mafalaani). Wissenschaft als Referenzrahmen wird deshalb durch Religion ausgetauscht und das fühlt sich übersichtlich, homogen, überstaatlich und überzeitlich an.&lt;br /&gt;
* Die größere gesellschaftliche Gleichheit in den letzten Jahrzehnten führt zu einer kulturellen Gegenreaktion, die sich aus Kränkungserfahrungen speist. Es setzten sich progressive Werte wie Gleichberechtigung und eine zunehmend liberale Haltung gegenüber Homosexualität, Scheidung oder Abtreibung durch; &amp;quot;traditionelle Werte und Normen, die Recht und Ordnung, Maskulinität, nationale Identität und die Leitkultur eines männlichen, heterosexuellen Mainstreams ins Zentrum rückten, verloren relativ an Boden&amp;quot; (Sauer, 2025, S. 296). &amp;quot;Statushierarchien sind ein soziales Ranking. Hoher Status definiert sich durch den Vergleich mit anderen, die dann unter einem stehen. Wenn nun diese traditionell marginalisierten und benachteiligten Gruppen - Frauen, Schwule, Einwanderer, Behinderte - in ihrem Statsu aufgewertet werden, bedeutet dies automatisch einen Verlust der relativen Superiorität der ehemaligen Priviligierten. Dies lässt den Wunsch nach einem starken Führer entstehen, der die ins Wanken geratenen Hierarchien reetabliert&amp;quot; (Sauer, 2025, S. 296) und einer Ideologie, die dieses rechtfertigt. Die alten Schriften, entstanden in patriarchalen Zeiten, bieten diese Rechtfertigung.&lt;br /&gt;
* Trotz allen Fortschritts ist eine gerechte, klassenlose Gesellschaft weder entstanden noch in Sicht. Das birgt Enttäuschungspotential. Fundamentalistische Glaubensgemeinschaften versprechen einen Ausweg: Die Wirkmechanismen des Kapitalismus scheinen ausgehebelt und es gelten andere Statushierarchien, die einen gesellschaftlichen Aufstieg möglich machen, und es gelten andere Ideale von Gerechtigkeit und einem guten Leben.&lt;br /&gt;
* Religiöse Gemeinschaften können als &amp;quot;Zufluchtsorte&amp;quot; erlebt werden, die vor der &amp;quot;Kälte&amp;quot; des Systems (oder Umgebung) schützen. In den USA, einem Land ohne ausreichende Sozialversicherungen, spielt die ländliche Kirchengemeinde oft die Rolle einer Sicherungsgesellschaft. In Einwanderungsländern können religiöse Gemeinden ein sozialer Schutz- und Rückzugsraum sein. Dabei funktioniert folgendes Prinzip (und verstärkt Extremismus): Je strenger die inneren Regeln und die Loyalitätsmarker (ein Loyalitätsmarker ist z. B. die offenkundige Lüge, Trump hätte die Wahl gegen Biden gewonnen, ein anderer die Ablehung von wissenschaftlichen Tatsachen), desto stärker wird der innere Zusammenhalt einer Gruppe.&lt;br /&gt;
* Gefühlte Bedrohungsszenarien lassen Misstrauensgesellschaften entstehen (Aladin El Mafalaani spart in seinem Buch von 2025 die religiösen Radikalisierungsbewegungen zwar aus, aus meiner Sicht lassen sich seine Überlegungen teilweise aber auch auf sie übertragen): Unter muslimischen Jugendlichen findet sich oft &amp;quot;das Narrativ einer &#039;globalen Opfergemeinschaft&#039; der Muslime. Demnach würden Muslime, selbst dort, wo sie die Mehrheit bilden, unterdrückt&amp;quot; (El Mafalaani u. a., 2016, Kap. 1.2). Christliche Nationalisten in den USA wiederum betrachten die Welt ebenfalls dualistisch und sehen ihre white supremcy bedroht. &lt;br /&gt;
* Sind fundamentalistische Argumente ein Vehikel, um eine bestimmte politische Meinungen zu untermauern, oder ergibt sich eine politische Meinung aus der religiösen Schrifttreue? Der Philosoph Philipp Hübl beschreibt in seinem Buch &amp;quot;Bullshitresitenz&amp;quot; (2018), dass Menschen zur Selbsttäuschung neigen und durch selektive Wahrnehmung nur das glauben, was zur eigenen Gesinnung passt (Hübl, S. 73). Damit ist wohl zu erklären, warum in den USA Menschen, die vehement gegen Abtreibung skandieren, gleichzeitig für die Todesstrafe plädieren. Die Psychologie spricht von &amp;quot;identitätsschützenden Denkfehlern&amp;quot;. Die Frage, was zuerst da war, die Henne oder das Ei (Meinung oder Glauben), lässt sich allgemeingültig nicht beantworten. Die moralische Identität begründet sowohl die Glaubenshaltung als auch die politische Meinung. Unterstützt wird dieses Denken durch die menschliche Neigung zum Stammesdenken, dem modernen Tribalismus (Hübl, S. 74).&lt;br /&gt;
* Es ist &amp;quot;in&amp;quot;, auf die eigenen Gefühle und Intuition zu hören, es gibt eine Tendenz, zwischen Emotionen und Expertise - und ebenso zwischen Wahrheit und &amp;quot;gefühlter Wahrheit&amp;quot; - nicht mehr zu unterscheiden. &amp;quot;Die Intuition umfasst Gefühlsneigungen, erworbene Faustregeln, Instinkte und Automatismen. Unseren Vorfahren hat sie geholfen, (...) zu überleben&amp;quot; (...). Von einem intuitiven zu einem analytischen Denkstil zu wechseln, heißt auch, die Komplexität der Welt zu ertragen. Wir hätten gern eine einfache Erklärung, aber nichts in der Welt ist einfach&amp;quot; (Hübl, S. 89 f.). Mit der Amtsübernahme Trumps ist ein faktenferner Denkstil, das Ignorieren von wissenschaftlichen Erkenntnissen, salonfähig geworden (vgl. Dietz, 2022, S. 279). Menschen haben ein Bedürfnis nach Wahrheit und das wortgetreue Bibelverständnis bietet zweierlei: Eine emotional ansprechende Erzählung, die intuitiv erfasst wird bzw. deren intuitive Erfassung unreflektiert für richtig gehalten wird. Eine komplexe analytische Auseinandersetzung wäre aufwändig und desillusionierend, doch es ist kein Makel mehr, ihr aus dem Weg zu gehen. Unter diesen Voraussetzungen können heilige Schriften zu einer leicht zugänglichen, naiven &amp;quot;Wahrheit&amp;quot; werden.&lt;br /&gt;
* Die Möglichkeiten des Internets machen den ideologischen Austausch und die Vernetzung mit Gleichgesinnten leichter (vgl. Rothut, Sophia u. a., 2022, S. 3). &lt;br /&gt;
* In den sozialen Medien wird oft keine Auseinandersetzung um Inhalte betrieben, sondern um Meinungen. Bei Beiträgen auf Social Media geht es häufig nicht um die Entwicklung und Prüfung von Argumenten, sondern um das soziale Design des Absenders (Precht und Welzer, 2022, S. 220): Es steht nicht die Diskussion, sondern die Person im Vordergrund. Die Kommunikation wird personalisiert, und nicht ein Argument wird gehypt oder gehatet, sondern eine Person mit ihrer Meinung. Das führt leicht zu einer emotionalisierten Kommunikation mit Lagerbildung (Tribalismus); Meinungsbekundungen können zum Loyalitätsausweis werden. Beim Scrollen werden konsumierte Inhalte nicht mehr kritisch reflektiert, Zustimmung oder Ablehnung werden intuitiv verteilt, Konsumenten emotional erreicht und so beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erarbeitung präventiver Ansätze im Seminar und in der Schule ===&lt;br /&gt;
Die Forschung unterscheidet verschiedene Phasen von Radikalisierungsprozessen. Während die sekundäre Prävention (Risikogruppen) und tertiäre Prävention (extremistische Jugendliche) spezifisch und individuell ansetzen muss, geht es hier um die sog. primäre Prävention. Sie richtet sich an alle und zielt auf Persönlichkeitsentwicklung, Wissensvermittlung, Stärkung von sozialen und personalen Kompetenzen (insbesondere Kommunikation, Reflexion von Identität, Zugehörigkeit sowie Werteorientierung) und Empowerment (vgl. El Mafalaani u. a., 2016,  Ka. 1.3 + 2.2). Kurt Edler betont die Notwendigkeit, als Lehrer &amp;quot;cool&amp;quot; zu bleiben und die &amp;quot;Schüler nicht als politische Gegner zu betrachten oder zu behandeln&amp;quot; (zitiert in: El Mafalaani u. a., 2016, Kap. 2.2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das historisch-kritische Schriftverständnis als Option kennenlernen ====&lt;br /&gt;
Die progressiven Kräfte der liberalen Gesellschaft haben lange gedacht, dass Religion eine unbedeutende Randerscheinung werden wird, wenn man sie ignoriert. Doch: Das Gegenteil ist passiert. Deshalb sollten wir uns in der Schule verstärkt aus aufgeklärter Perspektive mit Religion auseinandersetzen und dieses Thema nicht den konservativen Kräften überlassen. Da die fundamentalistischen Schriftauslegungen in der gesellschaftspolitischen Öffentlichkeit so dominiant sind, dass viele Menschen gar nicht wissen, dass Religion auch ganz anders verstanden und gelebt werden kann, sollte jeder Schüler während seiner Schulzeit das Schriftverständnis, welches die jeweiligen Schriften im Kontext ihrer Entstehung erklärt, als Option kennenlernen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie sich eine Erzählung aus Bibel und Koran im Kontext ihrer Zeit und wissenschaftlich erklärt, zeigt beispielhaft dieses Unterichtsmaterial zu der Erzählung von Maria als jungfräulicher Mutter. → [[Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Wieso wurde die biblische Maria als Jungfrau schwanger?]] (für Jhg. 8-10). Es erklärt auch, warum es in der Bibel Aussagen gibt, die vorehelichen Sex verbieten, z. B. steht im 5. Buch Mose 22, 20-21: &#039;&#039;&amp;quot;Ist (...) das Mädchen nicht mehr Jungfrau (...), so soll man sie (...) steinigen (...).&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Dieses kleine Material für Jhg. 4-6 zeigt, dass Erzählungen in der Bibel oder im Koran nicht eindeutig zu interpretieren sind: [[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran]]&lt;br /&gt;
* Gut geeignet ist auch Weihnachten als Anlass, um an Hand der beiden sich widersprechenden Weihnachtsgeschichten herauszuarbeiten, mit welcher Absicht die Bibel geschireben wurde und dass sie wortwörtlich genommen werden kann. Als Literaturgrundlage kann dieses schmale Büchlein dienen: Sabine Häcker: Wie wurde Weihnachten erfunden? - Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. 2025.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bewusstsein für die Werte der Aufklärung ====&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Welche Werte verdanken wir der Epoche der Aufklärung?&lt;br /&gt;
** Dieses Material kann das Verständnis der Aufklärung vertiefen: [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/EpocheAufklärung/FriedrichSchleiermacher1806/Geschenke und Besinnlichkeit: Weihnachten feiert die Ideale der Aufklärung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellenanalyse ====&lt;br /&gt;
* ein Reel eines sog. Christfluencers analysieren&lt;br /&gt;
** Bsp.: Religionswissenschaftlerin Anna Kira Hippert analysiert die Aufmachung des Accounts von Leonard Jäger (&amp;quot;Ketzer der Neuzei&amp;quot;): https://www.instagram.com/p/DT93ULMDfif/ und in diesem Video fundamentalistische Sprachrhetorik: https://www.instagram.com/p/DTrzhSFjZ_G/ (3 min).&lt;br /&gt;
** Vorlage zum Thema WISSENSCHAFT: Tobias Riemenschneider bei &amp;quot;Ketzer der Neuzeit&amp;quot; (L. Jäger): https://www.instagram.com/p/DS--WAggI75/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Profilanalyse eines Akteurs ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beschreibe das Profil eines Akteurs (Individuum oder Gruppierung, Partei, Religionsgemeinschaft): Wie und wo tritt er/sie auf bzw. bringt sich in die politische Debatte ein? Was ist seine/ihre Besonderheit, was charakterisiert ihn/sie? Was fällt dir auf? Nenne mindestens drei politische Überzeugungen, die er/sie öffentlich vertritt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Positionen kontrastieren ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Fundamentalistische, liberale und säkulare Sichtweisen einander gegenüberstellen (als theoretisches Statement, als Position bestimmter politsch-religiösen Gruppierungen oder von Einzelpersonen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Medien- und Informationskompetenz trainieren ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Fakten vs. Meinungen unterscheiden&lt;br /&gt;
* Ideologisch eingefärbte Inhalte erkennen und Manipulationstechniken in Medien analysieren (z. B. Filterblasen, Clickbait). Bsp.: https://www.instagram.com/p/DS--WAggI75/ (zum Thema Wissenschaft)&lt;br /&gt;
* Digital literacy: Algorithmische Logik verstehen und kritisch hinterfragen. Zudem Bewusstsein dafür entwickeln, dass in kurzen online-Beiträgen oft wenig Einordnung und kritischer Reflexion der konsumierten Inhalte stattfindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Diskussionsimpulse ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;-&amp;gt;&#039;&#039;&#039; Sollten die Kirchen eine &#039;&#039;&#039;&amp;quot;theologische Brandmauer&amp;quot;&#039;&#039;&#039; gegen rechts errichten?&lt;br /&gt;
* Was wäre eine &amp;quot;theologische Brandmauer&amp;quot;?&lt;br /&gt;
* Was haltet ihr von diesem Ansatz der katholischen Erzbistümer in Berlin und Marburg? https://www.instagram.com/p/DUAiFUhga50/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;-&amp;gt; Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit und Kampf gegen Diskriminierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist Kritik am (ultra)orthodoxen Judentum antisemitisch? Ist Kritik am konservativen Islam antimuslimischer Rassismus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;-&amp;gt; Konfliktlinien zum Grundgesetz und den Menschenrechten&#039;&#039;&#039; Inwiefern konkret stehen die oben genannten (und andere) Positonen bzw. Zitate der Bibel und des Korans im Konflikt zum Grundgesetz https://www.gesetze-im-internet.de/gg/BJNR000010949.html bzw. den Menschenrechten https://www.lpb-bw.de/erklaerung-menschenrechte? Begründe konkret!&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;Geschlechterrollen:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
**&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Schwangerschaftsabbruch:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
**&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;Sexuelle Toleranz:&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;Wissenschaft (und Klimakatastrophe):&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Staatswesen:&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;Erziehung und elterliche Gewalt:&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Religiöse Toleranz:&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Videos mit Religionskritik nach Feuerbach analysieren ====&lt;br /&gt;
Clemens Pappritz stellt in seinem Artikel &amp;quot;Und täglich grüßt das Murmeltier - oder Wie können Schülerinnen und Schüler religiösen Videos auf YouTube am besten begegnen?&amp;quot; (2023; https://hrcak.srce.hr/file/454395) vor, wie Videos mit Religionskritik nach Feuerbach analysiert und hinterfragt werden können. Der Artikel stellt den Ansatz in der Theorie und anhand eines Beispiels - einem Video von dem Salafisten Pierre Vogel - vor. &lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Beschreibungen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Dietz, Thorsten: Menschen mit Mission. Eine Landkarte der evangelikalen Welt. 2022.&lt;br /&gt;
* Dietz, Thorsten und Hinsenkamp, Maria (Hrsg.): Christlicher Nationalsimus in den USA. 2026.&lt;br /&gt;
* Dietz, Thorsten und Hünerhoff, Martin: Podcast &amp;quot;Das Wort und das Fleisch&amp;quot;. &#039;&#039;(Verschiedene Folgen befassen sich kenntnisreich und ausführlich mit Evangelikalismus und dessen höchst unterschiedlichen Ausformungen..)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* Fleißner, Bernd: Luft-Anker. Eine kritische Auseinandersetzung mit der evangelikalen Bewegung. 2020. &#039;&#039;(Der Autor war Pastor in der pietistisch-evangelikalen Szene und stieg aus. Er stellt ihre geschichtliche Entwicklung dar, analysiert die Glaubenssätze und kontrastiert diese mit dem histor.-krit. Schriftverständnis.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* Rothut, Sophia u. a.: Radikalisierung im Internet: ein systematischer Überblick über Forschungsstand, Wirkungsebenen sowie Implikationen für Wissenschaft und Forschung. 2022. https://www.ssoar.info/ssoar/bitstream/handle/document/88147/ssoar-2022-rothut_et_al-Radikalisierung_im_Internet_ein_systematischer.pdf?sequence=1&amp;amp;isAllowed=y&amp;amp;lnkname=ssoar-2022-rothut_et_al-Radikalisierung_im_Internet_ein_systematischer.pdf &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Grundsätzliches Wissen zum religiösen Hintergrund&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Konrad Schmid und Jens Schröter: Die Entstehung der Bibel. 2020. &#039;&#039;(Die beiden Theologieprofessoren begründen theologisch fundiert, warum die Bibel nicht wortwörtlich deshalb keinesfalls als Ratgeber für das heutige Leben verstanden werden kann.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Schaik, Carel van und Michel, Kai: Das Tagebuch der Menscheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. 2016. &#039;&#039;(Die Autoren analysieren die Bibel aus einer anthropologischen, evolutionstheoretischen Perspektive.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? - Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. 2025. &#039;&#039;(Am Beispiel der sich widersprechenden biblischen Weihnachtsgeschichten wird erläutert, warum die Bibel nicht wortwörtlich genommen werden kann; auch wird die Entstehung der Bibel erklärt.)&#039;&#039; https://shop.tredition.com/booktitle/Wie_wurde_Weihnachten_erfunden/W-695-484-617&lt;br /&gt;
* Podcast “Kritisches Denken”: Episode 39, &#039;&#039;Evangelikale – Bernd Fleißner&#039;&#039; (vom 17.08.2020) https://kritisches-denken-podcast.de/bernd-fleissner/&lt;br /&gt;
* Bundesamt für Verfassungsschutz: Islamismus in Deutschland. 2025. https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/publikationen/DE/islamismus-und-islamistischer-terrorismus/2025-04-islamismus-in-deutschland.html&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Alle zitierten Koranverse stammen aus:&#039;&#039; Der Koran. Übersetzung von Max Henning. 1991.&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. 2025. &#039;&#039;Open-access-Veröffentlichung:&#039;&#039; https://www.grin.com/document/1563601?srsltid=AfmBOooPoRKEOwRNtELGaJ2gVibXZFwTDkMn1dNu6rTl_AiYdJzPJhU5&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erklärungsversuche und Prävention&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* El Mafalaani, Aladin, Fathi, Alma, Mansour, Ahmad u. a.: Ansätze und Erfahrungen der Präventions- und Deradikalisierungsarbeit (2016). https://www.prif.org/publikationen/publikationssuche/publikation/ansaetze-und-erfahrungen-der-praeventions-und-deradikalisierungsarbeit &#039;&#039;(Der Aufsatz gibt einen Überblick über Ansätze und Erfahrungen der Prävention und der Deradikalisierung in Bezug auf den Salafismus sowie recht allgemein gehaltene Handlungsempfehlungen.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Unterrichtsmaterial bzw. -konzepte zur Prävention&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Pappritz, Clemens: Und täglich grüßt der Prediger - oder Wie können Schülerinnen und Schüler religiösen Videos auf YouTube am besten begegnen? (2023) https://hrcak.srce.hr/file/454395 &#039;&#039;(Der Autor beschreibt einen Ansatz in der gymnasialen Oberstufe, der Radikalisierung mit Religionskritik nach Feuerbach zu begegnen)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere, zum Thema im weiterenUrsachen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;des rel. Extremismus interessant.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Hübl, Philipp: Bullshit-Resistenz. 2018.&lt;br /&gt;
* Neiman, Susan: Links ≠ woke. 2024. &#039;&#039;(Die amerikanische Philosophin, die das Einstein-Forum in Potsdam leitet, erläutert die Werte der Aufklärung und kritisiert die identitätspolitische Kritik an diesen Werten - weil sie damit als dringend benötigte Konzepte gegen den weltweiten Rechtsruck entfallen.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Sauer, Hanno: Klasse. Die Entstehung von Oben und Unten. 2025.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Satire :-)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was bedeutet es, wenn man die Bibel tatsächlich wörtlich nimmt? &#039;&#039;→ Brief an Dr. Laura&#039;&#039; (Dr. Laura ist eine evangelikale Ratgeberin im US-amerikanischen Rundfunk.) Der Beitrag, ursprünglich auf Englisch, ging vor einigen Jahren viral und ist auf zahlreichen Internetseiten zu finden. https://www.huk.org/themen/umgang-mit-bibeltexten/111-brief-an-dr-laura&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Veröffentlichungen und Unterrichtsmaterial von Sabine Häcker&#039;&#039;&#039; zu verschiedenen Themen: [[Benutzer:Sabine Häcker]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehrerbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Osterwissen&amp;diff=152430</id>
		<title>Osterwissen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Osterwissen&amp;diff=152430"/>
		<updated>2026-04-30T07:47:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Häschen an Ast.jpg|mini|Dass der Osterhase die Ostereier bringt und versteckt, ist ein weltlicher Brauch, der im 18. Jahrhunderts in der Bürgertumskultur vereinheitlicht und verbreitet wurde. Aufgrund des neuen Verständnisses von Kindheit, das sich in der Epoche der Aufklärung nach und nach durchsetzte, suchte man nach Gelegenheiten und Ritualen für Kinderglück und gemeinsames Feiern .   ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ostern: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Osterhasen malen Eier an, 1893.png|mini|Schon seit über 250 Jahren ist der Osterhase für die Ostereier zuständig – zwei altüberlieferte Fruchtbarkeitssymbole wurden miteinander verbunden. &#039;&#039;(Diese Abbildung stammt aus einem Kinderbuch von 1893.)&#039;&#039;]]&#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun? ODER: Wie inklusiv ist Ostern?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spoiler: Der Osterhase hat mehr mit der Aufklärung zu tun als mit der Auferstehung!  :-)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5-7, 45-90 min)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ziele dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Kultur- und Religionskundliche Bildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Die Kinder sortieren die christlichen und jahreszeitlich-weltlichen Aspekte, die zu Ostern gehören. Sie können erklären, welche verschiedenen Ebenen das Osterfest hat und warum es deshalb auch von Menschen, die keine gläubigen Christen sind, gefeiert wird. Denn Ostern ist nicht nur ein christlicher Feiertag, sondern auch ein Kinder- und Frühlingsfest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Sprachbildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Neben dem inhaltlichen Aspekt kann mit diesem Material auch erarbeitet werden, mit welchen sprachlichen Mitteln ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht gesichert ist&#039;&#039;.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ZUSAMMENFASSUNG: Im Kirchenjahr ist &#039;&#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039; ein wichtiger Feiertag: An Karfreitag wird der Kreuzigung Jesu Christi und zu Ostern seiner Auferstehung vom Tod gedacht. Aber zu Ostern wird gleichzeitig der Frühling gefeiert. Denn als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Ereignissen und dem bereits bestehenden Brauchtum des Volksglaubens verbunden, zudem kam weiteres Brauchtum hinzu. Deshalb sind die Traditionen bei den meisten unserer Feiertagen so vielschichtig. Sie haben ganz verschiedene Ebenen: Weltliches und außerchristliches Brauchtum wurde mit christlichen Glaubenselementen vermischt oder uminterpretiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So hat auch &#039;&#039;&#039;der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;en auf – und daher kommt der Name &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;ern.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. 1985, S. 60.&amp;lt;/ref&amp;gt;    &lt;br /&gt;
=== Einstieg ===&lt;br /&gt;
* Was fällt euch zu Ostern ein? Erstellt eine Mindmap!                                                 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Feiert ihr Ostern? Falls ja: Wie?&lt;br /&gt;
* Frage der Stunde: Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die zwei Ebenen des Osterfestes ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Was gehört zum jahreszeitlichen Brauchtum von Ostern als Frühlings- und Kinderfest?&lt;br /&gt;
* Was gehört zu Ostern als religiösem Fest des Christentums?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18743150&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erarbeitung ===&lt;br /&gt;
==== Die Feiern des Frühlings am Osterfest ====&lt;br /&gt;
In diesem LÜCKENTEXT kannst du einiges über die Ursprünge des Osterbrauchtums erfahren, mit dem der Frühling gefeiert wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wofür waren die Ostereier und der Osterhase ein Symbol?&lt;br /&gt;
* Wie entstand der Brauch, die Eier zu färben?&lt;br /&gt;
* Wie entstand (vielleicht) die Vorstellung, dass die bunten Eier vom (Oster-)Hasen sind?&lt;br /&gt;
* Wie wurde der Osterhase &#039;&#039;das&#039;&#039; Aushängeschild für Ostern?&lt;br /&gt;
* Sind der Osterhase und die Ostereier christliche Symbole?&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18722698&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nicht über alle Ursprünge des Osterbrauchtums ist die Forschung sich einig, manches lässt sich heute nicht mehr herausfinden. An welchen sprachlichen Mitteln kannst du im Text erkennen, dass eine Information nicht sicher ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das religiöse Gedenken am Osterfest ====&lt;br /&gt;
Weißt du, was die gläubigen Christen feiern? Was erzählt die Bibel über den Tod Jesu?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tragt zuerst im Gespräch euer Wissen zusammen und schaut euch danach dieses kleine Video an (1:38 min): https://www.zdf.de/kinder/logo/erklaerstueck-ostern-bibel-100.html (Hrsg.: ZDF logo!: Was wir an Ostern feiern.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann testet euer Wissen mit dieser Aufgabe!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18719287&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
* Nun könnt ihr die eingangs gestellte Frage beantworten: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Dass es zu Osterferien gibt, liegt übrigens weniger am Feiertag, sondern vor allem daran, dass die Ferien früher passend zum Bauernjahr festgelegt wurden: Im Frühling mussten die Kinder bei der Aussaat helfen, im Sommer bei der Getreideernte und im Herbst bei der Kartoffel- und Rübenernte.&amp;lt;ref&amp;gt;https://unterrichten.zum.de/wiki/Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsferien&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schöne Ostern!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusatzaufgaben zur Sprachbildung: Sprachliche Mittel, um Informationen als nicht sicher vorzustellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;sollen&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Modalverb &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;sollen&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; kann unterschiedliches ausdrücken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Notwendigkeit, einen Auftrag oder eine Absicht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das Holz sollte im Frühjahr entsorgt werden. / Kevin soll sein Zimmer aufräumen. / Das Zimmer sollte gestern schon aufgeräumt werden.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung oder ein Gerücht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(In der Fastenzeit sollen die Eier gekocht und für Ostern aufgehoben worden sein. / Er soll im Lotto gewonnen haben. / Kevin soll in Meral verliebt sein.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| }}&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40200186|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;wohl&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Wörtchen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;wohl&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;  hat ebenfalls verschiedene Bedeutungen, unter anderem kann man damit ausdrücken:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das war wohl ziemlich teuer. / Mein Kollege ist nicht da, er ist wohl krank.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Unsicherheit&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Ob er wohl an mich denkt?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;höfliche Zurückhaltung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Können Sie mir wohl sagen, wie spät es ist?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;einen ironischen oder empörten Kommentar&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Du glaubst wohl noch an den Osterhasen!? / Du hast wohl zu viel Geld… / Das kann man wohl sagen.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Außerdem kennst du &#039;&#039;wohl&#039;&#039; als Adjektiv mit der Bedeutung von &#039;&#039;gut&#039;&#039; oder &#039;&#039;angenehm.&#039;&#039; &#039;&#039;(Er fühlt sich wohl in der Klasse. -&amp;gt; Bei seiner Großmutter fühlt er sich aber noch wohler. -&amp;gt; Zu Hause fühlt er sich am wohlsten.)&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40224905|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Osterhase 1789 Zürich.jpg|mini|Dieses Buchcover von 1789 zeigt den Brauch des Eiersuchens. Das Buch heißt „Der Osterhase“ und enthält ein Osterhasenlied, &amp;quot;am Osterdienstag zu singen&amp;quot;. Als Intention wird „die Vermehrung der unschuldigsten Freuden unserer Kinder“ genannt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Infos für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== zu der sprachlichen Aufgabe unter 1.3.1 ===&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Sprachliche Mittel in diesem Text, um Informationen als nicht gesichert vorzustellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;vielleicht / wohl / weiß man nicht / sollen + INFINITIV&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}Es werden in diesem Material verschiedene sprachliche Mittel vorgestellt, mit denen ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht sicher ist, auf &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; und &amp;lt;u&amp;gt;sollen + INFINITIV&amp;lt;/u&amp;gt; möchte ich kurz konkreter eingehen:&lt;br /&gt;
* Das Wort &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; fällt in die Gruppe der abtönenden Redepartikel, auch Abtönungspartikel genannt. Mit &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; kann man eine Aussage &amp;quot;tönen&amp;quot;, ihr eine bestimmte Farbe geben. Die Schwierigkeit der Redepartikel ist, dass sie alle wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; (s. o.) mehrere Bedeutungen haben. &amp;lt;u&amp;gt;Wohl&amp;lt;/u&amp;gt; verändert sich dabei nicht (wird nicht flektiert). Für Schüler ist wichtig zu wissen, dass Redepartikel wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; in der Regel nur im mündlichen Sprachgebrauch eingesetzt werden!&lt;br /&gt;
* Mit dem Modalverb &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; kann man ebenfalls ausdrücken, dass man etwas nur gehört hat, aber nicht sicher ist, ob es stimmt. Besonders Gerüchte können damit gut sprachlich wiedergegeben werden. Beispiele: GEGENWART (PRÄSENS) -&amp;gt; Herr Meyer &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; mit seinen 35 Jahren noch an den Osterhasen &amp;lt;u&amp;gt;glauben&amp;lt;/u&amp;gt;. VERGANGENHEIT (PERFEKT) -&amp;gt; Er &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; ihn als Kind leibhaftig &amp;lt;u&amp;gt;gesehen haben&amp;lt;/u&amp;gt;. Auch &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; hat verschiedene Bedeutungen (s. o.)!&lt;br /&gt;
[[Datei:Ei zerbrochen mit Aufhängung.jpg|mini|Ostereier zum Aufhängen stellt man her, indem man in ein ungekochtes Ei oben und unten mit einem spitzen Messer ein Loch macht und das Eiinnere kräftig rausgebläst (welches noch für Rührei oder Teig verwendet werden kann). Für die Aufhängung bindet man einen Faden an ein Streichholz und steckt diesen in das Ei.  ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Hintergrundwissen: Wie entstand das Osterbrauchtum?&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Bräuchen, bereits bestehenden Festen und Elementen des Volksglaubens verbunden. Und im Laufe der Zeit kamen Bräuche hinzu, manche christlich-kirchlich bedingt, manche jahreszeitlich oder zeitgeistbedingt. Deshalb sind die Feiertagstraditionen oft so vielschichtig. (Und das ist ein Unterschied zu muslimischen Feiertage, die neben der religiösen Ebene keine weiteren haben.)   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; hat keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im Osten auf – und daher kommt der Name Ostern. &lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (1898) OSTERHASE.png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898. - Klicke auf das Bild, um es zu vergrößern: Kannst du die altdeutsche Schrift lesen? → &amp;quot;Ostereier ___  __  _____ uns versteckt ___  ____________.&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
Das Ei, das „schon bei den Völkern des Altertums als ein Sinnbild der Schöpfung und  Fruchtbarkeit galt, (…) erklärte die Kirche für das Symbol des Erlösers, welcher aus dem Grabe zum Leben erstanden“, schrieb der Historiker Otto Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Aberglaube wurde damit verbunden: Einem Ei, das am Gründonnerstag gelegt worden war, wurde besondere Kraft zugeschrieben und sollte Männer vor „Leibschäden“ beschützen können, und wenn man ein Gründonnerstagsei bei sich trug, könne man beim Kirchbesuch zudem erkennen, wer eine versteckte Hexe sei, hieß es.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Handbuch des deutschen Aberglaubens erläutert: „Dass das Ei, besonders im Frühjahr, der Zeit der erwachenden, aufkeimenden Natur, dem Beginn des Dienstes der Bauern an der Erde, in der Vorstellung der natur- und erdverbundenen Menschen eine besondere Fruchtbarkeitskraft besitzt, ist leicht zu begreifen. Und die Kirche war auch hier sehr klug, diese uralten Gebräuche in das System ihrer Kultriten aufzunehmen, mit zum Teil mystischer Ausdeutung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Ei&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die älteste bekannte Erwähnung ist wohl von dem Arzt Georgius Franck aus dem Jahr 1682: &amp;quot;Das Schenken von Ostereiern bezeichnet er als Paten- und Freundschaftspflicht, vor allem in den oberen Gesellschaftskreisen, wo der Begriff Osterei ganz allgemein für alle möglichen kunstvollen und scherzhaften Geschenke gegolten hätte.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt; Liselotte von der Pfalz berichtete, dass sie 1717 &amp;quot;ein paar ostereyer&amp;quot; verschenkt hätte&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im April 1779 vermerkte Goethe in seinem Tagebuch, dass er am Gründonnerstag für die Kinder im Garten Ostereier versteckt hätte. Dabei war der Ostereierbrauch nicht unumstritten, wie eine Schrift von 1781 zeigt, in der Theodor Gottlieb Hippel stolz darauf ist, dass ein Vorfahr in seiner Gemeinde Ostereier verboten hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781, S. 404. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie der Brauch des Eierfärbens entstand, ist unbekannt. Vielleicht hat man etwas Rotkohl, Rote Bete, Brennnesselwurzel oder Zwiebelschalen in das Kochwasser gegeben, um gekochte von ungekochten Eiern unterscheiden zu können, wenn man sie nach altem Brauch verschenkte. Dass zu Ostern traditionell viele Eier gegessen werden, kommt unter anderem daher, dass sich in der 40-tägigen Fastenzeit, die die Kirche ihren Gläubigen zwischen Aschermittwoch und Ostern verordnet hatte, viele Eier angesammelt hatten und nun dringend gegessen werden mussten. Eier waren auch eine Währung, in der bäuerliche Abgaben geleistet werden mussten; seit dem 9. Jhd. gibt es Quellen, dass pro bäuerlicher Hofstatt 100 Eier an die landbesitzende Obrigkeit oder das Kloster gezahlt werden mussten; teilweise wurden die Eier weitergereicht als Präsente an bestimmte Berufsgruppen, wie Pfarrer, Lehrer, Messner, Totengräber, Hirten, das Gesinde etc.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 68.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (von 1898).png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898&lt;br /&gt;
Der Hase war ebenfalls schon in der Antike ein Fruchtbarkeitssymbol. Das ist nicht schwer zu verstehen, wenn man bedenkt, dass eine Häsin mehrmals im Jahr mehrere Junge bekommt. Papst Zacharias verbot 755 den Verzehr von Hasenfleisch wegen dessen erotisierender Wirkung. Hasenfleisch galt als Aphrodisiakum und wurde bereits im antiken Griechenland der Liebesgöttin Aphrodite geopfert. Außerdem rankte sich viel Aberglauben um die Hasen, z. B. sollte es das eigene Leben schützen, wenn man eine Hasenpfote bei sich trug.&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Hase&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorstellung, dass ein Hase die Eier versteckt, entstand vielleicht dadurch, dass Menschen im Frühjahr über die Wiesen liefen und nach Eiern von bodenbrütenden Vögeln suchten. Dabei wurden Hasen aufgescheucht. Die liefen fort und es sah dann so aus, als hätten die Hasen die Eier ins Gras gelegt. In manchen Regionen waren es andere Tiere, die die Eier brachten - z. B. der Storch, der Kuckuck, der Fuchs oder ein Hahn. Daraus den Spaß zu machen, Hühnereier für Kinder zu verstecken und ihnen zu erzählen, diese wären von einem magischen Tier als Geschenk gebracht worden, entstand vermutlich (in unterschiedlichsten Ausformungen) in der bäuerlichen Kultur und wurde im 18. Jahrhundert vom Bürgertum aufgegriffen und durch Kinderbücher vereinheitlicht und verbreitet.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer kann die Frage, wie sich die Gabenbringerfigur des Osterhasen entwickelte, nicht beantwortet werden. Es gibt ein Züricher Kinderbuch von 1789, das vom Osterhasen handelt und die älteste mir bekannte, gesicherte Osterhasen-Quelle ist.&amp;lt;ref&amp;gt;National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Bürgertum feierte den säkularen Brauch aufgrund des neuen Konzeptes von Kindheit, das sich in dieser Zeit entwickelte. &amp;quot;Wie reich bist du behängt mit Bilderbüchern, Christbäumen, Mutterliebe, Osterwochen und Ostereiern, (...)&amp;quot;, formulierte Wilhelm Hauff 1827.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Hauff: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827, S. 34. https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/hauff_phantasien_1827/?hl=O%C5%BFtereiern&amp;amp;p=40&amp;lt;/ref&amp;gt; DieserAusspruch benennt  die damals noch neuen Phänomene in seinem Zusammenhang: Das aufgeklärte Bildungsbürgertum, dass Ende des 18. Jahrhunderts entstand, wollte die neuen Ideale der Aufklärung umsetzen und so entstanden in der Bürgertumskultur Kinderbücher, eine neue Frauen- und Mutterrolle in der bürgerlichen Familie sowie das häusliche Weihnachtsfest mit dem Weihnachtsmann als weltlichen Gabenbringer und auch der Osterhase.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. 2025, S. 142.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ostern wurde nun auch zum Anlass für ein Kinderfest (anfangs kam der Osterhase am Gründonnerstag oder am Osterdienstag, später wurde der Brauch auf Ostersonntag gelegt). Christoph von Schmid begründet 1816 in seinem Kinderbuch &amp;quot;Die Ostereyer&amp;quot;, warum Eier für die Kinderfreude gewählt wurden: &amp;quot;Zu dieser Zeit hat man nichts (anderes) im Hause, als ein Ei. Noch bringt die Natur nichts hervor, das zu genießen wäre. Eier sind die ersten Geschenke der wieder auferstehenden Natur.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph von Schmid: Die Ostereyer, eine Erzählung zum Ostergeschenke für Kinder. 1816.&amp;lt;/ref&amp;gt; (Denn Hühner legten damals mit zunehmendem Tageslicht wieder mehr Eier. Heute wird deshalb in den Hühnerställen mit eletrischem Licht nachgeholfen, um eine gleichmäßige Legeleistung zu erzielen.)       &lt;br /&gt;
[[Datei:Franz Rösler- Der lustige Maler. Malbuch von 1907 (S. 25).png|mini|Aus einem Malbuch von 1907: So kannst du ein Häschen malen!]]&lt;br /&gt;
Weitere historische Kinderbücher, die den Osterhasen thematisierten: 1850 schrieb Franz Graf von Pocci: Der Osterhas - eine Festgabe für Kinder http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000307CD00000000. / 1868: http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0002FE2E00000000 / Das lustige Vogelhaus von 1880 (S. 15) https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB00035AD300000000 / eine Osterhasengeschichte von 1890 https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000343CE00000000 / ein &amp;quot;humoristisches Malbuch&amp;quot; von 1907 (S. 25) http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0000D70100000000. Die Süßwarenindustrie (im 19. Jhd. wurde die Herstellung von Zucker aus Rüben erfunden) im 19. und 20. Jahrhundert tat ein Übriges, um den Osterhasen bekannt und zur Kindersehnsucht werden zu lassen.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Frühlingsfest kennt jede Kultur, die Jahreszeiten kennt. Das Judentum feiert Pessah im Frühling. Da in der Bibel steht, dass die Kreuzigung und Auferstehung Jesu in der Zeit des Pessahfestes stattfand, sollten diese Gedenkfeiertage folglich im Frühling sein. Doch dafür einen Termin festzulegen war ein lang währender Konflikt zwischen der griechischsprachigen Ostkirche in Byzanz und der lateinischsprachigen Westkirche in Rom. Rom bestand darauf, dass Ostern am Sonntag nach dem jüdischen Pessahfest zu feiern sei, Byzanz wollte es am Tag des Pessahfests selbst feiern. Als Kaiser Konstantin I. der Alleinherrscher über das gesamte Römische Reich geworden war, wollte er diesen Streit beenden und berief im Jahr 325 das Konzil von Nicäa ein. Die Kirchenvertreter einigten sich dann auf einen neuen Terminvorschlag: Die Auferstehung Christi sollte immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang (dem Tag, an dem Tag und Nacht gleich lang sind, dem 21. März) gefeiert werden. Damit hatte das noch junge Christentum nicht nur endlich einen gemeinsamen Termin gefunden, sondern sich gleichzeitig noch weiter von der monotheistischen Konkurrenz, dem Judentum, losgelöst.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. 2025, S. 49.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Osterbrauchtum gehören auch die Osterfeuer, und an ihnen zeigt sich wiederum, wie sich die verschiedenen Ebenen vermischten. Das Osterfeuer geht auf einen Brauch in vorchristlicher Zeit zurück, unter anderem galt es, böse Geister auszuräuchern und den Frühling willkommen zu heißen. In einer norddeutschen Polizeiordnung von 1691&amp;lt;ref&amp;gt;Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5).https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693 &amp;lt;/ref&amp;gt; wird das Osterfeuer als eine &amp;quot;böse Gewohnheit&amp;quot; erwähnt, 1783 wird es in einem Kinderbuch von J. A. E. Goeze als &amp;quot;heidnisch&amp;quot; eingeordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&amp;lt;/ref&amp;gt; In manchen Regionen eignete die Kirche sich den Brauch an und mancherorts wurde das Osterfeuer vom Pfarrer geweiht. Die Kohlen des geweihten Osterfeuers, die sogenannten Judaskohlen, galten als Schutzmittel gegen Blitzeinschlag, Hagel und Viehschäden, wie Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863 notierte&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; (die Kirchenvertreter waren genauso abergläubisch wie das Volk). Vor allem geht der Brauch des Osterfeuers aber wohl darauf zurück, dass man im Herbst und Winter Obstbäume und Hecken geschnitten und die Zweige auf einen großen Haufen geworfen hatte. Und die waren nun getrocknet und konnten entsorgt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Text: Sabine Häcker)&lt;br /&gt;
[[Datei:Fazit .png|mini|Die Weidenkätzchenzweige, die traditionell zu Ostern in die Vase gestellt und an die die Ostereier gehängt werden, sind schlicht Frühlingsboten - und haben nichts mit der religiösen Ebene von Ostern zu tun.|452x452px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur- und Quellenverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Historische Primärquellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&lt;br /&gt;
* Cramer, Wilhelm: Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll. Dülmen, 1874. &#039;&#039;(Auf S. 157 wird eine Osterfeuerprozession beschrieben.)&#039;&#039; https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/cramer_mutter_1874 &lt;br /&gt;
* Goethe, J. W. von: Osterspaziergang. (etwa 1808) In: Faust-Museum Knittlingen: https://faustmuseum.de/der-osterspaziergang-und-was-dahintersteckt/&lt;br /&gt;
* Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&lt;br /&gt;
* Hauff, Wilhelm: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hauff_phantasien_1827&lt;br /&gt;
* Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&lt;br /&gt;
* Holm, Adolf: Ostereier. München 1893. &#039;&#039;(Bilder und Verse vom Osterhasen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5). https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Literatur:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. 1927-42 (Verlag Walter de Gruyter).&lt;br /&gt;
* [[Datei:Sabine Häcker- Wem gehört Weihnachten? (Cover).jpg|mini|332x332px|Die Autorin dieses Materials, Sabine Häcker, hat erforscht, wie sich Ende des 18. Jhd.s aus dem Zeitgeist der Aufklärung das häusliche Weihnachtsfest mit Geschenken und Tannenbaum entwickelte.]]Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. Ahrensburg 2025. &lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. Ahrensburg 2025. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=&lt;br /&gt;
* Kuhn, Adalbert: Sagen, Gebräuche und Märchen aus Westfalen und einigen andern, besonders den angrenzenden Gegenden Norddeutschlands. Leipzig 1859. https://books.google.de/books?id=424AAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA143#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false&lt;br /&gt;
* Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&lt;br /&gt;
* Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985.&lt;br /&gt;
* Becker-Huberti, Manfred: Lexikon der Bräuche und Feste. Freiburg i. B. 2007 (Verlag HERDER).&lt;br /&gt;
* Freistetter, Florian: Podcast Sternengeschichten Folge 18 - Astronomische Ostern  (13 min). https://sternengeschichten.podigee.io/18-sternengeschichten-folge-18-astronomische-ostern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialien der Autorin:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Umfangreiches Unterrichtsmaterial zur Kultur- und Religionsgeschichte von Weihnachten gibt es hier: [[Weihnachtswissen]] &#039;&#039;(Das Unterrichtsmaterial betrachtet Weihnachten nicht nur als christlichen Feiertag, sondern auch als kulturelles und somit inklusives Fest und arbeitet - u. a. - die weltlichen Anteile von Weihnachten heraus.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Materialien zu verschiedenen Themen finden sich hier: [[Benutzer:Sabine Häcker]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ostern]]&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Quellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__INHALTSVERZEICHNIS_ERZWINGEN__&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch als Zweitsprache]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feste und Rituale]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachbildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
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	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Osterwissen&amp;diff=152429</id>
		<title>Osterwissen</title>
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		<updated>2026-04-30T07:44:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Häschen an Ast.jpg|mini|Dass der Osterhase die Ostereier bringt und versteckt, ist ein weltlicher Brauch, der im 18. Jahrhunderts in der Bürgertumskultur vereinheitlicht und verbreitet wurde. Aufgrund des neuen Verständnisses von Kindheit, das sich in der Epoche der Aufklärung nach und nach durchsetzte, suchte man nach Gelegenheiten und Ritualen für Kinderglück und gemeinsames Feiern .   ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ostern: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Osterhasen malen Eier an, 1893.png|mini|Schon seit über 250 Jahren ist der Osterhase für die Ostereier zuständig – zwei altüberlieferte Fruchtbarkeitssymbole wurden miteinander verbunden. &#039;&#039;(Diese Abbildung stammt aus einem Kinderbuch von 1893.)&#039;&#039;]]&#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun? ODER: Wie inklusiv ist Ostern?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spoiler: Der Osterhase hat mehr mit der Aufklärung zu tun als mit der Auferstehung!  :-)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5-7, 45-90 min)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ziele dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Kultur- und Religionskundliche Bildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Die Kinder sortieren die christlichen und jahreszeitlich-weltlichen Aspekte, die zu Ostern gehören. Sie können erklären, welche verschiedenen Ebenen das Osterfest hat und warum es deshalb auch von Menschen, die keine gläubigen Christen sind, gefeiert wird. Denn Ostern ist nicht nur ein christlicher Feiertag, sondern auch ein Kinder- und Frühlingsfest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Sprachbildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Neben dem inhaltlichen Aspekt kann mit diesem Material auch erarbeitet werden, mit welchen sprachlichen Mitteln ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht gesichert ist&#039;&#039;.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ZUSAMMENFASSUNG: Im Kirchenjahr ist &#039;&#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039; ein wichtiger Feiertag: An Karfreitag wird der Kreuzigung Jesu Christi und zu Ostern seiner Auferstehung vom Tod gedacht. Aber zu Ostern wird gleichzeitig der Frühling gefeiert. Denn als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Ereignissen und dem bereits bestehenden Brauchtum des Volksglaubens verbunden, zudem kam weiteres Brauchtum hinzu. Deshalb sind die Traditionen bei den meisten unserer Feiertagen so vielschichtig. Sie haben ganz verschiedene Ebenen: Weltliches und außerchristliches Brauchtum wurde mit christlichen Glaubenselementen vermischt oder uminterpretiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So hat auch &#039;&#039;&#039;der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;en auf – und daher kommt der Name &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;ern.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. 1985, S. 60.&amp;lt;/ref&amp;gt;    &lt;br /&gt;
=== Einstieg ===&lt;br /&gt;
* Was fällt euch zu Ostern ein? Erstellt eine Mindmap!                                                 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Feiert ihr Ostern? Falls ja: Wie?&lt;br /&gt;
* Frage der Stunde: Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die zwei Ebenen des Osterfestes ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Was gehört zum jahreszeitlichen Brauchtum von Ostern als Frühlings- und Kinderfest?&lt;br /&gt;
* Was gehört zu Ostern als religiösem Fest des Christentums?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18743150&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erarbeitung ===&lt;br /&gt;
==== Die Feiern des Frühlings am Osterfest ====&lt;br /&gt;
In diesem LÜCKENTEXT kannst du einiges über die Ursprünge des Osterbrauchtums erfahren, mit dem der Frühling gefeiert wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wofür waren die Ostereier und der Osterhase ein Symbol?&lt;br /&gt;
* Wie entstand der Brauch, die Eier zu färben?&lt;br /&gt;
* Wie entstand (vielleicht) die Vorstellung, dass die bunten Eier vom (Oster-)Hasen sind?&lt;br /&gt;
* Wie wurde der Osterhase &#039;&#039;das&#039;&#039; Aushängeschild für Ostern?&lt;br /&gt;
* Sind der Osterhase und die Ostereier christliche Symbole?&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18722698&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nicht über alle Ursprünge des Osterbrauchtums ist die Forschung sich einig, manches lässt sich heute nicht mehr herausfinden. An welchen sprachlichen Mitteln kannst du im Text erkennen, dass eine Information nicht sicher ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das religiöse Gedenken am Osterfest ====&lt;br /&gt;
Weißt du, was die gläubigen Christen feiern? Was erzählt die Bibel über den Tod Jesu?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tragt zuerst im Gespräch euer Wissen zusammen und schaut euch danach dieses kleine Video an (1:38 min): https://www.zdf.de/kinder/logo/erklaerstueck-ostern-bibel-100.html (Hrsg.: ZDF logo!: Was wir an Ostern feiern.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann testet euer Wissen mit dieser Aufgabe!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18719287&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
* Nun könnt ihr die eingangs gestellte Frage beantworten: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Dass es zu Osterferien gibt, liegt übrigens weniger am Feiertag, sondern vor allem daran, dass die Ferien früher passend zum Bauernjahr festgelegt wurden: Im Frühling mussten die Kinder bei der Aussaat helfen, im Sommer bei der Getreideernte und im Herbst bei der Kartoffel- und Rübenernte.&amp;lt;ref&amp;gt;https://unterrichten.zum.de/wiki/Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsferien&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schöne Ostern!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusatzaufgaben zur Sprachbildung: Sprachliche Mittel, um Informationen als nicht sicher vorzustellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;sollen&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Modalverb &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;sollen&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; kann unterschiedliches ausdrücken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Notwendigkeit, einen Auftrag oder eine Absicht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das Holz sollte im Frühjahr entsorgt werden. / Kevin soll sein Zimmer aufräumen. / Das Zimmer sollte gestern schon aufgeräumt werden.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung oder ein Gerücht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(In der Fastenzeit sollen die Eier gekocht und für Ostern aufgehoben worden sein. / Er soll im Lotto gewonnen haben. / Kevin soll in Meral verliebt sein.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| }}&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40200186|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;wohl&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Wörtchen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;wohl&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;  hat ebenfalls verschiedene Bedeutungen, unter anderem kann man damit ausdrücken:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das war wohl ziemlich teuer. / Mein Kollege ist nicht da, er ist wohl krank.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Unsicherheit&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Ob er wohl an mich denkt?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;höfliche Zurückhaltung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Können Sie mir wohl sagen, wie spät es ist?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;einen ironischen oder empörten Kommentar&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Du glaubst wohl noch an den Osterhasen!? / Du hast wohl zu viel Geld… / Das kann man wohl sagen.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Außerdem kennst du &#039;&#039;wohl&#039;&#039; als Adjektiv mit der Bedeutung von &#039;&#039;gut&#039;&#039; oder &#039;&#039;angenehm.&#039;&#039; &#039;&#039;(Er fühlt sich wohl in der Klasse. -&amp;gt; Bei seiner Großmutter fühlt er sich aber noch wohler. -&amp;gt; Zu Hause fühlt er sich am wohlsten.)&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40224905|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Osterhase 1789 Zürich.jpg|mini|Dieses Buchcover von 1789 zeigt den Brauch des Eiersuchens. Das Buch heißt „Der Osterhase“ und enthält ein Osterhasenlied, &amp;quot;am Osterdienstag zu singen&amp;quot;. Als Intention wird „die Vermehrung der unschuldigsten Freuden unserer Kinder“ genannt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Infos für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== zu der sprachlichen Aufgabe unter 1.3.1 ===&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Sprachliche Mittel in diesem Text, um Informationen als nicht gesichert vorzustellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;vielleicht / wohl / weiß man nicht / sollen + INFINITIV&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}Es werden in diesem Material verschiedene sprachliche Mittel vorgestellt, mit denen ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht sicher ist, auf &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; und &amp;lt;u&amp;gt;sollen + INFINITIV&amp;lt;/u&amp;gt; möchte ich kurz konkreter eingehen:&lt;br /&gt;
* Das Wort &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; fällt in die Gruppe der abtönenden Redepartikel, auch Abtönungspartikel genannt. Mit &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; kann man eine Aussage &amp;quot;tönen&amp;quot;, ihr eine bestimmte Farbe geben. Die Schwierigkeit der Redepartikel ist, dass sie alle wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; (s. o.) mehrere Bedeutungen haben. &amp;lt;u&amp;gt;Wohl&amp;lt;/u&amp;gt; verändert sich dabei nicht (wird nicht flektiert). Für Schüler ist wichtig zu wissen, dass Redepartikel wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; in der Regel nur im mündlichen Sprachgebrauch eingesetzt werden!&lt;br /&gt;
* Mit dem Modalverb &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; kann man ebenfalls ausdrücken, dass man etwas nur gehört hat, aber nicht sicher ist, ob es stimmt. Besonders Gerüchte können damit gut sprachlich wiedergegeben werden. Beispiele: GEGENWART (PRÄSENS) -&amp;gt; Herr Meyer &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; mit seinen 35 Jahren noch an den Osterhasen &amp;lt;u&amp;gt;glauben&amp;lt;/u&amp;gt;. VERGANGENHEIT (PERFEKT) -&amp;gt; Er &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; ihn als Kind leibhaftig &amp;lt;u&amp;gt;gesehen haben&amp;lt;/u&amp;gt;. Auch &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; hat verschiedene Bedeutungen (s. o.)!&lt;br /&gt;
[[Datei:Ei zerbrochen mit Aufhängung.jpg|mini|Ostereier zum Aufhängen stellt man her, indem man in ein ungekochtes Ei oben und unten mit einem spitzen Messer ein Loch macht und das Eiinnere kräftig rausgebläst (welches noch für Rührei oder Teig verwendet werden kann). Für die Aufhängung bindet man einen Faden an ein Streichholz und steckt diesen in das Ei.  ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Hintergrundwissen: Wie entstand das Osterbrauchtum?&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Bräuchen, bereits bestehenden Festen und Elementen des Volksglaubens verbunden. Und im Laufe der Zeit kamen Bräuche hinzu, manche christlich-kirchlich bedingt, manche jahreszeitlich oder zeitgeistbedingt. Deshalb sind die Feiertagstraditionen oft so vielschichtig. (Und das ist ein Unterschied zu muslimischen Feiertage, die neben der religiösen Ebene keine weiteren haben.)   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; hat keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im Osten auf – und daher kommt der Name Ostern. &lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (1898) OSTERHASE.png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898. - Klicke auf das Bild, um es zu vergrößern: Kannst du die altdeutsche Schrift lesen? → &amp;quot;Ostereier ___  __  _____ uns versteckt ___  ____________.&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
Das Ei, das „schon bei den Völkern des Altertums als ein Sinnbild der Schöpfung und  Fruchtbarkeit galt, (…) erklärte die Kirche für das Symbol des Erlösers, welcher aus dem Grabe zum Leben erstanden“, schrieb der Historiker Otto Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Aberglaube wurde damit verbunden: Einem Ei, das am Gründonnerstag gelegt worden war, wurde besondere Kraft zugeschrieben und sollte Männer vor „Leibschäden“ beschützen können, und wenn man ein Gründonnerstagsei bei sich trug, könne man beim Kirchbesuch zudem erkennen, wer eine versteckte Hexe sei, hieß es.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Handbuch des deutschen Aberglaubens erläutert: „Dass das Ei, besonders im Frühjahr, der Zeit der erwachenden, aufkeimenden Natur, dem Beginn des Dienstes der Bauern an der Erde, in der Vorstellung der natur- und erdverbundenen Menschen eine besondere Fruchtbarkeitskraft besitzt, ist leicht zu begreifen. Und die Kirche war auch hier sehr klug, diese uralten Gebräuche in das System ihrer Kultriten aufzunehmen, mit zum Teil mystischer Ausdeutung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Ei&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die älteste bekannte Erwähnung ist wohl von dem Arzt Georgius Franck aus dem Jahr 1682: &amp;quot;Das Schenken von Ostereiern bezeichnet er als Paten- und Freundschaftspflicht, vor allem in den oberen Gesellschaftskreisen, wo der Begriff Osterei ganz allgemein für alle möglichen kunstvollen und scherzhaften Geschenke gegolten hätte.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt; Liselotte von der Pfalz berichtete, dass sie 1717 &amp;quot;ein paar ostereyer&amp;quot; verschenkt hätte&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im April 1779 vermerkte Goethe in seinem Tagebuch, dass er am Gründonnerstag für die Kinder im Garten Ostereier versteckt hätte. Dabei war der Ostereierbrauch nicht unumstritten, wie eine Schrift von 1781 zeigt, in der Theodor Gottlieb Hippel stolz darauf ist, dass ein Vorfahr in seiner Gemeinde Ostereier verboten hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781, S. 404. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie der Brauch des Eierfärbens entstand, ist unbekannt. Vielleicht hat man etwas Rotkohl, Rote Bete, Brennnesselwurzel oder Zwiebelschalen in das Kochwasser gegeben, um gekochte von ungekochten Eiern unterscheiden zu können, wenn man sie nach altem Brauch verschenkte. Dass zu Ostern traditionell viele Eier gegessen werden, kommt unter anderem daher, dass sich in der 40-tägigen Fastenzeit, die die Kirche ihren Gläubigen zwischen Aschermittwoch und Ostern verordnet hatte, viele Eier angesammelt hatten und nun dringend gegessen werden mussten. Eier waren auch eine Währung, in der bäuerliche Abgaben geleistet werden mussten; seit dem 9. Jhd. gibt es Quellen, dass pro bäuerlicher Hofstatt 100 Eier an die landbesitzende Obrigkeit oder das Kloster gezahlt werden mussten; teilweise wurden die Eier weitergereicht als Präsente an bestimmte Berufsgruppen, wie Pfarrer, Lehrer, Messner, Totengräber, Hirten, das Gesinde etc.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 68.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (von 1898).png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898&lt;br /&gt;
Der Hase war ebenfalls schon in der Antike ein Fruchtbarkeitssymbol. Das ist nicht schwer zu verstehen, wenn man bedenkt, dass eine Häsin mehrmals im Jahr mehrere Junge bekommt. Papst Zacharias verbot 755 den Verzehr von Hasenfleisch wegen dessen erotisierender Wirkung. Hasenfleisch galt als Aphrodisiakum und wurde bereits im antiken Griechenland der Liebesgöttin Aphrodite geopfert. Außerdem rankte sich viel Aberglauben um die Hasen, z. B. sollte es das eigene Leben schützen, wenn man eine Hasenpfote bei sich trug.&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Hase&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorstellung, dass ein Hase die Eier versteckt, entstand vielleicht dadurch, dass Menschen im Frühjahr über die Wiesen liefen und nach Eiern von bodenbrütenden Vögeln suchten. Dabei wurden Hasen aufgescheucht. Die liefen fort und es sah dann so aus, als hätten die Hasen die Eier ins Gras gelegt. In manchen Regionen waren es andere Tiere, die die Eier brachten - z. B. der Storch, der Kuckuck, der Fuchs oder ein Hahn. Daraus den Spaß zu machen, Hühnereier für Kinder zu verstecken und ihnen zu erzählen, diese wären von einem magischen Tier als Geschenk gebracht worden, entstand vermutlich (in unterschiedlichsten Ausformungen) in der bäuerlichen Kultur und wurde im 18. Jahrhundert vom Bürgertum aufgegriffen und durch Kinderbücher vereinheitlicht und verbreitet.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer kann die Frage, wie sich die Gabenbringerfigur des Osterhasen entwickelte, nicht beantwortet werden. Es gibt ein Züricher Kinderbuch von 1789, das vom Osterhasen handelt und die älteste mir bekannte, gesicherte Osterhasen-Quelle ist.&amp;lt;ref&amp;gt;National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Bürgertum feierte den säkularen Brauch aufgrund des neuen Konzeptes von Kindheit, das sich in dieser Zeit entwickelte. &amp;quot;Wie reich bist du behängt mit Bilderbüchern, Christbäumen, Mutterliebe, Osterwochen und Ostereiern, (...)&amp;quot;, formulierte Wilhelm Hauff 1827.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Hauff: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827, S. 34. https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/hauff_phantasien_1827/?hl=O%C5%BFtereiern&amp;amp;p=40&amp;lt;/ref&amp;gt; DieserAusspruch benennt  die damals noch neuen Phänomene in seinem Zusammenhang: Das aufgeklärte Bildungsbürgertum, dass Ende des 18. Jahrhunderts entstand, wollte die neuen Ideale der Aufklärung umsetzen und so entstanden in der Bürgertumskultur Kinderbücher, eine neue Frauen- und Mutterrolle in der bürgerlichen Familie sowie das häusliche Weihnachtsfest mit dem Weihnachtsmann als weltlichen Gabenbringer und auch der Osterhase.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. 2025, S. 142.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ostern wurde nun auch zum Anlass für ein Kinderfest (anfangs kam der Osterhase am Gründonnerstag oder am Osterdienstag, später wurde der Brauch auf Ostersonntag gelegt). Christoph von Schmid begründet 1816 in seinem Kinderbuch &amp;quot;Die Ostereyer&amp;quot;, warum Eier für die Kinderfreude gewählt wurden: &amp;quot;Zu dieser Zeit hat man nichts (anderes) im Hause, als ein Ei. Noch bringt die Natur nichts hervor, das zu genießen wäre. Eier sind die ersten Geschenke der wieder auferstehenden Natur.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph von Schmid: Die Ostereyer, eine Erzählung zum Ostergeschenke für Kinder. 1816.&amp;lt;/ref&amp;gt; (Denn die Hühner legten damals in der winterlichen Dunkelheit nur wenige Eier und mit zunehmendem Tageslicht wieder mehr. Heute wird deshalb in den Legeställen mit eletrischem Licht nachgeholfen.)       &lt;br /&gt;
[[Datei:Franz Rösler- Der lustige Maler. Malbuch von 1907 (S. 25).png|mini|Aus einem Malbuch von 1907: So kannst du ein Häschen malen!]]&lt;br /&gt;
Weitere historische Kinderbücher, die den Osterhasen thematisierten: 1850 schrieb Franz Graf von Pocci: Der Osterhas - eine Festgabe für Kinder http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000307CD00000000. / 1868: http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0002FE2E00000000 / Das lustige Vogelhaus von 1880 (S. 15) https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB00035AD300000000 / eine Osterhasengeschichte von 1890 https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000343CE00000000 / ein &amp;quot;humoristisches Malbuch&amp;quot; von 1907 (S. 25) http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0000D70100000000. Die Süßwarenindustrie (im 19. Jhd. wurde die Herstellung von Zucker aus Rüben erfunden) im 19. und 20. Jahrhundert tat ein Übriges, um den Osterhasen bekannt und zur Kindersehnsucht werden zu lassen.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Frühlingsfest kennt jede Kultur, die Jahreszeiten kennt. Das Judentum feiert Pessah im Frühling. Da in der Bibel steht, dass die Kreuzigung und Auferstehung Jesu in der Zeit des Pessahfestes stattfand, sollten diese Gedenkfeiertage folglich im Frühling sein. Doch dafür einen Termin festzulegen war ein lang währender Konflikt zwischen der griechischsprachigen Ostkirche in Byzanz und der lateinischsprachigen Westkirche in Rom. Rom bestand darauf, dass Ostern am Sonntag nach dem jüdischen Pessahfest zu feiern sei, Byzanz wollte es am Tag des Pessahfests selbst feiern. Als Kaiser Konstantin I. der Alleinherrscher über das gesamte Römische Reich geworden war, wollte er diesen Streit beenden und berief im Jahr 325 das Konzil von Nicäa ein. Die Kirchenvertreter einigten sich dann auf einen neuen Terminvorschlag: Die Auferstehung Christi sollte immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang (dem Tag, an dem Tag und Nacht gleich lang sind, dem 21. März) gefeiert werden. Damit hatte das noch junge Christentum nicht nur endlich einen gemeinsamen Termin gefunden, sondern sich gleichzeitig noch weiter von der monotheistischen Konkurrenz, dem Judentum, losgelöst.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. 2025, S. 49.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Osterbrauchtum gehören auch die Osterfeuer, und an ihnen zeigt sich wiederum, wie sich die verschiedenen Ebenen vermischten. Das Osterfeuer geht auf einen Brauch in vorchristlicher Zeit zurück, unter anderem galt es, böse Geister auszuräuchern und den Frühling willkommen zu heißen. In einer norddeutschen Polizeiordnung von 1691&amp;lt;ref&amp;gt;Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5).https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693 &amp;lt;/ref&amp;gt; wird das Osterfeuer als eine &amp;quot;böse Gewohnheit&amp;quot; erwähnt, 1783 wird es in einem Kinderbuch von J. A. E. Goeze als &amp;quot;heidnisch&amp;quot; eingeordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&amp;lt;/ref&amp;gt; In manchen Regionen eignete die Kirche sich den Brauch an und mancherorts wurde das Osterfeuer vom Pfarrer geweiht. Die Kohlen des geweihten Osterfeuers, die sogenannten Judaskohlen, galten als Schutzmittel gegen Blitzeinschlag, Hagel und Viehschäden, wie Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863 notierte&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; (die Kirchenvertreter waren genauso abergläubisch wie das Volk). Vor allem geht der Brauch des Osterfeuers aber wohl darauf zurück, dass man im Herbst und Winter Obstbäume und Hecken geschnitten und die Zweige auf einen großen Haufen geworfen hatte. Und die waren nun getrocknet und konnten entsorgt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Text: Sabine Häcker)&lt;br /&gt;
[[Datei:Fazit .png|mini|Die Weidenkätzchenzweige, die traditionell zu Ostern in die Vase gestellt und an die die Ostereier gehängt werden, sind schlicht Frühlingsboten - und haben nichts mit der religiösen Ebene von Ostern zu tun.|452x452px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur- und Quellenverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Historische Primärquellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&lt;br /&gt;
* Cramer, Wilhelm: Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll. Dülmen, 1874. &#039;&#039;(Auf S. 157 wird eine Osterfeuerprozession beschrieben.)&#039;&#039; https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/cramer_mutter_1874 &lt;br /&gt;
* Goethe, J. W. von: Osterspaziergang. (etwa 1808) In: Faust-Museum Knittlingen: https://faustmuseum.de/der-osterspaziergang-und-was-dahintersteckt/&lt;br /&gt;
* Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&lt;br /&gt;
* Hauff, Wilhelm: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hauff_phantasien_1827&lt;br /&gt;
* Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&lt;br /&gt;
* Holm, Adolf: Ostereier. München 1893. &#039;&#039;(Bilder und Verse vom Osterhasen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5). https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Literatur:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. 1927-42 (Verlag Walter de Gruyter).&lt;br /&gt;
* [[Datei:Sabine Häcker- Wem gehört Weihnachten? (Cover).jpg|mini|332x332px|Die Autorin dieses Materials, Sabine Häcker, hat erforscht, wie sich Ende des 18. Jhd.s aus dem Zeitgeist der Aufklärung das häusliche Weihnachtsfest mit Geschenken und Tannenbaum entwickelte.]]Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. Ahrensburg 2025. &lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. Ahrensburg 2025. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=&lt;br /&gt;
* Kuhn, Adalbert: Sagen, Gebräuche und Märchen aus Westfalen und einigen andern, besonders den angrenzenden Gegenden Norddeutschlands. Leipzig 1859. https://books.google.de/books?id=424AAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA143#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false&lt;br /&gt;
* Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&lt;br /&gt;
* Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985.&lt;br /&gt;
* Becker-Huberti, Manfred: Lexikon der Bräuche und Feste. Freiburg i. B. 2007 (Verlag HERDER).&lt;br /&gt;
* Freistetter, Florian: Podcast Sternengeschichten Folge 18 - Astronomische Ostern  (13 min). https://sternengeschichten.podigee.io/18-sternengeschichten-folge-18-astronomische-ostern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialien der Autorin:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Umfangreiches Unterrichtsmaterial zur Kultur- und Religionsgeschichte von Weihnachten gibt es hier: [[Weihnachtswissen]] &#039;&#039;(Das Unterrichtsmaterial betrachtet Weihnachten nicht nur als christlichen Feiertag, sondern auch als kulturelles und somit inklusives Fest und arbeitet - u. a. - die weltlichen Anteile von Weihnachten heraus.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Materialien zu verschiedenen Themen finden sich hier: [[Benutzer:Sabine Häcker]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ostern]]&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Quellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__INHALTSVERZEICHNIS_ERZWINGEN__&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch als Zweitsprache]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feste und Rituale]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachbildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
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		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Osterwissen&amp;diff=152428</id>
		<title>Osterwissen</title>
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		<updated>2026-04-30T07:39:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Häschen an Ast.jpg|mini|Dass der Osterhase die Ostereier bringt und versteckt, ist ein weltlicher Brauch, der im 18. Jahrhunderts in der Bürgertumskultur vereinheitlicht und verbreitet wurde. Aufgrund des neuen Verständnisses von Kindheit, das sich in der Epoche der Aufklärung nach und nach durchsetzte, suchte man nach Gelegenheiten und Ritualen für Kinderglück und gemeinsames Feiern .   ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ostern: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Osterhasen malen Eier an, 1893.png|mini|Schon seit über 250 Jahren ist der Osterhase für die Ostereier zuständig – zwei altüberlieferte Fruchtbarkeitssymbole wurden miteinander verbunden. &#039;&#039;(Diese Abbildung stammt aus einem Kinderbuch von 1893.)&#039;&#039;]]&#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun? ODER: Wie inklusiv ist Ostern?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spoiler: Der Osterhase hat mehr mit der Aufklärung zu tun als mit der Auferstehung!  :-)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5-7, 45-90 min)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ziele dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Kultur- und Religionskundliche Bildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Die Kinder sortieren die christlichen und jahreszeitlich-weltlichen Aspekte, die zu Ostern gehören. Sie können erklären, welche verschiedenen Ebenen das Osterfest hat und warum es deshalb auch von Menschen, die keine gläubigen Christen sind, gefeiert wird. Denn Ostern ist nicht nur ein christlicher Feiertag, sondern auch ein Kinder- und Frühlingsfest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Sprachbildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Neben dem inhaltlichen Aspekt kann mit diesem Material auch erarbeitet werden, mit welchen sprachlichen Mitteln ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht gesichert ist&#039;&#039;.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ZUSAMMENFASSUNG: Im Kirchenjahr ist &#039;&#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039; ein wichtiger Feiertag: An Karfreitag wird der Kreuzigung Jesu Christi und zu Ostern seiner Auferstehung vom Tod gedacht. Aber zu Ostern wird gleichzeitig der Frühling gefeiert. Denn als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Ereignissen und dem bereits bestehenden Brauchtum des Volksglaubens verbunden, zudem kam weiteres Brauchtum hinzu. Deshalb sind die Traditionen bei den meisten unserer Feiertagen so vielschichtig. Sie haben ganz verschiedene Ebenen: Weltliches und außerchristliches Brauchtum wurde mit christlichen Glaubenselementen vermischt oder uminterpretiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So hat auch &#039;&#039;&#039;der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;en auf – und daher kommt der Name &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;ern.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. 1985, S. 60.&amp;lt;/ref&amp;gt;    &lt;br /&gt;
=== Einstieg ===&lt;br /&gt;
* Was fällt euch zu Ostern ein? Erstellt eine Mindmap!                                                 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Feiert ihr Ostern? Falls ja: Wie?&lt;br /&gt;
* Frage der Stunde: Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die zwei Ebenen des Osterfestes ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Was gehört zum jahreszeitlichen Brauchtum von Ostern als Frühlings- und Kinderfest?&lt;br /&gt;
* Was gehört zu Ostern als religiösem Fest des Christentums?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18743150&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erarbeitung ===&lt;br /&gt;
==== Die Feiern des Frühlings am Osterfest ====&lt;br /&gt;
In diesem LÜCKENTEXT kannst du einiges über die Ursprünge des Osterbrauchtums erfahren, mit dem der Frühling gefeiert wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wofür waren die Ostereier und der Osterhase ein Symbol?&lt;br /&gt;
* Wie entstand der Brauch, die Eier zu färben?&lt;br /&gt;
* Wie entstand (vielleicht) die Vorstellung, dass die bunten Eier vom (Oster-)Hasen sind?&lt;br /&gt;
* Wie wurde der Osterhase &#039;&#039;das&#039;&#039; Aushängeschild für Ostern?&lt;br /&gt;
* Sind der Osterhase und die Ostereier christliche Symbole?&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18722698&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nicht über alle Ursprünge des Osterbrauchtums ist die Forschung sich einig, manches lässt sich heute nicht mehr herausfinden. An welchen sprachlichen Mitteln kannst du im Text erkennen, dass eine Information nicht sicher ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das religiöse Gedenken am Osterfest ====&lt;br /&gt;
Weißt du, was die gläubigen Christen feiern? Was erzählt die Bibel über den Tod Jesu?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tragt zuerst im Gespräch euer Wissen zusammen und schaut euch danach dieses kleine Video an (1:38 min): https://www.zdf.de/kinder/logo/erklaerstueck-ostern-bibel-100.html (Hrsg.: ZDF logo!: Was wir an Ostern feiern.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann testet euer Wissen mit dieser Aufgabe!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
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| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
* Nun könnt ihr die eingangs gestellte Frage beantworten: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Dass es zu Osterferien gibt, liegt übrigens weniger am Feiertag, sondern vor allem daran, dass die Ferien früher passend zum Bauernjahr festgelegt wurden: Im Frühling mussten die Kinder bei der Aussaat helfen, im Sommer bei der Getreideernte und im Herbst bei der Kartoffel- und Rübenernte.&amp;lt;ref&amp;gt;https://unterrichten.zum.de/wiki/Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsferien&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schöne Ostern!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusatzaufgaben zur Sprachbildung: Sprachliche Mittel, um Informationen als nicht sicher vorzustellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;sollen&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Modalverb &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;sollen&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; kann unterschiedliches ausdrücken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Notwendigkeit, einen Auftrag oder eine Absicht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das Holz sollte im Frühjahr entsorgt werden. / Kevin soll sein Zimmer aufräumen. / Das Zimmer sollte gestern schon aufgeräumt werden.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung oder ein Gerücht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(In der Fastenzeit sollen die Eier gekocht und für Ostern aufgehoben worden sein. / Er soll im Lotto gewonnen haben. / Kevin soll in Meral verliebt sein.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| }}&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40200186|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;wohl&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Wörtchen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;wohl&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;  hat ebenfalls verschiedene Bedeutungen, unter anderem kann man damit ausdrücken:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das war wohl ziemlich teuer. / Mein Kollege ist nicht da, er ist wohl krank.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Unsicherheit&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Ob er wohl an mich denkt?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;höfliche Zurückhaltung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Können Sie mir wohl sagen, wie spät es ist?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;einen ironischen oder empörten Kommentar&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Du glaubst wohl noch an den Osterhasen!? / Du hast wohl zu viel Geld… / Das kann man wohl sagen.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Außerdem kennst du &#039;&#039;wohl&#039;&#039; als Adjektiv mit der Bedeutung von &#039;&#039;gut&#039;&#039; oder &#039;&#039;angenehm.&#039;&#039; &#039;&#039;(Er fühlt sich wohl in der Klasse. -&amp;gt; Bei seiner Großmutter fühlt er sich aber noch wohler. -&amp;gt; Zu Hause fühlt er sich am wohlsten.)&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40224905|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Osterhase 1789 Zürich.jpg|mini|Dieses Buchcover von 1789 zeigt den Brauch des Eiersuchens. Das Buch heißt „Der Osterhase“ und enthält ein Osterhasenlied, &amp;quot;am Osterdienstag zu singen&amp;quot;. Als Intention wird „die Vermehrung der unschuldigsten Freuden unserer Kinder“ genannt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Infos für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== zu der sprachlichen Aufgabe unter 1.3.1 ===&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Sprachliche Mittel in diesem Text, um Informationen als nicht gesichert vorzustellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;vielleicht / wohl / weiß man nicht / sollen + INFINITIV&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}Es werden in diesem Material verschiedene sprachliche Mittel vorgestellt, mit denen ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht sicher ist, auf &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; und &amp;lt;u&amp;gt;sollen + INFINITIV&amp;lt;/u&amp;gt; möchte ich kurz konkreter eingehen:&lt;br /&gt;
* Das Wort &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; fällt in die Gruppe der abtönenden Redepartikel, auch Abtönungspartikel genannt. Mit &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; kann man eine Aussage &amp;quot;tönen&amp;quot;, ihr eine bestimmte Farbe geben. Die Schwierigkeit der Redepartikel ist, dass sie alle wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; (s. o.) mehrere Bedeutungen haben. &amp;lt;u&amp;gt;Wohl&amp;lt;/u&amp;gt; verändert sich dabei nicht (wird nicht flektiert). Für Schüler ist wichtig zu wissen, dass Redepartikel wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; in der Regel nur im mündlichen Sprachgebrauch eingesetzt werden!&lt;br /&gt;
* Mit dem Modalverb &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; kann man ebenfalls ausdrücken, dass man etwas nur gehört hat, aber nicht sicher ist, ob es stimmt. Besonders Gerüchte können damit gut sprachlich wiedergegeben werden. Beispiele: GEGENWART (PRÄSENS) -&amp;gt; Herr Meyer &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; mit seinen 35 Jahren noch an den Osterhasen &amp;lt;u&amp;gt;glauben&amp;lt;/u&amp;gt;. VERGANGENHEIT (PERFEKT) -&amp;gt; Er &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; ihn als Kind leibhaftig &amp;lt;u&amp;gt;gesehen haben&amp;lt;/u&amp;gt;. Auch &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; hat verschiedene Bedeutungen (s. o.)!&lt;br /&gt;
[[Datei:Ei zerbrochen mit Aufhängung.jpg|mini|Ostereier zum Aufhängen stellt man her, indem man in ein ungekochtes Ei oben und unten mit einem spitzen Messer ein Loch macht und das Eiinnere kräftig rausgebläst (welches noch für Rührei oder Teig verwendet werden kann). Für die Aufhängung bindet man einen Faden an ein Streichholz und steckt diesen in das Ei.  ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Hintergrundwissen: Wie entstand das Osterbrauchtum?&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Bräuchen, bereits bestehenden Festen und Elementen des Volksglaubens verbunden. Und im Laufe der Zeit kamen Bräuche hinzu, manche christlich-kirchlich bedingt, manche jahreszeitlich oder zeitgeistbedingt. Deshalb sind die Feiertagstraditionen oft so vielschichtig. (Und das ist ein Unterschied zu muslimischen Feiertage, die neben der religiösen Ebene keine weiteren haben.)   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; hat keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im Osten auf – und daher kommt der Name Ostern. &lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (1898) OSTERHASE.png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898. - Klicke auf das Bild, um es zu vergrößern: Kannst du die altdeutsche Schrift lesen? → &amp;quot;Ostereier ___  __  _____ uns versteckt ___  ____________.&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
Das Ei, das „schon bei den Völkern des Altertums als ein Sinnbild der Schöpfung und  Fruchtbarkeit galt, (…) erklärte die Kirche für das Symbol des Erlösers, welcher aus dem Grabe zum Leben erstanden“, schrieb der Historiker Otto Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Aberglaube wurde damit verbunden: Einem Ei, das am Gründonnerstag gelegt worden war, wurde besondere Kraft zugeschrieben und sollte Männer vor „Leibschäden“ beschützen können, und wenn man ein Gründonnerstagsei bei sich trug, könne man beim Kirchbesuch zudem erkennen, wer eine versteckte Hexe sei, hieß es.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Handbuch des deutschen Aberglaubens erläutert: „Dass das Ei, besonders im Frühjahr, der Zeit der erwachenden, aufkeimenden Natur, dem Beginn des Dienstes der Bauern an der Erde, in der Vorstellung der natur- und erdverbundenen Menschen eine besondere Fruchtbarkeitskraft besitzt, ist leicht zu begreifen. Und die Kirche war auch hier sehr klug, diese uralten Gebräuche in das System ihrer Kultriten aufzunehmen, mit zum Teil mystischer Ausdeutung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Ei&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die älteste bekannte Erwähnung ist wohl von dem Arzt Georgius Franck aus dem Jahr 1682: &amp;quot;Das Schenken von Ostereiern bezeichnet er als Paten- und Freundschaftspflicht, vor allem in den oberen Gesellschaftskreisen, wo der Begriff Osterei ganz allgemein für alle möglichen kunstvollen und scherzhaften Geschenke gegolten hätte.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt; Liselotte von der Pfalz berichtete, dass sie 1717 &amp;quot;ein paar ostereyer&amp;quot; verschenkt hätte&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im April 1779 vermerkte Goethe in seinem Tagebuch, dass er am Gründonnerstag für die Kinder im Garten Ostereier versteckt hätte. Dabei war der Ostereierbrauch nicht unumstritten, wie eine Schrift von 1781 zeigt, in der Theodor Gottlieb Hippel stolz darauf ist, dass ein Vorfahr in seiner Gemeinde Ostereier verboten hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781, S. 404. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie der Brauch des Eierfärbens entstand, ist unbekannt. Vielleicht hat man etwas Rotkohl, Rote Bete, Brennnesselwurzel oder Zwiebelschalen in das Kochwasser gegeben, um gekochte von ungekochten Eiern unterscheiden zu können, wenn man sie nach altem Brauch verschenkte. Dass zu Ostern traditionell viele Eier gegessen werden, kommt unter anderem daher, dass sich in der 40-tägigen Fastenzeit, die die Kirche ihren Gläubigen zwischen Aschermittwoch und Ostern verordnet hatte, viele Eier angesammelt hatten und nun dringend gegessen werden mussten. Eier waren auch eine Währung, in der bäuerliche Abgaben geleistet werden mussten; seit dem 9. Jhd. gibt es Quellen, dass pro bäuerlicher Hofstatt 100 Eier an die landbesitzende Obrigkeit oder das Kloster gezahlt werden mussten; teilweise wurden die Eier weitergereicht als Präsente an bestimmte Berufsgruppen, wie Pfarrer, Lehrer, Messner, Totengräber, Hirten, das Gesinde etc.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 68.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (von 1898).png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898&lt;br /&gt;
Der Hase war ebenfalls schon in der Antike ein Fruchtbarkeitssymbol. Das ist nicht schwer zu verstehen, wenn man bedenkt, dass eine Häsin mehrmals im Jahr mehrere Junge bekommt. Papst Zacharias verbot 755 den Verzehr von Hasenfleisch wegen dessen erotisierender Wirkung. Hasenfleisch galt als Aphrodisiakum und wurde bereits im antiken Griechenland der Liebesgöttin Aphrodite geopfert. Außerdem rankte sich viel Aberglauben um die Hasen, z. B. sollte es das eigene Leben schützen, wenn man eine Hasenpfote bei sich trug.&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Hase&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorstellung, dass ein Hase die Eier versteckt, entstand vielleicht dadurch, dass Menschen im Frühjahr über die Wiesen liefen und nach Eiern von bodenbrütenden Vögeln suchten. Dabei wurden Hasen aufgescheucht. Die liefen fort und es sah dann so aus, als hätten die Hasen die Eier ins Gras gelegt. In manchen Regionen waren es andere Tiere, die die Eier brachten - z. B. der Storch, der Kuckuck, der Fuchs oder ein Hahn. Daraus den Spaß zu machen, Hühnereier für Kinder zu verstecken und ihnen zu erzählen, diese wären von einem magischen Tier als Geschenk gebracht worden, entstand vermutlich (in unterschiedlichsten Ausformungen) in der bäuerlichen Kultur und wurde im 18. Jahrhundert vom Bürgertum aufgegriffen und durch Kinderbücher vereinheitlicht und verbreitet.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer kann die Frage, wie sich die Gabenbringerfigur des Osterhasen entwickelte, nicht beantwortet werden. Es gibt ein Züricher Kinderbuch von 1789, das vom Osterhasen handelt und die älteste mir bekannte, gesicherte Osterhasen-Quelle ist.&amp;lt;ref&amp;gt;National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Bürgertum feierte den säkularen Brauch aufgrund des neuen Konzeptes von Kindheit, das sich in dieser Zeit entwickelte. &amp;quot;Wie reich bist du behängt mit Bilderbüchern, Christbäumen, Mutterliebe, Osterwochen und Ostereiern, (...)&amp;quot;, formulierte Wilhelm Hauff 1827.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Hauff: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827, S. 34. https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/hauff_phantasien_1827/?hl=O%C5%BFtereiern&amp;amp;p=40&amp;lt;/ref&amp;gt; DieserAusspruch benennt  die damals noch neuen Phänomene in seinem Zusammenhang: Das aufgeklärte Bildungsbürgertum, dass Ende des 18. Jahrhunderts entstand, wollte die neuen Ideale der Aufklärung umsetzen und so entstanden in der Bürgertumskultur Kinderbücher, eine neue Frauen- und Mutterrolle in der bürgerlichen Familie sowie das häusliche Weihnachtsfest mit dem Weihnachtsmann als weltlichen Gabenbringer und auch der Osterhase.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. 2025, S. 142.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ostern wurde nun auch zum Anlass für ein Kinderfest (anfangs kam der Osterhase am Gründonnerstag oder am Osterdienstag, später wurde der Brauch auf Ostersonntag gelegt). Christoph von Schid begründet 1816 in seinem Kinderbuch &amp;quot;Die Ostereyer&amp;quot;, warum Eier für die Kinderfreude gewählt wurden: &amp;quot;Zu dieser Zeit hat man nichts (anderes) im Hause, als ein Ei. Noch bringt die Natur nichts hervor, das zu genießen wäre. Eier sind die ersten Geschenke der wieder auferstehenden Natur.&amp;quot; (Denn auch die Hühner legten damals in der winerlichen Dunkelheit weniger Eier. Heute wird deshalb in den Legeställen mit eletrischem Licht nachgeholfen.)       &lt;br /&gt;
[[Datei:Franz Rösler- Der lustige Maler. Malbuch von 1907 (S. 25).png|mini|Aus einem Malbuch von 1907: So kannst du ein Häschen malen!]]&lt;br /&gt;
Historische Kinderbücher, die den Osterhasen thematisierten, sind z. B.: 1850 schrieb Franz Graf von Pocci: Der Osterhas - eine Festgabe für Kinder http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000307CD00000000. / 1868: http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0002FE2E00000000 / Das lustige Vogelhaus von 1880 (S. 15) https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB00035AD300000000 / eine Osterhasengeschichte von 1890 https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000343CE00000000 / ein &amp;quot;humoristisches Malbuch&amp;quot; von 1907 (S. 25) http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0000D70100000000. Die Süßwarenindustrie (im 19. Jhd. wurde die Herstellung von Zucker aus Rüben erfunden) im 19. und 20. Jahrhundert tat ein Übriges, um den Osterhasen bekannt und zur Kindersehnsucht werden zu lassen.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Frühlingsfest kennt jede Kultur, die Jahreszeiten kennt. Das Judentum feiert Pessah im Frühling. Da in der Bibel steht, dass die Kreuzigung und Auferstehung Jesu in der Zeit des Pessahfestes stattfand, sollten diese Gedenkfeiertage folglich im Frühling sein. Doch dafür einen Termin festzulegen war ein lang währender Konflikt zwischen der griechischsprachigen Ostkirche in Byzanz und der lateinischsprachigen Westkirche in Rom. Rom bestand darauf, dass Ostern am Sonntag nach dem jüdischen Pessahfest zu feiern sei, Byzanz wollte es am Tag des Pessahfests selbst feiern. Als Kaiser Konstantin I. der Alleinherrscher über das gesamte Römische Reich geworden war, wollte er diesen Streit beenden und berief im Jahr 325 das Konzil von Nicäa ein. Die Kirchenvertreter einigten sich dann auf einen neuen Terminvorschlag: Die Auferstehung Christi sollte immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang (dem Tag, an dem Tag und Nacht gleich lang sind, dem 21. März) gefeiert werden. Damit hatte das noch junge Christentum nicht nur endlich einen gemeinsamen Termin gefunden, sondern sich gleichzeitig noch weiter von der monotheistischen Konkurrenz, dem Judentum, losgelöst.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. 2025, S. 49.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Osterbrauchtum gehören auch die Osterfeuer, und an ihnen zeigt sich wiederum, wie sich die verschiedenen Ebenen vermischten. Das Osterfeuer geht auf einen Brauch in vorchristlicher Zeit zurück, unter anderem galt es, böse Geister auszuräuchern und den Frühling willkommen zu heißen. In einer norddeutschen Polizeiordnung von 1691&amp;lt;ref&amp;gt;Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5).https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693 &amp;lt;/ref&amp;gt; wird das Osterfeuer als eine &amp;quot;böse Gewohnheit&amp;quot; erwähnt, 1783 wird es in einem Kinderbuch von J. A. E. Goeze als &amp;quot;heidnisch&amp;quot; eingeordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&amp;lt;/ref&amp;gt; In manchen Regionen eignete die Kirche sich den Brauch an und mancherorts wurde das Osterfeuer vom Pfarrer geweiht. Die Kohlen des geweihten Osterfeuers, die sogenannten Judaskohlen, galten als Schutzmittel gegen Blitzeinschlag, Hagel und Viehschäden, wie Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863 notierte&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; (die Kirchenvertreter waren genauso abergläubisch wie das Volk). Vor allem geht der Brauch des Osterfeuers aber wohl darauf zurück, dass man im Herbst und Winter Obstbäume und Hecken geschnitten und die Zweige auf einen großen Haufen geworfen hatte. Und die waren nun getrocknet und konnten entsorgt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Text: Sabine Häcker)&lt;br /&gt;
[[Datei:Fazit .png|mini|Die Weidenkätzchenzweige, die traditionell zu Ostern in die Vase gestellt und an die die Ostereier gehängt werden, sind schlicht Frühlingsboten - und haben nichts mit der religiösen Ebene von Ostern zu tun.|452x452px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur- und Quellenverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Historische Primärquellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&lt;br /&gt;
* Cramer, Wilhelm: Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll. Dülmen, 1874. &#039;&#039;(Auf S. 157 wird eine Osterfeuerprozession beschrieben.)&#039;&#039; https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/cramer_mutter_1874 &lt;br /&gt;
* Goethe, J. W. von: Osterspaziergang. (etwa 1808) In: Faust-Museum Knittlingen: https://faustmuseum.de/der-osterspaziergang-und-was-dahintersteckt/&lt;br /&gt;
* Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&lt;br /&gt;
* Hauff, Wilhelm: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hauff_phantasien_1827&lt;br /&gt;
* Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&lt;br /&gt;
* Holm, Adolf: Ostereier. München 1893. &#039;&#039;(Bilder und Verse vom Osterhasen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5). https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Literatur:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. 1927-42 (Verlag Walter de Gruyter).&lt;br /&gt;
* [[Datei:Sabine Häcker- Wem gehört Weihnachten? (Cover).jpg|mini|332x332px|Die Autorin dieses Materials, Sabine Häcker, hat erforscht, wie sich Ende des 18. Jhd.s aus dem Zeitgeist der Aufklärung das häusliche Weihnachtsfest mit Geschenken und Tannenbaum entwickelte.]]Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. Ahrensburg 2025. &lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. Ahrensburg 2025. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=&lt;br /&gt;
* Kuhn, Adalbert: Sagen, Gebräuche und Märchen aus Westfalen und einigen andern, besonders den angrenzenden Gegenden Norddeutschlands. Leipzig 1859. https://books.google.de/books?id=424AAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA143#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false&lt;br /&gt;
* Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&lt;br /&gt;
* Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985.&lt;br /&gt;
* Becker-Huberti, Manfred: Lexikon der Bräuche und Feste. Freiburg i. B. 2007 (Verlag HERDER).&lt;br /&gt;
* Freistetter, Florian: Podcast Sternengeschichten Folge 18 - Astronomische Ostern  (13 min). https://sternengeschichten.podigee.io/18-sternengeschichten-folge-18-astronomische-ostern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialien der Autorin:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Umfangreiches Unterrichtsmaterial zur Kultur- und Religionsgeschichte von Weihnachten gibt es hier: [[Weihnachtswissen]] &#039;&#039;(Das Unterrichtsmaterial betrachtet Weihnachten nicht nur als christlichen Feiertag, sondern auch als kulturelles und somit inklusives Fest und arbeitet - u. a. - die weltlichen Anteile von Weihnachten heraus.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Materialien zu verschiedenen Themen finden sich hier: [[Benutzer:Sabine Häcker]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ostern]]&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Quellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__INHALTSVERZEICHNIS_ERZWINGEN__&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch als Zweitsprache]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feste und Rituale]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachbildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Osterwissen&amp;diff=152427</id>
		<title>Osterwissen</title>
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		<updated>2026-04-30T07:20:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Häschen an Ast.jpg|mini|Dass der Osterhase die Ostereier bringt und versteckt, ist ein weltlicher Brauch, der im 18. Jahrhunderts in der Bürgertumskultur vereinheitlicht und verbreitet wurde. Aufgrund des neuen Verständnisses von Kindheit, das sich in der Epoche der Aufklärung nach und nach durchsetzte, suchte man nach Gelegenheiten und Ritualen für Kinderglück und gemeinsames Feiern .   ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ostern: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Osterhasen malen Eier an, 1893.png|mini|Schon seit über 250 Jahren ist der Osterhase für die Ostereier zuständig – zwei altüberlieferte Fruchtbarkeitssymbole wurden miteinander verbunden. &#039;&#039;(Diese Abbildung stammt aus einem Kinderbuch von 1893.)&#039;&#039;]]&#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun? ODER: Wie inklusiv ist Ostern?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spoiler: Der Osterhase hat mehr mit der Aufklärung zu tun als mit der Auferstehung!  :-)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5-7, 45-90 min)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ziele dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Kultur- und Religionskundliche Bildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Die Kinder sortieren die christlichen und jahreszeitlich-weltlichen Aspekte, die zu Ostern gehören. Sie können erklären, welche verschiedenen Ebenen das Osterfest hat und warum es deshalb auch von Menschen, die keine gläubigen Christen sind, gefeiert wird. Denn Ostern ist nicht nur ein christlicher Feiertag, sondern auch ein Kinder- und Frühlingsfest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Sprachbildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Neben dem inhaltlichen Aspekt kann mit diesem Material auch erarbeitet werden, mit welchen sprachlichen Mitteln ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht gesichert ist&#039;&#039;.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ZUSAMMENFASSUNG: Im Kirchenjahr ist &#039;&#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039; ein wichtiger Feiertag: An Karfreitag wird der Kreuzigung Jesu Christi und zu Ostern seiner Auferstehung vom Tod gedacht. Aber zu Ostern wird gleichzeitig der Frühling gefeiert. Denn als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Ereignissen und dem bereits bestehenden Brauchtum des Volksglaubens verbunden, zudem kam weiteres Brauchtum hinzu. Deshalb sind die Traditionen bei den meisten unserer Feiertagen so vielschichtig. Sie haben ganz verschiedene Ebenen: Weltliches und außerchristliches Brauchtum wurde mit christlichen Glaubenselementen vermischt oder uminterpretiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So hat auch &#039;&#039;&#039;der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;en auf – und daher kommt der Name &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;ern.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. 1985, S. 60.&amp;lt;/ref&amp;gt;    &lt;br /&gt;
=== Einstieg ===&lt;br /&gt;
* Was fällt euch zu Ostern ein? Erstellt eine Mindmap!                                                 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Feiert ihr Ostern? Falls ja: Wie?&lt;br /&gt;
* Frage der Stunde: Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die zwei Ebenen des Osterfestes ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Was gehört zum jahreszeitlichen Brauchtum von Ostern als Frühlings- und Kinderfest?&lt;br /&gt;
* Was gehört zu Ostern als religiösem Fest des Christentums?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18743150&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erarbeitung ===&lt;br /&gt;
==== Die Feiern des Frühlings am Osterfest ====&lt;br /&gt;
In diesem LÜCKENTEXT kannst du einiges über die Ursprünge des Osterbrauchtums erfahren, mit dem der Frühling gefeiert wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wofür waren die Ostereier und der Osterhase ein Symbol?&lt;br /&gt;
* Wie entstand der Brauch, die Eier zu färben?&lt;br /&gt;
* Wie entstand (vielleicht) die Vorstellung, dass die bunten Eier vom (Oster-)Hasen sind?&lt;br /&gt;
* Wie wurde der Osterhase &#039;&#039;das&#039;&#039; Aushängeschild für Ostern?&lt;br /&gt;
* Sind der Osterhase und die Ostereier christliche Symbole?&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18722698&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nicht über alle Ursprünge des Osterbrauchtums ist die Forschung sich einig, manches lässt sich heute nicht mehr herausfinden. An welchen sprachlichen Mitteln kannst du im Text erkennen, dass eine Information nicht sicher ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das religiöse Gedenken am Osterfest ====&lt;br /&gt;
Weißt du, was die gläubigen Christen feiern? Was erzählt die Bibel über den Tod Jesu?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tragt zuerst im Gespräch euer Wissen zusammen und schaut euch danach dieses kleine Video an (1:38 min): https://www.zdf.de/kinder/logo/erklaerstueck-ostern-bibel-100.html (Hrsg.: ZDF logo!: Was wir an Ostern feiern.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann testet euer Wissen mit dieser Aufgabe!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18719287&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
* Nun könnt ihr die eingangs gestellte Frage beantworten: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Dass es zu Osterferien gibt, liegt übrigens weniger am Feiertag, sondern vor allem daran, dass die Ferien früher passend zum Bauernjahr festgelegt wurden: Im Frühling mussten die Kinder bei der Aussaat helfen, im Sommer bei der Getreideernte und im Herbst bei der Kartoffel- und Rübenernte.&amp;lt;ref&amp;gt;https://unterrichten.zum.de/wiki/Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsferien&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schöne Ostern!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusatzaufgaben zur Sprachbildung: Sprachliche Mittel, um Informationen als nicht sicher vorzustellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;sollen&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Modalverb &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;sollen&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; kann unterschiedliches ausdrücken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Notwendigkeit, einen Auftrag oder eine Absicht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das Holz sollte im Frühjahr entsorgt werden. / Kevin soll sein Zimmer aufräumen. / Das Zimmer sollte gestern schon aufgeräumt werden.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung oder ein Gerücht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(In der Fastenzeit sollen die Eier gekocht und für Ostern aufgehoben worden sein. / Er soll im Lotto gewonnen haben. / Kevin soll in Meral verliebt sein.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| }}&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40200186|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;wohl&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Wörtchen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;wohl&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;  hat ebenfalls verschiedene Bedeutungen, unter anderem kann man damit ausdrücken:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das war wohl ziemlich teuer. / Mein Kollege ist nicht da, er ist wohl krank.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Unsicherheit&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Ob er wohl an mich denkt?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;höfliche Zurückhaltung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Können Sie mir wohl sagen, wie spät es ist?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;einen ironischen oder empörten Kommentar&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Du glaubst wohl noch an den Osterhasen!? / Du hast wohl zu viel Geld… / Das kann man wohl sagen.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Außerdem kennst du &#039;&#039;wohl&#039;&#039; als Adjektiv mit der Bedeutung von &#039;&#039;gut&#039;&#039; oder &#039;&#039;angenehm.&#039;&#039; &#039;&#039;(Er fühlt sich wohl in der Klasse. -&amp;gt; Bei seiner Großmutter fühlt er sich aber noch wohler. -&amp;gt; Zu Hause fühlt er sich am wohlsten.)&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40224905|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Osterhase 1789 Zürich.jpg|mini|Dieses Buchcover von 1789 zeigt den Brauch des Eiersuchens. Das Buch heißt „Der Osterhase“ und enthält ein Osterhasenlied, &amp;quot;am Osterdienstag zu singen&amp;quot;. Als Intention wird „die Vermehrung der unschuldigsten Freuden unserer Kinder“ genannt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Infos für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== zu der sprachlichen Aufgabe unter 1.3.1 ===&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Sprachliche Mittel in diesem Text, um Informationen als nicht gesichert vorzustellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;vielleicht / wohl / weiß man nicht / sollen + INFINITIV&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}Es werden in diesem Material verschiedene sprachliche Mittel vorgestellt, mit denen ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht sicher ist, auf &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; und &amp;lt;u&amp;gt;sollen + INFINITIV&amp;lt;/u&amp;gt; möchte ich kurz konkreter eingehen:&lt;br /&gt;
* Das Wort &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; fällt in die Gruppe der abtönenden Redepartikel, auch Abtönungspartikel genannt. Mit &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; kann man eine Aussage &amp;quot;tönen&amp;quot;, ihr eine bestimmte Farbe geben. Die Schwierigkeit der Redepartikel ist, dass sie alle wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; (s. o.) mehrere Bedeutungen haben. &amp;lt;u&amp;gt;Wohl&amp;lt;/u&amp;gt; verändert sich dabei nicht (wird nicht flektiert). Für Schüler ist wichtig zu wissen, dass Redepartikel wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; in der Regel nur im mündlichen Sprachgebrauch eingesetzt werden!&lt;br /&gt;
* Mit dem Modalverb &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; kann man ebenfalls ausdrücken, dass man etwas nur gehört hat, aber nicht sicher ist, ob es stimmt. Besonders Gerüchte können damit gut sprachlich wiedergegeben werden. Beispiele: GEGENWART (PRÄSENS) -&amp;gt; Herr Meyer &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; mit seinen 35 Jahren noch an den Osterhasen &amp;lt;u&amp;gt;glauben&amp;lt;/u&amp;gt;. VERGANGENHEIT (PERFEKT) -&amp;gt; Er &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; ihn als Kind leibhaftig &amp;lt;u&amp;gt;gesehen haben&amp;lt;/u&amp;gt;. Auch &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; hat verschiedene Bedeutungen (s. o.)!&lt;br /&gt;
[[Datei:Ei zerbrochen mit Aufhängung.jpg|mini|Ostereier zum Aufhängen stellt man her, indem man in ein ungekochtes Ei oben und unten mit einem spitzen Messer ein Loch macht und das Eiinnere kräftig rausgebläst (welches noch für Rührei oder Teig verwendet werden kann). Für die Aufhängung bindet man einen Faden an ein Streichholz und steckt diesen in das Ei.  ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Hintergrundwissen: Wie entstand das Osterbrauchtum?&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Bräuchen, bereits bestehenden Festen und Elementen des Volksglaubens verbunden. Und im Laufe der Zeit kamen Bräuche hinzu, manche christlich-kirchlich bedingt, manche jahreszeitlich oder zeitgeistbedingt. Deshalb sind die Feiertagstraditionen oft so vielschichtig. (Und das ist ein Unterschied zu muslimischen Feiertage, die neben der religiösen Ebene keine weiteren haben.)   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; hat keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im Osten auf – und daher kommt der Name Ostern. &lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (1898) OSTERHASE.png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898. - Klicke auf das Bild, um es zu vergrößern: Kannst du die altdeutsche Schrift lesen? → &amp;quot;Ostereier ___  __  _____ uns versteckt ___  ____________.&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
Das Ei, das „schon bei den Völkern des Altertums als ein Sinnbild der Schöpfung und  Fruchtbarkeit galt, (…) erklärte die Kirche für das Symbol des Erlösers, welcher aus dem Grabe zum Leben erstanden“, schrieb der Historiker Otto Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Aberglaube wurde damit verbunden: Einem Ei, das am Gründonnerstag gelegt worden war, wurde besondere Kraft zugeschrieben und sollte Männer vor „Leibschäden“ beschützen können, und wenn man ein Gründonnerstagsei bei sich trug, könne man beim Kirchbesuch zudem erkennen, wer eine versteckte Hexe sei, hieß es.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Handbuch des deutschen Aberglaubens erläutert: „Dass das Ei, besonders im Frühjahr, der Zeit der erwachenden, aufkeimenden Natur, dem Beginn des Dienstes der Bauern an der Erde, in der Vorstellung der natur- und erdverbundenen Menschen eine besondere Fruchtbarkeitskraft besitzt, ist leicht zu begreifen. Und die Kirche war auch hier sehr klug, diese uralten Gebräuche in das System ihrer Kultriten aufzunehmen, mit zum Teil mystischer Ausdeutung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Ei&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die älteste bekannte Erwähnung ist wohl von dem Arzt Georgius Franck aus dem Jahr 1682: &amp;quot;Das Schenken von Ostereiern bezeichnet er als Paten- und Freundschaftspflicht, vor allem in den oberen Gesellschaftskreisen, wo der Begriff Osterei ganz allgemein für alle möglichen kunstvollen und scherzhaften Geschenke gegolten hätte.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt; Liselotte von der Pfalz berichtete, dass sie 1717 &amp;quot;ein paar ostereyer&amp;quot; verschenkt hätte&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im April 1779 vermerkte Goethe in seinem Tagebuch, dass er am Gründonnerstag für die Kinder im Garten Ostereier versteckt hätte. Dabei war der Ostereierbrauch nicht unumstritten, wie eine Schrift von 1781 zeigt, in der Theodor Gottlieb Hippel stolz darauf ist, dass ein Vorfahr in seiner Gemeinde Ostereier verboten hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781, S. 404. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie der Brauch des Eierfärbens entstand, ist unbekannt. Vielleicht hat man etwas Rotkohl, Rote Bete, Brennnesselwurzel oder Zwiebelschalen in das Kochwasser gegeben, um gekochte von ungekochten Eiern unterscheiden zu können, wenn man sie nach altem Brauch verschenkte. Dass zu Ostern traditionell viele Eier gegessen werden, kommt unter anderem daher, dass sich in der 40-tägigen Fastenzeit, die die Kirche ihren Gläubigen zwischen Aschermittwoch und Ostern verordnet hatte, viele Eier angesammelt hatten und nun dringend gegessen werden mussten. Eier waren auch eine Währung, in der bäuerliche Abgaben geleistet werden mussten; seit dem 9. Jhd. gibt es Quellen, dass pro bäuerlicher Hofstatt 100 Eier an die landbesitzende Obrigkeit oder das Kloster gezahlt werden mussten; teilweise wurden die Eier weitergereicht als Präsente an bestimmte Berufsgruppen, wie Pfarrer, Lehrer, Messner, Totengräber, Hirten, das Gesinde etc.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 68.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (von 1898).png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898&lt;br /&gt;
Der Hase war ebenfalls schon in der Antike ein Fruchtbarkeitssymbol. Das ist nicht schwer zu verstehen, wenn man bedenkt, dass eine Häsin mehrmals im Jahr mehrere Junge bekommt. Papst Zacharias verbot 755 den Verzehr von Hasenfleisch wegen dessen erotisierender Wirkung. Hasenfleisch galt als Aphrodisiakum und wurde bereits im antiken Griechenland der Liebesgöttin Aphrodite geopfert. Außerdem rankte sich viel Aberglauben um die Hasen, z. B. sollte es das eigene Leben schützen, wenn man eine Hasenpfote bei sich trug.&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Hase&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorstellung, dass ein Hase die Eier versteckt, entstand vielleicht dadurch, dass Menschen im Frühjahr über die Wiesen liefen und nach Eiern von bodenbrütenden Vögeln suchten. Dabei wurden Hasen aufgescheucht. Die liefen fort und es sah dann so aus, als hätten die Hasen die Eier ins Gras gelegt. In manchen Regionen waren es andere Tiere, die die Eier brachten - z. B. der Storch, der Kuckuck, der Fuchs oder ein Hahn. Daraus den Spaß zu machen, Hühnereier für Kinder zu verstecken und ihnen zu erzählen, diese wären von einem magischen Tier als Geschenk gebracht worden, entstand vermutlich (in unterschiedlichsten Ausformungen) in der bäuerlichen Kultur und wurde im 18. Jahrhundert vom Bürgertum aufgegriffen und durch Kinderbücher vereinheitlicht und verbreitet.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer kann die Frage, wie sich die Gabenbringerfigur des Osterhasen entwickelte, nicht beantwortet werden. Es gibt ein Züricher Kinderbuch von 1789, das vom Osterhasen handelt und die älteste mir bekannte, gesicherte Osterhasen-Quelle ist.&amp;lt;ref&amp;gt;National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Bürgertum feierte den säkularen Brauch aufgrund des neuen Konzeptes von Kindheit, das sich in dieser Zeit entwickelte. &amp;quot;Wie reich bist du behängt mit Bilderbüchern, Christbäumen, Mutterliebe, Osterwochen und Ostereiern, (...)&amp;quot;, formulierte Wilhelm Hauff 1827.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Hauff: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827, S. 34. https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/hauff_phantasien_1827/?hl=O%C5%BFtereiern&amp;amp;p=40&amp;lt;/ref&amp;gt; DieserAusspruch benennt  die damals noch neuen Phänomene in seinem Zusammenhang: Das aufgeklärte Bildungsbürgertum, dass Ende des 18. Jahrhunderts entstand, wollte die neuen Ideale der Aufklärung umsetzen und so entstanden in der Bürgertumskultur Kinderbücher, eine neue Frauen- und Mutterrolle in der bürgerlichen Familie sowie das häusliche Weihnachtsfest mit dem Weihnachtsmann als weltlichen Gabenbringer und auch der Osterhase.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. 2025, S. 142.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ostern wurde nun auch zum Anlass für ein Kinderfest (anfangs kam der Osterhase am Gründonnerstag oder am Osterdienstag, später wurde der Brauch auf Ostersonntag gelegt).    &lt;br /&gt;
[[Datei:Franz Rösler- Der lustige Maler. Malbuch von 1907 (S. 25).png|mini|Aus einem Malbuch von 1907: So kannst du ein Häschen malen!]]&lt;br /&gt;
Historische Kinderbücher, die den Osterhasen thematisierten, sind z. B.: 1850 schrieb Franz Graf von Pocci: Der Osterhas - eine Festgabe für Kinder http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000307CD00000000. / 1868: http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0002FE2E00000000 / Das lustige Vogelhaus von 1880 (S. 15) https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB00035AD300000000 / eine Osterhasengeschichte von 1890 https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000343CE00000000 / ein &amp;quot;humoristisches Malbuch&amp;quot; von 1907 (S. 25) http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0000D70100000000. Die Süßwarenindustrie (im 19. Jhd. wurde die Herstellung von Zucker aus Rüben erfunden) im 19. und 20. Jahrhundert tat ein Übriges, um den Osterhasen bekannt und zur Kindersehnsucht werden zu lassen.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Frühlingsfest kennt jede Kultur, die Jahreszeiten kennt. Das Judentum feiert Pessah im Frühling. Da in der Bibel steht, dass die Kreuzigung und Auferstehung Jesu in der Zeit des Pessahfestes stattfand, sollten diese Gedenkfeiertage folglich im Frühling sein. Doch dafür einen Termin festzulegen war ein lang währender Konflikt zwischen der griechischsprachigen Ostkirche in Byzanz und der lateinischsprachigen Westkirche in Rom. Rom bestand darauf, dass Ostern am Sonntag nach dem jüdischen Pessahfest zu feiern sei, Byzanz wollte es am Tag des Pessahfests selbst feiern. Als Kaiser Konstantin I. der Alleinherrscher über das gesamte Römische Reich geworden war, wollte er diesen Streit beenden und berief im Jahr 325 das Konzil von Nicäa ein. Die Kirchenvertreter einigten sich dann auf einen neuen Terminvorschlag: Die Auferstehung Christi sollte immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang (dem Tag, an dem Tag und Nacht gleich lang sind, dem 21. März) gefeiert werden. Damit hatte das noch junge Christentum nicht nur endlich einen gemeinsamen Termin gefunden, sondern sich gleichzeitig noch weiter von der monotheistischen Konkurrenz, dem Judentum, losgelöst.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. 2025, S. 49.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Osterbrauchtum gehören auch die Osterfeuer, und an ihnen zeigt sich wiederum, wie sich die verschiedenen Ebenen vermischten. Das Osterfeuer geht auf einen Brauch in vorchristlicher Zeit zurück, unter anderem galt es, böse Geister auszuräuchern und den Frühling willkommen zu heißen. In einer norddeutschen Polizeiordnung von 1691&amp;lt;ref&amp;gt;Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5).https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693 &amp;lt;/ref&amp;gt; wird das Osterfeuer als eine &amp;quot;böse Gewohnheit&amp;quot; erwähnt, 1783 wird es in einem Kinderbuch von J. A. E. Goeze als &amp;quot;heidnisch&amp;quot; eingeordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&amp;lt;/ref&amp;gt; In manchen Regionen eignete die Kirche sich den Brauch an und mancherorts wurde das Osterfeuer vom Pfarrer geweiht. Die Kohlen des geweihten Osterfeuers, die sogenannten Judaskohlen, galten als Schutzmittel gegen Blitzeinschlag, Hagel und Viehschäden, wie Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863 notierte&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; (die Kirchenvertreter waren genauso abergläubisch wie das Volk). Vor allem geht der Brauch des Osterfeuers aber wohl darauf zurück, dass man im Herbst und Winter Obstbäume und Hecken geschnitten und die Zweige auf einen großen Haufen geworfen hatte. Und die waren nun getrocknet und konnten entsorgt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Text: Sabine Häcker)&lt;br /&gt;
[[Datei:Fazit .png|mini|Die Weidenkätzchenzweige, die traditionell zu Ostern in die Vase gestellt und an die die Ostereier gehängt werden, sind schlicht Frühlingsboten - und haben nichts mit der religiösen Ebene von Ostern zu tun.|452x452px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur- und Quellenverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Historische Primärquellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&lt;br /&gt;
* Cramer, Wilhelm: Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll. Dülmen, 1874. &#039;&#039;(Auf S. 157 wird eine Osterfeuerprozession beschrieben.)&#039;&#039; https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/cramer_mutter_1874 &lt;br /&gt;
* Goethe, J. W. von: Osterspaziergang. (etwa 1808) In: Faust-Museum Knittlingen: https://faustmuseum.de/der-osterspaziergang-und-was-dahintersteckt/&lt;br /&gt;
* Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&lt;br /&gt;
* Hauff, Wilhelm: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hauff_phantasien_1827&lt;br /&gt;
* Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&lt;br /&gt;
* Holm, Adolf: Ostereier. München 1893. &#039;&#039;(Bilder und Verse vom Osterhasen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5). https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Literatur:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. 1927-42 (Verlag Walter de Gruyter).&lt;br /&gt;
* [[Datei:Sabine Häcker- Wem gehört Weihnachten? (Cover).jpg|mini|332x332px|Die Autorin dieses Materials, Sabine Häcker, hat erforscht, wie sich Ende des 18. Jhd.s aus dem Zeitgeist der Aufklärung das häusliche Weihnachtsfest mit Geschenken und Tannenbaum entwickelte.]]Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. Ahrensburg 2025. &lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. Ahrensburg 2025. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=&lt;br /&gt;
* Kuhn, Adalbert: Sagen, Gebräuche und Märchen aus Westfalen und einigen andern, besonders den angrenzenden Gegenden Norddeutschlands. Leipzig 1859. https://books.google.de/books?id=424AAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA143#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false&lt;br /&gt;
* Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&lt;br /&gt;
* Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985.&lt;br /&gt;
* Becker-Huberti, Manfred: Lexikon der Bräuche und Feste. Freiburg i. B. 2007 (Verlag HERDER).&lt;br /&gt;
* Freistetter, Florian: Podcast Sternengeschichten Folge 18 - Astronomische Ostern  (13 min). https://sternengeschichten.podigee.io/18-sternengeschichten-folge-18-astronomische-ostern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialien der Autorin:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Umfangreiches Unterrichtsmaterial zur Kultur- und Religionsgeschichte von Weihnachten gibt es hier: [[Weihnachtswissen]] &#039;&#039;(Das Unterrichtsmaterial betrachtet Weihnachten nicht nur als christlichen Feiertag, sondern auch als kulturelles und somit inklusives Fest und arbeitet - u. a. - die weltlichen Anteile von Weihnachten heraus.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Materialien zu verschiedenen Themen finden sich hier: [[Benutzer:Sabine Häcker]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ostern]]&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Quellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__INHALTSVERZEICHNIS_ERZWINGEN__&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch als Zweitsprache]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feste und Rituale]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachbildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
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	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Osterwissen&amp;diff=152426</id>
		<title>Osterwissen</title>
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		<updated>2026-04-30T07:18:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Häschen an Ast.jpg|mini|Dass der Osterhase die Ostereier bringt und versteckt, ist ein weltlicher Brauch, der im 18. Jahrhunderts in der Bürgertumskultur vereinheitlicht und verbreitet wurde. Aufgrund des neuen Verständnisses von Kindheit, das sich in der Epoche der Aufklärung nach und nach durchsetzte, suchte man nach Gelegenheiten und Ritualen für Kinderglück und gemeinsames Feiern .   ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ostern: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Osterhasen malen Eier an, 1893.png|mini|Schon seit über 250 Jahren ist der Osterhase für die Ostereier zuständig – zwei altüberlieferte Fruchtbarkeitssymbole wurden miteinander verbunden. &#039;&#039;(Diese Abbildung stammt aus einem Kinderbuch von 1893.)&#039;&#039;]]&#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun? ODER: Wie inklusiv ist Ostern?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spoiler: Der Osterhase hat mehr mit der Aufklärung zu tun als mit der Auferstehung!  :-)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5-7, 45-90 min)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ziele dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Kultur- und Religionskundliche Bildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Die Kinder sortieren die christlichen und jahreszeitlich-weltlichen Aspekte, die zu Ostern gehören. Sie können erklären, welche verschiedenen Ebenen das Osterfest hat und warum es deshalb auch von Menschen, die keine gläubigen Christen sind, gefeiert wird. Denn Ostern ist nicht nur ein christlicher Feiertag, sondern auch ein Kinder- und Frühlingsfest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Sprachbildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Neben dem inhaltlichen Aspekt kann mit diesem Material auch erarbeitet werden, mit welchen sprachlichen Mitteln ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht gesichert ist&#039;&#039;.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ZUSAMMENFASSUNG: Im Kirchenjahr ist &#039;&#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039; ein wichtiger Feiertag: An Karfreitag wird der Kreuzigung Jesu Christi und zu Ostern seiner Auferstehung vom Tod gedacht. Aber zu Ostern wird gleichzeitig der Frühling gefeiert. Denn als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Ereignissen und dem bereits bestehenden Brauchtum des Volksglaubens verbunden, zudem kam weiteres Brauchtum hinzu. Deshalb sind die Traditionen bei den meisten unserer Feiertagen so vielschichtig. Sie haben ganz verschiedene Ebenen: Weltliches und außerchristliches Brauchtum wurde mit christlichen Glaubenselementen vermischt oder uminterpretiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So hat auch &#039;&#039;&#039;der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;en auf – und daher kommt der Name &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;ern.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. 1985, S. 60.&amp;lt;/ref&amp;gt;    &lt;br /&gt;
=== Einstieg ===&lt;br /&gt;
* Was fällt euch zu Ostern ein? Erstellt eine Mindmap!                                                 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Feiert ihr Ostern? Falls ja: Wie?&lt;br /&gt;
* Frage der Stunde: Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die zwei Ebenen des Osterfestes ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Was gehört zum jahreszeitlichen Brauchtum von Ostern als Frühlings- und Kinderfest?&lt;br /&gt;
* Was gehört zu Ostern als religiösem Fest des Christentums?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18743150&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erarbeitung ===&lt;br /&gt;
==== Die Feiern des Frühlings am Osterfest ====&lt;br /&gt;
In diesem LÜCKENTEXT kannst du einiges über die Ursprünge des Osterbrauchtums erfahren, mit dem der Frühling gefeiert wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wofür waren die Ostereier und der Osterhase ein Symbol?&lt;br /&gt;
* Wie entstand der Brauch, die Eier zu färben?&lt;br /&gt;
* Wie entstand (vielleicht) die Vorstellung, dass die bunten Eier vom (Oster-)Hasen sind?&lt;br /&gt;
* Wie wurde der Osterhase &#039;&#039;das&#039;&#039; Aushängeschild für Ostern?&lt;br /&gt;
* Sind der Osterhase und die Ostereier christliche Symbole?&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18722698&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nicht über alle Ursprünge des Osterbrauchtums ist die Forschung sich einig, manches lässt sich heute nicht mehr herausfinden. An welchen sprachlichen Mitteln kannst du im Text erkennen, dass eine Information nicht sicher ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das religiöse Gedenken am Osterfest ====&lt;br /&gt;
Weißt du, was die gläubigen Christen feiern? Was erzählt die Bibel über den Tod Jesu?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tragt zuerst im Gespräch euer Wissen zusammen und schaut euch danach dieses kleine Video an (1:38 min): https://www.zdf.de/kinder/logo/erklaerstueck-ostern-bibel-100.html (Hrsg.: ZDF logo!: Was wir an Ostern feiern.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann testet euer Wissen mit dieser Aufgabe!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18719287&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
* Nun könnt ihr die eingangs gestellte Frage beantworten: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Dass es zu Osterferien gibt, liegt übrigens weniger am Feiertag, sondern vor allem daran, dass die Ferien früher passend zum Bauernjahr festgelegt wurden: Im Frühling mussten die Kinder bei der Aussaat helfen, im Sommer bei der Getreideernte und im Herbst bei der Kartoffel- und Rübenernte.&amp;lt;ref&amp;gt;https://unterrichten.zum.de/wiki/Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsferien&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schöne Ostern!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusatzaufgaben zur Sprachbildung: Sprachliche Mittel, um Informationen als nicht sicher vorzustellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;sollen&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Modalverb &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;sollen&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; kann unterschiedliches ausdrücken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Notwendigkeit, einen Auftrag oder eine Absicht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das Holz sollte im Frühjahr entsorgt werden. / Kevin soll sein Zimmer aufräumen. / Das Zimmer sollte gestern schon aufgeräumt werden.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung oder ein Gerücht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(In der Fastenzeit sollen die Eier gekocht und für Ostern aufgehoben worden sein. / Er soll im Lotto gewonnen haben. / Kevin soll in Meral verliebt sein.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| }}&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40200186|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;wohl&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Wörtchen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;wohl&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;  hat ebenfalls verschiedene Bedeutungen, unter anderem kann man damit ausdrücken:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das war wohl ziemlich teuer. / Mein Kollege ist nicht da, er ist wohl krank.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Unsicherheit&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Ob er wohl an mich denkt?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;höfliche Zurückhaltung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Können Sie mir wohl sagen, wie spät es ist?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;einen ironischen oder empörten Kommentar&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Du glaubst wohl noch an den Osterhasen!? / Du hast wohl zu viel Geld… / Das kann man wohl sagen.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Außerdem kennst du &#039;&#039;wohl&#039;&#039; als Adjektiv mit der Bedeutung von &#039;&#039;gut&#039;&#039; oder &#039;&#039;angenehm.&#039;&#039; &#039;&#039;(Er fühlt sich wohl in der Klasse. -&amp;gt; Bei seiner Großmutter fühlt er sich aber noch wohler. -&amp;gt; Zu Hause fühlt er sich am wohlsten.)&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40224905|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Osterhase 1789 Zürich.jpg|mini|Dieses Buchcover von 1789 zeigt den Brauch des Eiersuchens. Das Buch heißt „Der Osterhase“ und enthält ein Osterhasenlied, &amp;quot;am Osterdienstag zu singen&amp;quot;. Als Intention wird „die Vermehrung der unschuldigsten Freuden unserer Kinder“ genannt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Infos für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== zu der sprachlichen Aufgabe unter 1.3.1 ===&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Sprachliche Mittel in diesem Text, um Informationen als nicht gesichert vorzustellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;vielleicht / wohl / weiß man nicht / sollen + INFINITIV&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}Es werden in diesem Material verschiedene sprachliche Mittel vorgestellt, mit denen ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht sicher ist, auf &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; und &amp;lt;u&amp;gt;sollen + INFINITIV&amp;lt;/u&amp;gt; möchte ich kurz konkreter eingehen:&lt;br /&gt;
* Das Wort &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; fällt in die Gruppe der abtönenden Redepartikel, auch Abtönungspartikel genannt. Mit &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; kann man eine Aussage &amp;quot;tönen&amp;quot;, ihr eine bestimmte Farbe geben. Die Schwierigkeit der Redepartikel ist, dass sie alle wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; (s. o.) mehrere Bedeutungen haben. &amp;lt;u&amp;gt;Wohl&amp;lt;/u&amp;gt; verändert sich dabei nicht (wird nicht flektiert). Für Schüler ist wichtig zu wissen, dass Redepartikel wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; in der Regel nur im mündlichen Sprachgebrauch eingesetzt werden!&lt;br /&gt;
* Mit dem Modalverb &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; kann man ebenfalls ausdrücken, dass man etwas nur gehört hat, aber nicht sicher ist, ob es stimmt. Besonders Gerüchte können damit gut sprachlich wiedergegeben werden. Beispiele: GEGENWART (PRÄSENS) -&amp;gt; Herr Meyer &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; mit seinen 35 Jahren noch an den Osterhasen &amp;lt;u&amp;gt;glauben&amp;lt;/u&amp;gt;. VERGANGENHEIT (PERFEKT) -&amp;gt; Er &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; ihn als Kind leibhaftig &amp;lt;u&amp;gt;gesehen haben&amp;lt;/u&amp;gt;. Auch &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; hat verschiedene Bedeutungen (s. o.)!&lt;br /&gt;
[[Datei:Ei zerbrochen mit Aufhängung.jpg|mini|Ostereier zum Aufhängen stellt man her, indem man in ein ungekochtes Ei oben und unten mit einem spitzen Messer ein Loch macht und das Eiinnere kräftig rausgebläst (welches noch für Rührei oder Teig verwendet werden kann). Für die Aufhängung bindet man einen Faden an ein Streichholz und steckt diesen in das Ei.  ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Hintergrundwissen: Wie entstand das Osterbrauchtum?&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Bräuchen, bereits bestehenden Festen und Elementen des Volksglaubens verbunden. Und im Laufe der Zeit kamen Bräuche hinzu, manche christlich-kirchlich bedingt, manche jahreszeitlich oder zeitgeistbedingt. Deshalb sind die Feiertagstraditionen oft so vielschichtig. (Und das ist ein Unterschied zu muslimischen Feiertage, die neben der religiösen Ebene keine weiteren haben.)   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; hat keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im Osten auf – und daher kommt der Name Ostern. &lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (1898) OSTERHASE.png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898. - Klicke auf das Bild, um es zu vergrößern: Kannst du die altdeutsche Schrift lesen? → &amp;quot;Ostereier ___  __  _____ uns versteckt ___  ____________.&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
Das Ei, das „schon bei den Völkern des Altertums als ein Sinnbild der Schöpfung und  Fruchtbarkeit galt, (…) erklärte die Kirche für das Symbol des Erlösers, welcher aus dem Grabe zum Leben erstanden“, schrieb der Historiker Otto Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Aberglaube wurde damit verbunden: Einem Ei, das am Gründonnerstag gelegt worden war, wurde besondere Kraft zugeschrieben und sollte Männer vor „Leibschäden“ beschützen können, und wenn man ein Gründonnerstagsei bei sich trug, könne man beim Kirchbesuch zudem erkennen, wer eine versteckte Hexe sei, hieß es.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Handbuch des deutschen Aberglaubens erläutert: „Dass das Ei, besonders im Frühjahr, der Zeit der erwachenden, aufkeimenden Natur, dem Beginn des Dienstes der Bauern an der Erde, in der Vorstellung der natur- und erdverbundenen Menschen eine besondere Fruchtbarkeitskraft besitzt, ist leicht zu begreifen. Und die Kirche war auch hier sehr klug, diese uralten Gebräuche in das System ihrer Kultriten aufzunehmen, mit zum Teil mystischer Ausdeutung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Ei&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die älteste bekannte Erwähnung ist wohl von dem Arzt Georgius Franck aus dem Jahr 1682: &amp;quot;Das Schenken von Ostereiern bezeichnet er als Paten- und Freundschaftspflicht, vor allem in den oberen Gesellschaftskreisen, wo der Begriff Osterei ganz allgemein für alle möglichen kunstvollen und scherzhaften Geschenke gegolten hätte.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt; Liselotte von der Pfalz berichtete, dass sie 1717 &amp;quot;ein paar ostereyer&amp;quot; verschenkt hätte&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im April 1779 vermerkte Goethe in seinem Tagebuch, dass er am Gründonnerstag für die Kinder im Garten Ostereier versteckt hätte. Dabei war der Ostereierbrauch nicht unumstritten, wie eine Schrift von 1781 zeigt, in der Theodor Gottlieb Hippel stolz darauf ist, dass ein Vorfahr in seiner Gemeinde Ostereier verboten hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781, S. 404. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie der Brauch des Eierfärbens entstand, ist unbekannt. Vielleicht hat man etwas Rotkohl, Rote Bete, Brennnesselwurzel oder Zwiebelschalen in das Kochwasser gegeben, um gekochte von ungekochten Eiern unterscheiden zu können, wenn man sie nach altem Brauch verschenkte. Dass zu Ostern traditionell viele Eier gegessen werden, kommt unter anderem daher, dass sich in der 40-tägigen Fastenzeit, die die Kirche ihren Gläubigen zwischen Aschermittwoch und Ostern verordnet hatte, viele Eier angesammelt hatten und nun dringend gegessen werden mussten. Eier waren auch eine Währung, in der bäuerliche Abgaben geleistet werden mussten; seit dem 9. Jhd. gibt es Quellen, dass pro bäuerlicher Hofstatt 100 Eier an die landbesitzende Obrigkeit oder das Kloster gezahlt werden mussten; teilweise wurden die Eier weitergereicht als Präsente an bestimmte Berufsgruppen, wie Pfarrer, Lehrer, Messner, Totengräber, Hirten, das Gesinde etc.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 68.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (von 1898).png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898&lt;br /&gt;
Der Hase war ebenfalls schon in der Antike ein Fruchtbarkeitssymbol. Das ist nicht schwer zu verstehen, wenn man bedenkt, dass eine Häsin mehrmals im Jahr mehrere Junge bekommt. Papst Zacharias verbot 755 den Verzehr von Hasenfleisch wegen dessen erotisierender Wirkung. Hasenfleisch galt als Aphrodisiakum und wurde bereits im antiken Griechenland der Liebesgöttin Aphrodite geopfert. Außerdem rankte sich viel Aberglauben um die Hasen, z. B. sollte es das eigene Leben schützen, wenn man eine Hasenpfote bei sich trug.&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Hase&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorstellung, dass ein Hase die Eier versteckt, entstand vielleicht dadurch, dass Menschen im Frühjahr über die Wiesen liefen und nach Eiern von bodenbrütenden Vögeln suchten. Dabei wurden Hasen aufgescheucht. Die liefen fort und es sah dann so aus, als hätten die Hasen die Eier ins Gras gelegt. In manchen Regionen waren es andere Tiere, die die Eier brachten - z. B. der Storch, der Kuckuck, der Fuchs oder ein Hahn. Daraus den Spaß zu machen, Hühnereier für Kinder zu verstecken und ihnen zu erzählen, diese wären von einem magischen Tier als Geschenk gebracht worden, entstand vermutlich (in unterschiedlichsten Ausformungen) in der bäuerlichen Kultur und wurde im 18. Jahrhundert vom Bürgertum aufgegriffen und durch Kinderbücher vereinheitlicht und verbreitet.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer kann die Frage, wie sich die Gabenbringerfigur des Osterhasen entwickelte, nicht beantwortet werden. Es gibt ein Züricher Kinderbuch von 1789, das vom Osterhasen handelt und die älteste mir bekannte, gesicherte Osterhasen-Quelle ist.&amp;lt;ref&amp;gt;National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Bürgertum feierte den säkularen Brauch aufgrund des neuen Konzeptes von Kindheit, das sich in dieser Zeit entwickelte. &amp;quot;Wie reich bist du behängt mit Bilderbüchern, Christbäumen, Mutterliebe, Osterwochen und Ostereiern, (...)&amp;quot;, formulierte Wilhelm Hauff 1827.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Hauff: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827, S. 34. https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/hauff_phantasien_1827/?hl=O%C5%BFtereiern&amp;amp;p=40&amp;lt;/ref&amp;gt; DieserAusspruch benennt  die damals noch neuen Phänomene in seinem Zusammenhang: Das aufgeklärte Bildungsbürgertum, dass Ende des 18. Jahrhunderts entstand, wollte die neuen Ideale der Aufklärung umsetzen und so entstanden in der Bürgertumskultur Kinderbücher, eine neue Frauen- und Mutterrolle in der bürgerlichen Familie sowie das häusliche Weihnachtsfest mit dem Weihnachtsmann als weltlichen Gabenbringer und auch der Osterhase.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. 2025, S. 142.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ostern wurde nun auch zum Anlass für ein Kinderfest (anfangs kam der Osterhase am Gründonnerstag oder am Osterdienstag, später wurde der Brauch auf Ostersonntag gelegt).    &lt;br /&gt;
[[Datei:Franz Rösler- Der lustige Maler. Malbuch von 1907 (S. 25).png|mini|Aus einem Malbuch von 1907: So kannst du ein Häschen malen!]]&lt;br /&gt;
Historische Kinderbücher, die den Osterhasen thematisierten, sind z. B.: 1850 schrieb Franz Graf von Pocci: Der Osterhas - eine Festgabe für Kinder http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000307CD00000000. / 1868: http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0002FE2E00000000 / Das lustige Vogelhaus von 1880 (S. 15) https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB00035AD300000000 / eine Osterhasengeschichte von 1890 https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000343CE00000000 / ein &amp;quot;humoristisches Malbuch&amp;quot; von 1907 (S. 25) http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0000D70100000000. Die Süßwarenindustrie (im 19. Jhd. wurde die Herstellung von Zucker aus Rüben erfunden) im 19. und 20. Jahrhundert tat ein Übriges, um den Osterhasen bekannt und zur Kindersehnsucht werden zu lassen.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Frühlingsfest kennt jede Kultur, die Jahreszeiten kennt. Das Judentum feiert Pessah im Frühling. Da in der Bibel steht, dass die Kreuzigung und Auferstehung Jesu in der Zeit des Pessahfestes stattfand, sollten diese Gedenkfeiertage folglich im Frühling sein. Doch dafür einen Termin festzulegen war ein lang währender Konflikt zwischen der griechischsprachigen Ostkirche in Byzanz und der lateinischsprachigen Westkirche in Rom. Rom bestand darauf, dass Ostern am Sonntag nach dem jüdischen Pessahfest zu feiern sei, Byzanz wollte es am Tag des Pessahfests selbst feiern. Als Kaiser Konstantin I. der Alleinherrscher über das gesamte Römische Reich geworden war, wollte er diesen Streit beenden und berief im Jahr 325 das Konzil von Nicäa ein. Die Kirchenvertreter einigten sich dann auf einen neuen Terminvorschlag: Die Auferstehung Christi sollte immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang (dem Tag, an dem Tag und Nacht gleich lang sind, dem 21. März) gefeiert werden. Damit hatte das noch junge Christentum nicht nur endlich einen gemeinsamen Termin gefunden, sondern sich gleichzeitig noch weiter von der monotheistischen Konkurrenz, dem Judentum, losgelöst.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. 2025, S. 49.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Osterbrauchtum gehören auch die Osterfeuer, und an ihnen zeigt sich wiederum, wie sich die verschiedenen Ebenen vermischten. Das Osterfeuer geht auf einen Brauch in vorchristlicher Zeit zurück, unter anderem galt es, böse Geister auszuräuchern und den Frühling willkommen zu heißen. In einer norddeutschen Polizeiordnung von 1691&amp;lt;ref&amp;gt;Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5).https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693 &amp;lt;/ref&amp;gt; wird das Osterfeuer als eine &amp;quot;böse Gewohnheit&amp;quot; erwähnt, 1783 wird es in einem Kinderbuch von J. A. E. Goeze als &amp;quot;heidnisch&amp;quot; eingeordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&amp;lt;/ref&amp;gt; In manchen Regionen eignete die Kirche sich den Brauch an und mancherorts wurde das Osterfeuer vom Pfarrer geweiht. Die Kohlen des geweihten Osterfeuers, die sogenannten Judaskohlen, galten als Schutzmittel gegen Blitzeinschlag, Hagel und Viehschäden, wie Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863 notierte&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; (die Kirchenvertreter waren genauso abergläubisch wie das Volk). Vor allem geht der Brauch des Osterfeuers aber wohl darauf zurück, dass man im Herbst und Winter Obstbäume und Hecken geschnitten und die Zweige auf einen großen Haufen geworfen hatte. Und die waren nun getrocknet und konnten entsorgt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Text: Sabine Häcker)&lt;br /&gt;
[[Datei:Fazit .png|mini|Und auch die Weidenkätzchenzweige, die traditionell zu Ostern in die Vase gestellt und an die die Ostereier gehängt werden, sind Frühlingsboten (und haben nichts mit der christlich-religiösen Ebene von Ostern zu tun).|452x452px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur- und Quellenverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Historische Primärquellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&lt;br /&gt;
* Cramer, Wilhelm: Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll. Dülmen, 1874. &#039;&#039;(Auf S. 157 wird eine Osterfeuerprozession beschrieben.)&#039;&#039; https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/cramer_mutter_1874 &lt;br /&gt;
* Goethe, J. W. von: Osterspaziergang. (etwa 1808) In: Faust-Museum Knittlingen: https://faustmuseum.de/der-osterspaziergang-und-was-dahintersteckt/&lt;br /&gt;
* Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&lt;br /&gt;
* Hauff, Wilhelm: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hauff_phantasien_1827&lt;br /&gt;
* Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&lt;br /&gt;
* Holm, Adolf: Ostereier. München 1893. &#039;&#039;(Bilder und Verse vom Osterhasen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5). https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Literatur:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. 1927-42 (Verlag Walter de Gruyter).&lt;br /&gt;
* [[Datei:Sabine Häcker- Wem gehört Weihnachten? (Cover).jpg|mini|332x332px|Die Autorin dieses Materials, Sabine Häcker, hat erforscht, wie sich Ende des 18. Jhd.s aus dem Zeitgeist der Aufklärung das häusliche Weihnachtsfest mit Geschenken und Tannenbaum entwickelte.]]Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. Ahrensburg 2025. &lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. Ahrensburg 2025. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=&lt;br /&gt;
* Kuhn, Adalbert: Sagen, Gebräuche und Märchen aus Westfalen und einigen andern, besonders den angrenzenden Gegenden Norddeutschlands. Leipzig 1859. https://books.google.de/books?id=424AAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA143#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false&lt;br /&gt;
* Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&lt;br /&gt;
* Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985.&lt;br /&gt;
* Becker-Huberti, Manfred: Lexikon der Bräuche und Feste. Freiburg i. B. 2007 (Verlag HERDER).&lt;br /&gt;
* Freistetter, Florian: Podcast Sternengeschichten Folge 18 - Astronomische Ostern  (13 min). https://sternengeschichten.podigee.io/18-sternengeschichten-folge-18-astronomische-ostern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialien der Autorin:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Umfangreiches Unterrichtsmaterial zur Kultur- und Religionsgeschichte von Weihnachten gibt es hier: [[Weihnachtswissen]] &#039;&#039;(Das Unterrichtsmaterial betrachtet Weihnachten nicht nur als christlichen Feiertag, sondern auch als kulturelles und somit inklusives Fest und arbeitet - u. a. - die weltlichen Anteile von Weihnachten heraus.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Materialien zu verschiedenen Themen finden sich hier: [[Benutzer:Sabine Häcker]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ostern]]&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Quellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__INHALTSVERZEICHNIS_ERZWINGEN__&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch als Zweitsprache]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feste und Rituale]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachbildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Osterwissen&amp;diff=152425</id>
		<title>Osterwissen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Osterwissen&amp;diff=152425"/>
		<updated>2026-04-30T07:12:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Häschen an Ast.jpg|mini|Dass der Osterhase die Ostereier bringt und versteckt, ist ein weltlicher Brauch, der im 18. Jahrhunderts in der Bürgertumskultur vereinheitlicht und verbreitet wurde. Aufgrund des neuen Verständnisses von Kindheit, das sich in der Epoche der Aufklärung nach und nach durchsetzte, suchte man nach Gelegenheiten und Ritualen für Kinderglück und gemeinsames Feiern .   ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ostern: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Osterhasen malen Eier an, 1893.png|mini|Schon seit über 250 Jahren ist der Osterhase für die Ostereier zuständig – zwei altüberlieferte Fruchtbarkeitssymbole wurden miteinander verbunden. &#039;&#039;(Diese Abbildung stammt aus einem Kinderbuch von 1893.)&#039;&#039;]]&#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun? ODER: Wie inklusiv ist Ostern?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spoiler: Der Osterhase hat mehr mit der Aufklärung zu tun als mit der Auferstehung!  :-)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5-7, 45-90 min)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ziele dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Kultur- und Religionskundliche Bildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Die Kinder sortieren die christlichen und jahreszeitlich-weltlichen Aspekte, die zu Ostern gehören. Sie können erklären, welche verschiedenen Ebenen das Osterfest hat und warum es deshalb auch von Menschen, die keine gläubigen Christen sind, gefeiert wird. Denn Ostern ist nicht nur ein christlicher Feiertag, sondern auch ein Kinder- und Frühlingsfest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Sprachbildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Neben dem inhaltlichen Aspekt kann mit diesem Material auch erarbeitet werden, mit welchen sprachlichen Mitteln ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht gesichert ist&#039;&#039;.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ZUSAMMENFASSUNG: Im Kirchenjahr ist &#039;&#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039; ein wichtiger Feiertag: An Karfreitag wird der Kreuzigung Jesu Christi und zu Ostern seiner Auferstehung vom Tod gedacht. Aber zu Ostern wird gleichzeitig der Frühling gefeiert. Denn als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Ereignissen und dem bereits bestehenden Brauchtum des Volksglaubens verbunden, zudem kam weiteres Brauchtum hinzu. Deshalb sind die Traditionen bei den meisten unserer Feiertagen so vielschichtig. Sie haben ganz verschiedene Ebenen: Weltliches und außerchristliches Brauchtum wurde mit christlichen Glaubenselementen vermischt oder uminterpretiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So hat auch &#039;&#039;&#039;der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;en auf – und daher kommt der Name &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;ern.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. 1985, S. 60.&amp;lt;/ref&amp;gt;    &lt;br /&gt;
=== Einstieg ===&lt;br /&gt;
* Was fällt euch zu Ostern ein? Erstellt eine Mindmap!                                                 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Feiert ihr Ostern? Falls ja: Wie?&lt;br /&gt;
* Frage der Stunde: Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die zwei Ebenen des Osterfestes ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Was gehört zum jahreszeitlichen Brauchtum von Ostern als Frühlings- und Kinderfest?&lt;br /&gt;
* Was gehört zu Ostern als religiösem Fest des Christentums?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18743150&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erarbeitung ===&lt;br /&gt;
==== Die Feiern des Frühlings am Osterfest ====&lt;br /&gt;
In diesem LÜCKENTEXT kannst du einiges über die Ursprünge des Osterbrauchtums erfahren, mit dem der Frühling gefeiert wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wofür waren die Ostereier und der Osterhase ein Symbol?&lt;br /&gt;
* Wie entstand der Brauch, die Eier zu färben?&lt;br /&gt;
* Wie entstand (vielleicht) die Vorstellung, dass die bunten Eier vom (Oster-)Hasen sind?&lt;br /&gt;
* Wie wurde der Osterhase &#039;&#039;das&#039;&#039; Aushängeschild für Ostern?&lt;br /&gt;
* Sind der Osterhase und die Ostereier christliche Symbole?&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18722698&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nicht über alle Ursprünge des Osterbrauchtums ist die Forschung sich einig, manches lässt sich heute nicht mehr herausfinden. An welchen sprachlichen Mitteln kannst du im Text erkennen, dass eine Information nicht sicher ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das religiöse Gedenken am Osterfest ====&lt;br /&gt;
Weißt du, was die gläubigen Christen feiern? Was erzählt die Bibel über den Tod Jesu?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tragt zuerst im Gespräch euer Wissen zusammen und schaut euch danach dieses kleine Video an (1:38 min): https://www.zdf.de/kinder/logo/erklaerstueck-ostern-bibel-100.html (Hrsg.: ZDF logo!: Was wir an Ostern feiern.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann testet euer Wissen mit dieser Aufgabe!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18719287&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
* Nun könnt ihr die eingangs gestellte Frage beantworten: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Dass es zu Osterferien gibt, liegt übrigens weniger am Feiertag, sondern vor allem daran, dass die Ferien früher passend zum Bauernjahr festgelegt wurden: Im Frühling mussten die Kinder bei der Aussaat helfen, im Sommer bei der Getreideernte und im Herbst bei der Kartoffel- und Rübenernte.&amp;lt;ref&amp;gt;https://unterrichten.zum.de/wiki/Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsferien&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schöne Ostern!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusatzaufgaben zur Sprachbildung: Sprachliche Mittel, um Informationen als nicht sicher vorzustellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;sollen&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Modalverb &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;sollen&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; kann unterschiedliches ausdrücken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Notwendigkeit, einen Auftrag oder eine Absicht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das Holz sollte im Frühjahr entsorgt werden. / Kevin soll sein Zimmer aufräumen. / Das Zimmer sollte gestern schon aufgeräumt werden.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung oder ein Gerücht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(In der Fastenzeit sollen die Eier gekocht und für Ostern aufgehoben worden sein. / Er soll im Lotto gewonnen haben. / Kevin soll in Meral verliebt sein.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| }}&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40200186|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;wohl&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Wörtchen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;wohl&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;  hat ebenfalls verschiedene Bedeutungen, unter anderem kann man damit ausdrücken:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das war wohl ziemlich teuer. / Mein Kollege ist nicht da, er ist wohl krank.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Unsicherheit&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Ob er wohl an mich denkt?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;höfliche Zurückhaltung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Können Sie mir wohl sagen, wie spät es ist?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;einen ironischen oder empörten Kommentar&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Du glaubst wohl noch an den Osterhasen!? / Du hast wohl zu viel Geld… / Das kann man wohl sagen.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Außerdem kennst du &#039;&#039;wohl&#039;&#039; als Adjektiv mit der Bedeutung von &#039;&#039;gut&#039;&#039; oder &#039;&#039;angenehm.&#039;&#039; &#039;&#039;(Er fühlt sich wohl in der Klasse. -&amp;gt; Bei seiner Großmutter fühlt er sich aber noch wohler. -&amp;gt; Zu Hause fühlt er sich am wohlsten.)&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40224905|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Osterhase 1789 Zürich.jpg|mini|Dieses Buchcover von 1789 zeigt den Brauch des Eiersuchens. Das Buch heißt „Der Osterhase“ und enthält ein Osterhasenlied, &amp;quot;am Osterdienstag zu singen&amp;quot;. Als Intention wird „die Vermehrung der unschuldigsten Freuden unserer Kinder“ genannt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Infos für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== zu der sprachlichen Aufgabe unter 1.3.1 ===&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Sprachliche Mittel in diesem Text, um Informationen als nicht gesichert vorzustellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;vielleicht / wohl / weiß man nicht / sollen + INFINITIV&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}Es werden in diesem Material verschiedene sprachliche Mittel vorgestellt, mit denen ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht sicher ist, auf &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; und &amp;lt;u&amp;gt;sollen + INFINITIV&amp;lt;/u&amp;gt; möchte ich kurz konkreter eingehen:&lt;br /&gt;
* Das Wort &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; fällt in die Gruppe der abtönenden Redepartikel, auch Abtönungspartikel genannt. Mit &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; kann man eine Aussage &amp;quot;tönen&amp;quot;, ihr eine bestimmte Farbe geben. Die Schwierigkeit der Redepartikel ist, dass sie alle wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; (s. o.) mehrere Bedeutungen haben. &amp;lt;u&amp;gt;Wohl&amp;lt;/u&amp;gt; verändert sich dabei nicht (wird nicht flektiert). Für Schüler ist wichtig zu wissen, dass Redepartikel wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; in der Regel nur im mündlichen Sprachgebrauch eingesetzt werden!&lt;br /&gt;
* Mit dem Modalverb &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; kann man ebenfalls ausdrücken, dass man etwas nur gehört hat, aber nicht sicher ist, ob es stimmt. Besonders Gerüchte können damit gut sprachlich wiedergegeben werden. Beispiele: GEGENWART (PRÄSENS) -&amp;gt; Herr Meyer &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; mit seinen 35 Jahren noch an den Osterhasen &amp;lt;u&amp;gt;glauben&amp;lt;/u&amp;gt;. VERGANGENHEIT (PERFEKT) -&amp;gt; Er &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; ihn als Kind leibhaftig &amp;lt;u&amp;gt;gesehen haben&amp;lt;/u&amp;gt;. Auch &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; hat verschiedene Bedeutungen (s. o.)!&lt;br /&gt;
[[Datei:Ei zerbrochen mit Aufhängung.jpg|mini|Ostereier zum Aufhängen stellt man her, indem man in ein ungekochtes Ei oben und unten mit einem spitzen Messer ein Loch macht und das Eiinnere kräftig rausgebläst (welches noch für Rührei oder Teig verwendet werden kann). Für die Aufhängung bindet man einen Faden an ein Streichholz und steckt diesen in das Ei.  ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Hintergrundwissen: Wie entstand das Osterbrauchtum?&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Bräuchen, bereits bestehenden Festen und Elementen des Volksglaubens verbunden. Und im Laufe der Zeit kamen Bräuche hinzu, manche christlich-kirchlich bedingt, manche jahreszeitlich oder zeitgeistbedingt. Deshalb sind die Feiertagstraditionen oft so vielschichtig. (Und das ist ein Unterschied zu muslimischen Feiertage, die neben der religiösen Ebene keine weiteren haben.)   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; hat keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im Osten auf – und daher kommt der Name Ostern. &lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (1898) OSTERHASE.png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898. - Klicke auf das Bild, um es zu vergrößern: Kannst du die altdeutsche Schrift lesen? → &amp;quot;Ostereier ___  __  _____ uns versteckt ___  ____________.&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
Das Ei, das „schon bei den Völkern des Altertums als ein Sinnbild der Schöpfung und  Fruchtbarkeit galt, (…) erklärte die Kirche für das Symbol des Erlösers, welcher aus dem Grabe zum Leben erstanden“, schrieb der Historiker Otto Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Aberglaube wurde damit verbunden: Einem Ei, das am Gründonnerstag gelegt worden war, wurde besondere Kraft zugeschrieben und sollte Männer vor „Leibschäden“ beschützen können, und wenn man ein Gründonnerstagsei bei sich trug, könne man beim Kirchbesuch zudem erkennen, wer eine versteckte Hexe sei, hieß es.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Handbuch des deutschen Aberglaubens erläutert: „Dass das Ei, besonders im Frühjahr, der Zeit der erwachenden, aufkeimenden Natur, dem Beginn des Dienstes der Bauern an der Erde, in der Vorstellung der natur- und erdverbundenen Menschen eine besondere Fruchtbarkeitskraft besitzt, ist leicht zu begreifen. Und die Kirche war auch hier sehr klug, diese uralten Gebräuche in das System ihrer Kultriten aufzunehmen, mit zum Teil mystischer Ausdeutung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Ei&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die älteste bekannte Erwähnung ist wohl von dem Arzt Georgius Franck aus dem Jahr 1682: &amp;quot;Das Schenken von Ostereiern bezeichnet er als Paten- und Freundschaftspflicht, vor allem in den oberen Gesellschaftskreisen, wo der Begriff Osterei ganz allgemein für alle möglichen kunstvollen und scherzhaften Geschenke gegolten hätte.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt; Liselotte von der Pfalz berichtete, dass sie 1717 &amp;quot;ein paar ostereyer&amp;quot; verschenkt hätte&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im April 1779 vermerkte Goethe in seinem Tagebuch, dass er am Gründonnerstag für die Kinder im Garten Ostereier versteckt hätte. Dabei war der Ostereierbrauch nicht unumstritten, wie eine Schrift von 1781 zeigt, in der Theodor Gottlieb Hippel stolz darauf ist, dass ein Vorfahr in seiner Gemeinde Ostereier verboten hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781, S. 404. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie der Brauch des Eierfärbens entstand, ist unbekannt. Vielleicht hat man etwas Rotkohl, Rote Bete, Brennnesselwurzel oder Zwiebelschalen in das Kochwasser gegeben, um gekochte von ungekochten Eiern unterscheiden zu können, wenn man sie nach altem Brauch verschenkte. Dass zu Ostern traditionell viele Eier gegessen werden, kommt unter anderem daher, dass sich in der 40-tägigen Fastenzeit, die die Kirche ihren Gläubigen zwischen Aschermittwoch und Ostern verordnet hatte, viele Eier angesammelt hatten und nun dringend gegessen werden mussten. Eier waren auch eine Währung, in der bäuerliche Abgaben geleistet werden mussten; seit dem 9. Jhd. gibt es Quellen, dass pro bäuerlicher Hofstatt 100 Eier an die landbesitzende Obrigkeit oder das Kloster gezahlt werden mussten; teilweise wurden die Eier weitergereicht als Präsente an bestimmte Berufsgruppen, wie Pfarrer, Lehrer, Messner, Totengräber, Hirten, das Gesinde etc.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 68.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (von 1898).png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898&lt;br /&gt;
Der Hase war ebenfalls schon in der Antike ein Fruchtbarkeitssymbol. Das ist nicht schwer zu verstehen, wenn man bedenkt, dass eine Häsin mehrmals im Jahr mehrere Junge bekommt. Papst Zacharias verbot 755 den Verzehr von Hasenfleisch wegen dessen erotisierender Wirkung. Hasenfleisch galt als Aphrodisiakum und wurde bereits im antiken Griechenland der Liebesgöttin Aphrodite geopfert. Außerdem rankte sich viel Aberglauben um die Hasen, z. B. sollte es das eigene Leben schützen, wenn man eine Hasenpfote bei sich trug.&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Hase&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorstellung, dass ein Hase die Eier versteckt, entstand vielleicht dadurch, dass Menschen im Frühjahr über die Wiesen liefen und nach Eiern von bodenbrütenden Vögeln suchten. Dabei wurden Hasen aufgescheucht. Die liefen fort und es sah dann so aus, als hätten die Hasen die Eier ins Gras gelegt. In manchen Regionen waren es andere Tiere, die die Eier brachten - z. B. der Storch, der Kuckuck, der Fuchs oder ein Hahn. Daraus den Spaß zu machen, Hühnereier für Kinder zu verstecken und ihnen zu erzählen, diese wären von einem magischen Tier als Geschenk gebracht worden, entstand vermutlich (in unterschiedlichsten Ausformungen) in der bäuerlichen Kultur und wurde im 18. Jahrhundert vom Bürgertum aufgegriffen und durch Kinderbücher vereinheitlicht und verbreitet.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer kann die Frage, wie sich die Gabenbringerfigur des Osterhasen entwickelte, nicht beantwortet werden. Es gibt ein Züricher Kinderbuch von 1789, das vom Osterhasen handelt und die älteste mir bekannte, gesicherte Osterhasen-Quelle ist.&amp;lt;ref&amp;gt;National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der säkulare Brauch entstand im Bürgertum und aus dem neuen Konzept von Kindheit, das sich in dieser Zeit entwickelte. &amp;quot;Wie reich bist du behängt mit Bilderbüchern, Christbäumen, Mutterliebe, Osterwochen und Ostereiern, (...)&amp;quot;, fragt Wilhelm Hauff 1827.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Hauff: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827, S. 34. https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/hauff_phantasien_1827/?hl=O%C5%BFtereiern&amp;amp;p=40&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Zitat benennt damals neue Phänomene in ihrem Zusammenhang: Das aufgeklärte Bildungsbürgertum, dass Ende des 18. Jahrhunderts entstand, wollte die neuen Ideale umsetzen und so entstanden in der Bürgertumskultur Kinderbücher zur Bildung der Bürgerkinder, eine neue Frauen- und Mutterrolle in der bürgerlichen Familie sowie das häusliche Weihnachtsfest mit dem Weihnachtsmann als weltlichen Gabenbringer und auch der Osterhase.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. 2025, S. 142.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ostern wurde nun auch zum Anlass für ein Kinderfest (anfangs kam der Osterhase am Gründonnerstag oder am Osterdienstag, später wurde der Brauch auf Ostersonntag gelegt).    &lt;br /&gt;
[[Datei:Franz Rösler- Der lustige Maler. Malbuch von 1907 (S. 25).png|mini|Aus einem Malbuch von 1907: So kannst du ein Häschen malen!]]&lt;br /&gt;
Historische Kinderbücher, die den Osterhasen thematisierten, sind z. B.: 1850 schrieb Franz Graf von Pocci: Der Osterhas - eine Festgabe für Kinder http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000307CD00000000. / 1868: http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0002FE2E00000000 / Das lustige Vogelhaus von 1880 (S. 15) https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB00035AD300000000 / eine Osterhasengeschichte von 1890 https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000343CE00000000 / ein &amp;quot;humoristisches Malbuch&amp;quot; von 1907 (S. 25) http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0000D70100000000. Die Süßwarenindustrie (im 19. Jhd. wurde die Herstellung von Zucker aus Rüben erfunden) im 19. und 20. Jahrhundert tat ein Übriges, um den Osterhasen bekannt und zur Kindersehnsucht werden zu lassen.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Frühlingsfest kennt jede Kultur, die Jahreszeiten kennt. Das Judentum feiert Pessah im Frühling. Da in der Bibel steht, dass die Kreuzigung und Auferstehung Jesu in der Zeit des Pessahfestes stattfand, sollten diese Gedenkfeiertage folglich im Frühling sein. Doch dafür einen Termin festzulegen war ein lang währender Konflikt zwischen der griechischsprachigen Ostkirche in Byzanz und der lateinischsprachigen Westkirche in Rom. Rom bestand darauf, dass Ostern am Sonntag nach dem jüdischen Pessahfest zu feiern sei, Byzanz wollte es am Tag des Pessahfests selbst feiern. Als Kaiser Konstantin I. der Alleinherrscher über das gesamte Römische Reich geworden war, wollte er diesen Streit beenden und berief im Jahr 325 das Konzil von Nicäa ein. Die Kirchenvertreter einigten sich dann auf einen neuen Terminvorschlag: Die Auferstehung Christi sollte immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang (dem Tag, an dem Tag und Nacht gleich lang sind, dem 21. März) gefeiert werden. Damit hatte das noch junge Christentum nicht nur endlich einen gemeinsamen Termin gefunden, sondern sich gleichzeitig noch weiter von der monotheistischen Konkurrenz, dem Judentum, losgelöst.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. 2025, S. 49.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Osterbrauchtum gehören auch die Osterfeuer, und an ihnen zeigt sich wiederum, wie sich die verschiedenen Ebenen vermischten. Das Osterfeuer geht auf einen Brauch in vorchristlicher Zeit zurück, unter anderem galt es, böse Geister auszuräuchern und den Frühling willkommen zu heißen. In einer norddeutschen Polizeiordnung von 1691&amp;lt;ref&amp;gt;Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5).https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693 &amp;lt;/ref&amp;gt; wird das Osterfeuer als eine &amp;quot;böse Gewohnheit&amp;quot; erwähnt, 1783 wird es in einem Kinderbuch von J. A. E. Goeze als &amp;quot;heidnisch&amp;quot; eingeordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&amp;lt;/ref&amp;gt; In manchen Regionen eignete die Kirche sich den Brauch an und mancherorts wurde das Osterfeuer vom Pfarrer geweiht. Die Kohlen des geweihten Osterfeuers, die sogenannten Judaskohlen, galten als Schutzmittel gegen Blitzeinschlag, Hagel und Viehschäden, wie Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863 notierte&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; (die Kirchenvertreter waren genauso abergläubisch wie das Volk). Vor allem geht der Brauch des Osterfeuers aber wohl darauf zurück, dass man im Herbst und Winter Obstbäume und Hecken geschnitten und die Zweige auf einen großen Haufen geworfen hatte. Und die waren nun getrocknet und konnten entsorgt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Text: Sabine Häcker)&lt;br /&gt;
[[Datei:Fazit .png|mini|Und auch die Weidenkätzchenzweige, die traditionell zu Ostern in die Vase gestellt und an die die Ostereier gehängt werden, sind Frühlingsboten (und haben nichts mit der christlich-religiösen Ebene von Ostern zu tun).|452x452px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur- und Quellenverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Historische Primärquellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&lt;br /&gt;
* Cramer, Wilhelm: Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll. Dülmen, 1874. &#039;&#039;(Auf S. 157 wird eine Osterfeuerprozession beschrieben.)&#039;&#039; https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/cramer_mutter_1874 &lt;br /&gt;
* Goethe, J. W. von: Osterspaziergang. (etwa 1808) In: Faust-Museum Knittlingen: https://faustmuseum.de/der-osterspaziergang-und-was-dahintersteckt/&lt;br /&gt;
* Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&lt;br /&gt;
* Hauff, Wilhelm: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hauff_phantasien_1827&lt;br /&gt;
* Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&lt;br /&gt;
* Holm, Adolf: Ostereier. München 1893. &#039;&#039;(Bilder und Verse vom Osterhasen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5). https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Literatur:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. 1927-42 (Verlag Walter de Gruyter).&lt;br /&gt;
* [[Datei:Sabine Häcker- Wem gehört Weihnachten? (Cover).jpg|mini|332x332px|Die Autorin dieses Materials, Sabine Häcker, hat erforscht, wie sich Ende des 18. Jhd.s aus dem Zeitgeist der Aufklärung das häusliche Weihnachtsfest mit Geschenken und Tannenbaum entwickelte.]]Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. Ahrensburg 2025. &lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. Ahrensburg 2025. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=&lt;br /&gt;
* Kuhn, Adalbert: Sagen, Gebräuche und Märchen aus Westfalen und einigen andern, besonders den angrenzenden Gegenden Norddeutschlands. Leipzig 1859. https://books.google.de/books?id=424AAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA143#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false&lt;br /&gt;
* Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&lt;br /&gt;
* Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985.&lt;br /&gt;
* Becker-Huberti, Manfred: Lexikon der Bräuche und Feste. Freiburg i. B. 2007 (Verlag HERDER).&lt;br /&gt;
* Freistetter, Florian: Podcast Sternengeschichten Folge 18 - Astronomische Ostern  (13 min). https://sternengeschichten.podigee.io/18-sternengeschichten-folge-18-astronomische-ostern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialien der Autorin:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Umfangreiches Unterrichtsmaterial zur Kultur- und Religionsgeschichte von Weihnachten gibt es hier: [[Weihnachtswissen]] &#039;&#039;(Das Unterrichtsmaterial betrachtet Weihnachten nicht nur als christlichen Feiertag, sondern auch als kulturelles und somit inklusives Fest und arbeitet - u. a. - die weltlichen Anteile von Weihnachten heraus.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Materialien zu verschiedenen Themen finden sich hier: [[Benutzer:Sabine Häcker]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ostern]]&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Quellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__INHALTSVERZEICHNIS_ERZWINGEN__&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch als Zweitsprache]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feste und Rituale]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachbildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker&amp;diff=152424</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker</title>
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		<updated>2026-04-30T07:02:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Sabine Häcker- Wem gehört Weihnachten? (Cover).jpg|mini|334x334px|&#039;&#039;&#039;Weihnachten als kulturelles Fest&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;284 Seiten, 120 Abb.)&#039;&#039; Die Kulturgeschichte analysiert die weltlichen Anteile von Weihnachten und ist eine inklusive Weihnachtseinladung! ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Über mich==&lt;br /&gt;
[[Datei:COVER Wie wurde Weihnachten erfunden? - Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag (von Sabine Häcker, 2025).jpg|mini|339x339px|&#039;&#039;&#039;Weihnachten als religiöses Fest&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;92 Seiten, 20 Abb.)&#039;&#039; Dieser Band erklärt den christlich-kirchlichen Hintergrund von Weihnachten. Anhand der Fragen, die die biblischen Geschichten aufwerfen, wird außerdem erläutert, warum die Bibel nicht wortwörtlich genommen werden kann.]]&lt;br /&gt;
Mein Name ist Sabine Häcker, ich habe Deutsch-als-Fremdsprache, Arbeitslehre und Erziehungswissenschaften studiert und bin schon viele Jahre Fachdirektorin für Bildungswissenschaften. Als Lehrerin habe ich Deutsch, DaF und DaZ, Geschichte, Werken, Textil und Arbeitslehre unterrichtet, sowohl in inklusiven Lerngruppen als auch in Haupt-, Realschul- und Gymnasialklassen. Meine Arbeitsschwerpunkte sind Sprachbildung, inklusives Lernen und Lehren in heterogenen Gruppen, interkulturelle Pädagogik in der Migrationsgesellschaft sowie Prävention von religiösem Extremismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Veröffentlichungen&#039;&#039;&#039; neben den hier eingestellten Materialien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Sabine Häcker: &#039;&#039;Wem gehört Weihnachten? - Brauchtum, Glaube und Politik&#039;&#039;. (2025) https://shop.tredition.com/booktitle/Wem_geh%3frt_Weihnachten/W-926-650-183&lt;br /&gt;
*Sabine Häcker: &#039;&#039;Wie wurde Weihnachten erfunden? - Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag&#039;&#039;. (2025) https://shop.tredition.com/booktitle/Wie_wurde_Weihnachten_erfunden/W-695-484-617&lt;br /&gt;
* Sabine Häcker: &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Geschichten der Buchreligionen&#039;&#039;. (2025) Open-access-Veröffentlichung: https://www.grin.com/document/1563601&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sabine Häcker: &#039;&#039;David und Goliath in Bibel und Koran.&#039;&#039; In: LIFE – Ideen und Materialien für interkulturelles Lernen. 2005. &lt;br /&gt;
* [[Datei:Weihnachtsexpertin Sabine Häcker .jpg|mini|232x232px|Möchten Sie mich zu einer Lesung oder Fortbildung einladen? Dann nehmen Sie gern Kontakt mit mir auf, entweder über Instagram https://www.instagram.com/weihnachtswissen/ oder über das Landesinstitut für Schule Bremen. ]][[Datei:Lesung am 4.12.2025 in Bremen.jpg|mini|308x308px|Lesung im Dez. 2025 im Café Lilie in Bremen]]Sabine Häcker: &#039;&#039;Gedichte in zwei Sprachen.&#039;&#039; In: Praxis Deutsch, Heft 157, 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Materialien für den Unterricht==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Unterrichtsmaterialien auf dieser Seite stellen keine vollständigen Unterrichtseinheiten dar. Wie haben zwar einen hohen Bildungswert, stehen zum größten Teil aber außerhalb der üblichen Curricula. Die Materialien sind deshalb als kleine Sequenzen konzipiert, die andere Unterrichtseinheiten ergänzen oder im Schulalltag anlassbezogen eingeschoben werden können.&lt;br /&gt;
* Die Materialien auf dieser Seite sind inhaltliche Ausarbeitungen und Angebote, enthalten aber kaum methodische Hinweise (weil die methodische Anlage eines Lernprozesses jeweils in Bezug auf die Lerngruppe und die Rahmenbedingungen abgestimmt werden muss).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===&#039;&#039;&#039;[[Weihnachtswissen]] (fächerübergreifend)&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Weihnachten ist weit mehr als ein christlicher Feiertag. Ich halte es für überfällig und gesellschaftlich relevant, das Fest nicht nur als religiösen Feiertag, sondern in seiner kulturellen Vielschichtigkeit und Funktion wahrzunehmen. Deshalb habe ich zwei Bücher über Weihnachten geschrieben, die dem Fest kultur- sowie religionsgeschichtlich nachgehen, und diese Unterrichtsmaterialien WEIHNACHTSWISSEN entwickelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vielschichtigkeit von Weihnachten ist historisch bedingt: Schon seit jeher wurde gefeiert, wenn die Vorratskammern gefüllt und in den dunklen Wintertagen Zeit für Muße war. Gleichzeitig waren mit der dunklen Zeit des Winters Ängste vor Krankheit und Unglück verbunden, die zu vielen gemeinschaftlichen Abwehrritualen führten. Im 4. Jahrhundert legte die Kirche in Rom ihre Gottesdienstfeier zu Ehren der Geburt Jesu auf den 25. Dezember, um von römischen polytheistischen Kulten zur Wintersonnenwende zu profitieren, und nahm damit in einen Konflikt mit der Ostkirche in Konstantinopel in Kauf, die bereits den 6. Januar als Jesu Geburtstag festgelegt hatte. Die unterschiedlichen Ebenen von Kirchenpolitik, Glauben, Jahreszeit, Mythologie, katholische und evangelische Konfessionskonflikte, Ökonomie und Zeitgeschichte verwoben sich viele Jahrhunderte lang und brachten eine Fülle von Brauchtum hervor. (Kleine Wissenhäppchen dazu gibt es auch auf Instagram: https://www.instagram.com/weihnachtswissen/)&lt;br /&gt;
==== Zu den Weihnachtstraditionen ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Die verschiedenen Weihnachtstraditionen werden im Spektrum von religiös bis weltlich eingeordnet.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Warum ist Weihnachten das größte Fest im Jahreslauf?|Warum ist Weihnachten das größte Fest im Jahreslauf?]] (Jhg. 5/6 sowie 9/10; zwei Versionen)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtskarten|Warum schreiben wir uns Weihnachts- und Neujahrsglückwünsche?]] (Jhg. 5)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Wichtel|Wie haben sich die Wichtel in die Weihnachtstraditionen geschlichen?]] (Jhg. 5/6)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsbaum/Lied O Tannenbaum|Lied: O Tannenbaum + Frakturschrift]] (Jhg. 5-7)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsbaum|Wofür steht der Weihnachtsbaum?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Namensherkunft|Woher kommt der Name Weihnachten und ist er ein christlicher Begriff?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/USA/Rudolph|Who is Rudolph the red-nosed reindeer?]]  (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Woher kommt der Nikolaus?|Woher kommt der Nikolaus?]] (Jhg. 7/8)&lt;br /&gt;
*Woher kommt der Weihnachtsmann? (Jhg. 7/8 -&amp;gt; noch in Planung)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Tradition/USA/SantaClaus|Where does the US-american Santa Claus come from?]] (Jhg. 8)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsferien|Weshalb gibt es nach Weihnachten Ferien?]] (Jhg. 5/6)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Glückssymbol/Schwein|Zum Jahresanfang: Warum ist das Schwein ein Glückssymbol?]] (Jhg. 5)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zum Hintergrund des christlichen Anteils von Weihnachten ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Die Grundlage für das christliche Feiern der Geburt Christi sind die beiden Weihnachtsgeschichten im Neuen Testament. Die biblischen Erzählungen beschreiben die Umstände von Jesu Geburt allerdings höchst widersprüchlich und ihre Erarbeitung geht deshalb einher mit der Erkenntnis, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist. Das ist im Hinblick auf die momentan weltweit zunehmende rechts-religiöse Radikalisierung als ein Beitrag nicht nur zur Religionskunde, sondern auch zur politischen Bildung zu sehen.&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Datum|Warum wurde der Geburtstag Jesu auf 25.12. gelegt?]] (Jhg. 5/6)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Datum/orthodox|Warum feiern manche orthodoxe Christen Weihnachten am 7. Januar?]]  (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/zwei unterschiedliche Weihnachtsgeschichten|Was erzählt die Bibel über Jesu Geburt?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Wieso wurde die biblische Maria als Jungfrau schwanger?]] (Jhg. 7/8)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! =====&lt;br /&gt;
Weitere, vertiefende Unterrichtsmaterialien zu den biblischen Geschichten (für Jhg. 9-12). ZIEL: Ausgehend von den Weihnachtsgeschichten von Lukas und Matthäus wird die Entstehung der Bibel und der Geschichten des Neuen Testaments aus historischer Perspektive erarbeitet. Dadurch wird deutlich, dass diese Geschichten nicht geschrieben wurden, um sie wörtlich zu verstehen oder für Fragen des heutigen Lebens als Richtschnur zu nehmen. Zudem wird die Entstehung des christlich-kirchlichen Feiertages erarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zu politischen und kirchlichen Vereinnahmungen ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Es werden Vereinnahmungen und Instrumentalisierungen durch die Politik oder die Kirche analysiert.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Wie katholisch ist der skandinavische Luciabrauch?|Wie katholisch ist der skandinavische Luciabrauch?]] (Jhg. 8-10)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Politik/Antisemitismus|Wie wurde Weihnachten als  Anlass für Antisemitismus missbraucht? (Bsp. von 1903)]] (für Jhg. 8-10)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Politik/Vereinnahmung/1933-45|Wie wurde Weihnachten 1933-45 für die NS-Politik instrumentalisiert?]] (Jhg. 9-11)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Politik/AdenauerzeitKalterKriegBRD|Wie wurde Weihnachten in der Zeit des Kalten Krieges von der westdeutschen Politik inszeniert?]]  (Jhg. 10-12)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zur Entstehung der häuslichen Weihnachtsfeier ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Wenig bekannt ist, dass die private Familienfeier mit Geschenken und Weihnachtsbaum sich um 1800 aus dem Zeitgeist der Aufklärung entwickelte und die Werte der neuen Zeit spiegelte. Um das zu nachzuvollziehen, ist es sinnvoll, zuerst zu erarbeiten, wie Weihnachten zuvor war, und dann die Neuerungen der Aufklärung zu behandeln.&lt;br /&gt;
# [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/EpocheAufklärung/Weihnachten um 1700 Aberglauben Einkehrbräuche Umzugsbräuche|Aberglaube und Heischebräuche: Weihnachten vor der Epoche der Aufklärung]] (Jhg. 10-12)&lt;br /&gt;
# [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/EpocheAufklärung/FriedrichSchleiermacher1806/Geschenke und Besinnlichkeit: Weihnachten feiert die Ideale der Aufklärung|Geschenke und Besinnlichkeit: Weihnachten feiert die Ideale der Aufklärung]]  (Jhg. 10-12)&lt;br /&gt;
# Warum stand der erste Weihnachtsbaum in Wien im Salon einer Jüdin? (Jhg. 10-12) -&amp;gt; noch in Planung!&lt;br /&gt;
[[Datei:Hinweis auf Unterrichtsmaterial zu Ostern.png|mini|262x262px|[[Osterwissen|Ostern]] Das Material für Jhg. 4-7 erklärt, warum Ostern nicht nur ein christlicher Feiertag, sondern auch ein traditionelles Frühlingsfest ist.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Interkulturelle und interreligiöse Bildung&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Christi zu tun?&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; [[Benutzer:Sabine Häcker/Osterwissen|Ostern]] (Jhg. 4-7) ZIEL: Viele Kinder denken, dass Ostern bloß ein christliches Fest ist. Ostern hat aber mehrere Ebenen und ist auch ein traditionelles (und inklusives) Frühlingsfest - der Osterhase jedenfalls hat mit Religion nichts zu tun!&lt;br /&gt;
*[[Islam: Entstehung]] (Jhg. 5/6) ZIEL: Die Entstehung der neuen Religion, die Mohammed im 7. Jhd. in Arabien begründete, vor dem Hintergrund der damaligen gesellschaftspolitischen Situation nachvollziehen.&lt;br /&gt;
* [[Datei:Open-access-Veröffentlichung.jpg|mini|Religionskundliche Unterrichtsmaterialien für Jhg. 5-7; open access kostenfrei im Internet zu lesen oder - etwas lesefreundlicher - als PDF für 1,- zu erwerben (39 Seiten). https://www.grin.com/document/1563601|357x357px]][[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran]] (Jhg. 4-6) ZIEL: Erkennen, dass die Erzählungen in der Bibel und im Koran unterschiedlich interpretiert werden können und wie unterschiedlich die Deutung werden kann, wenn der historische Kontext einbezogen wird.&lt;br /&gt;
* [[David und Goliath in Bibel und Koran]] (Jhg. 5/6) ZIEL: Diese bekannte Erzählung ist ein Beispiel für Gemeinsamkeiten von Bibel und Koran.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Wieso wurde die biblische Maria als Jungfrau schwanger?]] (Jhg. 7/8) ZIEL: Anhand der wundersamen Jungfräulichkeit Marias, von der sowohl die Bibel als auch der Koran erzählt, wird der Einfluss früherer Lebensverhältnisse und patriarchaler Machtverhältnisse auf die Entstehung der alten Schriften erarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Politische Bildung zu Themen rund um Religion&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
* [[Schwangerschaftsabbruch: Positionen der Kirchen und der Bibel|Schwangerschaftsabbruch: Positionen der Kirchen (und der Bibel)]] (Jhg. 9-11) ZIEL: Da die politische Diskussion über Abtreibung wie bei wenig anderen Themen von unterschiedlichen und unversöhnlichen religiösen Standpunkten beeinflusst wird, ist es sinnvoll, die Standpunkte der unterschiedlichen religiösen Bewegungen/ Kirchen zu kennen.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Religionswissen/religiöser Extremismus|Materialsammlung: Religiöser Extremismus und Prävention]] (Jhg. 11-13 sowie Lehrerbildung) ZIEL: Der religiöse Extremismus gewinnt in der Politik weltweit und in Dtl. an Einfluss. Diese politischen Einflüsse zu kennen und zu analysieren zielt auf die Stärkung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;[[Berufliche Bildung]]&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/BeruflicheBildung/Gesellen auf Wanderschaft|Gesellen auf Wanderschaft]] (Jhg. 10/11) ZIEL: Die Schüler lernen eine Form der Weiterbildung abseits des Mainstreams kennen (und ein Stück Kulturgeschichte).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Nachhaltigkeitsbildung&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Werkunterricht: [[Benutzer:Sabine Häcker/Nachhaltigkeitsbildung/Warum kaufen wir kein Tropenholz für die Holzwerkstatt|Warum kaufen wir kein Tropenholz für die Holzwerkstatt?]] (kurz und knapp erklärt, für Jhg. 6-9) ZIEL: Am Beispiel der schulischen Holzwerkstatt wird erklärt, warum aus der Perspektive der Nachhaltigkeit kein Tropenholz gekauft werden sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Materialien für die Lehrerausbildung im Referendariat ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;[[Sprachbildung]] und -förderung&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sprachwissen für Lehrende ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Warum wird das ß &amp;quot;sz&amp;quot; genannt?.jpg|mini|Warum wird das ß &amp;quot;sz&amp;quot; genannt? Dieses historische Straßenschild zeigt: Früher wurde das &#039;&#039;ß&#039;&#039; als Buchstabenkombination &#039;&#039;sz&#039;&#039; geschrieben.|250x250px]]&lt;br /&gt;
ZIEL: Um sprachsensibel unterrichten zu können, braucht man als Lehrer zuerst einmal selbst Sprachwissen! Hier finden sich ein paar &amp;quot;Schnipsel&amp;quot;, d. h. eine unsystematische, zufällige Sammlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Sprachwissen/Komposita|Sprachwissen zum Stolperstein Komposita]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Sprachwissen/n-Deklination|Warum steht auf einem Brief &amp;quot;An Herrn Meier&amp;quot;, obwohl es doch eigentlich &amp;quot;Herr Meier&amp;quot; heißt? - die n-Deklination]] &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sprachbildungsschnipsel, die in Unterichtsmaterialien eiengebunden sind:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
** &amp;quot;Ich wünsche dir ein(en?) guten Rutsch.&amp;quot; - das Verb &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;wünschen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; mit DATIV und AKKUSATIV -&amp;gt; in: [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtskarten|Warum schreiben wir uns Weihnachts- und Neujahrsglückwünsche?]]&lt;br /&gt;
** Ungesicherte Informationen ausdrücken mit dem Modalverb &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder dem Redepartikel &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; -&amp;gt; in: [[Osterwissen|Ostern]]  (für Jhg. 5-7)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sprachbildung in der Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sprachbildung bei der Unterrichtsplanung implementieren ausgehend von den konkretisierten sprachlichen Erwartungen (nach Tanja Tajmel): [[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Unterrichtsplanung/BeruflicheBildung/Telefongespräch|Planung von Sprachbildung und -förderung im Fachunterricht]] &lt;br /&gt;
* [[Sprachliche Differenzierung von Texten im Fachunterricht]]  (in Arbeit, noch nicht erstellt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Geschlechtersensible Sprache und ihr Dilemma ====&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache|Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache]]: Warum der Wunsch nach geschlechterinklusiver Sprache so problematisch ist. &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Hinweis &#039;&#039;&#039;zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache&#039;&#039;&#039;: Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
==Hilfe==&lt;br /&gt;
{{Hilfe Navigation}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker&amp;diff=152423</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker</title>
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		<updated>2026-04-30T07:01:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Sabine Häcker- Wem gehört Weihnachten? (Cover).jpg|mini|334x334px|&#039;&#039;&#039;Weihnachten als kulturelles Fest&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;284 Seiten, 120 Abb.)&#039;&#039; Die Kulturgeschichte analysiert die weltlichen Anteile von Weihnachten und ist eine inklusive Weihnachtseinladung! ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Über mich==&lt;br /&gt;
[[Datei:COVER Wie wurde Weihnachten erfunden? - Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag (von Sabine Häcker, 2025).jpg|mini|339x339px|&#039;&#039;&#039;Weihnachten als religiöses Fest&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;92 Seiten, 20 Abb.)&#039;&#039; Dieser Band erklärt den christlich-kirchlichen Hintergrund von Weihnachten. Anhand der Fragen, die die biblischen Geschichten aufwerfen, wird außerdem erläutert, warum die Bibel nicht wortwörtlich genommen werden kann.]]&lt;br /&gt;
Mein Name ist Sabine Häcker, ich habe Deutsch-als-Fremdsprache, Arbeitslehre und Erziehungswissenschaften studiert und bin schon viele Jahre Fachdirektorin für Bildungswissenschaften. Als Lehrerin habe ich Deutsch, DaF und DaZ, Geschichte, Werken, Textil und Arbeitslehre unterrichtet, sowohl in inklusiven Lerngruppen als auch in Haupt-, Realschul- und Gymnasialklassen. Meine Arbeitsschwerpunkte sind Sprachbildung, inklusives Lernen und Lehren in heterogenen Gruppen, interkulturelle Pädagogik in der Migrationsgesellschaft sowie Prävention von religiösem Extremismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Veröffentlichungen&#039;&#039;&#039; neben den hier eingestellten Materialien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Sabine Häcker: &#039;&#039;Wem gehört Weihnachten? - Brauchtum, Glaube und Politik&#039;&#039;. (2025) https://shop.tredition.com/booktitle/Wem_geh%3frt_Weihnachten/W-926-650-183&lt;br /&gt;
*Sabine Häcker: &#039;&#039;Wie wurde Weihnachten erfunden? - Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag&#039;&#039;. (2025) https://shop.tredition.com/booktitle/Wie_wurde_Weihnachten_erfunden/W-695-484-617&lt;br /&gt;
* Sabine Häcker: &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Geschichten der Buchreligionen&#039;&#039;. (2025) Open-access-Veröffentlichung: https://www.grin.com/document/1563601&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sabine Häcker: &#039;&#039;David und Goliath in Bibel und Koran.&#039;&#039; In: LIFE – Ideen und Materialien für interkulturelles Lernen. 2005. &lt;br /&gt;
* [[Datei:Weihnachtsexpertin Sabine Häcker .jpg|mini|232x232px|Möchten Sie mich zu einer Lesung oder Fortbildung einladen? Dann nehmen Sie gern Kontakt mit mir auf, entweder über Instagram https://www.instagram.com/weihnachtswissen/ oder über das Landesinstitut für Schule Bremen. ]][[Datei:Lesung am 4.12.2025 in Bremen.jpg|mini|308x308px|Lesung im Dez. 2025 im Café Lilie in Bremen]]Sabine Häcker: &#039;&#039;Gedichte in zwei Sprachen.&#039;&#039; In: Praxis Deutsch, Heft 157, 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Materialien für den Unterricht==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Unterrichtsmaterialien auf dieser Seite stellen keine vollständigen Unterrichtseinheiten dar. Wie haben zwar einen hohen Bildungswert, stehen zum größten Teil aber außerhalb der üblichen Curricula. Die Materialien sind deshalb als kleine Sequenzen konzipiert, die andere Unterrichtseinheiten ergänzen oder im Schulalltag anlassbezogen eingeschoben werden können.&lt;br /&gt;
* Die Materialien auf dieser Seite sind inhaltliche Ausarbeitungen und Angebote, enthalten aber kaum methodische Hinweise (weil die methodische Anlage eines Lernprozesses jeweils in Bezug auf die Lerngruppe und die Rahmenbedingungen abgestimmt werden muss).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===&#039;&#039;&#039;[[Weihnachtswissen]] (fächerübergreifend)&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Weihnachten ist weit mehr als ein christlicher Feiertag. Ich halte es für überfällig und gesellschaftlich relevant, das Fest nicht nur als religiösen Feiertag, sondern in seiner kulturellen Vielschichtigkeit und Funktion wahrzunehmen. Deshalb habe ich zwei Bücher über Weihnachten geschrieben, die dem Fest kultur- sowie religionsgeschichtlich nachgehen, und diese Unterrichtsmaterialien WEIHNACHTSWISSEN entwickelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vielschichtigkeit von Weihnachten ist historisch bedingt: Schon seit jeher wurde gefeiert, wenn die Vorratskammern gefüllt und in den dunklen Wintertagen Zeit für Muße war. Gleichzeitig waren mit der dunklen Zeit des Winters Ängste vor Krankheit und Unglück verbunden, die zu vielen gemeinschaftlichen Abwehrritualen führten. Im 4. Jahrhundert legte die Kirche in Rom ihre Gottesdienstfeier zu Ehren der Geburt Jesu auf den 25. Dezember, um von römischen polytheistischen Kulten zur Wintersonnenwende zu profitieren, und nahm damit in einen Konflikt mit der Ostkirche in Konstantinopel in Kauf, die bereits den 6. Januar als Jesu Geburtstag festgelegt hatte. Die unterschiedlichen Ebenen von Kirchenpolitik, Glauben, Jahreszeit, Mythologie, katholische und evangelische Konfessionskonflikte, Ökonomie und Zeitgeschichte verwoben sich viele Jahrhunderte lang und brachten eine Fülle von Brauchtum hervor. (Kleine Wissenhäppchen dazu gibt es auch auf Instagram: https://www.instagram.com/weihnachtswissen/)&lt;br /&gt;
==== Zu den Weihnachtstraditionen ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Die verschiedenen Weihnachtstraditionen werden im Spektrum von religiös bis weltlich eingeordnet.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Warum ist Weihnachten das größte Fest im Jahreslauf?|Warum ist Weihnachten das größte Fest im Jahreslauf?]] (Jhg. 5/6 sowie 9/10; zwei Versionen)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtskarten|Warum schreiben wir uns Weihnachts- und Neujahrsglückwünsche?]] (Jhg. 5)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Wichtel|Wie haben sich die Wichtel in die Weihnachtstraditionen geschlichen?]] (Jhg. 5/6)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsbaum/Lied O Tannenbaum|Lied: O Tannenbaum + Frakturschrift]] (Jhg. 5-7)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsbaum|Wofür steht der Weihnachtsbaum?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Namensherkunft|Woher kommt der Name Weihnachten und ist er ein christlicher Begriff?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/USA/Rudolph|Who is Rudolph the red-nosed reindeer?]]  (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Woher kommt der Nikolaus?|Woher kommt der Nikolaus?]] (Jhg. 7/8)&lt;br /&gt;
*Woher kommt der Weihnachtsmann? (Jhg. 7/8 -&amp;gt; noch in Planung)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Tradition/USA/SantaClaus|Where does the US-american Santa Claus come from?]] (Jhg. 8)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsferien|Weshalb gibt es nach Weihnachten Ferien?]] (Jhg. 5/6)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Glückssymbol/Schwein|Zum Jahresanfang: Warum ist das Schwein ein Glückssymbol?]] (Jhg. 5)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zum Hintergrund des christlichen Anteils von Weihnachten ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Die Grundlage für das christliche Feiern der Geburt Christi sind die beiden Weihnachtsgeschichten im Neuen Testament. Die biblischen Erzählungen beschreiben die Umstände von Jesu Geburt allerdings höchst widersprüchlich und ihre Erarbeitung geht deshalb einher mit der Erkenntnis, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist. Das ist im Hinblick auf die momentan weltweit zunehmende rechts-religiöse Radikalisierung als ein Beitrag nicht nur zur Religionskunde, sondern auch zur politischen Bildung zu sehen.&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Datum|Warum wurde der Geburtstag Jesu auf 25.12. gelegt?]] (Jhg. 5/6)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Datum/orthodox|Warum feiern manche orthodoxe Christen Weihnachten am 7. Januar?]]  (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/zwei unterschiedliche Weihnachtsgeschichten|Was erzählt die Bibel über Jesu Geburt?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Wieso wurde die biblische Maria als Jungfrau schwanger?]] (Jhg. 7/8)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! =====&lt;br /&gt;
Weitere, vertiefende Unterrichtsmaterialien zu den biblischen Geschichten (für Jhg. 9-12). ZIEL: Ausgehend von den Weihnachtsgeschichten von Lukas und Matthäus wird die Entstehung der Bibel und der Geschichten des Neuen Testaments aus historischer Perspektive erarbeitet. Dadurch wird deutlich, dass diese Geschichten nicht geschrieben wurden, um sie wörtlich zu verstehen oder für Fragen des heutigen Lebens als Richtschnur zu nehmen. Zudem wird die Entstehung des christlich-kirchlichen Feiertages erarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zu politischen und kirchlichen Vereinnahmungen ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Es werden Vereinnahmungen und Instrumentalisierungen durch die Politik oder die Kirche analysiert.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Wie katholisch ist der skandinavische Luciabrauch?|Wie katholisch ist der skandinavische Luciabrauch?]] (Jhg. 8-10)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Politik/Antisemitismus|Wie wurde Weihnachten als  Anlass für Antisemitismus missbraucht? (Bsp. von 1903)]] (für Jhg. 8-10)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Politik/Vereinnahmung/1933-45|Wie wurde Weihnachten 1933-45 für die NS-Politik instrumentalisiert?]] (Jhg. 9-11)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Politik/AdenauerzeitKalterKriegBRD|Wie wurde Weihnachten in der Zeit des Kalten Krieges von der westdeutschen Politik inszeniert?]]  (Jhg. 10-12)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zur Entstehung der häuslichen Weihnachtsfeier ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Wenig bekannt ist, dass die private Familienfeier mit Geschenken und Weihnachtsbaum sich um 1800 aus dem Zeitgeist der Aufklärung entwickelte und die Werte der neuen Zeit spiegelte. Um das zu nachzuvollziehen, ist es sinnvoll, zuerst zu erarbeiten, wie Weihnachten zuvor war, und dann die Neuerungen der Aufklärung zu behandeln.&lt;br /&gt;
# [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/EpocheAufklärung/Weihnachten um 1700 Aberglauben Einkehrbräuche Umzugsbräuche|Aberglaube und Heischebräuche: Weihnachten vor der Epoche der Aufklärung]] (Jhg. 10-12)&lt;br /&gt;
# [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/EpocheAufklärung/FriedrichSchleiermacher1806/Geschenke und Besinnlichkeit: Weihnachten feiert die Ideale der Aufklärung|Geschenke und Besinnlichkeit: Weihnachten feiert die Ideale der Aufklärung]]  (Jhg. 10-12)&lt;br /&gt;
# Warum stand der erste Weihnachtsbaum in Wien im Salon einer Jüdin? (Jhg. 10-12) -&amp;gt; noch in Planung!&lt;br /&gt;
[[Datei:Hinweis auf Unterrichtsmaterial zu Ostern.png|mini|262x262px|[[Osterwissen|Ostern]] Das Material für Jhg. 4-7 erklärt, warum Ostern nicht nur ein christlicher Feiertag, sondern auch ein traditionelles Frühlingsfest ist.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Interkulturelle und interreligiöse Bildung&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Christi zu tun?&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; [[Benutzer:Sabine Häcker/Osterwissen|Ostern]] (Jhg. 4-7) ZIEL: Viele Kinder denken, dass Ostern bloß ein christliches Fest ist. Ostern hat aber mehrere Ebenen und ist auch ein traditionelles (und inklusives) Frühlingsfest - der Osterhase jedenfalls hat mit Religion nichts zu tun!&lt;br /&gt;
*[[Islam: Entstehung]] (Jhg. 5/6) ZIEL: Die Entstehung der neuen Religion, die Mohammed im 7. Jhd. in Arabien begründete, vor dem Hintergrund der damaligen gesellschaftspolitischen Situation nachvollziehen.&lt;br /&gt;
* [[Datei:Open-access-Veröffentlichung.jpg|mini|Religionskundliche Unterrichtsmaterialien (39 Seiten) für Jhg. 5-7; open access kostenfrei im Internet zu lesen oder - etwas lesefreundlicher - als PDF für 1,- zu erwerben. https://www.grin.com/document/1563601|357x357px]][[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran]] (Jhg. 4-6) ZIEL: Erkennen, dass die Erzählungen in der Bibel und im Koran unterschiedlich interpretiert werden können und wie unterschiedlich die Deutung werden kann, wenn der historische Kontext einbezogen wird.&lt;br /&gt;
* [[David und Goliath in Bibel und Koran]] (Jhg. 5/6) ZIEL: Diese bekannte Erzählung ist ein Beispiel für Gemeinsamkeiten von Bibel und Koran.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Wieso wurde die biblische Maria als Jungfrau schwanger?]] (Jhg. 7/8) ZIEL: Anhand der wundersamen Jungfräulichkeit Marias, von der sowohl die Bibel als auch der Koran erzählt, wird der Einfluss früherer Lebensverhältnisse und patriarchaler Machtverhältnisse auf die Entstehung der alten Schriften erarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Politische Bildung zu Themen rund um Religion&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
* [[Schwangerschaftsabbruch: Positionen der Kirchen und der Bibel|Schwangerschaftsabbruch: Positionen der Kirchen (und der Bibel)]] (Jhg. 9-11) ZIEL: Da die politische Diskussion über Abtreibung wie bei wenig anderen Themen von unterschiedlichen und unversöhnlichen religiösen Standpunkten beeinflusst wird, ist es sinnvoll, die Standpunkte der unterschiedlichen religiösen Bewegungen/ Kirchen zu kennen.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Religionswissen/religiöser Extremismus|Materialsammlung: Religiöser Extremismus und Prävention]] (Jhg. 11-13 sowie Lehrerbildung) ZIEL: Der religiöse Extremismus gewinnt in der Politik weltweit und in Dtl. an Einfluss. Diese politischen Einflüsse zu kennen und zu analysieren zielt auf die Stärkung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;[[Berufliche Bildung]]&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/BeruflicheBildung/Gesellen auf Wanderschaft|Gesellen auf Wanderschaft]] (Jhg. 10/11) ZIEL: Die Schüler lernen eine Form der Weiterbildung abseits des Mainstreams kennen (und ein Stück Kulturgeschichte).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Nachhaltigkeitsbildung&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Werkunterricht: [[Benutzer:Sabine Häcker/Nachhaltigkeitsbildung/Warum kaufen wir kein Tropenholz für die Holzwerkstatt|Warum kaufen wir kein Tropenholz für die Holzwerkstatt?]] (kurz und knapp erklärt, für Jhg. 6-9) ZIEL: Am Beispiel der schulischen Holzwerkstatt wird erklärt, warum aus der Perspektive der Nachhaltigkeit kein Tropenholz gekauft werden sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Materialien für die Lehrerausbildung im Referendariat ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;[[Sprachbildung]] und -förderung&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sprachwissen für Lehrende ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Warum wird das ß &amp;quot;sz&amp;quot; genannt?.jpg|mini|Warum wird das ß &amp;quot;sz&amp;quot; genannt? Dieses historische Straßenschild zeigt: Früher wurde das &#039;&#039;ß&#039;&#039; als Buchstabenkombination &#039;&#039;sz&#039;&#039; geschrieben.|250x250px]]&lt;br /&gt;
ZIEL: Um sprachsensibel unterrichten zu können, braucht man als Lehrer zuerst einmal selbst Sprachwissen! Hier finden sich ein paar &amp;quot;Schnipsel&amp;quot;, d. h. eine unsystematische, zufällige Sammlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Sprachwissen/Komposita|Sprachwissen zum Stolperstein Komposita]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Sprachwissen/n-Deklination|Warum steht auf einem Brief &amp;quot;An Herrn Meier&amp;quot;, obwohl es doch eigentlich &amp;quot;Herr Meier&amp;quot; heißt? - die n-Deklination]] &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sprachbildungsschnipsel, die in Unterichtsmaterialien eiengebunden sind:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
** &amp;quot;Ich wünsche dir ein(en?) guten Rutsch.&amp;quot; - das Verb &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;wünschen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; mit DATIV und AKKUSATIV -&amp;gt; in: [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtskarten|Warum schreiben wir uns Weihnachts- und Neujahrsglückwünsche?]]&lt;br /&gt;
** Ungesicherte Informationen ausdrücken mit dem Modalverb &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder dem Redepartikel &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; -&amp;gt; in: [[Osterwissen|Ostern]]  (für Jhg. 5-7)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sprachbildung in der Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sprachbildung bei der Unterrichtsplanung implementieren ausgehend von den konkretisierten sprachlichen Erwartungen (nach Tanja Tajmel): [[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Unterrichtsplanung/BeruflicheBildung/Telefongespräch|Planung von Sprachbildung und -förderung im Fachunterricht]] &lt;br /&gt;
* [[Sprachliche Differenzierung von Texten im Fachunterricht]]  (in Arbeit, noch nicht erstellt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Geschlechtersensible Sprache und ihr Dilemma ====&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache|Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache]]: Warum der Wunsch nach geschlechterinklusiver Sprache so problematisch ist. &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Hinweis &#039;&#039;&#039;zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache&#039;&#039;&#039;: Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
==Hilfe==&lt;br /&gt;
{{Hilfe Navigation}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker&amp;diff=152422</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker</title>
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		<updated>2026-04-30T06:58:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: /* Weihnachtswissen (fächerübergreifend) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Sabine Häcker- Wem gehört Weihnachten? (Cover).jpg|mini|334x334px|&#039;&#039;&#039;Weihnachten als kulturelles Fest&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;284 Seiten, 120 Abb.)&#039;&#039; Die Kulturgeschichte analysiert die weltlichen Anteile von Weihnachten und ist eine inklusive Weihnachtseinladung! ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Über mich==&lt;br /&gt;
[[Datei:COVER Wie wurde Weihnachten erfunden? - Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag (von Sabine Häcker, 2025).jpg|mini|339x339px|&#039;&#039;&#039;Weihnachten als religiöses Fest&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;92 Seiten, 20 Abb.)&#039;&#039; Dieser Band erklärt den christlich-kirchlichen Hintergrund von Weihnachten. Anhand der Fragen, die die biblischen Geschichten aufwerfen, wird außerdem erläutert, warum die Bibel nicht wortwörtlich genommen werden kann.]]&lt;br /&gt;
Mein Name ist Sabine Häcker, ich habe Deutsch-als-Fremdsprache, Arbeitslehre und Erziehungswissenschaften studiert und bin schon viele Jahre Fachdirektorin für Bildungswissenschaften. Als Lehrerin habe ich Deutsch, DaF und DaZ, Geschichte, Werken, Textil und Arbeitslehre unterrichtet, sowohl in inklusiven Lerngruppen als auch in Haupt-, Realschul- und Gymnasialklassen. Meine Arbeitsschwerpunkte sind Sprachbildung, inklusives Lernen und Lehren in heterogenen Gruppen, interkulturelle Pädagogik in der Migrationsgesellschaft sowie Prävention von religiösem Extremismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Veröffentlichungen&#039;&#039;&#039; neben den hier eingestellten Materialien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Sabine Häcker: &#039;&#039;Wem gehört Weihnachten? - Brauchtum, Glaube und Politik&#039;&#039;. (2025) https://shop.tredition.com/booktitle/Wem_geh%3frt_Weihnachten/W-926-650-183&lt;br /&gt;
*Sabine Häcker: &#039;&#039;Wie wurde Weihnachten erfunden? - Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag&#039;&#039;. (2025) https://shop.tredition.com/booktitle/Wie_wurde_Weihnachten_erfunden/W-695-484-617&lt;br /&gt;
* Sabine Häcker: &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Geschichten der Buchreligionen&#039;&#039;. (2025) Open-access-Veröffentlichung: https://www.grin.com/document/1563601&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sabine Häcker: &#039;&#039;David und Goliath in Bibel und Koran.&#039;&#039; In: LIFE – Ideen und Materialien für interkulturelles Lernen. 2005. &lt;br /&gt;
* [[Datei:Weihnachtsexpertin Sabine Häcker .jpg|mini|232x232px|Möchten Sie mich zu einer Lesung oder Fortbildung einladen? Dann nehmen Sie gern Kontakt mit mir auf, entweder über Instagram https://www.instagram.com/weihnachtswissen/ oder über das Landesinstitut für Schule Bremen. ]][[Datei:Lesung am 4.12.2025 in Bremen.jpg|mini|308x308px|Lesung im Dez. 2025 im Café Lilie in Bremen]]Sabine Häcker: &#039;&#039;Gedichte in zwei Sprachen.&#039;&#039; In: Praxis Deutsch, Heft 157, 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Materialien für den Unterricht==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Unterrichtsmaterialien auf dieser Seite stellen keine vollständigen Unterrichtseinheiten dar. Wie haben zwar einen hohen Bildungswert, stehen zum größten Teil aber außerhalb der üblichen Curricula. Die Materialien sind deshalb als kleine Sequenzen konzipiert, die andere Unterrichtseinheiten ergänzen oder im Schulalltag anlassbezogen eingeschoben werden können.&lt;br /&gt;
* Die Materialien auf dieser Seite sind inhaltliche Ausarbeitungen und Angebote, enthalten aber kaum methodische Hinweise (weil die methodische Anlage eines Lernprozesses jeweils in Bezug auf die Lerngruppe und die Rahmenbedingungen abgestimmt werden muss).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===&#039;&#039;&#039;[[Weihnachtswissen]] (fächerübergreifend)&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Weihnachten ist weit mehr als ein christlicher Feiertag. Ich halte es für überfällig und gesellschaftlich relevant, das Fest nicht nur als religiösen Feiertag, sondern in seiner kulturellen Vielschichtigkeit und Funktion wahrzunehmen. Deshalb habe ich zwei Bücher über Weihnachten geschrieben, die dem Fest kultur- sowie religionsgeschichtlich nachgehen, und diese Unterrichtsmaterialien WEIHNACHTSWISSEN entwickelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vielschichtigkeit von Weihnachten ist historisch bedingt: Schon seit jeher wurde gefeiert, wenn die Vorratskammern gefüllt und in den dunklen Wintertagen Zeit für Muße war. Gleichzeitig waren mit der dunklen Zeit des Winters Ängste vor Krankheit und Unglück verbunden, die zu vielen gemeinschaftlichen Abwehrritualen führten. Im 4. Jahrhundert legte die Kirche in Rom ihre Gottesdienstfeier zu Ehren der Geburt Jesu auf den 25. Dezember, um von römischen polytheistischen Kulten zur Wintersonnenwende zu profitieren, und nahm damit in einen Konflikt mit der Ostkirche in Konstantinopel in Kauf, die bereits den 6. Januar als Jesu Geburtstag festgelegt hatte. Die unterschiedlichen Ebenen von Kirchenpolitik, Glauben, Jahreszeit, Mythologie, katholische und evangelische Konfessionskonflikte, Ökonomie und Zeitgeschichte verwoben sich viele Jahrhunderte lang und brachten eine Fülle von Brauchtum hervor. (Kleine Wissenhäppchen dazu gibt es auch auf Instagram: https://www.instagram.com/weihnachtswissen/)&lt;br /&gt;
==== Zu den Weihnachtstraditionen ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Die verschiedenen Weihnachtstraditionen werden im Spektrum von religiös bis weltlich eingeordnet.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Warum ist Weihnachten das größte Fest im Jahreslauf?|Warum ist Weihnachten das größte Fest im Jahreslauf?]] (Jhg. 5/6 sowie 9/10; zwei Versionen)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtskarten|Warum schreiben wir uns Weihnachts- und Neujahrsglückwünsche?]] (Jhg. 5)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Wichtel|Wie haben sich die Wichtel in die Weihnachtstraditionen geschlichen?]] (Jhg. 5/6)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsbaum/Lied O Tannenbaum|Lied: O Tannenbaum + Frakturschrift]] (Jhg. 5-7)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsbaum|Wofür steht der Weihnachtsbaum?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Namensherkunft|Woher kommt der Name Weihnachten und ist er ein christlicher Begriff?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/USA/Rudolph|Who is Rudolph the red-nosed reindeer?]]  (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Woher kommt der Nikolaus?|Woher kommt der Nikolaus?]] (Jhg. 7/8)&lt;br /&gt;
*Woher kommt der Weihnachtsmann? (Jhg. 7/8 -&amp;gt; noch in Planung)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Tradition/USA/SantaClaus|Where does the US-american Santa Claus come from?]] (Jhg. 8)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsferien|Weshalb gibt es nach Weihnachten Ferien?]] (Jhg. 5/6)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Glückssymbol/Schwein|Zum Jahresanfang: Warum ist das Schwein ein Glückssymbol?]] (Jhg. 5)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zum Hintergrund des christlichen Anteils von Weihnachten ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Die Grundlage für das christliche Feiern der Geburt Christi sind die beiden Weihnachtsgeschichten im Neuen Testament. Die biblischen Erzählungen beschreiben die Umstände von Jesu Geburt allerdings höchst widersprüchlich und ihre Erarbeitung geht deshalb einher mit der Erkenntnis, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist. Das ist im Hinblick auf die momentan weltweit zunehmende rechts-religiöse Radikalisierung als ein Beitrag nicht nur zur Religionskunde, sondern auch zur politischen Bildung zu sehen.&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Datum|Warum wurde der Geburtstag Jesu auf 25.12. gelegt?]] (Jhg. 5/6)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Datum/orthodox|Warum feiern manche orthodoxe Christen Weihnachten am 7. Januar?]]  (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/zwei unterschiedliche Weihnachtsgeschichten|Was erzählt die Bibel über Jesu Geburt?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Wieso wurde die biblische Maria als Jungfrau schwanger?]] (Jhg. 7/8)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! =====&lt;br /&gt;
Weitere, vertiefende Unterrichtsmaterialien zu den biblischen Geschichten (für Jhg. 9-12). ZIEL: Ausgehend von den Weihnachtsgeschichten von Lukas und Matthäus wird die Entstehung der Bibel und der Geschichten des Neuen Testaments aus historischer Perspektive erarbeitet. Dadurch wird deutlich, dass diese Geschichten nicht geschrieben wurden, um sie wörtlich zu verstehen oder für Fragen des heutigen Lebens als Richtschnur zu nehmen. Zudem wird die Entstehung des christlich-kirchlichen Feiertages erarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zu politischen und kirchlichen Vereinnahmungen ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Es werden Vereinnahmungen und Instrumentalisierungen durch die Politik oder die Kirche analysiert.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Wie katholisch ist der skandinavische Luciabrauch?|Wie katholisch ist der skandinavische Luciabrauch?]] (Jhg. 8-10)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Politik/Antisemitismus|Wie wurde Weihnachten als  Anlass für Antisemitismus missbraucht? (Bsp. von 1903)]] (für Jhg. 8-10)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Politik/Vereinnahmung/1933-45|Wie wurde Weihnachten 1933-45 für die NS-Politik instrumentalisiert?]] (Jhg. 9-11)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Politik/AdenauerzeitKalterKriegBRD|Wie wurde Weihnachten in der Zeit des Kalten Krieges von der westdeutschen Politik inszeniert?]]  (Jhg. 10-12)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zur Entstehung der häuslichen Weihnachtsfeier ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Wenig bekannt ist, dass die private Familienfeier mit Geschenken und Weihnachtsbaum sich um 1800 aus dem Zeitgeist der Aufklärung entwickelte und die Werte der neuen Zeit spiegelte. Um das zu nachzuvollziehen, ist es sinnvoll, zuerst zu erarbeiten, wie Weihnachten zuvor war, und dann die Neuerungen der Aufklärung zu behandeln.&lt;br /&gt;
# [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/EpocheAufklärung/Weihnachten um 1700 Aberglauben Einkehrbräuche Umzugsbräuche|Aberglaube und Heischebräuche: Weihnachten vor der Epoche der Aufklärung]] (Jhg. 10-12)&lt;br /&gt;
# [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/EpocheAufklärung/FriedrichSchleiermacher1806/Geschenke und Besinnlichkeit: Weihnachten feiert die Ideale der Aufklärung|Geschenke und Besinnlichkeit: Weihnachten feiert die Ideale der Aufklärung]]  (Jhg. 10-12)&lt;br /&gt;
# Warum stand der erste Weihnachtsbaum in Wien im Salon einer Jüdin? (Jhg. 10-12) -&amp;gt; noch in Planung!&lt;br /&gt;
[[Datei:Hinweis auf Unterrichtsmaterial zu Ostern.png|mini|262x262px|[[Osterwissen]] Das Material für Jhg. 4-7 erklärt, warum Ostern nicht nur ein christlicher Feiertag, sondern auch ein traditionelles Frühlingsfest ist.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Interkulturelle und interreligiöse Bildung&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Christi zu tun?&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; [[Benutzer:Sabine Häcker/Osterwissen|Ostern]] (Jhg. 4-7) ZIEL: Viele Kinder denken, dass Ostern bloß ein christliches Fest ist. Ostern hat aber mehrere Ebenen und ist auch ein traditionelles (und inklusives) Frühlingsfest - der Osterhase jedenfalls hat mit Religion nichts zu tun!&lt;br /&gt;
*[[Islam: Entstehung]] (Jhg. 5/6) ZIEL: Die Entstehung der neuen Religion, die Mohammed im 7. Jhd. in Arabien begründete, vor dem Hintergrund der damaligen gesellschaftspolitischen Situation nachvollziehen.&lt;br /&gt;
* [[Datei:Open-access-Veröffentlichung.jpg|mini|Religionskundliche Unterrichtsmaterialien (39 Seiten) für Jhg. 5-7; open access kostenfrei im Internet zu lesen oder - etwas lesefreundlicher - als PDF für 1,- zu erwerben. https://www.grin.com/document/1563601|357x357px]][[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran]] (Jhg. 4-6) ZIEL: Erkennen, dass die Erzählungen in der Bibel und im Koran unterschiedlich interpretiert werden können und wie unterschiedlich die Deutung werden kann, wenn der historische Kontext einbezogen wird.&lt;br /&gt;
* [[David und Goliath in Bibel und Koran]] (Jhg. 5/6) ZIEL: Diese bekannte Erzählung ist ein Beispiel für Gemeinsamkeiten von Bibel und Koran.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Wieso wurde die biblische Maria als Jungfrau schwanger?]] (Jhg. 7/8) ZIEL: Anhand der wundersamen Jungfräulichkeit Marias, von der sowohl die Bibel als auch der Koran erzählt, wird der Einfluss früherer Lebensverhältnisse und patriarchaler Machtverhältnisse auf die Entstehung der alten Schriften erarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Politische Bildung zu Themen rund um Religion&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
* [[Schwangerschaftsabbruch: Positionen der Kirchen und der Bibel|Schwangerschaftsabbruch: Positionen der Kirchen (und der Bibel)]] (Jhg. 9-11) ZIEL: Da die politische Diskussion über Abtreibung wie bei wenig anderen Themen von unterschiedlichen und unversöhnlichen religiösen Standpunkten beeinflusst wird, ist es sinnvoll, die Standpunkte der unterschiedlichen religiösen Bewegungen/ Kirchen zu kennen.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Religionswissen/religiöser Extremismus|Materialsammlung: Religiöser Extremismus und Prävention]] (Jhg. 11-13 sowie Lehrerbildung) ZIEL: Der religiöse Extremismus gewinnt in der Politik weltweit und in Dtl. an Einfluss. Diese politischen Einflüsse zu kennen und zu analysieren zielt auf die Stärkung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;[[Berufliche Bildung]]&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/BeruflicheBildung/Gesellen auf Wanderschaft|Gesellen auf Wanderschaft]] (Jhg. 10/11) ZIEL: Die Schüler lernen eine Form der Weiterbildung abseits des Mainstreams kennen (und ein Stück Kulturgeschichte).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Nachhaltigkeitsbildung&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Werkunterricht: [[Benutzer:Sabine Häcker/Nachhaltigkeitsbildung/Warum kaufen wir kein Tropenholz für die Holzwerkstatt|Warum kaufen wir kein Tropenholz für die Holzwerkstatt?]] (kurz und knapp erklärt, für Jhg. 6-9) ZIEL: Am Beispiel der schulischen Holzwerkstatt wird erklärt, warum aus der Perspektive der Nachhaltigkeit kein Tropenholz gekauft werden sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Materialien für die Lehrerausbildung im Referendariat ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;[[Sprachbildung]] und -förderung&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sprachwissen für Lehrende ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Warum wird das ß &amp;quot;sz&amp;quot; genannt?.jpg|mini|Warum wird das ß &amp;quot;sz&amp;quot; genannt? Dieses historische Straßenschild zeigt: Früher wurde das &#039;&#039;ß&#039;&#039; als Buchstabenkombination &#039;&#039;sz&#039;&#039; geschrieben.|250x250px]]&lt;br /&gt;
ZIEL: Um sprachsensibel unterrichten zu können, braucht man als Lehrer zuerst einmal selbst Sprachwissen! Hier finden sich ein paar &amp;quot;Schnipsel&amp;quot;, d. h. eine unsystematische, zufällige Sammlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Sprachwissen/Komposita|Sprachwissen zum Stolperstein Komposita]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Sprachwissen/n-Deklination|Warum steht auf einem Brief &amp;quot;An Herrn Meier&amp;quot;, obwohl es doch eigentlich &amp;quot;Herr Meier&amp;quot; heißt? - die n-Deklination]] &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sprachbildungsschnipsel in Unterichtsmaterialien:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
** &amp;quot;Ich wünsche dir ein(en?) guten Rutsch.&amp;quot; - das Verb &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;wünschen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; mit DATIV und AKKUSATIV -&amp;gt; in: [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtskarten|Warum schreiben wir uns Weihnachts- und Neujahrsglückwünsche?]]&lt;br /&gt;
** Ungesicherte Informationen ausdrücken mit dem Modalverb &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder dem Redepartikel &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; -&amp;gt; in: [[Osterwissen]]  (für Jhg. 5-7)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sprachbildung in der Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sprachbildung bei der Unterrichtsplanung implementieren ausgehend von den konkretisierten sprachlichen Erwartungen (nach Tanja Tajmel): [[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Unterrichtsplanung/BeruflicheBildung/Telefongespräch|Planung von Sprachbildung und -förderung im Fachunterricht]] &lt;br /&gt;
* [[Sprachliche Differenzierung von Texten im Fachunterricht]]  (in Arbeit)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Geschlechtersensible Sprache und ihr Dilemma ====&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache|Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache]]: Warum der Wunsch nach geschlechterinklusiver Sprache so schwierig einzulösen ist. &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Hinweis &#039;&#039;&#039;zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache&#039;&#039;&#039;: Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
==Hilfe==&lt;br /&gt;
{{Hilfe Navigation}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker&amp;diff=152421</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker</title>
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		<updated>2026-04-30T06:45:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: /* Materialien für den Unterricht */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Sabine Häcker- Wem gehört Weihnachten? (Cover).jpg|mini|334x334px|&#039;&#039;&#039;Weihnachten als kulturelles Fest&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;284 Seiten, 120 Abb.)&#039;&#039; Die Kulturgeschichte analysiert die weltlichen Anteile von Weihnachten und ist eine inklusive Weihnachtseinladung! ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Über mich==&lt;br /&gt;
[[Datei:COVER Wie wurde Weihnachten erfunden? - Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag (von Sabine Häcker, 2025).jpg|mini|339x339px|&#039;&#039;&#039;Weihnachten als religiöses Fest&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;92 Seiten, 20 Abb.)&#039;&#039; Dieser Band erklärt die christlich-religiöse Seite von Weihnachten und zeigt außerdem anhand der beiden Erzählungen von Lukas und Matthäus auf, warum die Bibel im Kontext ihrer Entstehung zu lesen und nicht wortwörtlich zu nehmen ist.]]&lt;br /&gt;
Mein Name ist Sabine Häcker, ich habe Deutsch-als-Fremdsprache, Arbeitslehre und Erziehungswissenschaften studiert und bin schon viele Jahre Fachdirektorin für Bildungswissenschaften. Als Lehrerin habe ich Deutsch, DaF und DaZ, Geschichte, Werken, Textil und Arbeitslehre unterrichtet, sowohl in inklusiven Lerngruppen als auch in Haupt-, Realschul- und Gymnasialklassen. Meine Arbeitsschwerpunkte sind Sprachbildung, inklusives Lernen und Lehren in heterogenen Gruppen, interkulturelle Pädagogik in der Migrationsgesellschaft sowie Prävention von religiösem Extremismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Veröffentlichungen&#039;&#039;&#039; neben den hier eingestellten Materialien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Sabine Häcker: &#039;&#039;Wem gehört Weihnachten? - Brauchtum, Glaube und Politik&#039;&#039;. (2025) https://shop.tredition.com/booktitle/Wem_geh%3frt_Weihnachten/W-926-650-183&lt;br /&gt;
*Sabine Häcker: &#039;&#039;Wie wurde Weihnachten erfunden? - Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag&#039;&#039;. (2025) https://shop.tredition.com/booktitle/Wie_wurde_Weihnachten_erfunden/W-695-484-617&lt;br /&gt;
* Sabine Häcker: &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Geschichten der Buchreligionen&#039;&#039;. (2025) Open-access-Veröffentlichung: https://www.grin.com/document/1563601&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sabine Häcker: &#039;&#039;David und Goliath in Bibel und Koran.&#039;&#039; In: LIFE – Ideen und Materialien für interkulturelles Lernen. 2005. &lt;br /&gt;
* [[Datei:Weihnachtsexpertin Sabine Häcker .jpg|mini|232x232px|Möchten Sie mich zu einer Lesung oder Fortbildung einladen? Dann nehmen Sie gern Kontakt mit mir auf, entweder über Instagram https://www.instagram.com/weihnachtswissen/ oder über das Landesinstitut für Schule Bremen. ]][[Datei:Lesung am 4.12.2025 in Bremen.jpg|mini|308x308px|Lesung im Dez. 2025 im Café Lilie in Bremen]]Sabine Häcker: &#039;&#039;Gedichte in zwei Sprachen.&#039;&#039; In: Praxis Deutsch, Heft 157, 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Materialien für den Unterricht==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Unterrichtsmaterialien auf dieser Seite stellen keine vollständigen Unterrichtseinheiten dar. Wie haben zwar einen hohen Bildungswert, stehen zum größten Teil aber außerhalb der üblichen Curricula. Die Materialien sind deshalb als kleine Sequenzen konzipiert, die andere Unterrichtseinheiten ergänzen oder im Schulalltag anlassbezogen eingeschoben werden können.&lt;br /&gt;
* Die Materialien auf dieser Seite sind inhaltliche Ausarbeitungen und Angebote, enthalten aber kaum methodische Hinweise (weil die methodische Anlage eines Lernprozesses jeweils in Bezug auf die Lerngruppe und die Rahmenbedingungen abgestimmt werden muss).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===&#039;&#039;&#039;[[Weihnachtswissen]] (fächerübergreifend)&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Weihnachten ist weit mehr als ein christlicher Feiertag. Das Fest stärker in seiner kulturellen Vielschichtigkeit wahrzunehmen, halte ich für überfällig und gesellschaftlich relevant. Deshalb habe ich die Unterrichtsmaterialien WEIHNACHTSWISSEN entwickelt und zwei Bücher über Weihnachten geschrieben, die dem Fest kultur- sowie religionsgeschichtlich nachgehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vielschichtigkeit von Weihnachten ist historisch bedingt: Schon seit jeher wurde gefeiert, wenn die Vorratskammern gefüllt und in den dunklen Wintertagen Zeit für Muße war. Gleichzeitig waren mit der dunklen Zeit des Winters Ängste vor Krankheit und Unglück verbunden, die zu vielen gemeinschaftlichen Abwehrritualen führten. Im 4. Jahrhundert legte die Kirche in Rom ihre Gottesdienstfeier zu Ehren der Geburt Jesu auf den 25. Dezember, um von römischen polytheistischen Kulten zur Wintersonnenwende zu profitieren und nahm damit in einen Konflikt mit der Ostkirche in Konstantinopel in Kauf, die bereits den 6. Januar als Jesu Geburtstag festgelegt hatte. Die unterschiedlichen Ebenen von Kirchenmacht, Jahreszeit, Volksglauben und Christentum verwoben sich viele Jahrhunderte lang und brachten eine Fülle von Brauchtum hervor. (Kleine Wissenhäppchen dazu gibt es auch auf Instagram: https://www.instagram.com/weihnachtswissen/)&lt;br /&gt;
==== Zu den Weihnachtstraditionen ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Die verschiedenen Weihnachtstraditionen werden im Spektrum von christlich-religiös bis weltlich eingeordnet.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Warum ist Weihnachten das größte Fest im Jahreslauf?|Warum ist Weihnachten das größte Fest im Jahreslauf?]] (Jhg. 5/6 sowie 9/10; zwei Versionen)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtskarten|Warum schreiben wir uns Weihnachts- und Neujahrsglückwünsche?]] (Jhg. 5)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Wichtel|Wie haben sich die Wichtel in die Weihnachtstraditionen geschlichen?]] (Jhg. 5/6)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsbaum/Lied O Tannenbaum|Lied: O Tannenbaum + Frakturschrift]] (Jhg. 5-7)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsbaum|Wofür steht der Weihnachtsbaum?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Namensherkunft|Woher kommt der Name Weihnachten und ist er ein christlicher Begriff?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/USA/Rudolph|Who is Rudolph the red-nosed reindeer?]]  (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Woher kommt der Nikolaus?|Woher kommt der Nikolaus?]] (Jhg. 7/8)&lt;br /&gt;
*Woher kommt der Weihnachtsmann? (Jhg. 7/8 -&amp;gt; noch in Planung)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Tradition/USA/SantaClaus|Where does the US-american Santa Claus come from?]] (Jhg. 8)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsferien|Weshalb gibt es nach Weihnachten Ferien?]] (Jhg. 5/6)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Glückssymbol/Schwein|Zum Jahresanfang: Warum ist das Schwein ein Glückssymbol?]] (Jhg. 5)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zum Hintergrund des christlichen Anteils von Weihnachten ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Die Grundlage für das christliche Feiern der Geburt Christi sind die beiden Weihnachtsgeschichten im Neuen Testament. Die biblischen Erzählungen beschreiben die Umstände von Jesu Geburt allerdings höchst widersprüchlich und ihre Erarbeitung geht deshalb einher mit der Erkenntnis, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist. Das ist im Hinblick auf die momentan weltweit zunehmende rechts-religiöse Radikalisierung als ein Beitrag nicht nur zur Religionskunde, sondern auch zur politischen Bildung zu sehen.&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Datum|Warum wurde der Geburtstag Jesu auf 25.12. gelegt?]] (Jhg. 5/6)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Datum/orthodox|Warum feiern manche orthodoxe Christen Weihnachten am 7. Januar?]]  (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/zwei unterschiedliche Weihnachtsgeschichten|Was erzählt die Bibel über Jesu Geburt?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Wieso wurde die biblische Maria als Jungfrau schwanger?]] (Jhg. 7/8)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! =====&lt;br /&gt;
Weitere, vertiefende Unterrichtsmaterialien zu den biblischen Geschichten (für Jhg. 9-12). ZIEL: Ausgehend von den Weihnachtsgeschichten von Lukas und Matthäus wird die Entstehung der Bibel und der Geschichten des Neuen Testaments aus historischer Perspektive erarbeitet. Dadurch wird deutlich, dass diese Geschichten nicht geschrieben wurden, um sie wörtlich zu verstehen oder für Fragen des heutigen Lebens als Richtschnur zu nehmen. Zudem wird die Entstehung des christlich-kirchichen Feiertages erarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zu politischen und kirchlichen Vereinnahmungen ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Es werden Vereinnahmungen und Instrumentalisierungen durch die Politik oder die Kirche analysiert.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Wie katholisch ist der skandinavische Luciabrauch?|Wie katholisch ist der skandinavische Luciabrauch?]] (Jhg. 8-10)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Politik/Antisemitismus|Wie wurde Weihnachten als  Anlass für Antisemitismus missbraucht? (Bsp. von 1903)]] (für Jhg. 8-10)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Politik/Vereinnahmung/1933-45|Wie wurde Weihnachten 1933-45 für die NS-Politik instrumentalisiert?]] (Jhg. 9-11)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Politik/AdenauerzeitKalterKriegBRD|Wie wurde Weihnachten in der Zeit des Kalten Krieges von der westdeutschen Politik inszeniert?]]  (Jhg. 10-12)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zur Entstehung der häuslichen Weihnachtsfeier ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Wenig bekannt ist, dass die private Familienfeier mit Geschenken und Weihnachtsbaum sich um 1800 aus dem Zeitgeist der Aufklärung entwickelte und die Werte der neuen Zeit spiegelte. Um das zu nachzuvollziehen, ist es sinnvoll, zuerst zu erarbeiten, wie Weihnachten zuvor war, und dann die Neuerungen der Aufklärung zu behandeln.&lt;br /&gt;
# [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/EpocheAufklärung/Weihnachten um 1700 Aberglauben Einkehrbräuche Umzugsbräuche|Aberglaube und Heischebräuche: Weihnachten vor der Epoche der Aufklärung]] (Jhg. 10-12)&lt;br /&gt;
# [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/EpocheAufklärung/FriedrichSchleiermacher1806/Geschenke und Besinnlichkeit: Weihnachten feiert die Ideale der Aufklärung|Geschenke und Besinnlichkeit: Weihnachten feiert die Ideale der Aufklärung]]  (Jhg. 10-12)&lt;br /&gt;
# Warum stand der erste Weihnachtsbaum in Wien im Salon einer Jüdin? (Jhg. 10-12) -&amp;gt; noch in Planung!&lt;br /&gt;
[[Datei:Hinweis auf Unterrichtsmaterial zu Ostern.png|mini|262x262px|[[Osterwissen]] Das Material für Jhg. 4-7 erklärt, warum Ostern nicht nur ein christlicher Feiertag, sondern auch ein traditionelles Frühlingsfest ist.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Interkulturelle und interreligiöse Bildung&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Christi zu tun?&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; [[Benutzer:Sabine Häcker/Osterwissen|Ostern]] (Jhg. 4-7) ZIEL: Viele Kinder denken, dass Ostern bloß ein christliches Fest ist. Ostern hat aber mehrere Ebenen und ist auch ein traditionelles (und inklusives) Frühlingsfest - der Osterhase jedenfalls hat mit Religion nichts zu tun!&lt;br /&gt;
*[[Islam: Entstehung]] (Jhg. 5/6) ZIEL: Die Entstehung der neuen Religion, die Mohammed im 7. Jhd. in Arabien begründete, vor dem Hintergrund der damaligen gesellschaftspolitischen Situation nachvollziehen.&lt;br /&gt;
* [[Datei:Open-access-Veröffentlichung.jpg|mini|Religionskundliche Unterrichtsmaterialien (39 Seiten) für Jhg. 5-7; open access kostenfrei im Internet zu lesen oder - etwas lesefreundlicher - als PDF für 1,- zu erwerben. https://www.grin.com/document/1563601|357x357px]][[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran]] (Jhg. 4-6) ZIEL: Erkennen, dass die Erzählungen in der Bibel und im Koran unterschiedlich interpretiert werden können und wie unterschiedlich die Deutung werden kann, wenn der historische Kontext einbezogen wird.&lt;br /&gt;
* [[David und Goliath in Bibel und Koran]] (Jhg. 5/6) ZIEL: Diese bekannte Erzählung ist ein Beispiel für Gemeinsamkeiten von Bibel und Koran.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Wieso wurde die biblische Maria als Jungfrau schwanger?]] (Jhg. 7/8) ZIEL: Anhand der wundersamen Jungfräulichkeit Marias, von der sowohl die Bibel als auch der Koran erzählt, wird der Einfluss früherer Lebensverhältnisse und patriarchaler Machtverhältnisse auf die Entstehung der alten Schriften erarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Politische Bildung zu Themen rund um Religion&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
* [[Schwangerschaftsabbruch: Positionen der Kirchen und der Bibel|Schwangerschaftsabbruch: Positionen der Kirchen (und der Bibel)]] (Jhg. 9-11) ZIEL: Da die politische Diskussion über Abtreibung wie bei wenig anderen Themen von unterschiedlichen und unversöhnlichen religiösen Standpunkten beeinflusst wird, ist es sinnvoll, die Standpunkte der unterschiedlichen religiösen Bewegungen/ Kirchen zu kennen.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Religionswissen/religiöser Extremismus|Materialsammlung: Religiöser Extremismus und Prävention]] (Jhg. 11-13 sowie Lehrerbildung) ZIEL: Der religiöse Extremismus gewinnt in der Politik weltweit und in Dtl. an Einfluss. Diese politischen Einflüsse zu kennen und zu analysieren zielt auf die Stärkung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;[[Berufliche Bildung]]&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/BeruflicheBildung/Gesellen auf Wanderschaft|Gesellen auf Wanderschaft]] (Jhg. 10/11) ZIEL: Die Schüler lernen eine Form der Weiterbildung abseits des Mainstreams kennen (und ein Stück Kulturgeschichte).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Nachhaltigkeitsbildung&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Werkunterricht: [[Benutzer:Sabine Häcker/Nachhaltigkeitsbildung/Warum kaufen wir kein Tropenholz für die Holzwerkstatt|Warum kaufen wir kein Tropenholz für die Holzwerkstatt?]] (kurz und knapp erklärt, für Jhg. 6-9) ZIEL: Am Beispiel der schulischen Holzwerkstatt wird erklärt, warum aus der Perspektive der Nachhaltigkeit kein Tropenholz gekauft werden sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Materialien für die Lehrerausbildung im Referendariat ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;[[Sprachbildung]] und -förderung&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sprachwissen für Lehrende ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Warum wird das ß &amp;quot;sz&amp;quot; genannt?.jpg|mini|Warum wird das ß &amp;quot;sz&amp;quot; genannt? Dieses historische Straßenschild zeigt: Früher wurde das &#039;&#039;ß&#039;&#039; als Buchstabenkombination &#039;&#039;sz&#039;&#039; geschrieben.|250x250px]]&lt;br /&gt;
ZIEL: Um sprachsensibel unterrichten zu können, braucht man als Lehrer zuerst einmal selbst Sprachwissen! Hier finden sich ein paar &amp;quot;Schnipsel&amp;quot;, d. h. eine unsystematische, zufällige Sammlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Sprachwissen/Komposita|Sprachwissen zum Stolperstein Komposita]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Sprachwissen/n-Deklination|Warum steht auf einem Brief &amp;quot;An Herrn Meier&amp;quot;, obwohl es doch eigentlich &amp;quot;Herr Meier&amp;quot; heißt? - die n-Deklination]] &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sprachbildungsschnipsel in Unterichtsmaterialien:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
** &amp;quot;Ich wünsche dir ein(en?) guten Rutsch.&amp;quot; - das Verb &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;wünschen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; mit DATIV und AKKUSATIV -&amp;gt; in: [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtskarten|Warum schreiben wir uns Weihnachts- und Neujahrsglückwünsche?]]&lt;br /&gt;
** Ungesicherte Informationen ausdrücken mit dem Modalverb &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder dem Redepartikel &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; -&amp;gt; in: [[Osterwissen]]  (für Jhg. 5-7)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sprachbildung in der Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sprachbildung bei der Unterrichtsplanung implementieren ausgehend von den konkretisierten sprachlichen Erwartungen (nach Tanja Tajmel): [[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Unterrichtsplanung/BeruflicheBildung/Telefongespräch|Planung von Sprachbildung und -förderung im Fachunterricht]] &lt;br /&gt;
* [[Sprachliche Differenzierung von Texten im Fachunterricht]]  (in Arbeit)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Geschlechtersensible Sprache und ihr Dilemma ====&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache|Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache]]: Warum der Wunsch nach geschlechterinklusiver Sprache so schwierig einzulösen ist. &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Hinweis &#039;&#039;&#039;zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache&#039;&#039;&#039;: Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
==Hilfe==&lt;br /&gt;
{{Hilfe Navigation}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=152266</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/Sprachbildung/Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache</title>
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		<updated>2026-04-20T14:48:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: /* Das Dilemma der Frage, ob die Sprache das Geschlechterbewusstsein bedingt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Übersicht Sprachvarianten der gendersensiblen Sprache.png|mini|Die Frage, um die es bei dem Dilemma der geschlechtersensiblen Sprache geht, ist nicht, ob wir für eine Sprache sind, die geschlechtergerecht ist - denn diese Frage wird wohl hoffentlich jeder mit „Na logo, auf alle Fälle!“ beantworten. Die Diskussion dreht sich um die Frage, &#039;&#039;welche Variante&#039;&#039; die passendste ist – denn jede(!) Variante nimmt für sich in Anspruch, geschlechtergerecht zu sein ...|399x399px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Dilemma des Wunsches nach sprachlicher Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
Die Diskussion um eine geschlechterinklusive Sprache geht mit einem hohen Maß an gesellschaftlicher Aufregung einher. Den Befürwortern geht es um ein gesellschaftspolitisches Anliegen, das sympatisch und  legitim ist: Geschlechtergerechtigkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Ungeachtet des &amp;quot;berechtigten Wunsches&amp;quot; muss man allerdings festhalten, dass Gerechtigkeit eine &#039;&#039;ethische&#039;&#039; Kategorie ist, die zur Beschreibung grammatikalischer Strukturen ungeeignet ist - das macht die Einlösung auch so schwierig.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dem mehr als berechtigten Wunsch steht allerdings das Problem gegenüber, dass die als geschlechtergerecht favorisierten Sprachvarianten ihrem inklusiven Anspruch nicht gerecht werden. Aus dem Wunsch, nicht zu diskriminieren, entstehen neue Diskriminierungen. Im Folgenden möchte ich diese Problematiken aufblättern (und damit auch meine eigene Variantenwahl begründen).&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur historischen Entwicklung ===&lt;br /&gt;
Die ursprüngliche Pluralvariante war bzw. ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Mit diesem &#039;&#039;generischen Plural&#039;&#039; waren und sind qua Definition alle jungen Menschen gemeint, die zur Schule gehen – völlig unabhängig vom Geschlecht. Dabei hat &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine doppelte Bedeutung, denn mit dem Nomen kann man auch eine reine Jungengruppe bezeichnen. Will man ausdrücken, dass es sich um eine reine Jungengruppe handelt, sagt man &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;männliche Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Will man ausdrücken, dass es sich um einen reine Mädchengruppe handelt, gibt es dafür einen eigenen Plural: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. (Diese Pluralformen sind historisch gewachsen und haben ihren Ursprung natürlich in einer patriarchalen Kultur, dennoch ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; qua Definition inklusiv und wurde auch bis in die 1980er Jahre allgemein so verstanden.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Definition wurde im Zuge der Frauengleichberechtigungsbewegung ab den 1980er Jahren von feministischen Linguistikerinnen in der alten BRD (Übrigens nur in der BRD, in der DDR wirkte die Frauenbewegung unabhängig von dieser Sprachinterpretation; und das ist wichtig zum Verständnis der heutigen politischen Fronten!) in Frage gestellt: Frauen seien in dieser Pluralform nicht mitgemeint und würden nicht angesprochen, kritisierten z. B. Luise F. Pusch, Senta Tromel-Plötz u. a. Bahnbrechend war 1984 das Buch „Das Deutsche als Männersprache“ von Luise F. Pusch.&amp;lt;ref&amp;gt;Pusch, Luise F.: Das Deutsche als Männersprache. Aufsätze und Glossen zur feministischen Linguistik. 1984.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache zementiere die Männerherrschaft, wurde beanstandet. Um die politische Frauenbewegung zu unterstützen, wurde das Genus (das grammatische Geschlecht der Sprache) mit dem Sexus (das biologische Geschlecht von Menschen) gleichgesetzt. Luise F. Pusch schlug u. a. vor, von nun an nur noch &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, (sie nannte es das &amp;quot;generische Femininum&amp;quot;) als Pluralform zu nutzen, schließlich seien die Männer ja lange genug bevorteilt worden und nun die Frauen dran; die Pluralform sollte sozusagen nach dem Rotationsprinzip angewendet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Im Landkreis Rotenburg an der Wümme wird seit 2024 auf Anordnung des CDU-Landrats Marco Prietz in der Verwaltung das generische Feminium verwendet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Idee setzte sich nicht durch; aber mit zunehmender Gleichberechtigung gab es in der alten BRD einen immer größer werdenden Konsens, die weibliche Pluralform in der Sprache mitzunennen. Die politisch motivierte Behauptung, dass mit &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nur männliche Menschen gemeint seien, sickerte in Westdeutschland ins gesellschaftliche Bewusstsein. Es wurde nun normal, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen und Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler/-innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu schreiben. An den Universitäten, insbesondere im nördlichen Westdeutschland, wurde in den 1980er Jahren die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülerInnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch es dauerte nicht lange (ungefähr mit Beginn der 2000er Jahre), da wurde neue Kritik laut: „Damit werden nur die weiblichen und männlichen Geschlechtsidentitäten genannt – und alle anderen bleiben unsichtbar!“ Es wurde, insbesondere in einem sich als progressiv und links verstehenden Millieu und insbesondere in Nord- und Westdeutschland, nach neuen, alle Geschlechteridentitäten inkludierenden Varianten gesucht: Bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; steht der Unterstrich bzw. das Sternchen für „alle weiteren“, geht also über die Benennung von nur Frauen und Männern hinaus und soll trans und nicht-binäre Menschen sichtbar werden lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Sprachkonstruktivismus der Queer-Bewegung orientiert sich dabei an der postmodernen Vorstellung fluider Geschlechtsidentitäten, die alle gleichermaßen in der Sprache abzubilden seien.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weil der Unterstrich bei Unterstreichungen nicht zu lesen ist und aufgrund von technischen Schwierigkeiten von Screenreadern entstand die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; Aber auch an diesen Varianten gibt es Kritik, z. B. dass Frauen wieder nur nachgeschoben und damit zweitrangig seien, wie Luise F. Pusch meint. Oder: „Wer weder in die männliche noch weibliche Kategorie passt, landet nolens volens repräsentationslogisch in der lautlichen Lücke des Unterstrichts oder wird zum Sternchen: Ist das gerecht und angemessen – oder abermals eine Hierarchisierung?“.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021 (S. 143 f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Kübra Gümüşay überlegen viele andere, ob wir vielleicht gänzlich darauf verzichten sollten, „Menschen nach ihrer Geschlechtsidentität“ zu kategorisieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Gümüşay, Kübra: Sprache und Sein. München 2021 (S.21).&amp;lt;/ref&amp;gt; Lann Hornscheid, bis 2016 Professorens am Zentrum für tranzdisziplinäre Geschlechterstudien der Berliner Humboldt-Universität, hat deshalb früher &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülX&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und später &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülens&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; vorgeschlagen. Hermes Phettberg und Thomas Kronschläger plädieren für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülys&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Hermes Phettberg war ein österreichisches Schauspiely, Aktionskünstly und Schriftstelly. Seit 2019 verwendet das Sprachdidaktiky Thomas Kronschläger an der TU Braunschweig dessen y-Variante für eine entgenderte Sprache.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl.: Thomas Kronschläger (Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung): Entgendern nach Phettberg. Am 28.01.2022 auf www.bpb.de https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/geschlechtergerechte-sprache-2022/346085/entgendern-nach-phettberg/ (zuletzt 09.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Debatte um eine ge- oder entgenderte Sprache wird uns noch lange beschäftigen und die Positionen und Sprachvorschläge ändern sich immer wieder. Und da Menschen dazu neigen, die Variante, mit der sie sozialisiert wurden, für die passendste zu halten, die Menschen aber in unterschiedlichen Zeiten, unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und unterschiedlichen Regionen mit jeweils unterschiedlichen Sprachvarianten sozialisiert wurden, gibt es inzwischen Verfechter für ganz verschiedene Varianten, oft ohne dass diese kritisch reflektiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zur Zeit in Westdeutschland verbreiteste Gendervariante ist die mit Sternchen oder Doppelpunkt, die im mündlichen Sprachgebrauch mit dem Glottisschlag, der kleinen Pause, gesprochen wird. Je konsequenter mensch diesen Ansatz jedoch zu Ende denkt, desto größer wird das sprachliche Dilemma, denn die Sprache wird immer unverständlicher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Sprachbarrieren ===&lt;br /&gt;
Sprache, die gendert, wird komplizierter - das lässt sich nicht von der Hand weisen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jede und jeder Bürger:in kann am Sonntag in sein:ihr Wahllokal gehen und seine:ihre Stimme abgeben. Im Wahlkampf haben alle Kandidat:innen wie ein Löwe bzw. eine Löwin gekämpft. Wer unser:e neue:r Bürgermeister:in wird, wird am Montag von dem:der Pressesprecher:in dem:der Gewinner:in mitgeteilt. Er:sie lässt dann die Korken knallen!&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den &amp;quot;Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; wird darauf hingewiesen, dass durch diese Sprachverwendung erhebliche Sprachbarrieren entstehen, die die gesellschaftliche Teilhabe erschweren, für Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ... die eine Zuwanderungsbiografie haben.&lt;br /&gt;
* ... die eine Behinderung haben. (Der D&#039;&#039;eutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.&#039;&#039; bittet deshalb darum, dass auf die Schreibweise mit Satz- und Sonderzeichen verzichtet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Position des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands https://www.dbsv.org/gendern.html (zuletzt: 10.03.2026)&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
* ... die Leseschwierigkeiten haben oder Analphabeten sind  (immerhin 6,2 Mio in Dtl.!&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Es entsteht also das Dilemma, dass durch den Versuch, niemanden durch Sprache zu benachteiligen, andere vulnerable Menschengruppen durch Sprache benachteiligt werden - ein Diskriminierungsdilemma. &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
Und dabei ist das Sprachbeispiel oben noch ein einfaches. Noch schwieriger wird es, wenn mensch den Ansatz des Genderns konsequent weiterdenkt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäste&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wird inzwischen bereits oft &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäst:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gemacht, muss dann nicht auch aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Person&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Person:&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;er (PLURAL: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Personer:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;(?)) und aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Mensch&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Mensch:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; werden? Müsste &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Dackel&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Dackel:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; sein? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Genie&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Genie:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Fee&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Fee:er&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Opfer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die/der Opfer:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Leiche&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Leiche:r&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Der Leichnam&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Leichnam:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;?&amp;lt;ref&amp;gt;Alicia Joe: Warum Gendersprache scheitern wird. (o. J.)&lt;br /&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=aZaBzeVbLnQ&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das ergibt dann z. B. so einen Satz:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Der/die Person:er, der/die anonym den/die Dackel:in geschenkt bekommen hatte, hat sich sehr gefreut, den/die Schenkende eine:n Genie:in genannt, das seine/ihre geheimsten Wünsche errät, und all ihren Gäst:innen von seinem/ihrem geheimnisvollen Wünschererfüller:in erzählt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was machen wir, wenn die Männer es eines Tages ungerecht finden, dass im Plural der Artikel &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und das Possessivpronomen &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;ihr&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; verwendet wird? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bsp: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die&amp;lt;/u&amp;gt; Männer setzen sich auf&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ihre&amp;lt;/u&amp;gt; Plätze.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugegeben, dass ist nicht die aktuelle Diskussion, sondern weitergedacht. Dennoch: Bei konsequentem Gendern&amp;lt;ref&amp;gt;Definition &#039;&#039;Gendern&#039;&#039; nach dem &amp;quot;Handbuch geschlechtergerechte Sprache&amp;quot; des Dudenverlags von Diewald und Steinhauer, 2020, S. 49: &amp;quot;Gendern verstehen wir als ein sprachliches Verfahren, um Gleichberechtigung (...) im Sprachgebrauch zu erreichen.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; ist Sprache kein praktisch zu handhabendes Kommunikationswerkzeug mehr ist. Denn der Gerechtigkeitsanspruch, der zur Zeit an Sprache gestellt wird, ist aufgrund der Sprachstruktur praktisch unerfüllbar. Ihm zugrunde liegt eine These, die gänzlich verschiedene Kategorien vermischt.&lt;br /&gt;
[[Datei:GENUS = SEXUS-GENDER?!?.png|mini|409x409px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Gleichsetzung des grammatikalischen GENUS mit dem menschlichen SEXUS und GENDER ===&lt;br /&gt;
Die gesamte Debatte über geschlechtersensible Sprache fußt auf der These, Genus mit Sexus bzw. Gender gleichzusetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wissenschaftler kritisieren Genderpraxis des ORR. (o. J.) https://www.linguistik-vs-gendern.de/ (zuletzt 30. 03. 2026)&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möglicherweise wäre die Sprache gar nicht solch ein Thema in der Diskriminierungsdebatte geworden, würde die Grammatik nicht Begrifflichkeiten wie „Geschlecht“ sowie „maskulin“, „feminin“ und „neutral“ verwenden. Diese wurden vor ein paar Jahrhunderten aus dem Lateinischen übernommen und die Sprachwissenschaftler früherer Zeiten hätten gut daran getan, andere zu erfinden. Auf die Idee kamen sie aber nicht, nicht nur weil Latein damals der Maßstab für grammatische Kategorien waren, sondern weil es damals undenkbar war, dass die Welt nicht stramm binär sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso binär wurde auch noch in den 1980er Jahren gedacht, als seitens der feministischen Linguistikerinnen gefordert wurde, Frauen mitzunennen. Hatte man zuvor &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrer.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gesagt und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Gattungsbegriff ohne Geschlechtshinweis verstanden, wurde es nun wichtig &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrerinnen.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu sagen und das Geschlecht zu benennen. Der allgemeine, generische Plural &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wurde nun „generisches Maskulinum“ genannt, um die Dominanz der Männer in der Sprache zu verdeutlichen. Sprache wurde zu einem politischen Kampfmittel der westdeutschen Frauenbewegung. Dabei wurde von folgenden Thesen ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit Sexus.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets beide Geschlechter zu nennen bedeutet, die Gleichberechtigung zu unterstützen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige Sprache, die die Gleichberechtigung unterstützt, und eine moralisch falsche, die die Emanzipation behindert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Logik der feministischen Linguistikerinnen konnte in Westdeutschland (in Ostdeutschland verlief, wie gesagt, die Frauengleichberechtigung nicht gekoppelt an diese Gleichsetzung von Grammatik und Biologie) weitgehend überzeugen. Sie war zumindest so überzeugend, dass viele Menschen diese Logik verinnerlicht haben und ihr unhinterfragt immer noch folgen -  auch wenn inzwischen das binäre „beide“ durch „alle“ ersetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D. h. aus den Thesen der feministischen Linguistik wurden diese:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit &amp;lt;s&amp;gt;Sexus&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;Sexus und Gender&#039;&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets &amp;lt;s&amp;gt;beide&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;alle&#039;&#039; Geschlechter zu nennen bedeutet antidiskriminierend zu sein.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige und eine moralisch falsche Sprache.&amp;quot;&lt;br /&gt;
[[Datei:Partizipialformen als gendersensibler Pluralersatz.png|mini|Viel schwieriger umzusetzen als die Pluralformen sind bei einer Gleichsetzung des grammatikalischen Genus mit dem menschlichen Sexus und Gender allerdings Strukturen wie die Artikel und die verschiedenen Pronomen (Personal-, Possessiv- und Relativpronomen). -&amp;gt; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Der&amp;lt;/u&amp;gt; Mensch, &amp;lt;u&amp;gt;dem&amp;lt;/u&amp;gt; das rote Auto gehört und &amp;lt;u&amp;gt;dessen&amp;lt;/u&amp;gt; Ausweis bei &amp;lt;u&amp;gt;dem&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;Angestellten liegt, hat mir &amp;lt;u&amp;gt;seinen&amp;lt;/u&amp;gt; Namen verraten: Caroline.&#039;&#039; Insofern ist ein Ersatz der Pluralformen durch Partizipalformen sowieso keine tatsächliche Lösung ...|372x372px]]&lt;br /&gt;
Hier ergibt sich das Dilemma einer inkohärenten Logik, denn für ein völlig neues gesellschaftliches Anliegen (Binarität überwinden und so Geschlechteridentitätengerechtigkeit herstellen) wurde die binäre Argumentationslogik eines völlig anderen, binären gesellschaftlichen Anliegens (die Menschheit besteht aus Frauen und Männern und beide sind gleichberechtigt) übernommen – ein Denkfehler mit politischen Folgen. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Menschen in Westdeutschland sich an den Fehler, Genus mit Sexus gleichzusetzen bereits gewöhnt hatten und es ihnen deshalb nicht weiter auffiel, als sich diese Gleichsetzung auf Gender ausweitete. In Ostdeutschland fiel und fällt den Menschen dieser Fehler aber sehr wohl auf - und so entsteht das Dilemma einer Spaltung. Genus und Sexus gleichzusetzen war in den Zeiten der Frauenbewegung eine politisch motivierte Interpretation, die aber zu hinterfragen ist, weil verschiedene Kategorien vermischt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Marie F. Pusch findet fake facts als politisches Kampfmittel legitim - das wird deutlich im Podcast „Alles gesagt?“ (von DIE ZEIT)  mit Luise F. Pusch am 22.11.2022: „Luise Pusch, warum ist Deutsch eine Männersprache?“&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch der Anspruch, „tatsächlich alle Gruppen und Identitäten abzubilden, (stößt) an klar benennbare sprachlogische Grenzen. So ist es bei Lichte betrachtet unmöglich, für alle denkbaren Identitäten eine adäquate, gleichberechtigte grammatikalische Repräsentation zu finden.“, schreibt Svenja Flaßpöhler.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 143 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Frage, ob Sprache das Geschlechterbewusstsein bedingt ===&lt;br /&gt;
Um die Notwendigkeit einer neuen Sprache zu begründen, wurden psycholinguistische Studien gemacht. Man wollte herausfinden, ob das generische Maskulinum männliche Assoziationen erzeuge, ob also bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Einwohner&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eher an männliche Personen gedacht würde. Dieser Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen - werden alledings je nach politischer Intention immer wieder unterschiedlich interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Philipp Hübl hat Studien zur vermuteten Sprachwirkung auf die Gleichberechtigung ausgewertet und kam zu einem negativen Befund. Vgl. Hübl, Philipp: Vorlesung an der Universität der Künste in Berlin 2023: Einführung ins kritische Denken. Sondersitzung: Gendern. 2023. https://www.youtube.com/watch?v=gOEGKm5IAE4 &amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein unüberwindbares Problem bei jeder Studie zu diesem Thema ist das Untersuchungssetting - denn diese Studien finden und fanden in einer Zeit statt, als die Sprecher und Sprecherinnen bereits von der Sprachdebatte und der Genderpraxis geprägt waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 29.&amp;lt;/ref&amp;gt; Studien aus der Zeit vor 1980 liegen nicht vor; weibliche Menschen, die damals spachlich sozialisiert wurden, berichten allerdings, dass sie sich niemals ausgeschlossen gefühlt hätten, weil eindeutig war, dass &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; ungeschlechtlich definiert war und alle Menschen meinte. In dem Moment, in dem &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Plural für männliche Menschen verstanden wird, stellt man sich selbstverständlich Männer dabei vor. Dieser Frage ist deshalb durch empirische Studien also leider schlicht nicht zu beantworten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lohnt sich allerdings ein Blick in Sprachgemeinschaften, deren Sprache keinerlei Unterscheidung bzgl. des Geschlechts kennen. Das Türkische oder das Persische sind solche Sprachen. Doch,  so schreibt Navid Kermani, es ist „ein Trugschluss, dass sich aus der sprachlichen Gleichheit der Geschlechter reale soziale Gleichheit ergibt.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Kermani, Navid: Mann, Frau, völlig egal. In: DIE ZEIT Feuilleton.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich hat der Inhalt von Sprache eine Wirkung auf das Bewusstsein. Beispielsweise macht es einen Unterschied, ob von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Scheinehe&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Schutzehe&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; gesprochen wird, von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Sonderabfall&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Giftmüll&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Militärischer Spezialoperation&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Angriffskrieg&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Stefanowitsch, Anatol: Eine Frage der Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen. 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aber hier sind wir auf der inhaltlichen Ebene von Sprache. Bei Gendersternchen oder Doppelpunkt befinden wir uns auf der symbolischen Ebene von Zeichen. Das wird oft verwechselt, auch von Anatol Stefanowitch in seinem Buch &amp;quot;Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen.&amp;quot;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Sexismus ===&lt;br /&gt;
Das Nennen aller nur möglichen Geschlechter und Geschlechtsidentitäten bringt eine geschlechtliche Kategorisierung in die Sprache und an jeden Menschen. Obwohl das Ziel des Genderns ist, Sexismus zu bekämpfen, ist es dennoch unbeabsichtigt eine sexistische Praxis, sagt Nele Pollatschek. „Wenn wir im Deutschen gendern, dann sagen wir damit: Diese Information ist so wichtig, dass sie immer mitgesagt werden muss.“ Damit machen wir das Geschlecht „zur wichtigsten Identitätskategorie.“ Nele Pollatschek vergleicht die gendersensible Sprachweise der Deutschen, die „sich für das permanente Benennen von Geschlechterunterschieden entschieden haben“ mit der der Briten, die „das Anzeigen von Geschlechtlichkeit so weit wie möglich vermeiden“&amp;lt;ref&amp;gt;Pollatschek, Nele: Deutschland ist besessen von Genitalien. Gendern macht die Diskriminierung nur noch schlimmer. Ein Gastbeitrag im Tagesspiegel am 30. 08. 2020 (28.08.2023)&amp;lt;/ref&amp;gt; und spricht sich klar für die britische Sicht als die zielführendere aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Nele Pollatschek: Dear Oxbridge. Liebesbrief an England. Berlin 2020 (S. 185 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Ist es nicht völlig schnuppe, ob Angela Merkel weilbliche Geschlechtsorgane hat und Friedrich Merz männliche? Und falls doch nicht – würde uns das etwas angehen?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Navid Kermani meint, dass er das Gendern der Sprache als „eine geistige wie politische Regression“ wahrnimmt, denn „Geschlechtszuschreibungen gehen nicht in zwei, sie gehen aber auch nicht in 27 Kategorien auf. Zu meinen, man könnte mittels Sprache jederzeit jedem Angesprochenen gerecht werden, verkennt nicht nur ihr Wesen; es legt die Angesprochenen überhaupt erst fest auf eine Identität. (…) (Aber) wir sind nicht eindeutig, niemand von uns, weder ethnisch noch kulturell, weder psychologisch noch geschlechtlich, (…).“ Und Svenja Flaßpöhler formuliert: „Dem Kampf um Bezeichnungen wohnt die Dialektik inne, dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen.“    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Klassismus ===&lt;br /&gt;
Da die meisten Menschen sich mit der Sprachvariante wohlfühlen, mit der sie sozialisiert sind, und die akademische Bildungsschicht den sprachlichen Veränderungen stärker zugewandt ist, ist die genderinklusive Sprache inzwischen zu einem Unterscheidungsmerkmal geworden, mit dem sich die kreative Klasse und akademische Elite von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. „Gendern ist das Latein der neuen Eliten.“, sagt der Philosoph Philipp Hübl.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp am 11.10.2023 in: wissenschaftskommunikation.de https://www.wissenschaftskommunikation.de/gendern-ist-das-latein-der-neuen-eliten-71125/ (13.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Soziologe Pierre Bordieu&amp;lt;ref&amp;gt;Bordieu: Die feinen Unterschiede. Frankfurt a. M. 2018 (26. Auflage).&amp;lt;/ref&amp;gt; machte darauf aufmerksam, dass die Ungleichheit der Gesellschaft nicht nur durch die ungleiche Verteilung von ökonomischem Kapital entsteht und fortbesteht, wie Karl Marx meinte, sondern auch durch „die feinen Unterschiede“. Bordieu analysierte, dass weitere Kapitalarten für die Aufrechterhaltung von sozialer Ungleichheit verantwortlich sind: Soziales Kapital ist bedeutsam und kennzeichnet, über welche gesellschaftlichen Beziehungen und Netzwerke jemand durch seine Familie oder Sozialisation verfügt. Die Position in der gesellschaftlichen Hierarchie wird außerdem durch das kulturelle Kapital (Bildung, Handlungswissen und formale Abschlüsse sowie Titel) bestimmt sowie das symbolische Kapital. Damit ist der Lebensstil und das Auftreten gemeint - die Sprache, die Manieren, der Musik-, Kunst- und Einrichtungsgeschmack, die Essgewohnheiten, das Modeverhalten, etc. Bordieu nennt das den Habitus eines Menschen. Ein Habitus ist fast unveränderbar, weil er quasi mit der Muttermilch aufgesogen wird und zur persönlichen Disposition wird. Egal, wo jemand geht oder steht – man „riecht“ stets, aus welchem „Stall“ jemand kommt. Ein erfolgreicher Unternehmer beispielweise, der es zu erheblichem Vermögen geschafft hat, gehört trotz seines ökonomischen Kapitals noch lange nicht zur gesellschaftlichen Oberschicht, solange er nicht über den Habitus dieser Schicht verfügt und die Codes nicht kennt. Am Habitus erkennt man sich. Das macht es so schwer, die soziale Klasse zu wechseln und das ist ein Faktor, der bestehende, ungleiche Verhältnisse festschreibt. Der Habitus ist ein Distinktionsmerkmal, mit dem man sich voneinander abgrenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Distinktionsmerkmal ist inzwischen das Gendern geworden. Philipp Hübl spricht vom Soziolekt einer sich als progressiv verstehenden Elite. Die als geschlechtergerecht markierte und vermeintlich moralisch überlegene Sprache dient nicht mehr nur dem politischen Erkennen, sondern ist auch zu einem Abgrenzungsmerkmal der Bildungsoberschicht geworden. Gendern ist sowohl „ein Loyalitätssignal“ &amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Moralspektakel. 2024 (S. 202 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; als auch ein Distinktionsmerkmal geworden, mit dem eine recht homogene, politisch links orientierte, urbane, akademisch gebildete und sozial besser gestellte Gesellschaftsschicht sich sprachlich von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. Wer nicht mitmacht, hat im akademischen Kultur, Medien- und Lehrbetrieb keine Chance. „Diese Eliten (...) haben mit der politischen Korrektheit ihren eigenen Jargon gefunden, übersehen aber oft, dass sie damit andere diskriminieren, nämlich diejenigen, die da nicht mithalten können und denen der Kosmopolitismus mit seinen neuen Codes gar nicht zusagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Die aufgeregte Gesellschaft. München 2019, S. 235.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Urteil wird dann entweder gönnerhaft oder missgünstig, in jedem Fall von oben herab gefällt: „Die sind noch nicht soweit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man als junger Mensch aus einem sozialen Millieu, in dem nicht gegendert wird, Erfolg in der Schule und an der Universität haben, muss man sich anpassen. Dabei bedeutet „anpassen“ nicht, lediglich eine andere Pluralform zu nutzen – nein, es bedeutet einen ganz anderen Sprachhabitus anzunehmen. Dieser neue Sprachhabitus führt aber unweigerlich zu einer Distanzierung vom Herkunftsmillieu, der Familie und den alten Freunden, denn dort wird der neue Code als Abgrenzung erlebt. Der Druck, sich auf die von Akademikern für korrekt befundene inklusive Sprache einzulassen, bringt Menschen aus nicht akademischen Herkunftmillieus in einen unbewussten Entscheidungskonflikt zwischen Bildungserfolg und Herkunftsmillieuzugehörigkeit. Dieser Entscheidungskonflikt wirkt wie ein „sozialer Filter“.&amp;lt;ref&amp;gt;Mehr zum „sozialen Filter“ in El Mafaalani: Mythos Bildung. 2022, S. 91. El-Mafaalani bezieht sich allerdings nicht auf Sprache als Habitusmerkmal.&amp;lt;/ref&amp;gt; Und wichtigster Grund für diesen Entscheidungskonflikt ist der Habitus, von dem die eigene Sprache ein wesentlicher Teil ist – und der fast so sehr zu uns gehört und unabstreifbar ist wie unsere Haut, wie wir von Bordieu wissen. Die inklusive Sprache führt also unbeabsichtigt von dem gut gemeinten Vorsatz, Menschen aufgrund ihres Geschlechtes zu diskriminieren, dazu, dass Menschen klassistisch diskriminiert werden: noch ein Diskriminierungsdilemma.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der kontraproduktiven Wirkung ===&lt;br /&gt;
Die Paarung von gesellschaftlicher Abgrenzung und moralischer Überlegenheit, die die linke wohlhabende Bildungsoberschicht bzgl. ihrer Gendersprache für sich in Anspruch nimmt und der ein gewaltiger Snobismus inne wohnt, führt zu einem Dilemma der politischen Wirkung. Denn dadurch, dass die Sprache von dieser wohlhabenden, akademischen, kreativen Schicht, zu der viele Journalisten, Politiker und andere Prominente gehören, im Alleingang neu verhandelt wird, verlieren diese für viele Menschen ihre Glaubwürdigkeit. Niemand möchte arrogant von oben herab behandelt werden, und deshalb verlieren Politiker das vertrauen und der öffentlich-rechliche Rundfunk seine Akzeptanz. Manche Menschen wenden sich als Folge politisch oder religiös radikal konservativen Gruppen zu – und so schadet das Gendern paradoxerweise seinem eigenen Anliegen. Dass viele Menschen sich vom sprachlichen Duktus der intellektuellen Elite ausgeschlossen fühlen und sie deshalb zu hassen beginnen, hat u. a. der Politikwissenschaftler Yascha Mounk herausgearbeitet.&amp;lt;ref&amp;gt;Mounk, Yasha: Im Zeitalter der Identität. Vom Aufsteig einer gefährlichen Idee. 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bitmoji .png|mini|368x368px|Ich schließe mich Svenja Flaßpöhler an, die sagt: Vor dem Hintergrund, dass dem Kampf um Bezeichnung die Dialektik innewohnt, „dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen“, (…) „erscheint das generische Maskulinum in seiner Geschlechtsunabhängigkeit plötzlich in einem anderen Licht. Liegt seine poststrukturalistische Perspektive nicht gerade darin, dass es von geschlechtlichen Identifikationen absieht? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Busfahrer&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Busfahrer*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;innen: Nicht das Geschlecht, sondern das Tun wäre der Kern der Bezeichnung. Unbestritten gehört es zu den Errungenschaften der Emanzipation, dass man Menschen nicht auf ihr Geschlecht reduziert, sondern für das anerkennt, was sie können und machen. Wenn es gelänge, das generische Maskulinum als universale, geschlechtsunabhängige Bezeichnungspraxis zu nehmen, die es rein formal ist: Böte es dann nicht ein erstaunliches emanzipatorisches Potenzial – und zwar gerade durch seine umfassende Bezeichnungskraft, die nicht nur einzelne Gruppen meint, sondern alle?“&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 142 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
Ich persönlich finde es problematisch, schulterzuckend in Kauf zu nehmen, so vielen Menschen Teilhabe an Sprache und damit Gesellschaft zu erschweren oder gar zu verwehren. Hier wird von den Befürwortern der Gendersprache eine angebliche, nur auf sprachlicher Symbolik beruhende Benachteiligung über eine tatsächliche sprachliche Benachteiligung gestellt. Eine verkomplizierende, symbolische Sprachreform achtlos auf Kosten von anderen, ebenso vulnerablen gesellschaftlichen Gruppen zu fordern, finde ich sehr fragwürdig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Frage der geschlechtergerechten Sprache mahnt der Rat für deutsche Rechtschreibung zur Sensibilität gegenüber dem Thema, spricht aber keine Norm aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26.03.2021 Kurzgefasst wird gesagt: „Der Rat für deutsche Rechtschreibung bekräftigt in seiner Sitzung am 26.03.2021 seine Auffassung, dass allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache begegnet werden soll und sie sensibel angesprochen werden sollen. Dies ist allerdings eine gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Aufgabe, die nicht allein mit orthografischen Regeln und Änderungen der Rechtschreibung gelöst werden kann. Das Amtliche Regelwerk gilt für Schulen sowie für Verwaltung und Rechtspflege. Der Rat hat vor diesem Hintergrund die Aufnahme von Asterisk („Gender-Stern“), Unterstrich („Gender-Gap“), Doppelpunkt oder anderen verkürzten Formen zur Kennzeichnung mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen im Wortinnern in das Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung zu diesem Zeitpunkt nicht empfohlen.“ https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine einheitliche Sprachvariante zu finden ist inzwischen wohl gar nicht mehr möglich. Selbst der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch (und der hat in „Eine Frage der Moral“  immerhin ein ganzes Buch lang für sensible Sprache plädiert) sagt inzwischen: „Am besten wäre es, wenn wir aufhören würden, nach einheitlichen Sprachregelungen zu rufen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Stefanowitsch, Anatol (Professor für Sprachwissenschaft an der FU Berlin): Interview am 30.09.2020 im Tagesspiegel. Anatol Stefanowitsch ist der Autor des Buches „Eine Frage der Moral. Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen.“, erschienen 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesem Appell möchte ich mich anschließen. Welche Dilemmata mit den verschiedenen Sprachvarianten und mit der gesellschaftlichen Diskussion darüber einhergehen, habe ich aufgezeigt. Auch ich erlebe dabei den sozialen Druck, eine geschlechterinklusive Sprachvariante als Loyalitätssignal zu nutzen. Denn die jeweils verwendete Sprachvariante wird gegenwärtig so stark als ein Signal von Moral gewertet, dass sie in Arbeitsprozessen Vertrauensbildung sowohl unterstützen als auch verhindern kann. In der Arbeit mit jungen Menschen, die grade von der Uni kommen, erlebe ich häufig eine misstrauische Distanz, wenn die jungen Akademiker wahrnehmen, dass ich nicht die gleiche Sprachvariante nutze, die sie selbst für die richtige halten. Deshalb ist es notwendig, dass jeder von uns seine jeweils gewählte Variante kommuniziert und begründet, um als Sprecher niemanden zu verletzen und um als Sprechende nicht vorschnell in eine Schublade gesteckt zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist verwende ich die generische Form &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; in ihrer genderneutralen Definition, die alle Geschlechter und Identitäten umfasst. Manchmal versehe ich diese mit einem * (&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;), weil ich weiß, dass vielen jungen Menschen die inklusive Bedeutung der generischen Form nicht mehr bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen und Anmerkungen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehrerbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker&amp;diff=152265</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker</title>
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		<updated>2026-04-20T14:41:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Sabine Häcker- Wem gehört Weihnachten? (Cover).jpg|mini|334x334px|&#039;&#039;&#039;Weihnachten als kulturelles Fest&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;284 Seiten, 120 Abb.)&#039;&#039; Die Kulturgeschichte analysiert die weltlichen Anteile von Weihnachten und ist eine inklusive Weihnachtseinladung! ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Über mich==&lt;br /&gt;
[[Datei:COVER Wie wurde Weihnachten erfunden? - Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag (von Sabine Häcker, 2025).jpg|mini|339x339px|&#039;&#039;&#039;Weihnachten als religiöses Fest&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;92 Seiten, 20 Abb.)&#039;&#039; Dieser Band erklärt die christlich-religiöse Seite von Weihnachten aus geschichtlicher Perspektive. Er zeigt u. a. anhand der beiden Erzählungen von Lukas und Matthäus auf, warum die Bibel im Kontext ihrer Entstehung zu lesen und nicht wortwörtlich zu nehmen ist.]]&lt;br /&gt;
Mein Name ist Sabine Häcker, ich habe Deutsch-als-Fremdsprache, Arbeitslehre und Erziehungswissenschaften studiert und bin schon viele Jahre Fachdirektorin für Bildungswissenschaften. Als Lehrerin habe ich Deutsch, DaF und DaZ, Geschichte, Werken, Textil und Arbeitslehre unterrichtet, sowohl in inklusiven Lerngruppen als auch in Haupt-, Realschul- und Gymnasialklassen. Meine Arbeitsschwerpunkte sind Sprachbildung, inklusives Lernen und Lehren in heterogenen Gruppen, interkulturelle Pädagogik in der Migrationsgesellschaft sowie Prävention von religiösem Extremismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Veröffentlichungen&#039;&#039;&#039; neben den hier eingestellten Materialien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Sabine Häcker: &#039;&#039;Wem gehört Weihnachten? - Brauchtum, Glaube und Politik&#039;&#039;. (2025) https://shop.tredition.com/booktitle/Wem_geh%3frt_Weihnachten/W-926-650-183&lt;br /&gt;
*Sabine Häcker: &#039;&#039;Wie wurde Weihnachten erfunden? - Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag&#039;&#039;. (2025) https://shop.tredition.com/booktitle/Wie_wurde_Weihnachten_erfunden/W-695-484-617&lt;br /&gt;
* Sabine Häcker: &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Geschichten der Buchreligionen&#039;&#039;. (2025) Open-access-Veröffentlichung: https://www.grin.com/document/1563601&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sabine Häcker: &#039;&#039;David und Goliath in Bibel und Koran.&#039;&#039; In: LIFE – Ideen und Materialien für interkulturelles Lernen. 2005. &lt;br /&gt;
* [[Datei:Weihnachtsexpertin Sabine Häcker .jpg|mini|232x232px|Möchten Sie mich zu einer Lesung oder Fortbildung einladen? Dann nehmen Sie gern Kontakt mit mir auf, entweder über Instagram https://www.instagram.com/weihnachtswissen/ oder über das Landesinstitut für Schule Bremen. ]][[Datei:Lesung am 4.12.2025 in Bremen.jpg|mini|308x308px|Lesung im Dez. 2025 im Café Lilie in Bremen]]Sabine Häcker: &#039;&#039;Gedichte in zwei Sprachen.&#039;&#039; In: Praxis Deutsch, Heft 157, 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Materialien für den Unterricht==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Diese Unterrichtsmaterialien stellen keine vollständigen Unterrichtseinheiten dar, weil sie zwar einen hohen Bildungswert haben, teilweise aber außerhalb der üblichen Curricula stehen. Die Materialien sind deshalb als kleine Sequenzen konzipiert, die andere Unterrichtseinheiten ergänzen oder im Schulalltag anlassbezogen eingeschoben werden können.&lt;br /&gt;
* Die Materialien auf dieser Seite sind inhaltliche Ausarbeitungen und Angebote, enthalten aber kaum methodische Hinweise (weil die methodische Anlage eines Lernprozesses jeweils in Bezug auf die Lerngruppe und die Rahmenbedingungen abgestimmt werden muss).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===&#039;&#039;&#039;[[Weihnachtswissen]] (fächerübergreifend)&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Weihnachten ist weit mehr als ein christlicher Feiertag. Das Fest, das jedes Jahr den Dezember dominiert, in seiner kulturellen Vielschichtigkeit wahrzunehmen, halte ich für überfällig und gesellschaftlich relevant. Deshalb habe ich die Unterrichtsmaterialien WEIHNACHTSWISSEN entwickelt und zwei Bücher über Weihnachten geschrieben, die dem Fest kultur- sowie religionsgeschichtlich nachgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kleine Wissenshäppchen gibt es auch auf Instagram: https://www.instagram.com./weihnachtswissen/&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Die Vielschichtigkeit von Weihnachten ist historisch bedingt: Schon seit jeher wurde gefeiert, wenn die Vorratskammern gefüllt und in den dunklen Wintertagen Zeit für Muße war. Gleichzeitig waren mit der dunklen Zeit um die Wintersonnenwende Ängste vor Krankheit und Unglück verbunden, die zu vielen gemeinschaftlichen Abwehrritualen führten. Im 4. Jahrhundert legte die Kirche in Rom ihre Gottesdienstfeier zu Ehren der Geburt Jesu auf den 25. Dezember, um von polytheistischen Kulten zur Wintersonnenwende zu profitieren. Die unterschiedlichen Ebenen von Jahreszeit, Volksglauben und Christentum verwoben sich viele Jahrhunderte lang und brachten eine Fülle von Brauchtum hervor.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zu den Weihnachtstraditionen ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Die verschiedenen Weihnachtstraditionen werden im Spektrum von christlich-religiös bis weltlich eingeordnet.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Warum ist Weihnachten das größte Fest im Jahreslauf?|Warum ist Weihnachten das größte Fest im Jahreslauf?]] (Jhg. 5/6 sowie 9/10; zwei Versionen)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtskarten|Warum schreiben wir uns Weihnachts- und Neujahrsglückwünsche?]] (Jhg. 5)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Wichtel|Wie haben sich die Wichtel in die Weihnachtstraditionen geschlichen?]] (Jhg. 5/6)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsbaum/Lied O Tannenbaum|Lied: O Tannenbaum + Frakturschrift]] (Jhg. 5-7)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsbaum|Wofür steht der Weihnachtsbaum?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Namensherkunft|Woher kommt der Name Weihnachten und ist er ein christlicher Begriff?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/USA/Rudolph|Who is Rudolph the red-nosed reindeer?]]  (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Woher kommt der Nikolaus?|Woher kommt der Nikolaus?]] (Jhg. 7/8)&lt;br /&gt;
*Woher kommt der Weihnachtsmann? (Jhg. 7/8 -&amp;gt; noch in Planung)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Tradition/USA/SantaClaus|Where does the US-american Santa Claus come from?]] (Jhg. 8)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsferien|Weshalb gibt es nach Weihnachten Ferien?]] (Jhg. 5/6)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Glückssymbol/Schwein|Zum Jahresanfang: Warum ist das Schwein ein Glückssymbol?]] (Jhg. 5)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zum Hintergrund des christlichen Anteils von Weihnachten ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Die Grundlage für das christliche Feiern der Geburt Christi sind die beiden Weihnachtsgeschichten im Neuen Testament. Die biblischen Erzählungen beschreiben die Umstände von Jesu Geburt allerdings höchst widersprüchlich und ihre Erarbeitung geht deshalb einher mit der Erkenntnis, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist. Das ist im Hinblick auf die momentan weltweit zunehmende rechts-religiöse Radikalisierung als ein Beitrag nicht nur zur Religionskunde, sondern auch zur politischen Bildung zu sehen.&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Datum|Warum wurde der Geburtstag Jesu auf 25.12. gelegt?]] (Jhg. 5/6)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Datum/orthodox|Warum feiern manche orthodoxe Christen Weihnachten am 7. Januar?]]  (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/zwei unterschiedliche Weihnachtsgeschichten|Was erzählt die Bibel über Jesu Geburt?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Wieso wurde die biblische Maria als Jungfrau schwanger?]] (Jhg. 7/8)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! =====&lt;br /&gt;
Weitere, vertiefende Unterrichtsmaterialien zu den biblischen Geschichten (für Jhg. 9-12). ZIEL: Ausgehend von den Weihnachtsgeschichten von Lukas und Matthäus wird die Entstehung der Bibel und der Geschichten des Neuen Testaments aus historischer Perspektive erarbeitet. Dadurch wird deutlich, dass diese Geschichten nicht geschrieben wurden, um sie wörtlich zu verstehen oder für Fragen des heutigen Lebens als Richtschnur zu nehmen. Zudem wird die Entstehung des christlich-kirchichen Feiertages erarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zu politischen und kirchlichen Vereinnahmungen ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Es werden Vereinnahmungen und Instrumentalisierungen durch die Politik oder die Kirche analysiert.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Wie katholisch ist der skandinavische Luciabrauch?|Wie katholisch ist der skandinavische Luciabrauch?]] (Jhg. 8-10)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Politik/Antisemitismus|Wie wurde Weihnachten als  Anlass für Antisemitismus missbraucht? (Bsp. von 1903)]] (für Jhg. 8-10)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Politik/Vereinnahmung/1933-45|Wie wurde Weihnachten 1933-45 für die NS-Politik instrumentalisiert?]] (Jhg. 9-11)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Politik/AdenauerzeitKalterKriegBRD|Wie wurde Weihnachten in der Zeit des Kalten Krieges von der westdeutschen Politik inszeniert?]]  (Jhg. 10-12)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zur Entstehung der häuslichen Weihnachtsfeier ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Wenig bekannt ist, dass die private Familienfeier mit Geschenken und Weihnachtsbaum sich um 1800 aus dem Zeitgeist der Aufklärung entwickelte und die Werte der neuen Zeit spiegelte. Um das zu nachzuvollziehen, ist es sinnvoll, zuerst zu erarbeiten, wie Weihnachten zuvor war, und dann die Neuerungen der Aufklärung zu behandeln.&lt;br /&gt;
# [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/EpocheAufklärung/Weihnachten um 1700 Aberglauben Einkehrbräuche Umzugsbräuche|Aberglaube und Heischebräuche: Weihnachten vor der Epoche der Aufklärung]] (Jhg. 10-12)&lt;br /&gt;
# [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/EpocheAufklärung/FriedrichSchleiermacher1806/Geschenke und Besinnlichkeit: Weihnachten feiert die Ideale der Aufklärung|Geschenke und Besinnlichkeit: Weihnachten feiert die Ideale der Aufklärung]]  (Jhg. 10-12)&lt;br /&gt;
# Warum stand der erste Weihnachtsbaum in Wien im Salon einer Jüdin? (Jhg. 10-12) -&amp;gt; noch in Planung!&lt;br /&gt;
[[Datei:Hinweis auf Unterrichtsmaterial zu Ostern.png|mini|262x262px|[[Osterwissen]] Das Material für Jhg. 4-7 erklärt, warum Ostern nicht nur ein christlicher Feiertag, sondern auch ein traditionelles Frühlingsfest ist.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Interkulturelle und interreligiöse Bildung&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Christi zu tun?&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; [[Benutzer:Sabine Häcker/Osterwissen|Ostern]] (Jhg. 4-7) ZIEL: Viele Kinder denken, dass Ostern bloß ein christliches Fest ist. Ostern hat aber mehrere Ebenen und ist auch ein traditionelles (und inklusives) Frühlingsfest - der Osterhase jedenfalls hat mit Religion nichts zu tun!&lt;br /&gt;
*[[Islam: Entstehung]] (Jhg. 5/6) ZIEL: Die Entstehung der neuen Religion, die Mohammed im 7. Jhd. in Arabien begründete, vor dem Hintergrund der damaligen gesellschaftspolitischen Situation nachvollziehen.&lt;br /&gt;
* [[Datei:Open-access-Veröffentlichung.jpg|mini|Religionskundliche Unterrichtsmaterialien (39 Seiten) für Jhg. 5-7; open access kostenfrei im Internet zu lesen oder - etwas lesefreundlicher - als PDF für 1,- zu erwerben. https://www.grin.com/document/1563601|357x357px]][[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran]] (Jhg. 4-6) ZIEL: Erkennen, dass die Erzählungen in der Bibel und im Koran unterschiedlich interpretiert werden können und wie unterschiedlich die Deutung werden kann, wenn der historische Kontext einbezogen wird.&lt;br /&gt;
* [[David und Goliath in Bibel und Koran]] (Jhg. 5/6) ZIEL: Diese bekannte Erzählung ist ein Beispiel für Gemeinsamkeiten von Bibel und Koran.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Wieso wurde die biblische Maria als Jungfrau schwanger?]] (Jhg. 7/8) ZIEL: Anhand der wundersamen Jungfräulichkeit Marias, von der sowohl die Bibel als auch der Koran erzählt, wird der Einfluss früherer Lebensverhältnisse und patriarchaler Machtverhältnisse auf die Entstehung der alten Schriften erarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Politische Bildung zu Themen rund um Religion&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
* [[Schwangerschaftsabbruch: Positionen der Kirchen und der Bibel|Schwangerschaftsabbruch: Positionen der Kirchen (und der Bibel)]] (Jhg. 9-11) ZIEL: Da die politische Diskussion über Abtreibung wie bei wenig anderen Themen von unterschiedlichen und unversöhnlichen religiösen Standpunkten beeinflusst wird, ist es sinnvoll, die Standpunkte der unterschiedlichen religiösen Bewegungen/ Kirchen zu kennen.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Religionswissen/religiöser Extremismus|Materialsammlung: Religiöser Extremismus und Prävention]] (Jhg. 11-13 sowie Lehrerbildung) ZIEL: Der religiöse Extremismus gewinnt in der Politik weltweit und in Dtl. an Einfluss. Diese politischen Einflüsse zu kennen und zu analysieren zielt auf die Stärkung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;[[Berufliche Bildung]]&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/BeruflicheBildung/Gesellen auf Wanderschaft|Gesellen auf Wanderschaft]] (Jhg. 10/11) ZIEL: Die Schüler lernen eine Form der Weiterbildung abseits des Mainstreams kennen (und ein Stück Kulturgeschichte).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Nachhaltigkeitsbildung&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Werkunterricht: [[Benutzer:Sabine Häcker/Nachhaltigkeitsbildung/Warum kaufen wir kein Tropenholz für die Holzwerkstatt|Warum kaufen wir kein Tropenholz für die Holzwerkstatt?]] (kurz und knapp erklärt, für Jhg. 6-9) ZIEL: Am Beispiel der schulischen Holzwerkstatt wird erklärt, warum aus der Perspektive der Nachhaltigkeit kein Tropenholz gekauft werden sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Materialien für die Lehrerausbildung im Referendariat ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;[[Sprachbildung]] und -förderung&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sprachwissen für Lehrende ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Warum wird das ß &amp;quot;sz&amp;quot; genannt?.jpg|mini|Warum wird das ß &amp;quot;sz&amp;quot; genannt? Dieses historische Straßenschild zeigt: Früher wurde das &#039;&#039;ß&#039;&#039; als Buchstabenkombination &#039;&#039;sz&#039;&#039; geschrieben.|250x250px]]&lt;br /&gt;
ZIEL: Um sprachsensibel unterrichten zu können, braucht man als Lehrer zuerst einmal selbst Sprachwissen! Hier finden sich ein paar &amp;quot;Schnipsel&amp;quot;, d. h. eine unsystematische, zufällige Sammlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Sprachwissen/Komposita|Sprachwissen zum Stolperstein Komposita]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Sprachwissen/n-Deklination|Warum steht auf einem Brief &amp;quot;An Herrn Meier&amp;quot;, obwohl es doch eigentlich &amp;quot;Herr Meier&amp;quot; heißt? - die n-Deklination]] &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sprachbildungsschnipsel in Unterichtsmaterialien:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
** &amp;quot;Ich wünsche dir ein(en?) guten Rutsch.&amp;quot; - das Verb &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;wünschen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; mit DATIV und AKKUSATIV -&amp;gt; in: [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtskarten|Warum schreiben wir uns Weihnachts- und Neujahrsglückwünsche?]]&lt;br /&gt;
** Ungesicherte Informationen ausdrücken mit dem Modalverb &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder dem Redepartikel &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; -&amp;gt; in: [[Osterwissen]]  (für Jhg. 5-7)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sprachbildung in der Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sprachbildung bei der Unterrichtsplanung implementieren ausgehend von den konkretisierten sprachlichen Erwartungen (nach Tanja Tajmel): [[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Unterrichtsplanung/BeruflicheBildung/Telefongespräch|Planung von Sprachbildung und -förderung im Fachunterricht]] &lt;br /&gt;
* [[Sprachliche Differenzierung von Texten im Fachunterricht]]  (in Arbeit)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Geschlechtersensible Sprache und ihr Dilemma ====&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache|Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache]]: Warum der Wunsch nach geschlechterinklusiver Sprache so schwierig einzulösen ist. &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Hinweis &#039;&#039;&#039;zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache&#039;&#039;&#039;: Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
==Hilfe==&lt;br /&gt;
{{Hilfe Navigation}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker&amp;diff=152264</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker</title>
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		<updated>2026-04-20T14:41:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: /* Geschlechtersensible Sprache (und ihr Dilemma) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Sabine Häcker- Wem gehört Weihnachten? (Cover).jpg|mini|334x334px|&#039;&#039;&#039;Weihnachten als kulturelles Fest&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;284 Seiten, 120 Abb.)&#039;&#039; Die Kulturgeschichte analysiert die weltlichen Anteile von Weihnachten und ist eine inklusive Weihnachtseinladung! ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Über mich==&lt;br /&gt;
[[Datei:COVER Wie wurde Weihnachten erfunden? - Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag (von Sabine Häcker, 2025).jpg|mini|339x339px|&#039;&#039;&#039;Weihnachten als religiöses Fest&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;92 Seiten, 20 Abb.)&#039;&#039; Dieser Band erklärt die christlich-religiöse Seite von Weihnachten aus geschichtlicher Perspektive. Er zeigt u. a. anhand der beiden Erzählungen von Lukas und Matthäus auf, warum die Bibel im Kontext ihrer Entstehung zu lesen und nicht wortwörtlich zu nehmen ist.]]&lt;br /&gt;
Mein Name ist Sabine Häcker, ich habe Deutsch-als-Fremdsprache, Arbeitslehre und Erziehungswissenschaften studiert und bin schon viele Jahre Fachdirektorin für Bildungswissenschaften. Als Lehrerin habe ich Deutsch, DaF und DaZ, Geschichte, Werken, Textil und Arbeitslehre unterrichtet, sowohl in inklusiven Lerngruppen als auch in Haupt-, Realschul- und Gymnasialklassen. Meine Arbeitsschwerpunkte sind Sprachbildung, inklusives Lernen und Lehren in heterogenen Gruppen, interkulturelle Pädagogik in der Migrationsgesellschaft sowie Prävention von religiösem Extremismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Veröffentlichungen&#039;&#039;&#039; neben den hier eingestellten Materialien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Sabine Häcker: &#039;&#039;Wem gehört Weihnachten? - Brauchtum, Glaube und Politik&#039;&#039;. (2025) https://shop.tredition.com/booktitle/Wem_geh%3frt_Weihnachten/W-926-650-183&lt;br /&gt;
*Sabine Häcker: &#039;&#039;Wie wurde Weihnachten erfunden? - Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag&#039;&#039;. (2025) https://shop.tredition.com/booktitle/Wie_wurde_Weihnachten_erfunden/W-695-484-617&lt;br /&gt;
* Sabine Häcker: &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Geschichten der Buchreligionen&#039;&#039;. (2025) Open-access-Veröffentlichung: https://www.grin.com/document/1563601&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sabine Häcker: &#039;&#039;David und Goliath in Bibel und Koran.&#039;&#039; In: LIFE – Ideen und Materialien für interkulturelles Lernen. 2005. &lt;br /&gt;
* [[Datei:Weihnachtsexpertin Sabine Häcker .jpg|mini|232x232px|Möchten Sie mich zu einer Lesung oder Fortbildung einladen? Dann nehmen Sie gern Kontakt mit mir auf, entweder über Instagram https://www.instagram.com/weihnachtswissen/ oder über das Landesinstitut für Schule Bremen. ]][[Datei:Lesung am 4.12.2025 in Bremen.jpg|mini|308x308px|Lesung im Dez. 2025 im Café Lilie in Bremen]]Sabine Häcker: &#039;&#039;Gedichte in zwei Sprachen.&#039;&#039; In: Praxis Deutsch, Heft 157, 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Materialien für den Unterricht==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Diese Unterrichtsmaterialien stellen keine vollständigen Unterrichtseinheiten dar, weil sie zwar einen hohen Bildungswert haben, teilweise aber außerhalb der üblichen Curricula stehen. Die Materialien sind deshalb als kleine Sequenzen konzipiert, die andere Unterrichtseinheiten ergänzen oder im Schulalltag anlassbezogen eingeschoben werden können.&lt;br /&gt;
* Die Materialien auf dieser Seite sind inhaltliche Ausarbeitungen und Angebote, enthalten aber kaum methodische Hinweise (weil die methodische Anlage eines Lernprozesses jeweils in Bezug auf die Lerngruppe und die Rahmenbedingungen abgestimmt werden muss).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===&#039;&#039;&#039;[[Weihnachtswissen]] (fächerübergreifend)&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Weihnachten ist weit mehr als ein christlicher Feiertag. Das Fest, das jedes Jahr den Dezember dominiert, in seiner kulturellen Vielschichtigkeit wahrzunehmen, halte ich für überfällig und gesellschaftlich relevant. Deshalb habe ich die Unterrichtsmaterialien WEIHNACHTSWISSEN entwickelt und zwei Bücher über Weihnachten geschrieben, die dem Fest kultur- sowie religionsgeschichtlich nachgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kleine Wissenshäppchen gibt es auch auf Instagram: https://www.instagram.com./weihnachtswissen/&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Die Vielschichtigkeit von Weihnachten ist historisch bedingt: Schon seit jeher wurde gefeiert, wenn die Vorratskammern gefüllt und in den dunklen Wintertagen Zeit für Muße war. Gleichzeitig waren mit der dunklen Zeit um die Wintersonnenwende Ängste vor Krankheit und Unglück verbunden, die zu vielen gemeinschaftlichen Abwehrritualen führten. Im 4. Jahrhundert legte die Kirche in Rom ihre Gottesdienstfeier zu Ehren der Geburt Jesu auf den 25. Dezember, um von polytheistischen Kulten zur Wintersonnenwende zu profitieren. Die unterschiedlichen Ebenen von Jahreszeit, Volksglauben und Christentum verwoben sich viele Jahrhunderte lang und brachten eine Fülle von Brauchtum hervor.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zu den Weihnachtstraditionen ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Die verschiedenen Weihnachtstraditionen werden im Spektrum von christlich-religiös bis weltlich eingeordnet.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Warum ist Weihnachten das größte Fest im Jahreslauf?|Warum ist Weihnachten das größte Fest im Jahreslauf?]] (Jhg. 5/6 sowie 9/10; zwei Versionen)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtskarten|Warum schreiben wir uns Weihnachts- und Neujahrsglückwünsche?]] (Jhg. 5)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Wichtel|Wie haben sich die Wichtel in die Weihnachtstraditionen geschlichen?]] (Jhg. 5/6)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsbaum/Lied O Tannenbaum|Lied: O Tannenbaum + Frakturschrift]] (Jhg. 5-7)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsbaum|Wofür steht der Weihnachtsbaum?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Namensherkunft|Woher kommt der Name Weihnachten und ist er ein christlicher Begriff?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/USA/Rudolph|Who is Rudolph the red-nosed reindeer?]]  (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Woher kommt der Nikolaus?|Woher kommt der Nikolaus?]] (Jhg. 7/8)&lt;br /&gt;
*Woher kommt der Weihnachtsmann? (Jhg. 7/8 -&amp;gt; noch in Planung)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Tradition/USA/SantaClaus|Where does the US-american Santa Claus come from?]] (Jhg. 8)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsferien|Weshalb gibt es nach Weihnachten Ferien?]] (Jhg. 5/6)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Glückssymbol/Schwein|Zum Jahresanfang: Warum ist das Schwein ein Glückssymbol?]] (Jhg. 5)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zum Hintergrund des christlichen Anteils von Weihnachten ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Die Grundlage für das christliche Feiern der Geburt Christi sind die beiden Weihnachtsgeschichten im Neuen Testament. Die biblischen Erzählungen beschreiben die Umstände von Jesu Geburt allerdings höchst widersprüchlich und ihre Erarbeitung geht deshalb einher mit der Erkenntnis, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist. Das ist im Hinblick auf die momentan weltweit zunehmende rechts-religiöse Radikalisierung als ein Beitrag nicht nur zur Religionskunde, sondern auch zur politischen Bildung zu sehen.&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Datum|Warum wurde der Geburtstag Jesu auf 25.12. gelegt?]] (Jhg. 5/6)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Datum/orthodox|Warum feiern manche orthodoxe Christen Weihnachten am 7. Januar?]]  (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/zwei unterschiedliche Weihnachtsgeschichten|Was erzählt die Bibel über Jesu Geburt?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Wieso wurde die biblische Maria als Jungfrau schwanger?]] (Jhg. 7/8)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! =====&lt;br /&gt;
Weitere, vertiefende Unterrichtsmaterialien zu den biblischen Geschichten (für Jhg. 9-12). ZIEL: Ausgehend von den Weihnachtsgeschichten von Lukas und Matthäus wird die Entstehung der Bibel und der Geschichten des Neuen Testaments aus historischer Perspektive erarbeitet. Dadurch wird deutlich, dass diese Geschichten nicht geschrieben wurden, um sie wörtlich zu verstehen oder für Fragen des heutigen Lebens als Richtschnur zu nehmen. Zudem wird die Entstehung des christlich-kirchichen Feiertages erarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zu politischen und kirchlichen Vereinnahmungen ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Es werden Vereinnahmungen und Instrumentalisierungen durch die Politik oder die Kirche analysiert.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Wie katholisch ist der skandinavische Luciabrauch?|Wie katholisch ist der skandinavische Luciabrauch?]] (Jhg. 8-10)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Politik/Antisemitismus|Wie wurde Weihnachten als  Anlass für Antisemitismus missbraucht? (Bsp. von 1903)]] (für Jhg. 8-10)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Politik/Vereinnahmung/1933-45|Wie wurde Weihnachten 1933-45 für die NS-Politik instrumentalisiert?]] (Jhg. 9-11)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Politik/AdenauerzeitKalterKriegBRD|Wie wurde Weihnachten in der Zeit des Kalten Krieges von der westdeutschen Politik inszeniert?]]  (Jhg. 10-12)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zur Entstehung der häuslichen Weihnachtsfeier ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Wenig bekannt ist, dass die private Familienfeier mit Geschenken und Weihnachtsbaum sich um 1800 aus dem Zeitgeist der Aufklärung entwickelte und die Werte der neuen Zeit spiegelte. Um das zu nachzuvollziehen, ist es sinnvoll, zuerst zu erarbeiten, wie Weihnachten zuvor war, und dann die Neuerungen der Aufklärung zu behandeln.&lt;br /&gt;
# [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/EpocheAufklärung/Weihnachten um 1700 Aberglauben Einkehrbräuche Umzugsbräuche|Aberglaube und Heischebräuche: Weihnachten vor der Epoche der Aufklärung]] (Jhg. 10-12)&lt;br /&gt;
# [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/EpocheAufklärung/FriedrichSchleiermacher1806/Geschenke und Besinnlichkeit: Weihnachten feiert die Ideale der Aufklärung|Geschenke und Besinnlichkeit: Weihnachten feiert die Ideale der Aufklärung]]  (Jhg. 10-12)&lt;br /&gt;
# Warum stand der erste Weihnachtsbaum in Wien im Salon einer Jüdin? (Jhg. 10-12) -&amp;gt; noch in Planung!&lt;br /&gt;
[[Datei:Hinweis auf Unterrichtsmaterial zu Ostern.png|mini|262x262px|[[Osterwissen]] Das Material für Jhg. 4-7 erklärt, warum Ostern nicht nur ein christlicher Feiertag, sondern auch ein traditionelles Frühlingsfest ist.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Interkulturelle und interreligiöse Bildung&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Christi zu tun?&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; [[Benutzer:Sabine Häcker/Osterwissen|Ostern]] (Jhg. 4-7) ZIEL: Viele Kinder denken, dass Ostern bloß ein christliches Fest ist. Ostern hat aber mehrere Ebenen und ist auch ein traditionelles (und inklusives) Frühlingsfest - der Osterhase jedenfalls hat mit Religion nichts zu tun!&lt;br /&gt;
*[[Islam: Entstehung]] (Jhg. 5/6) ZIEL: Die Entstehung der neuen Religion, die Mohammed im 7. Jhd. in Arabien begründete, vor dem Hintergrund der damaligen gesellschaftspolitischen Situation nachvollziehen.&lt;br /&gt;
* [[Datei:Open-access-Veröffentlichung.jpg|mini|Religionskundliche Unterrichtsmaterialien (39 Seiten) für Jhg. 5-7; open access kostenfrei im Internet zu lesen oder - etwas lesefreundlicher - als PDF für 1,- zu erwerben. https://www.grin.com/document/1563601|357x357px]][[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran]] (Jhg. 4-6) ZIEL: Erkennen, dass die Erzählungen in der Bibel und im Koran unterschiedlich interpretiert werden können und wie unterschiedlich die Deutung werden kann, wenn der historische Kontext einbezogen wird.&lt;br /&gt;
* [[David und Goliath in Bibel und Koran]] (Jhg. 5/6) ZIEL: Diese bekannte Erzählung ist ein Beispiel für Gemeinsamkeiten von Bibel und Koran.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Wieso wurde die biblische Maria als Jungfrau schwanger?]] (Jhg. 7/8) ZIEL: Anhand der wundersamen Jungfräulichkeit Marias, von der sowohl die Bibel als auch der Koran erzählt, wird der Einfluss früherer Lebensverhältnisse und patriarchaler Machtverhältnisse auf die Entstehung der alten Schriften erarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Politische Bildung zu Themen rund um Religion&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
* [[Schwangerschaftsabbruch: Positionen der Kirchen und der Bibel|Schwangerschaftsabbruch: Positionen der Kirchen (und der Bibel)]] (Jhg. 9-11) ZIEL: Da die politische Diskussion über Abtreibung wie bei wenig anderen Themen von unterschiedlichen und unversöhnlichen religiösen Standpunkten beeinflusst wird, ist es sinnvoll, die Standpunkte der unterschiedlichen religiösen Bewegungen/ Kirchen zu kennen.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Religionswissen/religiöser Extremismus|Materialsammlung: Religiöser Extremismus und Prävention]] (Jhg. 11-13 sowie Lehrerbildung) ZIEL: Der religiöse Extremismus gewinnt in der Politik weltweit und in Dtl. an Einfluss. Diese politischen Einflüsse zu kennen und zu analysieren zielt auf die Stärkung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;[[Berufliche Bildung]]&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/BeruflicheBildung/Gesellen auf Wanderschaft|Gesellen auf Wanderschaft]] (Jhg. 10/11) ZIEL: Die Schüler lernen eine Form der Weiterbildung abseits des Mainstreams kennen (und ein Stück Kulturgeschichte).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Nachhaltigkeitsbildung&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Werkunterricht: [[Benutzer:Sabine Häcker/Nachhaltigkeitsbildung/Warum kaufen wir kein Tropenholz für die Holzwerkstatt|Warum kaufen wir kein Tropenholz für die Holzwerkstatt?]] (kurz und knapp erklärt, für Jhg. 6-9) ZIEL: Am Beispiel der schulischen Holzwerkstatt wird erklärt, warum aus der Perspektive der Nachhaltigkeit kein Tropenholz gekauft werden sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Materialien für die Lehrerausbildung im Referendariat ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;[[Sprachbildung]] und -förderung&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sprachwissen für Lehrende ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Warum wird das ß &amp;quot;sz&amp;quot; genannt?.jpg|mini|Warum wird das ß &amp;quot;sz&amp;quot; genannt? Dieses historische Straßenschild zeigt: Früher wurde das &#039;&#039;ß&#039;&#039; als Buchstabenkombination &#039;&#039;sz&#039;&#039; geschrieben.|250x250px]]&lt;br /&gt;
ZIEL: Um sprachsensibel unterrichten zu können, braucht man als Lehrer zuerst einmal selbst Sprachwissen! Hier finden sich ein paar &amp;quot;Schnipsel&amp;quot;, d. h. eine unsystematische, zufällige Sammlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Sprachwissen/Komposita|Sprachwissen zum Stolperstein Komposita]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Sprachwissen/n-Deklination|Warum steht auf einem Brief &amp;quot;An Herrn Meier&amp;quot;, obwohl es doch eigentlich &amp;quot;Herr Meier&amp;quot; heißt? - die n-Deklination]] &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sprachbildungsschnipsel in Unterichtsmaterialien:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
** &amp;quot;Ich wünsche dir ein(en?) guten Rutsch.&amp;quot; - das Verb &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;wünschen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; mit DATIV und AKKUSATIV -&amp;gt; in: [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtskarten|Warum schreiben wir uns Weihnachts- und Neujahrsglückwünsche?]]&lt;br /&gt;
** Ungesicherte Informationen ausdrücken mit dem Modalverb &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder dem Redepartikel &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; -&amp;gt; in: [[Osterwissen]]  (für Jhg. 5-7)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sprachbildung in der Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sprachbildung bei der Unterrichtsplanung implementieren ausgehend von den konkretisierten sprachlichen Erwartungen (nach Tanja Tajmel): [[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Unterrichtsplanung/BeruflicheBildung/Telefongespräch|Planung von Sprachbildung und -förderung im Fachunterricht]] &lt;br /&gt;
* [[Sprachliche Differenzierung von Texten im Fachunterricht]]  (in Arbeit)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Geschlechtersensible Sprache und ihr Dilemma ====&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache|Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache]]: Warum der berechtigte Wunsch nach geschlechterinklusiver Sprache so schwierig einzulösen ist. &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Hinweis &#039;&#039;&#039;zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache&#039;&#039;&#039;: Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
==Hilfe==&lt;br /&gt;
{{Hilfe Navigation}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=152263</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/Sprachbildung/Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache</title>
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		<updated>2026-04-20T14:35:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Übersicht Sprachvarianten der gendersensiblen Sprache.png|mini|Die Frage, um die es bei dem Dilemma der geschlechtersensiblen Sprache geht, ist nicht, ob wir für eine Sprache sind, die geschlechtergerecht ist - denn diese Frage wird wohl hoffentlich jeder mit „Na logo, auf alle Fälle!“ beantworten. Die Diskussion dreht sich um die Frage, &#039;&#039;welche Variante&#039;&#039; die passendste ist – denn jede(!) Variante nimmt für sich in Anspruch, geschlechtergerecht zu sein ...|399x399px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Dilemma des Wunsches nach sprachlicher Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
Die Diskussion um eine geschlechterinklusive Sprache geht mit einem hohen Maß an gesellschaftlicher Aufregung einher. Den Befürwortern geht es um ein gesellschaftspolitisches Anliegen, das sympatisch und  legitim ist: Geschlechtergerechtigkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Ungeachtet des &amp;quot;berechtigten Wunsches&amp;quot; muss man allerdings festhalten, dass Gerechtigkeit eine &#039;&#039;ethische&#039;&#039; Kategorie ist, die zur Beschreibung grammatikalischer Strukturen ungeeignet ist - das macht die Einlösung auch so schwierig.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dem mehr als berechtigten Wunsch steht allerdings das Problem gegenüber, dass die als geschlechtergerecht favorisierten Sprachvarianten ihrem inklusiven Anspruch nicht gerecht werden. Aus dem Wunsch, nicht zu diskriminieren, entstehen neue Diskriminierungen. Im Folgenden möchte ich diese Problematiken aufblättern (und damit auch meine eigene Variantenwahl begründen).&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur historischen Entwicklung ===&lt;br /&gt;
Die ursprüngliche Pluralvariante war bzw. ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Mit diesem &#039;&#039;generischen Plural&#039;&#039; waren und sind qua Definition alle jungen Menschen gemeint, die zur Schule gehen – völlig unabhängig vom Geschlecht. Dabei hat &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine doppelte Bedeutung, denn mit dem Nomen kann man auch eine reine Jungengruppe bezeichnen. Will man ausdrücken, dass es sich um eine reine Jungengruppe handelt, sagt man &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;männliche Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Will man ausdrücken, dass es sich um einen reine Mädchengruppe handelt, gibt es dafür einen eigenen Plural: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. (Diese Pluralformen sind historisch gewachsen und haben ihren Ursprung natürlich in einer patriarchalen Kultur, dennoch ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; qua Definition inklusiv und wurde auch bis in die 1980er Jahre allgemein so verstanden.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Definition wurde im Zuge der Frauengleichberechtigungsbewegung ab den 1980er Jahren von feministischen Linguistikerinnen in der alten BRD (Übrigens nur in der BRD, in der DDR wirkte die Frauenbewegung unabhängig von dieser Sprachinterpretation; und das ist wichtig zum Verständnis der heutigen politischen Fronten!) in Frage gestellt: Frauen seien in dieser Pluralform nicht mitgemeint und würden nicht angesprochen, kritisierten z. B. Luise F. Pusch, Senta Tromel-Plötz u. a. Bahnbrechend war 1984 das Buch „Das Deutsche als Männersprache“ von Luise F. Pusch.&amp;lt;ref&amp;gt;Pusch, Luise F.: Das Deutsche als Männersprache. Aufsätze und Glossen zur feministischen Linguistik. 1984.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache zementiere die Männerherrschaft, wurde beanstandet. Um die politische Frauenbewegung zu unterstützen, wurde das Genus (das grammatische Geschlecht der Sprache) mit dem Sexus (das biologische Geschlecht von Menschen) gleichgesetzt. Luise F. Pusch schlug u. a. vor, von nun an nur noch &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, (sie nannte es das &amp;quot;generische Femininum&amp;quot;) als Pluralform zu nutzen, schließlich seien die Männer ja lange genug bevorteilt worden und nun die Frauen dran; die Pluralform sollte sozusagen nach dem Rotationsprinzip angewendet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Im Landkreis Rotenburg an der Wümme wird seit 2024 auf Anordnung des CDU-Landrats Marco Prietz in der Verwaltung das generische Feminium verwendet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Idee setzte sich nicht durch; aber mit zunehmender Gleichberechtigung gab es in der alten BRD einen immer größer werdenden Konsens, die weibliche Pluralform in der Sprache mitzunennen. Die politisch motivierte Behauptung, dass mit &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nur männliche Menschen gemeint seien, sickerte in Westdeutschland ins gesellschaftliche Bewusstsein. Es wurde nun normal, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen und Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler/-innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu schreiben. An den Universitäten, insbesondere im nördlichen Westdeutschland, wurde in den 1980er Jahren die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülerInnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch es dauerte nicht lange (ungefähr mit Beginn der 2000er Jahre), da wurde neue Kritik laut: „Damit werden nur die weiblichen und männlichen Geschlechtsidentitäten genannt – und alle anderen bleiben unsichtbar!“ Es wurde, insbesondere in einem sich als progressiv und links verstehenden Millieu und insbesondere in Nord- und Westdeutschland, nach neuen, alle Geschlechteridentitäten inkludierenden Varianten gesucht: Bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; steht der Unterstrich bzw. das Sternchen für „alle weiteren“, geht also über die Benennung von nur Frauen und Männern hinaus und soll trans und nicht-binäre Menschen sichtbar werden lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Sprachkonstruktivismus der Queer-Bewegung orientiert sich dabei an der postmodernen Vorstellung fluider Geschlechtsidentitäten, die alle gleichermaßen in der Sprache abzubilden seien.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weil der Unterstrich bei Unterstreichungen nicht zu lesen ist und aufgrund von technischen Schwierigkeiten von Screenreadern entstand die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; Aber auch an diesen Varianten gibt es Kritik, z. B. dass Frauen wieder nur nachgeschoben und damit zweitrangig seien, wie Luise F. Pusch meint. Oder: „Wer weder in die männliche noch weibliche Kategorie passt, landet nolens volens repräsentationslogisch in der lautlichen Lücke des Unterstrichts oder wird zum Sternchen: Ist das gerecht und angemessen – oder abermals eine Hierarchisierung?“.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021 (S. 143 f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Kübra Gümüşay überlegen viele andere, ob wir vielleicht gänzlich darauf verzichten sollten, „Menschen nach ihrer Geschlechtsidentität“ zu kategorisieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Gümüşay, Kübra: Sprache und Sein. München 2021 (S.21).&amp;lt;/ref&amp;gt; Lann Hornscheid, bis 2016 Professorens am Zentrum für tranzdisziplinäre Geschlechterstudien der Berliner Humboldt-Universität, hat deshalb früher &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülX&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und später &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülens&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; vorgeschlagen. Hermes Phettberg und Thomas Kronschläger plädieren für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülys&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Hermes Phettberg war ein österreichisches Schauspiely, Aktionskünstly und Schriftstelly. Seit 2019 verwendet das Sprachdidaktiky Thomas Kronschläger an der TU Braunschweig dessen y-Variante für eine entgenderte Sprache.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl.: Thomas Kronschläger (Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung): Entgendern nach Phettberg. Am 28.01.2022 auf www.bpb.de https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/geschlechtergerechte-sprache-2022/346085/entgendern-nach-phettberg/ (zuletzt 09.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Debatte um eine ge- oder entgenderte Sprache wird uns noch lange beschäftigen und die Positionen und Sprachvorschläge ändern sich immer wieder. Und da Menschen dazu neigen, die Variante, mit der sie sozialisiert wurden, für die passendste zu halten, die Menschen aber in unterschiedlichen Zeiten, unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und unterschiedlichen Regionen mit jeweils unterschiedlichen Sprachvarianten sozialisiert wurden, gibt es inzwischen Verfechter für ganz verschiedene Varianten, oft ohne dass diese kritisch reflektiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zur Zeit in Westdeutschland verbreiteste Gendervariante ist die mit Sternchen oder Doppelpunkt, die im mündlichen Sprachgebrauch mit dem Glottisschlag, der kleinen Pause, gesprochen wird. Je konsequenter mensch diesen Ansatz jedoch zu Ende denkt, desto größer wird das sprachliche Dilemma, denn die Sprache wird immer unverständlicher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Sprachbarrieren ===&lt;br /&gt;
Sprache, die gendert, wird komplizierter - das lässt sich nicht von der Hand weisen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jede und jeder Bürger:in kann am Sonntag in sein:ihr Wahllokal gehen und seine:ihre Stimme abgeben. Im Wahlkampf haben alle Kandidat:innen wie ein Löwe bzw. eine Löwin gekämpft. Wer unser:e neue:r Bürgermeister:in wird, wird am Montag von dem:der Pressesprecher:in dem:der Gewinner:in mitgeteilt. Er:sie lässt dann die Korken knallen!&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den &amp;quot;Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; wird darauf hingewiesen, dass durch diese Sprachverwendung erhebliche Sprachbarrieren entstehen, die die gesellschaftliche Teilhabe erschweren, für Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ... die eine Zuwanderungsbiografie haben.&lt;br /&gt;
* ... die eine Behinderung haben. (Der D&#039;&#039;eutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.&#039;&#039; bittet deshalb darum, dass auf die Schreibweise mit Satz- und Sonderzeichen verzichtet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Position des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands https://www.dbsv.org/gendern.html (zuletzt: 10.03.2026)&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
* ... die Leseschwierigkeiten haben oder Analphabeten sind  (immerhin 6,2 Mio in Dtl.!&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Es entsteht also das Dilemma, dass durch den Versuch, niemanden durch Sprache zu benachteiligen, andere vulnerable Menschengruppen durch Sprache benachteiligt werden - ein Diskriminierungsdilemma. &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
Und dabei ist das Sprachbeispiel oben noch ein einfaches. Noch schwieriger wird es, wenn mensch den Ansatz des Genderns konsequent weiterdenkt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäste&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wird inzwischen bereits oft &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäst:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gemacht, muss dann nicht auch aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Person&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Person:&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;er (PLURAL: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Personer:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;(?)) und aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Mensch&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Mensch:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; werden? Müsste &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Dackel&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Dackel:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; sein? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Genie&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Genie:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Fee&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Fee:er&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Opfer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die/der Opfer:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Leiche&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Leiche:r&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Der Leichnam&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Leichnam:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;?&amp;lt;ref&amp;gt;Alicia Joe: Warum Gendersprache scheitern wird. (o. J.)&lt;br /&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=aZaBzeVbLnQ&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das ergibt dann z. B. so einen Satz:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Der/die Person:er, der/die anonym den/die Dackel:in geschenkt bekommen hatte, hat sich sehr gefreut, den/die Schenkende eine:n Genie:in genannt, das seine/ihre geheimsten Wünsche errät, und all ihren Gäst:innen von seinem/ihrem geheimnisvollen Wünschererfüller:in erzählt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was machen wir, wenn die Männer es eines Tages ungerecht finden, dass im Plural der Artikel &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und das Possessivpronomen &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;ihr&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; verwendet wird? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bsp: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die&amp;lt;/u&amp;gt; Männer setzen sich auf&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ihre&amp;lt;/u&amp;gt; Plätze.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugegeben, dass ist nicht die aktuelle Diskussion, sondern weitergedacht. Dennoch: Bei konsequentem Gendern&amp;lt;ref&amp;gt;Definition &#039;&#039;Gendern&#039;&#039; nach dem &amp;quot;Handbuch geschlechtergerechte Sprache&amp;quot; des Dudenverlags von Diewald und Steinhauer, 2020, S. 49: &amp;quot;Gendern verstehen wir als ein sprachliches Verfahren, um Gleichberechtigung (...) im Sprachgebrauch zu erreichen.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; ist Sprache kein praktisch zu handhabendes Kommunikationswerkzeug mehr ist. Denn der Gerechtigkeitsanspruch, der zur Zeit an Sprache gestellt wird, ist aufgrund der Sprachstruktur praktisch unerfüllbar. Ihm zugrunde liegt eine These, die gänzlich verschiedene Kategorien vermischt.&lt;br /&gt;
[[Datei:GENUS = SEXUS-GENDER?!?.png|mini|409x409px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Gleichsetzung des grammatikalischen GENUS mit dem menschlichen SEXUS und GENDER ===&lt;br /&gt;
Die gesamte Debatte über geschlechtersensible Sprache fußt auf der These, Genus mit Sexus bzw. Gender gleichzusetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wissenschaftler kritisieren Genderpraxis des ORR. (o. J.) https://www.linguistik-vs-gendern.de/ (zuletzt 30. 03. 2026)&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möglicherweise wäre die Sprache gar nicht solch ein Thema in der Diskriminierungsdebatte geworden, würde die Grammatik nicht Begrifflichkeiten wie „Geschlecht“ sowie „maskulin“, „feminin“ und „neutral“ verwenden. Diese wurden vor ein paar Jahrhunderten aus dem Lateinischen übernommen und die Sprachwissenschaftler früherer Zeiten hätten gut daran getan, andere zu erfinden. Auf die Idee kamen sie aber nicht, nicht nur weil Latein damals der Maßstab für grammatische Kategorien waren, sondern weil es damals undenkbar war, dass die Welt nicht stramm binär sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso binär wurde auch noch in den 1980er Jahren gedacht, als seitens der feministischen Linguistikerinnen gefordert wurde, Frauen mitzunennen. Hatte man zuvor &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrer.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gesagt und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Gattungsbegriff ohne Geschlechtshinweis verstanden, wurde es nun wichtig &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrerinnen.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu sagen und das Geschlecht zu benennen. Der allgemeine, generische Plural &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wurde nun „generisches Maskulinum“ genannt, um die Dominanz der Männer in der Sprache zu verdeutlichen. Sprache wurde zu einem politischen Kampfmittel der westdeutschen Frauenbewegung. Dabei wurde von folgenden Thesen ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit Sexus.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets beide Geschlechter zu nennen bedeutet, die Gleichberechtigung zu unterstützen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige Sprache, die die Gleichberechtigung unterstützt, und eine moralisch falsche, die die Emanzipation behindert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Logik der feministischen Linguistikerinnen konnte in Westdeutschland (in Ostdeutschland verlief, wie gesagt, die Frauengleichberechtigung nicht gekoppelt an diese Gleichsetzung von Grammatik und Biologie) weitgehend überzeugen. Sie war zumindest so überzeugend, dass viele Menschen diese Logik verinnerlicht haben und ihr unhinterfragt immer noch folgen -  auch wenn inzwischen das binäre „beide“ durch „alle“ ersetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D. h. aus den Thesen der feministischen Linguistik wurden diese:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit &amp;lt;s&amp;gt;Sexus&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;Sexus und Gender&#039;&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets &amp;lt;s&amp;gt;beide&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;alle&#039;&#039; Geschlechter zu nennen bedeutet antidiskriminierend zu sein.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige und eine moralisch falsche Sprache.&amp;quot;&lt;br /&gt;
[[Datei:Partizipialformen als gendersensibler Pluralersatz.png|mini|Viel schwieriger umzusetzen als die Pluralformen sind bei einer Gleichsetzung des grammatikalischen Genus mit dem menschlichen Sexus und Gender allerdings Strukturen wie die Artikel und die verschiedenen Pronomen (Personal-, Possessiv- und Relativpronomen). -&amp;gt; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Der&amp;lt;/u&amp;gt; Mensch, &amp;lt;u&amp;gt;dem&amp;lt;/u&amp;gt; das rote Auto gehört und &amp;lt;u&amp;gt;dessen&amp;lt;/u&amp;gt; Ausweis bei &amp;lt;u&amp;gt;dem&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;Angestellten liegt, hat mir &amp;lt;u&amp;gt;seinen&amp;lt;/u&amp;gt; Namen verraten: Caroline.&#039;&#039; Insofern ist ein Ersatz der Pluralformen durch Partizipalformen sowieso keine tatsächliche Lösung ...|372x372px]]&lt;br /&gt;
Hier ergibt sich das Dilemma einer inkohärenten Logik, denn für ein völlig neues gesellschaftliches Anliegen (Binarität überwinden und so Geschlechteridentitätengerechtigkeit herstellen) wurde die binäre Argumentationslogik eines völlig anderen, binären gesellschaftlichen Anliegens (die Menschheit besteht aus Frauen und Männern und beide sind gleichberechtigt) übernommen – ein Denkfehler mit politischen Folgen. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Menschen in Westdeutschland sich an den Fehler, Genus mit Sexus gleichzusetzen bereits gewöhnt hatten und es ihnen deshalb nicht weiter auffiel, als sich diese Gleichsetzung auf Gender ausweitete. In Ostdeutschland fiel und fällt den Menschen dieser Fehler aber sehr wohl auf - und so entsteht das Dilemma einer Spaltung. Genus und Sexus gleichzusetzen war in den Zeiten der Frauenbewegung eine politisch motivierte Interpretation, die aber zu hinterfragen ist, weil verschiedene Kategorien vermischt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Marie F. Pusch findet fake facts als politisches Kampfmittel legitim - das wird deutlich im Podcast „Alles gesagt?“ (von DIE ZEIT)  mit Luise F. Pusch am 22.11.2022: „Luise Pusch, warum ist Deutsch eine Männersprache?“&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch der Anspruch, „tatsächlich alle Gruppen und Identitäten abzubilden, (stößt) an klar benennbare sprachlogische Grenzen. So ist es bei Lichte betrachtet unmöglich, für alle denkbaren Identitäten eine adäquate, gleichberechtigte grammatikalische Repräsentation zu finden.“, schreibt Svenja Flaßpöhler.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 143 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Frage, ob die Sprache das Geschlechterbewusstsein bedingt ===&lt;br /&gt;
Um die Notwendigkeit einer neuen Sprache zu begründen, wurden psycholinguistische Studien gemacht. Man wollte herausfinden, ob das generische Maskulinum männliche Assoziationen erzeuge, ob also bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Einwohner&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eher an männliche Personen gedacht würde. Dieser Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen - werden alledings je nach politischer Intention immer wieder unterschiedlich interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Philipp Hübl hat Studien zur vermuteten Sprachwirkung auf die Gleichberechtigung ausgewertet und kam zu einem negativen Befund. Vgl. Hübl, Philipp: Vorlesung an der Universität der Künste in Berlin 2023: Einführung ins kritische Denken. Sondersitzung: Gendern. 2023. https://www.youtube.com/watch?v=gOEGKm5IAE4 &amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein unüberwindbares Problem bei jeder Studie zu diesem Thema ist das Untersuchungssetting - denn diese Studien finden und fanden in einer Zeit statt, als die Sprecher und Sprecherinnen bereits von der Sprachdebatte und der Genderpraxis geprägt waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 29.&amp;lt;/ref&amp;gt; Studien aus der Zeit vor 1980 liegen nicht vor; weibliche Menschen, die damals spachlich sozialisiert wurden, berichten allerdings, dass sie sich niemals ausgeschlossen gefühlt hätten, weil eindeutig war, dass &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; ungeschlechtlich definiert war und alle Menschen meinte. In dem Moment, in dem &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Plural für männliche Menschen verstanden wird, stellt man sich selbstverständlich Männer dabei vor. Dieser Frage ist deshalb durch empirische Studien also leider schlicht nicht zu beantworten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lohnt sich allerdings ein Blick in Sprachgemeinschaften, deren Sprache keinerlei Unterscheidung bzgl. des Geschlechts kennen. Das Türkische oder das Persische sind solche Sprachen. Doch,  so schreibt Navid Kermani, es ist „ein Trugschluss, dass sich aus der sprachlichen Gleichheit der Geschlechter reale soziale Gleichheit ergibt.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Kermani, Navid: Mann, Frau, völlig egal. In: DIE ZEIT Feuilleton.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich hat der Inhalt von Sprache eine Wirkung auf das Bewusstsein. Beispielsweise macht es einen Unterschied, ob von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Scheinehe&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Schutzehe&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; gesprochen wird, von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Sonderabfall&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Giftmüll&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Militärischer Spezialoperation&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Angriffskrieg&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Stefanowitsch, Anatol: Eine Frage der Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen. 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aber hier sind wir auf der inhaltlichen Ebene von Sprache. Bei Gendersternchen oder Doppelpunkt befinden wir uns auf der symbolischen Ebene von Zeichen. Das wird oft verwechselt, auch von Anatol Stefanowitch in seinem Buch &amp;quot;Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen.&amp;quot;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Sexismus ===&lt;br /&gt;
Das Nennen aller nur möglichen Geschlechter und Geschlechtsidentitäten bringt eine geschlechtliche Kategorisierung in die Sprache und an jeden Menschen. Obwohl das Ziel des Genderns ist, Sexismus zu bekämpfen, ist es dennoch unbeabsichtigt eine sexistische Praxis, sagt Nele Pollatschek. „Wenn wir im Deutschen gendern, dann sagen wir damit: Diese Information ist so wichtig, dass sie immer mitgesagt werden muss.“ Damit machen wir das Geschlecht „zur wichtigsten Identitätskategorie.“ Nele Pollatschek vergleicht die gendersensible Sprachweise der Deutschen, die „sich für das permanente Benennen von Geschlechterunterschieden entschieden haben“ mit der der Briten, die „das Anzeigen von Geschlechtlichkeit so weit wie möglich vermeiden“&amp;lt;ref&amp;gt;Pollatschek, Nele: Deutschland ist besessen von Genitalien. Gendern macht die Diskriminierung nur noch schlimmer. Ein Gastbeitrag im Tagesspiegel am 30. 08. 2020 (28.08.2023)&amp;lt;/ref&amp;gt; und spricht sich klar für die britische Sicht als die zielführendere aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Nele Pollatschek: Dear Oxbridge. Liebesbrief an England. Berlin 2020 (S. 185 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Ist es nicht völlig schnuppe, ob Angela Merkel weilbliche Geschlechtsorgane hat und Friedrich Merz männliche? Und falls doch nicht – würde uns das etwas angehen?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Navid Kermani meint, dass er das Gendern der Sprache als „eine geistige wie politische Regression“ wahrnimmt, denn „Geschlechtszuschreibungen gehen nicht in zwei, sie gehen aber auch nicht in 27 Kategorien auf. Zu meinen, man könnte mittels Sprache jederzeit jedem Angesprochenen gerecht werden, verkennt nicht nur ihr Wesen; es legt die Angesprochenen überhaupt erst fest auf eine Identität. (…) (Aber) wir sind nicht eindeutig, niemand von uns, weder ethnisch noch kulturell, weder psychologisch noch geschlechtlich, (…).“ Und Svenja Flaßpöhler formuliert: „Dem Kampf um Bezeichnungen wohnt die Dialektik inne, dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen.“    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Klassismus ===&lt;br /&gt;
Da die meisten Menschen sich mit der Sprachvariante wohlfühlen, mit der sie sozialisiert sind, und die akademische Bildungsschicht den sprachlichen Veränderungen stärker zugewandt ist, ist die genderinklusive Sprache inzwischen zu einem Unterscheidungsmerkmal geworden, mit dem sich die kreative Klasse und akademische Elite von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. „Gendern ist das Latein der neuen Eliten.“, sagt der Philosoph Philipp Hübl.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp am 11.10.2023 in: wissenschaftskommunikation.de https://www.wissenschaftskommunikation.de/gendern-ist-das-latein-der-neuen-eliten-71125/ (13.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Soziologe Pierre Bordieu&amp;lt;ref&amp;gt;Bordieu: Die feinen Unterschiede. Frankfurt a. M. 2018 (26. Auflage).&amp;lt;/ref&amp;gt; machte darauf aufmerksam, dass die Ungleichheit der Gesellschaft nicht nur durch die ungleiche Verteilung von ökonomischem Kapital entsteht und fortbesteht, wie Karl Marx meinte, sondern auch durch „die feinen Unterschiede“. Bordieu analysierte, dass weitere Kapitalarten für die Aufrechterhaltung von sozialer Ungleichheit verantwortlich sind: Soziales Kapital ist bedeutsam und kennzeichnet, über welche gesellschaftlichen Beziehungen und Netzwerke jemand durch seine Familie oder Sozialisation verfügt. Die Position in der gesellschaftlichen Hierarchie wird außerdem durch das kulturelle Kapital (Bildung, Handlungswissen und formale Abschlüsse sowie Titel) bestimmt sowie das symbolische Kapital. Damit ist der Lebensstil und das Auftreten gemeint - die Sprache, die Manieren, der Musik-, Kunst- und Einrichtungsgeschmack, die Essgewohnheiten, das Modeverhalten, etc. Bordieu nennt das den Habitus eines Menschen. Ein Habitus ist fast unveränderbar, weil er quasi mit der Muttermilch aufgesogen wird und zur persönlichen Disposition wird. Egal, wo jemand geht oder steht – man „riecht“ stets, aus welchem „Stall“ jemand kommt. Ein erfolgreicher Unternehmer beispielweise, der es zu erheblichem Vermögen geschafft hat, gehört trotz seines ökonomischen Kapitals noch lange nicht zur gesellschaftlichen Oberschicht, solange er nicht über den Habitus dieser Schicht verfügt und die Codes nicht kennt. Am Habitus erkennt man sich. Das macht es so schwer, die soziale Klasse zu wechseln und das ist ein Faktor, der bestehende, ungleiche Verhältnisse festschreibt. Der Habitus ist ein Distinktionsmerkmal, mit dem man sich voneinander abgrenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Distinktionsmerkmal ist inzwischen das Gendern geworden. Philipp Hübl spricht vom Soziolekt einer sich als progressiv verstehenden Elite. Die als geschlechtergerecht markierte und vermeintlich moralisch überlegene Sprache dient nicht mehr nur dem politischen Erkennen, sondern ist auch zu einem Abgrenzungsmerkmal der Bildungsoberschicht geworden. Gendern ist sowohl „ein Loyalitätssignal“ &amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Moralspektakel. 2024 (S. 202 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; als auch ein Distinktionsmerkmal geworden, mit dem eine recht homogene, politisch links orientierte, urbane, akademisch gebildete und sozial besser gestellte Gesellschaftsschicht sich sprachlich von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. Wer nicht mitmacht, hat im akademischen Kultur, Medien- und Lehrbetrieb keine Chance. „Diese Eliten (...) haben mit der politischen Korrektheit ihren eigenen Jargon gefunden, übersehen aber oft, dass sie damit andere diskriminieren, nämlich diejenigen, die da nicht mithalten können und denen der Kosmopolitismus mit seinen neuen Codes gar nicht zusagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Die aufgeregte Gesellschaft. München 2019, S. 235.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Urteil wird dann entweder gönnerhaft oder missgünstig, in jedem Fall von oben herab gefällt: „Die sind noch nicht soweit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man als junger Mensch aus einem sozialen Millieu, in dem nicht gegendert wird, Erfolg in der Schule und an der Universität haben, muss man sich anpassen. Dabei bedeutet „anpassen“ nicht, lediglich eine andere Pluralform zu nutzen – nein, es bedeutet einen ganz anderen Sprachhabitus anzunehmen. Dieser neue Sprachhabitus führt aber unweigerlich zu einer Distanzierung vom Herkunftsmillieu, der Familie und den alten Freunden, denn dort wird der neue Code als Abgrenzung erlebt. Der Druck, sich auf die von Akademikern für korrekt befundene inklusive Sprache einzulassen, bringt Menschen aus nicht akademischen Herkunftmillieus in einen unbewussten Entscheidungskonflikt zwischen Bildungserfolg und Herkunftsmillieuzugehörigkeit. Dieser Entscheidungskonflikt wirkt wie ein „sozialer Filter“.&amp;lt;ref&amp;gt;Mehr zum „sozialen Filter“ in El Mafaalani: Mythos Bildung. 2022, S. 91. El-Mafaalani bezieht sich allerdings nicht auf Sprache als Habitusmerkmal.&amp;lt;/ref&amp;gt; Und wichtigster Grund für diesen Entscheidungskonflikt ist der Habitus, von dem die eigene Sprache ein wesentlicher Teil ist – und der fast so sehr zu uns gehört und unabstreifbar ist wie unsere Haut, wie wir von Bordieu wissen. Die inklusive Sprache führt also unbeabsichtigt von dem gut gemeinten Vorsatz, Menschen aufgrund ihres Geschlechtes zu diskriminieren, dazu, dass Menschen klassistisch diskriminiert werden: noch ein Diskriminierungsdilemma.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der kontraproduktiven Wirkung ===&lt;br /&gt;
Diese Paarung von gesellschaftlicher Abgrenzung und moralischer Überlegenheit, die die linke wohlhabende Bildungsoberschicht bzgl. ihrer Gendersprache für sich in Anspruch nimmt und der ein gewaltiger Habitussnobismus inne wohnt, führt zu einem Dilemma der politischen Wirkung. Denn dadurch, dass die Sprache von dieser wohlhabenden, akademischen, kreativen Schicht, zu der viele Journalisten, Politiker und andere Prominente gehören, im Alleingang neu verhandelt wird, verlieren diese für viele Menschen ihre Glaubwürdigkeit. Niemand möchte arrogant von oben herab behandelt werden, und so wenden sich manche Menschen als Folge politisch oder religiös radikal konservativen Gruppen zu und – und das Gendern schadet paradoxerweise seinem eigenen Anliegen. Viele Menschen fühlen sich vom sprachlichen Duktus der intellektuellen Elite ausgeschlossen und beginnen sie zu hassen, wie der Politikwissenschaftler Yascha Mounk herausgearbeitet hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Mounk, Yasha: Im Zeitalter der Identität. Vom Aufsteig einer gefährlichen Idee. 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bitmoji .png|mini|368x368px|Ich schließe mich Svenja Flaßpöhler an, die sagt: Vor dem Hintergrund, dass dem Kampf um Bezeichnung die Dialektik innewohnt, „dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen“, (…) „erscheint das generische Maskulinum in seiner Geschlechtsunabhängigkeit plötzlich in einem anderen Licht. Liegt seine poststrukturalistische Perspektive nicht gerade darin, dass es von geschlechtlichen Identifikationen absieht? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Busfahrer&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Busfahrer*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;innen: Nicht das Geschlecht, sondern das Tun wäre der Kern der Bezeichnung. Unbestritten gehört es zu den Errungenschaften der Emanzipation, dass man Menschen nicht auf ihr Geschlecht reduziert, sondern für das anerkennt, was sie können und machen. Wenn es gelänge, das generische Maskulinum als universale, geschlechtsunabhängige Bezeichnungspraxis zu nehmen, die es rein formal ist: Böte es dann nicht ein erstaunliches emanzipatorisches Potenzial – und zwar gerade durch seine umfassende Bezeichnungskraft, die nicht nur einzelne Gruppen meint, sondern alle?“&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 142 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
Ich persönlich finde es problematisch, schulterzuckend in Kauf zu nehmen, so vielen Menschen Teilhabe an Sprache und damit Gesellschaft zu erschweren oder gar zu verwehren. Hier wird von den Befürwortern der Gendersprache eine angebliche, nur auf sprachlicher Symbolik beruhende Benachteiligung über eine tatsächliche sprachliche Benachteiligung gestellt. Eine verkomplizierende, symbolische Sprachreform achtlos auf Kosten von anderen, ebenso vulnerablen gesellschaftlichen Gruppen zu fordern, finde ich sehr fragwürdig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Frage der geschlechtergerechten Sprache mahnt der Rat für deutsche Rechtschreibung zur Sensibilität gegenüber dem Thema, spricht aber keine Norm aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26.03.2021 Kurzgefasst wird gesagt: „Der Rat für deutsche Rechtschreibung bekräftigt in seiner Sitzung am 26.03.2021 seine Auffassung, dass allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache begegnet werden soll und sie sensibel angesprochen werden sollen. Dies ist allerdings eine gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Aufgabe, die nicht allein mit orthografischen Regeln und Änderungen der Rechtschreibung gelöst werden kann. Das Amtliche Regelwerk gilt für Schulen sowie für Verwaltung und Rechtspflege. Der Rat hat vor diesem Hintergrund die Aufnahme von Asterisk („Gender-Stern“), Unterstrich („Gender-Gap“), Doppelpunkt oder anderen verkürzten Formen zur Kennzeichnung mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen im Wortinnern in das Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung zu diesem Zeitpunkt nicht empfohlen.“ https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine einheitliche Sprachvariante zu finden ist inzwischen wohl gar nicht mehr möglich. Selbst der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch (und der hat in „Eine Frage der Moral“  immerhin ein ganzes Buch lang für sensible Sprache plädiert) sagt inzwischen: „Am besten wäre es, wenn wir aufhören würden, nach einheitlichen Sprachregelungen zu rufen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Stefanowitsch, Anatol (Professor für Sprachwissenschaft an der FU Berlin): Interview am 30.09.2020 im Tagesspiegel. Anatol Stefanowitsch ist der Autor des Buches „Eine Frage der Moral. Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen.“, erschienen 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesem Appell möchte ich mich anschließen. Welche Dilemmata mit den verschiedenen Sprachvarianten und mit der gesellschaftlichen Diskussion darüber einhergehen, habe ich aufgezeigt. Auch ich erlebe dabei den sozialen Druck, eine geschlechterinklusive Sprachvariante als Loyalitätssignal zu nutzen. Denn die jeweils verwendete Sprachvariante wird gegenwärtig so stark als ein Signal von Moral gewertet, dass sie in Arbeitsprozessen Vertrauensbildung sowohl unterstützen als auch verhindern kann. In der Arbeit mit jungen Menschen, die grade von der Uni kommen, erlebe ich häufig eine misstrauische Distanz, wenn die jungen Akademiker wahrnehmen, dass ich nicht die gleiche Sprachvariante nutze, die sie selbst für die richtige halten. Deshalb ist es notwendig, dass jeder von uns seine jeweils gewählte Variante kommuniziert und begründet, um als Sprecher niemanden zu verletzen und um als Sprechende nicht vorschnell in eine Schublade gesteckt zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist verwende ich die generische Form &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; in ihrer genderneutralen Definition, die alle Geschlechter und Identitäten umfasst. Manchmal versehe ich diese mit einem * (&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;), weil ich weiß, dass vielen jungen Menschen die inklusive Bedeutung der generischen Form nicht mehr bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen und Anmerkungen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehrerbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=152262</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/Sprachbildung/Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=152262"/>
		<updated>2026-04-20T14:35:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Übersicht Sprachvarianten der gendersensiblen Sprache.png|mini|Die Frage, um die es bei dem Dilemma der geschlechtersensiblen Sprache geht, ist nicht, ob wir für eine Sprache sind, die geschlechtergerecht ist - denn diese Frage wird wohl hoffentlich jeder mit „Na logo, auf alle Fälle!“ beantworten. Die Diskussion dreht sich um die Frage, &#039;&#039;welche Variante&#039;&#039; die passendste ist – denn jede(!) Variante nimmt für sich in Anspruch, geschlechtergerecht zu sein ...|399x399px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Dilemma des Wunsches nach sprachlicher Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
Die Diskussion um eine geschlechterinklusive Sprache geht mit einem hohen Maß an gesellschaftlicher Aufregung einher. Den Befürwortern geht es um ein gesellschaftspolitisches Anliegen, das sympatisch und  legitim ist: Geschlechtergerechtigkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Ungeachtet des &amp;quot;berechtigten Wunsches&amp;quot; muss man allerdings festhalten, dass Gerechtigkeit eine &#039;&#039;ethische&#039;&#039; Kategorie ist, die zur Beschreibung grammatikalischer Strukturen ungeeignet ist - das macht die Einlösung auch so schwierig.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dem mehr als berechtigten Wunsch steht allerdings das Problem gegenüber, dass die als geschlechtergerecht favorisierten Sprachvarianten ihrem inklusiven Anspruch nicht gerecht werden. Aus dem Wunsch, nicht zu diskriminieren, entstehen neue Diskriminierungen. Im Folgenden möchte ich diese Problematiken aufblättern (und damit auch meine eigene Variantenwahl begründen).&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur historischen Entwicklung ===&lt;br /&gt;
Die ursprüngliche Pluralvariante war bzw. ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Mit diesem &#039;&#039;generischen Plural&#039;&#039; waren und sind qua Definition alle jungen Menschen gemeint, die zur Schule gehen – völlig unabhängig vom Geschlecht. Dabei hat &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine doppelte Bedeutung, denn mit dem Nomen kann man auch eine reine Jungengruppe bezeichnen. Will man ausdrücken, dass es sich um eine reine Jungengruppe handelt, sagt man &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;männliche Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Will man ausdrücken, dass es sich um einen reine Mädchengruppe handelt, gibt es dafür einen eigenen Plural: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. (Diese Pluralformen sind historisch gewachsen und haben ihren Ursprung natürlich in einer patriarchalen Kultur, dennoch ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; qua Definition inklusiv und wurde auch bis in die 1980er Jahre allgemein so verstanden.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Definition wurde im Zuge der Frauengleichberechtigungsbewegung ab den 1980er Jahren von feministischen Linguistikerinnen in der alten BRD (Übrigens nur in der BRD, in der DDR wirkte die Frauenbewegung unabhängig von dieser Sprachinterpretation; und das ist wichtig zum Verständnis der heutigen politischen Fronten!) in Frage gestellt: Frauen seien in dieser Pluralform nicht mitgemeint und würden nicht angesprochen, kritisierten z. B. Luise F. Pusch, Senta Tromel-Plötz u. a. Bahnbrechend war 1984 das Buch „Das Deutsche als Männersprache“ von Luise F. Pusch.&amp;lt;ref&amp;gt;Pusch, Luise F.: Das Deutsche als Männersprache. Aufsätze und Glossen zur feministischen Linguistik. 1984.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache zementiere die Männerherrschaft, wurde beanstandet. Um die politische Frauenbewegung zu unterstützen, wurde das Genus (das grammatische Geschlecht der Sprache) mit dem Sexus (das biologische Geschlecht von Menschen) gleichgesetzt. Luise F. Pusch schlug u. a. vor, von nun an nur noch &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, (sie nannte es das &amp;quot;generische Femininum&amp;quot;) als Pluralform zu nutzen, schließlich seien die Männer ja lange genug bevorteilt worden und nun die Frauen dran; die Pluralform sollte sozusagen nach dem Rotationsprinzip angewendet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Im Landkreis Rotenburg an der Wümme wird seit 2024 auf Anordnung des CDU-Landrats Marco Prietz in der Verwaltung das generische Feminium verwendet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Idee setzte sich nicht durch; aber mit zunehmender Gleichberechtigung gab es in der alten BRD einen immer größer werdenden Konsens, die weibliche Pluralform in der Sprache mitzunennen. Die politisch motivierte Behauptung, dass mit &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nur männliche Menschen gemeint seien, sickerte in Westdeutschland ins gesellschaftliche Bewusstsein. Es wurde nun normal, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen und Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler/-innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu schreiben. An den Universitäten, insbesondere im nördlichen Westdeutschland, wurde in den 1980er Jahren die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülerInnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch es dauerte nicht lange (ungefähr mit Beginn der 2000er Jahre), da wurde neue Kritik laut: „Damit werden nur die weiblichen und männlichen Geschlechtsidentitäten genannt – und alle anderen bleiben unsichtbar!“ Es wurde, insbesondere in einem sich als progressiv und links verstehenden Millieu und insbesondere in Nord- und Westdeutschland, nach neuen, alle Geschlechteridentitäten inkludierenden Varianten gesucht: Bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; steht der Unterstrich bzw. das Sternchen für „alle weiteren“, geht also über die Benennung von nur Frauen und Männern hinaus und soll trans und nicht-binäre Menschen sichtbar werden lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Sprachkonstruktivismus der Queer-Bewegung orientiert sich dabei an der postmodernen Vorstellung fluider Geschlechtsidentitäten, die alle gleichermaßen in der Sprache abzubilden seien.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weil der Unterstrich bei Unterstreichungen nicht zu lesen ist und aufgrund von technischen Schwierigkeiten von Screenreadern entstand die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; Aber auch an diesen Varianten gibt es Kritik, z. B. dass Frauen wieder nur nachgeschoben und damit zweitrangig seien, wie Luise F. Pusch meint. Oder: „Wer weder in die männliche noch weibliche Kategorie passt, landet nolens volens repräsentationslogisch in der lautlichen Lücke des Unterstrichts oder wird zum Sternchen: Ist das gerecht und angemessen – oder abermals eine Hierarchisierung?“.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021 (S. 143 f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Kübra Gümüşay überlegen viele andere, ob wir vielleicht gänzlich darauf verzichten sollten, „Menschen nach ihrer Geschlechtsidentität“ zu kategorisieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Gümüşay, Kübra: Sprache und Sein. München 2021 (S.21).&amp;lt;/ref&amp;gt; Lann Hornscheid, bis 2016 Professorens am Zentrum für tranzdisziplinäre Geschlechterstudien der Berliner Humboldt-Universität, hat deshalb früher &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülX&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und später &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülens&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; vorgeschlagen. Hermes Phettberg und Thomas Kronschläger plädieren für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülys&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Hermes Phettberg war ein österreichisches Schauspiely, Aktionskünstly und Schriftstelly. Seit 2019 verwendet das Sprachdidaktiky Thomas Kronschläger an der TU Braunschweig dessen y-Variante für eine entgenderte Sprache.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl.: Thomas Kronschläger (Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung): Entgendern nach Phettberg. Am 28.01.2022 auf www.bpb.de https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/geschlechtergerechte-sprache-2022/346085/entgendern-nach-phettberg/ (zuletzt 09.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Debatte um eine ge- oder entgenderte Sprache wird uns noch lange beschäftigen und die Positionen und Sprachvorschläge ändern sich immer wieder. Und da Menschen dazu neigen, die Variante, mit der sie sozialisiert wurden, für die passendste zu halten, die Menschen aber in unterschiedlichen Zeiten, unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und unterschiedlichen Regionen mit jeweils unterschiedlichen Sprachvarianten sozialisiert wurden, gibt es inzwischen Verfechter für ganz verschiedene Varianten, oft ohne dass diese kritisch reflektiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zur Zeit in Westdeutschland verbreiteste Gendervariante ist die mit Sternchen oder Doppelpunkt, die im mündlichen Sprachgebrauch mit dem Glottisschlag, der kleinen Pause, gesprochen wird. Je konsequenter mensch diesen Ansatz jedoch zu Ende denkt, desto größer wird das sprachliche Dilemma, denn die Sprache wird immer unverständlicher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Sprachbarrieren ===&lt;br /&gt;
Sprache, die gendert, wird komplizierter - das lässt sich nicht von der Hand weisen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jede und jeder Bürger:in kann am Sonntag in sein:ihr Wahllokal gehen und seine:ihre Stimme abgeben. Im Wahlkampf haben alle Kandidat:innen wie ein Löwe bzw. eine Löwin gekämpft. Wer unser:e neue:r Bürgermeister:in wird, wird am Montag von dem:der Pressesprecher:in dem:der Gewinner:in mitgeteilt. Er:sie lässt dann die Korken knallen!&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den &amp;quot;Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; wird darauf hingewiesen, dass durch diese Sprachverwendung erhebliche Sprachbarrieren entstehen, die die gesellschaftliche Teilhabe erschweren, für Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ... die eine Zuwanderungsbiografie haben.&lt;br /&gt;
* ... die eine Behinderung haben. (Der D&#039;&#039;eutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.&#039;&#039; bittet deshalb darum, dass auf die Schreibweise mit Satz- und Sonderzeichen verzichtet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Position des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands https://www.dbsv.org/gendern.html (zuletzt: 10.03.2026)&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
* ... die Leseschwierigkeiten haben oder Analphabeten sind  (immerhin 6,2 Mio in Dtl.!&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Es entsteht also das Dilemma, dass durch den Versuch, niemanden durch Sprache zu benachteiligen, andere vulnerable Menschengruppen durch Sprache benachteiligt werden - ein Diskriminierungsdilemma. &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
Und dabei ist das Sprachbeispiel oben noch ein einfaches. Noch schwieriger wird es, wenn mensch den Ansatz des Genderns konsequent weiterdenkt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäste&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wird inzwischen bereits oft &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäst:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gemacht, muss dann nicht auch aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Person&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Person:&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;er (PLURAL: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Personer:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;(?)) und aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Mensch&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Mensch:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; werden? Müsste &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Dackel&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Dackel:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; sein? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Genie&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Genie:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Fee&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Fee:er&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Opfer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die/der Opfer:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Leiche&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Leiche:r&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Der Leichnam&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Leichnam:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;?&amp;lt;ref&amp;gt;Alicia Joe: Warum Gendersprache scheitern wird. (o. J.)&lt;br /&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=aZaBzeVbLnQ&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das ergibt dann z. B. so einen Satz:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Der/die Person:er, der/die anonym den/die Dackel:in geschenkt bekommen hatte, hat sich sehr gefreut, den/die Schenkende eine:n Genie:in genannt, das seine/ihre geheimsten Wünsche errät, und all ihren Gäst:innen von seinem/ihrem geheimnisvollen Wünschererfüller:in erzählt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was machen wir, wenn die Männer es eines Tages ungerecht finden, dass im Plural der Artikel &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und das Possessivpronomen &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;ihr&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; verwendet wird? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bsp: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die&amp;lt;/u&amp;gt; Männer setzen sich auf&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ihre&amp;lt;/u&amp;gt; Plätze.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugegeben, dass ist nicht die aktuelle Diskussion, sondern weitergedacht. Dennoch: Bei konsequentem Gendern&amp;lt;ref&amp;gt;Definition &#039;&#039;Gendern&#039;&#039; nach dem &amp;quot;Handbuch geschlechtergerechte Sprache&amp;quot; des Dudenverlags von Diewald und Steinhauer, 2020, S. 49: &amp;quot;Gendern verstehen wir als ein sprachliches Verfahren, um Gleichberechtigung (...) im Sprachgebrauch zu erreichen.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; ist Sprache kein praktisch zu handhabendes Kommunikationswerkzeug mehr ist. Denn der Gerechtigkeitsanspruch, der zur Zeit an Sprache gestellt wird, ist aufgrund der Sprachstruktur praktisch unerfüllbar. Ihm zugrunde liegt eine These, die gänzlich verschiedene Kategorien vermischt.&lt;br /&gt;
[[Datei:GENUS = SEXUS-GENDER?!?.png|mini|331x331px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Gleichsetzung des grammatikalischen GENUS mit dem menschlichen SEXUS und GENDER ===&lt;br /&gt;
Die gesamte Debatte über geschlechtersensible Sprache fußt auf der These, Genus mit Sexus bzw. Gender gleichzusetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wissenschaftler kritisieren Genderpraxis des ORR. (o. J.) https://www.linguistik-vs-gendern.de/ (zuletzt 30. 03. 2026)&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möglicherweise wäre die Sprache gar nicht solch ein Thema in der Diskriminierungsdebatte geworden, würde die Grammatik nicht Begrifflichkeiten wie „Geschlecht“ sowie „maskulin“, „feminin“ und „neutral“ verwenden. Diese wurden vor ein paar Jahrhunderten aus dem Lateinischen übernommen und die Sprachwissenschaftler früherer Zeiten hätten gut daran getan, andere zu erfinden. Auf die Idee kamen sie aber nicht, nicht nur weil Latein damals der Maßstab für grammatische Kategorien waren, sondern weil es damals undenkbar war, dass die Welt nicht stramm binär sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso binär wurde auch noch in den 1980er Jahren gedacht, als seitens der feministischen Linguistikerinnen gefordert wurde, Frauen mitzunennen. Hatte man zuvor &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrer.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gesagt und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Gattungsbegriff ohne Geschlechtshinweis verstanden, wurde es nun wichtig &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrerinnen.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu sagen und das Geschlecht zu benennen. Der allgemeine, generische Plural &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wurde nun „generisches Maskulinum“ genannt, um die Dominanz der Männer in der Sprache zu verdeutlichen. Sprache wurde zu einem politischen Kampfmittel der westdeutschen Frauenbewegung. Dabei wurde von folgenden Thesen ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit Sexus.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets beide Geschlechter zu nennen bedeutet, die Gleichberechtigung zu unterstützen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige Sprache, die die Gleichberechtigung unterstützt, und eine moralisch falsche, die die Emanzipation behindert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Logik der feministischen Linguistikerinnen konnte in Westdeutschland (in Ostdeutschland verlief, wie gesagt, die Frauengleichberechtigung nicht gekoppelt an diese Gleichsetzung von Grammatik und Biologie) weitgehend überzeugen. Sie war zumindest so überzeugend, dass viele Menschen diese Logik verinnerlicht haben und ihr unhinterfragt immer noch folgen -  auch wenn inzwischen das binäre „beide“ durch „alle“ ersetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D. h. aus den Thesen der feministischen Linguistik wurden diese:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit &amp;lt;s&amp;gt;Sexus&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;Sexus und Gender&#039;&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets &amp;lt;s&amp;gt;beide&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;alle&#039;&#039; Geschlechter zu nennen bedeutet antidiskriminierend zu sein.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige und eine moralisch falsche Sprache.&amp;quot;&lt;br /&gt;
[[Datei:Partizipialformen als gendersensibler Pluralersatz.png|mini|Viel schwieriger umzusetzen als die Pluralformen sind bei einer Gleichsetzung des grammatikalischen Genus mit dem menschlichen Sexus und Gender allerdings Strukturen wie die Artikel und die verschiedenen Pronomen (Personal-, Possessiv- und Relativpronomen). -&amp;gt; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Der&amp;lt;/u&amp;gt; Mensch, &amp;lt;u&amp;gt;dem&amp;lt;/u&amp;gt; das rote Auto gehört und &amp;lt;u&amp;gt;dessen&amp;lt;/u&amp;gt; Ausweis bei &amp;lt;u&amp;gt;dem&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;Angestellten liegt, hat mir &amp;lt;u&amp;gt;seinen&amp;lt;/u&amp;gt; Namen verraten: Caroline.&#039;&#039; Insofern ist ein Ersatz der Pluralformen durch Partizipalformen sowieso keine tatsächliche Lösung ...|372x372px]]&lt;br /&gt;
Hier ergibt sich das Dilemma einer inkohärenten Logik, denn für ein völlig neues gesellschaftliches Anliegen (Binarität überwinden und so Geschlechteridentitätengerechtigkeit herstellen) wurde die binäre Argumentationslogik eines völlig anderen, binären gesellschaftlichen Anliegens (die Menschheit besteht aus Frauen und Männern und beide sind gleichberechtigt) übernommen – ein Denkfehler mit politischen Folgen. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Menschen in Westdeutschland sich an den Fehler, Genus mit Sexus gleichzusetzen bereits gewöhnt hatten und es ihnen deshalb nicht weiter auffiel, als sich diese Gleichsetzung auf Gender ausweitete. In Ostdeutschland fiel und fällt den Menschen dieser Fehler aber sehr wohl auf - und so entsteht das Dilemma einer Spaltung. Genus und Sexus gleichzusetzen war in den Zeiten der Frauenbewegung eine politisch motivierte Interpretation, die aber zu hinterfragen ist, weil verschiedene Kategorien vermischt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Marie F. Pusch findet fake facts als politisches Kampfmittel legitim - das wird deutlich im Podcast „Alles gesagt?“ (von DIE ZEIT)  mit Luise F. Pusch am 22.11.2022: „Luise Pusch, warum ist Deutsch eine Männersprache?“&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch der Anspruch, „tatsächlich alle Gruppen und Identitäten abzubilden, (stößt) an klar benennbare sprachlogische Grenzen. So ist es bei Lichte betrachtet unmöglich, für alle denkbaren Identitäten eine adäquate, gleichberechtigte grammatikalische Repräsentation zu finden.“, schreibt Svenja Flaßpöhler.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 143 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Frage, ob die Sprache das Geschlechterbewusstsein bedingt ===&lt;br /&gt;
Um die Notwendigkeit einer neuen Sprache zu begründen, wurden psycholinguistische Studien gemacht. Man wollte herausfinden, ob das generische Maskulinum männliche Assoziationen erzeuge, ob also bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Einwohner&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eher an männliche Personen gedacht würde. Dieser Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen - werden alledings je nach politischer Intention immer wieder unterschiedlich interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Philipp Hübl hat Studien zur vermuteten Sprachwirkung auf die Gleichberechtigung ausgewertet und kam zu einem negativen Befund. Vgl. Hübl, Philipp: Vorlesung an der Universität der Künste in Berlin 2023: Einführung ins kritische Denken. Sondersitzung: Gendern. 2023. https://www.youtube.com/watch?v=gOEGKm5IAE4 &amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein unüberwindbares Problem bei jeder Studie zu diesem Thema ist das Untersuchungssetting - denn diese Studien finden und fanden in einer Zeit statt, als die Sprecher und Sprecherinnen bereits von der Sprachdebatte und der Genderpraxis geprägt waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 29.&amp;lt;/ref&amp;gt; Studien aus der Zeit vor 1980 liegen nicht vor; weibliche Menschen, die damals spachlich sozialisiert wurden, berichten allerdings, dass sie sich niemals ausgeschlossen gefühlt hätten, weil eindeutig war, dass &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; ungeschlechtlich definiert war und alle Menschen meinte. In dem Moment, in dem &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Plural für männliche Menschen verstanden wird, stellt man sich selbstverständlich Männer dabei vor. Dieser Frage ist deshalb durch empirische Studien also leider schlicht nicht zu beantworten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lohnt sich allerdings ein Blick in Sprachgemeinschaften, deren Sprache keinerlei Unterscheidung bzgl. des Geschlechts kennen. Das Türkische oder das Persische sind solche Sprachen. Doch,  so schreibt Navid Kermani, es ist „ein Trugschluss, dass sich aus der sprachlichen Gleichheit der Geschlechter reale soziale Gleichheit ergibt.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Kermani, Navid: Mann, Frau, völlig egal. In: DIE ZEIT Feuilleton.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich hat der Inhalt von Sprache eine Wirkung auf das Bewusstsein. Beispielsweise macht es einen Unterschied, ob von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Scheinehe&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Schutzehe&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; gesprochen wird, von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Sonderabfall&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Giftmüll&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Militärischer Spezialoperation&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Angriffskrieg&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Stefanowitsch, Anatol: Eine Frage der Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen. 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aber hier sind wir auf der inhaltlichen Ebene von Sprache. Bei Gendersternchen oder Doppelpunkt befinden wir uns auf der symbolischen Ebene von Zeichen. Das wird oft verwechselt, auch von Anatol Stefanowitch in seinem Buch &amp;quot;Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen.&amp;quot;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Sexismus ===&lt;br /&gt;
Das Nennen aller nur möglichen Geschlechter und Geschlechtsidentitäten bringt eine geschlechtliche Kategorisierung in die Sprache und an jeden Menschen. Obwohl das Ziel des Genderns ist, Sexismus zu bekämpfen, ist es dennoch unbeabsichtigt eine sexistische Praxis, sagt Nele Pollatschek. „Wenn wir im Deutschen gendern, dann sagen wir damit: Diese Information ist so wichtig, dass sie immer mitgesagt werden muss.“ Damit machen wir das Geschlecht „zur wichtigsten Identitätskategorie.“ Nele Pollatschek vergleicht die gendersensible Sprachweise der Deutschen, die „sich für das permanente Benennen von Geschlechterunterschieden entschieden haben“ mit der der Briten, die „das Anzeigen von Geschlechtlichkeit so weit wie möglich vermeiden“&amp;lt;ref&amp;gt;Pollatschek, Nele: Deutschland ist besessen von Genitalien. Gendern macht die Diskriminierung nur noch schlimmer. Ein Gastbeitrag im Tagesspiegel am 30. 08. 2020 (28.08.2023)&amp;lt;/ref&amp;gt; und spricht sich klar für die britische Sicht als die zielführendere aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Nele Pollatschek: Dear Oxbridge. Liebesbrief an England. Berlin 2020 (S. 185 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Ist es nicht völlig schnuppe, ob Angela Merkel weilbliche Geschlechtsorgane hat und Friedrich Merz männliche? Und falls doch nicht – würde uns das etwas angehen?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Navid Kermani meint, dass er das Gendern der Sprache als „eine geistige wie politische Regression“ wahrnimmt, denn „Geschlechtszuschreibungen gehen nicht in zwei, sie gehen aber auch nicht in 27 Kategorien auf. Zu meinen, man könnte mittels Sprache jederzeit jedem Angesprochenen gerecht werden, verkennt nicht nur ihr Wesen; es legt die Angesprochenen überhaupt erst fest auf eine Identität. (…) (Aber) wir sind nicht eindeutig, niemand von uns, weder ethnisch noch kulturell, weder psychologisch noch geschlechtlich, (…).“ Und Svenja Flaßpöhler formuliert: „Dem Kampf um Bezeichnungen wohnt die Dialektik inne, dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen.“    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Klassismus ===&lt;br /&gt;
Da die meisten Menschen sich mit der Sprachvariante wohlfühlen, mit der sie sozialisiert sind, und die akademische Bildungsschicht den sprachlichen Veränderungen stärker zugewandt ist, ist die genderinklusive Sprache inzwischen zu einem Unterscheidungsmerkmal geworden, mit dem sich die kreative Klasse und akademische Elite von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. „Gendern ist das Latein der neuen Eliten.“, sagt der Philosoph Philipp Hübl.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp am 11.10.2023 in: wissenschaftskommunikation.de https://www.wissenschaftskommunikation.de/gendern-ist-das-latein-der-neuen-eliten-71125/ (13.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Soziologe Pierre Bordieu&amp;lt;ref&amp;gt;Bordieu: Die feinen Unterschiede. Frankfurt a. M. 2018 (26. Auflage).&amp;lt;/ref&amp;gt; machte darauf aufmerksam, dass die Ungleichheit der Gesellschaft nicht nur durch die ungleiche Verteilung von ökonomischem Kapital entsteht und fortbesteht, wie Karl Marx meinte, sondern auch durch „die feinen Unterschiede“. Bordieu analysierte, dass weitere Kapitalarten für die Aufrechterhaltung von sozialer Ungleichheit verantwortlich sind: Soziales Kapital ist bedeutsam und kennzeichnet, über welche gesellschaftlichen Beziehungen und Netzwerke jemand durch seine Familie oder Sozialisation verfügt. Die Position in der gesellschaftlichen Hierarchie wird außerdem durch das kulturelle Kapital (Bildung, Handlungswissen und formale Abschlüsse sowie Titel) bestimmt sowie das symbolische Kapital. Damit ist der Lebensstil und das Auftreten gemeint - die Sprache, die Manieren, der Musik-, Kunst- und Einrichtungsgeschmack, die Essgewohnheiten, das Modeverhalten, etc. Bordieu nennt das den Habitus eines Menschen. Ein Habitus ist fast unveränderbar, weil er quasi mit der Muttermilch aufgesogen wird und zur persönlichen Disposition wird. Egal, wo jemand geht oder steht – man „riecht“ stets, aus welchem „Stall“ jemand kommt. Ein erfolgreicher Unternehmer beispielweise, der es zu erheblichem Vermögen geschafft hat, gehört trotz seines ökonomischen Kapitals noch lange nicht zur gesellschaftlichen Oberschicht, solange er nicht über den Habitus dieser Schicht verfügt und die Codes nicht kennt. Am Habitus erkennt man sich. Das macht es so schwer, die soziale Klasse zu wechseln und das ist ein Faktor, der bestehende, ungleiche Verhältnisse festschreibt. Der Habitus ist ein Distinktionsmerkmal, mit dem man sich voneinander abgrenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Distinktionsmerkmal ist inzwischen das Gendern geworden. Philipp Hübl spricht vom Soziolekt einer sich als progressiv verstehenden Elite. Die als geschlechtergerecht markierte und vermeintlich moralisch überlegene Sprache dient nicht mehr nur dem politischen Erkennen, sondern ist auch zu einem Abgrenzungsmerkmal der Bildungsoberschicht geworden. Gendern ist sowohl „ein Loyalitätssignal“ &amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Moralspektakel. 2024 (S. 202 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; als auch ein Distinktionsmerkmal geworden, mit dem eine recht homogene, politisch links orientierte, urbane, akademisch gebildete und sozial besser gestellte Gesellschaftsschicht sich sprachlich von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. Wer nicht mitmacht, hat im akademischen Kultur, Medien- und Lehrbetrieb keine Chance. „Diese Eliten (...) haben mit der politischen Korrektheit ihren eigenen Jargon gefunden, übersehen aber oft, dass sie damit andere diskriminieren, nämlich diejenigen, die da nicht mithalten können und denen der Kosmopolitismus mit seinen neuen Codes gar nicht zusagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Die aufgeregte Gesellschaft. München 2019, S. 235.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Urteil wird dann entweder gönnerhaft oder missgünstig, in jedem Fall von oben herab gefällt: „Die sind noch nicht soweit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man als junger Mensch aus einem sozialen Millieu, in dem nicht gegendert wird, Erfolg in der Schule und an der Universität haben, muss man sich anpassen. Dabei bedeutet „anpassen“ nicht, lediglich eine andere Pluralform zu nutzen – nein, es bedeutet einen ganz anderen Sprachhabitus anzunehmen. Dieser neue Sprachhabitus führt aber unweigerlich zu einer Distanzierung vom Herkunftsmillieu, der Familie und den alten Freunden, denn dort wird der neue Code als Abgrenzung erlebt. Der Druck, sich auf die von Akademikern für korrekt befundene inklusive Sprache einzulassen, bringt Menschen aus nicht akademischen Herkunftmillieus in einen unbewussten Entscheidungskonflikt zwischen Bildungserfolg und Herkunftsmillieuzugehörigkeit. Dieser Entscheidungskonflikt wirkt wie ein „sozialer Filter“.&amp;lt;ref&amp;gt;Mehr zum „sozialen Filter“ in El Mafaalani: Mythos Bildung. 2022, S. 91. El-Mafaalani bezieht sich allerdings nicht auf Sprache als Habitusmerkmal.&amp;lt;/ref&amp;gt; Und wichtigster Grund für diesen Entscheidungskonflikt ist der Habitus, von dem die eigene Sprache ein wesentlicher Teil ist – und der fast so sehr zu uns gehört und unabstreifbar ist wie unsere Haut, wie wir von Bordieu wissen. Die inklusive Sprache führt also unbeabsichtigt von dem gut gemeinten Vorsatz, Menschen aufgrund ihres Geschlechtes zu diskriminieren, dazu, dass Menschen klassistisch diskriminiert werden: noch ein Diskriminierungsdilemma.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der kontraproduktiven Wirkung ===&lt;br /&gt;
Diese Paarung von gesellschaftlicher Abgrenzung und moralischer Überlegenheit, die die linke wohlhabende Bildungsoberschicht bzgl. ihrer Gendersprache für sich in Anspruch nimmt und der ein gewaltiger Habitussnobismus inne wohnt, führt zu einem Dilemma der politischen Wirkung. Denn dadurch, dass die Sprache von dieser wohlhabenden, akademischen, kreativen Schicht, zu der viele Journalisten, Politiker und andere Prominente gehören, im Alleingang neu verhandelt wird, verlieren diese für viele Menschen ihre Glaubwürdigkeit. Niemand möchte arrogant von oben herab behandelt werden, und so wenden sich manche Menschen als Folge politisch oder religiös radikal konservativen Gruppen zu und – und das Gendern schadet paradoxerweise seinem eigenen Anliegen. Viele Menschen fühlen sich vom sprachlichen Duktus der intellektuellen Elite ausgeschlossen und beginnen sie zu hassen, wie der Politikwissenschaftler Yascha Mounk herausgearbeitet hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Mounk, Yasha: Im Zeitalter der Identität. Vom Aufsteig einer gefährlichen Idee. 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bitmoji .png|mini|368x368px|Ich schließe mich Svenja Flaßpöhler an, die sagt: Vor dem Hintergrund, dass dem Kampf um Bezeichnung die Dialektik innewohnt, „dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen“, (…) „erscheint das generische Maskulinum in seiner Geschlechtsunabhängigkeit plötzlich in einem anderen Licht. Liegt seine poststrukturalistische Perspektive nicht gerade darin, dass es von geschlechtlichen Identifikationen absieht? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Busfahrer&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Busfahrer*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;innen: Nicht das Geschlecht, sondern das Tun wäre der Kern der Bezeichnung. Unbestritten gehört es zu den Errungenschaften der Emanzipation, dass man Menschen nicht auf ihr Geschlecht reduziert, sondern für das anerkennt, was sie können und machen. Wenn es gelänge, das generische Maskulinum als universale, geschlechtsunabhängige Bezeichnungspraxis zu nehmen, die es rein formal ist: Böte es dann nicht ein erstaunliches emanzipatorisches Potenzial – und zwar gerade durch seine umfassende Bezeichnungskraft, die nicht nur einzelne Gruppen meint, sondern alle?“&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 142 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
Ich persönlich finde es problematisch, schulterzuckend in Kauf zu nehmen, so vielen Menschen Teilhabe an Sprache und damit Gesellschaft zu erschweren oder gar zu verwehren. Hier wird von den Befürwortern der Gendersprache eine angebliche, nur auf sprachlicher Symbolik beruhende Benachteiligung über eine tatsächliche sprachliche Benachteiligung gestellt. Eine verkomplizierende, symbolische Sprachreform achtlos auf Kosten von anderen, ebenso vulnerablen gesellschaftlichen Gruppen zu fordern, finde ich sehr fragwürdig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Frage der geschlechtergerechten Sprache mahnt der Rat für deutsche Rechtschreibung zur Sensibilität gegenüber dem Thema, spricht aber keine Norm aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26.03.2021 Kurzgefasst wird gesagt: „Der Rat für deutsche Rechtschreibung bekräftigt in seiner Sitzung am 26.03.2021 seine Auffassung, dass allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache begegnet werden soll und sie sensibel angesprochen werden sollen. Dies ist allerdings eine gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Aufgabe, die nicht allein mit orthografischen Regeln und Änderungen der Rechtschreibung gelöst werden kann. Das Amtliche Regelwerk gilt für Schulen sowie für Verwaltung und Rechtspflege. Der Rat hat vor diesem Hintergrund die Aufnahme von Asterisk („Gender-Stern“), Unterstrich („Gender-Gap“), Doppelpunkt oder anderen verkürzten Formen zur Kennzeichnung mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen im Wortinnern in das Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung zu diesem Zeitpunkt nicht empfohlen.“ https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine einheitliche Sprachvariante zu finden ist inzwischen wohl gar nicht mehr möglich. Selbst der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch (und der hat in „Eine Frage der Moral“  immerhin ein ganzes Buch lang für sensible Sprache plädiert) sagt inzwischen: „Am besten wäre es, wenn wir aufhören würden, nach einheitlichen Sprachregelungen zu rufen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Stefanowitsch, Anatol (Professor für Sprachwissenschaft an der FU Berlin): Interview am 30.09.2020 im Tagesspiegel. Anatol Stefanowitsch ist der Autor des Buches „Eine Frage der Moral. Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen.“, erschienen 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesem Appell möchte ich mich anschließen. Welche Dilemmata mit den verschiedenen Sprachvarianten und mit der gesellschaftlichen Diskussion darüber einhergehen, habe ich aufgezeigt. Auch ich erlebe dabei den sozialen Druck, eine geschlechterinklusive Sprachvariante als Loyalitätssignal zu nutzen. Denn die jeweils verwendete Sprachvariante wird gegenwärtig so stark als ein Signal von Moral gewertet, dass sie in Arbeitsprozessen Vertrauensbildung sowohl unterstützen als auch verhindern kann. In der Arbeit mit jungen Menschen, die grade von der Uni kommen, erlebe ich häufig eine misstrauische Distanz, wenn die jungen Akademiker wahrnehmen, dass ich nicht die gleiche Sprachvariante nutze, die sie selbst für die richtige halten. Deshalb ist es notwendig, dass jeder von uns seine jeweils gewählte Variante kommuniziert und begründet, um als Sprecher niemanden zu verletzen und um als Sprechende nicht vorschnell in eine Schublade gesteckt zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist verwende ich die generische Form &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; in ihrer genderneutralen Definition, die alle Geschlechter und Identitäten umfasst. Manchmal versehe ich diese mit einem * (&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;), weil ich weiß, dass vielen jungen Menschen die inklusive Bedeutung der generischen Form nicht mehr bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen und Anmerkungen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehrerbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=152261</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/Sprachbildung/Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=152261"/>
		<updated>2026-04-20T14:32:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Übersicht Sprachvarianten der gendersensiblen Sprache.png|mini|Die Frage, um die es bei dem Dilemma der geschlechtersensiblen Sprache geht, ist nicht, ob wir für eine Sprache sind, die geschlechtergerecht ist - denn diese Frage wird wohl hoffentlich jeder mit „Na logo, auf alle Fälle!“ beantworten. Die Diskussion dreht sich um die Frage, &#039;&#039;welche Variante&#039;&#039; die passendste ist – denn jede(!) Variante nimmt für sich in Anspruch, geschlechtergerecht zu sein ...|399x399px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Dilemma des Wunsches nach sprachlicher Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
Die Diskussion um eine geschlechterinklusive Sprache geht mit einem hohen Maß an gesellschaftlicher Aufregung einher. Den Befürwortern geht es um ein gesellschaftspolitisches Anliegen, das sympatisch und  legitim ist: Geschlechtergerechtigkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Ungeachtet des &amp;quot;berechtigten Wunsches&amp;quot; muss man allerdings festhalten, dass Gerechtigkeit eine &#039;&#039;ethische&#039;&#039; Kategorie ist, die zur Beschreibung grammatikalischer Strukturen ungeeignet ist - das macht die Einlösung auch so schwierig.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dem mehr als berechtigten Wunsch steht allerdings das Problem gegenüber, dass die als geschlechtergerecht favorisierten Sprachvarianten ihrem inklusiven Anspruch nicht gerecht werden. Aus dem Wunsch, nicht zu diskriminieren, entstehen neue Diskriminierungen. Im Folgenden möchte ich diese Problematiken aufblättern (und damit auch meine eigene Variantenwahl begründen).&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur historischen Entwicklung ===&lt;br /&gt;
Die ursprüngliche Pluralvariante war bzw. ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Mit diesem &#039;&#039;generischen Plural&#039;&#039; waren und sind qua Definition alle jungen Menschen gemeint, die zur Schule gehen – völlig unabhängig vom Geschlecht. Dabei hat &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine doppelte Bedeutung, denn mit dem Nomen kann man auch eine reine Jungengruppe bezeichnen. Will man ausdrücken, dass es sich um eine reine Jungengruppe handelt, sagt man &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;männliche Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Will man ausdrücken, dass es sich um einen reine Mädchengruppe handelt, gibt es dafür einen eigenen Plural: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. (Diese Pluralformen sind historisch gewachsen und haben ihren Ursprung natürlich in einer patriarchalen Kultur, dennoch ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; qua Definition inklusiv und wurde auch bis in die 1980er Jahre allgemein so verstanden.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Definition wurde im Zuge der Frauengleichberechtigungsbewegung ab den 1980er Jahren von feministischen Linguistikerinnen in der alten BRD (Übrigens nur in der BRD, in der DDR wirkte die Frauenbewegung unabhängig von dieser Sprachinterpretation; und das ist wichtig zum Verständnis der heutigen politischen Fronten!) in Frage gestellt: Frauen seien in dieser Pluralform nicht mitgemeint und würden nicht angesprochen, kritisierten z. B. Luise F. Pusch, Senta Tromel-Plötz u. a. Bahnbrechend war 1984 das Buch „Das Deutsche als Männersprache“ von Luise F. Pusch.&amp;lt;ref&amp;gt;Pusch, Luise F.: Das Deutsche als Männersprache. Aufsätze und Glossen zur feministischen Linguistik. 1984.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache zementiere die Männerherrschaft, wurde beanstandet. Um die politische Frauenbewegung zu unterstützen, wurde das Genus (das grammatische Geschlecht der Sprache) mit dem Sexus (das biologische Geschlecht von Menschen) gleichgesetzt. Luise F. Pusch schlug u. a. vor, von nun an nur noch &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, (sie nannte es das &amp;quot;generische Femininum&amp;quot;) als Pluralform zu nutzen, schließlich seien die Männer ja lange genug bevorteilt worden und nun die Frauen dran; die Pluralform sollte sozusagen nach dem Rotationsprinzip angewendet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Im Landkreis Rotenburg an der Wümme wird seit 2024 auf Anordnung des CDU-Landrats Marco Prietz in der Verwaltung das generische Feminium verwendet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Idee setzte sich nicht durch; aber mit zunehmender Gleichberechtigung gab es in der alten BRD einen immer größer werdenden Konsens, die weibliche Pluralform in der Sprache mitzunennen. Die politisch motivierte Behauptung, dass mit &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nur männliche Menschen gemeint seien, sickerte in Westdeutschland ins gesellschaftliche Bewusstsein. Es wurde nun normal, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen und Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler/-innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu schreiben. An den Universitäten, insbesondere im nördlichen Westdeutschland, wurde in den 1980er Jahren die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülerInnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch es dauerte nicht lange (ungefähr mit Beginn der 2000er Jahre), da wurde neue Kritik laut: „Damit werden nur die weiblichen und männlichen Geschlechtsidentitäten genannt – und alle anderen bleiben unsichtbar!“ Es wurde, insbesondere in einem sich als progressiv und links verstehenden Millieu und insbesondere in Nord- und Westdeutschland, nach neuen, alle Geschlechteridentitäten inkludierenden Varianten gesucht: Bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; steht der Unterstrich bzw. das Sternchen für „alle weiteren“, geht also über die Benennung von nur Frauen und Männern hinaus und soll trans und nicht-binäre Menschen sichtbar werden lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Sprachkonstruktivismus der Queer-Bewegung orientiert sich dabei an der postmodernen Vorstellung fluider Geschlechtsidentitäten, die alle gleichermaßen in der Sprache abzubilden seien.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weil der Unterstrich bei Unterstreichungen nicht zu lesen ist und aufgrund von technischen Schwierigkeiten von Screenreadern entstand die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; Aber auch an diesen Varianten gibt es Kritik, z. B. dass Frauen wieder nur nachgeschoben und damit zweitrangig seien, wie Luise F. Pusch meint. Oder: „Wer weder in die männliche noch weibliche Kategorie passt, landet nolens volens repräsentationslogisch in der lautlichen Lücke des Unterstrichts oder wird zum Sternchen: Ist das gerecht und angemessen – oder abermals eine Hierarchisierung?“.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021 (S. 143 f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Kübra Gümüşay überlegen viele andere, ob wir vielleicht gänzlich darauf verzichten sollten, „Menschen nach ihrer Geschlechtsidentität“ zu kategorisieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Gümüşay, Kübra: Sprache und Sein. München 2021 (S.21).&amp;lt;/ref&amp;gt; Lann Hornscheid, bis 2016 Professorens am Zentrum für tranzdisziplinäre Geschlechterstudien der Berliner Humboldt-Universität, hat deshalb früher &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülX&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und später &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülens&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; vorgeschlagen. Hermes Phettberg und Thomas Kronschläger plädieren für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülys&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Hermes Phettberg war ein österreichisches Schauspiely, Aktionskünstly und Schriftstelly. Seit 2019 verwendet das Sprachdidaktiky Thomas Kronschläger an der TU Braunschweig dessen y-Variante für eine entgenderte Sprache.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl.: Thomas Kronschläger (Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung): Entgendern nach Phettberg. Am 28.01.2022 auf www.bpb.de https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/geschlechtergerechte-sprache-2022/346085/entgendern-nach-phettberg/ (zuletzt 09.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Debatte um eine ge- oder entgenderte Sprache wird uns noch lange beschäftigen und die Positionen und Sprachvorschläge ändern sich immer wieder. Und da Menschen dazu neigen, die Variante, mit der sie sozialisiert wurden, für die passendste zu halten, die Menschen aber in unterschiedlichen Zeiten, unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und unterschiedlichen Regionen mit jeweils unterschiedlichen Sprachvarianten sozialisiert wurden, gibt es inzwischen Verfechter für ganz verschiedene Varianten, oft ohne dass diese kritisch reflektiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zur Zeit in Westdeutschland verbreiteste Gendervariante ist die mit Sternchen oder Doppelpunkt, die im mündlichen Sprachgebrauch mit dem Glottisschlag, der kleinen Pause, gesprochen wird. Je konsequenter mensch diesen Ansatz jedoch zu Ende denkt, desto größer wird das sprachliche Dilemma, denn die Sprache wird immer unverständlicher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Sprachbarrieren ===&lt;br /&gt;
Sprache, die gendert, wird komplizierter - das lässt sich nicht von der Hand weisen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jede und jeder Bürger:in kann am Sonntag in sein:ihr Wahllokal gehen und seine:ihre Stimme abgeben. Im Wahlkampf haben alle Kandidat:innen wie ein Löwe bzw. eine Löwin gekämpft. Wer unser:e neue:r Bürgermeister:in wird, wird am Montag von dem:der Pressesprecher:in dem:der Gewinner:in mitgeteilt. Er:sie lässt dann die Korken knallen!&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den &amp;quot;Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; wird darauf hingewiesen, dass durch diese Sprachverwendung erhebliche Sprachbarrieren entstehen, die die gesellschaftliche Teilhabe erschweren, für Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ... die eine Zuwanderungsbiografie haben.&lt;br /&gt;
* ... die eine Behinderung haben. (Der D&#039;&#039;eutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.&#039;&#039; bittet deshalb darum, dass auf die Schreibweise mit Satz- und Sonderzeichen verzichtet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Position des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands https://www.dbsv.org/gendern.html (zuletzt: 10.03.2026)&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
* ... die Leseschwierigkeiten haben oder Analphabeten sind  (immerhin 6,2 Mio in Dtl.!&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Es entsteht also das Dilemma, dass durch den Versuch, niemanden durch Sprache zu benachteiligen, andere vulnerable Menschengruppen durch Sprache benachteiligt werden - ein Diskriminierungsdilemma. &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
Und dabei ist das Sprachbeispiel oben noch ein einfaches. Noch schwieriger wird es, wenn mensch den Ansatz des Genderns konsequent weiterdenkt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäste&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wird inzwischen bereits oft &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäst:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gemacht, muss dann nicht auch aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Person&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Person:&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;er (PLURAL: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Personer:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;(?)) und aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Mensch&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Mensch:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; werden? Müsste &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Dackel&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Dackel:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; sein? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Genie&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Genie:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Fee&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Fee:er&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Opfer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die/der Opfer:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Leiche&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Leiche:r&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Der Leichnam&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Leichnam:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;?&amp;lt;ref&amp;gt;Alicia Joe: Warum Gendersprache scheitern wird. (o. J.)&lt;br /&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=aZaBzeVbLnQ&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das ergibt dann z. B. so einen Satz:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Der/die Person:er, der/die anonym den/die Dackel:in geschenkt bekommen hatte, hat sich sehr gefreut, den/die Schenkende eine:n Genie:in genannt, das seine/ihre geheimsten Wünsche errät, und all ihren Gäst:innen von seinem/ihrem geheimnisvollen Wünschererfüller:in erzählt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was machen wir, wenn die Männer es eines Tages ungerecht finden, dass im Plural der Artikel &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und das Possessivpronomen &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;ihr&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; verwendet wird? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bsp: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die&amp;lt;/u&amp;gt; Männer setzen sich auf&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ihre&amp;lt;/u&amp;gt; Plätze.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugegeben, dass ist nicht die aktuelle Diskussion, sondern weitergedacht. Dennoch: Bei konsequentem Gendern&amp;lt;ref&amp;gt;Definition &#039;&#039;Gendern&#039;&#039; nach dem &amp;quot;Handbuch geschlechtergerechte Sprache&amp;quot; des Dudenverlags von Diewald und Steinhauer, 2020, S. 49: &amp;quot;Gendern verstehen wir als ein sprachliches Verfahren, um Gleichberechtigung (...) im Sprachgebrauch zu erreichen.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; ist Sprache kein praktisch zu handhabendes Kommunikationswerkzeug mehr ist. Denn der Gerechtigkeitsanspruch, der zur Zeit an Sprache gestellt wird, ist aufgrund der Sprachstruktur praktisch unerfüllbar. Ihm zugrunde liegt eine These, die gänzlich verschiedene Kategorien vermischt.&lt;br /&gt;
[[Datei:GENUS = SEXUS-GENDER?!?.png|mini|331x331px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Gleichsetzung des grammatikalischen GENUS mit dem menschlichen SEXUS und GENDER ===&lt;br /&gt;
Die gesamte Debatte über geschlechtersensible Sprache fußt auf der These, Genus mit Sexus bzw. Gender gleichzusetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wissenschaftler kritisieren Genderpraxis des ORR. (o. J.) https://www.linguistik-vs-gendern.de/ (zuletzt 30. 03. 2026)&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möglicherweise wäre die Sprache gar nicht solch ein Thema in der Diskriminierungsdebatte geworden, würde die Grammatik nicht Begrifflichkeiten wie „Geschlecht“ sowie „maskulin“, „feminin“ und „neutral“ verwenden. Diese wurden vor ein paar Jahrhunderten aus dem Lateinischen übernommen und die Sprachwissenschaftler früherer Zeiten hätten gut daran getan, andere zu erfinden. Auf die Idee kamen sie aber nicht, nicht nur weil Latein damals der Maßstab für grammatische Kategorien waren, sondern weil es damals undenkbar war, dass die Welt nicht stramm binär sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso binär wurde auch noch in den 1980er Jahren gedacht, als seitens der feministischen Linguistikerinnen gefordert wurde, Frauen mitzunennen. Hatte man zuvor &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrer.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gesagt und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Gattungsbegriff ohne Geschlechtshinweis verstanden, wurde es nun wichtig &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrerinnen.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu sagen und das Geschlecht zu benennen. Der allgemeine, generische Plural &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wurde nun „generisches Maskulinum“ genannt, um die Dominanz der Männer in der Sprache zu verdeutlichen. Sprache wurde zu einem politischen Kampfmittel der westdeutschen Frauenbewegung. Dabei wurde von folgenden Thesen ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit Sexus.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets beide Geschlechter zu nennen bedeutet, die Gleichberechtigung zu unterstützen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige Sprache, die die Gleichberechtigung unterstützt, und eine moralisch falsche, die die Emanzipation behindert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Logik der feministischen Linguistikerinnen konnte in Westdeutschland (in Ostdeutschland verlief, wie gesagt, die Frauengleichberechtigung nicht gekoppelt an diese Gleichsetzung von Grammatik und Biologie) weitgehend überzeugen. Sie war zumindest so überzeugend, dass viele Menschen diese Logik verinnerlicht haben und ihr unhinterfragt immer noch folgen -  auch wenn inzwischen das binäre „beide“ durch „alle“ ersetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D. h. aus den Thesen der feministischen Linguistik wurden diese:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit &amp;lt;s&amp;gt;Sexus&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;Sexus und Gender&#039;&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets &amp;lt;s&amp;gt;beide&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;alle&#039;&#039; Geschlechter zu nennen bedeutet antidiskriminierend zu sein.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige und eine moralisch falsche Sprache.&amp;quot;&lt;br /&gt;
[[Datei:Partizipialformen als gendersensibler Pluralersatz.png|mini|Viel schwieriger umzusetzen als die Pluralformen sind bei einer Gleichsetzung des grammatikalischen Genus mit dem menschlichen Sexus und Gender aller-dings Strukturen wie die Artikel und die verschiedenen Pronomen (Personal-, Possessiv- und Relativpronomen). -&amp;gt; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Der&amp;lt;/u&amp;gt; Mensch, &amp;lt;u&amp;gt;dem&amp;lt;/u&amp;gt; das rote Auto gehört und &amp;lt;u&amp;gt;dessen&amp;lt;/u&amp;gt; Ausweis bei &amp;lt;u&amp;gt;der&amp;lt;/u&amp;gt; Aushilfe liegt, hat mir &amp;lt;u&amp;gt;seinen&amp;lt;/u&amp;gt; Namen verraten: Caroline.&#039;&#039; Insofern ist ein Ersatz der Pluralformen durch Partizipalformen sowieso keine tatsächliche Lösung.]]&lt;br /&gt;
Hier ergibt sich das Dilemma einer inkohärenten Logik, denn für ein völlig neues gesellschaftliches Anliegen (Binarität überwinden und so Geschlechteridentitätengerechtigkeit herstellen) wurde die binäre Argumentationslogik eines völlig anderen, binären gesellschaftlichen Anliegens (die Menschheit besteht aus Frauen und Männern und beide sind gleichberechtigt) übernommen – ein Denkfehler mit politischen Folgen. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Menschen in Westdeutschland sich an den Fehler, Genus mit Sexus gleichzusetzen bereits gewöhnt hatten und es ihnen deshalb nicht weiter auffiel, als sich diese Gleichsetzung auf Gender ausweitete. In Ostdeutschland fiel und fällt den Menschen dieser Fehler aber sehr wohl auf - und so entsteht das Dilemma einer Spaltung. Genus und Sexus gleichzusetzen war in den Zeiten der Frauenbewegung eine politisch motivierte Interpretation, die aber zu hinterfragen ist, weil verschiedene Kategorien vermischt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Marie F. Pusch findet fake facts als politisches Kampfmittel legitim - das wird deutlich im Podcast „Alles gesagt?“ (von DIE ZEIT)  mit Luise F. Pusch am 22.11.2022: „Luise Pusch, warum ist Deutsch eine Männersprache?“&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch der Anspruch, „tatsächlich alle Gruppen und Identitäten abzubilden, (stößt) an klar benennbare sprachlogische Grenzen. So ist es bei Lichte betrachtet unmöglich, für alle denkbaren Identitäten eine adäquate, gleichberechtigte grammatikalische Repräsentation zu finden.“, schreibt Svenja Flaßpöhler.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 143 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Frage, ob die Sprache das Geschlechterbewusstsein bedingt ===&lt;br /&gt;
Um die Notwendigkeit einer neuen Sprache zu begründen, wurden psycholinguistische Studien gemacht. Man wollte herausfinden, ob das generische Maskulinum männliche Assoziationen erzeuge, ob also bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Einwohner&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eher an männliche Personen gedacht würde. Dieser Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen - werden alledings je nach politischer Intention immer wieder unterschiedlich interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Philipp Hübl hat Studien zur vermuteten Sprachwirkung auf die Gleichberechtigung ausgewertet und kam zu einem negativen Befund. Vgl. Hübl, Philipp: Vorlesung an der Universität der Künste in Berlin 2023: Einführung ins kritische Denken. Sondersitzung: Gendern. 2023. https://www.youtube.com/watch?v=gOEGKm5IAE4 &amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein unüberwindbares Problem bei jeder Studie zu diesem Thema ist das Untersuchungssetting - denn diese Studien finden und fanden in einer Zeit statt, als die Sprecher und Sprecherinnen bereits von der Sprachdebatte und der Genderpraxis geprägt waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 29.&amp;lt;/ref&amp;gt; Studien aus der Zeit vor 1980 liegen nicht vor; weibliche Menschen, die damals spachlich sozialisiert wurden, berichten allerdings, dass sie sich niemals ausgeschlossen gefühlt hätten, weil eindeutig war, dass &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; ungeschlechtlich definiert war und alle Menschen meinte. In dem Moment, in dem &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Plural für männliche Menschen verstanden wird, stellt man sich selbstverständlich Männer dabei vor. Dieser Frage ist deshalb durch empirische Studien also leider schlicht nicht zu beantworten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lohnt sich allerdings ein Blick in Sprachgemeinschaften, deren Sprache keinerlei Unterscheidung bzgl. des Geschlechts kennen. Das Türkische oder das Persische sind solche Sprachen. Doch,  so schreibt Navid Kermani, es ist „ein Trugschluss, dass sich aus der sprachlichen Gleichheit der Geschlechter reale soziale Gleichheit ergibt.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Kermani, Navid: Mann, Frau, völlig egal. In: DIE ZEIT Feuilleton.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich hat der Inhalt von Sprache eine Wirkung auf das Bewusstsein. Beispielsweise macht es einen Unterschied, ob von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Scheinehe&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Schutzehe&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; gesprochen wird, von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Sonderabfall&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Giftmüll&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Militärischer Spezialoperation&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Angriffskrieg&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Stefanowitsch, Anatol: Eine Frage der Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen. 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aber hier sind wir auf der inhaltlichen Ebene von Sprache. Bei Gendersternchen oder Doppelpunkt befinden wir uns auf der symbolischen Ebene von Zeichen. Das wird oft verwechselt, auch von Anatol Stefanowitch in seinem Buch &amp;quot;Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen.&amp;quot;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Sexismus ===&lt;br /&gt;
Das Nennen aller nur möglichen Geschlechter und Geschlechtsidentitäten bringt eine geschlechtliche Kategorisierung in die Sprache und an jeden Menschen. Obwohl das Ziel des Genderns ist, Sexismus zu bekämpfen, ist es dennoch unbeabsichtigt eine sexistische Praxis, sagt Nele Pollatschek. „Wenn wir im Deutschen gendern, dann sagen wir damit: Diese Information ist so wichtig, dass sie immer mitgesagt werden muss.“ Damit machen wir das Geschlecht „zur wichtigsten Identitätskategorie.“ Nele Pollatschek vergleicht die gendersensible Sprachweise der Deutschen, die „sich für das permanente Benennen von Geschlechterunterschieden entschieden haben“ mit der der Briten, die „das Anzeigen von Geschlechtlichkeit so weit wie möglich vermeiden“&amp;lt;ref&amp;gt;Pollatschek, Nele: Deutschland ist besessen von Genitalien. Gendern macht die Diskriminierung nur noch schlimmer. Ein Gastbeitrag im Tagesspiegel am 30. 08. 2020 (28.08.2023)&amp;lt;/ref&amp;gt; und spricht sich klar für die britische Sicht als die zielführendere aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Nele Pollatschek: Dear Oxbridge. Liebesbrief an England. Berlin 2020 (S. 185 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Ist es nicht völlig schnuppe, ob Angela Merkel weilbliche Geschlechtsorgane hat und Friedrich Merz männliche? Und falls doch nicht – würde uns das etwas angehen?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Navid Kermani meint, dass er das Gendern der Sprache als „eine geistige wie politische Regression“ wahrnimmt, denn „Geschlechtszuschreibungen gehen nicht in zwei, sie gehen aber auch nicht in 27 Kategorien auf. Zu meinen, man könnte mittels Sprache jederzeit jedem Angesprochenen gerecht werden, verkennt nicht nur ihr Wesen; es legt die Angesprochenen überhaupt erst fest auf eine Identität. (…) (Aber) wir sind nicht eindeutig, niemand von uns, weder ethnisch noch kulturell, weder psychologisch noch geschlechtlich, (…).“ Und Svenja Flaßpöhler formuliert: „Dem Kampf um Bezeichnungen wohnt die Dialektik inne, dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen.“    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Klassismus ===&lt;br /&gt;
Da die meisten Menschen sich mit der Sprachvariante wohlfühlen, mit der sie sozialisiert sind, und die akademische Bildungsschicht den sprachlichen Veränderungen stärker zugewandt ist, ist die genderinklusive Sprache inzwischen zu einem Unterscheidungsmerkmal geworden, mit dem sich die kreative Klasse und akademische Elite von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. „Gendern ist das Latein der neuen Eliten.“, sagt der Philosoph Philipp Hübl.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp am 11.10.2023 in: wissenschaftskommunikation.de https://www.wissenschaftskommunikation.de/gendern-ist-das-latein-der-neuen-eliten-71125/ (13.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Soziologe Pierre Bordieu&amp;lt;ref&amp;gt;Bordieu: Die feinen Unterschiede. Frankfurt a. M. 2018 (26. Auflage).&amp;lt;/ref&amp;gt; machte darauf aufmerksam, dass die Ungleichheit der Gesellschaft nicht nur durch die ungleiche Verteilung von ökonomischem Kapital entsteht und fortbesteht, wie Karl Marx meinte, sondern auch durch „die feinen Unterschiede“. Bordieu analysierte, dass weitere Kapitalarten für die Aufrechterhaltung von sozialer Ungleichheit verantwortlich sind: Soziales Kapital ist bedeutsam und kennzeichnet, über welche gesellschaftlichen Beziehungen und Netzwerke jemand durch seine Familie oder Sozialisation verfügt. Die Position in der gesellschaftlichen Hierarchie wird außerdem durch das kulturelle Kapital (Bildung, Handlungswissen und formale Abschlüsse sowie Titel) bestimmt sowie das symbolische Kapital. Damit ist der Lebensstil und das Auftreten gemeint - die Sprache, die Manieren, der Musik-, Kunst- und Einrichtungsgeschmack, die Essgewohnheiten, das Modeverhalten, etc. Bordieu nennt das den Habitus eines Menschen. Ein Habitus ist fast unveränderbar, weil er quasi mit der Muttermilch aufgesogen wird und zur persönlichen Disposition wird. Egal, wo jemand geht oder steht – man „riecht“ stets, aus welchem „Stall“ jemand kommt. Ein erfolgreicher Unternehmer beispielweise, der es zu erheblichem Vermögen geschafft hat, gehört trotz seines ökonomischen Kapitals noch lange nicht zur gesellschaftlichen Oberschicht, solange er nicht über den Habitus dieser Schicht verfügt und die Codes nicht kennt. Am Habitus erkennt man sich. Das macht es so schwer, die soziale Klasse zu wechseln und das ist ein Faktor, der bestehende, ungleiche Verhältnisse festschreibt. Der Habitus ist ein Distinktionsmerkmal, mit dem man sich voneinander abgrenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Distinktionsmerkmal ist inzwischen das Gendern geworden. Philipp Hübl spricht vom Soziolekt einer sich als progressiv verstehenden Elite. Die als geschlechtergerecht markierte und vermeintlich moralisch überlegene Sprache dient nicht mehr nur dem politischen Erkennen, sondern ist auch zu einem Abgrenzungsmerkmal der Bildungsoberschicht geworden. Gendern ist sowohl „ein Loyalitätssignal“ &amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Moralspektakel. 2024 (S. 202 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; als auch ein Distinktionsmerkmal geworden, mit dem eine recht homogene, politisch links orientierte, urbane, akademisch gebildete und sozial besser gestellte Gesellschaftsschicht sich sprachlich von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. Wer nicht mitmacht, hat im akademischen Kultur, Medien- und Lehrbetrieb keine Chance. „Diese Eliten (...) haben mit der politischen Korrektheit ihren eigenen Jargon gefunden, übersehen aber oft, dass sie damit andere diskriminieren, nämlich diejenigen, die da nicht mithalten können und denen der Kosmopolitismus mit seinen neuen Codes gar nicht zusagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Die aufgeregte Gesellschaft. München 2019, S. 235.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Urteil wird dann entweder gönnerhaft oder missgünstig, in jedem Fall von oben herab gefällt: „Die sind noch nicht soweit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man als junger Mensch aus einem sozialen Millieu, in dem nicht gegendert wird, Erfolg in der Schule und an der Universität haben, muss man sich anpassen. Dabei bedeutet „anpassen“ nicht, lediglich eine andere Pluralform zu nutzen – nein, es bedeutet einen ganz anderen Sprachhabitus anzunehmen. Dieser neue Sprachhabitus führt aber unweigerlich zu einer Distanzierung vom Herkunftsmillieu, der Familie und den alten Freunden, denn dort wird der neue Code als Abgrenzung erlebt. Der Druck, sich auf die von Akademikern für korrekt befundene inklusive Sprache einzulassen, bringt Menschen aus nicht akademischen Herkunftmillieus in einen unbewussten Entscheidungskonflikt zwischen Bildungserfolg und Herkunftsmillieuzugehörigkeit. Dieser Entscheidungskonflikt wirkt wie ein „sozialer Filter“.&amp;lt;ref&amp;gt;Mehr zum „sozialen Filter“ in El Mafaalani: Mythos Bildung. 2022, S. 91. El-Mafaalani bezieht sich allerdings nicht auf Sprache als Habitusmerkmal.&amp;lt;/ref&amp;gt; Und wichtigster Grund für diesen Entscheidungskonflikt ist der Habitus, von dem die eigene Sprache ein wesentlicher Teil ist – und der fast so sehr zu uns gehört und unabstreifbar ist wie unsere Haut, wie wir von Bordieu wissen. Die inklusive Sprache führt also unbeabsichtigt von dem gut gemeinten Vorsatz, Menschen aufgrund ihres Geschlechtes zu diskriminieren, dazu, dass Menschen klassistisch diskriminiert werden: noch ein Diskriminierungsdilemma.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der kontraproduktiven Wirkung ===&lt;br /&gt;
Diese Paarung von gesellschaftlicher Abgrenzung und moralischer Überlegenheit, die die linke wohlhabende Bildungsoberschicht bzgl. ihrer Gendersprache für sich in Anspruch nimmt und der ein gewaltiger Habitussnobismus inne wohnt, führt zu einem Dilemma der politischen Wirkung. Denn dadurch, dass die Sprache von dieser wohlhabenden, akademischen, kreativen Schicht, zu der viele Journalisten, Politiker und andere Prominente gehören, im Alleingang neu verhandelt wird, verlieren diese für viele Menschen ihre Glaubwürdigkeit. Niemand möchte arrogant von oben herab behandelt werden, und so wenden sich manche Menschen als Folge politisch oder religiös radikal konservativen Gruppen zu und – und das Gendern schadet paradoxerweise seinem eigenen Anliegen. Viele Menschen fühlen sich vom sprachlichen Duktus der intellektuellen Elite ausgeschlossen und beginnen sie zu hassen, wie der Politikwissenschaftler Yascha Mounk herausgearbeitet hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Mounk, Yasha: Im Zeitalter der Identität. Vom Aufsteig einer gefährlichen Idee. 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bitmoji .png|mini|368x368px|Ich schließe mich Svenja Flaßpöhler an, die sagt: Vor dem Hintergrund, dass dem Kampf um Bezeichnung die Dialektik innewohnt, „dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen“, (…) „erscheint das generische Maskulinum in seiner Geschlechtsunabhängigkeit plötzlich in einem anderen Licht. Liegt seine poststrukturalistische Perspektive nicht gerade darin, dass es von geschlechtlichen Identifikationen absieht? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Busfahrer&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Busfahrer*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;innen: Nicht das Geschlecht, sondern das Tun wäre der Kern der Bezeichnung. Unbestritten gehört es zu den Errungenschaften der Emanzipation, dass man Menschen nicht auf ihr Geschlecht reduziert, sondern für das anerkennt, was sie können und machen. Wenn es gelänge, das generische Maskulinum als universale, geschlechtsunabhängige Bezeichnungspraxis zu nehmen, die es rein formal ist: Böte es dann nicht ein erstaunliches emanzipatorisches Potenzial – und zwar gerade durch seine umfassende Bezeichnungskraft, die nicht nur einzelne Gruppen meint, sondern alle?“&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 142 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
Ich persönlich finde es problematisch, schulterzuckend in Kauf zu nehmen, so vielen Menschen Teilhabe an Sprache und damit Gesellschaft zu erschweren oder gar zu verwehren. Hier wird von den Befürwortern der Gendersprache eine angebliche, nur auf sprachlicher Symbolik beruhende Benachteiligung über eine tatsächliche sprachliche Benachteiligung gestellt. Eine verkomplizierende, symbolische Sprachreform achtlos auf Kosten von anderen, ebenso vulnerablen gesellschaftlichen Gruppen zu fordern, finde ich sehr fragwürdig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Frage der geschlechtergerechten Sprache mahnt der Rat für deutsche Rechtschreibung zur Sensibilität gegenüber dem Thema, spricht aber keine Norm aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26.03.2021 Kurzgefasst wird gesagt: „Der Rat für deutsche Rechtschreibung bekräftigt in seiner Sitzung am 26.03.2021 seine Auffassung, dass allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache begegnet werden soll und sie sensibel angesprochen werden sollen. Dies ist allerdings eine gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Aufgabe, die nicht allein mit orthografischen Regeln und Änderungen der Rechtschreibung gelöst werden kann. Das Amtliche Regelwerk gilt für Schulen sowie für Verwaltung und Rechtspflege. Der Rat hat vor diesem Hintergrund die Aufnahme von Asterisk („Gender-Stern“), Unterstrich („Gender-Gap“), Doppelpunkt oder anderen verkürzten Formen zur Kennzeichnung mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen im Wortinnern in das Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung zu diesem Zeitpunkt nicht empfohlen.“ https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine einheitliche Sprachvariante zu finden ist inzwischen wohl gar nicht mehr möglich. Selbst der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch (und der hat in „Eine Frage der Moral“  immerhin ein ganzes Buch lang für sensible Sprache plädiert) sagt inzwischen: „Am besten wäre es, wenn wir aufhören würden, nach einheitlichen Sprachregelungen zu rufen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Stefanowitsch, Anatol (Professor für Sprachwissenschaft an der FU Berlin): Interview am 30.09.2020 im Tagesspiegel. Anatol Stefanowitsch ist der Autor des Buches „Eine Frage der Moral. Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen.“, erschienen 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesem Appell möchte ich mich anschließen. Welche Dilemmata mit den verschiedenen Sprachvarianten und mit der gesellschaftlichen Diskussion darüber einhergehen, habe ich aufgezeigt. Auch ich erlebe dabei den sozialen Druck, eine geschlechterinklusive Sprachvariante als Loyalitätssignal zu nutzen. Denn die jeweils verwendete Sprachvariante wird gegenwärtig so stark als ein Signal von Moral gewertet, dass sie in Arbeitsprozessen Vertrauensbildung sowohl unterstützen als auch verhindern kann. In der Arbeit mit jungen Menschen, die grade von der Uni kommen, erlebe ich häufig eine misstrauische Distanz, wenn die jungen Akademiker wahrnehmen, dass ich nicht die gleiche Sprachvariante nutze, die sie selbst für die richtige halten. Deshalb ist es notwendig, dass jeder von uns seine jeweils gewählte Variante kommuniziert und begründet, um als Sprecher niemanden zu verletzen und um als Sprechende nicht vorschnell in eine Schublade gesteckt zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist verwende ich die generische Form &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; in ihrer genderneutralen Definition, die alle Geschlechter und Identitäten umfasst. Manchmal versehe ich diese mit einem * (&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;), weil ich weiß, dass vielen jungen Menschen die inklusive Bedeutung der generischen Form nicht mehr bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen und Anmerkungen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehrerbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Information&lt;br /&gt;
|description = Das Dilemma von Partizipialformen als gendersensibler Pluralersatz&lt;br /&gt;
|source = Eigene Arbeit&lt;br /&gt;
|author = [[User:Sabine Häcker|Sabine Häcker]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenz ==&lt;br /&gt;
{{Bild-CC-by-sa/4.0/de}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Information&lt;br /&gt;
|description = Wenn Partizipialformen wie &amp;quot;Studierende&amp;quot; einen Plural wie &amp;quot;Studenten&amp;quot; ersetzen, findet häufig eine Bedeutungsverschiebung stattfindet.&lt;br /&gt;
|source = Eigene Arbeit&lt;br /&gt;
|author = [[User:Sabine Häcker|Sabine Häcker]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenz ==&lt;br /&gt;
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		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: /* Das Dilemma von Partizipialformen (&amp;quot;Lernende&amp;quot; statt &amp;quot;Schüler&amp;quot;) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Übersicht Sprachvarianten der gendersensiblen Sprache.png|mini|Die Frage, um die es bei dem Dilemma der geschlechtersensiblen Sprache geht, ist nicht, ob wir für eine Sprache sind, die geschlechtergerecht ist - denn diese Frage wird wohl hoffentlich jeder mit „Na logo, auf alle Fälle!“ beantworten. Die Diskussion dreht sich um die Frage, &#039;&#039;welche Variante&#039;&#039; die passendste ist – denn jede(!) Variante nimmt für sich in Anspruch, geschlechtergerecht zu sein ...|399x399px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Dilemma des Wunsches nach sprachlicher Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
Die Diskussion um eine geschlechterinklusive Sprache geht mit einem hohen Maß an gesellschaftlicher Aufregung einher. Den Befürwortern geht es um ein gesellschaftspolitisches Anliegen, das sympatisch und  legitim ist: Geschlechtergerechtigkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Ungeachtet des &amp;quot;berechtigten Wunsches&amp;quot; muss man allerdings festhalten, dass Gerechtigkeit eine &#039;&#039;ethische&#039;&#039; Kategorie ist, die zur Beschreibung grammatikalischer Strukturen ungeeignet ist - das macht die Einlösung auch so schwierig.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dem mehr als berechtigten Wunsch steht allerdings das Problem gegenüber, dass die als geschlechtergerecht favorisierten Sprachvarianten ihrem inklusiven Anspruch nicht gerecht werden. Aus dem Wunsch, nicht zu diskriminieren, entstehen neue Diskriminierungen. Im Folgenden möchte ich diese Problematiken aufblättern (und damit auch meine eigene Variantenwahl begründen).&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur historischen Entwicklung ===&lt;br /&gt;
Die ursprüngliche Pluralvariante war bzw. ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Mit diesem &#039;&#039;generischen Plural&#039;&#039; waren und sind qua Definition alle jungen Menschen gemeint, die zur Schule gehen – völlig unabhängig vom Geschlecht. Dabei hat &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine doppelte Bedeutung, denn mit dem Nomen kann man auch eine reine Jungengruppe bezeichnen. Will man ausdrücken, dass es sich um eine reine Jungengruppe handelt, sagt man &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;männliche Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Will man ausdrücken, dass es sich um einen reine Mädchengruppe handelt, gibt es dafür einen eigenen Plural: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. (Diese Pluralformen sind historisch gewachsen und haben ihren Ursprung natürlich in einer patriarchalen Kultur, dennoch ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; qua Definition inklusiv und wurde auch bis in die 1980er Jahre allgemein so verstanden.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Definition wurde im Zuge der Frauengleichberechtigungsbewegung ab den 1980er Jahren von feministischen Linguistikerinnen in der alten BRD (Übrigens nur in der BRD, in der DDR wirkte die Frauenbewegung unabhängig von dieser Sprachinterpretation; und das ist wichtig zum Verständnis der heutigen politischen Fronten!) in Frage gestellt: Frauen seien in dieser Pluralform nicht mitgemeint und würden nicht angesprochen, kritisierten z. B. Luise F. Pusch, Senta Tromel-Plötz u. a. Bahnbrechend war 1984 das Buch „Das Deutsche als Männersprache“ von Luise F. Pusch.&amp;lt;ref&amp;gt;Pusch, Luise F.: Das Deutsche als Männersprache. Aufsätze und Glossen zur feministischen Linguistik. 1984.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache zementiere die Männerherrschaft, wurde beanstandet. Um die politische Frauenbewegung zu unterstützen, wurde das Genus (das grammatische Geschlecht der Sprache) mit dem Sexus (das biologische Geschlecht von Menschen) gleichgesetzt. Luise F. Pusch schlug u. a. vor, von nun an nur noch &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, (sie nannte es das &amp;quot;generische Femininum&amp;quot;) als Pluralform zu nutzen, schließlich seien die Männer ja lange genug bevorteilt worden und nun die Frauen dran; die Pluralform sollte sozusagen nach dem Rotationsprinzip angewendet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Im Landkreis Rotenburg an der Wümme wird seit 2024 auf Anordnung des CDU-Landrats Marco Prietz in der Verwaltung das generische Feminium verwendet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Idee setzte sich nicht durch; aber mit zunehmender Gleichberechtigung gab es in der alten BRD einen immer größer werdenden Konsens, die weibliche Pluralform in der Sprache mitzunennen. Die politisch motivierte Behauptung, dass mit &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nur männliche Menschen gemeint seien, sickerte in Westdeutschland ins gesellschaftliche Bewusstsein. Es wurde nun normal, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen und Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler/-innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu schreiben. An den Universitäten, insbesondere im nördlichen Westdeutschland, wurde in den 1980er Jahren die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülerInnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch es dauerte nicht lange (ungefähr mit Beginn der 2000er Jahre), da wurde neue Kritik laut: „Damit werden nur die weiblichen und männlichen Geschlechtsidentitäten genannt – und alle anderen bleiben unsichtbar!“ Es wurde, insbesondere in einem sich als progressiv und links verstehenden Millieu und insbesondere in Nord- und Westdeutschland, nach neuen, alle Geschlechteridentitäten inkludierenden Varianten gesucht: Bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; steht der Unterstrich bzw. das Sternchen für „alle weiteren“, geht also über die Benennung von nur Frauen und Männern hinaus und soll trans und nicht-binäre Menschen sichtbar werden lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Sprachkonstruktivismus der Queer-Bewegung orientiert sich dabei an der postmodernen Vorstellung fluider Geschlechtsidentitäten, die alle gleichermaßen in der Sprache abzubilden seien.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weil der Unterstrich bei Unterstreichungen nicht zu lesen ist und aufgrund von technischen Schwierigkeiten von Screenreadern entstand die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; Aber auch an diesen Varianten gibt es Kritik, z. B. dass Frauen wieder nur nachgeschoben und damit zweitrangig seien, wie Luise F. Pusch meint. Oder: „Wer weder in die männliche noch weibliche Kategorie passt, landet nolens volens repräsentationslogisch in der lautlichen Lücke des Unterstrichts oder wird zum Sternchen: Ist das gerecht und angemessen – oder abermals eine Hierarchisierung?“.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021 (S. 143 f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Kübra Gümüşay überlegen viele andere, ob wir vielleicht gänzlich darauf verzichten sollten, „Menschen nach ihrer Geschlechtsidentität“ zu kategorisieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Gümüşay, Kübra: Sprache und Sein. München 2021 (S.21).&amp;lt;/ref&amp;gt; Lann Hornscheid, bis 2016 Professorens am Zentrum für tranzdisziplinäre Geschlechterstudien der Berliner Humboldt-Universität, hat deshalb früher &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülX&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und später &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülens&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; vorgeschlagen. Hermes Phettberg und Thomas Kronschläger plädieren für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülys&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Hermes Phettberg war ein österreichisches Schauspiely, Aktionskünstly und Schriftstelly. Seit 2019 verwendet das Sprachdidaktiky Thomas Kronschläger an der TU Braunschweig dessen y-Variante für eine entgenderte Sprache.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl.: Thomas Kronschläger (Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung): Entgendern nach Phettberg. Am 28.01.2022 auf www.bpb.de https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/geschlechtergerechte-sprache-2022/346085/entgendern-nach-phettberg/ (zuletzt 09.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Debatte um eine ge- oder entgenderte Sprache wird uns noch lange beschäftigen und die Positionen und Sprachvorschläge ändern sich immer wieder. Und da Menschen dazu neigen, die Variante, mit der sie sozialisiert wurden, für die passendste zu halten, die Menschen aber in unterschiedlichen Zeiten, unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und unterschiedlichen Regionen mit jeweils unterschiedlichen Sprachvarianten sozialisiert wurden, gibt es inzwischen Verfechter für ganz verschiedene Varianten, oft ohne dass diese kritisch reflektiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zur Zeit in Westdeutschland verbreiteste Gendervariante ist die mit Sternchen oder Doppelpunkt, die im mündlichen Sprachgebrauch mit dem Glottisschlag, der kleinen Pause, gesprochen wird. Je konsequenter mensch diesen Ansatz jedoch zu Ende denkt, desto größer wird das sprachliche Dilemma, denn die Sprache wird immer unverständlicher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Sprachbarrieren ===&lt;br /&gt;
Sprache, die gendert, wird komplizierter - das lässt sich nicht von der Hand weisen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jede und jeder Bürger:in kann am Sonntag in sein:ihr Wahllokal gehen und seine:ihre Stimme abgeben. Im Wahlkampf haben alle Kandidat:innen wie ein Löwe bzw. eine Löwin gekämpft. Wer unser:e neue:r Bürgermeister:in wird, wird am Montag von dem:der Pressesprecher:in dem:der Gewinner:in mitgeteilt. Er:sie lässt dann die Korken knallen!&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den &amp;quot;Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; wird darauf hingewiesen, dass durch diese Sprachverwendung erhebliche Sprachbarrieren entstehen, die die gesellschaftliche Teilhabe erschweren, für Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ... die eine Zuwanderungsbiografie haben.&lt;br /&gt;
* ... die eine Behinderung haben. (Der D&#039;&#039;eutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.&#039;&#039; bittet deshalb darum, dass auf die Schreibweise mit Satz- und Sonderzeichen verzichtet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Position des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands https://www.dbsv.org/gendern.html (zuletzt: 10.03.2026)&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
* ... die Leseschwierigkeiten haben oder Analphabeten sind  (immerhin 6,2 Mio in Dtl.!&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Es entsteht also das Dilemma, dass durch den Versuch, niemanden durch Sprache zu benachteiligen, andere vulnerable Menschengruppen durch Sprache benachteiligt werden - ein Diskriminierungsdilemma. &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
Und dabei ist das Sprachbeispiel oben noch ein einfaches. Noch schwieriger wird es, wenn mensch den Ansatz des Genderns konsequent weiterdenkt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäste&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wird inzwischen bereits oft &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäst:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gemacht, muss dann nicht auch aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Person&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Person:&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;er (PLURAL: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Personer:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;(?)) und aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Mensch&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Mensch:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; werden? Müsste &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Dackel&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Dackel:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; sein? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Genie&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Genie:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Fee&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Fee:er&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Opfer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die/der Opfer:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Leiche&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Leiche:r&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Der Leichnam&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Leichnam:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;?&amp;lt;ref&amp;gt;Alicia Joe: Warum Gendersprache scheitern wird. (o. J.)&lt;br /&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=aZaBzeVbLnQ&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das ergibt dann z. B. so einen Satz:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Der/die Person:er, der/die anonym den/die Dackel:in geschenkt bekommen hatte, hat sich sehr gefreut, den/die Schenkende eine:n Genie:in genannt, das seine/ihre geheimsten Wünsche errät, und all ihren Gäst:innen von seinem/ihrem geheimnisvollen Wünschererfüller:in erzählt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was machen wir, wenn die Männer es eines Tages ungerecht finden, dass im Plural der Artikel &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und das Possessivpronomen &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;ihr&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; verwendet wird? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bsp: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die&amp;lt;/u&amp;gt; Männer setzen sich auf&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ihre&amp;lt;/u&amp;gt; Plätze.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugegeben, dass ist nicht die aktuelle Diskussion, sondern weitergedacht. Dennoch: Bei konsequentem Gendern&amp;lt;ref&amp;gt;Definition &#039;&#039;Gendern&#039;&#039; nach dem &amp;quot;Handbuch geschlechtergerechte Sprache&amp;quot; des Dudenverlags von Diewald und Steinhauer, 2020, S. 49: &amp;quot;Gendern verstehen wir als ein sprachliches Verfahren, um Gleichberechtigung (...) im Sprachgebrauch zu erreichen.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; ist Sprache kein praktisch zu handhabendes Kommunikationswerkzeug mehr ist. Denn der Gerechtigkeitsanspruch, der zur Zeit an Sprache gestellt wird, ist aufgrund der Sprachstruktur praktisch unerfüllbar. Ihm zugrunde liegt eine These, die gänzlich verschiedene Kategorien vermischt.&lt;br /&gt;
[[Datei:GENUS = SEXUS-GENDER?!?.png|mini|331x331px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Gleichsetzung des grammatikalischen GENUS mit dem menschlichen SEXUS und GENDER ===&lt;br /&gt;
Die gesamte Debatte über geschlechtersensible Sprache fußt auf der These, Genus mit Sexus bzw. Gender gleichzusetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wissenschaftler kritisieren Genderpraxis des ORR. (o. J.) https://www.linguistik-vs-gendern.de/ (zuletzt 30. 03. 2026)&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möglicherweise wäre die Sprache gar nicht solch ein Thema in der Diskriminierungsdebatte geworden, würde die Grammatik nicht Begrifflichkeiten wie „Geschlecht“ sowie „maskulin“, „feminin“ und „neutral“ verwenden. Diese wurden vor ein paar Jahrhunderten aus dem Lateinischen übernommen und die Sprachwissenschaftler früherer Zeiten hätten gut daran getan, andere zu erfinden. Auf die Idee kamen sie aber nicht, nicht nur weil Latein damals der Maßstab für grammatische Kategorien waren, sondern weil es damals undenkbar war, dass die Welt nicht stramm binär sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso binär wurde auch noch in den 1980er Jahren gedacht, als seitens der feministischen Linguistikerinnen gefordert wurde, Frauen mitzunennen. Hatte man zuvor &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrer.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gesagt und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Gattungsbegriff ohne Geschlechtshinweis verstanden, wurde es nun wichtig &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrerinnen.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu sagen und das Geschlecht zu benennen. Der allgemeine, generische Plural &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wurde nun „generisches Maskulinum“ genannt, um die Dominanz der Männer in der Sprache zu verdeutlichen. Sprache wurde zu einem politischen Kampfmittel der westdeutschen Frauenbewegung. Dabei wurde von folgenden Thesen ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit Sexus.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets beide Geschlechter zu nennen bedeutet, die Gleichberechtigung zu unterstützen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige Sprache, die die Gleichberechtigung unterstützt, und eine moralisch falsche, die die Emanzipation behindert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Logik der feministischen Linguistikerinnen konnte in Westdeutschland (in Ostdeutschland verlief, wie gesagt, die Frauengleichberechtigung nicht gekoppelt an diese Gleichsetzung von Grammatik und Biologie) weitgehend überzeugen. Sie war zumindest so überzeugend, dass viele Menschen diese Logik verinnerlicht haben und ihr unhinterfragt immer noch folgen -  auch wenn inzwischen das binäre „beide“ durch „alle“ ersetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D. h. aus den Thesen der feministischen Linguistik wurden diese:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit &amp;lt;s&amp;gt;Sexus&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;Sexus und Gender&#039;&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets &amp;lt;s&amp;gt;beide&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;alle&#039;&#039; Geschlechter zu nennen bedeutet antidiskriminierend zu sein.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige und eine moralisch falsche Sprache.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ergibt sich das Dilemma einer inkohärenten Logik, denn für ein völlig neues gesellschaftliches Anliegen (Binarität überwinden und so Geschlechteridentitätengerechtigkeit herstellen) wurde die binäre Argumentationslogik eines völlig anderen, binären gesellschaftlichen Anliegens (die Menschheit besteht aus Frauen und Männern und beide sind gleichberechtigt) übernommen – ein Denkfehler mit politischen Folgen. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Menschen in Westdeutschland sich an den Fehler, Genus mit Sexus gleichzusetzen bereits gewöhnt hatten und es ihnen deshalb nicht weiter auffiel, als sich diese Gleichsetzung auf Gender ausweitete. In Ostdeutschland fiel und fällt den Menschen dieser Fehler aber sehr wohl auf - und so entsteht das Dilemma einer Spaltung. Genus und Sexus gleichzusetzen war in den Zeiten der Frauenbewegung eine politisch motivierte Interpretation, die aber zu hinterfragen ist, weil verschiedene Kategorien vermischt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Marie F. Pusch findet fake facts als politisches Kampfmittel legitim - das wird deutlich im Podcast „Alles gesagt?“ (von DIE ZEIT)  mit Luise F. Pusch am 22.11.2022: „Luise Pusch, warum ist Deutsch eine Männersprache?“&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch der Anspruch, „tatsächlich alle Gruppen und Identitäten abzubilden, (stößt) an klar benennbare sprachlogische Grenzen. So ist es bei Lichte betrachtet unmöglich, für alle denkbaren Identitäten eine adäquate, gleichberechtigte grammatikalische Repräsentation zu finden.“, schreibt Svenja Flaßpöhler.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 143 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma von Partizipialformen (&amp;quot;Lernende&amp;quot; statt &amp;quot;Schüler&amp;quot;) ===&lt;br /&gt;
Häufig werden Partizipialformen als Plural gewählt, weil sie im Plural geschleichtsneutral sind - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Studierende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Mitarbeitende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lernende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forschende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; usw. Allerdings sind diese Ersatzformen oft nicht bedeutungsgleich mit dem Ausgangswort. So ist ein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forscher&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine Person, die beruflich forscht, während ein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forschender&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht zwangsläufig einen wissenschaftlichen Beruf ausüben muss und das Gleiche gilt für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Bäcker&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Backenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Maler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Malenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Musiker&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Musizierenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; usw. Das Partizip 1 bezeichnet eine Tätigkeit, die gerade ausgeübt wird. Deshalb sind &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Wähler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, die ihr Wahlrecht nicht ausüben, keine &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Wählenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ein Fahrradfahrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, der sein Rad abgestellt hat, ist kein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Fahrradfahrender&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel schwieriger umzusetzen als die Pluralformen sind bei einer Gleichsetzung des grammatikalischen Genus mit dem menschlichen Sexus und Gender sind allerdings Strukturen wie die verschiedenen Pronomen (Personal-, Possessiv- und Relativpronomen). -&amp;gt; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Der&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; Mensch, &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;dem&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; das rote Auto gehört und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;dessen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; Führerschein bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;seiner&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; Tante liegt, hat mir &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;seinen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; Namen verraten: Silke.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insofern ist ein Ersatz der Pluralformen durch Partizipalformen sowieso keine tatsächliche Lösung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Frage, ob die Sprache das Geschlechterbewusstsein bedingt ===&lt;br /&gt;
Um die Notwendigkeit einer neuen Sprache zu begründen, wurden psycholinguistische Studien gemacht. Man wollte herausfinden, ob das generische Maskulinum männliche Assoziationen erzeuge, ob also bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Einwohner&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eher an männliche Personen gedacht würde. Dieser Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen - werden alledings je nach politischer Intention immer wieder unterschiedlich interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Philipp Hübl hat Studien zur vermuteten Sprachwirkung auf die Gleichberechtigung ausgewertet und kam zu einem negativen Befund. Vgl. Hübl, Philipp: Vorlesung an der Universität der Künste in Berlin 2023: Einführung ins kritische Denken. Sondersitzung: Gendern. 2023. https://www.youtube.com/watch?v=gOEGKm5IAE4 &amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein unüberwindbares Problem bei jeder Studie zu diesem Thema ist das Untersuchungssetting - denn diese Studien finden und fanden in einer Zeit statt, als die Sprecher und Sprecherinnen bereits von der Sprachdebatte und der Genderpraxis geprägt waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 29.&amp;lt;/ref&amp;gt; Studien aus der Zeit vor 1980 liegen nicht vor; weibliche Menschen, die damals spachlich sozialisiert wurden, berichten allerdings, dass sie sich niemals ausgeschlossen gefühlt hätten, weil eindeutig war, dass &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; ungeschlechtlich definiert war und alle Menschen meinte. In dem Moment, in dem &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Plural für männliche Menschen verstanden wird, stellt man sich selbstverständlich Männer dabei vor. Dieser Frage ist deshalb durch empirische Studien also leider schlicht nicht zu beantworten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lohnt sich allerdings ein Blick in Sprachgemeinschaften, deren Sprache keinerlei Unterscheidung bzgl. des Geschlechts kennen. Das Türkische oder das Persische sind solche Sprachen. Doch,  so schreibt Navid Kermani, es ist „ein Trugschluss, dass sich aus der sprachlichen Gleichheit der Geschlechter reale soziale Gleichheit ergibt.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Kermani, Navid: Mann, Frau, völlig egal. In: DIE ZEIT Feuilleton.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich hat der Inhalt von Sprache eine Wirkung auf das Bewusstsein. Beispielsweise macht es einen Unterschied, ob von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Scheinehe&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Schutzehe&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; gesprochen wird, von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Sonderabfall&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Giftmüll&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Militärischer Spezialoperation&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Angriffskrieg&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Stefanowitsch, Anatol: Eine Frage der Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen. 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aber hier sind wir auf der inhaltlichen Ebene von Sprache. Bei Gendersternchen oder Doppelpunkt befinden wir uns auf der symbolischen Ebene von Zeichen. Das wird oft verwechselt, auch von Anatol Stefanowitch in seinem Buch &amp;quot;Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen.&amp;quot;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Sexismus ===&lt;br /&gt;
Das Nennen aller nur möglichen Geschlechter und Geschlechtsidentitäten bringt eine geschlechtliche Kategorisierung in die Sprache und an jeden Menschen. Obwohl das Ziel des Genderns ist, Sexismus zu bekämpfen, ist es dennoch unbeabsichtigt eine sexistische Praxis, sagt Nele Pollatschek. „Wenn wir im Deutschen gendern, dann sagen wir damit: Diese Information ist so wichtig, dass sie immer mitgesagt werden muss.“ Damit machen wir das Geschlecht „zur wichtigsten Identitätskategorie.“ Nele Pollatschek vergleicht die gendersensible Sprachweise der Deutschen, die „sich für das permanente Benennen von Geschlechterunterschieden entschieden haben“ mit der der Briten, die „das Anzeigen von Geschlechtlichkeit so weit wie möglich vermeiden“&amp;lt;ref&amp;gt;Pollatschek, Nele: Deutschland ist besessen von Genitalien. Gendern macht die Diskriminierung nur noch schlimmer. Ein Gastbeitrag im Tagesspiegel am 30. 08. 2020 (28.08.2023)&amp;lt;/ref&amp;gt; und spricht sich klar für die britische Sicht als die zielführendere aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Nele Pollatschek: Dear Oxbridge. Liebesbrief an England. Berlin 2020 (S. 185 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Ist es nicht völlig schnuppe, ob Angela Merkel weilbliche Geschlechtsorgane hat und Friedrich Merz männliche? Und falls doch nicht – würde uns das etwas angehen?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Navid Kermani meint, dass er das Gendern der Sprache als „eine geistige wie politische Regression“ wahrnimmt, denn „Geschlechtszuschreibungen gehen nicht in zwei, sie gehen aber auch nicht in 27 Kategorien auf. Zu meinen, man könnte mittels Sprache jederzeit jedem Angesprochenen gerecht werden, verkennt nicht nur ihr Wesen; es legt die Angesprochenen überhaupt erst fest auf eine Identität. (…) (Aber) wir sind nicht eindeutig, niemand von uns, weder ethnisch noch kulturell, weder psychologisch noch geschlechtlich, (…).“ Und Svenja Flaßpöhler formuliert: „Dem Kampf um Bezeichnungen wohnt die Dialektik inne, dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen.“    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Klassismus ===&lt;br /&gt;
Da die meisten Menschen sich mit der Sprachvariante wohlfühlen, mit der sie sozialisiert sind, und die akademische Bildungsschicht den sprachlichen Veränderungen stärker zugewandt ist, ist die genderinklusive Sprache inzwischen zu einem Unterscheidungsmerkmal geworden, mit dem sich die kreative Klasse und akademische Elite von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. „Gendern ist das Latein der neuen Eliten.“, sagt der Philosoph Philipp Hübl.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp am 11.10.2023 in: wissenschaftskommunikation.de https://www.wissenschaftskommunikation.de/gendern-ist-das-latein-der-neuen-eliten-71125/ (13.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Soziologe Pierre Bordieu&amp;lt;ref&amp;gt;Bordieu: Die feinen Unterschiede. Frankfurt a. M. 2018 (26. Auflage).&amp;lt;/ref&amp;gt; machte darauf aufmerksam, dass die Ungleichheit der Gesellschaft nicht nur durch die ungleiche Verteilung von ökonomischem Kapital entsteht und fortbesteht, wie Karl Marx meinte, sondern auch durch „die feinen Unterschiede“. Bordieu analysierte, dass weitere Kapitalarten für die Aufrechterhaltung von sozialer Ungleichheit verantwortlich sind: Soziales Kapital ist bedeutsam und kennzeichnet, über welche gesellschaftlichen Beziehungen und Netzwerke jemand durch seine Familie oder Sozialisation verfügt. Die Position in der gesellschaftlichen Hierarchie wird außerdem durch das kulturelle Kapital (Bildung, Handlungswissen und formale Abschlüsse sowie Titel) bestimmt sowie das symbolische Kapital. Damit ist der Lebensstil und das Auftreten gemeint - die Sprache, die Manieren, der Musik-, Kunst- und Einrichtungsgeschmack, die Essgewohnheiten, das Modeverhalten, etc. Bordieu nennt das den Habitus eines Menschen. Ein Habitus ist fast unveränderbar, weil er quasi mit der Muttermilch aufgesogen wird und zur persönlichen Disposition wird. Egal, wo jemand geht oder steht – man „riecht“ stets, aus welchem „Stall“ jemand kommt. Ein erfolgreicher Unternehmer beispielweise, der es zu erheblichem Vermögen geschafft hat, gehört trotz seines ökonomischen Kapitals noch lange nicht zur gesellschaftlichen Oberschicht, solange er nicht über den Habitus dieser Schicht verfügt und die Codes nicht kennt. Am Habitus erkennt man sich. Das macht es so schwer, die soziale Klasse zu wechseln und das ist ein Faktor, der bestehende, ungleiche Verhältnisse festschreibt. Der Habitus ist ein Distinktionsmerkmal, mit dem man sich voneinander abgrenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Distinktionsmerkmal ist inzwischen das Gendern geworden. Philipp Hübl spricht vom Soziolekt einer sich als progressiv verstehenden Elite. Die als geschlechtergerecht markierte und vermeintlich moralisch überlegene Sprache dient nicht mehr nur dem politischen Erkennen, sondern ist auch zu einem Abgrenzungsmerkmal der Bildungsoberschicht geworden. Gendern ist sowohl „ein Loyalitätssignal“ &amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Moralspektakel. 2024 (S. 202 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; als auch ein Distinktionsmerkmal geworden, mit dem eine recht homogene, politisch links orientierte, urbane, akademisch gebildete und sozial besser gestellte Gesellschaftsschicht sich sprachlich von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. Wer nicht mitmacht, hat im akademischen Kultur, Medien- und Lehrbetrieb keine Chance. „Diese Eliten (...) haben mit der politischen Korrektheit ihren eigenen Jargon gefunden, übersehen aber oft, dass sie damit andere diskriminieren, nämlich diejenigen, die da nicht mithalten können und denen der Kosmopolitismus mit seinen neuen Codes gar nicht zusagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Die aufgeregte Gesellschaft. München 2019, S. 235.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Urteil wird dann entweder gönnerhaft oder missgünstig, in jedem Fall von oben herab gefällt: „Die sind noch nicht soweit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man als junger Mensch aus einem sozialen Millieu, in dem nicht gegendert wird, Erfolg in der Schule und an der Universität haben, muss man sich anpassen. Dabei bedeutet „anpassen“ nicht, lediglich eine andere Pluralform zu nutzen – nein, es bedeutet einen ganz anderen Sprachhabitus anzunehmen. Dieser neue Sprachhabitus führt aber unweigerlich zu einer Distanzierung vom Herkunftsmillieu, der Familie und den alten Freunden, denn dort wird der neue Code als Abgrenzung erlebt. Der Druck, sich auf die von Akademikern für korrekt befundene inklusive Sprache einzulassen, bringt Menschen aus nicht akademischen Herkunftmillieus in einen unbewussten Entscheidungskonflikt zwischen Bildungserfolg und Herkunftsmillieuzugehörigkeit. Dieser Entscheidungskonflikt wirkt wie ein „sozialer Filter“.&amp;lt;ref&amp;gt;Mehr zum „sozialen Filter“ in El Mafaalani: Mythos Bildung. 2022, S. 91. El-Mafaalani bezieht sich allerdings nicht auf Sprache als Habitusmerkmal.&amp;lt;/ref&amp;gt; Und wichtigster Grund für diesen Entscheidungskonflikt ist der Habitus, von dem die eigene Sprache ein wesentlicher Teil ist – und der fast so sehr zu uns gehört und unabstreifbar ist wie unsere Haut, wie wir von Bordieu wissen. Die inklusive Sprache führt also unbeabsichtigt von dem gut gemeinten Vorsatz, Menschen aufgrund ihres Geschlechtes zu diskriminieren, dazu, dass Menschen klassistisch diskriminiert werden: noch ein Diskriminierungsdilemma.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der kontraproduktiven Wirkung ===&lt;br /&gt;
Diese Paarung von gesellschaftlicher Abgrenzung und moralischer Überlegenheit, die die linke wohlhabende Bildungsoberschicht bzgl. ihrer Gendersprache für sich in Anspruch nimmt und der ein gewaltiger Habitussnobismus inne wohnt, führt zu einem Dilemma der politischen Wirkung. Denn dadurch, dass die Sprache von dieser wohlhabenden, akademischen, kreativen Schicht, zu der viele Journalisten, Politiker und andere Prominente gehören, im Alleingang neu verhandelt wird, verlieren diese für viele Menschen ihre Glaubwürdigkeit. Niemand möchte arrogant von oben herab behandelt werden, und so wenden sich manche Menschen als Folge politisch oder religiös radikal konservativen Gruppen zu und – und das Gendern schadet paradoxerweise seinem eigenen Anliegen. Viele Menschen fühlen sich vom sprachlichen Duktus der intellektuellen Elite ausgeschlossen und beginnen sie zu hassen, wie der Politikwissenschaftler Yascha Mounk herausgearbeitet hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Mounk, Yasha: Im Zeitalter der Identität. Vom Aufsteig einer gefährlichen Idee. 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bitmoji .png|mini|368x368px|Ich schließe mich Svenja Flaßpöhler an, die sagt: Vor dem Hintergrund, dass dem Kampf um Bezeichnung die Dialektik innewohnt, „dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen“, (…) „erscheint das generische Maskulinum in seiner Geschlechtsunabhängigkeit plötzlich in einem anderen Licht. Liegt seine poststrukturalistische Perspektive nicht gerade darin, dass es von geschlechtlichen Identifikationen absieht? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Busfahrer&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Busfahrer*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;innen: Nicht das Geschlecht, sondern das Tun wäre der Kern der Bezeichnung. Unbestritten gehört es zu den Errungenschaften der Emanzipation, dass man Menschen nicht auf ihr Geschlecht reduziert, sondern für das anerkennt, was sie können und machen. Wenn es gelänge, das generische Maskulinum als universale, geschlechtsunabhängige Bezeichnungspraxis zu nehmen, die es rein formal ist: Böte es dann nicht ein erstaunliches emanzipatorisches Potenzial – und zwar gerade durch seine umfassende Bezeichnungskraft, die nicht nur einzelne Gruppen meint, sondern alle?“&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 142 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
Ich persönlich finde es problematisch, schulterzuckend in Kauf zu nehmen, so vielen Menschen Teilhabe an Sprache und damit Gesellschaft zu erschweren oder gar zu verwehren. Hier wird von den Befürwortern der Gendersprache eine angebliche, nur auf sprachlicher Symbolik beruhende Benachteiligung über eine tatsächliche sprachliche Benachteiligung gestellt. Eine verkomplizierende, symbolische Sprachreform achtlos auf Kosten von anderen, ebenso vulnerablen gesellschaftlichen Gruppen zu fordern, finde ich sehr fragwürdig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Frage der geschlechtergerechten Sprache mahnt der Rat für deutsche Rechtschreibung zur Sensibilität gegenüber dem Thema, spricht aber keine Norm aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26.03.2021 Kurzgefasst wird gesagt: „Der Rat für deutsche Rechtschreibung bekräftigt in seiner Sitzung am 26.03.2021 seine Auffassung, dass allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache begegnet werden soll und sie sensibel angesprochen werden sollen. Dies ist allerdings eine gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Aufgabe, die nicht allein mit orthografischen Regeln und Änderungen der Rechtschreibung gelöst werden kann. Das Amtliche Regelwerk gilt für Schulen sowie für Verwaltung und Rechtspflege. Der Rat hat vor diesem Hintergrund die Aufnahme von Asterisk („Gender-Stern“), Unterstrich („Gender-Gap“), Doppelpunkt oder anderen verkürzten Formen zur Kennzeichnung mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen im Wortinnern in das Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung zu diesem Zeitpunkt nicht empfohlen.“ https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine einheitliche Sprachvariante zu finden ist inzwischen wohl gar nicht mehr möglich. Selbst der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch (und der hat in „Eine Frage der Moral“  immerhin ein ganzes Buch lang für sensible Sprache plädiert) sagt inzwischen: „Am besten wäre es, wenn wir aufhören würden, nach einheitlichen Sprachregelungen zu rufen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Stefanowitsch, Anatol (Professor für Sprachwissenschaft an der FU Berlin): Interview am 30.09.2020 im Tagesspiegel. Anatol Stefanowitsch ist der Autor des Buches „Eine Frage der Moral. Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen.“, erschienen 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesem Appell möchte ich mich anschließen. Welche Dilemmata mit den verschiedenen Sprachvarianten und mit der gesellschaftlichen Diskussion darüber einhergehen, habe ich aufgezeigt. Auch ich erlebe dabei den sozialen Druck, eine geschlechterinklusive Sprachvariante als Loyalitätssignal zu nutzen. Denn die jeweils verwendete Sprachvariante wird gegenwärtig so stark als ein Signal von Moral gewertet, dass sie in Arbeitsprozessen Vertrauensbildung sowohl unterstützen als auch verhindern kann. In der Arbeit mit jungen Menschen, die grade von der Uni kommen, erlebe ich häufig eine misstrauische Distanz, wenn die jungen Akademiker wahrnehmen, dass ich nicht die gleiche Sprachvariante nutze, die sie selbst für die richtige halten. Deshalb ist es notwendig, dass jeder von uns seine jeweils gewählte Variante kommuniziert und begründet, um als Sprecher niemanden zu verletzen und um als Sprechende nicht vorschnell in eine Schublade gesteckt zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist verwende ich die generische Form &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; in ihrer genderneutralen Definition, die alle Geschlechter und Identitäten umfasst. Manchmal versehe ich diese mit einem * (&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;), weil ich weiß, dass vielen jungen Menschen die inklusive Bedeutung der generischen Form nicht mehr bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen und Anmerkungen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehrerbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=152257</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/Sprachbildung/Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=152257"/>
		<updated>2026-04-20T13:32:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: /* Das Dilemma der Diskriminierung durch höhere Sprachbarrieren */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Übersicht Sprachvarianten der gendersensiblen Sprache.png|mini|Die Frage, um die es bei dem Dilemma der geschlechtersensiblen Sprache geht, ist nicht, ob wir für eine Sprache sind, die geschlechtergerecht ist - denn diese Frage wird wohl hoffentlich jeder mit „Na logo, auf alle Fälle!“ beantworten. Die Diskussion dreht sich um die Frage, &#039;&#039;welche Variante&#039;&#039; die passendste ist – denn jede(!) Variante nimmt für sich in Anspruch, geschlechtergerecht zu sein ...|399x399px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Dilemma des Wunsches nach sprachlicher Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
Die Diskussion um eine geschlechterinklusive Sprache geht mit einem hohen Maß an gesellschaftlicher Aufregung einher. Den Befürwortern geht es um ein gesellschaftspolitisches Anliegen, das sympatisch und  legitim ist: Geschlechtergerechtigkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Ungeachtet des &amp;quot;berechtigten Wunsches&amp;quot; muss man allerdings festhalten, dass Gerechtigkeit eine &#039;&#039;ethische&#039;&#039; Kategorie ist, die zur Beschreibung grammatikalischer Strukturen ungeeignet ist - das macht die Einlösung auch so schwierig.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dem mehr als berechtigten Wunsch steht allerdings das Problem gegenüber, dass die als geschlechtergerecht favorisierten Sprachvarianten ihrem inklusiven Anspruch nicht gerecht werden. Aus dem Wunsch, nicht zu diskriminieren, entstehen neue Diskriminierungen. Im Folgenden möchte ich diese Problematiken aufblättern (und damit auch meine eigene Variantenwahl begründen).&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur historischen Entwicklung ===&lt;br /&gt;
Die ursprüngliche Pluralvariante war bzw. ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Mit diesem &#039;&#039;generischen Plural&#039;&#039; waren und sind qua Definition alle jungen Menschen gemeint, die zur Schule gehen – völlig unabhängig vom Geschlecht. Dabei hat &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine doppelte Bedeutung, denn mit dem Nomen kann man auch eine reine Jungengruppe bezeichnen. Will man ausdrücken, dass es sich um eine reine Jungengruppe handelt, sagt man &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;männliche Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Will man ausdrücken, dass es sich um einen reine Mädchengruppe handelt, gibt es dafür einen eigenen Plural: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. (Diese Pluralformen sind historisch gewachsen und haben ihren Ursprung natürlich in einer patriarchalen Kultur, dennoch ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; qua Definition inklusiv und wurde auch bis in die 1980er Jahre allgemein so verstanden.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Definition wurde im Zuge der Frauengleichberechtigungsbewegung ab den 1980er Jahren von feministischen Linguistikerinnen in der alten BRD (Übrigens nur in der BRD, in der DDR wirkte die Frauenbewegung unabhängig von dieser Sprachinterpretation; und das ist wichtig zum Verständnis der heutigen politischen Fronten!) in Frage gestellt: Frauen seien in dieser Pluralform nicht mitgemeint und würden nicht angesprochen, kritisierten z. B. Luise F. Pusch, Senta Tromel-Plötz u. a. Bahnbrechend war 1984 das Buch „Das Deutsche als Männersprache“ von Luise F. Pusch.&amp;lt;ref&amp;gt;Pusch, Luise F.: Das Deutsche als Männersprache. Aufsätze und Glossen zur feministischen Linguistik. 1984.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache zementiere die Männerherrschaft, wurde beanstandet. Um die politische Frauenbewegung zu unterstützen, wurde das Genus (das grammatische Geschlecht der Sprache) mit dem Sexus (das biologische Geschlecht von Menschen) gleichgesetzt. Luise F. Pusch schlug u. a. vor, von nun an nur noch &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, (sie nannte es das &amp;quot;generische Femininum&amp;quot;) als Pluralform zu nutzen, schließlich seien die Männer ja lange genug bevorteilt worden und nun die Frauen dran; die Pluralform sollte sozusagen nach dem Rotationsprinzip angewendet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Im Landkreis Rotenburg an der Wümme wird seit 2024 auf Anordnung des CDU-Landrats Marco Prietz in der Verwaltung das generische Feminium verwendet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Idee setzte sich nicht durch; aber mit zunehmender Gleichberechtigung gab es in der alten BRD einen immer größer werdenden Konsens, die weibliche Pluralform in der Sprache mitzunennen. Die politisch motivierte Behauptung, dass mit &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nur männliche Menschen gemeint seien, sickerte in Westdeutschland ins gesellschaftliche Bewusstsein. Es wurde nun normal, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen und Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler/-innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu schreiben. An den Universitäten, insbesondere im nördlichen Westdeutschland, wurde in den 1980er Jahren die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülerInnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch es dauerte nicht lange (ungefähr mit Beginn der 2000er Jahre), da wurde neue Kritik laut: „Damit werden nur die weiblichen und männlichen Geschlechtsidentitäten genannt – und alle anderen bleiben unsichtbar!“ Es wurde, insbesondere in einem sich als progressiv und links verstehenden Millieu und insbesondere in Nord- und Westdeutschland, nach neuen, alle Geschlechteridentitäten inkludierenden Varianten gesucht: Bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; steht der Unterstrich bzw. das Sternchen für „alle weiteren“, geht also über die Benennung von nur Frauen und Männern hinaus und soll trans und nicht-binäre Menschen sichtbar werden lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Sprachkonstruktivismus der Queer-Bewegung orientiert sich dabei an der postmodernen Vorstellung fluider Geschlechtsidentitäten, die alle gleichermaßen in der Sprache abzubilden seien.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weil der Unterstrich bei Unterstreichungen nicht zu lesen ist und aufgrund von technischen Schwierigkeiten von Screenreadern entstand die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; Aber auch an diesen Varianten gibt es Kritik, z. B. dass Frauen wieder nur nachgeschoben und damit zweitrangig seien, wie Luise F. Pusch meint. Oder: „Wer weder in die männliche noch weibliche Kategorie passt, landet nolens volens repräsentationslogisch in der lautlichen Lücke des Unterstrichts oder wird zum Sternchen: Ist das gerecht und angemessen – oder abermals eine Hierarchisierung?“.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021 (S. 143 f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Kübra Gümüşay überlegen viele andere, ob wir vielleicht gänzlich darauf verzichten sollten, „Menschen nach ihrer Geschlechtsidentität“ zu kategorisieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Gümüşay, Kübra: Sprache und Sein. München 2021 (S.21).&amp;lt;/ref&amp;gt; Lann Hornscheid, bis 2016 Professorens am Zentrum für tranzdisziplinäre Geschlechterstudien der Berliner Humboldt-Universität, hat deshalb früher &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülX&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und später &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülens&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; vorgeschlagen. Hermes Phettberg und Thomas Kronschläger plädieren für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülys&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Hermes Phettberg war ein österreichisches Schauspiely, Aktionskünstly und Schriftstelly. Seit 2019 verwendet das Sprachdidaktiky Thomas Kronschläger an der TU Braunschweig dessen y-Variante für eine entgenderte Sprache.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl.: Thomas Kronschläger (Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung): Entgendern nach Phettberg. Am 28.01.2022 auf www.bpb.de https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/geschlechtergerechte-sprache-2022/346085/entgendern-nach-phettberg/ (zuletzt 09.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Debatte um eine ge- oder entgenderte Sprache wird uns noch lange beschäftigen und die Positionen und Sprachvorschläge ändern sich immer wieder. Und da Menschen dazu neigen, die Variante, mit der sie sozialisiert wurden, für die passendste zu halten, die Menschen aber in unterschiedlichen Zeiten, unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und unterschiedlichen Regionen mit jeweils unterschiedlichen Sprachvarianten sozialisiert wurden, gibt es inzwischen Verfechter für ganz verschiedene Varianten, oft ohne dass diese kritisch reflektiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zur Zeit in Westdeutschland verbreiteste Gendervariante ist die mit Sternchen oder Doppelpunkt, die im mündlichen Sprachgebrauch mit dem Glottisschlag, der kleinen Pause, gesprochen wird. Je konsequenter mensch diesen Ansatz jedoch zu Ende denkt, desto größer wird das sprachliche Dilemma, denn die Sprache wird immer unverständlicher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Sprachbarrieren ===&lt;br /&gt;
Sprache, die gendert, wird komplizierter - das lässt sich nicht von der Hand weisen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jede und jeder Bürger:in kann am Sonntag in sein:ihr Wahllokal gehen und seine:ihre Stimme abgeben. Im Wahlkampf haben alle Kandidat:innen wie ein Löwe bzw. eine Löwin gekämpft. Wer unser:e neue:r Bürgermeister:in wird, wird am Montag von dem:der Pressesprecher:in dem:der Gewinner:in mitgeteilt. Er:sie lässt dann die Korken knallen!&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den &amp;quot;Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; wird darauf hingewiesen, dass durch diese Sprachverwendung erhebliche Sprachbarrieren entstehen, die die gesellschaftliche Teilhabe erschweren, für Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ... die eine Zuwanderungsbiografie haben.&lt;br /&gt;
* ... die eine Behinderung haben. (Der D&#039;&#039;eutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.&#039;&#039; bittet deshalb darum, dass auf die Schreibweise mit Satz- und Sonderzeichen verzichtet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Position des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands https://www.dbsv.org/gendern.html (zuletzt: 10.03.2026)&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
* ... die Leseschwierigkeiten haben oder Analphabeten sind  (immerhin 6,2 Mio in Dtl.!&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Es entsteht also das Dilemma, dass durch den Versuch, niemanden durch Sprache zu benachteiligen, andere vulnerable Menschengruppen durch Sprache benachteiligt werden - ein Diskriminierungsdilemma. &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
Und dabei ist das Sprachbeispiel oben noch ein einfaches. Noch schwieriger wird es, wenn mensch den Ansatz des Genderns konsequent weiterdenkt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäste&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wird inzwischen bereits oft &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäst:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gemacht, muss dann nicht auch aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Person&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Person:&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;er (PLURAL: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Personer:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;(?)) und aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Mensch&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Mensch:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; werden? Müsste &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Dackel&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Dackel:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; sein? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Genie&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Genie:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Fee&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Fee:er&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Opfer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die/der Opfer:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Leiche&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Leiche:r&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Der Leichnam&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Leichnam:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;?&amp;lt;ref&amp;gt;Alicia Joe: Warum Gendersprache scheitern wird. (o. J.)&lt;br /&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=aZaBzeVbLnQ&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das ergibt dann z. B. so einen Satz:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Der/die Person:er, der/die anonym den/die Dackel:in geschenkt bekommen hatte, hat sich sehr gefreut, den/die Schenkende eine:n Genie:in genannt, das seine/ihre geheimsten Wünsche errät, und all ihren Gäst:innen von seinem/ihrem geheimnisvollen Wünschererfüller:in erzählt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was machen wir, wenn die Männer es eines Tages ungerecht finden, dass im Plural der Artikel &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und das Possessivpronomen &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;ihr&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; verwendet wird? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bsp: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die&amp;lt;/u&amp;gt; Männer setzen sich auf&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ihre&amp;lt;/u&amp;gt; Plätze.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugegeben, dass ist nicht die aktuelle Diskussion, sondern weitergedacht. Dennoch: Bei konsequentem Gendern&amp;lt;ref&amp;gt;Definition &#039;&#039;Gendern&#039;&#039; nach dem &amp;quot;Handbuch geschlechtergerechte Sprache&amp;quot; des Dudenverlags von Diewald und Steinhauer, 2020, S. 49: &amp;quot;Gendern verstehen wir als ein sprachliches Verfahren, um Gleichberechtigung (...) im Sprachgebrauch zu erreichen.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; ist Sprache kein praktisch zu handhabendes Kommunikationswerkzeug mehr ist. Denn der Gerechtigkeitsanspruch, der zur Zeit an Sprache gestellt wird, ist aufgrund der Sprachstruktur praktisch unerfüllbar. Ihm zugrunde liegt eine These, die gänzlich verschiedene Kategorien vermischt.&lt;br /&gt;
[[Datei:GENUS = SEXUS-GENDER?!?.png|mini|331x331px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Gleichsetzung des grammatikalischen GENUS mit dem menschlichen SEXUS und GENDER ===&lt;br /&gt;
Die gesamte Debatte über geschlechtersensible Sprache fußt auf der These, Genus mit Sexus bzw. Gender gleichzusetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wissenschaftler kritisieren Genderpraxis des ORR. (o. J.) https://www.linguistik-vs-gendern.de/ (zuletzt 30. 03. 2026)&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möglicherweise wäre die Sprache gar nicht solch ein Thema in der Diskriminierungsdebatte geworden, würde die Grammatik nicht Begrifflichkeiten wie „Geschlecht“ sowie „maskulin“, „feminin“ und „neutral“ verwenden. Diese wurden vor ein paar Jahrhunderten aus dem Lateinischen übernommen und die Sprachwissenschaftler früherer Zeiten hätten gut daran getan, andere zu erfinden. Auf die Idee kamen sie aber nicht, nicht nur weil Latein damals der Maßstab für grammatische Kategorien waren, sondern weil es damals undenkbar war, dass die Welt nicht stramm binär sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso binär wurde auch noch in den 1980er Jahren gedacht, als seitens der feministischen Linguistikerinnen gefordert wurde, Frauen mitzunennen. Hatte man zuvor &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrer.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gesagt und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Gattungsbegriff ohne Geschlechtshinweis verstanden, wurde es nun wichtig &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrerinnen.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu sagen und das Geschlecht zu benennen. Der allgemeine, generische Plural &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wurde nun „generisches Maskulinum“ genannt, um die Dominanz der Männer in der Sprache zu verdeutlichen. Sprache wurde zu einem politischen Kampfmittel der westdeutschen Frauenbewegung. Dabei wurde von folgenden Thesen ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit Sexus.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets beide Geschlechter zu nennen bedeutet, die Gleichberechtigung zu unterstützen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige Sprache, die die Gleichberechtigung unterstützt, und eine moralisch falsche, die die Emanzipation behindert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Logik der feministischen Linguistikerinnen konnte in Westdeutschland (in Ostdeutschland verlief, wie gesagt, die Frauengleichberechtigung nicht gekoppelt an diese Gleichsetzung von Grammatik und Biologie) weitgehend überzeugen. Sie war zumindest so überzeugend, dass viele Menschen diese Logik verinnerlicht haben und ihr unhinterfragt immer noch folgen -  auch wenn inzwischen das binäre „beide“ durch „alle“ ersetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D. h. aus den Thesen der feministischen Linguistik wurden diese:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit &amp;lt;s&amp;gt;Sexus&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;Sexus und Gender&#039;&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets &amp;lt;s&amp;gt;beide&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;alle&#039;&#039; Geschlechter zu nennen bedeutet antidiskriminierend zu sein.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige und eine moralisch falsche Sprache.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ergibt sich das Dilemma einer inkohärenten Logik, denn für ein völlig neues gesellschaftliches Anliegen (Binarität überwinden und so Geschlechteridentitätengerechtigkeit herstellen) wurde die binäre Argumentationslogik eines völlig anderen, binären gesellschaftlichen Anliegens (die Menschheit besteht aus Frauen und Männern und beide sind gleichberechtigt) übernommen – ein Denkfehler mit politischen Folgen. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Menschen in Westdeutschland sich an den Fehler, Genus mit Sexus gleichzusetzen bereits gewöhnt hatten und es ihnen deshalb nicht weiter auffiel, als sich diese Gleichsetzung auf Gender ausweitete. In Ostdeutschland fiel und fällt den Menschen dieser Fehler aber sehr wohl auf - und so entsteht das Dilemma einer Spaltung. Genus und Sexus gleichzusetzen war in den Zeiten der Frauenbewegung eine politisch motivierte Interpretation, die aber zu hinterfragen ist, weil verschiedene Kategorien vermischt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Marie F. Pusch findet fake facts als politisches Kampfmittel legitim - das wird deutlich im Podcast „Alles gesagt?“ (von DIE ZEIT)  mit Luise F. Pusch am 22.11.2022: „Luise Pusch, warum ist Deutsch eine Männersprache?“&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch der Anspruch, „tatsächlich alle Gruppen und Identitäten abzubilden, (stößt) an klar benennbare sprachlogische Grenzen. So ist es bei Lichte betrachtet unmöglich, für alle denkbaren Identitäten eine adäquate, gleichberechtigte grammatikalische Repräsentation zu finden.“, schreibt Svenja Flaßpöhler.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 143 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma von Partizipialformen (&amp;quot;Lernende&amp;quot; statt &amp;quot;Schüler&amp;quot;) ===&lt;br /&gt;
Häufig werden Partizipialformen als Plural gewählt, weil sie im Plural geschleichtsneutral sind - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Studierende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Mitarbeitende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lernende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forschende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; usw. Allerdings sind diese Ersatzformen oft nicht bedeutungsgleich mit dem Ausgangswort. So ist ein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forscher&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine Person, die beruflich forscht, während ein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forschender&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht zwangsläufig einen wissenschaftlichen Beruf ausüben muss und das Gleiche gilt für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Bäcker&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Backenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Maler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Malenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Musiker&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Musizierenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; usw. Das Partizip 1 bezeichnet eine Tätigkeit, die gerade ausgeübt wird. Deshalb sind &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Wähler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, die ihr Wahlrecht nicht ausüben, keine &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Wählenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ein Fahrradfahrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, der sein Rad abgestellt hat, ist kein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Fahrradfahrender&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Frage, ob die Sprache das Geschlechterbewusstsein bedingt ===&lt;br /&gt;
Um die Notwendigkeit einer neuen Sprache zu begründen, wurden psycholinguistische Studien gemacht. Man wollte herausfinden, ob das generische Maskulinum männliche Assoziationen erzeuge, ob also bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Einwohner&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eher an männliche Personen gedacht würde. Dieser Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen - werden alledings je nach politischer Intention immer wieder unterschiedlich interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Philipp Hübl hat Studien zur vermuteten Sprachwirkung auf die Gleichberechtigung ausgewertet und kam zu einem negativen Befund. Vgl. Hübl, Philipp: Vorlesung an der Universität der Künste in Berlin 2023: Einführung ins kritische Denken. Sondersitzung: Gendern. 2023. https://www.youtube.com/watch?v=gOEGKm5IAE4 &amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein unüberwindbares Problem bei jeder Studie zu diesem Thema ist das Untersuchungssetting - denn diese Studien finden und fanden in einer Zeit statt, als die Sprecher und Sprecherinnen bereits von der Sprachdebatte und der Genderpraxis geprägt waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 29.&amp;lt;/ref&amp;gt; Studien aus der Zeit vor 1980 liegen nicht vor; weibliche Menschen, die damals spachlich sozialisiert wurden, berichten allerdings, dass sie sich niemals ausgeschlossen gefühlt hätten, weil eindeutig war, dass &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; ungeschlechtlich definiert war und alle Menschen meinte. In dem Moment, in dem &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Plural für männliche Menschen verstanden wird, stellt man sich selbstverständlich Männer dabei vor. Dieser Frage ist deshalb durch empirische Studien also leider schlicht nicht zu beantworten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lohnt sich allerdings ein Blick in Sprachgemeinschaften, deren Sprache keinerlei Unterscheidung bzgl. des Geschlechts kennen. Das Türkische oder das Persische sind solche Sprachen. Doch,  so schreibt Navid Kermani, es ist „ein Trugschluss, dass sich aus der sprachlichen Gleichheit der Geschlechter reale soziale Gleichheit ergibt.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Kermani, Navid: Mann, Frau, völlig egal. In: DIE ZEIT Feuilleton.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich hat der Inhalt von Sprache eine Wirkung auf das Bewusstsein. Beispielsweise macht es einen Unterschied, ob von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Scheinehe&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Schutzehe&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; gesprochen wird, von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Sonderabfall&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Giftmüll&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Militärischer Spezialoperation&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Angriffskrieg&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Stefanowitsch, Anatol: Eine Frage der Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen. 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aber hier sind wir auf der inhaltlichen Ebene von Sprache. Bei Gendersternchen oder Doppelpunkt befinden wir uns auf der symbolischen Ebene von Zeichen. Das wird oft verwechselt, auch von Anatol Stefanowitch in seinem Buch &amp;quot;Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen.&amp;quot;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Sexismus ===&lt;br /&gt;
Das Nennen aller nur möglichen Geschlechter und Geschlechtsidentitäten bringt eine geschlechtliche Kategorisierung in die Sprache und an jeden Menschen. Obwohl das Ziel des Genderns ist, Sexismus zu bekämpfen, ist es dennoch unbeabsichtigt eine sexistische Praxis, sagt Nele Pollatschek. „Wenn wir im Deutschen gendern, dann sagen wir damit: Diese Information ist so wichtig, dass sie immer mitgesagt werden muss.“ Damit machen wir das Geschlecht „zur wichtigsten Identitätskategorie.“ Nele Pollatschek vergleicht die gendersensible Sprachweise der Deutschen, die „sich für das permanente Benennen von Geschlechterunterschieden entschieden haben“ mit der der Briten, die „das Anzeigen von Geschlechtlichkeit so weit wie möglich vermeiden“&amp;lt;ref&amp;gt;Pollatschek, Nele: Deutschland ist besessen von Genitalien. Gendern macht die Diskriminierung nur noch schlimmer. Ein Gastbeitrag im Tagesspiegel am 30. 08. 2020 (28.08.2023)&amp;lt;/ref&amp;gt; und spricht sich klar für die britische Sicht als die zielführendere aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Nele Pollatschek: Dear Oxbridge. Liebesbrief an England. Berlin 2020 (S. 185 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Ist es nicht völlig schnuppe, ob Angela Merkel weilbliche Geschlechtsorgane hat und Friedrich Merz männliche? Und falls doch nicht – würde uns das etwas angehen?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Navid Kermani meint, dass er das Gendern der Sprache als „eine geistige wie politische Regression“ wahrnimmt, denn „Geschlechtszuschreibungen gehen nicht in zwei, sie gehen aber auch nicht in 27 Kategorien auf. Zu meinen, man könnte mittels Sprache jederzeit jedem Angesprochenen gerecht werden, verkennt nicht nur ihr Wesen; es legt die Angesprochenen überhaupt erst fest auf eine Identität. (…) (Aber) wir sind nicht eindeutig, niemand von uns, weder ethnisch noch kulturell, weder psychologisch noch geschlechtlich, (…).“ Und Svenja Flaßpöhler formuliert: „Dem Kampf um Bezeichnungen wohnt die Dialektik inne, dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen.“    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Klassismus ===&lt;br /&gt;
Da die meisten Menschen sich mit der Sprachvariante wohlfühlen, mit der sie sozialisiert sind, und die akademische Bildungsschicht den sprachlichen Veränderungen stärker zugewandt ist, ist die genderinklusive Sprache inzwischen zu einem Unterscheidungsmerkmal geworden, mit dem sich die kreative Klasse und akademische Elite von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. „Gendern ist das Latein der neuen Eliten.“, sagt der Philosoph Philipp Hübl.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp am 11.10.2023 in: wissenschaftskommunikation.de https://www.wissenschaftskommunikation.de/gendern-ist-das-latein-der-neuen-eliten-71125/ (13.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Soziologe Pierre Bordieu&amp;lt;ref&amp;gt;Bordieu: Die feinen Unterschiede. Frankfurt a. M. 2018 (26. Auflage).&amp;lt;/ref&amp;gt; machte darauf aufmerksam, dass die Ungleichheit der Gesellschaft nicht nur durch die ungleiche Verteilung von ökonomischem Kapital entsteht und fortbesteht, wie Karl Marx meinte, sondern auch durch „die feinen Unterschiede“. Bordieu analysierte, dass weitere Kapitalarten für die Aufrechterhaltung von sozialer Ungleichheit verantwortlich sind: Soziales Kapital ist bedeutsam und kennzeichnet, über welche gesellschaftlichen Beziehungen und Netzwerke jemand durch seine Familie oder Sozialisation verfügt. Die Position in der gesellschaftlichen Hierarchie wird außerdem durch das kulturelle Kapital (Bildung, Handlungswissen und formale Abschlüsse sowie Titel) bestimmt sowie das symbolische Kapital. Damit ist der Lebensstil und das Auftreten gemeint - die Sprache, die Manieren, der Musik-, Kunst- und Einrichtungsgeschmack, die Essgewohnheiten, das Modeverhalten, etc. Bordieu nennt das den Habitus eines Menschen. Ein Habitus ist fast unveränderbar, weil er quasi mit der Muttermilch aufgesogen wird und zur persönlichen Disposition wird. Egal, wo jemand geht oder steht – man „riecht“ stets, aus welchem „Stall“ jemand kommt. Ein erfolgreicher Unternehmer beispielweise, der es zu erheblichem Vermögen geschafft hat, gehört trotz seines ökonomischen Kapitals noch lange nicht zur gesellschaftlichen Oberschicht, solange er nicht über den Habitus dieser Schicht verfügt und die Codes nicht kennt. Am Habitus erkennt man sich. Das macht es so schwer, die soziale Klasse zu wechseln und das ist ein Faktor, der bestehende, ungleiche Verhältnisse festschreibt. Der Habitus ist ein Distinktionsmerkmal, mit dem man sich voneinander abgrenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Distinktionsmerkmal ist inzwischen das Gendern geworden. Philipp Hübl spricht vom Soziolekt einer sich als progressiv verstehenden Elite. Die als geschlechtergerecht markierte und vermeintlich moralisch überlegene Sprache dient nicht mehr nur dem politischen Erkennen, sondern ist auch zu einem Abgrenzungsmerkmal der Bildungsoberschicht geworden. Gendern ist sowohl „ein Loyalitätssignal“ &amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Moralspektakel. 2024 (S. 202 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; als auch ein Distinktionsmerkmal geworden, mit dem eine recht homogene, politisch links orientierte, urbane, akademisch gebildete und sozial besser gestellte Gesellschaftsschicht sich sprachlich von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. Wer nicht mitmacht, hat im akademischen Kultur, Medien- und Lehrbetrieb keine Chance. „Diese Eliten (...) haben mit der politischen Korrektheit ihren eigenen Jargon gefunden, übersehen aber oft, dass sie damit andere diskriminieren, nämlich diejenigen, die da nicht mithalten können und denen der Kosmopolitismus mit seinen neuen Codes gar nicht zusagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Die aufgeregte Gesellschaft. München 2019, S. 235.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Urteil wird dann entweder gönnerhaft oder missgünstig, in jedem Fall von oben herab gefällt: „Die sind noch nicht soweit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man als junger Mensch aus einem sozialen Millieu, in dem nicht gegendert wird, Erfolg in der Schule und an der Universität haben, muss man sich anpassen. Dabei bedeutet „anpassen“ nicht, lediglich eine andere Pluralform zu nutzen – nein, es bedeutet einen ganz anderen Sprachhabitus anzunehmen. Dieser neue Sprachhabitus führt aber unweigerlich zu einer Distanzierung vom Herkunftsmillieu, der Familie und den alten Freunden, denn dort wird der neue Code als Abgrenzung erlebt. Der Druck, sich auf die von Akademikern für korrekt befundene inklusive Sprache einzulassen, bringt Menschen aus nicht akademischen Herkunftmillieus in einen unbewussten Entscheidungskonflikt zwischen Bildungserfolg und Herkunftsmillieuzugehörigkeit. Dieser Entscheidungskonflikt wirkt wie ein „sozialer Filter“.&amp;lt;ref&amp;gt;Mehr zum „sozialen Filter“ in El Mafaalani: Mythos Bildung. 2022, S. 91. El-Mafaalani bezieht sich allerdings nicht auf Sprache als Habitusmerkmal.&amp;lt;/ref&amp;gt; Und wichtigster Grund für diesen Entscheidungskonflikt ist der Habitus, von dem die eigene Sprache ein wesentlicher Teil ist – und der fast so sehr zu uns gehört und unabstreifbar ist wie unsere Haut, wie wir von Bordieu wissen. Die inklusive Sprache führt also unbeabsichtigt von dem gut gemeinten Vorsatz, Menschen aufgrund ihres Geschlechtes zu diskriminieren, dazu, dass Menschen klassistisch diskriminiert werden: noch ein Diskriminierungsdilemma.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der kontraproduktiven Wirkung ===&lt;br /&gt;
Diese Paarung von gesellschaftlicher Abgrenzung und moralischer Überlegenheit, die die linke wohlhabende Bildungsoberschicht bzgl. ihrer Gendersprache für sich in Anspruch nimmt und der ein gewaltiger Habitussnobismus inne wohnt, führt zu einem Dilemma der politischen Wirkung. Denn dadurch, dass die Sprache von dieser wohlhabenden, akademischen, kreativen Schicht, zu der viele Journalisten, Politiker und andere Prominente gehören, im Alleingang neu verhandelt wird, verlieren diese für viele Menschen ihre Glaubwürdigkeit. Niemand möchte arrogant von oben herab behandelt werden, und so wenden sich manche Menschen als Folge politisch oder religiös radikal konservativen Gruppen zu und – und das Gendern schadet paradoxerweise seinem eigenen Anliegen. Viele Menschen fühlen sich vom sprachlichen Duktus der intellektuellen Elite ausgeschlossen und beginnen sie zu hassen, wie der Politikwissenschaftler Yascha Mounk herausgearbeitet hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Mounk, Yasha: Im Zeitalter der Identität. Vom Aufsteig einer gefährlichen Idee. 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bitmoji .png|mini|368x368px|Ich schließe mich Svenja Flaßpöhler an, die sagt: Vor dem Hintergrund, dass dem Kampf um Bezeichnung die Dialektik innewohnt, „dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen“, (…) „erscheint das generische Maskulinum in seiner Geschlechtsunabhängigkeit plötzlich in einem anderen Licht. Liegt seine poststrukturalistische Perspektive nicht gerade darin, dass es von geschlechtlichen Identifikationen absieht? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Busfahrer&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Busfahrer*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;innen: Nicht das Geschlecht, sondern das Tun wäre der Kern der Bezeichnung. Unbestritten gehört es zu den Errungenschaften der Emanzipation, dass man Menschen nicht auf ihr Geschlecht reduziert, sondern für das anerkennt, was sie können und machen. Wenn es gelänge, das generische Maskulinum als universale, geschlechtsunabhängige Bezeichnungspraxis zu nehmen, die es rein formal ist: Böte es dann nicht ein erstaunliches emanzipatorisches Potenzial – und zwar gerade durch seine umfassende Bezeichnungskraft, die nicht nur einzelne Gruppen meint, sondern alle?“&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 142 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
Ich persönlich finde es problematisch, schulterzuckend in Kauf zu nehmen, so vielen Menschen Teilhabe an Sprache und damit Gesellschaft zu erschweren oder gar zu verwehren. Hier wird von den Befürwortern der Gendersprache eine angebliche, nur auf sprachlicher Symbolik beruhende Benachteiligung über eine tatsächliche sprachliche Benachteiligung gestellt. Eine verkomplizierende, symbolische Sprachreform achtlos auf Kosten von anderen, ebenso vulnerablen gesellschaftlichen Gruppen zu fordern, finde ich sehr fragwürdig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Frage der geschlechtergerechten Sprache mahnt der Rat für deutsche Rechtschreibung zur Sensibilität gegenüber dem Thema, spricht aber keine Norm aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26.03.2021 Kurzgefasst wird gesagt: „Der Rat für deutsche Rechtschreibung bekräftigt in seiner Sitzung am 26.03.2021 seine Auffassung, dass allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache begegnet werden soll und sie sensibel angesprochen werden sollen. Dies ist allerdings eine gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Aufgabe, die nicht allein mit orthografischen Regeln und Änderungen der Rechtschreibung gelöst werden kann. Das Amtliche Regelwerk gilt für Schulen sowie für Verwaltung und Rechtspflege. Der Rat hat vor diesem Hintergrund die Aufnahme von Asterisk („Gender-Stern“), Unterstrich („Gender-Gap“), Doppelpunkt oder anderen verkürzten Formen zur Kennzeichnung mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen im Wortinnern in das Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung zu diesem Zeitpunkt nicht empfohlen.“ https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine einheitliche Sprachvariante zu finden ist inzwischen wohl gar nicht mehr möglich. Selbst der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch (und der hat in „Eine Frage der Moral“  immerhin ein ganzes Buch lang für sensible Sprache plädiert) sagt inzwischen: „Am besten wäre es, wenn wir aufhören würden, nach einheitlichen Sprachregelungen zu rufen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Stefanowitsch, Anatol (Professor für Sprachwissenschaft an der FU Berlin): Interview am 30.09.2020 im Tagesspiegel. Anatol Stefanowitsch ist der Autor des Buches „Eine Frage der Moral. Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen.“, erschienen 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesem Appell möchte ich mich anschließen. Welche Dilemmata mit den verschiedenen Sprachvarianten und mit der gesellschaftlichen Diskussion darüber einhergehen, habe ich aufgezeigt. Auch ich erlebe dabei den sozialen Druck, eine geschlechterinklusive Sprachvariante als Loyalitätssignal zu nutzen. Denn die jeweils verwendete Sprachvariante wird gegenwärtig so stark als ein Signal von Moral gewertet, dass sie in Arbeitsprozessen Vertrauensbildung sowohl unterstützen als auch verhindern kann. In der Arbeit mit jungen Menschen, die grade von der Uni kommen, erlebe ich häufig eine misstrauische Distanz, wenn die jungen Akademiker wahrnehmen, dass ich nicht die gleiche Sprachvariante nutze, die sie selbst für die richtige halten. Deshalb ist es notwendig, dass jeder von uns seine jeweils gewählte Variante kommuniziert und begründet, um als Sprecher niemanden zu verletzen und um als Sprechende nicht vorschnell in eine Schublade gesteckt zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist verwende ich die generische Form &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; in ihrer genderneutralen Definition, die alle Geschlechter und Identitäten umfasst. Manchmal versehe ich diese mit einem * (&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;), weil ich weiß, dass vielen jungen Menschen die inklusive Bedeutung der generischen Form nicht mehr bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen und Anmerkungen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehrerbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker&amp;diff=152256</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker</title>
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		<updated>2026-04-20T13:30:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: /* Zur Entstehung der häuslichen Weihnachtsfeier */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Sabine Häcker- Wem gehört Weihnachten? (Cover).jpg|mini|334x334px|&#039;&#039;&#039;Weihnachten als kulturelles Fest&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;284 Seiten, 120 Abb.)&#039;&#039; Die Kulturgeschichte analysiert die weltlichen Anteile von Weihnachten und ist eine inklusive Weihnachtseinladung! ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Über mich==&lt;br /&gt;
[[Datei:COVER Wie wurde Weihnachten erfunden? - Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag (von Sabine Häcker, 2025).jpg|mini|339x339px|&#039;&#039;&#039;Weihnachten als religiöses Fest&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;92 Seiten, 20 Abb.)&#039;&#039; Dieser Band erklärt die christlich-religiöse Seite von Weihnachten aus geschichtlicher Perspektive. Er zeigt u. a. anhand der beiden Erzählungen von Lukas und Matthäus auf, warum die Bibel im Kontext ihrer Entstehung zu lesen und nicht wortwörtlich zu nehmen ist.]]&lt;br /&gt;
Mein Name ist Sabine Häcker, ich habe Deutsch-als-Fremdsprache, Arbeitslehre und Erziehungswissenschaften studiert und bin schon viele Jahre Fachdirektorin für Bildungswissenschaften. Als Lehrerin habe ich Deutsch, DaF und DaZ, Geschichte, Werken, Textil und Arbeitslehre unterrichtet, sowohl in inklusiven Lerngruppen als auch in Haupt-, Realschul- und Gymnasialklassen. Meine Arbeitsschwerpunkte sind Sprachbildung, inklusives Lernen und Lehren in heterogenen Gruppen, interkulturelle Pädagogik in der Migrationsgesellschaft sowie Prävention von religiösem Extremismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Veröffentlichungen&#039;&#039;&#039; neben den hier eingestellten Materialien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Sabine Häcker: &#039;&#039;Wem gehört Weihnachten? - Brauchtum, Glaube und Politik&#039;&#039;. (2025) https://shop.tredition.com/booktitle/Wem_geh%3frt_Weihnachten/W-926-650-183&lt;br /&gt;
*Sabine Häcker: &#039;&#039;Wie wurde Weihnachten erfunden? - Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag&#039;&#039;. (2025) https://shop.tredition.com/booktitle/Wie_wurde_Weihnachten_erfunden/W-695-484-617&lt;br /&gt;
* Sabine Häcker: &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Geschichten der Buchreligionen&#039;&#039;. (2025) Open-access-Veröffentlichung: https://www.grin.com/document/1563601&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sabine Häcker: &#039;&#039;David und Goliath in Bibel und Koran.&#039;&#039; In: LIFE – Ideen und Materialien für interkulturelles Lernen. 2005. &lt;br /&gt;
* [[Datei:Weihnachtsexpertin Sabine Häcker .jpg|mini|232x232px|Möchten Sie mich zu einer Lesung oder Fortbildung einladen? Dann nehmen Sie gern Kontakt mit mir auf, entweder über Instagram https://www.instagram.com/weihnachtswissen/ oder über das Landesinstitut für Schule Bremen. ]][[Datei:Lesung am 4.12.2025 in Bremen.jpg|mini|308x308px|Lesung im Dez. 2025 im Café Lilie in Bremen]]Sabine Häcker: &#039;&#039;Gedichte in zwei Sprachen.&#039;&#039; In: Praxis Deutsch, Heft 157, 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Materialien für den Unterricht==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Diese Unterrichtsmaterialien stellen keine vollständigen Unterrichtseinheiten dar, weil sie zwar einen hohen Bildungswert haben, teilweise aber außerhalb der üblichen Curricula stehen. Die Materialien sind deshalb als kleine Sequenzen konzipiert, die andere Unterrichtseinheiten ergänzen oder im Schulalltag anlassbezogen eingeschoben werden können.&lt;br /&gt;
* Die Materialien auf dieser Seite sind inhaltliche Ausarbeitungen und Angebote, enthalten aber kaum methodische Hinweise (weil die methodische Anlage eines Lernprozesses jeweils in Bezug auf die Lerngruppe und die Rahmenbedingungen abgestimmt werden muss).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===&#039;&#039;&#039;[[Weihnachtswissen]] (fächerübergreifend)&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Weihnachten ist weit mehr als ein christlicher Feiertag. Das Fest, das jedes Jahr den Dezember dominiert, in seiner kulturellen Vielschichtigkeit wahrzunehmen, halte ich für überfällig und gesellschaftlich relevant. Deshalb habe ich die Unterrichtsmaterialien WEIHNACHTSWISSEN entwickelt und zwei Bücher über Weihnachten geschrieben, die dem Fest kultur- sowie religionsgeschichtlich nachgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kleine Wissenshäppchen gibt es auch auf Instagram: https://www.instagram.com./weihnachtswissen/&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Die Vielschichtigkeit von Weihnachten ist historisch bedingt: Schon seit jeher wurde gefeiert, wenn die Vorratskammern gefüllt und in den dunklen Wintertagen Zeit für Muße war. Gleichzeitig waren mit der dunklen Zeit um die Wintersonnenwende Ängste vor Krankheit und Unglück verbunden, die zu vielen gemeinschaftlichen Abwehrritualen führten. Im 4. Jahrhundert legte die Kirche in Rom ihre Gottesdienstfeier zu Ehren der Geburt Jesu auf den 25. Dezember, um von polytheistischen Kulten zur Wintersonnenwende zu profitieren. Die unterschiedlichen Ebenen von Jahreszeit, Volksglauben und Christentum verwoben sich viele Jahrhunderte lang und brachten eine Fülle von Brauchtum hervor.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zu den Weihnachtstraditionen ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Die verschiedenen Weihnachtstraditionen werden im Spektrum von christlich-religiös bis weltlich eingeordnet.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Warum ist Weihnachten das größte Fest im Jahreslauf?|Warum ist Weihnachten das größte Fest im Jahreslauf?]] (Jhg. 5/6 sowie 9/10; zwei Versionen)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtskarten|Warum schreiben wir uns Weihnachts- und Neujahrsglückwünsche?]] (Jhg. 5)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Wichtel|Wie haben sich die Wichtel in die Weihnachtstraditionen geschlichen?]] (Jhg. 5/6)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsbaum/Lied O Tannenbaum|Lied: O Tannenbaum + Frakturschrift]] (Jhg. 5-7)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsbaum|Wofür steht der Weihnachtsbaum?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Namensherkunft|Woher kommt der Name Weihnachten und ist er ein christlicher Begriff?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/USA/Rudolph|Who is Rudolph the red-nosed reindeer?]]  (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Woher kommt der Nikolaus?|Woher kommt der Nikolaus?]] (Jhg. 7/8)&lt;br /&gt;
*Woher kommt der Weihnachtsmann? (Jhg. 7/8 -&amp;gt; noch in Planung)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Tradition/USA/SantaClaus|Where does the US-american Santa Claus come from?]] (Jhg. 8)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsferien|Weshalb gibt es nach Weihnachten Ferien?]] (Jhg. 5/6)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Glückssymbol/Schwein|Zum Jahresanfang: Warum ist das Schwein ein Glückssymbol?]] (Jhg. 5)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zum Hintergrund des christlichen Anteils von Weihnachten ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Die Grundlage für das christliche Feiern der Geburt Christi sind die beiden Weihnachtsgeschichten im Neuen Testament. Die biblischen Erzählungen beschreiben die Umstände von Jesu Geburt allerdings höchst widersprüchlich und ihre Erarbeitung geht deshalb einher mit der Erkenntnis, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist. Das ist im Hinblick auf die momentan weltweit zunehmende rechts-religiöse Radikalisierung als ein Beitrag nicht nur zur Religionskunde, sondern auch zur politischen Bildung zu sehen.&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Datum|Warum wurde der Geburtstag Jesu auf 25.12. gelegt?]] (Jhg. 5/6)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Datum/orthodox|Warum feiern manche orthodoxe Christen Weihnachten am 7. Januar?]]  (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/zwei unterschiedliche Weihnachtsgeschichten|Was erzählt die Bibel über Jesu Geburt?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Wieso wurde die biblische Maria als Jungfrau schwanger?]] (Jhg. 7/8)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! =====&lt;br /&gt;
Weitere, vertiefende Unterrichtsmaterialien zu den biblischen Geschichten (für Jhg. 9-12). ZIEL: Ausgehend von den Weihnachtsgeschichten von Lukas und Matthäus wird die Entstehung der Bibel und der Geschichten des Neuen Testaments aus historischer Perspektive erarbeitet. Dadurch wird deutlich, dass diese Geschichten nicht geschrieben wurden, um sie wörtlich zu verstehen oder für Fragen des heutigen Lebens als Richtschnur zu nehmen. Zudem wird die Entstehung des christlich-kirchichen Feiertages erarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zu politischen und kirchlichen Vereinnahmungen ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Es werden Vereinnahmungen und Instrumentalisierungen durch die Politik oder die Kirche analysiert.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Wie katholisch ist der skandinavische Luciabrauch?|Wie katholisch ist der skandinavische Luciabrauch?]] (Jhg. 8-10)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Politik/Antisemitismus|Wie wurde Weihnachten als  Anlass für Antisemitismus missbraucht? (Bsp. von 1903)]] (für Jhg. 8-10)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Politik/Vereinnahmung/1933-45|Wie wurde Weihnachten 1933-45 für die NS-Politik instrumentalisiert?]] (Jhg. 9-11)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Politik/AdenauerzeitKalterKriegBRD|Wie wurde Weihnachten in der Zeit des Kalten Krieges von der westdeutschen Politik inszeniert?]]  (Jhg. 10-12)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zur Entstehung der häuslichen Weihnachtsfeier ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Wenig bekannt ist, dass die private Familienfeier mit Geschenken und Weihnachtsbaum sich um 1800 aus dem Zeitgeist der Aufklärung entwickelte und die Werte der neuen Zeit spiegelte. Um das zu nachzuvollziehen, ist es sinnvoll, zuerst zu erarbeiten, wie Weihnachten zuvor war, und dann die Neuerungen der Aufklärung zu behandeln.&lt;br /&gt;
# [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/EpocheAufklärung/Weihnachten um 1700 Aberglauben Einkehrbräuche Umzugsbräuche|Aberglaube und Heischebräuche: Weihnachten vor der Epoche der Aufklärung]] (Jhg. 10-12)&lt;br /&gt;
# [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/EpocheAufklärung/FriedrichSchleiermacher1806/Geschenke und Besinnlichkeit: Weihnachten feiert die Ideale der Aufklärung|Geschenke und Besinnlichkeit: Weihnachten feiert die Ideale der Aufklärung]]  (Jhg. 10-12)&lt;br /&gt;
# Warum stand der erste Weihnachtsbaum in Wien im Salon einer Jüdin? (Jhg. 10-12) -&amp;gt; noch in Planung!&lt;br /&gt;
[[Datei:Hinweis auf Unterrichtsmaterial zu Ostern.png|mini|262x262px|[[Osterwissen]] Das Material für Jhg. 4-7 erklärt, warum Ostern nicht nur ein christlicher Feiertag, sondern auch ein traditionelles Frühlingsfest ist.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Interkulturelle und interreligiöse Bildung&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Christi zu tun?&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; [[Benutzer:Sabine Häcker/Osterwissen|Ostern]] (Jhg. 4-7) ZIEL: Viele Kinder denken, dass Ostern bloß ein christliches Fest ist. Ostern hat aber mehrere Ebenen und ist auch ein traditionelles (und inklusives) Frühlingsfest - der Osterhase jedenfalls hat mit Religion nichts zu tun!&lt;br /&gt;
*[[Islam: Entstehung]] (Jhg. 5/6) ZIEL: Die Entstehung der neuen Religion, die Mohammed im 7. Jhd. in Arabien begründete, vor dem Hintergrund der damaligen gesellschaftspolitischen Situation nachvollziehen.&lt;br /&gt;
* [[Datei:Open-access-Veröffentlichung.jpg|mini|Religionskundliche Unterrichtsmaterialien (39 Seiten) für Jhg. 5-7; open access kostenfrei im Internet zu lesen oder - etwas lesefreundlicher - als PDF für 1,- zu erwerben. https://www.grin.com/document/1563601|357x357px]][[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran]] (Jhg. 4-6) ZIEL: Erkennen, dass die Erzählungen in der Bibel und im Koran unterschiedlich interpretiert werden können und wie unterschiedlich die Deutung werden kann, wenn der historische Kontext einbezogen wird.&lt;br /&gt;
* [[David und Goliath in Bibel und Koran]] (Jhg. 5/6) ZIEL: Diese bekannte Erzählung ist ein Beispiel für Gemeinsamkeiten von Bibel und Koran.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Wieso wurde die biblische Maria als Jungfrau schwanger?]] (Jhg. 7/8) ZIEL: Anhand der wundersamen Jungfräulichkeit Marias, von der sowohl die Bibel als auch der Koran erzählt, wird der Einfluss früherer Lebensverhältnisse und patriarchaler Machtverhältnisse auf die Entstehung der alten Schriften erarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Politische Bildung zu Themen rund um Religion&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
* [[Schwangerschaftsabbruch: Positionen der Kirchen und der Bibel|Schwangerschaftsabbruch: Positionen der Kirchen (und der Bibel)]] (Jhg. 9-11) ZIEL: Da die politische Diskussion über Abtreibung wie bei wenig anderen Themen von unterschiedlichen und unversöhnlichen religiösen Standpunkten beeinflusst wird, ist es sinnvoll, die Standpunkte der unterschiedlichen religiösen Bewegungen/ Kirchen zu kennen.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Religionswissen/religiöser Extremismus|Materialsammlung: Religiöser Extremismus und Prävention]] (Jhg. 11-13 sowie Lehrerbildung) ZIEL: Der religiöse Extremismus gewinnt in der Politik weltweit und in Dtl. an Einfluss. Diese politischen Einflüsse zu kennen und zu analysieren zielt auf die Stärkung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;[[Berufliche Bildung]]&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/BeruflicheBildung/Gesellen auf Wanderschaft|Gesellen auf Wanderschaft]] (Jhg. 10/11) ZIEL: Die Schüler lernen eine Form der Weiterbildung abseits des Mainstreams kennen (und ein Stück Kulturgeschichte).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Nachhaltigkeitsbildung&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Werkunterricht: [[Benutzer:Sabine Häcker/Nachhaltigkeitsbildung/Warum kaufen wir kein Tropenholz für die Holzwerkstatt|Warum kaufen wir kein Tropenholz für die Holzwerkstatt?]] (kurz und knapp erklärt, für Jhg. 6-9) ZIEL: Am Beispiel der schulischen Holzwerkstatt wird erklärt, warum aus der Perspektive der Nachhaltigkeit kein Tropenholz gekauft werden sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Materialien für die Lehrerausbildung im Referendariat ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;[[Sprachbildung]] und -förderung&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sprachwissen für Lehrende ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Warum wird das ß &amp;quot;sz&amp;quot; genannt?.jpg|mini|Warum wird das ß &amp;quot;sz&amp;quot; genannt? Dieses historische Straßenschild zeigt: Früher wurde das &#039;&#039;ß&#039;&#039; als Buchstabenkombination &#039;&#039;sz&#039;&#039; geschrieben.|250x250px]]&lt;br /&gt;
ZIEL: Um sprachsensibel unterrichten zu können, braucht man als Lehrer zuerst einmal selbst Sprachwissen! Hier finden sich ein paar &amp;quot;Schnipsel&amp;quot;, d. h. eine unsystematische, zufällige Sammlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Sprachwissen/Komposita|Sprachwissen zum Stolperstein Komposita]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Sprachwissen/n-Deklination|Warum steht auf einem Brief &amp;quot;An Herrn Meier&amp;quot;, obwohl es doch eigentlich &amp;quot;Herr Meier&amp;quot; heißt? - die n-Deklination]] &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sprachbildungsschnipsel in Unterichtsmaterialien:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
** &amp;quot;Ich wünsche dir ein(en?) guten Rutsch.&amp;quot; - das Verb &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;wünschen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; mit DATIV und AKKUSATIV -&amp;gt; in: [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtskarten|Warum schreiben wir uns Weihnachts- und Neujahrsglückwünsche?]]&lt;br /&gt;
** Ungesicherte Informationen ausdrücken mit dem Modalverb &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder dem Redepartikel &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; -&amp;gt; in: [[Osterwissen]]  (für Jhg. 5-7)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sprachbildung in der Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sprachbildung bei der Unterrichtsplanung implementieren ausgehend von den konkretisierten sprachlichen Erwartungen (nach Tanja Tajmel): [[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Unterrichtsplanung/BeruflicheBildung/Telefongespräch|Planung von Sprachbildung und -förderung im Fachunterricht]] &lt;br /&gt;
* [[Sprachliche Differenzierung von Texten im Fachunterricht]]  (in Arbeit)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Geschlechtersensible Sprache (und ihr Dilemma) ====&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache|Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache]]: Warum der berechtigte Wunsch nach geschlechterinklusiver Sprache so schwierig einzulösen ist. &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Hinweis &#039;&#039;&#039;zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache&#039;&#039;&#039;: Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
==Hilfe==&lt;br /&gt;
{{Hilfe Navigation}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker&amp;diff=152255</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker</title>
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		<updated>2026-04-20T13:22:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: /* Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Sabine Häcker- Wem gehört Weihnachten? (Cover).jpg|mini|334x334px|&#039;&#039;&#039;Weihnachten als kulturelles Fest&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;284 Seiten, 120 Abb.)&#039;&#039; Die Kulturgeschichte analysiert die weltlichen Anteile von Weihnachten und ist eine inklusive Weihnachtseinladung! ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Über mich==&lt;br /&gt;
[[Datei:COVER Wie wurde Weihnachten erfunden? - Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag (von Sabine Häcker, 2025).jpg|mini|339x339px|&#039;&#039;&#039;Weihnachten als religiöses Fest&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;92 Seiten, 20 Abb.)&#039;&#039; Dieser Band erklärt die christlich-religiöse Seite von Weihnachten aus geschichtlicher Perspektive. Er zeigt u. a. anhand der beiden Erzählungen von Lukas und Matthäus auf, warum die Bibel im Kontext ihrer Entstehung zu lesen und nicht wortwörtlich zu nehmen ist.]]&lt;br /&gt;
Mein Name ist Sabine Häcker, ich habe Deutsch-als-Fremdsprache, Arbeitslehre und Erziehungswissenschaften studiert und bin schon viele Jahre Fachdirektorin für Bildungswissenschaften. Als Lehrerin habe ich Deutsch, DaF und DaZ, Geschichte, Werken, Textil und Arbeitslehre unterrichtet, sowohl in inklusiven Lerngruppen als auch in Haupt-, Realschul- und Gymnasialklassen. Meine Arbeitsschwerpunkte sind Sprachbildung, inklusives Lernen und Lehren in heterogenen Gruppen, interkulturelle Pädagogik in der Migrationsgesellschaft sowie Prävention von religiösem Extremismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Veröffentlichungen&#039;&#039;&#039; neben den hier eingestellten Materialien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Sabine Häcker: &#039;&#039;Wem gehört Weihnachten? - Brauchtum, Glaube und Politik&#039;&#039;. (2025) https://shop.tredition.com/booktitle/Wem_geh%3frt_Weihnachten/W-926-650-183&lt;br /&gt;
*Sabine Häcker: &#039;&#039;Wie wurde Weihnachten erfunden? - Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag&#039;&#039;. (2025) https://shop.tredition.com/booktitle/Wie_wurde_Weihnachten_erfunden/W-695-484-617&lt;br /&gt;
* Sabine Häcker: &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Geschichten der Buchreligionen&#039;&#039;. (2025) Open-access-Veröffentlichung: https://www.grin.com/document/1563601&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sabine Häcker: &#039;&#039;David und Goliath in Bibel und Koran.&#039;&#039; In: LIFE – Ideen und Materialien für interkulturelles Lernen. 2005. &lt;br /&gt;
* [[Datei:Weihnachtsexpertin Sabine Häcker .jpg|mini|232x232px|Möchten Sie mich zu einer Lesung oder Fortbildung einladen? Dann nehmen Sie gern Kontakt mit mir auf, entweder über Instagram https://www.instagram.com/weihnachtswissen/ oder über das Landesinstitut für Schule Bremen. ]][[Datei:Lesung am 4.12.2025 in Bremen.jpg|mini|308x308px|Lesung im Dez. 2025 im Café Lilie in Bremen]]Sabine Häcker: &#039;&#039;Gedichte in zwei Sprachen.&#039;&#039; In: Praxis Deutsch, Heft 157, 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Materialien für den Unterricht==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Diese Unterrichtsmaterialien stellen keine vollständigen Unterrichtseinheiten dar, weil sie zwar einen hohen Bildungswert haben, teilweise aber außerhalb der üblichen Curricula stehen. Die Materialien sind deshalb als kleine Sequenzen konzipiert, die andere Unterrichtseinheiten ergänzen oder im Schulalltag anlassbezogen eingeschoben werden können.&lt;br /&gt;
* Die Materialien auf dieser Seite sind inhaltliche Ausarbeitungen und Angebote, enthalten aber kaum methodische Hinweise (weil die methodische Anlage eines Lernprozesses jeweils in Bezug auf die Lerngruppe und die Rahmenbedingungen abgestimmt werden muss).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===&#039;&#039;&#039;[[Weihnachtswissen]] (fächerübergreifend)&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Weihnachten ist weit mehr als ein christlicher Feiertag. Das Fest, das jedes Jahr den Dezember dominiert, in seiner kulturellen Vielschichtigkeit wahrzunehmen, halte ich für überfällig und gesellschaftlich relevant. Deshalb habe ich die Unterrichtsmaterialien WEIHNACHTSWISSEN entwickelt und zwei Bücher über Weihnachten geschrieben, die dem Fest kultur- sowie religionsgeschichtlich nachgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kleine Wissenshäppchen gibt es auch auf Instagram: https://www.instagram.com./weihnachtswissen/&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Die Vielschichtigkeit von Weihnachten ist historisch bedingt: Schon seit jeher wurde gefeiert, wenn die Vorratskammern gefüllt und in den dunklen Wintertagen Zeit für Muße war. Gleichzeitig waren mit der dunklen Zeit um die Wintersonnenwende Ängste vor Krankheit und Unglück verbunden, die zu vielen gemeinschaftlichen Abwehrritualen führten. Im 4. Jahrhundert legte die Kirche in Rom ihre Gottesdienstfeier zu Ehren der Geburt Jesu auf den 25. Dezember, um von polytheistischen Kulten zur Wintersonnenwende zu profitieren. Die unterschiedlichen Ebenen von Jahreszeit, Volksglauben und Christentum verwoben sich viele Jahrhunderte lang und brachten eine Fülle von Brauchtum hervor.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zu den Weihnachtstraditionen ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Die verschiedenen Weihnachtstraditionen werden im Spektrum von christlich-religiös bis weltlich eingeordnet.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Warum ist Weihnachten das größte Fest im Jahreslauf?|Warum ist Weihnachten das größte Fest im Jahreslauf?]] (Jhg. 5/6 sowie 9/10; zwei Versionen)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtskarten|Warum schreiben wir uns Weihnachts- und Neujahrsglückwünsche?]] (Jhg. 5)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Wichtel|Wie haben sich die Wichtel in die Weihnachtstraditionen geschlichen?]] (Jhg. 5/6)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsbaum/Lied O Tannenbaum|Lied: O Tannenbaum + Frakturschrift]] (Jhg. 5-7)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsbaum|Wofür steht der Weihnachtsbaum?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Namensherkunft|Woher kommt der Name Weihnachten und ist er ein christlicher Begriff?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/USA/Rudolph|Who is Rudolph the red-nosed reindeer?]]  (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Woher kommt der Nikolaus?|Woher kommt der Nikolaus?]] (Jhg. 7/8)&lt;br /&gt;
*Woher kommt der Weihnachtsmann? (Jhg. 7/8 -&amp;gt; noch in Planung)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Tradition/USA/SantaClaus|Where does the US-american Santa Claus come from?]] (Jhg. 8)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsferien|Weshalb gibt es nach Weihnachten Ferien?]] (Jhg. 5/6)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Glückssymbol/Schwein|Zum Jahresanfang: Warum ist das Schwein ein Glückssymbol?]] (Jhg. 5)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zum Hintergrund des christlichen Anteils von Weihnachten ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Die Grundlage für das christliche Feiern der Geburt Christi sind die beiden Weihnachtsgeschichten im Neuen Testament. Die biblischen Erzählungen beschreiben die Umstände von Jesu Geburt allerdings höchst widersprüchlich und ihre Erarbeitung geht deshalb einher mit der Erkenntnis, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist. Das ist im Hinblick auf die momentan weltweit zunehmende rechts-religiöse Radikalisierung als ein Beitrag nicht nur zur Religionskunde, sondern auch zur politischen Bildung zu sehen.&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Datum|Warum wurde der Geburtstag Jesu auf 25.12. gelegt?]] (Jhg. 5/6)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Datum/orthodox|Warum feiern manche orthodoxe Christen Weihnachten am 7. Januar?]]  (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/zwei unterschiedliche Weihnachtsgeschichten|Was erzählt die Bibel über Jesu Geburt?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Wieso wurde die biblische Maria als Jungfrau schwanger?]] (Jhg. 7/8)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! =====&lt;br /&gt;
Weitere, vertiefende Unterrichtsmaterialien zu den biblischen Geschichten (für Jhg. 9-12). ZIEL: Ausgehend von den Weihnachtsgeschichten von Lukas und Matthäus wird die Entstehung der Bibel und der Geschichten des Neuen Testaments aus historischer Perspektive erarbeitet. Dadurch wird deutlich, dass diese Geschichten nicht geschrieben wurden, um sie wörtlich zu verstehen oder für Fragen des heutigen Lebens als Richtschnur zu nehmen. Zudem wird die Entstehung des christlich-kirchichen Feiertages erarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zu politischen und kirchlichen Vereinnahmungen ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Es werden Vereinnahmungen und Instrumentalisierungen durch die Politik oder die Kirche analysiert.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Wie katholisch ist der skandinavische Luciabrauch?|Wie katholisch ist der skandinavische Luciabrauch?]] (Jhg. 8-10)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Politik/Antisemitismus|Wie wurde Weihnachten als  Anlass für Antisemitismus missbraucht? (Bsp. von 1903)]] (für Jhg. 8-10)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Politik/Vereinnahmung/1933-45|Wie wurde Weihnachten 1933-45 für die NS-Politik instrumentalisiert?]] (Jhg. 9-11)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Politik/AdenauerzeitKalterKriegBRD|Wie wurde Weihnachten in der Zeit des Kalten Krieges von der westdeutschen Politik inszeniert?]]  (Jhg. 10-12)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zur Entstehung der häuslichen Weihnachtsfeier ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Wenig bekannt ist, dass die private Familienfeier mit Geschenken und Weihnachtsbaum sich um 1800 aus dem Zeitgeist der Aufklärung entwickelte und die Werte der neuen Zeit spiegelte. Um das zu nachzuvollziehen, ist es sinnvoll, zuerst zu erarbeiten, wie Weihnachten zuvor war, und dann die Neuerungen der Aufklärung zu behandeln.&lt;br /&gt;
# [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/EpocheAufklärung/Weihnachten um 1700 Aberglauben Einkehrbräuche Umzugsbräuche|Aberglaube und Heischebräuche: Weihnachten vor der Epoche der Aufklärung]] (Jhg. 10-12)&lt;br /&gt;
# [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/EpocheAufklärung/FriedrichSchleiermacher1806/Geschenke und Besinnlichkeit: Weihnachten feiert die Ideale der Aufklärung|Geschenke und Besinnlichkeit: Weihnachten feiert die Ideale der Aufklärung]]  (Jhg. 10-12)&lt;br /&gt;
[[Datei:Hinweis auf Unterrichtsmaterial zu Ostern.png|mini|262x262px|[[Osterwissen]] Das Material für Jhg. 4-7 erklärt, warum Ostern nicht nur ein christlicher Feiertag, sondern auch ein traditionelles Frühlingsfest ist.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Interkulturelle und interreligiöse Bildung&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Christi zu tun?&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; [[Benutzer:Sabine Häcker/Osterwissen|Ostern]] (Jhg. 4-7) ZIEL: Viele Kinder denken, dass Ostern bloß ein christliches Fest ist. Ostern hat aber mehrere Ebenen und ist auch ein traditionelles (und inklusives) Frühlingsfest - der Osterhase jedenfalls hat mit Religion nichts zu tun!&lt;br /&gt;
*[[Islam: Entstehung]] (Jhg. 5/6) ZIEL: Die Entstehung der neuen Religion, die Mohammed im 7. Jhd. in Arabien begründete, vor dem Hintergrund der damaligen gesellschaftspolitischen Situation nachvollziehen.&lt;br /&gt;
* [[Datei:Open-access-Veröffentlichung.jpg|mini|Religionskundliche Unterrichtsmaterialien (39 Seiten) für Jhg. 5-7; open access kostenfrei im Internet zu lesen oder - etwas lesefreundlicher - als PDF für 1,- zu erwerben. https://www.grin.com/document/1563601|357x357px]][[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran]] (Jhg. 4-6) ZIEL: Erkennen, dass die Erzählungen in der Bibel und im Koran unterschiedlich interpretiert werden können und wie unterschiedlich die Deutung werden kann, wenn der historische Kontext einbezogen wird.&lt;br /&gt;
* [[David und Goliath in Bibel und Koran]] (Jhg. 5/6) ZIEL: Diese bekannte Erzählung ist ein Beispiel für Gemeinsamkeiten von Bibel und Koran.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Wieso wurde die biblische Maria als Jungfrau schwanger?]] (Jhg. 7/8) ZIEL: Anhand der wundersamen Jungfräulichkeit Marias, von der sowohl die Bibel als auch der Koran erzählt, wird der Einfluss früherer Lebensverhältnisse und patriarchaler Machtverhältnisse auf die Entstehung der alten Schriften erarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Politische Bildung zu Themen rund um Religion&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
* [[Schwangerschaftsabbruch: Positionen der Kirchen und der Bibel|Schwangerschaftsabbruch: Positionen der Kirchen (und der Bibel)]] (Jhg. 9-11) ZIEL: Da die politische Diskussion über Abtreibung wie bei wenig anderen Themen von unterschiedlichen und unversöhnlichen religiösen Standpunkten beeinflusst wird, ist es sinnvoll, die Standpunkte der unterschiedlichen religiösen Bewegungen/ Kirchen zu kennen.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Religionswissen/religiöser Extremismus|Materialsammlung: Religiöser Extremismus und Prävention]] (Jhg. 11-13 sowie Lehrerbildung) ZIEL: Der religiöse Extremismus gewinnt in der Politik weltweit und in Dtl. an Einfluss. Diese politischen Einflüsse zu kennen und zu analysieren zielt auf die Stärkung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;[[Berufliche Bildung]]&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/BeruflicheBildung/Gesellen auf Wanderschaft|Gesellen auf Wanderschaft]] (Jhg. 10/11) ZIEL: Die Schüler lernen eine Form der Weiterbildung abseits des Mainstreams kennen (und ein Stück Kulturgeschichte).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Nachhaltigkeitsbildung&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Werkunterricht: [[Benutzer:Sabine Häcker/Nachhaltigkeitsbildung/Warum kaufen wir kein Tropenholz für die Holzwerkstatt|Warum kaufen wir kein Tropenholz für die Holzwerkstatt?]] (kurz und knapp erklärt, für Jhg. 6-9) ZIEL: Am Beispiel der schulischen Holzwerkstatt wird erklärt, warum aus der Perspektive der Nachhaltigkeit kein Tropenholz gekauft werden sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Materialien für die Lehrerausbildung im Referendariat ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;[[Sprachbildung]] und -förderung&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sprachwissen für Lehrende ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Warum wird das ß &amp;quot;sz&amp;quot; genannt?.jpg|mini|Warum wird das ß &amp;quot;sz&amp;quot; genannt? Dieses historische Straßenschild zeigt: Früher wurde das &#039;&#039;ß&#039;&#039; als Buchstabenkombination &#039;&#039;sz&#039;&#039; geschrieben.|250x250px]]&lt;br /&gt;
ZIEL: Um sprachsensibel unterrichten zu können, braucht man als Lehrer zuerst einmal selbst Sprachwissen! Hier finden sich ein paar &amp;quot;Schnipsel&amp;quot;, d. h. eine unsystematische, zufällige Sammlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Sprachwissen/Komposita|Sprachwissen zum Stolperstein Komposita]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Sprachwissen/n-Deklination|Warum steht auf einem Brief &amp;quot;An Herrn Meier&amp;quot;, obwohl es doch eigentlich &amp;quot;Herr Meier&amp;quot; heißt? - die n-Deklination]] &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sprachbildungsschnipsel in Unterichtsmaterialien:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
** &amp;quot;Ich wünsche dir ein(en?) guten Rutsch.&amp;quot; - das Verb &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;wünschen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; mit DATIV und AKKUSATIV -&amp;gt; in: [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtskarten|Warum schreiben wir uns Weihnachts- und Neujahrsglückwünsche?]]&lt;br /&gt;
** Ungesicherte Informationen ausdrücken mit dem Modalverb &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder dem Redepartikel &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; -&amp;gt; in: [[Osterwissen]]  (für Jhg. 5-7)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sprachbildung in der Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sprachbildung bei der Unterrichtsplanung implementieren ausgehend von den konkretisierten sprachlichen Erwartungen (nach Tanja Tajmel): [[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Unterrichtsplanung/BeruflicheBildung/Telefongespräch|Planung von Sprachbildung und -förderung im Fachunterricht]] &lt;br /&gt;
* [[Sprachliche Differenzierung von Texten im Fachunterricht]]  (in Arbeit)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Geschlechtersensible Sprache (und ihr Dilemma) ====&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache|Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache]]: Warum der berechtigte Wunsch nach geschlechterinklusiver Sprache so schwierig einzulösen ist. &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Hinweis &#039;&#039;&#039;zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache&#039;&#039;&#039;: Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
==Hilfe==&lt;br /&gt;
{{Hilfe Navigation}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=152253</id>
		<title>Islam/Entstehung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=152253"/>
		<updated>2026-04-20T13:05:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Pilgermarkt an der Kaaba .jpg|mini|479x479px|Pilgermarkt an der Kaaba in vorislamischer Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Infotext ===&lt;br /&gt;
{{Box||&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Entstehung des Islam – der Prophet Mohammed&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed wurde im Jahr 570 n. Chr. in Mekka geboren. Sein Vater starb noch vor seiner Geburt. Als er sechs Jahre alt war, starb seine Mutter. Er war nun Waise und lebte bei seinem Großvater, und nach dessen Tod bei seinem Onkel. Seine Sippe gehörte zum mächtigen Stamm der Kuraisch. Mohammed war Hirte und Kameltreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mekka war eine wichtige Handelsstadt und ein Pilgerort. Dort gab es ein bedeutendes Heiligtum, die Kaaba. In der Kaaba war ein Stein eingemauert, der vor langer Zeit vom Himmel gefallen sein sollte. In Mekka wurden verschiedene Gottheiten verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mohammed 20 Jahre alt war, kam er in den Dienst der reichen Frau Chadidscha. Sie vertraute ihm und im Jahr 595 heirateten die beiden. Chadidscha war 40 Jahre alt und Mohammed 25. Von ihren Kindern überlebte nur eine Tochter: Fatima. Als reicher Kaufmann reiste Mohammed nun mit seinen Karawanen in viele Gegenden und lernte viele Menschen, Sitten und Religionen kennen. Er war besonders von dem geschriebenen Gesetz der Juden und Christen beeindruckt. Unter den arabischen Stämmen gab es in dieser Zeit viele Konflikte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 40 Jahren erschien Mohammed zum ersten Mal der Engel Gabriel und offenbarte ihm eine Botschaft. Mohammed begann, in Mekka seine Botschaft zu predigen. Doch er wurde verspottet. Als dann im Jahr 619 seine Frau und sein Onkel starben, war der Prophet verzweifelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zwei Jahre später wurde er in die Oase Jathrib gerufen, um dort als Schlichter für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Im September 622 kam er in Jathrib an, dieses Ereignis wurde später der Beginn der islamischen Zeitrechnung. Er gründete eine neue Gemeinschaft namens „Umma“ und gab ihr Gesetze. Die Stadt wurde nun Medina genannt, das bedeutet &amp;quot;Stadt des Propheten&amp;quot;. Es gab Streit mit den Juden und Mohammed ließ viele Juden vertreiben. Auch änderte er die Gebetsrichtung: Statt wie anfangs nach Jerusalem wurde nun in Richtung Mekka gebetet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed überfiel Karawanen aus Mekka, um seine Kampfgefährten zu versorgen. Damit sie jederzeit kampfbereit waren, verbot er Alkohol und Glücksspiel. Nach mehreren Kriegen eroberten die Muslime im Jahr 630 endgültig Mekka. Das war der Sieg des Islam in Arabien. Die Kaaba wurde zum Heiligtum für alle Muslime erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prophet war nun sehr anerkannt. Er hatte mehrere Frauen geheiratet. Doch er war auch alt geworden. Im Jahr 632, als er 62 Jahre alt war, starb er. Etwa 20 Jahre nach seinem Tod wurden seine Botschaften aufgeschrieben, so entstand der Koran.&lt;br /&gt;
| 1}}&lt;br /&gt;
Text: Sabine Häcker &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tipp&#039;&#039;&#039;: In dem Unterrichtsmaterial &amp;quot;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen&amp;quot; von Sabine Häcker findet sich eine sehr viel ausführlichere Biografie des Propheten (für Klasse 5/6): https://www.grin.com/document/1563601 &lt;br /&gt;
=== Aufgaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebenslauf ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schreibe einen kurzen Lebenslauf des Propheten Mohammed. Was geschah in welchem Jahr?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 570&lt;br /&gt;
* 576&lt;br /&gt;
* 590&lt;br /&gt;
* 595&lt;br /&gt;
* 610&lt;br /&gt;
* 622&lt;br /&gt;
* 630&lt;br /&gt;
* 632&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fragen zum Text ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Arabien in früheren Zeiten.jpg|mini|403x403px|Die Muslime um Mohammed, die nur noch an einen Gott glaubten, kämpften gegen die Krieger aus Mekka, die an mehrere Götter glaubten, um die Macht in Arabien. - Diese Abbildung zeigt ein Nomadenzelt in der Wüste. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie wuchs Mohammed als Kind auf?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mekka war bereits in vor-islamischer Zeit ein Pilgerort. Warum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie lernte Mohammed die jüdische und christliche Religion kennen?&lt;br /&gt;
* Was schätzte er an diesen Religionen besonders?&lt;br /&gt;
* Von wem, so berichtete er es, hat der Prophet seine Offenbarungen empfangen?&lt;br /&gt;
* Warum ging Mohammed nach Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Was machten der Prophet und seine Anhänger in Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Wie wurde die Stadt Mekka muslimisch?&lt;br /&gt;
* Wann wurde der Koran geschrieben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lückentext ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=p9idYnuvc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Reiseziele der Karawanen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=ppxt1osgk25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Begriffe wiederholen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=pawt8ueyc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Moschee - Gebet vor der Mihrab.pdf|mini|Die Moschee ist ein Raum, in dem man sich treffen und beten kann. Viele Muslime gehen vor allem zum Freitagsgebet in die Moschee. Der Innenraum ist mit Teppichen ausgelegt und jeder zieht am Eingang die Schuhe aus.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Arabische Zahlen ====&lt;br /&gt;
Der Koran wurde auf Arabisch geschrieben. Kennst du die arabischen Zahlen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
۰ = 0  /  ۱ = 1  /  ۲ = 2  /  ۳ = 3  /  ۴ = 4  /  ۵ = 5  /  ۶ = 6  /  ۷ = 7  /  ۸ = 8  /  ۹ = 9  /  ۱۰ = 10&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erstelle kleine Matheaufgaben mit arabischen Zahlen für deine Mitschüler!&lt;br /&gt;
** Beispiel: ۷۸ + ۵ = 83  /  ۹۱ + ۳ = ?  /  ۱۵ + ۲ = ?  /  ۵۲ - ۸ = ?  /  ۳ + ۵ = ?  /  ۸۸۷۷۷ - ۸۰۰۰ = ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Für Lehrerinnen und Lehrer ===&lt;br /&gt;
Der Prophet Mohammed wurde in eine gesellschaftspolitisch unruhige Zeit in Arabien hineingeboren. Sie war ein Nährboden für Propheten, derer es in dieser Zeit viele gab. Das Konzept des Monotheismus und einheitlichen, für alle geltenden Gesetzen überzeugte schließlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken Mohammeds als Prophet wird in zwei Phasen unterteilt: Die mekkanische Periode von 613–622 und die medinische von 622–632. In Jathrib (Medina) kennzeichnen zwei grundsätzliche Konflikte das Wirken des Propheten: die Opposition der Juden innerhalb der Stadt und die kriegerische Auseinandersetzung mit den Polytheisten Mekkas. Die jüdische Ablehnung seiner Botschaft führte im Jahr 623/624 zur Änderung der Gebetsrichtung von zuvor Jerusalem zum Beten in Richtung Kaaba (vgl. Sure 2, 144). Dass der Prophet viele Juden vertreiben und auch töten ließ, begründete in der islamischen Geschichte lange Zeit keine Judenfeindlichkeit. Es gab viele jüdische Gemeinden in der islamischen Welt und man verwies auf die islamische Glaubensfreiheit (z. B. Sure 10, 99: &#039;&#039;Und wenn dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?&#039;&#039;) Erst im 20. Jahrhundert bekam Mohammeds Vorgehen vor dem Hintergrund des Israelkonflikts teilweise neue Symbolkraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Datei:Open-access-Veröffentlichung.jpg|mini|283x283px|Dieses open access veröffentlichte Material der Autorin enthalt eine ausführliche Mohammed-Biografie zum Lesen oder Vorlesen (4.-6. Klasse). ]]Häcker, Sabine: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. Religionskundliches Unterrichtsmaterial für Klasse 5/6. München 2025. (open access: https://www.grin.com/document/1563601)&lt;br /&gt;
* Bobzin, Hartmut: Mohammed: München 2011.&lt;br /&gt;
* Bowersock, Glen W.: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. München 2019.&lt;br /&gt;
* Schöller, Marco: Mohammed. Frankfurt a/M 2008.&lt;br /&gt;
Weiteres Material von Sabine Häcker zum Thema auf &#039;&#039;unterrichten.zum.de&#039;&#039;: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[David und Goliath in Bibel und Koran]] &lt;br /&gt;
* [[Datei:Eine islamische Handschrift aus dem Jahr 1630 .png|mini|Dies ist eine sehr alte Handschrift. Das Buch ist nach islamischer Zeitrechnung im Jahr 1040 entstanden - welches Jahr war das in Europa? Die Abb. zeigt ein Beispiel für die arabische Schrift und eine Illustration.|371x371px]][[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran]]  &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islam]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mohammed]]&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Islam Entstehung}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=152251</id>
		<title>Islam/Entstehung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=152251"/>
		<updated>2026-04-20T13:01:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Pilgermarkt an der Kaaba .jpg|mini|479x479px|Pilgermarkt an der Kaaba in vorislamischer Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Infotext ===&lt;br /&gt;
{{Box||&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Entstehung des Islam – der Prophet Mohammed&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed wurde im Jahr 570 n. Chr. in Mekka geboren. Sein Vater starb noch vor seiner Geburt. Als er sechs Jahre alt war, starb seine Mutter. Er war nun Waise und lebte bei seinem Großvater, und nach dessen Tod bei seinem Onkel. Seine Sippe gehörte zum mächtigen Stamm der Kuraisch. Mohammed war Hirte und Kameltreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mekka war eine wichtige Handelsstadt und ein Pilgerort. Dort gab es ein bedeutendes Heiligtum, die Kaaba. In der Kaaba war ein Stein eingemauert, der vor langer Zeit vom Himmel gefallen sein sollte. In Mekka wurden verschiedene Gottheiten verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mohammed 20 Jahre alt war, kam er in den Dienst der reichen Frau Chadidscha. Sie vertraute ihm und im Jahr 595 heirateten die beiden. Chadidscha war 40 Jahre alt und Mohammed 25. Von ihren Kindern überlebte nur eine Tochter: Fatima. Als reicher Kaufmann reiste Mohammed nun mit seinen Karawanen in viele Gegenden und lernte viele Menschen, Sitten und Religionen kennen. Er war besonders von dem geschriebenen Gesetz der Juden und Christen beeindruckt. Unter den arabischen Stämmen gab es in dieser Zeit viele Konflikte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 40 Jahren erschien Mohammed zum ersten Mal der Engel Gabriel und offenbarte ihm eine Botschaft. Mohammed begann, in Mekka seine Botschaft zu predigen. Doch er wurde verspottet. Als dann im Jahr 619 seine Frau und sein Onkel starben, war der Prophet verzweifelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zwei Jahre später wurde er in die Oase Jathrib gerufen, um dort als Schlichter für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Im September 622 kam er in Jathrib an, dieses Ereignis wurde später der Beginn der islamischen Zeitrechnung. Er gründete eine neue Gemeinschaft namens „Umma“ und gab ihr Gesetze. Die Stadt wurde nun Medina genannt, das bedeutet &amp;quot;Stadt des Propheten&amp;quot;. Es gab Streit mit den Juden und Mohammed ließ viele Juden vertreiben. Auch änderte er die Gebetsrichtung: Statt wie anfangs nach Jerusalem wurde nun in Richtung Mekka gebetet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed überfiel Karawanen aus Mekka, um seine Kampfgefährten zu versorgen. Damit sie jederzeit kampfbereit waren, verbot er Alkohol und Glücksspiel. Nach mehreren Kriegen eroberten die Muslime im Jahr 630 endgültig Mekka. Das war der Sieg des Islam in Arabien. Die Kaaba wurde zum Heiligtum für alle Muslime erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prophet war nun sehr anerkannt. Er hatte mehrere Frauen geheiratet. Doch er war auch alt geworden. Im Jahr 632, als er 62 Jahre alt war, starb er. Etwa 20 Jahre nach seinem Tod wurden seine Botschaften aufgeschrieben, so entstand der Koran.&lt;br /&gt;
| 1}}&lt;br /&gt;
Text: Sabine Häcker &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tipp&#039;&#039;&#039;: In dem Unterrichtsmaterial &amp;quot;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen&amp;quot; von Sabine Häcker findet sich eine sehr viel ausführlichere Biografie des Propheten (für Klasse 5/6): https://www.grin.com/document/1563601 &lt;br /&gt;
=== Aufgaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebenslauf ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schreibe einen kurzen Lebenslauf des Propheten Mohammed. Was geschah in welchem Jahr?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 570&lt;br /&gt;
* 576&lt;br /&gt;
* 590&lt;br /&gt;
* 595&lt;br /&gt;
* 610&lt;br /&gt;
* 622&lt;br /&gt;
* 630&lt;br /&gt;
* 632&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fragen zum Text ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Arabien in früheren Zeiten.jpg|mini|403x403px|Die Muslime um Mohammed, die nur noch an einen Gott glaubten, kämpften gegen die Krieger aus Mekka, die an mehrere Götter glaubten, um die Macht in Arabien. - Diese Abbildung zeigt ein Nomadenzelt in der Wüste. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie wuchs Mohammed als Kind auf?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mekka war bereits in vor-islamischer Zeit ein Pilgerort. Warum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie lernte Mohammed die jüdische und christliche Religion kennen?&lt;br /&gt;
* Was schätzte er an diesen Religionen besonders?&lt;br /&gt;
* Von wem, so berichtete er es, hat der Prophet seine Offenbarungen empfangen?&lt;br /&gt;
* Warum ging Mohammed nach Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Was machten der Prophet und seine Anhänger in Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Wie wurde die Stadt Mekka muslimisch?&lt;br /&gt;
* Wann wurde der Koran geschrieben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lückentext ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=p9idYnuvc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Reiseziele der Karawanen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=ppxt1osgk25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Begriffe wiederholen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=pawt8ueyc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Moschee - Gebet vor der Mihrab.pdf|mini|Die Moschee ist ein Raum, in dem man sich treffen und beten kann. Viele Muslime gehen vor allem zum Freitagsgebet in die Moschee. Der Innenraum ist mit Teppichen ausgelegt und jeder zieht am Eingang die Schuhe aus.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Arabische Zahlen ====&lt;br /&gt;
Der Koran wurde auf Arabisch geschrieben. Kennst du die arabischen Zahlen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
۰ = 0  /  ۱ = 1  /  ۲ = 2  /  ۳ = 3  /  ۴ = 4  /  ۵ = 5  /  ۶ = 6  /  ۷ = 7  /  ۸ = 8  /  ۹ = 9  /  ۱۰ = 10&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erstelle kleine Matheaufgaben mit arabischen Zahlen für deine Mitschüler!&lt;br /&gt;
** Beispiel: ۷۸ + ۵ = 83  /  ۹۱ + ۳ = ?  /  ۱۵ + ۲ = ?  /  ۵۲ - ۸ = ?  /  ۳ + ۵ = ?  /  ۸۸۷۷۷ - ۸۰۰۰ = ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Für Lehrerinnen und Lehrer ===&lt;br /&gt;
Der Prophet Mohammed wurde in eine gesellschaftspolitisch unruhige Zeit in Arabien hineingeboren. Sie war ein Nährboden für Propheten, derer es in dieser Zeit viele gab. Das Konzept des Monotheismus und einheitlichen, für alle geltenden Gesetzen überzeugte schließlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken Mohammeds als Prophet wird in zwei Phasen unterteilt: Die mekkanische Periode von 613–622 und die medinische von 622–632. In Jathrib (Medina) kennzeichnen zwei grundsätzliche Konflikte das Wirken des Propheten: die Opposition der Juden innerhalb der Stadt und die kriegerische Auseinandersetzung mit den Polytheisten Mekkas. Die jüdische Ablehnung seiner Botschaft führte im Jahr 623/624 zur Änderung der Gebetsrichtung von zuvor Jerusalem zum Beten in Richtung Kaaba (vgl. Sure 2, 144). Dass der Prophet viele Juden vertreiben und auch töten ließ, begründete in der islamischen Geschichte lange Zeit keine Judenfeindlichkeit. Es gab viele jüdische Gemeinden in der islamischen Welt und man verwies auf die islamische Glaubensfreiheit (z. B. Sure 10, 99: &#039;&#039;Und wenn dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?&#039;&#039;) Erst im 20. Jahrhundert bekam Mohammeds Vorgehen vor dem Hintergrund des Israelkonflikts teilweise neue Symbolkraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Datei:Open-access-Veröffentlichung.jpg|mini|283x283px|Mit einer ausführlichen Mohammed-Biografie zum Lesen oder Vorlesen in der 4.-6. Klasse. ]]Häcker, Sabine: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. Religionskundliches Unterrichtsmaterial für Klasse 5/6. München 2025. (open access: https://www.grin.com/document/1563601)&lt;br /&gt;
* Bobzin, Hartmut: Mohammed: München 2011.&lt;br /&gt;
* Bowersock, Glen W.: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. München 2019.&lt;br /&gt;
* Schöller, Marco: Mohammed. Frankfurt a/M 2008.&lt;br /&gt;
Weiteres Material von Sabine Häcker zum Thema auf &#039;&#039;unterrichten.zum.de&#039;&#039;: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[David und Goliath in Bibel und Koran]] &lt;br /&gt;
* [[Datei:Eine islamische Handschrift aus dem Jahr 1630 .png|mini|Dies ist eine sehr alte Handschrift. Das Buch ist nach islamischer Zeitrechnung im Jahr 1040 entstanden - welches Jahr war das in Europa? Die Abb. zeigt ein Beispiel für die arabische Schrift und eine Illustration.|371x371px]][[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran]]  &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islam]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mohammed]]&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Islam Entstehung}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=152120</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/Sprachbildung/Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=152120"/>
		<updated>2026-04-14T20:00:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Übersicht Sprachvarianten der gendersensiblen Sprache.png|mini|Die Frage, um die es bei dem Dilemma der geschlechtersensiblen Sprache geht, ist nicht, ob wir für eine Sprache sind, die geschlechtergerecht ist - denn diese Frage wird wohl hoffentlich jeder mit „Na logo, auf alle Fälle!“ beantworten. Die Diskussion dreht sich um die Frage, &#039;&#039;welche Variante&#039;&#039; die passendste ist – denn jede(!) Variante nimmt für sich in Anspruch, geschlechtergerecht zu sein ...|399x399px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Dilemma des Wunsches nach sprachlicher Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
Die Diskussion um eine geschlechterinklusive Sprache geht mit einem hohen Maß an gesellschaftlicher Aufregung einher. Den Befürwortern geht es um ein gesellschaftspolitisches Anliegen, das sympatisch und  legitim ist: Geschlechtergerechtigkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Ungeachtet des &amp;quot;berechtigten Wunsches&amp;quot; muss man allerdings festhalten, dass Gerechtigkeit eine &#039;&#039;ethische&#039;&#039; Kategorie ist, die zur Beschreibung grammatikalischer Strukturen ungeeignet ist - das macht die Einlösung auch so schwierig.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dem mehr als berechtigten Wunsch steht allerdings das Problem gegenüber, dass die als geschlechtergerecht favorisierten Sprachvarianten ihrem inklusiven Anspruch nicht gerecht werden. Aus dem Wunsch, nicht zu diskriminieren, entstehen neue Diskriminierungen. Im Folgenden möchte ich diese Problematiken aufblättern (und damit auch meine eigene Variantenwahl begründen).&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur historischen Entwicklung ===&lt;br /&gt;
Die ursprüngliche Pluralvariante war bzw. ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Mit diesem &#039;&#039;generischen Plural&#039;&#039; waren und sind qua Definition alle jungen Menschen gemeint, die zur Schule gehen – völlig unabhängig vom Geschlecht. Dabei hat &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine doppelte Bedeutung, denn mit dem Nomen kann man auch eine reine Jungengruppe bezeichnen. Will man ausdrücken, dass es sich um eine reine Jungengruppe handelt, sagt man &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;männliche Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Will man ausdrücken, dass es sich um einen reine Mädchengruppe handelt, gibt es dafür einen eigenen Plural: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. (Diese Pluralformen sind historisch gewachsen und haben ihren Ursprung natürlich in einer patriarchalen Kultur, dennoch ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; qua Definition inklusiv und wurde auch bis in die 1980er Jahre allgemein so verstanden.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Definition wurde im Zuge der Frauengleichberechtigungsbewegung ab den 1980er Jahren von feministischen Linguistikerinnen in der alten BRD (Übrigens nur in der BRD, in der DDR wirkte die Frauenbewegung unabhängig von dieser Sprachinterpretation; und das ist wichtig zum Verständnis der heutigen politischen Fronten!) in Frage gestellt: Frauen seien in dieser Pluralform nicht mitgemeint und würden nicht angesprochen, kritisierten z. B. Luise F. Pusch, Senta Tromel-Plötz u. a. Bahnbrechend war 1984 das Buch „Das Deutsche als Männersprache“ von Luise F. Pusch.&amp;lt;ref&amp;gt;Pusch, Luise F.: Das Deutsche als Männersprache. Aufsätze und Glossen zur feministischen Linguistik. 1984.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache zementiere die Männerherrschaft, wurde beanstandet. Um die politische Frauenbewegung zu unterstützen, wurde das Genus (das grammatische Geschlecht der Sprache) mit dem Sexus (das biologische Geschlecht von Menschen) gleichgesetzt. Luise F. Pusch schlug u. a. vor, von nun an nur noch &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, (sie nannte es das &amp;quot;generische Femininum&amp;quot;) als Pluralform zu nutzen, schließlich seien die Männer ja lange genug bevorteilt worden und nun die Frauen dran; die Pluralform sollte sozusagen nach dem Rotationsprinzip angewendet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Im Landkreis Rotenburg an der Wümme wird seit 2024 auf Anordnung des CDU-Landrats Marco Prietz in der Verwaltung das generische Feminium verwendet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Idee setzte sich nicht durch; aber mit zunehmender Gleichberechtigung gab es in der alten BRD einen immer größer werdenden Konsens, die weibliche Pluralform in der Sprache mitzunennen. Die politisch motivierte Behauptung, dass mit &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nur männliche Menschen gemeint seien, sickerte in Westdeutschland ins gesellschaftliche Bewusstsein. Es wurde nun normal, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen und Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler/-innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu schreiben. An den Universitäten, insbesondere im nördlichen Westdeutschland, wurde in den 1980er Jahren die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülerInnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch es dauerte nicht lange (ungefähr mit Beginn der 2000er Jahre), da wurde neue Kritik laut: „Damit werden nur die weiblichen und männlichen Geschlechtsidentitäten genannt – und alle anderen bleiben unsichtbar!“ Es wurde, insbesondere in einem sich als progressiv und links verstehenden Millieu und insbesondere in Nord- und Westdeutschland, nach neuen, alle Geschlechteridentitäten inkludierenden Varianten gesucht: Bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; steht der Unterstrich bzw. das Sternchen für „alle weiteren“, geht also über die Benennung von nur Frauen und Männern hinaus und soll trans und nicht-binäre Menschen sichtbar werden lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Sprachkonstruktivismus der Queer-Bewegung orientiert sich dabei an der postmodernen Vorstellung fluider Geschlechtsidentitäten, die alle gleichermaßen in der Sprache abzubilden seien.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weil der Unterstrich bei Unterstreichungen nicht zu lesen ist und aufgrund von technischen Schwierigkeiten von Screenreadern entstand die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; Aber auch an diesen Varianten gibt es Kritik, z. B. dass Frauen wieder nur nachgeschoben und damit zweitrangig seien, wie Luise F. Pusch meint. Oder: „Wer weder in die männliche noch weibliche Kategorie passt, landet nolens volens repräsentationslogisch in der lautlichen Lücke des Unterstrichts oder wird zum Sternchen: Ist das gerecht und angemessen – oder abermals eine Hierarchisierung?“.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021 (S. 143 f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Kübra Gümüşay überlegen viele andere, ob wir vielleicht gänzlich darauf verzichten sollten, „Menschen nach ihrer Geschlechtsidentität“ zu kategorisieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Gümüşay, Kübra: Sprache und Sein. München 2021 (S.21).&amp;lt;/ref&amp;gt; Lann Hornscheid, bis 2016 Professorens am Zentrum für tranzdisziplinäre Geschlechterstudien der Berliner Humboldt-Universität, hat deshalb früher &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülX&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und später &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülens&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; vorgeschlagen. Hermes Phettberg und Thomas Kronschläger plädieren für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülys&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Hermes Phettberg war ein österreichisches Schauspiely, Aktionskünstly und Schriftstelly. Seit 2019 verwendet das Sprachdidaktiky Thomas Kronschläger an der TU Braunschweig dessen y-Variante für eine entgenderte Sprache.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl.: Thomas Kronschläger (Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung): Entgendern nach Phettberg. Am 28.01.2022 auf www.bpb.de https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/geschlechtergerechte-sprache-2022/346085/entgendern-nach-phettberg/ (zuletzt 09.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Debatte um eine ge- oder entgenderte Sprache wird uns noch lange beschäftigen und die Positionen und Sprachvorschläge ändern sich immer wieder. Und da Menschen dazu neigen, die Variante, mit der sie sozialisiert wurden, für die passendste zu halten, die Menschen aber in unterschiedlichen Zeiten, unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und unterschiedlichen Regionen mit jeweils unterschiedlichen Sprachvarianten sozialisiert wurden, gibt es inzwischen Verfechter für ganz verschiedene Varianten, oft ohne dass diese kritisch reflektiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zur Zeit in Westdeutschland verbreiteste Gendervariante ist die mit Sternchen oder Doppelpunkt, die im mündlichen Sprachgebrauch mit dem Glottisschlag, der kleinen Pause, gesprochen wird. Je konsequenter mensch diesen Ansatz jedoch zu Ende denkt, desto größer wird das sprachliche Dilemma, denn die Sprache wird immer unverständlicher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch höhere Sprachbarrieren ===&lt;br /&gt;
Sprache, die gendert, wird komplizierter - das lässt sich nicht von der Hand weisen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jede und jeder Bürger:in kann am Sonntag in sein:ihr Wahllokal gehen und seine:ihre Stimme abgeben. Im Wahlkampf haben alle Kandidat:innen wie ein Löwe bzw. eine Löwin gekämpft. Wer unser:e neue:r Bürgermeister:in wird, wird am Montag von dem:der Pressesprecher:in dem:der Gewinner:in mitgeteilt. Er:sie lässt dann die Korken knallen!&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den &amp;quot;Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; wird darauf hingewiesen, dass durch diese Sprachverwendung erhebliche Sprachbarrieren entstehen, die die gesellschaftliche Teilhabe erschweren, für Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ... die eine Zuwanderungsbiografie haben.&lt;br /&gt;
* ... die eine Behinderung haben. (Der D&#039;&#039;eutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.&#039;&#039; bittet deshalb darum, dass auf die Schreibweise mit Satz- und Sonderzeichen verzichtet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Position des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands https://www.dbsv.org/gendern.html (zuletzt: 10.03.2026)&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
* ... die Leseschwierigkeiten haben oder Analphabeten sind  (immerhin 6,2 Mio in Dtl.!&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Es entsteht also das Dilemma, dass durch den Versuch, niemanden durch Sprache zu benachteiligen, andere vulnerable Menschengruppen durch Sprache benachteiligt werden - ein Diskriminierungsdilemma. &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
Und dabei ist das Sprachbeispiel oben noch ein einfaches. Noch schwieriger wird es, wenn mensch den Ansatz des Genderns konsequent weiterdenkt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäste&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wird inzwischen bereits oft &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäst:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gemacht, muss dann nicht auch aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Person&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Person:&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;er (PLURAL: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Personer:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;(?)) und aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Mensch&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Mensch:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; werden? Müsste &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Dackel&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Dackel:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; sein? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Genie&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Genie:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Fee&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Fee:er&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Opfer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die/der Opfer:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Leiche&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Leiche:r&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Der Leichnam&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Leichnam:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;?&amp;lt;ref&amp;gt;Alicia Joe: Warum Gendersprache scheitern wird. (o. J.)&lt;br /&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=aZaBzeVbLnQ&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das ergibt dann z. B. so einen Satz:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Der/die Person:er, der/die anonym den/die Dackel:in geschenkt bekommen hatte, hat sich sehr gefreut, den/die Schenkende eine:n Genie:in genannt, das seine/ihre geheimsten Wünsche errät, und all ihren Gäst:innen von seinem/ihrem geheimnisvollen Wünschererfüller:in erzählt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was machen wir, wenn die Männer es eines Tages ungerecht finden, dass im Plural der Artikel &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und das Possessivpronomen &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;ihr&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; verwendet wird? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bsp: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die&amp;lt;/u&amp;gt; Männer setzen sich auf&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ihre&amp;lt;/u&amp;gt; Plätze.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugegeben, dass ist nicht die aktuelle Diskussion, sondern weitergedacht. Dennoch: Bei konsequentem Gendern&amp;lt;ref&amp;gt;Definition &#039;&#039;Gendern&#039;&#039; nach dem &amp;quot;Handbuch geschlechtergerechte Sprache&amp;quot; des Dudenverlags von Diewald und Steinhauer, 2020, S. 49: &amp;quot;Gendern verstehen wir als ein sprachliches Verfahren, um Gleichberechtigung (...) im Sprachgebrauch zu erreichen.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; ist Sprache kein praktisch zu handhabendes Kommunikationswerkzeug mehr ist. Denn der Gerechtigkeitsanspruch, der zur Zeit an Sprache gestellt wird, ist aufgrund der Sprachstruktur praktisch unerfüllbar. Ihm zugrunde liegt eine These, die gänzlich verschiedene Kategorien vermischt.&lt;br /&gt;
[[Datei:GENUS = SEXUS-GENDER?!?.png|mini|331x331px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Gleichsetzung des grammatikalischen GENUS mit dem menschlichen SEXUS und GENDER ===&lt;br /&gt;
Die gesamte Debatte über geschlechtersensible Sprache fußt auf der These, Genus mit Sexus bzw. Gender gleichzusetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wissenschaftler kritisieren Genderpraxis des ORR. (o. J.) https://www.linguistik-vs-gendern.de/ (zuletzt 30. 03. 2026)&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möglicherweise wäre die Sprache gar nicht solch ein Thema in der Diskriminierungsdebatte geworden, würde die Grammatik nicht Begrifflichkeiten wie „Geschlecht“ sowie „maskulin“, „feminin“ und „neutral“ verwenden. Diese wurden vor ein paar Jahrhunderten aus dem Lateinischen übernommen und die Sprachwissenschaftler früherer Zeiten hätten gut daran getan, andere zu erfinden. Auf die Idee kamen sie aber nicht, nicht nur weil Latein damals der Maßstab für grammatische Kategorien waren, sondern weil es damals undenkbar war, dass die Welt nicht stramm binär sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso binär wurde auch noch in den 1980er Jahren gedacht, als seitens der feministischen Linguistikerinnen gefordert wurde, Frauen mitzunennen. Hatte man zuvor &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrer.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gesagt und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Gattungsbegriff ohne Geschlechtshinweis verstanden, wurde es nun wichtig &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrerinnen.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu sagen und das Geschlecht zu benennen. Der allgemeine, generische Plural &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wurde nun „generisches Maskulinum“ genannt, um die Dominanz der Männer in der Sprache zu verdeutlichen. Sprache wurde zu einem politischen Kampfmittel der westdeutschen Frauenbewegung. Dabei wurde von folgenden Thesen ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit Sexus.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets beide Geschlechter zu nennen bedeutet, die Gleichberechtigung zu unterstützen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige Sprache, die die Gleichberechtigung unterstützt, und eine moralisch falsche, die die Emanzipation behindert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Logik der feministischen Linguistikerinnen konnte in Westdeutschland (in Ostdeutschland verlief, wie gesagt, die Frauengleichberechtigung nicht gekoppelt an diese Gleichsetzung von Grammatik und Biologie) weitgehend überzeugen. Sie war zumindest so überzeugend, dass viele Menschen diese Logik verinnerlicht haben und ihr unhinterfragt immer noch folgen -  auch wenn inzwischen das binäre „beide“ durch „alle“ ersetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D. h. aus den Thesen der feministischen Linguistik wurden diese:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit &amp;lt;s&amp;gt;Sexus&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;Sexus und Gender&#039;&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets &amp;lt;s&amp;gt;beide&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;alle&#039;&#039; Geschlechter zu nennen bedeutet antidiskriminierend zu sein.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige und eine moralisch falsche Sprache.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ergibt sich das Dilemma einer inkohärenten Logik, denn für ein völlig neues gesellschaftliches Anliegen (Binarität überwinden und so Geschlechteridentitätengerechtigkeit herstellen) wurde die binäre Argumentationslogik eines völlig anderen, binären gesellschaftlichen Anliegens (die Menschheit besteht aus Frauen und Männern und beide sind gleichberechtigt) übernommen – ein Denkfehler mit politischen Folgen. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Menschen in Westdeutschland sich an den Fehler, Genus mit Sexus gleichzusetzen bereits gewöhnt hatten und es ihnen deshalb nicht weiter auffiel, als sich diese Gleichsetzung auf Gender ausweitete. In Ostdeutschland fiel und fällt den Menschen dieser Fehler aber sehr wohl auf - und so entsteht das Dilemma einer Spaltung. Genus und Sexus gleichzusetzen war in den Zeiten der Frauenbewegung eine politisch motivierte Interpretation, die aber zu hinterfragen ist, weil verschiedene Kategorien vermischt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Marie F. Pusch findet fake facts als politisches Kampfmittel legitim - das wird deutlich im Podcast „Alles gesagt?“ (von DIE ZEIT)  mit Luise F. Pusch am 22.11.2022: „Luise Pusch, warum ist Deutsch eine Männersprache?“&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch der Anspruch, „tatsächlich alle Gruppen und Identitäten abzubilden, (stößt) an klar benennbare sprachlogische Grenzen. So ist es bei Lichte betrachtet unmöglich, für alle denkbaren Identitäten eine adäquate, gleichberechtigte grammatikalische Repräsentation zu finden.“, schreibt Svenja Flaßpöhler.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 143 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma von Partizipialformen (&amp;quot;Lernende&amp;quot; statt &amp;quot;Schüler&amp;quot;) ===&lt;br /&gt;
Häufig werden Partizipialformen als Plural gewählt, weil sie im Plural geschleichtsneutral sind - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Studierende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Mitarbeitende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lernende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forschende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; usw. Allerdings sind diese Ersatzformen oft nicht bedeutungsgleich mit dem Ausgangswort. So ist ein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forscher&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine Person, die beruflich forscht, während ein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forschender&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht zwangsläufig einen wissenschaftlichen Beruf ausüben muss und das Gleiche gilt für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Bäcker&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Backenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Maler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Malenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Musiker&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Musizierenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; usw. Das Partizip 1 bezeichnet eine Tätigkeit, die gerade ausgeübt wird. Deshalb sind &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Wähler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, die ihr Wahlrecht nicht ausüben, keine &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Wählenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ein Fahrradfahrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, der sein Rad abgestellt hat, ist kein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Fahrradfahrender&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Frage, ob die Sprache das Geschlechterbewusstsein bedingt ===&lt;br /&gt;
Um die Notwendigkeit einer neuen Sprache zu begründen, wurden psycholinguistische Studien gemacht. Man wollte herausfinden, ob das generische Maskulinum männliche Assoziationen erzeuge, ob also bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Einwohner&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eher an männliche Personen gedacht würde. Dieser Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen - werden alledings je nach politischer Intention immer wieder unterschiedlich interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Philipp Hübl hat Studien zur vermuteten Sprachwirkung auf die Gleichberechtigung ausgewertet und kam zu einem negativen Befund. Vgl. Hübl, Philipp: Vorlesung an der Universität der Künste in Berlin 2023: Einführung ins kritische Denken. Sondersitzung: Gendern. 2023. https://www.youtube.com/watch?v=gOEGKm5IAE4 &amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein unüberwindbares Problem bei jeder Studie zu diesem Thema ist das Untersuchungssetting - denn diese Studien finden und fanden in einer Zeit statt, als die Sprecher und Sprecherinnen bereits von der Sprachdebatte und der Genderpraxis geprägt waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 29.&amp;lt;/ref&amp;gt; Studien aus der Zeit vor 1980 liegen nicht vor; weibliche Menschen, die damals spachlich sozialisiert wurden, berichten allerdings, dass sie sich niemals ausgeschlossen gefühlt hätten, weil eindeutig war, dass &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; ungeschlechtlich definiert war und alle Menschen meinte. In dem Moment, in dem &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Plural für männliche Menschen verstanden wird, stellt man sich selbstverständlich Männer dabei vor. Dieser Frage ist deshalb durch empirische Studien also leider schlicht nicht zu beantworten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lohnt sich allerdings ein Blick in Sprachgemeinschaften, deren Sprache keinerlei Unterscheidung bzgl. des Geschlechts kennen. Das Türkische oder das Persische sind solche Sprachen. Doch,  so schreibt Navid Kermani, es ist „ein Trugschluss, dass sich aus der sprachlichen Gleichheit der Geschlechter reale soziale Gleichheit ergibt.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Kermani, Navid: Mann, Frau, völlig egal. In: DIE ZEIT Feuilleton.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich hat der Inhalt von Sprache eine Wirkung auf das Bewusstsein. Beispielsweise macht es einen Unterschied, ob von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Scheinehe&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Schutzehe&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; gesprochen wird, von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Sonderabfall&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Giftmüll&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Militärischer Spezialoperation&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Angriffskrieg&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Stefanowitsch, Anatol: Eine Frage der Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen. 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aber hier sind wir auf der inhaltlichen Ebene von Sprache. Bei Gendersternchen oder Doppelpunkt befinden wir uns auf der symbolischen Ebene von Zeichen. Das wird oft verwechselt, auch von Anatol Stefanowitch in seinem Buch &amp;quot;Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen.&amp;quot;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Sexismus ===&lt;br /&gt;
Das Nennen aller nur möglichen Geschlechter und Geschlechtsidentitäten bringt eine geschlechtliche Kategorisierung in die Sprache und an jeden Menschen. Obwohl das Ziel des Genderns ist, Sexismus zu bekämpfen, ist es dennoch unbeabsichtigt eine sexistische Praxis, sagt Nele Pollatschek. „Wenn wir im Deutschen gendern, dann sagen wir damit: Diese Information ist so wichtig, dass sie immer mitgesagt werden muss.“ Damit machen wir das Geschlecht „zur wichtigsten Identitätskategorie.“ Nele Pollatschek vergleicht die gendersensible Sprachweise der Deutschen, die „sich für das permanente Benennen von Geschlechterunterschieden entschieden haben“ mit der der Briten, die „das Anzeigen von Geschlechtlichkeit so weit wie möglich vermeiden“&amp;lt;ref&amp;gt;Pollatschek, Nele: Deutschland ist besessen von Genitalien. Gendern macht die Diskriminierung nur noch schlimmer. Ein Gastbeitrag im Tagesspiegel am 30. 08. 2020 (28.08.2023)&amp;lt;/ref&amp;gt; und spricht sich klar für die britische Sicht als die zielführendere aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Nele Pollatschek: Dear Oxbridge. Liebesbrief an England. Berlin 2020 (S. 185 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Ist es nicht völlig schnuppe, ob Angela Merkel weilbliche Geschlechtsorgane hat und Friedrich Merz männliche? Und falls doch nicht – würde uns das etwas angehen?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Navid Kermani meint, dass er das Gendern der Sprache als „eine geistige wie politische Regression“ wahrnimmt, denn „Geschlechtszuschreibungen gehen nicht in zwei, sie gehen aber auch nicht in 27 Kategorien auf. Zu meinen, man könnte mittels Sprache jederzeit jedem Angesprochenen gerecht werden, verkennt nicht nur ihr Wesen; es legt die Angesprochenen überhaupt erst fest auf eine Identität. (…) (Aber) wir sind nicht eindeutig, niemand von uns, weder ethnisch noch kulturell, weder psychologisch noch geschlechtlich, (…).“ Und Svenja Flaßpöhler formuliert: „Dem Kampf um Bezeichnungen wohnt die Dialektik inne, dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen.“    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Klassismus ===&lt;br /&gt;
Da die meisten Menschen sich mit der Sprachvariante wohlfühlen, mit der sie sozialisiert sind, und die akademische Bildungsschicht den sprachlichen Veränderungen stärker zugewandt ist, ist die genderinklusive Sprache inzwischen zu einem Unterscheidungsmerkmal geworden, mit dem sich die kreative Klasse und akademische Elite von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. „Gendern ist das Latein der neuen Eliten.“, sagt der Philosoph Philipp Hübl.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp am 11.10.2023 in: wissenschaftskommunikation.de https://www.wissenschaftskommunikation.de/gendern-ist-das-latein-der-neuen-eliten-71125/ (13.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Soziologe Pierre Bordieu&amp;lt;ref&amp;gt;Bordieu: Die feinen Unterschiede. Frankfurt a. M. 2018 (26. Auflage).&amp;lt;/ref&amp;gt; machte darauf aufmerksam, dass die Ungleichheit der Gesellschaft nicht nur durch die ungleiche Verteilung von ökonomischem Kapital entsteht und fortbesteht, wie Karl Marx meinte, sondern auch durch „die feinen Unterschiede“. Bordieu analysierte, dass weitere Kapitalarten für die Aufrechterhaltung von sozialer Ungleichheit verantwortlich sind: Soziales Kapital ist bedeutsam und kennzeichnet, über welche gesellschaftlichen Beziehungen und Netzwerke jemand durch seine Familie oder Sozialisation verfügt. Die Position in der gesellschaftlichen Hierarchie wird außerdem durch das kulturelle Kapital (Bildung, Handlungswissen und formale Abschlüsse sowie Titel) bestimmt sowie das symbolische Kapital. Damit ist der Lebensstil und das Auftreten gemeint - die Sprache, die Manieren, der Musik-, Kunst- und Einrichtungsgeschmack, die Essgewohnheiten, das Modeverhalten, etc. Bordieu nennt das den Habitus eines Menschen. Ein Habitus ist fast unveränderbar, weil er quasi mit der Muttermilch aufgesogen wird und zur persönlichen Disposition wird. Egal, wo jemand geht oder steht – man „riecht“ stets, aus welchem „Stall“ jemand kommt. Ein erfolgreicher Unternehmer beispielweise, der es zu erheblichem Vermögen geschafft hat, gehört trotz seines ökonomischen Kapitals noch lange nicht zur gesellschaftlichen Oberschicht, solange er nicht über den Habitus dieser Schicht verfügt und die Codes nicht kennt. Am Habitus erkennt man sich. Das macht es so schwer, die soziale Klasse zu wechseln und das ist ein Faktor, der bestehende, ungleiche Verhältnisse festschreibt. Der Habitus ist ein Distinktionsmerkmal, mit dem man sich voneinander abgrenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Distinktionsmerkmal ist inzwischen das Gendern geworden. Philipp Hübl spricht vom Soziolekt einer sich als progressiv verstehenden Elite. Die als geschlechtergerecht markierte und vermeintlich moralisch überlegene Sprache dient nicht mehr nur dem politischen Erkennen, sondern ist auch zu einem Abgrenzungsmerkmal der Bildungsoberschicht geworden. Gendern ist sowohl „ein Loyalitätssignal“ &amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Moralspektakel. 2024 (S. 202 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; als auch ein Distinktionsmerkmal geworden, mit dem eine recht homogene, politisch links orientierte, urbane, akademisch gebildete und sozial besser gestellte Gesellschaftsschicht sich sprachlich von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. Wer nicht mitmacht, hat im akademischen Kultur, Medien- und Lehrbetrieb keine Chance. „Diese Eliten (...) haben mit der politischen Korrektheit ihren eigenen Jargon gefunden, übersehen aber oft, dass sie damit andere diskriminieren, nämlich diejenigen, die da nicht mithalten können und denen der Kosmopolitismus mit seinen neuen Codes gar nicht zusagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Die aufgeregte Gesellschaft. München 2019, S. 235.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Urteil wird dann entweder gönnerhaft oder missgünstig, in jedem Fall von oben herab gefällt: „Die sind noch nicht soweit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man als junger Mensch aus einem sozialen Millieu, in dem nicht gegendert wird, Erfolg in der Schule und an der Universität haben, muss man sich anpassen. Dabei bedeutet „anpassen“ nicht, lediglich eine andere Pluralform zu nutzen – nein, es bedeutet einen ganz anderen Sprachhabitus anzunehmen. Dieser neue Sprachhabitus führt aber unweigerlich zu einer Distanzierung vom Herkunftsmillieu, der Familie und den alten Freunden, denn dort wird der neue Code als Abgrenzung erlebt. Der Druck, sich auf die von Akademikern für korrekt befundene inklusive Sprache einzulassen, bringt Menschen aus nicht akademischen Herkunftmillieus in einen unbewussten Entscheidungskonflikt zwischen Bildungserfolg und Herkunftsmillieuzugehörigkeit. Dieser Entscheidungskonflikt wirkt wie ein „sozialer Filter“.&amp;lt;ref&amp;gt;Mehr zum „sozialen Filter“ in El Mafaalani: Mythos Bildung. 2022, S. 91. El-Mafaalani bezieht sich allerdings nicht auf Sprache als Habitusmerkmal.&amp;lt;/ref&amp;gt; Und wichtigster Grund für diesen Entscheidungskonflikt ist der Habitus, von dem die eigene Sprache ein wesentlicher Teil ist – und der fast so sehr zu uns gehört und unabstreifbar ist wie unsere Haut, wie wir von Bordieu wissen. Die inklusive Sprache führt also unbeabsichtigt von dem gut gemeinten Vorsatz, Menschen aufgrund ihres Geschlechtes zu diskriminieren, dazu, dass Menschen klassistisch diskriminiert werden: noch ein Diskriminierungsdilemma.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der kontraproduktiven Wirkung ===&lt;br /&gt;
Diese Paarung von gesellschaftlicher Abgrenzung und moralischer Überlegenheit, die die linke wohlhabende Bildungsoberschicht bzgl. ihrer Gendersprache für sich in Anspruch nimmt und der ein gewaltiger Habitussnobismus inne wohnt, führt zu einem Dilemma der politischen Wirkung. Denn dadurch, dass die Sprache von dieser wohlhabenden, akademischen, kreativen Schicht, zu der viele Journalisten, Politiker und andere Prominente gehören, im Alleingang neu verhandelt wird, verlieren diese für viele Menschen ihre Glaubwürdigkeit. Niemand möchte arrogant von oben herab behandelt werden, und so wenden sich manche Menschen als Folge politisch oder religiös radikal konservativen Gruppen zu und – und das Gendern schadet paradoxerweise seinem eigenen Anliegen. Viele Menschen fühlen sich vom sprachlichen Duktus der intellektuellen Elite ausgeschlossen und beginnen sie zu hassen, wie der Politikwissenschaftler Yascha Mounk herausgearbeitet hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Mounk, Yasha: Im Zeitalter der Identität. Vom Aufsteig einer gefährlichen Idee. 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bitmoji .png|mini|368x368px|Ich schließe mich Svenja Flaßpöhler an, die sagt: Vor dem Hintergrund, dass dem Kampf um Bezeichnung die Dialektik innewohnt, „dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen“, (…) „erscheint das generische Maskulinum in seiner Geschlechtsunabhängigkeit plötzlich in einem anderen Licht. Liegt seine poststrukturalistische Perspektive nicht gerade darin, dass es von geschlechtlichen Identifikationen absieht? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Busfahrer&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Busfahrer*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;innen: Nicht das Geschlecht, sondern das Tun wäre der Kern der Bezeichnung. Unbestritten gehört es zu den Errungenschaften der Emanzipation, dass man Menschen nicht auf ihr Geschlecht reduziert, sondern für das anerkennt, was sie können und machen. Wenn es gelänge, das generische Maskulinum als universale, geschlechtsunabhängige Bezeichnungspraxis zu nehmen, die es rein formal ist: Böte es dann nicht ein erstaunliches emanzipatorisches Potenzial – und zwar gerade durch seine umfassende Bezeichnungskraft, die nicht nur einzelne Gruppen meint, sondern alle?“&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 142 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
Ich persönlich finde es problematisch, schulterzuckend in Kauf zu nehmen, so vielen Menschen Teilhabe an Sprache und damit Gesellschaft zu erschweren oder gar zu verwehren. Hier wird von den Befürwortern der Gendersprache eine angebliche, nur auf sprachlicher Symbolik beruhende Benachteiligung über eine tatsächliche sprachliche Benachteiligung gestellt. Eine verkomplizierende, symbolische Sprachreform achtlos auf Kosten von anderen, ebenso vulnerablen gesellschaftlichen Gruppen zu fordern, finde ich sehr fragwürdig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Frage der geschlechtergerechten Sprache mahnt der Rat für deutsche Rechtschreibung zur Sensibilität gegenüber dem Thema, spricht aber keine Norm aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26.03.2021 Kurzgefasst wird gesagt: „Der Rat für deutsche Rechtschreibung bekräftigt in seiner Sitzung am 26.03.2021 seine Auffassung, dass allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache begegnet werden soll und sie sensibel angesprochen werden sollen. Dies ist allerdings eine gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Aufgabe, die nicht allein mit orthografischen Regeln und Änderungen der Rechtschreibung gelöst werden kann. Das Amtliche Regelwerk gilt für Schulen sowie für Verwaltung und Rechtspflege. Der Rat hat vor diesem Hintergrund die Aufnahme von Asterisk („Gender-Stern“), Unterstrich („Gender-Gap“), Doppelpunkt oder anderen verkürzten Formen zur Kennzeichnung mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen im Wortinnern in das Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung zu diesem Zeitpunkt nicht empfohlen.“ https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine einheitliche Sprachvariante zu finden ist inzwischen wohl gar nicht mehr möglich. Selbst der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch (und der hat in „Eine Frage der Moral“  immerhin ein ganzes Buch lang für sensible Sprache plädiert) sagt inzwischen: „Am besten wäre es, wenn wir aufhören würden, nach einheitlichen Sprachregelungen zu rufen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Stefanowitsch, Anatol (Professor für Sprachwissenschaft an der FU Berlin): Interview am 30.09.2020 im Tagesspiegel. Anatol Stefanowitsch ist der Autor des Buches „Eine Frage der Moral. Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen.“, erschienen 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesem Appell möchte ich mich anschließen. Welche Dilemmata mit den verschiedenen Sprachvarianten und mit der gesellschaftlichen Diskussion darüber einhergehen, habe ich aufgezeigt. Auch ich erlebe dabei den sozialen Druck, eine geschlechterinklusive Sprachvariante als Loyalitätssignal zu nutzen. Denn die jeweils verwendete Sprachvariante wird gegenwärtig so stark als ein Signal von Moral gewertet, dass sie in Arbeitsprozessen Vertrauensbildung sowohl unterstützen als auch verhindern kann. In der Arbeit mit jungen Menschen, die grade von der Uni kommen, erlebe ich häufig eine misstrauische Distanz, wenn die jungen Akademiker wahrnehmen, dass ich nicht die gleiche Sprachvariante nutze, die sie selbst für die richtige halten. Deshalb ist es notwendig, dass jeder von uns seine jeweils gewählte Variante kommuniziert und begründet, um als Sprecher niemanden zu verletzen und um als Sprechende nicht vorschnell in eine Schublade gesteckt zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist verwende ich die generische Form &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; in ihrer genderneutralen Definition, die alle Geschlechter und Identitäten umfasst. Manchmal versehe ich diese mit einem * (&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;), weil ich weiß, dass vielen jungen Menschen die inklusive Bedeutung der generischen Form nicht mehr bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen und Anmerkungen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehrerbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Osterwissen&amp;diff=152119</id>
		<title>Osterwissen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Osterwissen&amp;diff=152119"/>
		<updated>2026-04-14T19:57:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Häschen an Ast.jpg|mini|Dass der Osterhase die Ostereier bringt und versteckt, ist ein weltlicher Brauch, der im 18. Jahrhunderts in der Bürgertumskultur entstand. Aufgrund des neuen Verständnisses von Kindheit, das sich in der Epoche der Aufklärung nach und nach durchsetzte, suchte man nach Gelegenheiten und Ritualen für Kinderglück und gemeinsames Feiern .   ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ostern: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Osterhasen malen Eier an, 1893.png|mini|Schon seit 250 Jahren ist der Osterhase für die Ostereier zuständig – zwei altüberlieferte Fruchtbarkeitssymbole wurden miteinander verbunden. &#039;&#039;(Diese Abbildung stammt aus einem Kinderbuch von 1893.)&#039;&#039;]]&#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun? ODER: Wie inklusiv ist Ostern?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spoiler: Der Osterhase hat mehr mit der Aufklärung zu tun als mit der Auferstehung!  :-)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5-7, 45-90 min)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ziele dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Kultur- und Religionskundliche Bildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Die Kinder sortieren die christlichen und jahreszeitlich-weltlichen Aspekte, die zu Ostern gehören. Sie können erklären, welche verschiedenen Ebenen das Osterfest hat und warum es deshalb auch von Menschen, die keine gläubigen Christen sind, gefeiert wird. Denn Ostern ist nicht nur ein christlicher Feiertag, sondern auch ein Kinder- und Frühlingsfest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Sprachbildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Neben dem inhaltlichen Aspekt kann mit diesem Material auch erarbeitet werden, mit welchen sprachlichen Mitteln ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht gesichert ist&#039;&#039;.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ZUSAMMENFASSUNG: Im Kirchenjahr ist &#039;&#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039; ein wichtiger Feiertag: An Karfreitag wird der Kreuzigung Jesu Christi und zu Ostern seiner Auferstehung vom Tod gedacht. Aber zu Ostern wird gleichzeitig der Frühling gefeiert. Denn als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Ereignissen und dem bereits bestehenden Brauchtum des Volksglaubens verbunden, zudem kam weiteres Brauchtum hinzu. Deshalb sind die Traditionen bei den meisten unserer Feiertagen so vielschichtig. Sie haben ganz verschiedene Ebenen: Weltliches und außerchristliches Brauchtum wurde mit christlichen Glaubenselementen vermischt oder uminterpretiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So hat auch &#039;&#039;&#039;der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;en auf – und daher kommt der Name &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;ern.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. 1985, S. 60.&amp;lt;/ref&amp;gt;    &lt;br /&gt;
=== Einstieg ===&lt;br /&gt;
* Was fällt euch zu Ostern ein? Erstellt eine Mindmap!                                                 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Feiert ihr Ostern? Falls ja: Wie?&lt;br /&gt;
* Frage der Stunde: Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die zwei Ebenen des Osterfestes ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Was gehört zum jahreszeitlichen Brauchtum von Ostern als Frühlings- und Kinderfest?&lt;br /&gt;
* Was gehört zu Ostern als religiösem Fest des Christentums?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18743150&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erarbeitung ===&lt;br /&gt;
==== Die Feiern des Frühlings am Osterfest ====&lt;br /&gt;
In diesem LÜCKENTEXT kannst du einiges über die Ursprünge des Osterbrauchtums erfahren, mit dem der Frühling gefeiert wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wofür waren die Ostereier und der Osterhase ein Symbol?&lt;br /&gt;
* Wie entstand der Brauch, die Eier zu färben?&lt;br /&gt;
* Wie entstand (vielleicht) die Vorstellung, dass die bunten Eier vom (Oster-)Hasen sind?&lt;br /&gt;
* Wie wurde der Osterhase &#039;&#039;das&#039;&#039; Aushängeschild für Ostern?&lt;br /&gt;
* Sind der Osterhase und die Ostereier christliche Symbole?&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18722698&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nicht über alle Ursprünge des Osterbrauchtums ist die Forschung sich einig, manches lässt sich heute nicht mehr herausfinden. An welchen sprachlichen Mitteln kannst du im Text erkennen, dass eine Information nicht sicher ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das religiöse Gedenken am Osterfest ====&lt;br /&gt;
Weißt du, was die gläubigen Christen feiern? Was erzählt die Bibel über den Tod Jesu?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tragt zuerst im Gespräch euer Wissen zusammen und schaut euch danach dieses kleine Video an (1:38 min): https://www.zdf.de/kinder/logo/erklaerstueck-ostern-bibel-100.html (Hrsg.: ZDF logo!: Was wir an Ostern feiern.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann testet euer Wissen mit dieser Aufgabe!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18719287&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
* Nun könnt ihr die eingangs gestellte Frage beantworten: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Dass es zu Osterferien gibt, liegt übrigens weniger am Feiertag, sondern vor allem daran, dass die Ferien früher passend zum Bauernjahr festgelegt wurden: Im Frühling mussten die Kinder bei der Aussaat helfen, im Sommer bei der Getreideernte und im Herbst bei der Kartoffel- und Rübenernte.&amp;lt;ref&amp;gt;https://unterrichten.zum.de/wiki/Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsferien&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schöne Ostern!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusatzaufgaben zur Sprachbildung: Sprachliche Mittel, um Informationen als nicht sicher vorzustellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;sollen&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Modalverb &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;sollen&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; kann unterschiedliches ausdrücken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Notwendigkeit, einen Auftrag oder eine Absicht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das Holz sollte im Frühjahr entsorgt werden. / Kevin soll sein Zimmer aufräumen. / Das Zimmer sollte gestern schon aufgeräumt werden.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung oder ein Gerücht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(In der Fastenzeit sollen die Eier gekocht und für Ostern aufgehoben worden sein. / Er soll im Lotto gewonnen haben. / Kevin soll in Meral verliebt sein.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| }}&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40200186|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;wohl&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Wörtchen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;wohl&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;  hat ebenfalls verschiedene Bedeutungen, unter anderem kann man damit ausdrücken:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das war wohl ziemlich teuer. / Mein Kollege ist nicht da, er ist wohl krank.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Unsicherheit&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Ob er wohl an mich denkt?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;höfliche Zurückhaltung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Können Sie mir wohl sagen, wie spät es ist?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;einen ironischen oder empörten Kommentar&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Du glaubst wohl noch an den Osterhasen!? / Du hast wohl zu viel Geld… / Das kann man wohl sagen.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Außerdem kennst du &#039;&#039;wohl&#039;&#039; als Adjektiv mit der Bedeutung von &#039;&#039;gut&#039;&#039; oder &#039;&#039;angenehm.&#039;&#039; &#039;&#039;(Er fühlt sich wohl in der Klasse. -&amp;gt; Bei seiner Großmutter fühlt er sich aber noch wohler. -&amp;gt; Zu Hause fühlt er sich am wohlsten.)&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40224905|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Osterhase 1789 Zürich.jpg|mini|Dieses Buchcover von 1789 zeigt den Brauch des Eiersuchens. Das Buch heißt „Der Osterhase“ und enthält ein Osterhasenlied, &amp;quot;am Osterdienstag zu singen&amp;quot;. Als Intention wird „die Vermehrung der unschuldigsten Freuden unserer Kinder“ genannt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Infos für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== zu der sprachlichen Aufgabe unter 1.3.1 ===&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Sprachliche Mittel in diesem Text, um Informationen als nicht gesichert vorzustellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;vielleicht / wohl / weiß man nicht / sollen + INFINITIV&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}Es werden in diesem Material verschiedene sprachliche Mittel vorgestellt, mit denen ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht sicher ist, auf &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; und &amp;lt;u&amp;gt;sollen + INFINITIV&amp;lt;/u&amp;gt; möchte ich kurz konkreter eingehen:&lt;br /&gt;
* Das Wort &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; fällt in die Gruppe der abtönenden Redepartikel, auch Abtönungspartikel genannt. Mit &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; kann man eine Aussage &amp;quot;tönen&amp;quot;, ihr eine bestimmte Farbe geben. Die Schwierigkeit der Redepartikel ist, dass sie alle wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; (s. o.) mehrere Bedeutungen haben. &amp;lt;u&amp;gt;Wohl&amp;lt;/u&amp;gt; verändert sich dabei nicht (wird nicht flektiert). Für Schüler ist wichtig zu wissen, dass Redepartikel wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; in der Regel nur im mündlichen Sprachgebrauch eingesetzt werden!&lt;br /&gt;
* Mit dem Modalverb &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; kann man ebenfalls ausdrücken, dass man etwas nur gehört hat, aber nicht sicher ist, ob es stimmt. Besonders Gerüchte können damit gut sprachlich wiedergegeben werden. Beispiele: GEGENWART (PRÄSENS) -&amp;gt; Herr Meyer &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; mit seinen 35 Jahren noch an den Osterhasen &amp;lt;u&amp;gt;glauben&amp;lt;/u&amp;gt;. VERGANGENHEIT (PERFEKT) -&amp;gt; Er &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; ihn als Kind leibhaftig &amp;lt;u&amp;gt;gesehen haben&amp;lt;/u&amp;gt;. Auch &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; hat verschiedene Bedeutungen (s. o.)!&lt;br /&gt;
[[Datei:Ei zerbrochen mit Aufhängung.jpg|mini|Ostereier zum Aufhängen stellt man her, indem man in ein ungekochtes Ei oben und unten mit einem spitzen Messer ein Loch macht und das Eiinnere kräftig rausgebläst (welches noch für Rührei oder Teig verwendet werden kann). Für die Aufhängung bindet man einen Faden an ein Streichholz und steckt diesen in das Ei.  ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Hintergrundwissen: Wie entstand das Osterbrauchtum?&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Bräuchen, bereits bestehenden Festen und Elementen des Volksglaubens verbunden. Und im Laufe der Zeit kamen Bräuche hinzu, manche christlich-kirchlich bedingt, manche jahreszeitlich oder zeitgeistbedingt. Deshalb sind die Feiertagstraditionen oft so vielschichtig. (Und das ist ein Unterschied zu muslimischen Feiertage, die neben der religiösen Ebene keine weiteren haben.)   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; hat keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im Osten auf – und daher kommt der Name Ostern. &lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (1898) OSTERHASE.png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898. - Klicke auf das Bild, um es zu vergrößern: Kannst du die altdeutsche Schrift lesen? → &amp;quot;Ostereier ___  __  _____ uns versteckt ___  ____________.&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
Das Ei, das „schon bei den Völkern des Altertums als ein Sinnbild der Schöpfung und  Fruchtbarkeit galt, (…) erklärte die Kirche für das Symbol des Erlösers, welcher aus dem Grabe zum Leben erstanden“, schrieb der Historiker Otto Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Aberglaube wurde damit verbunden: Einem Ei, das am Gründonnerstag gelegt worden war, wurde besondere Kraft zugeschrieben und sollte Männer vor „Leibschäden“ beschützen können, und wenn man ein Gründonnerstagsei bei sich trug, könne man beim Kirchbesuch zudem erkennen, wer eine versteckte Hexe sei, hieß es.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Handbuch des deutschen Aberglaubens erläutert: „Dass das Ei, besonders im Frühjahr, der Zeit der erwachenden, aufkeimenden Natur, dem Beginn des Dienstes der Bauern an der Erde, in der Vorstellung der natur- und erdverbundenen Menschen eine besondere Fruchtbarkeitskraft besitzt, ist leicht zu begreifen. Und die Kirche war auch hier sehr klug, diese uralten Gebräuche in das System ihrer Kultriten aufzunehmen, mit zum Teil mystischer Ausdeutung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Ei&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die älteste bekannte Erwähnung ist wohl von dem Arzt Georgius Franck aus dem Jahr 1682: &amp;quot;Das Schenken von Ostereiern bezeichnet er als Paten- und Freundschaftspflicht, vor allem in den oberen Gesellschaftskreisen, wo der Begriff Osterei ganz allgemein für alle möglichen kunstvollen und scherzhaften Geschenke gegolten hätte.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt; Liselotte von der Pfalz berichtete, dass sie 1717 &amp;quot;ein paar ostereyer&amp;quot; verschenkt hätte&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im April 1779 vermerkte Goethe in seinem Tagebuch, dass er am Gründonnerstag für die Kinder im Garten Ostereier versteckt hätte. Dabei war der Ostereierbrauch nicht unumstritten, wie eine Schrift von 1781 zeigt, in der Theodor Gottlieb Hippel stolz darauf ist, dass ein Vorfahr in seiner Gemeinde Ostereier verboten hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781, S. 404. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie der Brauch des Eierfärbens entstand, ist unbekannt. Vielleicht hat man etwas Rotkohl, Rote Bete, Brennnesselwurzel oder Zwiebelschalen in das Kochwasser gegeben, um gekochte von ungekochten Eiern unterscheiden zu können, wenn man sie nach altem Brauch verschenkte. Dass zu Ostern traditionell viele Eier gegessen werden, kommt unter anderem daher, dass sich in der 40-tägigen Fastenzeit, die die Kirche ihren Gläubigen zwischen Aschermittwoch und Ostern verordnet hatte, viele Eier angesammelt hatten und nun dringend gegessen werden mussten. Eier waren auch eine Währung, in der bäuerliche Abgaben geleistet werden mussten; seit dem 9. Jhd. gibt es Quellen, dass pro bäuerlicher Hofstatt 100 Eier an die landbesitzende Obrigkeit oder das Kloster gezahlt werden mussten; teilweise wurden die Eier weitergereicht als Präsente an bestimmte Berufsgruppen, wie Pfarrer, Lehrer, Messner, Totengräber, Hirten, das Gesinde etc.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 68.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (von 1898).png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898&amp;lt;nowiki/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Hase war ebenfalls schon in der Antike ein Fruchtbarkeitssymbol. Das ist nicht schwer zu verstehen, wenn man bedenkt, dass eine Häsin mehrmals im Jahr mehrere Junge bekommt. Papst Zacharias verbot 755 den Verzehr von Hasenfleisch wegen dessen erotisierender Wirkung. Hasenfleisch galt als Aphrodisiakum und wurde bereits im antiken Griechenland der Liebesgöttin Aphrodite geopfert. Außerdem rankte sich viel Aberglauben um die Hasen, z. B. sollte es das eigene Leben schützen, wenn man eine Hasenpfote bei sich trug.&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Hase&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wann und wie genau sich die Gabenbringerfigur des Osterhasen sich genau entwickelte, kann nicht konkretisiert werden. Es gibt ein Züricher Kinderbuch von 1789, das vom Osterhasen handelt und die älteste mir bekannte, gesicherte Osterhasen-Quelle ist.&amp;lt;ref&amp;gt;National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der säkulare Brauch entstand im Bürgertum und aus dem neuen Konzept von Kindheit, das sich in dieser Zeit entwickelte. &amp;quot;Wie reich bist du behängt mit Bilderbüchern, Christbäumen, Mutterliebe, Osterwochen und Ostereiern, (...)&amp;quot;, fragt Wilhelm Hauff 1827.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Hauff: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827, S. 34. https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/hauff_phantasien_1827/?hl=O%C5%BFtereiern&amp;amp;p=40&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Zitat benennt damals neue Phänomene in ihrem Zusammenhang: Das aufgeklärte Bildungsbürgertum, dass Ende des 18. Jahrhunderts entstand, wollte die neuen Ideale umsetzen und so entstanden in der Bürgertumskultur Kinderbücher zur Bildung der Bürgerkinder, eine neue Frauen- und Mutterrolle in der bürgerlichen Familie sowie das häusliche Weihnachtsfest mit dem Weihnachtsmann als weltlichen Gabenbringer und auch der Osterhase.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. 2025, S. 142.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ostern wurde nun auch zum Anlass für ein Kinderfest (anfangs kam der Osterhase am Gründonnerstag oder am Osterdienstag, später wurde der Brauch auf Ostersonntag gelegt).    &lt;br /&gt;
[[Datei:Franz Rösler- Der lustige Maler. Malbuch von 1907 (S. 25).png|mini|Aus einem Malbuch von 1907: So kannst du ein Häschen malen!]]&lt;br /&gt;
Historische Kinderbücher, die den Osterhasen thematisierten, sind z. B.: 1850 schrieb Franz Graf von Pocci: Der Osterhas - eine Festgabe für Kinder http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000307CD00000000. / 1868: http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0002FE2E00000000 / Das lustige Vogelhaus von 1880 (S. 15) https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB00035AD300000000 / eine Osterhasengeschichte von 1890 https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000343CE00000000 / ein &amp;quot;humoristisches Malbuch&amp;quot; von 1907 (S. 25) http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0000D70100000000. Die Süßwarenindustrie (im 19. Jhd. wurde die Herstellung von Zucker aus Rüben erfunden) im 19. und 20. Jahrhundert tat ein Übriges, um den Osterhasen bekannt und zur Kindersehnsucht werden zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorstellung, dass ein Hase die Eier versteckt, entstand vielleicht dadurch, dass früher viele Menschen im Frühjahr über die Wiesen liefen und nach Eiern von bodenbrütenden Vögeln suchten. Dabei wurden Hasen aufgescheucht. Die liefen fort und es sah dann so aus, als hätten die Hasen die Eier ins Gras gelegt. In manchen Regionen waren es andere Tiere, die die Eier brachten - z. B. der Storch, der Kuckuck, der Fuchs oder ein Hahn. Diese Idee war in der bäuerlichen Kultur vermutlich - in unterschiedlichsten Ausformungen - schon länger verbreitet und wurde dann im Bürgertum aufgegriffen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Frühlingsfest kennt jede Kultur, die Jahreszeiten kennt. Das Judentum feiert Pessah im Frühling. Da in der Bibel steht, dass die Kreuzigung und Auferstehung Jesu in der Zeit des Pessahfestes stattfand, sollten diese Gedenkfeiertage folglich im Frühling sein. Doch dafür einen Termin festzulegen war ein lang währender Konflikt zwischen der griechischsprachigen Ostkirche in Byzanz und der lateinischsprachigen Westkirche in Rom. Rom bestand darauf, dass Ostern am Sonntag nach dem jüdischen Pessahfest zu feiern sei, Byzanz wollte es am Tag des Pessahfests selbst feiern. Als Kaiser Konstantin I. der Alleinherrscher über das gesamte Römische Reich geworden war, wollte er diesen Streit beenden und berief im Jahr 325 das Konzil von Nicäa ein. Die Kirchenvertreter einigten sich dann auf einen neuen Terminvorschlag: Die Auferstehung Christi sollte immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang (dem Tag, an dem Tag und Nacht gleich lang sind, dem 21. März) gefeiert werden. Damit hatte das noch junge Christentum nicht nur endlich einen gemeinsamen Termin gefunden, sondern sich gleichzeitig noch weiter von der monotheistischen Konkurrenz, dem Judentum, losgelöst.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. 2025, S. 49.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Osterbrauchtum gehören auch die Osterfeuer, und an ihnen zeigt sich wiederum, wie sich die verschiedenen Ebenen vermischten. Das Osterfeuer geht auf einen Brauch in vorchristlicher Zeit zurück, unter anderem galt es, böse Geister auszuräuchern und den Frühling willkommen zu heißen. In einer norddeutschen Polizeiordnung von 1691&amp;lt;ref&amp;gt;Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5).https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693 &amp;lt;/ref&amp;gt; wird das Osterfeuer als eine &amp;quot;böse Gewohnheit&amp;quot; erwähnt, 1783 wird es in einem Kinderbuch von J. A. E. Goeze als &amp;quot;heidnisch&amp;quot; eingeordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&amp;lt;/ref&amp;gt; In manchen Regionen eignete die Kirche sich den Brauch an und mancherorts wurde das Osterfeuer vom Pfarrer geweiht. Die Kohlen des geweihten Osterfeuers, die sogenannten Judaskohlen, galten als Schutzmittel gegen Blitzeinschlag, Hagel und Viehschäden, wie Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863 notierte&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; (die Kirchenvertreter waren genauso abergläubisch wie das Volk). Vor allem geht der Brauch des Osterfeuers aber wohl darauf zurück, dass man im Herbst und Winter Obstbäume und Hecken geschnitten und die Zweige auf einen großen Haufen geworfen hatte. Und die waren nun getrocknet und konnten entsorgt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Text: Sabine Häcker)&lt;br /&gt;
[[Datei:Fazit .png|mini|Und auch die Weidenkätzchenzweige, die traditionell zu Ostern in die Vase gestellt und an die die Ostereier gehängt werden, sind Frühlingsboten (und haben nichts mit der christlich-religiösen Ebene von Ostern zu tun).|452x452px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur- und Quellenverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Historische Primärquellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&lt;br /&gt;
* Cramer, Wilhelm: Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll. Dülmen, 1874. &#039;&#039;(Auf S. 157 wird eine Osterfeuerprozession beschrieben.)&#039;&#039; https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/cramer_mutter_1874 &lt;br /&gt;
* Goethe, J. W. von: Osterspaziergang. (etwa 1808) In: Faust-Museum Knittlingen: https://faustmuseum.de/der-osterspaziergang-und-was-dahintersteckt/&lt;br /&gt;
* Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&lt;br /&gt;
* Hauff, Wilhelm: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hauff_phantasien_1827&lt;br /&gt;
* Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&lt;br /&gt;
* Holm, Adolf: Ostereier. München 1893. &#039;&#039;(Bilder und Verse vom Osterhasen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5). https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Literatur:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. 1927-42 (Verlag Walter de Gruyter).&lt;br /&gt;
* [[Datei:Sabine Häcker- Wem gehört Weihnachten? (Cover).jpg|mini|332x332px|Die Autorin dieses Materials, Sabine Häcker, hat erforscht, wie sich Ende des 18. Jhd.s aus dem Zeitgeist der Aufklärung das häusliche Weihnachtsfest mit Geschenken und Tannenbaum entwickelte.]]Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. Ahrensburg 2025. &lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. Ahrensburg 2025. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=&lt;br /&gt;
* Kuhn, Adalbert: Sagen, Gebräuche und Märchen aus Westfalen und einigen andern, besonders den angrenzenden Gegenden Norddeutschlands. Leipzig 1859. https://books.google.de/books?id=424AAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA143#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false&lt;br /&gt;
* Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&lt;br /&gt;
* Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985.&lt;br /&gt;
* Becker-Huberti, Manfred: Lexikon der Bräuche und Feste. Freiburg i. B. 2007 (Verlag HERDER).&lt;br /&gt;
* Freistetter, Florian: Podcast Sternengeschichten Folge 18 - Astronomische Ostern  (13 min). https://sternengeschichten.podigee.io/18-sternengeschichten-folge-18-astronomische-ostern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialien der Autorin:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Umfangreiches Unterrichtsmaterial zur Kultur- und Religionsgeschichte von Weihnachten gibt es hier: [[Weihnachtswissen]] &#039;&#039;(Das Unterrichtsmaterial betrachtet Weihnachten nicht nur als christlichen Feiertag, sondern auch als kulturelles und somit inklusives Fest und arbeitet - u. a. - die weltlichen Anteile von Weihnachten heraus.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Materialien zu verschiedenen Themen finden sich hier: [[Benutzer:Sabine Häcker]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ostern]]&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Quellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__INHALTSVERZEICHNIS_ERZWINGEN__&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch als Zweitsprache]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feste und Rituale]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachbildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Osterwissen&amp;diff=152118</id>
		<title>Osterwissen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Osterwissen&amp;diff=152118"/>
		<updated>2026-04-14T19:54:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: /* Hintergrundwissen: Wie entstand das Osterbrauchtum? */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Häschen an Ast.jpg|mini|Dass der Osterhase die Ostereier bringt und versteckt, ist ein weltlicher Brauch, der im 18. Jahrhunderts in der Bürgertumskultur entstand. Aufgrund des neuen Verständnisses von Kindheit, das sich in der Epoche der Aufklärung nach und nach durchsetzte, suchte man nach Gelegenheiten und Ritualen für Kinderglück und gemeinsames Feiern .   ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ostern: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Osterhasen malen Eier an, 1893.png|mini|Schon seit 250 Jahren ist der Osterhase für die Ostereier zuständig – zwei altüberlieferte Fruchtbarkeitssymbole wurden miteinander verbunden. &#039;&#039;(Diese Abbildung stammt aus einem Kinderbuch von 1893.)&#039;&#039;]]&#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun? ODER: Wie inklusiv ist Ostern?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spoiler: Der Osterhase hat mehr mit der Aufklärung zu tun als mit der Auferstehung!  :-)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5-7, 45-90 min)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ziele dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Kultur- und Religionskundliche Bildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Die Kinder sortieren die christlichen und jahreszeitlich-weltlichen Aspekte, die zu Ostern gehören. Sie können erklären, welche verschiedenen Ebenen das Osterfest hat und warum es deshalb auch von Menschen, die keine gläubigen Christen sind, gefeiert wird. Denn Ostern ist nicht nur ein christlicher Feiertag, sondern auch ein Kinder- und Frühlingsfest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Sprachbildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Neben dem inhaltlichen Aspekt kann mit diesem Material auch erarbeitet werden, mit welchen sprachlichen Mitteln ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht gesichert ist&#039;&#039;.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ZUSAMMENFASSUNG: Im Kirchenjahr ist &#039;&#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039; ein wichtiger Feiertag: An Karfreitag wird der Kreuzigung Jesu Christi und zu Ostern seiner Auferstehung vom Tod gedacht. Aber zu Ostern wird gleichzeitig der Frühling gefeiert. Denn als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Ereignissen und dem bereits bestehenden Brauchtum des Volksglaubens verbunden, zudem kam weiteres Brauchtum hinzu. Deshalb sind die Traditionen bei den meisten unserer Feiertagen so vielschichtig. Sie haben ganz verschiedene Ebenen: Weltliches und außerchristliches Brauchtum wurde mit christlichen Glaubenselementen vermischt oder uminterpretiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So hat auch &#039;&#039;&#039;der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;en auf – und daher kommt der Name &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;ern.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. 1985, S. 60.&amp;lt;/ref&amp;gt;    &lt;br /&gt;
=== Einstieg ===&lt;br /&gt;
* Was fällt euch zu Ostern ein? Erstellt eine Mindmap!                                                 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Feiert ihr Ostern? Falls ja: Wie?&lt;br /&gt;
* Frage der Stunde: Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die zwei Ebenen des Osterfestes ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Was gehört zum jahreszeitlichen Brauchtum von Ostern als Frühlings- und Kinderfest?&lt;br /&gt;
* Was gehört zu Ostern als religiösem Fest des Christentums?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18743150&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erarbeitung ===&lt;br /&gt;
==== Die Feiern des Frühlings am Osterfest ====&lt;br /&gt;
In diesem LÜCKENTEXT kannst du einiges über die Ursprünge des Osterbrauchtums erfahren, mit dem der Frühling gefeiert wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wofür waren die Ostereier und der Osterhase ein Symbol?&lt;br /&gt;
* Wie entstand der Brauch, die Eier zu färben?&lt;br /&gt;
* Wie entstand (vielleicht) die Vorstellung, dass die bunten Eier vom (Oster-)Hasen sind?&lt;br /&gt;
* Wie wurde der Osterhase &#039;&#039;das&#039;&#039; Aushängeschild für Ostern?&lt;br /&gt;
* Sind der Osterhase und die Ostereier christliche Symbole?&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18722698&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nicht über alle Ursprünge des Osterbrauchtums ist die Forschung sich einig, manches lässt sich heute nicht mehr herausfinden. An welchen sprachlichen Mitteln kannst du im Text erkennen, dass eine Information nicht sicher ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das religiöse Gedenken am Osterfest ====&lt;br /&gt;
Weißt du, was die gläubigen Christen feiern? Was erzählt die Bibel über den Tod Jesu?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tragt zuerst im Gespräch euer Wissen zusammen und schaut euch danach dieses kleine Video an (1:38 min): https://www.zdf.de/kinder/logo/erklaerstueck-ostern-bibel-100.html (Hrsg.: ZDF logo!: Was wir an Ostern feiern.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann testet euer Wissen mit dieser Aufgabe!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18719287&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
* Nun könnt ihr die eingangs gestellte Frage beantworten: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Dass es zu Osterferien gibt, liegt übrigens weniger am Feiertag, sondern vor allem daran, dass die Ferien früher passend zum Bauernjahr festgelegt wurden: Im Frühling mussten die Kinder bei der Aussaat helfen, im Sommer bei der Getreideernte und im Herbst bei der Kartoffel- und Rübenernte.&amp;lt;ref&amp;gt;https://unterrichten.zum.de/wiki/Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsferien&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schöne Ostern!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusatzaufgaben zur Sprachbildung: Sprachliche Mittel, um Informationen als nicht sicher vorzustellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;sollen&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Modalverb &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;sollen&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; kann unterschiedliches ausdrücken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Notwendigkeit, einen Auftrag oder eine Absicht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das Holz sollte im Frühjahr entsorgt werden. / Kevin soll sein Zimmer aufräumen. / Das Zimmer sollte gestern schon aufgeräumt werden.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung oder ein Gerücht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(In der Fastenzeit sollen die Eier gekocht und für Ostern aufgehoben worden sein. / Er soll im Lotto gewonnen haben. / Kevin soll in Meral verliebt sein.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| }}&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40200186|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;wohl&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Wörtchen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;wohl&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;  hat ebenfalls verschiedene Bedeutungen, unter anderem kann man damit ausdrücken:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das war wohl ziemlich teuer. / Mein Kollege ist nicht da, er ist wohl krank.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Unsicherheit&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Ob er wohl an mich denkt?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;höfliche Zurückhaltung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Können Sie mir wohl sagen, wie spät es ist?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;einen ironischen oder empörten Kommentar&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Du glaubst wohl noch an den Osterhasen!? / Du hast wohl zu viel Geld… / Das kann man wohl sagen.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Außerdem kennst du &#039;&#039;wohl&#039;&#039; als Adjektiv mit der Bedeutung von &#039;&#039;gut&#039;&#039; oder &#039;&#039;angenehm.&#039;&#039; &#039;&#039;(Er fühlt sich wohl in der Klasse. -&amp;gt; Bei seiner Großmutter fühlt er sich aber noch wohler. -&amp;gt; Zu Hause fühlt er sich am wohlsten.)&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40224905|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Osterhase 1789 Zürich.jpg|mini|Dieses Buchcover von 1789 zeigt den Brauch des Eiersuchens. Das Buch heißt „Der Osterhase“ und enthält ein Osterhasenlied, &amp;quot;am Osterdienstag zu singen&amp;quot;. Als Intention wird „die Vermehrung der unschuldigsten Freuden unserer Kinder“ genannt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Infos für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== zu der sprachlichen Aufgabe unter 1.3.1 ===&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Sprachliche Mittel in diesem Text, um Informationen als nicht gesichert vorzustellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;vielleicht / wohl / weiß man nicht / sollen + INFINITIV&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}Es werden in diesem Material verschiedene sprachliche Mittel vorgestellt, mit denen ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht sicher ist, auf &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; und &amp;lt;u&amp;gt;sollen + INFINITIV&amp;lt;/u&amp;gt; möchte ich kurz konkreter eingehen:&lt;br /&gt;
* Das Wort &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; fällt in die Gruppe der abtönenden Redepartikel, auch Abtönungspartikel genannt. Mit &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; kann man eine Aussage &amp;quot;tönen&amp;quot;, ihr eine bestimmte Farbe geben. Die Schwierigkeit der Redepartikel ist, dass sie alle wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; (s. o.) mehrere Bedeutungen haben. &amp;lt;u&amp;gt;Wohl&amp;lt;/u&amp;gt; verändert sich dabei nicht (wird nicht flektiert). Für Schüler ist wichtig zu wissen, dass Redepartikel wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; in der Regel nur im mündlichen Sprachgebrauch eingesetzt werden!&lt;br /&gt;
* Mit dem Modalverb &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; kann man ebenfalls ausdrücken, dass man etwas nur gehört hat, aber nicht sicher ist, ob es stimmt. Besonders Gerüchte können damit gut sprachlich wiedergegeben werden. Beispiele: GEGENWART (PRÄSENS) -&amp;gt; Herr Meyer &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; mit seinen 35 Jahren noch an den Osterhasen &amp;lt;u&amp;gt;glauben&amp;lt;/u&amp;gt;. VERGANGENHEIT (PERFEKT) -&amp;gt; Er &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; ihn als Kind leibhaftig &amp;lt;u&amp;gt;gesehen haben&amp;lt;/u&amp;gt;. Auch &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; hat verschiedene Bedeutungen (s. o.)!&lt;br /&gt;
[[Datei:Ei zerbrochen mit Aufhängung.jpg|mini|Ostereier zum Aufhängen stellt man her, indem man in ein ungekochtes Ei oben und unten mit einem spitzen Messer ein Loch macht und das Eiinnere kräftig rausgebläst (welches noch für Rührei oder Teig verwendet werden kann). Für die Aufhängung bindet man einen Faden an ein Streichholz und steckt diesen in das Ei.  ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Hintergrundwissen: Wie entstand das Osterbrauchtum?&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Bräuchen, bereits bestehenden Festen und Elementen des Volksglaubens verbunden. Und im Laufe der Zeit kamen Bräuche hinzu, manche christlich-kirchlich bedingt, manche jahreszeitlich oder zeitgeistbedingt. Deshalb sind die Feiertagstraditionen oft so vielschichtig. (Und das ist ein Unterschied zu muslimischen Feiertage, die neben der religiösen Ebene keine weiteren haben.)   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; hat keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im Osten auf – und daher kommt der Name Ostern. &lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (1898) OSTERHASE.png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898. - Klicke auf das Bild, um es zu vergrößern: Kannst du die altdeutsche Schrift lesen? → &amp;quot;Ostereier ___  __  _____ uns versteckt ___  ____________.&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
Das Ei, das „schon bei den Völkern des Altertums als ein Sinnbild der Schöpfung und  Fruchtbarkeit galt, (…) erklärte die Kirche für das Symbol des Erlösers, welcher aus dem Grabe zum Leben erstanden“, schrieb der Historiker Otto Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Aberglaube wurde damit verbunden: Einem Ei, das am Gründonnerstag gelegt worden war, wurde besondere Kraft zugeschrieben und sollte Männer vor „Leibschäden“ beschützen können, und wenn man ein Gründonnerstagsei bei sich trug, könne man beim Kirchbesuch zudem erkennen, wer eine versteckte Hexe sei, hieß es.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Handbuch des deutschen Aberglaubens erläutert: „Dass das Ei, besonders im Frühjahr, der Zeit der erwachenden, aufkeimenden Natur, dem Beginn des Dienstes der Bauern an der Erde, in der Vorstellung der natur- und erdverbundenen Menschen eine besondere Fruchtbarkeitskraft besitzt, ist leicht zu begreifen. Und die Kirche war auch hier sehr klug, diese uralten Gebräuche in das System ihrer Kultriten aufzunehmen, mit zum Teil mystischer Ausdeutung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Ei&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die älteste bekannte Erwähnung ist wohl von dem Arzt Georgius Franck aus dem Jahr 1682: &amp;quot;Das Schenken von Ostereiern bezeichnet er als Paten- und Freundschaftspflicht, vor allem in den oberen Gesellschaftskreisen, wo der Begriff Osterei ganz allgemein für alle möglichen kunstvollen und scherzhaften Geschenke gegolten hätte.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt; Liselotte von der Pfalz berichtete, dass sie 1717 &amp;quot;ein paar ostereyer&amp;quot; verschenkt hätte&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im April 1779 vermerkte Goethe in seinem Tagebuch, dass er am Gründonnerstag für die Kinder im Garten Ostereier versteckt hätte. Dabei war der Ostereierbrauch nicht unumstritten, wie eine Schrift von 1781 zeigt, in der Theodor Gottlieb Hippel stolz darauf ist, dass ein Vorfahr in seiner Gemeinde Ostereier verboten hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781, S. 404. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie der Brauch des Eierfärbens entstand, ist unbekannt. Vielleicht hat man etwas Rotkohl, Rote Bete, Brennnesselwurzel oder Zwiebelschalen in das Kochwasser gegeben, um gekochte von ungekochten Eiern unterscheiden zu können, wenn man sie nach altem Brauch verschenkte. Dass zu Ostern traditionell viele Eier gegessen werden, kommt unter anderem daher, dass sich in der 40-tägigen Fastenzeit, die die Kirche ihren Gläubigen zwischen Aschermittwoch und Ostern verordnet hatte, viele Eier angesammelt hatten und nun dringend gegessen werden mussten. Eier waren auch eine Währung, in der bäuerliche Abgaben geleistet werden mussten; seit dem 9. Jhd. gibt es Quellen, dass pro bäuerlicher Hofstatt 100 Eier an die landbesitzende Obrigkeit oder das Kloster gezahlt werden mussten; teilweise wurden die Eier weitergereicht als Präsente an bestimmte Berufsgruppen, wie Pfarrer, Lehrer, Messner, Totengräber, Hirten, das Gesinde etc.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 68.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (von 1898).png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898&amp;lt;nowiki/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Hase war ebenfalls schon in der Antike ein Fruchtbarkeitssymbol. Das ist nicht schwer zu verstehen, wenn man bedenkt, dass eine Häsin mehrmals im Jahr mehrere Junge bekommt. Papst Zacharias verbot 755 den Verzehr von Hasenfleisch wegen dessen erotisierender Wirkung. Hasenfleisch galt als Aphrodisiakum und wurde bereits im antiken Griechenland der Liebesgöttin Aphrodite geopfert. Außerdem rankte sich viel Aberglauben um die Hasen, z. B. sollte es das eigene Leben schützen, wenn man eine Hasenpfote bei sich trug.&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Hase&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wann und wie genau sich die Gabenbringerfigur des Osterhasen sich genau entwickelte, kann nicht konkretisiert werden. Es gibt ein Züricher Kinderbuch von 1789, das vom Osterhasen handelt und die älteste mir bekannte, gesicherte Osterhasen-Quelle ist.&amp;lt;ref&amp;gt;National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der säkulare Brauch entstand im Bürgertum und aus dem neuen Konzept von Kindheit, das sich in dieser Zeit entwickelte. &amp;quot;Wie reich bist du behängt mit Bilderbüchern, Christbäumen, Mutterliebe, Osterwochen und Ostereiern, (...)&amp;quot;, fragt Wilhelm Hauff 1827.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Hauff: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827, S. 34. https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/hauff_phantasien_1827/?hl=O%C5%BFtereiern&amp;amp;p=40&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Zitat benennt damals neue Phänomene in ihrem Zusammenhang: Das aufgeklärte Bildungsbürgertum, dass Ende des 18. Jahrhunderts entstand, wollte die neuen Ideale umsetzen und so entstanden in der Bürgertumskultur Kinderbücher zur Bildung der Bürgerkinder, eine neue Frauen- und Mutterrolle in der bürgerlichen Familie sowie das häusliche Weihnachtsfest mit dem Weihnachtsmann als weltlichen Gabenbringer und auch der Osterhase.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. 2025s, S. 142.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ostern wurde nun auch zum Anlass für ein Kinderfest (anfangs kam der Osterhase am Gründonnerstag oder am Osterdienstag, später wurde der Brauch auf Ostersonntag gelegt).    &lt;br /&gt;
[[Datei:Franz Rösler- Der lustige Maler. Malbuch von 1907 (S. 25).png|mini|Aus einem Malbuch von 1907: So kannst du ein Häschen malen!]]&lt;br /&gt;
Historische Kinderbücher, die den Osterhasen thematisierten, sind z. B.: 1850 schrieb Franz Graf von Pocci: Der Osterhas - eine Festgabe für Kinder http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000307CD00000000. / 1868: http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0002FE2E00000000 / Das lustige Vogelhaus von 1880 (S. 15) https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB00035AD300000000 / eine Osterhasengeschichte von 1890 https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000343CE00000000 / ein &amp;quot;humoristisches Malbuch&amp;quot; von 1907 (S. 25) http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0000D70100000000. Die Süßwarenindustrie (im 19. Jhd. wurde die Herstellung von Zucker aus Rüben erfunden) im 19. und 20. Jahrhundert tat ein Übriges, um den Osterhasen bekannt und zur Kindersehnsucht werden zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorstellung, dass ein Hase die Eier versteckt, entstand vielleicht dadurch, dass früher viele Menschen im Frühjahr über die Wiesen liefen und nach Eiern von bodenbrütenden Vögeln suchten. Dabei wurden Hasen aufgescheucht. Die liefen fort und es sah dann so aus, als hätten die Hasen die Eier ins Gras gelegt. In manchen Regionen waren es andere Tiere, die die Eier brachten - z. B. der Storch, der Kuckuck, der Fuchs oder ein Hahn. Diese Idee war in der bäuerlichen Kultur vermutlich - in unterschiedlichsten Ausformungen - schon länger verbreitet und wurde dann im Bürgertum aufgegriffen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Frühlingsfest kennt jede Kultur, die Jahreszeiten kennt. Das Judentum feiert Pessah im Frühling. Da in der Bibel steht, dass die Kreuzigung und Auferstehung Jesu in der Zeit des Pessahfestes stattfand, sollten diese Gedenkfeiertage folglich im Frühling sein. Doch dafür einen Termin festzulegen war ein lang währender Konflikt zwischen der griechischsprachigen Ostkirche in Byzanz und der lateinischsprachigen Westkirche in Rom. Rom bestand darauf, dass Ostern am Sonntag nach dem jüdischen Pessahfest zu feiern sei, Byzanz wollte es am Tag des Pessahfests selbst feiern. Als Kaiser Konstantin I. der Alleinherrscher über das gesamte Römische Reich geworden war, wollte er diesen Streit beenden und berief im Jahr 325 das Konzil von Nicäa ein. Die Kirchenvertreter einigten sich dann auf einen neuen Terminvorschlag: Die Auferstehung Christi sollte immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang (dem Tag, an dem Tag und Nacht gleich lang sind, dem 21. März) gefeiert werden. Damit hatte das noch junge Christentum nicht nur endlich einen gemeinsamen Termin gefunden, sondern sich gleichzeitig noch weiter von der monotheistischen Konkurrenz, dem Judentum, losgelöst.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. 2025, S. 49.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Osterbrauchtum gehören auch die Osterfeuer, und an ihnen zeigt sich wiederum, wie sich die verschiedenen Ebenen vermischten. Das Osterfeuer geht auf einen Brauch in vorchristlicher Zeit zurück, unter anderem galt es, böse Geister auszuräuchern und den Frühling willkommen zu heißen. In einer norddeutschen Polizeiordnung von 1691&amp;lt;ref&amp;gt;Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5).https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693 &amp;lt;/ref&amp;gt; wird das Osterfeuer als eine &amp;quot;böse Gewohnheit&amp;quot; erwähnt, 1783 wird es in einem Kinderbuch von J. A. E. Goeze als &amp;quot;heidnisch&amp;quot; eingeordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&amp;lt;/ref&amp;gt; In manchen Regionen eignete die Kirche sich den Brauch an und mancherorts wurde das Osterfeuer vom Pfarrer geweiht. Die Kohlen des geweihten Osterfeuers, die sogenannten Judaskohlen, galten als Schutzmittel gegen Blitzeinschlag, Hagel und Viehschäden, wie Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863 notierte&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; (die Kirchenvertreter waren genauso abergläubisch wie das Volk). Vor allem geht der Brauch des Osterfeuers aber wohl darauf zurück, dass man im Herbst und Winter Obstbäume und Hecken geschnitten und die Zweige auf einen großen Haufen geworfen hatte. Und die waren nun getrocknet und konnten entsorgt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Text: Sabine Häcker)&lt;br /&gt;
[[Datei:Fazit .png|mini|Und auch die Weidenkätzchenzweige, die traditionell zu Ostern in die Vase gestellt und an die die Ostereier gehängt werden, sind Frühlingsboten (und haben nichts mit der christlich-religiösen Ebene von Ostern zu tun).|452x452px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur- und Quellenverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Historische Primärquellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&lt;br /&gt;
* Cramer, Wilhelm: Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll. Dülmen, 1874. &#039;&#039;(Auf S. 157 wird eine Osterfeuerprozession beschrieben.)&#039;&#039; https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/cramer_mutter_1874 &lt;br /&gt;
* Goethe, J. W. von: Osterspaziergang. (etwa 1808) In: Faust-Museum Knittlingen: https://faustmuseum.de/der-osterspaziergang-und-was-dahintersteckt/&lt;br /&gt;
* Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&lt;br /&gt;
* Hauff, Wilhelm: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hauff_phantasien_1827&lt;br /&gt;
* Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&lt;br /&gt;
* Holm, Adolf: Ostereier. München 1893. &#039;&#039;(Bilder und Verse vom Osterhasen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5). https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Literatur:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. 1927-42 (Verlag Walter de Gruyter).&lt;br /&gt;
* [[Datei:Sabine Häcker- Wem gehört Weihnachten? (Cover).jpg|mini|332x332px|Die Autorin dieses Materials, Sabine Häcker, hat erforscht, wie sich Ende des 18. Jhd.s aus dem Zeitgeist der Aufklärung das häusliche Weihnachtsfest mit Geschenken und Tannenbaum entwickelte.]]Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. Ahrensburg 2025. &lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. Ahrensburg 2025. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=&lt;br /&gt;
* Kuhn, Adalbert: Sagen, Gebräuche und Märchen aus Westfalen und einigen andern, besonders den angrenzenden Gegenden Norddeutschlands. Leipzig 1859. https://books.google.de/books?id=424AAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA143#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false&lt;br /&gt;
* Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&lt;br /&gt;
* Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985.&lt;br /&gt;
* Becker-Huberti, Manfred: Lexikon der Bräuche und Feste. Freiburg i. B. 2007 (Verlag HERDER).&lt;br /&gt;
* Freistetter, Florian: Podcast Sternengeschichten Folge 18 - Astronomische Ostern  (13 min). https://sternengeschichten.podigee.io/18-sternengeschichten-folge-18-astronomische-ostern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialien der Autorin:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Umfangreiches Unterrichtsmaterial zur Kultur- und Religionsgeschichte von Weihnachten gibt es hier: [[Weihnachtswissen]] &#039;&#039;(Das Unterrichtsmaterial betrachtet Weihnachten nicht nur als christlichen Feiertag, sondern auch als kulturelles und somit inklusives Fest und arbeitet - u. a. - die weltlichen Anteile von Weihnachten heraus.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Materialien zu verschiedenen Themen finden sich hier: [[Benutzer:Sabine Häcker]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ostern]]&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Quellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__INHALTSVERZEICHNIS_ERZWINGEN__&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch als Zweitsprache]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feste und Rituale]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachbildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Osterwissen&amp;diff=152117</id>
		<title>Osterwissen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Osterwissen&amp;diff=152117"/>
		<updated>2026-04-14T19:54:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Häschen an Ast.jpg|mini|Dass der Osterhase die Ostereier bringt und versteckt, ist ein weltlicher Brauch, der im 18. Jahrhunderts in der Bürgertumskultur entstand. Aufgrund des neuen Verständnisses von Kindheit, das sich in der Epoche der Aufklärung nach und nach durchsetzte, suchte man nach Gelegenheiten und Ritualen für Kinderglück und gemeinsames Feiern .   ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ostern: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Osterhasen malen Eier an, 1893.png|mini|Schon seit 250 Jahren ist der Osterhase für die Ostereier zuständig – zwei altüberlieferte Fruchtbarkeitssymbole wurden miteinander verbunden. &#039;&#039;(Diese Abbildung stammt aus einem Kinderbuch von 1893.)&#039;&#039;]]&#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun? ODER: Wie inklusiv ist Ostern?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spoiler: Der Osterhase hat mehr mit der Aufklärung zu tun als mit der Auferstehung!  :-)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5-7, 45-90 min)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ziele dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Kultur- und Religionskundliche Bildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Die Kinder sortieren die christlichen und jahreszeitlich-weltlichen Aspekte, die zu Ostern gehören. Sie können erklären, welche verschiedenen Ebenen das Osterfest hat und warum es deshalb auch von Menschen, die keine gläubigen Christen sind, gefeiert wird. Denn Ostern ist nicht nur ein christlicher Feiertag, sondern auch ein Kinder- und Frühlingsfest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Sprachbildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Neben dem inhaltlichen Aspekt kann mit diesem Material auch erarbeitet werden, mit welchen sprachlichen Mitteln ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht gesichert ist&#039;&#039;.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ZUSAMMENFASSUNG: Im Kirchenjahr ist &#039;&#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039; ein wichtiger Feiertag: An Karfreitag wird der Kreuzigung Jesu Christi und zu Ostern seiner Auferstehung vom Tod gedacht. Aber zu Ostern wird gleichzeitig der Frühling gefeiert. Denn als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Ereignissen und dem bereits bestehenden Brauchtum des Volksglaubens verbunden, zudem kam weiteres Brauchtum hinzu. Deshalb sind die Traditionen bei den meisten unserer Feiertagen so vielschichtig. Sie haben ganz verschiedene Ebenen: Weltliches und außerchristliches Brauchtum wurde mit christlichen Glaubenselementen vermischt oder uminterpretiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So hat auch &#039;&#039;&#039;der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;en auf – und daher kommt der Name &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;ern.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. 1985, S. 60.&amp;lt;/ref&amp;gt;    &lt;br /&gt;
=== Einstieg ===&lt;br /&gt;
* Was fällt euch zu Ostern ein? Erstellt eine Mindmap!                                                 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Feiert ihr Ostern? Falls ja: Wie?&lt;br /&gt;
* Frage der Stunde: Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die zwei Ebenen des Osterfestes ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Was gehört zum jahreszeitlichen Brauchtum von Ostern als Frühlings- und Kinderfest?&lt;br /&gt;
* Was gehört zu Ostern als religiösem Fest des Christentums?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18743150&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erarbeitung ===&lt;br /&gt;
==== Die Feiern des Frühlings am Osterfest ====&lt;br /&gt;
In diesem LÜCKENTEXT kannst du einiges über die Ursprünge des Osterbrauchtums erfahren, mit dem der Frühling gefeiert wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wofür waren die Ostereier und der Osterhase ein Symbol?&lt;br /&gt;
* Wie entstand der Brauch, die Eier zu färben?&lt;br /&gt;
* Wie entstand (vielleicht) die Vorstellung, dass die bunten Eier vom (Oster-)Hasen sind?&lt;br /&gt;
* Wie wurde der Osterhase &#039;&#039;das&#039;&#039; Aushängeschild für Ostern?&lt;br /&gt;
* Sind der Osterhase und die Ostereier christliche Symbole?&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18722698&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nicht über alle Ursprünge des Osterbrauchtums ist die Forschung sich einig, manches lässt sich heute nicht mehr herausfinden. An welchen sprachlichen Mitteln kannst du im Text erkennen, dass eine Information nicht sicher ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das religiöse Gedenken am Osterfest ====&lt;br /&gt;
Weißt du, was die gläubigen Christen feiern? Was erzählt die Bibel über den Tod Jesu?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tragt zuerst im Gespräch euer Wissen zusammen und schaut euch danach dieses kleine Video an (1:38 min): https://www.zdf.de/kinder/logo/erklaerstueck-ostern-bibel-100.html (Hrsg.: ZDF logo!: Was wir an Ostern feiern.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann testet euer Wissen mit dieser Aufgabe!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18719287&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
* Nun könnt ihr die eingangs gestellte Frage beantworten: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Dass es zu Osterferien gibt, liegt übrigens weniger am Feiertag, sondern vor allem daran, dass die Ferien früher passend zum Bauernjahr festgelegt wurden: Im Frühling mussten die Kinder bei der Aussaat helfen, im Sommer bei der Getreideernte und im Herbst bei der Kartoffel- und Rübenernte.&amp;lt;ref&amp;gt;https://unterrichten.zum.de/wiki/Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsferien&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schöne Ostern!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusatzaufgaben zur Sprachbildung: Sprachliche Mittel, um Informationen als nicht sicher vorzustellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;sollen&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Modalverb &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;sollen&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; kann unterschiedliches ausdrücken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Notwendigkeit, einen Auftrag oder eine Absicht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das Holz sollte im Frühjahr entsorgt werden. / Kevin soll sein Zimmer aufräumen. / Das Zimmer sollte gestern schon aufgeräumt werden.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung oder ein Gerücht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(In der Fastenzeit sollen die Eier gekocht und für Ostern aufgehoben worden sein. / Er soll im Lotto gewonnen haben. / Kevin soll in Meral verliebt sein.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| }}&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40200186|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;wohl&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Wörtchen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;wohl&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;  hat ebenfalls verschiedene Bedeutungen, unter anderem kann man damit ausdrücken:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das war wohl ziemlich teuer. / Mein Kollege ist nicht da, er ist wohl krank.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Unsicherheit&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Ob er wohl an mich denkt?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;höfliche Zurückhaltung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Können Sie mir wohl sagen, wie spät es ist?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;einen ironischen oder empörten Kommentar&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Du glaubst wohl noch an den Osterhasen!? / Du hast wohl zu viel Geld… / Das kann man wohl sagen.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Außerdem kennst du &#039;&#039;wohl&#039;&#039; als Adjektiv mit der Bedeutung von &#039;&#039;gut&#039;&#039; oder &#039;&#039;angenehm.&#039;&#039; &#039;&#039;(Er fühlt sich wohl in der Klasse. -&amp;gt; Bei seiner Großmutter fühlt er sich aber noch wohler. -&amp;gt; Zu Hause fühlt er sich am wohlsten.)&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40224905|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Osterhase 1789 Zürich.jpg|mini|Dieses Buchcover von 1789 zeigt den Brauch des Eiersuchens. Das Buch heißt „Der Osterhase“ und enthält ein Osterhasenlied, &amp;quot;am Osterdienstag zu singen&amp;quot;. Als Intention wird „die Vermehrung der unschuldigsten Freuden unserer Kinder“ genannt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Infos für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== zu der sprachlichen Aufgabe unter 1.3.1 ===&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Sprachliche Mittel in diesem Text, um Informationen als nicht gesichert vorzustellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;vielleicht / wohl / weiß man nicht / sollen + INFINITIV&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}Es werden in diesem Material verschiedene sprachliche Mittel vorgestellt, mit denen ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht sicher ist, auf &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; und &amp;lt;u&amp;gt;sollen + INFINITIV&amp;lt;/u&amp;gt; möchte ich kurz konkreter eingehen:&lt;br /&gt;
* Das Wort &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; fällt in die Gruppe der abtönenden Redepartikel, auch Abtönungspartikel genannt. Mit &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; kann man eine Aussage &amp;quot;tönen&amp;quot;, ihr eine bestimmte Farbe geben. Die Schwierigkeit der Redepartikel ist, dass sie alle wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; (s. o.) mehrere Bedeutungen haben. &amp;lt;u&amp;gt;Wohl&amp;lt;/u&amp;gt; verändert sich dabei nicht (wird nicht flektiert). Für Schüler ist wichtig zu wissen, dass Redepartikel wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; in der Regel nur im mündlichen Sprachgebrauch eingesetzt werden!&lt;br /&gt;
* Mit dem Modalverb &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; kann man ebenfalls ausdrücken, dass man etwas nur gehört hat, aber nicht sicher ist, ob es stimmt. Besonders Gerüchte können damit gut sprachlich wiedergegeben werden. Beispiele: GEGENWART (PRÄSENS) -&amp;gt; Herr Meyer &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; mit seinen 35 Jahren noch an den Osterhasen &amp;lt;u&amp;gt;glauben&amp;lt;/u&amp;gt;. VERGANGENHEIT (PERFEKT) -&amp;gt; Er &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; ihn als Kind leibhaftig &amp;lt;u&amp;gt;gesehen haben&amp;lt;/u&amp;gt;. Auch &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; hat verschiedene Bedeutungen (s. o.)!&lt;br /&gt;
[[Datei:Ei zerbrochen mit Aufhängung.jpg|mini|Ostereier zum Aufhängen stellt man her, indem man in ein ungekochtes Ei oben und unten mit einem spitzen Messer ein Loch macht und das Eiinnere kräftig rausgebläst (welches noch für Rührei oder Teig verwendet werden kann). Für die Aufhängung bindet man einen Faden an ein Streichholz und steckt diesen in das Ei.  ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hintergrundwissen: Wie entstand das Osterbrauchtum? ===&lt;br /&gt;
Als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Bräuchen, bereits bestehenden Festen und Elementen des Volksglaubens verbunden. Und im Laufe der Zeit kamen Bräuche hinzu, manche christlich-kirchlich bedingt, manche jahreszeitlich oder zeitgeistbedingt. Deshalb sind die Feiertagstraditionen oft so vielschichtig. (Und das ist ein Unterschied zu muslimischen Feiertage, die neben der religiösen Ebene keine weiteren haben.)   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; hat keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im Osten auf – und daher kommt der Name Ostern. &lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (1898) OSTERHASE.png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898. - Klicke auf das Bild, um es zu vergrößern: Kannst du die altdeutsche Schrift lesen? → &amp;quot;Ostereier ___  __  _____ uns versteckt ___  ____________.&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
Das Ei, das „schon bei den Völkern des Altertums als ein Sinnbild der Schöpfung und  Fruchtbarkeit galt, (…) erklärte die Kirche für das Symbol des Erlösers, welcher aus dem Grabe zum Leben erstanden“, schrieb der Historiker Otto Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Aberglaube wurde damit verbunden: Einem Ei, das am Gründonnerstag gelegt worden war, wurde besondere Kraft zugeschrieben und sollte Männer vor „Leibschäden“ beschützen können, und wenn man ein Gründonnerstagsei bei sich trug, könne man beim Kirchbesuch zudem erkennen, wer eine versteckte Hexe sei, hieß es.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Handbuch des deutschen Aberglaubens erläutert: „Dass das Ei, besonders im Frühjahr, der Zeit der erwachenden, aufkeimenden Natur, dem Beginn des Dienstes der Bauern an der Erde, in der Vorstellung der natur- und erdverbundenen Menschen eine besondere Fruchtbarkeitskraft besitzt, ist leicht zu begreifen. Und die Kirche war auch hier sehr klug, diese uralten Gebräuche in das System ihrer Kultriten aufzunehmen, mit zum Teil mystischer Ausdeutung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Ei&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die älteste bekannte Erwähnung ist wohl von dem Arzt Georgius Franck aus dem Jahr 1682: &amp;quot;Das Schenken von Ostereiern bezeichnet er als Paten- und Freundschaftspflicht, vor allem in den oberen Gesellschaftskreisen, wo der Begriff Osterei ganz allgemein für alle möglichen kunstvollen und scherzhaften Geschenke gegolten hätte.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt; Liselotte von der Pfalz berichtete, dass sie 1717 &amp;quot;ein paar ostereyer&amp;quot; verschenkt hätte&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im April 1779 vermerkte Goethe in seinem Tagebuch, dass er am Gründonnerstag für die Kinder im Garten Ostereier versteckt hätte. Dabei war der Ostereierbrauch nicht unumstritten, wie eine Schrift von 1781 zeigt, in der Theodor Gottlieb Hippel stolz darauf ist, dass ein Vorfahr in seiner Gemeinde Ostereier verboten hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781, S. 404. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie der Brauch des Eierfärbens entstand, ist unbekannt. Vielleicht hat man etwas Rotkohl, Rote Bete, Brennnesselwurzel oder Zwiebelschalen in das Kochwasser gegeben, um gekochte von ungekochten Eiern unterscheiden zu können, wenn man sie nach altem Brauch verschenkte. Dass zu Ostern traditionell viele Eier gegessen werden, kommt unter anderem daher, dass sich in der 40-tägigen Fastenzeit, die die Kirche ihren Gläubigen zwischen Aschermittwoch und Ostern verordnet hatte, viele Eier angesammelt hatten und nun dringend gegessen werden mussten. Eier waren auch eine Währung, in der bäuerliche Abgaben geleistet werden mussten; seit dem 9. Jhd. gibt es Quellen, dass pro bäuerlicher Hofstatt 100 Eier an die landbesitzende Obrigkeit oder das Kloster gezahlt werden mussten; teilweise wurden die Eier weitergereicht als Präsente an bestimmte Berufsgruppen, wie Pfarrer, Lehrer, Messner, Totengräber, Hirten, das Gesinde etc.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 68.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (von 1898).png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898&amp;lt;nowiki/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Hase war ebenfalls schon in der Antike ein Fruchtbarkeitssymbol. Das ist nicht schwer zu verstehen, wenn man bedenkt, dass eine Häsin mehrmals im Jahr mehrere Junge bekommt. Papst Zacharias verbot 755 den Verzehr von Hasenfleisch wegen dessen erotisierender Wirkung. Hasenfleisch galt als Aphrodisiakum und wurde bereits im antiken Griechenland der Liebesgöttin Aphrodite geopfert. Außerdem rankte sich viel Aberglauben um die Hasen, z. B. sollte es das eigene Leben schützen, wenn man eine Hasenpfote bei sich trug.&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Hase&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wann und wie genau sich die Gabenbringerfigur des Osterhasen sich genau entwickelte, kann nicht konkretisiert werden. Es gibt ein Züricher Kinderbuch von 1789, das vom Osterhasen handelt und die älteste mir bekannte, gesicherte Osterhasen-Quelle ist.&amp;lt;ref&amp;gt;National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der säkulare Brauch entstand im Bürgertum und aus dem neuen Konzept von Kindheit, das sich in dieser Zeit entwickelte. &amp;quot;Wie reich bist du behängt mit Bilderbüchern, Christbäumen, Mutterliebe, Osterwochen und Ostereiern, (...)&amp;quot;, fragt Wilhelm Hauff 1827.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Hauff: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827, S. 34. https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/hauff_phantasien_1827/?hl=O%C5%BFtereiern&amp;amp;p=40&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Zitat benennt damals neue Phänomene in ihrem Zusammenhang: Das aufgeklärte Bildungsbürgertum, dass Ende des 18. Jahrhunderts entstand, wollte die neuen Ideale umsetzen und so entstanden in der Bürgertumskultur Kinderbücher zur Bildung der Bürgerkinder, eine neue Frauen- und Mutterrolle in der bürgerlichen Familie sowie das häusliche Weihnachtsfest mit dem Weihnachtsmann als weltlichen Gabenbringer und auch der Osterhase.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. 2025s, S. 142.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ostern wurde nun auch zum Anlass für ein Kinderfest (anfangs kam der Osterhase am Gründonnerstag oder am Osterdienstag, später wurde der Brauch auf Ostersonntag gelegt).    &lt;br /&gt;
[[Datei:Franz Rösler- Der lustige Maler. Malbuch von 1907 (S. 25).png|mini|Aus einem Malbuch von 1907: So kannst du ein Häschen malen!]]&lt;br /&gt;
Historische Kinderbücher, die den Osterhasen thematisierten, sind z. B.: 1850 schrieb Franz Graf von Pocci: Der Osterhas - eine Festgabe für Kinder http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000307CD00000000. / 1868: http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0002FE2E00000000 / Das lustige Vogelhaus von 1880 (S. 15) https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB00035AD300000000 / eine Osterhasengeschichte von 1890 https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000343CE00000000 / ein &amp;quot;humoristisches Malbuch&amp;quot; von 1907 (S. 25) http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0000D70100000000. Die Süßwarenindustrie (im 19. Jhd. wurde die Herstellung von Zucker aus Rüben erfunden) im 19. und 20. Jahrhundert tat ein Übriges, um den Osterhasen bekannt und zur Kindersehnsucht werden zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorstellung, dass ein Hase die Eier versteckt, entstand vielleicht dadurch, dass früher viele Menschen im Frühjahr über die Wiesen liefen und nach Eiern von bodenbrütenden Vögeln suchten. Dabei wurden Hasen aufgescheucht. Die liefen fort und es sah dann so aus, als hätten die Hasen die Eier ins Gras gelegt. In manchen Regionen waren es andere Tiere, die die Eier brachten - z. B. der Storch, der Kuckuck, der Fuchs oder ein Hahn. Diese Idee war in der bäuerlichen Kultur vermutlich - in unterschiedlichsten Ausformungen - schon länger verbreitet und wurde dann im Bürgertum aufgegriffen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Frühlingsfest kennt jede Kultur, die Jahreszeiten kennt. Das Judentum feiert Pessah im Frühling. Da in der Bibel steht, dass die Kreuzigung und Auferstehung Jesu in der Zeit des Pessahfestes stattfand, sollten diese Gedenkfeiertage folglich im Frühling sein. Doch dafür einen Termin festzulegen war ein lang währender Konflikt zwischen der griechischsprachigen Ostkirche in Byzanz und der lateinischsprachigen Westkirche in Rom. Rom bestand darauf, dass Ostern am Sonntag nach dem jüdischen Pessahfest zu feiern sei, Byzanz wollte es am Tag des Pessahfests selbst feiern. Als Kaiser Konstantin I. der Alleinherrscher über das gesamte Römische Reich geworden war, wollte er diesen Streit beenden und berief im Jahr 325 das Konzil von Nicäa ein. Die Kirchenvertreter einigten sich dann auf einen neuen Terminvorschlag: Die Auferstehung Christi sollte immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang (dem Tag, an dem Tag und Nacht gleich lang sind, dem 21. März) gefeiert werden. Damit hatte das noch junge Christentum nicht nur endlich einen gemeinsamen Termin gefunden, sondern sich gleichzeitig noch weiter von der monotheistischen Konkurrenz, dem Judentum, losgelöst.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. 2025, S. 49.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Osterbrauchtum gehören auch die Osterfeuer, und an ihnen zeigt sich wiederum, wie sich die verschiedenen Ebenen vermischten. Das Osterfeuer geht auf einen Brauch in vorchristlicher Zeit zurück, unter anderem galt es, böse Geister auszuräuchern und den Frühling willkommen zu heißen. In einer norddeutschen Polizeiordnung von 1691&amp;lt;ref&amp;gt;Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5).https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693 &amp;lt;/ref&amp;gt; wird das Osterfeuer als eine &amp;quot;böse Gewohnheit&amp;quot; erwähnt, 1783 wird es in einem Kinderbuch von J. A. E. Goeze als &amp;quot;heidnisch&amp;quot; eingeordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&amp;lt;/ref&amp;gt; In manchen Regionen eignete die Kirche sich den Brauch an und mancherorts wurde das Osterfeuer vom Pfarrer geweiht. Die Kohlen des geweihten Osterfeuers, die sogenannten Judaskohlen, galten als Schutzmittel gegen Blitzeinschlag, Hagel und Viehschäden, wie Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863 notierte&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; (die Kirchenvertreter waren genauso abergläubisch wie das Volk). Vor allem geht der Brauch des Osterfeuers aber wohl darauf zurück, dass man im Herbst und Winter Obstbäume und Hecken geschnitten und die Zweige auf einen großen Haufen geworfen hatte. Und die waren nun getrocknet und konnten entsorgt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Text: Sabine Häcker)&lt;br /&gt;
[[Datei:Fazit .png|mini|Und auch die Weidenkätzchenzweige, die traditionell zu Ostern in die Vase gestellt und an die die Ostereier gehängt werden, sind Frühlingsboten (und haben nichts mit der christlich-religiösen Ebene von Ostern zu tun).|452x452px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur- und Quellenverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Historische Primärquellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&lt;br /&gt;
* Cramer, Wilhelm: Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll. Dülmen, 1874. &#039;&#039;(Auf S. 157 wird eine Osterfeuerprozession beschrieben.)&#039;&#039; https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/cramer_mutter_1874 &lt;br /&gt;
* Goethe, J. W. von: Osterspaziergang. (etwa 1808) In: Faust-Museum Knittlingen: https://faustmuseum.de/der-osterspaziergang-und-was-dahintersteckt/&lt;br /&gt;
* Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&lt;br /&gt;
* Hauff, Wilhelm: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hauff_phantasien_1827&lt;br /&gt;
* Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&lt;br /&gt;
* Holm, Adolf: Ostereier. München 1893. &#039;&#039;(Bilder und Verse vom Osterhasen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5). https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Literatur:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. 1927-42 (Verlag Walter de Gruyter).&lt;br /&gt;
* [[Datei:Sabine Häcker- Wem gehört Weihnachten? (Cover).jpg|mini|332x332px|Die Autorin dieses Materials, Sabine Häcker, hat erforscht, wie sich Ende des 18. Jhd.s aus dem Zeitgeist der Aufklärung das häusliche Weihnachtsfest mit Geschenken und Tannenbaum entwickelte.]]Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. Ahrensburg 2025. &lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. Ahrensburg 2025. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=&lt;br /&gt;
* Kuhn, Adalbert: Sagen, Gebräuche und Märchen aus Westfalen und einigen andern, besonders den angrenzenden Gegenden Norddeutschlands. Leipzig 1859. https://books.google.de/books?id=424AAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA143#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false&lt;br /&gt;
* Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&lt;br /&gt;
* Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985.&lt;br /&gt;
* Becker-Huberti, Manfred: Lexikon der Bräuche und Feste. Freiburg i. B. 2007 (Verlag HERDER).&lt;br /&gt;
* Freistetter, Florian: Podcast Sternengeschichten Folge 18 - Astronomische Ostern  (13 min). https://sternengeschichten.podigee.io/18-sternengeschichten-folge-18-astronomische-ostern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialien der Autorin:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Umfangreiches Unterrichtsmaterial zur Kultur- und Religionsgeschichte von Weihnachten gibt es hier: [[Weihnachtswissen]] &#039;&#039;(Das Unterrichtsmaterial betrachtet Weihnachten nicht nur als christlichen Feiertag, sondern auch als kulturelles und somit inklusives Fest und arbeitet - u. a. - die weltlichen Anteile von Weihnachten heraus.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Materialien zu verschiedenen Themen finden sich hier: [[Benutzer:Sabine Häcker]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ostern]]&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Quellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__INHALTSVERZEICHNIS_ERZWINGEN__&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch als Zweitsprache]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feste und Rituale]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachbildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
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		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=152011</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/Sprachbildung/Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache</title>
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		<updated>2026-04-08T10:51:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Übersicht Sprachvarianten der gendersensiblen Sprache.png|mini|Die Frage, um die es bei dem Dilemma der geschlechtersensiblen Sprache geht, ist nicht, ob wir für eine Sprache sind, die geschlechtergerecht ist - denn diese Frage wird wohl hoffentlich jeder mit „Na logo, auf alle Fälle!“ beantworten. Die Diskussion dreht sich um die Frage, &#039;&#039;welche Variante&#039;&#039; die passendste ist – denn jede(!) Variante nimmt für sich in Anspruch, geschlechtergerecht zu sein ...|399x399px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Dilemma des Wunsches nach sprachlicher Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
Die Diskussion um eine geschlechterinklusive Sprache geht mit einem hohen Maß an gesellschaftlicher Aufregung einher. Den Befürwortern geht es um ein gesellschaftspolitisches Anliegen, das sympatisch und  legitim ist: Geschlechtergerechtigkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Ungeachtet des &amp;quot;berechtigten Wunsches&amp;quot; muss man allerdings festhalten, dass Gerechtigkeit eine &#039;&#039;ethische&#039;&#039; Kategorie ist, die zur Beschreibung grammatikalischer Strukturen ungeeignet ist - das macht die Einlösung auch so schwierig.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dem mehr als berechtigten Wunsch steht allerdings das Problem gegenüber, dass die als geschlechtergerecht favorisierten Sprachvarianten ihrem inklusiven Anspruch nicht gerecht werden. Aus dem Wunsch, nicht zu diskriminieren, entstehen neue Diskriminierungen. Im Folgenden möchte ich diese Problematiken aufblättern (und damit auch meine eigene Variantenwahl begründen).&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur historischen Entwicklung ===&lt;br /&gt;
Die ursprüngliche Pluralvariante war bzw. ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Mit diesem &#039;&#039;generischen Plural&#039;&#039; waren und sind qua Definition alle jungen Menschen gemeint, die zur Schule gehen – völlig unabhängig vom Geschlecht. Dabei hat &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine doppelte Bedeutung, denn mit dem Nomen kann man auch eine reine Jungengruppe bezeichnen. Will man ausdrücken, dass es sich um eine reine Jungengruppe handelt, sagt man &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;männliche Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Will man ausdrücken, dass es sich um einen reine Mädchengruppe handelt, gibt es dafür einen eigenen Plural: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. (Diese Pluralformen sind historisch gewachsen und haben ihren Ursprung natürlich in einer patriarchalen Kultur, dennoch ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; qua Definition inklusiv und wurde auch bis in die 1980er Jahre allgemein so verstanden.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Definition wurde im Zuge der Frauengleichberechtigungsbewegung ab den 1980er Jahren von feministischen Linguistikerinnen in der alten BRD (Übrigens nur in der BRD, in der DDR wirkte die Frauenbewegung unabhängig von dieser Sprachinterpretation; und das ist wichtig zum Verständnis der heutigen politischen Fronten!) in Frage gestellt: Frauen seien in dieser Pluralform nicht mitgemeint und würden nicht angesprochen, kritisierten z. B. Luise F. Pusch, Senta Tromel-Plötz u. a. Bahnbrechend war 1984 das Buch „Das Deutsche als Männersprache“ von Luise F. Pusch.&amp;lt;ref&amp;gt;Pusch, Luise F.: Das Deutsche als Männersprache. Aufsätze und Glossen zur feministischen Linguistik. 1984.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache zementiere die Männerherrschaft, wurde beanstandet. Um die politische Frauenbewegung zu unterstützen, wurde das Genus (das grammatische Geschlecht der Sprache) mit dem Sexus (das biologische Geschlecht von Menschen) gleichgesetzt. Luise F. Pusch schlug u. a. vor, von nun an nur noch &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, (sie nannte es das &amp;quot;generische Femininum&amp;quot;) als Pluralform zu nutzen, schließlich seien die Männer ja lange genug bevorteilt worden und nun die Frauen dran; die Pluralform sollte sozusagen nach dem Rotationsprinzip angewendet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Im Landkreis Rotenburg an der Wümme wird seit 2024 auf Anordnung des CDU-Landrats Marco Prietz in der Verwaltung das generische Feminium verwendet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Idee setzte sich nicht durch; aber mit zunehmender Gleichberechtigung gab es in der alten BRD einen immer größer werdenden Konsens, die weibliche Pluralform in der Sprache mitzunennen. Die politisch motivierte Behauptung, dass mit &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nur männliche Menschen gemeint seien, sickerte in Westdeutschland ins gesellschaftliche Bewusstsein. Es wurde nun normal, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen und Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler/-innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu schreiben. An den Universitäten, insbesondere im nördlichen Westdeutschland, wurde in den 1980er Jahren die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülerInnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch es dauerte nicht lange (ungefähr mit Beginn der 2000er Jahre), da wurde neue Kritik laut: „Damit werden nur die weiblichen und männlichen Geschlechtsidentitäten genannt – und alle anderen bleiben unsichtbar!“ Es wurde, insbesondere in einem sich als progressiv und links verstehenden Millieu und insbesondere in Nord- und Westdeutschland, nach neuen, alle Geschlechteridentitäten inkludierenden Varianten gesucht: Bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; steht der Unterstrich bzw. das Sternchen für „alle weiteren“, geht also über die Benennung von nur Frauen und Männern hinaus und soll trans und nicht-binäre Menschen sichtbar werden lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Sprachkonstruktivismus der Queer-Bewegung orientiert sich dabei an der postmodernen Vorstellung fluider Geschlechtsidentitäten, die alle gleichermaßen in der Sprache abzubilden seien.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weil der Unterstrich bei Unterstreichungen nicht zu lesen ist und aufgrund von technischen Schwierigkeiten von Screenreadern entstand die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; Aber auch an diesen Varianten gibt es Kritik, z. B. dass Frauen wieder nur nachgeschoben und damit zweitrangig seien, wie Luise F. Pusch meint. Oder: „Wer weder in die männliche noch weibliche Kategorie passt, landet nolens volens repräsentationslogisch in der lautlichen Lücke des Unterstrichts oder wird zum Sternchen: Ist das gerecht und angemessen – oder abermals eine Hierarchisierung?“.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021 (S. 143 f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Kübra Gümüşay überlegen viele andere, ob wir vielleicht gänzlich darauf verzichten sollten, „Menschen nach ihrer Geschlechtsidentität“ zu kategorisieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Gümüşay, Kübra: Sprache und Sein. München 2021 (S.21).&amp;lt;/ref&amp;gt; Lann Hornscheid, bis 2016 Professorens am Zentrum für tranzdisziplinäre Geschlechterstudien der Berliner Humboldt-Universität, hat deshalb früher &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülX&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und später &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülens&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; vorgeschlagen. Hermes Phettberg und Thomas Kronschläger plädieren für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülys&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Hermes Phettberg war ein österreichisches Schauspiely, Aktionskünstly und Schriftstelly. Seit 2019 verwendet das Sprachdidaktiky Thomas Kronschläger an der TU Braunschweig dessen y-Variante für eine entgenderte Sprache.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl.: Thomas Kronschläger (Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung): Entgendern nach Phettberg. Am 28.01.2022 auf www.bpb.de https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/geschlechtergerechte-sprache-2022/346085/entgendern-nach-phettberg/ (zuletzt 09.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Debatte um eine ge- oder entgenderte Sprache wird uns noch lange beschäftigen und die Positionen und Sprachvorschläge ändern sich immer wieder. Und da Menschen dazu neigen, die Variante, mit der sie sozialisiert wurden, für die passendste zu halten, die Menschen aber in unterschiedlichen Zeiten, unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und unterschiedlichen Regionen mit jeweils unterschiedlichen Sprachvarianten sozialisiert wurden, gibt es inzwischen Verfechter für ganz verschiedene Varianten, oft ohne dass diese kritisch reflektiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zur Zeit in Westdeutschland verbreiteste Gendervariante ist die mit Sternchen oder Doppelpunkt, die im mündlichen Sprachgebrauch mit dem Glottisschlag, der kleinen Pause, gesprochen wird. Je konsequenter mensch diesen Ansatz jedoch zu Ende denkt, desto größer wird das sprachliche Dilemma, denn die Sprache wird immer unverständlicher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch höhere Sprachbarrieren ===&lt;br /&gt;
Sprache, die gendert, wird komplizierter - das lässt sich nicht von der Hand weisen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jede und jeder Bürger:in kann am Sonntag in sein:ihr Wahllokal gehen und seine:ihre Stimme abgeben. Im Wahlkampf haben alle Kandidat:innen wie ein Löwe bzw. eine Löwin gekämpft. Wer unser:e neue:r Bürgermeister:in wird, wird am Montag von dem:der Pressesprecher:in dem:der Gewinner:in mitgeteilt. Er:sie lässt dann die Korken knallen!&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den &amp;quot;Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; wird darauf hingewiesen, dass durch diese Sprachverwendung erhebliche Sprachbarrieren entstehen, die die gesellschaftliche Teilhabe erschweren, für Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ... die eine Zuwanderungsbiografie haben.&lt;br /&gt;
* ... die eine Behinderung haben. (Der D&#039;&#039;eutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.&#039;&#039; bittet deshalb darum, dass auf die Schreibweise mit Satz- und Sonderzeichen verzichtet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Position des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands https://www.dbsv.org/gendern.html (zuletzt: 10.03.2026)&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
* ... die Leseschwierigkeiten haben oder Analphabeten sind  (immerhin 6,2 Mio in Dtl.!&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Es entsteht also das Dilemma, dass durch den Versuch, niemanden durch Sprache zu benachteiligen, andere vulnerable Menschengruppen durch Sprache benachteiligt werden - ein Diskriminierungsdilemma. &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
Und dabei ist das Sprachbeispiel oben noch ein einfaches. Noch schwieriger wird es, wenn mensch den Ansatz des Genderns konsequent weiterdenkt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäste&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wird inzwischen bereits oft &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäst:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gemacht, muss dann nicht auch aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Person&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Person:&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;er (PLURAL: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Personer:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;(?)) und aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Mensch&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Mensch:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; werden? Müsste &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Dackel&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Dackel:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; sein? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Genie&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Genie:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Fee&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Fee:er&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Opfer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die/der Opfer:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Leiche&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Leiche:r&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Der Leichnam&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Leichnam:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;?&amp;lt;ref&amp;gt;Alicia Joe: Warum Gendersprache scheitern wird. (o. J.)&lt;br /&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=aZaBzeVbLnQ&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das ergibt dann z. B. so einen Satz:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Der/die Person:er, der/die anonym den/die Dackel:in geschenkt bekommen hatte, hat sich sehr gefreut, den/die Schenkende eine:n Genie:in genannt, das seine/ihre geheimsten Wünsche errät, und all ihren Gäst:innen von seinem/ihrem geheimnisvollen Wünschererfüller:in erzählt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was machen wir, wenn die Männer es eines Tages ungerecht finden, dass im Plural der Artikel &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und das Possessivpronomen &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;ihr&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; verwendet wird? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bsp: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die&amp;lt;/u&amp;gt; Männer setzen sich auf&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ihre&amp;lt;/u&amp;gt; Plätze.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugegeben, dass ist nicht die aktuelle Diskussion, sondern weitergedacht. Dennoch: Bei konsequentem Gendern&amp;lt;ref&amp;gt;Definition &#039;&#039;Gendern&#039;&#039; nach dem &amp;quot;Handbuch geschlechtergerechte Sprache&amp;quot; des Dudenverlags von Diewald und Steinhauer, 2020, S. 49: &amp;quot;Gendern verstehen wir als ein sprachliches Verfahren, um Gleichberechtigung (...) im Sprachgebrauch zu erreichen.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; ist Sprache kein praktisch zu handhabendes Kommunikationswerkzeug mehr ist. Denn der Gerechtigkeitsanspruch, der zur Zeit an Sprache gestellt wird, ist aufgrund der Sprachstruktur praktisch unerfüllbar. Ihm zugrunde liegt eine These, die gänzlich verschiedene Kategorien vermischt.&lt;br /&gt;
[[Datei:GENUS = SEXUS-GENDER?!?.png|mini|331x331px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Gleichsetzung des grammatikalischen GENUS mit dem menschlichen SEXUS und GENDER ===&lt;br /&gt;
Die gesamte Debatte über geschlechtersensible Sprache fußt auf der These, Genus mit Sexus bzw. Gender gleichzusetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wissenschaftler kritisieren Genderpraxis des ORR. (o. J.) https://www.linguistik-vs-gendern.de/ (zuletzt 30. 03. 2026)&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möglicherweise wäre die Sprache gar nicht solch ein Thema in der Diskriminierungsdebatte geworden, würde die Grammatik nicht Begrifflichkeiten wie „Geschlecht“ sowie „maskulin“, „feminin“ und „neutral“ verwenden. Diese wurden vor ein paar Jahrhunderten aus dem Lateinischen übernommen und die Sprachwissenschaftler früherer Zeiten hätten gut daran getan, andere zu erfinden. Auf die Idee kamen sie aber nicht, nicht nur weil Latein damals der Maßstab für grammatische Kategorien waren, sondern weil es damals undenkbar war, dass die Welt nicht stramm binär sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso binär wurde auch noch in den 1980er Jahren gedacht, als seitens der feministischen Linguistikerinnen gefordert wurde, Frauen mitzunennen. Hatte man zuvor &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrer.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gesagt und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Gattungsbegriff ohne Geschlechtshinweis verstanden, wurde es nun wichtig &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrerinnen.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu sagen und das Geschlecht zu benennen. Der allgemeine, generische Plural &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wurde nun „generisches Maskulinum“ genannt, um die Dominanz der Männer in der Sprache zu verdeutlichen. Sprache wurde zu einem politischen Kampfmittel der westdeutschen Frauenbewegung. Dabei wurde von folgenden Thesen ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit Sexus.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets beide Geschlechter zu nennen bedeutet, die Gleichberechtigung zu unterstützen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige Sprache, die die Gleichberechtigung unterstützt, und eine moralisch falsche, die die Emanzipation behindert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Logik der feministischen Linguistikerinnen konnte in Westdeutschland (in Ostdeutschland verlief, wie gesagt, die Frauengleichberechtigung nicht gekoppelt an diese Gleichsetzung von Grammatik und Biologie) weitgehend überzeugen. Sie war zumindest so überzeugend, dass viele Menschen diese Logik verinnerlicht haben und ihr unhinterfragt immer noch folgen -  auch wenn inzwischen das binäre „beide“ durch „alle“ ersetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D. h. aus den Thesen der feministischen Linguistik wurden diese:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit &amp;lt;s&amp;gt;Sexus&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;Sexus und Gender&#039;&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets &amp;lt;s&amp;gt;beide&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;alle&#039;&#039; Geschlechter zu nennen bedeutet antidiskriminierend zu sein.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige und eine moralisch falsche Sprache.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ergibt sich das Dilemma einer inkohärenten Logik, denn für ein völlig neues gesellschaftliches Anliegen (Binarität überwinden und so Geschlechteridentitätengerechtigkeit herstellen) wurde die binäre Argumentationslogik eines völlig anderen, binären gesellschaftlichen Anliegens (die Menschheit besteht aus Frauen und Männern und beide sind gleichberechtigt) übernommen – ein Denkfehler mit politischen Folgen. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Menschen in Westdeutschland sich an den Fehler, Genus mit Sexus gleichzusetzen bereits gewöhnt hatten und es ihnen deshalb nicht weiter auffiel, als sich diese Gleichsetzung auf Gender ausweitete. In Ostdeutschland fiel und fällt den Menschen dieser Fehler aber sehr wohl auf - und so entsteht das Dilemma einer Spaltung. Genus und Sexus gleichzusetzen war in den Zeiten der Frauenbewegung eine politisch motivierte Interpretation, die aber zu hinterfragen ist, weil verschiedene Kategorien vermischt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Marie F. Pusch findet fake facts als politisches Kampfmittel legitim - das wird deutlich im Podcast „Alles gesagt?“ (von DIE ZEIT)  mit Luise F. Pusch am 22.11.2022: „Luise Pusch, warum ist Deutsch eine Männersprache?“&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch der Anspruch, „tatsächlich alle Gruppen und Identitäten abzubilden, (stößt) an klar benennbare sprachlogische Grenzen. So ist es bei Lichte betrachtet unmöglich, für alle denkbaren Identitäten eine adäquate, gleichberechtigte grammatikalische Repräsentation zu finden.“, schreibt Svenja Flaßpöhler.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 143 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma von Partizipialformen (&amp;quot;Lernende&amp;quot; statt &amp;quot;Schüler&amp;quot;) ===&lt;br /&gt;
Häufig werden Partizipialformen als Plural gewählt, weil sie im Plural geschleichtsneutral sind - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Studierende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Mitarbeitende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lernende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forschende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; usw. Allerdings sind diese Ersatzformen oft nicht bedeutungsgleich mit dem Ausgangswort. So ist ein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forscher&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine Person, die beruflich forscht, während ein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forschender&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht zwangsläufig einen wissenschaftlichen Beruf ausüben muss und das Gleiche gilt für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Bäcker&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Backenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Maler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Malenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Musiker&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Musizierenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; usw. Das Partizip 1 bezeichnet eine Tätigkeit, die gerade ausgeübt wird. Deshalb sind &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Wähler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, die ihr Wahlrecht nicht ausüben, keine &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Wählenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ein Fahrradfahrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, der sein Rad abgestellt hat, ist kein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Fahrradfahrender&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Frage, ob die Sprache das Geschlechterbewusstsein bedingt ===&lt;br /&gt;
Um die Notwendigkeit einer neuen Sprache zu begründen, wurden psycholinguistische Studien gemacht. Man wollte herausfinden, ob das generische Maskulinum männliche Assoziationen erzeuge, ob also bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Einwohner&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eher an männliche Personen gedacht würde. Dieser Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen - werden alledings je nach politischer Intention immer wieder unterschiedlich interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Philipp Hübl hat Studien zur vermuteten Sprachwirkung auf die Gleichberechtigung ausgewertet und kam zu einem negativen Befund. Vgl. Hübl, Philipp: Vorlesung an der Universität der Künste in Berlin 2023: Einführung ins kritische Denken. Sondersitzung: Gendern. 2023. https://www.youtube.com/watch?v=gOEGKm5IAE4 &amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein unüberwindbares Problem bei jeder Studie zu diesem Thema ist das Untersuchungssetting - denn diese Studien finden und fanden in einer Zeit statt, als die Sprecher und Sprecherinnen bereits von der Sprachdebatte und der Genderpraxis geprägt waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 29.&amp;lt;/ref&amp;gt; Studien aus der Zeit vor 1980 liegen nicht vor; weibliche Menschen, die damals spachlich sozialisiert wurden, berichten allerdings, dass sie sich niemals ausgeschlossen gefühlt hätten, weil eindeutig war, dass &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; ungeschlechtlich definiert war und alle Menschen meinte. In dem Moment, in dem &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Plural für männliche Menschen verstanden wird, stellt man sich selbstverständlich Männer dabei vor. Dieser Frage ist deshalb durch empirische Studien also leider schlicht nicht zu beantworten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lohnt sich allerdings ein Blick in Sprachgemeinschaften, deren Sprache keinerlei Unterscheidung bzgl. des Geschlechts kennen. Das Türkische oder das Persische sind solche Sprachen. Doch,  so schreibt Navid Kermani, es ist „ein Trugschluss, dass sich aus der sprachlichen Gleichheit der Geschlechter reale soziale Gleichheit ergibt.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Kermani, Navid: Mann, Frau, völlig egal. In: DIE ZEIT Feuilleton.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich hat der Inhalt von Sprache eine Wirkung auf das Bewusstsein. Beispielsweise macht es einen Unterschied, ob von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Scheinehe&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Schutzehe&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; gesprochen wird, von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Sonderabfall&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Giftmüll&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Militärischer Spezialoperation&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Angriffskrieg&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Stefanowitsch, Anatol: Eine Frage der Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen. 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aber hier sind wir auf der inhaltlichen Ebene von Sprache. Bei Gendersternchen oder Doppelpunkt befinden wir uns auf der symbolischen Ebene von Zeichen. Das wird oft verwechselt, auch von Anatol Stefanowitch in seinem Buch &amp;quot;Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen.&amp;quot;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Sexismus ===&lt;br /&gt;
Das Nennen aller nur möglichen Geschlechter und Geschlechtsidentitäten bringt eine geschlechtliche Kategorisierung in die Sprache und an jeden Menschen. Obwohl das Ziel des Genderns ist, Sexismus zu bekämpfen, ist es dennoch unbeabsichtigt eine sexistische Praxis, sagt Nele Pollatschek. „Wenn wir im Deutschen gendern, dann sagen wir damit: Diese Information ist so wichtig, dass sie immer mitgesagt werden muss.“ Damit machen wir das Geschlecht „zur wichtigsten Identitätskategorie.“ Nele Pollatschek vergleicht die gendersensible Sprachweise der Deutschen, die „sich für das permanente Benennen von Geschlechterunterschieden entschieden haben“ mit der der Briten, die „das Anzeigen von Geschlechtlichkeit so weit wie möglich vermeiden“&amp;lt;ref&amp;gt;Pollatschek, Nele: Deutschland ist besessen von Genitalien. Gendern macht die Diskriminierung nur noch schlimmer. Ein Gastbeitrag im Tagesspiegel am 30. 08. 2020 (28.08.2023)&amp;lt;/ref&amp;gt; und spricht sich klar für die britische Sicht als die zielführendere aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Nele Pollatschek: Dear Oxbridge. Liebesbrief an England. Berlin 2020 (S. 185 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Ist es nicht völlig schnuppe, ob Angela Merkel weilbliche Geschlechtsorgane hat und Friedrich Merz männliche? Und falls doch nicht – würde uns das etwas angehen?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Navid Kermani meint, dass er das Gendern der Sprache als „eine geistige wie politische Regression“ wahrnimmt, denn „Geschlechtszuschreibungen gehen nicht in zwei, sie gehen aber auch nicht in 27 Kategorien auf. Zu meinen, man könnte mittels Sprache jederzeit jedem Angesprochenen gerecht werden, verkennt nicht nur ihr Wesen; es legt die Angesprochenen überhaupt erst fest auf eine Identität. (…) (Aber) wir sind nicht eindeutig, niemand von uns, weder ethnisch noch kulturell, weder psychologisch noch geschlechtlich, (…).“ Und Svenja Flaßpöhler formuliert: „Dem Kampf um Bezeichnungen wohnt die Dialektik inne, dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen.“    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Klassismus ===&lt;br /&gt;
Da die meisten Menschen sich mit der Sprachvariante wohlfühlen, mit der sie sozialisiert sind, und die akademische Bildungsschicht den sprachlichen Veränderungen stärker zugewandt ist, ist die genderinklusive Sprache inzwischen zu einem Unterscheidungsmerkmal geworden, mit dem sich die kreative Klasse und akademische Elite von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. „Gendern ist das Latein der neuen Eliten.“, sagt der Philosoph Philipp Hübl.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp am 11.10.2023 in: wissenschaftskommunikation.de https://www.wissenschaftskommunikation.de/gendern-ist-das-latein-der-neuen-eliten-71125/ (13.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Soziologe Pierre Bordieu&amp;lt;ref&amp;gt;Bordieu: Die feinen Unterschiede. Frankfurt a. M. 2018 (26. Auflage).&amp;lt;/ref&amp;gt; machte darauf aufmerksam, dass die Ungleichheit der Gesellschaft nicht nur durch die ungleiche Verteilung von ökonomischem Kapital entsteht und fortbesteht, wie Karl Marx meinte, sondern auch durch „die feinen Unterschiede“. Bordieu analysierte, dass weitere Kapitalarten für die Aufrechterhaltung von sozialer Ungleichheit verantwortlich sind: Soziales Kapital ist bedeutsam und kennzeichnet, über welche gesellschaftlichen Beziehungen und Netzwerke jemand durch seine Familie oder Sozialisation verfügt. Die Position in der gesellschaftlichen Hierarchie wird außerdem durch das kulturelle Kapital (Bildung, Handlungswissen und formale Abschlüsse sowie Titel) bestimmt sowie das symbolische Kapital. Damit ist der Lebensstil und das Auftreten gemeint - die Sprache, die Manieren, der Musik-, Kunst- und Einrichtungsgeschmack, die Essgewohnheiten, das Modeverhalten, etc. Bordieu nennt das den Habitus eines Menschen. Ein Habitus ist fast unveränderbar, weil er quasi mit der Muttermilch aufgesogen wird und zur persönlichen Disposition wird. Egal, wo jemand geht oder steht – man „riecht“ stets, aus welchem „Stall“ jemand kommt. Ein erfolgreicher Unternehmer beispielweise, der es zu erheblichem Vermögen geschafft hat, gehört trotz seines ökonomischen Kapitals noch lange nicht zur gesellschaftlichen Oberschicht, solange er nicht über den Habitus dieser Schicht verfügt und die Codes nicht kennt. Am Habitus erkennt man sich. Das macht es so schwer, die soziale Klasse zu wechseln und das ist ein Faktor, der bestehende, ungleiche Verhältnisse festschreibt. Der Habitus ist ein Distinktionsmerkmal, mit dem man sich voneinander abgrenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Distinktionsmerkmal ist inzwischen das Gendern geworden. Philipp Hübl spricht vom Soziolekt einer sich als progressiv verstehenden Elite. Die als geschlechtergerecht markierte und vermeintlich moralisch überlegene Sprache dient nicht mehr nur dem politischen Erkennen, sondern ist auch zu einem Abgrenzungsmerkmal der Bildungsoberschicht geworden. Gendern ist sowohl „ein Loyalitätssignal“ &amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Moralspektakel. 2024 (S. 202 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; als auch ein Distinktionsmerkmal geworden, mit dem eine recht homogene, politisch links orientierte, urbane, akademisch gebildete und sozial besser gestellte Gesellschaftsschicht sich sprachlich von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. Wer nicht mitmacht, hat im akademischen Kultur, Medien- und Lehrbetrieb keine Chance. „Diese Eliten (...) haben mit der politischen Korrektheit ihren eigenen Jargon gefunden, übersehen aber oft, dass sie damit andere diskriminieren, nämlich diejenigen, die da nicht mithalten können und denen der Kosmopolitismus mit seinen neuen Codes gar nicht zusagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Die aufgeregte Gesellschaft. München 2019, S. 235.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Urteil wird dann entweder gönnerhaft oder missgünstig, in jedem Fall von oben herab gefällt: „Die sind noch nicht soweit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man als junger Mensch aus einem sozialen Millieu, in dem nicht gegendert wird, Erfolg in der Schule und an der Universität haben, muss man sich anpassen. Dabei bedeutet „anpassen“ nicht, lediglich eine andere Pluralform zu nutzen – nein, es bedeutet einen ganz anderen Sprachhabitus anzunehmen. Dieser neue Sprachhabitus führt aber unweigerlich zu einer Distanzierung vom Herkunftsmillieu, der Familie und den alten Freunden, denn dort wird der neue Code als Abgrenzung erlebt. Der Druck, sich auf die von Akademikern für korrekt befundene inklusive Sprache einzulassen, bringt Menschen aus nicht akademischen Herkunftmillieus in einen unbewussten Entscheidungskonflikt zwischen Bildungserfolg und Herkunftsmillieuzugehörigkeit. Dieser Entscheidungskonflikt wirkt wie ein „sozialer Filter“.&amp;lt;ref&amp;gt;Mehr zum „sozialen Filter“ in El Mafaalani: Mythos Bildung. 2022, S. 91. El-Mafaalani bezieht sich allerdings nicht auf Sprache als Habitusmerkmal.&amp;lt;/ref&amp;gt; Und wichtigster Grund für diesen Entscheidungskonflikt ist der Habitus, von dem die eigene Sprache ein wesentlicher Teil ist – und der fast so sehr zu uns gehört und unabstreifbar ist wie unsere Haut, wie wir von Bordieu wissen. Die inklusive Sprache führt also unbeabsichtigt von dem gut gemeinten Vorsatz, Menschen aufgrund ihres Geschlechtes zu diskriminieren, dazu, dass Menschen klassistisch diskriminiert werden: noch ein Diskriminierungsdilemma.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der kontraproduktiven Wirkung ===&lt;br /&gt;
Diese Paarung von gesellschaftlicher Abgrenzung und moralischer Überlegenheit, die die linke wohlhabende Bildungsoberschicht bzgl. ihrer Gendersprache für sich in Anspruch nimmt und der ein gewaltiger Habitussnobismus inne wohnt, führt zu einem Dilemma der politischen Wirkung. Denn dadurch, dass die Sprache von dieser wohlhabenden, akademischen, kreativen Schicht, zu der viele Journalisten, Politiker und andere Prominente gehören, im Alleingang neu verhandelt wird, verlieren diese für viele Menschen ihre Glaubwürdigkeit. Niemand möchte arrogant von oben herab behandelt werden, und so wenden sich manche Menschen als Folge politisch oder religiös radikal konservativen Gruppen zu und – und das Gendern schadet paradoxerweise seinem eigenen Anliegen. Viele Menschen fühlen sich vom sprachlichen Duktus der intellektuellen Elite ausgeschlossen und beginnen sie zu hassen, wie der Politikwissenschaftler Yascha Mounk herausgearbeitet hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Mounk, Yasha: Im Zeitalter der Identität. Vom Aufsteig einer gefährlichen Idee. 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bitmoji .png|mini|368x368px|Ich schließe mich Svenja Flaßpöhler an: Vor dem Hintergrund, dass dem Kampf um Bezeichnung die Dialektik innewohnt, „dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen“, (…) „erscheint das generische Maskulinum in seiner Geschlechtsunabhängigkeit plötzlich in einem anderen Licht. Liegt seine poststrukturalistische Perspektive nicht gerade darin, dass es von geschlechtlichen Identifikationen absieht? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Busfahrer&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Busfahrer*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;innen: Nicht das Geschlecht, sondern das Tun wäre der Kern der Bezeichnung. Unbestritten gehört es zu den Errungenschaften der Emanzipation, dass man Menschen nicht auf ihr Geschlecht reduziert, sondern für das anerkennt, was sie können und machen. Wenn es gelänge, das generische Maskulinum als universale, geschlechtsunabhängige Bezeichnungspraxis zu nehmen, die es rein formal ist: Böte es dann nicht ein erstaunliches emanzipatorisches Potenzial – und zwar gerade durch seine umfassende Bezeichnungskraft, die nicht nur einzelne Gruppen meint, sondern alle?“&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 142 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
Ich persönlich finde es problematisch, schulterzuckend in Kauf zu nehmen, so vielen Menschen Teilhabe an Sprache und damit Gesellschaft zu erschweren oder gar zu verwehren. Hier wird von den Befürwortern der Gendersprache eine angebliche, nur auf sprachlicher Symbolik beruhende Benachteiligung über eine tatsächliche sprachliche Benachteiligung gestellt. Eine verkomplizierende, symbolische Sprachreform achtlos auf Kosten von anderen, ebenso vulnerablen gesellschaftlichen Gruppen zu fordern, finde ich sehr fragwürdig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Frage der geschlechtergerechten Sprache mahnt der Rat für deutsche Rechtschreibung zur Sensibilität gegenüber dem Thema, spricht aber keine Norm aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26.03.2021 Kurzgefasst wird gesagt: „Der Rat für deutsche Rechtschreibung bekräftigt in seiner Sitzung am 26.03.2021 seine Auffassung, dass allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache begegnet werden soll und sie sensibel angesprochen werden sollen. Dies ist allerdings eine gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Aufgabe, die nicht allein mit orthografischen Regeln und Änderungen der Rechtschreibung gelöst werden kann. Das Amtliche Regelwerk gilt für Schulen sowie für Verwaltung und Rechtspflege. Der Rat hat vor diesem Hintergrund die Aufnahme von Asterisk („Gender-Stern“), Unterstrich („Gender-Gap“), Doppelpunkt oder anderen verkürzten Formen zur Kennzeichnung mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen im Wortinnern in das Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung zu diesem Zeitpunkt nicht empfohlen.“ https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine einheitliche Sprachvariante zu finden ist inzwischen wohl gar nicht mehr möglich. Selbst der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch (und der hat in „Eine Frage der Moral“  immerhin ein ganzes Buch lang für sensible Sprache plädiert) sagt inzwischen: „Am besten wäre es, wenn wir aufhören würden, nach einheitlichen Sprachregelungen zu rufen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Stefanowitsch, Anatol (Professor für Sprachwissenschaft an der FU Berlin): Interview am 30.09.2020 im Tagesspiegel. Anatol Stefanowitsch ist der Autor des Buches „Eine Frage der Moral. Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen.“, erschienen 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesem Appell möchte ich mich anschließen. Welche Dilemmata mit den verschiedenen Sprachvarianten und mit der gesellschaftlichen Diskussion darüber einhergehen, habe ich aufgezeigt. Auch ich erlebe dabei den sozialen Druck, eine geschlechterinklusive Sprachvariante als Loyalitätssignal zu nutzen. Denn die jeweils verwendete Sprachvariante wird gegenwärtig so stark als ein Signal von Moral gewertet, dass sie in Arbeitsprozessen Vertrauensbildung sowohl unterstützen als auch verhindern kann. In der Arbeit mit jungen Menschen, die grade von der Uni kommen, erlebe ich häufig eine misstrauische Distanz, wenn die jungen Akademiker wahrnehmen, dass ich nicht die gleiche Sprachvariante nutze, die sie selbst für die richtige halten. Deshalb ist es notwendig, dass jeder von uns seine jeweils gewählte Variante kommuniziert und begründet, um als Sprecher niemanden zu verletzen und um als Sprechende nicht vorschnell in eine Schublade gesteckt zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist verwende ich die generische Form &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; in ihrer genderneutralen Definition, die alle Geschlechter und Identitäten umfasst. Manchmal versehe ich diese mit einem * (&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;), weil ich weiß, dass vielen jungen Menschen die inklusive Bedeutung der generischen Form nicht mehr bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen und Anmerkungen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehrerbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=152010</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/Sprachbildung/Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=152010"/>
		<updated>2026-04-08T10:51:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Übersicht Sprachvarianten der gendersensiblen Sprache.png|mini|Die Frage, um die es bei dem Dilemma der geschlechtersensiblen Sprache geht, ist nicht, ob wir für eine Sprache sind, die geschlechtergerecht ist - denn diese Frage wird wohl hoffentlich jeder mit „Na logo, auf alle Fälle!“ beantworten. Die Diskussion dreht sich um die Frage, &#039;&#039;welche Variante&#039;&#039; die passendste ist – denn jede(!) Variante nimmt für sich in Anspruch, geschlechtergerecht zu sein ...|399x399px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Dilemma des Wunsches nach sprachlicher Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
Die Diskussion um eine geschlechterinklusive Sprache geht mit einem hohen Maß an gesellschaftlicher Aufregung einher. Den Befürwortern geht es um ein gesellschaftspolitisches Anliegen, das sympatisch und  legitim ist: Geschlechtergerechtigkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Ungeachtet des &amp;quot;berechtigten Wunsches&amp;quot; muss man allerdings festhalten, dass Gerechtigkeit eine &#039;&#039;ethische&#039;&#039; Kategorie ist, die zur Beschreibung grammatikalischer Strukturen ungeeignet ist - das macht die Einlösung auch so schwierig.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dem mehr als berechtigten Wunsch steht allerdings das Problem gegenüber, dass die als geschlechtergerecht favorisierten Sprachvarianten ihrem inklusiven Anspruch nicht gerecht werden. Aus dem Wunsch, nicht zu diskriminieren, entstehen neue Diskriminierungen. Im Folgenden möchte ich diese Problematiken aufblättern (und damit auch meine eigene Variantenwahl begründen).&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur historischen Entwicklung ===&lt;br /&gt;
Die ursprüngliche Pluralvariante war bzw. ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Mit diesem &#039;&#039;generischen Plural&#039;&#039; waren und sind qua Definition alle jungen Menschen gemeint, die zur Schule gehen – völlig unabhängig vom Geschlecht. Dabei hat &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine doppelte Bedeutung, denn mit dem Nomen kann man auch eine reine Jungengruppe bezeichnen. Will man ausdrücken, dass es sich um eine reine Jungengruppe handelt, sagt man &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;männliche Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Will man ausdrücken, dass es sich um einen reine Mädchengruppe handelt, gibt es dafür einen eigenen Plural: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. (Diese Pluralformen sind historisch gewachsen und haben ihren Ursprung natürlich in einer patriarchalen Kultur, dennoch ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; qua Definition inklusiv und wurde auch bis in die 1980er Jahre allgemein so verstanden.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Definition wurde im Zuge der Frauengleichberechtigungsbewegung ab den 1980er Jahren von feministischen Linguistikerinnen in der alten BRD (Übrigens nur in der BRD, in der DDR wirkte die Frauenbewegung unabhängig von dieser Sprachinterpretation; und das ist wichtig zum Verständnis der heutigen politischen Fronten!) in Frage gestellt: Frauen seien in dieser Pluralform nicht mitgemeint und würden nicht angesprochen, kritisierten z. B. Luise F. Pusch, Senta Tromel-Plötz u. a. Bahnbrechend war 1984 das Buch „Das Deutsche als Männersprache“ von Luise F. Pusch.&amp;lt;ref&amp;gt;Pusch, Luise F.: Das Deutsche als Männersprache. Aufsätze und Glossen zur feministischen Linguistik. 1984.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache zementiere die Männerherrschaft, wurde beanstandet. Um die politische Frauenbewegung zu unterstützen, wurde das Genus (das grammatische Geschlecht der Sprache) mit dem Sexus (das biologische Geschlecht von Menschen) gleichgesetzt. Luise F. Pusch schlug u. a. vor, von nun an nur noch &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, (sie nannte es das &amp;quot;generische Femininum&amp;quot;) als Pluralform zu nutzen, schließlich seien die Männer ja lange genug bevorteilt worden und nun die Frauen dran; die Pluralform sollte sozusagen nach dem Rotationsprinzip angewendet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Im Landkreis Rotenburg an der Wümme wird seit 2024 auf Anordnung des CDU-Landrats Marco Prietz in der Verwaltung das generische Feminium verwendet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Idee setzte sich nicht durch; aber mit zunehmender Gleichberechtigung gab es in der alten BRD einen immer größer werdenden Konsens, die weibliche Pluralform in der Sprache mitzunennen. Die politisch motivierte Behauptung, dass mit &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nur männliche Menschen gemeint seien, sickerte in Westdeutschland ins gesellschaftliche Bewusstsein. Es wurde nun normal, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen und Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler/-innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu schreiben. An den Universitäten, insbesondere im nördlichen Westdeutschland, wurde in den 1980er Jahren die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülerInnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch es dauerte nicht lange (ungefähr mit Beginn der 2000er Jahre), da wurde neue Kritik laut: „Damit werden nur die weiblichen und männlichen Geschlechtsidentitäten genannt – und alle anderen bleiben unsichtbar!“ Es wurde, insbesondere in einem sich als progressiv und links verstehenden Millieu und insbesondere in Nord- und Westdeutschland, nach neuen, alle Geschlechteridentitäten inkludierenden Varianten gesucht: Bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; steht der Unterstrich bzw. das Sternchen für „alle weiteren“, geht also über die Benennung von nur Frauen und Männern hinaus und soll trans und nicht-binäre Menschen sichtbar werden lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Sprachkonstruktivismus der Queer-Bewegung orientiert sich dabei an der postmodernen Vorstellung &amp;quot;fluider&amp;quot; Geschlechtsidentitäten, die alle gleichermaßen in der Sprache abzubilden seien.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weil der Unterstrich bei Unterstreichungen nicht zu lesen ist und aufgrund von technischen Schwierigkeiten von Screenreadern entstand die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; Aber auch an diesen Varianten gibt es Kritik, z. B. dass Frauen wieder nur nachgeschoben und damit zweitrangig seien, wie Luise F. Pusch meint. Oder: „Wer weder in die männliche noch weibliche Kategorie passt, landet nolens volens repräsentationslogisch in der lautlichen Lücke des Unterstrichts oder wird zum Sternchen: Ist das gerecht und angemessen – oder abermals eine Hierarchisierung?“.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021 (S. 143 f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Kübra Gümüşay überlegen viele andere, ob wir vielleicht gänzlich darauf verzichten sollten, „Menschen nach ihrer Geschlechtsidentität“ zu kategorisieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Gümüşay, Kübra: Sprache und Sein. München 2021 (S.21).&amp;lt;/ref&amp;gt; Lann Hornscheid, bis 2016 Professorens am Zentrum für tranzdisziplinäre Geschlechterstudien der Berliner Humboldt-Universität, hat deshalb früher &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülX&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und später &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülens&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; vorgeschlagen. Hermes Phettberg und Thomas Kronschläger plädieren für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülys&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Hermes Phettberg war ein österreichisches Schauspiely, Aktionskünstly und Schriftstelly. Seit 2019 verwendet das Sprachdidaktiky Thomas Kronschläger an der TU Braunschweig dessen y-Variante für eine entgenderte Sprache.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl.: Thomas Kronschläger (Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung): Entgendern nach Phettberg. Am 28.01.2022 auf www.bpb.de https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/geschlechtergerechte-sprache-2022/346085/entgendern-nach-phettberg/ (zuletzt 09.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Debatte um eine ge- oder entgenderte Sprache wird uns noch lange beschäftigen und die Positionen und Sprachvorschläge ändern sich immer wieder. Und da Menschen dazu neigen, die Variante, mit der sie sozialisiert wurden, für die passendste zu halten, die Menschen aber in unterschiedlichen Zeiten, unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und unterschiedlichen Regionen mit jeweils unterschiedlichen Sprachvarianten sozialisiert wurden, gibt es inzwischen Verfechter für ganz verschiedene Varianten, oft ohne dass diese kritisch reflektiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zur Zeit in Westdeutschland verbreiteste Gendervariante ist die mit Sternchen oder Doppelpunkt, die im mündlichen Sprachgebrauch mit dem Glottisschlag, der kleinen Pause, gesprochen wird. Je konsequenter mensch diesen Ansatz jedoch zu Ende denkt, desto größer wird das sprachliche Dilemma, denn die Sprache wird immer unverständlicher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch höhere Sprachbarrieren ===&lt;br /&gt;
Sprache, die gendert, wird komplizierter - das lässt sich nicht von der Hand weisen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jede und jeder Bürger:in kann am Sonntag in sein:ihr Wahllokal gehen und seine:ihre Stimme abgeben. Im Wahlkampf haben alle Kandidat:innen wie ein Löwe bzw. eine Löwin gekämpft. Wer unser:e neue:r Bürgermeister:in wird, wird am Montag von dem:der Pressesprecher:in dem:der Gewinner:in mitgeteilt. Er:sie lässt dann die Korken knallen!&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den &amp;quot;Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; wird darauf hingewiesen, dass durch diese Sprachverwendung erhebliche Sprachbarrieren entstehen, die die gesellschaftliche Teilhabe erschweren, für Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ... die eine Zuwanderungsbiografie haben.&lt;br /&gt;
* ... die eine Behinderung haben. (Der D&#039;&#039;eutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.&#039;&#039; bittet deshalb darum, dass auf die Schreibweise mit Satz- und Sonderzeichen verzichtet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Position des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands https://www.dbsv.org/gendern.html (zuletzt: 10.03.2026)&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
* ... die Leseschwierigkeiten haben oder Analphabeten sind  (immerhin 6,2 Mio in Dtl.!&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Es entsteht also das Dilemma, dass durch den Versuch, niemanden durch Sprache zu benachteiligen, andere vulnerable Menschengruppen durch Sprache benachteiligt werden - ein Diskriminierungsdilemma. &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
Und dabei ist das Sprachbeispiel oben noch ein einfaches. Noch schwieriger wird es, wenn mensch den Ansatz des Genderns konsequent weiterdenkt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäste&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wird inzwischen bereits oft &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäst:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gemacht, muss dann nicht auch aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Person&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Person:&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;er (PLURAL: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Personer:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;(?)) und aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Mensch&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Mensch:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; werden? Müsste &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Dackel&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Dackel:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; sein? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Genie&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Genie:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Fee&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Fee:er&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Opfer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die/der Opfer:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Leiche&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Leiche:r&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Der Leichnam&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Leichnam:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;?&amp;lt;ref&amp;gt;Alicia Joe: Warum Gendersprache scheitern wird. (o. J.)&lt;br /&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=aZaBzeVbLnQ&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das ergibt dann z. B. so einen Satz:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Der/die Person:er, der/die anonym den/die Dackel:in geschenkt bekommen hatte, hat sich sehr gefreut, den/die Schenkende eine:n Genie:in genannt, das seine/ihre geheimsten Wünsche errät, und all ihren Gäst:innen von seinem/ihrem geheimnisvollen Wünschererfüller:in erzählt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was machen wir, wenn die Männer es eines Tages ungerecht finden, dass im Plural der Artikel &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und das Possessivpronomen &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;ihr&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; verwendet wird? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bsp: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die&amp;lt;/u&amp;gt; Männer setzen sich auf&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ihre&amp;lt;/u&amp;gt; Plätze.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugegeben, dass ist nicht die aktuelle Diskussion, sondern weitergedacht. Dennoch: Bei konsequentem Gendern&amp;lt;ref&amp;gt;Definition &#039;&#039;Gendern&#039;&#039; nach dem &amp;quot;Handbuch geschlechtergerechte Sprache&amp;quot; des Dudenverlags von Diewald und Steinhauer, 2020, S. 49: &amp;quot;Gendern verstehen wir als ein sprachliches Verfahren, um Gleichberechtigung (...) im Sprachgebrauch zu erreichen.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; ist Sprache kein praktisch zu handhabendes Kommunikationswerkzeug mehr ist. Denn der Gerechtigkeitsanspruch, der zur Zeit an Sprache gestellt wird, ist aufgrund der Sprachstruktur praktisch unerfüllbar. Ihm zugrunde liegt eine These, die gänzlich verschiedene Kategorien vermischt.&lt;br /&gt;
[[Datei:GENUS = SEXUS-GENDER?!?.png|mini|331x331px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Gleichsetzung des grammatikalischen GENUS mit dem menschlichen SEXUS und GENDER ===&lt;br /&gt;
Die gesamte Debatte über geschlechtersensible Sprache fußt auf der These, Genus mit Sexus bzw. Gender gleichzusetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wissenschaftler kritisieren Genderpraxis des ORR. (o. J.) https://www.linguistik-vs-gendern.de/ (zuletzt 30. 03. 2026)&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möglicherweise wäre die Sprache gar nicht solch ein Thema in der Diskriminierungsdebatte geworden, würde die Grammatik nicht Begrifflichkeiten wie „Geschlecht“ sowie „maskulin“, „feminin“ und „neutral“ verwenden. Diese wurden vor ein paar Jahrhunderten aus dem Lateinischen übernommen und die Sprachwissenschaftler früherer Zeiten hätten gut daran getan, andere zu erfinden. Auf die Idee kamen sie aber nicht, nicht nur weil Latein damals der Maßstab für grammatische Kategorien waren, sondern weil es damals undenkbar war, dass die Welt nicht stramm binär sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso binär wurde auch noch in den 1980er Jahren gedacht, als seitens der feministischen Linguistikerinnen gefordert wurde, Frauen mitzunennen. Hatte man zuvor &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrer.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gesagt und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Gattungsbegriff ohne Geschlechtshinweis verstanden, wurde es nun wichtig &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrerinnen.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu sagen und das Geschlecht zu benennen. Der allgemeine, generische Plural &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wurde nun „generisches Maskulinum“ genannt, um die Dominanz der Männer in der Sprache zu verdeutlichen. Sprache wurde zu einem politischen Kampfmittel der westdeutschen Frauenbewegung. Dabei wurde von folgenden Thesen ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit Sexus.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets beide Geschlechter zu nennen bedeutet, die Gleichberechtigung zu unterstützen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige Sprache, die die Gleichberechtigung unterstützt, und eine moralisch falsche, die die Emanzipation behindert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Logik der feministischen Linguistikerinnen konnte in Westdeutschland (in Ostdeutschland verlief, wie gesagt, die Frauengleichberechtigung nicht gekoppelt an diese Gleichsetzung von Grammatik und Biologie) weitgehend überzeugen. Sie war zumindest so überzeugend, dass viele Menschen diese Logik verinnerlicht haben und ihr unhinterfragt immer noch folgen -  auch wenn inzwischen das binäre „beide“ durch „alle“ ersetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D. h. aus den Thesen der feministischen Linguistik wurden diese:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit &amp;lt;s&amp;gt;Sexus&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;Sexus und Gender&#039;&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets &amp;lt;s&amp;gt;beide&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;alle&#039;&#039; Geschlechter zu nennen bedeutet antidiskriminierend zu sein.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige und eine moralisch falsche Sprache.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ergibt sich das Dilemma einer inkohärenten Logik, denn für ein völlig neues gesellschaftliches Anliegen (Binarität überwinden und so Geschlechteridentitätengerechtigkeit herstellen) wurde die binäre Argumentationslogik eines völlig anderen, binären gesellschaftlichen Anliegens (die Menschheit besteht aus Frauen und Männern und beide sind gleichberechtigt) übernommen – ein Denkfehler mit politischen Folgen. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Menschen in Westdeutschland sich an den Fehler, Genus mit Sexus gleichzusetzen bereits gewöhnt hatten und es ihnen deshalb nicht weiter auffiel, als sich diese Gleichsetzung auf Gender ausweitete. In Ostdeutschland fiel und fällt den Menschen dieser Fehler aber sehr wohl auf - und so entsteht das Dilemma einer Spaltung. Genus und Sexus gleichzusetzen war in den Zeiten der Frauenbewegung eine politisch motivierte Interpretation, die aber zu hinterfragen ist, weil verschiedene Kategorien vermischt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Marie F. Pusch findet fake facts als politisches Kampfmittel legitim - das wird deutlich im Podcast „Alles gesagt?“ (von DIE ZEIT)  mit Luise F. Pusch am 22.11.2022: „Luise Pusch, warum ist Deutsch eine Männersprache?“&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch der Anspruch, „tatsächlich alle Gruppen und Identitäten abzubilden, (stößt) an klar benennbare sprachlogische Grenzen. So ist es bei Lichte betrachtet unmöglich, für alle denkbaren Identitäten eine adäquate, gleichberechtigte grammatikalische Repräsentation zu finden.“, schreibt Svenja Flaßpöhler.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 143 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma von Partizipialformen (&amp;quot;Lernende&amp;quot; statt &amp;quot;Schüler&amp;quot;) ===&lt;br /&gt;
Häufig werden Partizipialformen als Plural gewählt, weil sie im Plural geschleichtsneutral sind - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Studierende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Mitarbeitende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lernende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forschende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; usw. Allerdings sind diese Ersatzformen oft nicht bedeutungsgleich mit dem Ausgangswort. So ist ein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forscher&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine Person, die beruflich forscht, während ein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forschender&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht zwangsläufig einen wissenschaftlichen Beruf ausüben muss und das Gleiche gilt für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Bäcker&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Backenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Maler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Malenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Musiker&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Musizierenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; usw. Das Partizip 1 bezeichnet eine Tätigkeit, die gerade ausgeübt wird. Deshalb sind &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Wähler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, die ihr Wahlrecht nicht ausüben, keine &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Wählenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ein Fahrradfahrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, der sein Rad abgestellt hat, ist kein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Fahrradfahrender&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Frage, ob die Sprache das Geschlechterbewusstsein bedingt ===&lt;br /&gt;
Um die Notwendigkeit einer neuen Sprache zu begründen, wurden psycholinguistische Studien gemacht. Man wollte herausfinden, ob das generische Maskulinum männliche Assoziationen erzeuge, ob also bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Einwohner&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eher an männliche Personen gedacht würde. Dieser Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen - werden alledings je nach politischer Intention immer wieder unterschiedlich interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Philipp Hübl hat Studien zur vermuteten Sprachwirkung auf die Gleichberechtigung ausgewertet und kam zu einem negativen Befund. Vgl. Hübl, Philipp: Vorlesung an der Universität der Künste in Berlin 2023: Einführung ins kritische Denken. Sondersitzung: Gendern. 2023. https://www.youtube.com/watch?v=gOEGKm5IAE4 &amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein unüberwindbares Problem bei jeder Studie zu diesem Thema ist das Untersuchungssetting - denn diese Studien finden und fanden in einer Zeit statt, als die Sprecher und Sprecherinnen bereits von der Sprachdebatte und der Genderpraxis geprägt waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 29.&amp;lt;/ref&amp;gt; Studien aus der Zeit vor 1980 liegen nicht vor; weibliche Menschen, die damals spachlich sozialisiert wurden, berichten allerdings, dass sie sich niemals ausgeschlossen gefühlt hätten, weil eindeutig war, dass &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; ungeschlechtlich definiert war und alle Menschen meinte. In dem Moment, in dem &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Plural für männliche Menschen verstanden wird, stellt man sich selbstverständlich Männer dabei vor. Dieser Frage ist deshalb durch empirische Studien also leider schlicht nicht zu beantworten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lohnt sich allerdings ein Blick in Sprachgemeinschaften, deren Sprache keinerlei Unterscheidung bzgl. des Geschlechts kennen. Das Türkische oder das Persische sind solche Sprachen. Doch,  so schreibt Navid Kermani, es ist „ein Trugschluss, dass sich aus der sprachlichen Gleichheit der Geschlechter reale soziale Gleichheit ergibt.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Kermani, Navid: Mann, Frau, völlig egal. In: DIE ZEIT Feuilleton.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich hat der Inhalt von Sprache eine Wirkung auf das Bewusstsein. Beispielsweise macht es einen Unterschied, ob von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Scheinehe&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Schutzehe&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; gesprochen wird, von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Sonderabfall&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Giftmüll&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Militärischer Spezialoperation&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Angriffskrieg&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Stefanowitsch, Anatol: Eine Frage der Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen. 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aber hier sind wir auf der inhaltlichen Ebene von Sprache. Bei Gendersternchen oder Doppelpunkt befinden wir uns auf der symbolischen Ebene von Zeichen. Das wird oft verwechselt, auch von Anatol Stefanowitch in seinem Buch &amp;quot;Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen.&amp;quot;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Sexismus ===&lt;br /&gt;
Das Nennen aller nur möglichen Geschlechter und Geschlechtsidentitäten bringt eine geschlechtliche Kategorisierung in die Sprache und an jeden Menschen. Obwohl das Ziel des Genderns ist, Sexismus zu bekämpfen, ist es dennoch unbeabsichtigt eine sexistische Praxis, sagt Nele Pollatschek. „Wenn wir im Deutschen gendern, dann sagen wir damit: Diese Information ist so wichtig, dass sie immer mitgesagt werden muss.“ Damit machen wir das Geschlecht „zur wichtigsten Identitätskategorie.“ Nele Pollatschek vergleicht die gendersensible Sprachweise der Deutschen, die „sich für das permanente Benennen von Geschlechterunterschieden entschieden haben“ mit der der Briten, die „das Anzeigen von Geschlechtlichkeit so weit wie möglich vermeiden“&amp;lt;ref&amp;gt;Pollatschek, Nele: Deutschland ist besessen von Genitalien. Gendern macht die Diskriminierung nur noch schlimmer. Ein Gastbeitrag im Tagesspiegel am 30. 08. 2020 (28.08.2023)&amp;lt;/ref&amp;gt; und spricht sich klar für die britische Sicht als die zielführendere aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Nele Pollatschek: Dear Oxbridge. Liebesbrief an England. Berlin 2020 (S. 185 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Ist es nicht völlig schnuppe, ob Angela Merkel weilbliche Geschlechtsorgane hat und Friedrich Merz männliche? Und falls doch nicht – würde uns das etwas angehen?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Navid Kermani meint, dass er das Gendern der Sprache als „eine geistige wie politische Regression“ wahrnimmt, denn „Geschlechtszuschreibungen gehen nicht in zwei, sie gehen aber auch nicht in 27 Kategorien auf. Zu meinen, man könnte mittels Sprache jederzeit jedem Angesprochenen gerecht werden, verkennt nicht nur ihr Wesen; es legt die Angesprochenen überhaupt erst fest auf eine Identität. (…) (Aber) wir sind nicht eindeutig, niemand von uns, weder ethnisch noch kulturell, weder psychologisch noch geschlechtlich, (…).“ Und Svenja Flaßpöhler formuliert: „Dem Kampf um Bezeichnungen wohnt die Dialektik inne, dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen.“    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Klassismus ===&lt;br /&gt;
Da die meisten Menschen sich mit der Sprachvariante wohlfühlen, mit der sie sozialisiert sind, und die akademische Bildungsschicht den sprachlichen Veränderungen stärker zugewandt ist, ist die genderinklusive Sprache inzwischen zu einem Unterscheidungsmerkmal geworden, mit dem sich die kreative Klasse und akademische Elite von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. „Gendern ist das Latein der neuen Eliten.“, sagt der Philosoph Philipp Hübl.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp am 11.10.2023 in: wissenschaftskommunikation.de https://www.wissenschaftskommunikation.de/gendern-ist-das-latein-der-neuen-eliten-71125/ (13.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Soziologe Pierre Bordieu&amp;lt;ref&amp;gt;Bordieu: Die feinen Unterschiede. Frankfurt a. M. 2018 (26. Auflage).&amp;lt;/ref&amp;gt; machte darauf aufmerksam, dass die Ungleichheit der Gesellschaft nicht nur durch die ungleiche Verteilung von ökonomischem Kapital entsteht und fortbesteht, wie Karl Marx meinte, sondern auch durch „die feinen Unterschiede“. Bordieu analysierte, dass weitere Kapitalarten für die Aufrechterhaltung von sozialer Ungleichheit verantwortlich sind: Soziales Kapital ist bedeutsam und kennzeichnet, über welche gesellschaftlichen Beziehungen und Netzwerke jemand durch seine Familie oder Sozialisation verfügt. Die Position in der gesellschaftlichen Hierarchie wird außerdem durch das kulturelle Kapital (Bildung, Handlungswissen und formale Abschlüsse sowie Titel) bestimmt sowie das symbolische Kapital. Damit ist der Lebensstil und das Auftreten gemeint - die Sprache, die Manieren, der Musik-, Kunst- und Einrichtungsgeschmack, die Essgewohnheiten, das Modeverhalten, etc. Bordieu nennt das den Habitus eines Menschen. Ein Habitus ist fast unveränderbar, weil er quasi mit der Muttermilch aufgesogen wird und zur persönlichen Disposition wird. Egal, wo jemand geht oder steht – man „riecht“ stets, aus welchem „Stall“ jemand kommt. Ein erfolgreicher Unternehmer beispielweise, der es zu erheblichem Vermögen geschafft hat, gehört trotz seines ökonomischen Kapitals noch lange nicht zur gesellschaftlichen Oberschicht, solange er nicht über den Habitus dieser Schicht verfügt und die Codes nicht kennt. Am Habitus erkennt man sich. Das macht es so schwer, die soziale Klasse zu wechseln und das ist ein Faktor, der bestehende, ungleiche Verhältnisse festschreibt. Der Habitus ist ein Distinktionsmerkmal, mit dem man sich voneinander abgrenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Distinktionsmerkmal ist inzwischen das Gendern geworden. Philipp Hübl spricht vom Soziolekt einer sich als progressiv verstehenden Elite. Die als geschlechtergerecht markierte und vermeintlich moralisch überlegene Sprache dient nicht mehr nur dem politischen Erkennen, sondern ist auch zu einem Abgrenzungsmerkmal der Bildungsoberschicht geworden. Gendern ist sowohl „ein Loyalitätssignal“ &amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Moralspektakel. 2024 (S. 202 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; als auch ein Distinktionsmerkmal geworden, mit dem eine recht homogene, politisch links orientierte, urbane, akademisch gebildete und sozial besser gestellte Gesellschaftsschicht sich sprachlich von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. Wer nicht mitmacht, hat im akademischen Kultur, Medien- und Lehrbetrieb keine Chance. „Diese Eliten (...) haben mit der politischen Korrektheit ihren eigenen Jargon gefunden, übersehen aber oft, dass sie damit andere diskriminieren, nämlich diejenigen, die da nicht mithalten können und denen der Kosmopolitismus mit seinen neuen Codes gar nicht zusagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Die aufgeregte Gesellschaft. München 2019, S. 235.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Urteil wird dann entweder gönnerhaft oder missgünstig, in jedem Fall von oben herab gefällt: „Die sind noch nicht soweit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man als junger Mensch aus einem sozialen Millieu, in dem nicht gegendert wird, Erfolg in der Schule und an der Universität haben, muss man sich anpassen. Dabei bedeutet „anpassen“ nicht, lediglich eine andere Pluralform zu nutzen – nein, es bedeutet einen ganz anderen Sprachhabitus anzunehmen. Dieser neue Sprachhabitus führt aber unweigerlich zu einer Distanzierung vom Herkunftsmillieu, der Familie und den alten Freunden, denn dort wird der neue Code als Abgrenzung erlebt. Der Druck, sich auf die von Akademikern für korrekt befundene inklusive Sprache einzulassen, bringt Menschen aus nicht akademischen Herkunftmillieus in einen unbewussten Entscheidungskonflikt zwischen Bildungserfolg und Herkunftsmillieuzugehörigkeit. Dieser Entscheidungskonflikt wirkt wie ein „sozialer Filter“.&amp;lt;ref&amp;gt;Mehr zum „sozialen Filter“ in El Mafaalani: Mythos Bildung. 2022, S. 91. El-Mafaalani bezieht sich allerdings nicht auf Sprache als Habitusmerkmal.&amp;lt;/ref&amp;gt; Und wichtigster Grund für diesen Entscheidungskonflikt ist der Habitus, von dem die eigene Sprache ein wesentlicher Teil ist – und der fast so sehr zu uns gehört und unabstreifbar ist wie unsere Haut, wie wir von Bordieu wissen. Die inklusive Sprache führt also unbeabsichtigt von dem gut gemeinten Vorsatz, Menschen aufgrund ihres Geschlechtes zu diskriminieren, dazu, dass Menschen klassistisch diskriminiert werden: noch ein Diskriminierungsdilemma.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der kontraproduktiven Wirkung ===&lt;br /&gt;
Diese Paarung von gesellschaftlicher Abgrenzung und moralischer Überlegenheit, die die linke wohlhabende Bildungsoberschicht bzgl. ihrer Gendersprache für sich in Anspruch nimmt und der ein gewaltiger Habitussnobismus inne wohnt, führt zu einem Dilemma der politischen Wirkung. Denn dadurch, dass die Sprache von dieser wohlhabenden, akademischen, kreativen Schicht, zu der viele Journalisten, Politiker und andere Prominente gehören, im Alleingang neu verhandelt wird, verlieren diese für viele Menschen ihre Glaubwürdigkeit. Niemand möchte arrogant von oben herab behandelt werden, und so wenden sich manche Menschen als Folge politisch oder religiös radikal konservativen Gruppen zu und – und das Gendern schadet paradoxerweise seinem eigenen Anliegen. Viele Menschen fühlen sich vom sprachlichen Duktus der intellektuellen Elite ausgeschlossen und beginnen sie zu hassen, wie der Politikwissenschaftler Yascha Mounk herausgearbeitet hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Mounk, Yasha: Im Zeitalter der Identität. Vom Aufsteig einer gefährlichen Idee. 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bitmoji .png|mini|368x368px|Ich schließe mich Svenja Flaßpöhler an: Vor dem Hintergrund, dass dem Kampf um Bezeichnung die Dialektik innewohnt, „dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen“, (…) „erscheint das generische Maskulinum in seiner Geschlechtsunabhängigkeit plötzlich in einem anderen Licht. Liegt seine poststrukturalistische Perspektive nicht gerade darin, dass es von geschlechtlichen Identifikationen absieht? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Busfahrer&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Busfahrer*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;innen: Nicht das Geschlecht, sondern das Tun wäre der Kern der Bezeichnung. Unbestritten gehört es zu den Errungenschaften der Emanzipation, dass man Menschen nicht auf ihr Geschlecht reduziert, sondern für das anerkennt, was sie können und machen. Wenn es gelänge, das generische Maskulinum als universale, geschlechtsunabhängige Bezeichnungspraxis zu nehmen, die es rein formal ist: Böte es dann nicht ein erstaunliches emanzipatorisches Potenzial – und zwar gerade durch seine umfassende Bezeichnungskraft, die nicht nur einzelne Gruppen meint, sondern alle?“&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 142 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
Ich persönlich finde es problematisch, schulterzuckend in Kauf zu nehmen, so vielen Menschen Teilhabe an Sprache und damit Gesellschaft zu erschweren oder gar zu verwehren. Hier wird von den Befürwortern der Gendersprache eine angebliche, nur auf sprachlicher Symbolik beruhende Benachteiligung über eine tatsächliche sprachliche Benachteiligung gestellt. Eine verkomplizierende, symbolische Sprachreform achtlos auf Kosten von anderen, ebenso vulnerablen gesellschaftlichen Gruppen zu fordern, finde ich sehr fragwürdig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Frage der geschlechtergerechten Sprache mahnt der Rat für deutsche Rechtschreibung zur Sensibilität gegenüber dem Thema, spricht aber keine Norm aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26.03.2021 Kurzgefasst wird gesagt: „Der Rat für deutsche Rechtschreibung bekräftigt in seiner Sitzung am 26.03.2021 seine Auffassung, dass allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache begegnet werden soll und sie sensibel angesprochen werden sollen. Dies ist allerdings eine gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Aufgabe, die nicht allein mit orthografischen Regeln und Änderungen der Rechtschreibung gelöst werden kann. Das Amtliche Regelwerk gilt für Schulen sowie für Verwaltung und Rechtspflege. Der Rat hat vor diesem Hintergrund die Aufnahme von Asterisk („Gender-Stern“), Unterstrich („Gender-Gap“), Doppelpunkt oder anderen verkürzten Formen zur Kennzeichnung mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen im Wortinnern in das Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung zu diesem Zeitpunkt nicht empfohlen.“ https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine einheitliche Sprachvariante zu finden ist inzwischen wohl gar nicht mehr möglich. Selbst der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch (und der hat in „Eine Frage der Moral“  immerhin ein ganzes Buch lang für sensible Sprache plädiert) sagt inzwischen: „Am besten wäre es, wenn wir aufhören würden, nach einheitlichen Sprachregelungen zu rufen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Stefanowitsch, Anatol (Professor für Sprachwissenschaft an der FU Berlin): Interview am 30.09.2020 im Tagesspiegel. Anatol Stefanowitsch ist der Autor des Buches „Eine Frage der Moral. Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen.“, erschienen 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesem Appell möchte ich mich anschließen. Welche Dilemmata mit den verschiedenen Sprachvarianten und mit der gesellschaftlichen Diskussion darüber einhergehen, habe ich aufgezeigt. Auch ich erlebe dabei den sozialen Druck, eine geschlechterinklusive Sprachvariante als Loyalitätssignal zu nutzen. Denn die jeweils verwendete Sprachvariante wird gegenwärtig so stark als ein Signal von Moral gewertet, dass sie in Arbeitsprozessen Vertrauensbildung sowohl unterstützen als auch verhindern kann. In der Arbeit mit jungen Menschen, die grade von der Uni kommen, erlebe ich häufig eine misstrauische Distanz, wenn die jungen Akademiker wahrnehmen, dass ich nicht die gleiche Sprachvariante nutze, die sie selbst für die richtige halten. Deshalb ist es notwendig, dass jeder von uns seine jeweils gewählte Variante kommuniziert und begründet, um als Sprecher niemanden zu verletzen und um als Sprechende nicht vorschnell in eine Schublade gesteckt zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist verwende ich die generische Form &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; in ihrer genderneutralen Definition, die alle Geschlechter und Identitäten umfasst. Manchmal versehe ich diese mit einem * (&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;), weil ich weiß, dass vielen jungen Menschen die inklusive Bedeutung der generischen Form nicht mehr bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen und Anmerkungen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehrerbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=152009</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/Sprachbildung/Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=152009"/>
		<updated>2026-04-08T10:50:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: /* Das Dilemma der Frage, ob die Sprache das Geschlechterbewusstsein formt oder nicht */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Übersicht Sprachvarianten der gendersensiblen Sprache.png|mini|Die Frage, um die es bei dem Dilemma der geschlechtersensiblen Sprache geht, ist nicht, ob wir für eine Sprache sind, die geschlechtergerecht ist - denn diese Frage wird wohl hoffentlich jeder mit „Na logo, auf alle Fälle!“ beantworten. Die Diskussion dreht sich um die Frage, &#039;&#039;welche Variante&#039;&#039; die passendste ist – denn jede(!) Variante nimmt für sich in Anspruch, geschlechtergerecht zu sein ...|399x399px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Dilemma des Wunsches nach sprachlicher Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
Die Diskussion um eine geschlechterinklusive Sprache geht mit einem hohen Maß an gesellschaftlicher Aufregung einher. Den Befürwortern geht es um ein gesellschaftspolitisches Anliegen, das sympatisch und  legitim ist: Geschlechtergerechtigkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Ungeachtet des &amp;quot;berechtigten Wunsches&amp;quot; muss man allerdings festhalten, dass Gerechtigkeit eine &#039;&#039;ethische&#039;&#039; Kategorie ist, die zur Beschreibung grammatikalischer Strukturen ungeeignet ist - das macht die Einlösung auch so schwierig.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dem mehr als berechtigten Wunsch steht allerdings das Problem gegenüber, dass die als geschlechtergerecht favorisierten Sprachvarianten ihrem inklusiven Anspruch nicht gerecht werden. Aus dem Wunsch, nicht zu diskriminieren, entstehen neue Diskriminierungen. Im Folgenden möchte ich diese Problematiken aufblättern (und damit auch meine eigene Variantenwahl begründen).&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur historischen Entwicklung ===&lt;br /&gt;
Die ursprüngliche Pluralvariante war bzw. ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Mit diesem &#039;&#039;generischen Plural&#039;&#039; waren und sind qua Definition alle jungen Menschen gemeint, die zur Schule gehen – völlig unabhängig vom Geschlecht. Dabei hat &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine doppelte Bedeutung, denn mit dem Nomen kann man auch eine reine Jungengruppe bezeichnen. Will man ausdrücken, dass es sich um eine reine Jungengruppe handelt, sagt man &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;männliche Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Will man ausdrücken, dass es sich um einen reine Mädchengruppe handelt, gibt es dafür einen eigenen Plural: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. (Diese Pluralformen sind historisch gewachsen und haben ihren Ursprung natürlich in einer patriarchalen Kultur, dennoch ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; qua Definition inklusiv und wurde auch bis in die 1980er Jahre allgemein so verstanden.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Definition wurde im Zuge der Frauengleichberechtigungsbewegung ab den 1980er Jahren von feministischen Linguistikerinnen in der alten BRD (Übrigens nur in der BRD, in der DDR wirkte die Frauenbewegung unabhängig von dieser Sprachinterpretation; und das ist wichtig zum Verständnis der heutigen politischen Fronten!) in Frage gestellt: Frauen seien in dieser Pluralform nicht mitgemeint und würden nicht angesprochen, kritisierten z. B. Luise F. Pusch, Senta Tromel-Plötz u. a. Bahnbrechend war 1984 das Buch „Das Deutsche als Männersprache“ von Luise F. Pusch.&amp;lt;ref&amp;gt;Pusch, Luise F.: Das Deutsche als Männersprache. Aufsätze und Glossen zur feministischen Linguistik. 1984.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache zementiere die Männerherrschaft, wurde beanstandet. Um die politische Frauenbewegung zu unterstützen, wurde das Genus (das grammatische Geschlecht der Sprache) mit dem Sexus (das biologische Geschlecht von Menschen) gleichgesetzt. Luise F. Pusch schlug u. a. vor, von nun an nur noch &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, (sie nannte es das &amp;quot;generische Femininum&amp;quot;) als Pluralform zu nutzen, schließlich seien die Männer ja lange genug bevorteilt worden und nun die Frauen dran; die Pluralform sollte sozusagen nach dem Rotationsprinzip angewendet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Im Landkreis Rotenburg an der Wümme wird seit 2024 auf Anordnung des CDU-Landrats Marco Prietz in der Verwaltung das generische Feminium verwendet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Idee setzte sich nicht durch; aber mit zunehmender Gleichberechtigung gab es in der alten BRD einen immer größer werdenden Konsens, die weibliche Pluralform in der Sprache mitzunennen. Die politisch motivierte Behauptung, dass mit &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nur männliche Menschen gemeint seien, sickerte in Westdeutschland ins gesellschaftliche Bewusstsein. Es wurde nun normal, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen und Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler/-innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu schreiben. An den Universitäten, insbesondere im nördlichen Westdeutschland, wurde in den 1980er Jahren die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülerInnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch es dauerte nicht lange (ungefähr mit Beginn der 2000er Jahre), da wurde neue Kritik laut: „Damit werden nur die weiblichen und männlichen Geschlechtsidentitäten genannt – und alle anderen bleiben unsichtbar!“ Es wurde, insbesondere in einem sich als progressiv und links verstehenden Millieu und insbesondere in Nord- und Westdeutschland, nach neuen, alle Geschlechteridentitäten inkludierenden Varianten gesucht: Bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; steht der Unterstrich bzw. das Sternchen für „alle weiteren“, geht also über die Benennung von nur Frauen und Männern hinaus und soll trans und nicht-binäre Menschen sichtbar werden lassen. Weil der Unterstrich bei Unterstreichungen nicht zu lesen ist und aufgrund von technischen Schwierigkeiten von Screenreadern entstand die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Der Sprachkonstruktivismus der Queer-Bewegung orientiert sich dabei an der postmodernen Vorstellung &amp;quot;fluider&amp;quot; Geschlechtsidentitäten, die alle gleichermaßen in der Sprache abzubilden seien.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aber auch an diesen Varianten gibt es Kritik, z. B. dass Frauen wieder nur nachgeschoben und damit zweitrangig seien, wie Luise F. Pusch meint. Oder: „Wer weder in die männliche noch weibliche Kategorie passt, landet nolens volens repräsentationslogisch in der lautlichen Lücke des Unterstrichts oder wird zum Sternchen: Ist das gerecht und angemessen – oder abermals eine Hierarchisierung?“.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021 (S. 143 f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Kübra Gümüşay überlegen viele andere, ob wir vielleicht gänzlich darauf verzichten sollten, „Menschen nach ihrer Geschlechtsidentität“ zu kategorisieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Gümüşay, Kübra: Sprache und Sein. München 2021 (S.21).&amp;lt;/ref&amp;gt; Lann Hornscheid, bis 2016 Professorens am Zentrum für tranzdisziplinäre Geschlechterstudien der Berliner Humboldt-Universität, hat deshalb früher &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülX&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und später &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülens&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; vorgeschlagen. Hermes Phettberg und Thomas Kronschläger plädieren für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülys&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Hermes Phettberg war ein österreichisches Schauspiely, Aktionskünstly und Schriftstelly. Seit 2019 verwendet das Sprachdidaktiky Thomas Kronschläger an der TU Braunschweig dessen y-Variante für eine entgenderte Sprache.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl.: Thomas Kronschläger (Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung): Entgendern nach Phettberg. Am 28.01.2022 auf www.bpb.de https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/geschlechtergerechte-sprache-2022/346085/entgendern-nach-phettberg/ (zuletzt 09.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Debatte um eine ge- oder entgenderte Sprache wird uns noch lange beschäftigen und die Positionen und Sprachvorschläge ändern sich immer wieder. Und da Menschen dazu neigen, die Variante, mit der sie sozialisiert wurden, für die passendste zu halten, die Menschen aber in unterschiedlichen Zeiten, unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und unterschiedlichen Regionen mit jeweils unterschiedlichen Sprachvarianten sozialisiert wurden, gibt es inzwischen Verfechter für ganz verschiedene Varianten, oft ohne dass diese kritisch reflektiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zur Zeit in Westdeutschland verbreiteste Gendervariante ist die mit Sternchen oder Doppelpunkt, die im mündlichen Sprachgebrauch mit dem Glottisschlag, der kleinen Pause, gesprochen wird. Je konsequenter mensch diesen Ansatz jedoch zu Ende denkt, desto größer wird das sprachliche Dilemma, denn die Sprache wird immer unverständlicher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch höhere Sprachbarrieren ===&lt;br /&gt;
Sprache, die gendert, wird komplizierter - das lässt sich nicht von der Hand weisen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jede und jeder Bürger:in kann am Sonntag in sein:ihr Wahllokal gehen und seine:ihre Stimme abgeben. Im Wahlkampf haben alle Kandidat:innen wie ein Löwe bzw. eine Löwin gekämpft. Wer unser:e neue:r Bürgermeister:in wird, wird am Montag von dem:der Pressesprecher:in dem:der Gewinner:in mitgeteilt. Er:sie lässt dann die Korken knallen!&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den &amp;quot;Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; wird darauf hingewiesen, dass durch diese Sprachverwendung erhebliche Sprachbarrieren entstehen, die die gesellschaftliche Teilhabe erschweren, für Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ... die eine Zuwanderungsbiografie haben.&lt;br /&gt;
* ... die eine Behinderung haben. (Der D&#039;&#039;eutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.&#039;&#039; bittet deshalb darum, dass auf die Schreibweise mit Satz- und Sonderzeichen verzichtet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Position des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands https://www.dbsv.org/gendern.html (zuletzt: 10.03.2026)&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
* ... die Leseschwierigkeiten haben oder Analphabeten sind  (immerhin 6,2 Mio in Dtl.!&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Es entsteht also das Dilemma, dass durch den Versuch, niemanden durch Sprache zu benachteiligen, andere vulnerable Menschengruppen durch Sprache benachteiligt werden - ein Diskriminierungsdilemma. &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
Und dabei ist das Sprachbeispiel oben noch ein einfaches. Noch schwieriger wird es, wenn mensch den Ansatz des Genderns konsequent weiterdenkt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäste&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wird inzwischen bereits oft &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäst:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gemacht, muss dann nicht auch aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Person&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Person:&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;er (PLURAL: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Personer:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;(?)) und aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Mensch&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Mensch:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; werden? Müsste &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Dackel&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Dackel:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; sein? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Genie&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Genie:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Fee&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Fee:er&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Opfer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die/der Opfer:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Leiche&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Leiche:r&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Der Leichnam&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Leichnam:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;?&amp;lt;ref&amp;gt;Alicia Joe: Warum Gendersprache scheitern wird. (o. J.)&lt;br /&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=aZaBzeVbLnQ&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das ergibt dann z. B. so einen Satz:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Der/die Person:er, der/die anonym den/die Dackel:in geschenkt bekommen hatte, hat sich sehr gefreut, den/die Schenkende eine:n Genie:in genannt, das seine/ihre geheimsten Wünsche errät, und all ihren Gäst:innen von seinem/ihrem geheimnisvollen Wünschererfüller:in erzählt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was machen wir, wenn die Männer es eines Tages ungerecht finden, dass im Plural der Artikel &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und das Possessivpronomen &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;ihr&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; verwendet wird? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bsp: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die&amp;lt;/u&amp;gt; Männer setzen sich auf&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ihre&amp;lt;/u&amp;gt; Plätze.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugegeben, dass ist nicht die aktuelle Diskussion, sondern weitergedacht. Dennoch: Bei konsequentem Gendern&amp;lt;ref&amp;gt;Definition &#039;&#039;Gendern&#039;&#039; nach dem &amp;quot;Handbuch geschlechtergerechte Sprache&amp;quot; des Dudenverlags von Diewald und Steinhauer, 2020, S. 49: &amp;quot;Gendern verstehen wir als ein sprachliches Verfahren, um Gleichberechtigung (...) im Sprachgebrauch zu erreichen.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; ist Sprache kein praktisch zu handhabendes Kommunikationswerkzeug mehr ist. Denn der Gerechtigkeitsanspruch, der zur Zeit an Sprache gestellt wird, ist aufgrund der Sprachstruktur praktisch unerfüllbar. Ihm zugrunde liegt eine These, die gänzlich verschiedene Kategorien vermischt.&lt;br /&gt;
[[Datei:GENUS = SEXUS-GENDER?!?.png|mini|331x331px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Gleichsetzung des grammatikalischen GENUS mit dem menschlichen SEXUS und GENDER ===&lt;br /&gt;
Die gesamte Debatte über geschlechtersensible Sprache fußt auf der These, Genus mit Sexus bzw. Gender gleichzusetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wissenschaftler kritisieren Genderpraxis des ORR. (o. J.) https://www.linguistik-vs-gendern.de/ (zuletzt 30. 03. 2026)&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möglicherweise wäre die Sprache gar nicht solch ein Thema in der Diskriminierungsdebatte geworden, würde die Grammatik nicht Begrifflichkeiten wie „Geschlecht“ sowie „maskulin“, „feminin“ und „neutral“ verwenden. Diese wurden vor ein paar Jahrhunderten aus dem Lateinischen übernommen und die Sprachwissenschaftler früherer Zeiten hätten gut daran getan, andere zu erfinden. Auf die Idee kamen sie aber nicht, nicht nur weil Latein damals der Maßstab für grammatische Kategorien waren, sondern weil es damals undenkbar war, dass die Welt nicht stramm binär sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso binär wurde auch noch in den 1980er Jahren gedacht, als seitens der feministischen Linguistikerinnen gefordert wurde, Frauen mitzunennen. Hatte man zuvor &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrer.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gesagt und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Gattungsbegriff ohne Geschlechtshinweis verstanden, wurde es nun wichtig &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrerinnen.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu sagen und das Geschlecht zu benennen. Der allgemeine, generische Plural &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wurde nun „generisches Maskulinum“ genannt, um die Dominanz der Männer in der Sprache zu verdeutlichen. Sprache wurde zu einem politischen Kampfmittel der westdeutschen Frauenbewegung. Dabei wurde von folgenden Thesen ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit Sexus.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets beide Geschlechter zu nennen bedeutet, die Gleichberechtigung zu unterstützen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige Sprache, die die Gleichberechtigung unterstützt, und eine moralisch falsche, die die Emanzipation behindert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Logik der feministischen Linguistikerinnen konnte in Westdeutschland (in Ostdeutschland verlief, wie gesagt, die Frauengleichberechtigung nicht gekoppelt an diese Gleichsetzung von Grammatik und Biologie) weitgehend überzeugen. Sie war zumindest so überzeugend, dass viele Menschen diese Logik verinnerlicht haben und ihr unhinterfragt immer noch folgen -  auch wenn inzwischen das binäre „beide“ durch „alle“ ersetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D. h. aus den Thesen der feministischen Linguistik wurden diese:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit &amp;lt;s&amp;gt;Sexus&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;Sexus und Gender&#039;&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets &amp;lt;s&amp;gt;beide&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;alle&#039;&#039; Geschlechter zu nennen bedeutet antidiskriminierend zu sein.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige und eine moralisch falsche Sprache.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ergibt sich das Dilemma einer inkohärenten Logik, denn für ein völlig neues gesellschaftliches Anliegen (Binarität überwinden und so Geschlechteridentitätengerechtigkeit herstellen) wurde die binäre Argumentationslogik eines völlig anderen, binären gesellschaftlichen Anliegens (die Menschheit besteht aus Frauen und Männern und beide sind gleichberechtigt) übernommen – ein Denkfehler mit politischen Folgen. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Menschen in Westdeutschland sich an den Fehler, Genus mit Sexus gleichzusetzen bereits gewöhnt hatten und es ihnen deshalb nicht weiter auffiel, als sich diese Gleichsetzung auf Gender ausweitete. In Ostdeutschland fiel und fällt den Menschen dieser Fehler aber sehr wohl auf - und so entsteht das Dilemma einer Spaltung. Genus und Sexus gleichzusetzen war in den Zeiten der Frauenbewegung eine politisch motivierte Interpretation, die aber zu hinterfragen ist, weil verschiedene Kategorien vermischt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Marie F. Pusch findet fake facts als politisches Kampfmittel legitim - das wird deutlich im Podcast „Alles gesagt?“ (von DIE ZEIT)  mit Luise F. Pusch am 22.11.2022: „Luise Pusch, warum ist Deutsch eine Männersprache?“&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch der Anspruch, „tatsächlich alle Gruppen und Identitäten abzubilden, (stößt) an klar benennbare sprachlogische Grenzen. So ist es bei Lichte betrachtet unmöglich, für alle denkbaren Identitäten eine adäquate, gleichberechtigte grammatikalische Repräsentation zu finden.“, schreibt Svenja Flaßpöhler.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 143 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma von Partizipialformen (&amp;quot;Lernende&amp;quot; statt &amp;quot;Schüler&amp;quot;) ===&lt;br /&gt;
Häufig werden Partizipialformen als Plural gewählt, weil sie im Plural geschleichtsneutral sind - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Studierende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Mitarbeitende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lernende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forschende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; usw. Allerdings sind diese Ersatzformen oft nicht bedeutungsgleich mit dem Ausgangswort. So ist ein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forscher&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine Person, die beruflich forscht, während ein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forschender&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht zwangsläufig einen wissenschaftlichen Beruf ausüben muss und das Gleiche gilt für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Bäcker&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Backenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Maler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Malenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Musiker&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Musizierenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; usw. Das Partizip 1 bezeichnet eine Tätigkeit, die gerade ausgeübt wird. Deshalb sind &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Wähler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, die ihr Wahlrecht nicht ausüben, keine &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Wählenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ein Fahrradfahrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, der sein Rad abgestellt hat, ist kein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Fahrradfahrender&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Frage, ob die Sprache das Geschlechterbewusstsein bedingt ===&lt;br /&gt;
Um die Notwendigkeit einer neuen Sprache zu begründen, wurden psycholinguistische Studien gemacht. Man wollte herausfinden, ob das generische Maskulinum männliche Assoziationen erzeuge, ob also bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Einwohner&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eher an männliche Personen gedacht würde. Dieser Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen - werden alledings je nach politischer Intention immer wieder unterschiedlich interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Philipp Hübl hat Studien zur vermuteten Sprachwirkung auf die Gleichberechtigung ausgewertet und kam zu einem negativen Befund. Vgl. Hübl, Philipp: Vorlesung an der Universität der Künste in Berlin 2023: Einführung ins kritische Denken. Sondersitzung: Gendern. 2023. https://www.youtube.com/watch?v=gOEGKm5IAE4 &amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein unüberwindbares Problem bei jeder Studie zu diesem Thema ist das Untersuchungssetting - denn diese Studien finden und fanden in einer Zeit statt, als die Sprecher und Sprecherinnen bereits von der Sprachdebatte und der Genderpraxis geprägt waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 29.&amp;lt;/ref&amp;gt; Studien aus der Zeit vor 1980 liegen nicht vor; weibliche Menschen, die damals spachlich sozialisiert wurden, berichten allerdings, dass sie sich niemals ausgeschlossen gefühlt hätten, weil eindeutig war, dass &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; ungeschlechtlich definiert war und alle Menschen meinte. In dem Moment, in dem &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Plural für männliche Menschen verstanden wird, stellt man sich selbstverständlich Männer dabei vor. Dieser Frage ist deshalb durch empirische Studien also leider schlicht nicht zu beantworten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lohnt sich allerdings ein Blick in Sprachgemeinschaften, deren Sprache keinerlei Unterscheidung bzgl. des Geschlechts kennen. Das Türkische oder das Persische sind solche Sprachen. Doch,  so schreibt Navid Kermani, es ist „ein Trugschluss, dass sich aus der sprachlichen Gleichheit der Geschlechter reale soziale Gleichheit ergibt.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Kermani, Navid: Mann, Frau, völlig egal. In: DIE ZEIT Feuilleton.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich hat der Inhalt von Sprache eine Wirkung auf das Bewusstsein. Beispielsweise macht es einen Unterschied, ob von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Scheinehe&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Schutzehe&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; gesprochen wird, von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Sonderabfall&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Giftmüll&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Militärischer Spezialoperation&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Angriffskrieg&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Stefanowitsch, Anatol: Eine Frage der Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen. 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aber hier sind wir auf der inhaltlichen Ebene von Sprache. Bei Gendersternchen oder Doppelpunkt befinden wir uns auf der symbolischen Ebene von Zeichen. Das wird oft verwechselt, auch von Anatol Stefanowitch in seinem Buch &amp;quot;Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen.&amp;quot;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Sexismus ===&lt;br /&gt;
Das Nennen aller nur möglichen Geschlechter und Geschlechtsidentitäten bringt eine geschlechtliche Kategorisierung in die Sprache und an jeden Menschen. Obwohl das Ziel des Genderns ist, Sexismus zu bekämpfen, ist es dennoch unbeabsichtigt eine sexistische Praxis, sagt Nele Pollatschek. „Wenn wir im Deutschen gendern, dann sagen wir damit: Diese Information ist so wichtig, dass sie immer mitgesagt werden muss.“ Damit machen wir das Geschlecht „zur wichtigsten Identitätskategorie.“ Nele Pollatschek vergleicht die gendersensible Sprachweise der Deutschen, die „sich für das permanente Benennen von Geschlechterunterschieden entschieden haben“ mit der der Briten, die „das Anzeigen von Geschlechtlichkeit so weit wie möglich vermeiden“&amp;lt;ref&amp;gt;Pollatschek, Nele: Deutschland ist besessen von Genitalien. Gendern macht die Diskriminierung nur noch schlimmer. Ein Gastbeitrag im Tagesspiegel am 30. 08. 2020 (28.08.2023)&amp;lt;/ref&amp;gt; und spricht sich klar für die britische Sicht als die zielführendere aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Nele Pollatschek: Dear Oxbridge. Liebesbrief an England. Berlin 2020 (S. 185 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Ist es nicht völlig schnuppe, ob Angela Merkel weilbliche Geschlechtsorgane hat und Friedrich Merz männliche? Und falls doch nicht – würde uns das etwas angehen?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Navid Kermani meint, dass er das Gendern der Sprache als „eine geistige wie politische Regression“ wahrnimmt, denn „Geschlechtszuschreibungen gehen nicht in zwei, sie gehen aber auch nicht in 27 Kategorien auf. Zu meinen, man könnte mittels Sprache jederzeit jedem Angesprochenen gerecht werden, verkennt nicht nur ihr Wesen; es legt die Angesprochenen überhaupt erst fest auf eine Identität. (…) (Aber) wir sind nicht eindeutig, niemand von uns, weder ethnisch noch kulturell, weder psychologisch noch geschlechtlich, (…).“ Und Svenja Flaßpöhler formuliert: „Dem Kampf um Bezeichnungen wohnt die Dialektik inne, dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen.“    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Klassismus ===&lt;br /&gt;
Da die meisten Menschen sich mit der Sprachvariante wohlfühlen, mit der sie sozialisiert sind, und die akademische Bildungsschicht den sprachlichen Veränderungen stärker zugewandt ist, ist die genderinklusive Sprache inzwischen zu einem Unterscheidungsmerkmal geworden, mit dem sich die kreative Klasse und akademische Elite von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. „Gendern ist das Latein der neuen Eliten.“, sagt der Philosoph Philipp Hübl.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp am 11.10.2023 in: wissenschaftskommunikation.de https://www.wissenschaftskommunikation.de/gendern-ist-das-latein-der-neuen-eliten-71125/ (13.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Soziologe Pierre Bordieu&amp;lt;ref&amp;gt;Bordieu: Die feinen Unterschiede. Frankfurt a. M. 2018 (26. Auflage).&amp;lt;/ref&amp;gt; machte darauf aufmerksam, dass die Ungleichheit der Gesellschaft nicht nur durch die ungleiche Verteilung von ökonomischem Kapital entsteht und fortbesteht, wie Karl Marx meinte, sondern auch durch „die feinen Unterschiede“. Bordieu analysierte, dass weitere Kapitalarten für die Aufrechterhaltung von sozialer Ungleichheit verantwortlich sind: Soziales Kapital ist bedeutsam und kennzeichnet, über welche gesellschaftlichen Beziehungen und Netzwerke jemand durch seine Familie oder Sozialisation verfügt. Die Position in der gesellschaftlichen Hierarchie wird außerdem durch das kulturelle Kapital (Bildung, Handlungswissen und formale Abschlüsse sowie Titel) bestimmt sowie das symbolische Kapital. Damit ist der Lebensstil und das Auftreten gemeint - die Sprache, die Manieren, der Musik-, Kunst- und Einrichtungsgeschmack, die Essgewohnheiten, das Modeverhalten, etc. Bordieu nennt das den Habitus eines Menschen. Ein Habitus ist fast unveränderbar, weil er quasi mit der Muttermilch aufgesogen wird und zur persönlichen Disposition wird. Egal, wo jemand geht oder steht – man „riecht“ stets, aus welchem „Stall“ jemand kommt. Ein erfolgreicher Unternehmer beispielweise, der es zu erheblichem Vermögen geschafft hat, gehört trotz seines ökonomischen Kapitals noch lange nicht zur gesellschaftlichen Oberschicht, solange er nicht über den Habitus dieser Schicht verfügt und die Codes nicht kennt. Am Habitus erkennt man sich. Das macht es so schwer, die soziale Klasse zu wechseln und das ist ein Faktor, der bestehende, ungleiche Verhältnisse festschreibt. Der Habitus ist ein Distinktionsmerkmal, mit dem man sich voneinander abgrenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Distinktionsmerkmal ist inzwischen das Gendern geworden. Philipp Hübl spricht vom Soziolekt einer sich als progressiv verstehenden Elite. Die als geschlechtergerecht markierte und vermeintlich moralisch überlegene Sprache dient nicht mehr nur dem politischen Erkennen, sondern ist auch zu einem Abgrenzungsmerkmal der Bildungsoberschicht geworden. Gendern ist sowohl „ein Loyalitätssignal“ &amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Moralspektakel. 2024 (S. 202 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; als auch ein Distinktionsmerkmal geworden, mit dem eine recht homogene, politisch links orientierte, urbane, akademisch gebildete und sozial besser gestellte Gesellschaftsschicht sich sprachlich von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. Wer nicht mitmacht, hat im akademischen Kultur, Medien- und Lehrbetrieb keine Chance. „Diese Eliten (...) haben mit der politischen Korrektheit ihren eigenen Jargon gefunden, übersehen aber oft, dass sie damit andere diskriminieren, nämlich diejenigen, die da nicht mithalten können und denen der Kosmopolitismus mit seinen neuen Codes gar nicht zusagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Die aufgeregte Gesellschaft. München 2019, S. 235.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Urteil wird dann entweder gönnerhaft oder missgünstig, in jedem Fall von oben herab gefällt: „Die sind noch nicht soweit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man als junger Mensch aus einem sozialen Millieu, in dem nicht gegendert wird, Erfolg in der Schule und an der Universität haben, muss man sich anpassen. Dabei bedeutet „anpassen“ nicht, lediglich eine andere Pluralform zu nutzen – nein, es bedeutet einen ganz anderen Sprachhabitus anzunehmen. Dieser neue Sprachhabitus führt aber unweigerlich zu einer Distanzierung vom Herkunftsmillieu, der Familie und den alten Freunden, denn dort wird der neue Code als Abgrenzung erlebt. Der Druck, sich auf die von Akademikern für korrekt befundene inklusive Sprache einzulassen, bringt Menschen aus nicht akademischen Herkunftmillieus in einen unbewussten Entscheidungskonflikt zwischen Bildungserfolg und Herkunftsmillieuzugehörigkeit. Dieser Entscheidungskonflikt wirkt wie ein „sozialer Filter“.&amp;lt;ref&amp;gt;Mehr zum „sozialen Filter“ in El Mafaalani: Mythos Bildung. 2022, S. 91. El-Mafaalani bezieht sich allerdings nicht auf Sprache als Habitusmerkmal.&amp;lt;/ref&amp;gt; Und wichtigster Grund für diesen Entscheidungskonflikt ist der Habitus, von dem die eigene Sprache ein wesentlicher Teil ist – und der fast so sehr zu uns gehört und unabstreifbar ist wie unsere Haut, wie wir von Bordieu wissen. Die inklusive Sprache führt also unbeabsichtigt von dem gut gemeinten Vorsatz, Menschen aufgrund ihres Geschlechtes zu diskriminieren, dazu, dass Menschen klassistisch diskriminiert werden: noch ein Diskriminierungsdilemma.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der kontraproduktiven Wirkung ===&lt;br /&gt;
Diese Paarung von gesellschaftlicher Abgrenzung und moralischer Überlegenheit, die die linke wohlhabende Bildungsoberschicht bzgl. ihrer Gendersprache für sich in Anspruch nimmt und der ein gewaltiger Habitussnobismus inne wohnt, führt zu einem Dilemma der politischen Wirkung. Denn dadurch, dass die Sprache von dieser wohlhabenden, akademischen, kreativen Schicht, zu der viele Journalisten, Politiker und andere Prominente gehören, im Alleingang neu verhandelt wird, verlieren diese für viele Menschen ihre Glaubwürdigkeit. Niemand möchte arrogant von oben herab behandelt werden, und so wenden sich manche Menschen als Folge politisch oder religiös radikal konservativen Gruppen zu und – und das Gendern schadet paradoxerweise seinem eigenen Anliegen. Viele Menschen fühlen sich vom sprachlichen Duktus der intellektuellen Elite ausgeschlossen und beginnen sie zu hassen, wie der Politikwissenschaftler Yascha Mounk herausgearbeitet hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Mounk, Yasha: Im Zeitalter der Identität. Vom Aufsteig einer gefährlichen Idee. 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bitmoji .png|mini|368x368px|Ich schließe mich Svenja Flaßpöhler an: Vor dem Hintergrund, dass dem Kampf um Bezeichnung die Dialektik innewohnt, „dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen“, (…) „erscheint das generische Maskulinum in seiner Geschlechtsunabhängigkeit plötzlich in einem anderen Licht. Liegt seine poststrukturalistische Perspektive nicht gerade darin, dass es von geschlechtlichen Identifikationen absieht? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Busfahrer&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Busfahrer*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;innen: Nicht das Geschlecht, sondern das Tun wäre der Kern der Bezeichnung. Unbestritten gehört es zu den Errungenschaften der Emanzipation, dass man Menschen nicht auf ihr Geschlecht reduziert, sondern für das anerkennt, was sie können und machen. Wenn es gelänge, das generische Maskulinum als universale, geschlechtsunabhängige Bezeichnungspraxis zu nehmen, die es rein formal ist: Böte es dann nicht ein erstaunliches emanzipatorisches Potenzial – und zwar gerade durch seine umfassende Bezeichnungskraft, die nicht nur einzelne Gruppen meint, sondern alle?“&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 142 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
Ich persönlich finde es problematisch, schulterzuckend in Kauf zu nehmen, so vielen Menschen Teilhabe an Sprache und damit Gesellschaft zu erschweren oder gar zu verwehren. Hier wird von den Befürwortern der Gendersprache eine angebliche, nur auf sprachlicher Symbolik beruhende Benachteiligung über eine tatsächliche sprachliche Benachteiligung gestellt. Eine verkomplizierende, symbolische Sprachreform achtlos auf Kosten von anderen, ebenso vulnerablen gesellschaftlichen Gruppen zu fordern, finde ich sehr fragwürdig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Frage der geschlechtergerechten Sprache mahnt der Rat für deutsche Rechtschreibung zur Sensibilität gegenüber dem Thema, spricht aber keine Norm aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26.03.2021 Kurzgefasst wird gesagt: „Der Rat für deutsche Rechtschreibung bekräftigt in seiner Sitzung am 26.03.2021 seine Auffassung, dass allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache begegnet werden soll und sie sensibel angesprochen werden sollen. Dies ist allerdings eine gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Aufgabe, die nicht allein mit orthografischen Regeln und Änderungen der Rechtschreibung gelöst werden kann. Das Amtliche Regelwerk gilt für Schulen sowie für Verwaltung und Rechtspflege. Der Rat hat vor diesem Hintergrund die Aufnahme von Asterisk („Gender-Stern“), Unterstrich („Gender-Gap“), Doppelpunkt oder anderen verkürzten Formen zur Kennzeichnung mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen im Wortinnern in das Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung zu diesem Zeitpunkt nicht empfohlen.“ https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine einheitliche Sprachvariante zu finden ist inzwischen wohl gar nicht mehr möglich. Selbst der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch (und der hat in „Eine Frage der Moral“  immerhin ein ganzes Buch lang für sensible Sprache plädiert) sagt inzwischen: „Am besten wäre es, wenn wir aufhören würden, nach einheitlichen Sprachregelungen zu rufen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Stefanowitsch, Anatol (Professor für Sprachwissenschaft an der FU Berlin): Interview am 30.09.2020 im Tagesspiegel. Anatol Stefanowitsch ist der Autor des Buches „Eine Frage der Moral. Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen.“, erschienen 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesem Appell möchte ich mich anschließen. Welche Dilemmata mit den verschiedenen Sprachvarianten und mit der gesellschaftlichen Diskussion darüber einhergehen, habe ich aufgezeigt. Auch ich erlebe dabei den sozialen Druck, eine geschlechterinklusive Sprachvariante als Loyalitätssignal zu nutzen. Denn die jeweils verwendete Sprachvariante wird gegenwärtig so stark als ein Signal von Moral gewertet, dass sie in Arbeitsprozessen Vertrauensbildung sowohl unterstützen als auch verhindern kann. In der Arbeit mit jungen Menschen, die grade von der Uni kommen, erlebe ich häufig eine misstrauische Distanz, wenn die jungen Akademiker wahrnehmen, dass ich nicht die gleiche Sprachvariante nutze, die sie selbst für die richtige halten. Deshalb ist es notwendig, dass jeder von uns seine jeweils gewählte Variante kommuniziert und begründet, um als Sprecher niemanden zu verletzen und um als Sprechende nicht vorschnell in eine Schublade gesteckt zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist verwende ich die generische Form &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; in ihrer genderneutralen Definition, die alle Geschlechter und Identitäten umfasst. Manchmal versehe ich diese mit einem * (&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;), weil ich weiß, dass vielen jungen Menschen die inklusive Bedeutung der generischen Form nicht mehr bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen und Anmerkungen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehrerbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=152008</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/Sprachbildung/Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache</title>
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		<updated>2026-04-08T10:37:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Übersicht Sprachvarianten der gendersensiblen Sprache.png|mini|Die Frage, um die es bei dem Dilemma der geschlechtersensiblen Sprache geht, ist nicht, ob wir für eine Sprache sind, die geschlechtergerecht ist - denn diese Frage wird wohl hoffentlich jeder mit „Na logo, auf alle Fälle!“ beantworten. Die Diskussion dreht sich um die Frage, &#039;&#039;welche Variante&#039;&#039; die passendste ist – denn jede(!) Variante nimmt für sich in Anspruch, geschlechtergerecht zu sein ...|399x399px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Dilemma des Wunsches nach sprachlicher Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
Die Diskussion um eine geschlechterinklusive Sprache geht mit einem hohen Maß an gesellschaftlicher Aufregung einher. Den Befürwortern geht es um ein gesellschaftspolitisches Anliegen, das sympatisch und  legitim ist: Geschlechtergerechtigkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Ungeachtet des &amp;quot;berechtigten Wunsches&amp;quot; muss man allerdings festhalten, dass Gerechtigkeit eine &#039;&#039;ethische&#039;&#039; Kategorie ist, die zur Beschreibung grammatikalischer Strukturen ungeeignet ist - das macht die Einlösung auch so schwierig.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dem mehr als berechtigten Wunsch steht allerdings das Problem gegenüber, dass die als geschlechtergerecht favorisierten Sprachvarianten ihrem inklusiven Anspruch nicht gerecht werden. Aus dem Wunsch, nicht zu diskriminieren, entstehen neue Diskriminierungen. Im Folgenden möchte ich diese Problematiken aufblättern (und damit auch meine eigene Variantenwahl begründen).&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur historischen Entwicklung ===&lt;br /&gt;
Die ursprüngliche Pluralvariante war bzw. ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Mit diesem &#039;&#039;generischen Plural&#039;&#039; waren und sind qua Definition alle jungen Menschen gemeint, die zur Schule gehen – völlig unabhängig vom Geschlecht. Dabei hat &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine doppelte Bedeutung, denn mit dem Nomen kann man auch eine reine Jungengruppe bezeichnen. Will man ausdrücken, dass es sich um eine reine Jungengruppe handelt, sagt man &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;männliche Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Will man ausdrücken, dass es sich um einen reine Mädchengruppe handelt, gibt es dafür einen eigenen Plural: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. (Diese Pluralformen sind historisch gewachsen und haben ihren Ursprung natürlich in einer patriarchalen Kultur, dennoch ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; qua Definition inklusiv und wurde auch bis in die 1980er Jahre allgemein so verstanden.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Definition wurde im Zuge der Frauengleichberechtigungsbewegung ab den 1980er Jahren von feministischen Linguistikerinnen in der alten BRD (Übrigens nur in der BRD, in der DDR wirkte die Frauenbewegung unabhängig von dieser Sprachinterpretation; und das ist wichtig zum Verständnis der heutigen politischen Fronten!) in Frage gestellt: Frauen seien in dieser Pluralform nicht mitgemeint und würden nicht angesprochen, kritisierten z. B. Luise F. Pusch, Senta Tromel-Plötz u. a. Bahnbrechend war 1984 das Buch „Das Deutsche als Männersprache“ von Luise F. Pusch.&amp;lt;ref&amp;gt;Pusch, Luise F.: Das Deutsche als Männersprache. Aufsätze und Glossen zur feministischen Linguistik. 1984.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache zementiere die Männerherrschaft, wurde beanstandet. Um die politische Frauenbewegung zu unterstützen, wurde das Genus (das grammatische Geschlecht der Sprache) mit dem Sexus (das biologische Geschlecht von Menschen) gleichgesetzt. Luise F. Pusch schlug u. a. vor, von nun an nur noch &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, (sie nannte es das &amp;quot;generische Femininum&amp;quot;) als Pluralform zu nutzen, schließlich seien die Männer ja lange genug bevorteilt worden und nun die Frauen dran; die Pluralform sollte sozusagen nach dem Rotationsprinzip angewendet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Im Landkreis Rotenburg an der Wümme wird seit 2024 auf Anordnung des CDU-Landrats Marco Prietz in der Verwaltung das generische Feminium verwendet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Idee setzte sich nicht durch; aber mit zunehmender Gleichberechtigung gab es in der alten BRD einen immer größer werdenden Konsens, die weibliche Pluralform in der Sprache mitzunennen. Die politisch motivierte Behauptung, dass mit &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nur männliche Menschen gemeint seien, sickerte in Westdeutschland ins gesellschaftliche Bewusstsein. Es wurde nun normal, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen und Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler/-innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu schreiben. An den Universitäten, insbesondere im nördlichen Westdeutschland, wurde in den 1980er Jahren die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülerInnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch es dauerte nicht lange (ungefähr mit Beginn der 2000er Jahre), da wurde neue Kritik laut: „Damit werden nur die weiblichen und männlichen Geschlechtsidentitäten genannt – und alle anderen bleiben unsichtbar!“ Es wurde, insbesondere in einem sich als progressiv und links verstehenden Millieu und insbesondere in Nord- und Westdeutschland, nach neuen, alle Geschlechteridentitäten inkludierenden Varianten gesucht: Bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; steht der Unterstrich bzw. das Sternchen für „alle weiteren“, geht also über die Benennung von nur Frauen und Männern hinaus und soll trans und nicht-binäre Menschen sichtbar werden lassen. Weil der Unterstrich bei Unterstreichungen nicht zu lesen ist und aufgrund von technischen Schwierigkeiten von Screenreadern entstand die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Aber auch an diesen Varianten gibt es Kritik, z. B. dass Frauen wieder nur nachgeschoben und damit zweitrangig seien, wie Luise F. Pusch meint. Oder: „Wer weder in die männliche noch weibliche Kategorie passt, landet nolens volens repräsentationslogisch in der lautlichen Lücke des Unterstrichts oder wird zum Sternchen: Ist das gerecht und angemessen – oder abermals eine Hierarchisierung?“.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021 (S. 143 f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Kübra Gümüşay überlegen viele andere, ob wir vielleicht gänzlich darauf verzichten sollten, „Menschen nach ihrer Geschlechtsidentität“ zu kategorisieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Gümüşay, Kübra: Sprache und Sein. München 2021 (S.21).&amp;lt;/ref&amp;gt; Lann Hornscheid, bis 2016 Professorens am Zentrum für tranzdisziplinäre Geschlechterstudien der Berliner Humboldt-Universität, hat deshalb früher &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülX&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und später &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülens&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; vorgeschlagen. Hermes Phettberg und Thomas Kronschläger plädieren für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülys&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Hermes Phettberg war ein österreichisches Schauspiely, Aktionskünstly und Schriftstelly. Seit 2019 verwendet das Sprachdidaktiky Thomas Kronschläger an der TU Braunschweig dessen y-Variante für eine entgenderte Sprache.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl.: Thomas Kronschläger (Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung): Entgendern nach Phettberg. Am 28.01.2022 auf www.bpb.de https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/geschlechtergerechte-sprache-2022/346085/entgendern-nach-phettberg/ (zuletzt 09.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Debatte um eine ge- oder entgenderte Sprache wird uns noch lange beschäftigen und die Positionen und Sprachvorschläge ändern sich immer wieder. Und da Menschen dazu neigen, die Variante, mit der sie sozialisiert wurden, für die passendste zu halten, die Menschen aber in unterschiedlichen Zeiten, unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und unterschiedlichen Regionen mit jeweils unterschiedlichen Sprachvarianten sozialisiert wurden, gibt es inzwischen Verfechter für ganz verschiedene Varianten, oft ohne dass diese kritisch reflektiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zur Zeit in Westdeutschland verbreiteste Gendervariante ist die mit Sternchen oder Doppelpunkt, die im mündlichen Sprachgebrauch mit dem Glottisschlag, der kleinen Pause, gesprochen wird. Je konsequenter mensch diesen Ansatz jedoch zu Ende denkt, desto größer wird das sprachliche Dilemma, denn die Sprache wird immer unverständlicher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch höhere Sprachbarrieren ===&lt;br /&gt;
Sprache, die gendert, wird komplizierter - das lässt sich nicht von der Hand weisen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jede und jeder Bürger:in kann am Sonntag in sein:ihr Wahllokal gehen und seine:ihre Stimme abgeben. Im Wahlkampf haben alle Kandidat:innen wie ein Löwe bzw. eine Löwin gekämpft. Wer unser:e neue:r Bürgermeister:in wird, wird am Montag von dem:der Pressesprecher:in dem:der Gewinner:in mitgeteilt. Er:sie lässt dann die Korken knallen!&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den &amp;quot;Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; wird darauf hingewiesen, dass durch diese Sprachverwendung erhebliche Sprachbarrieren entstehen, die die gesellschaftliche Teilhabe erschweren, für Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ... die eine Zuwanderungsbiografie haben.&lt;br /&gt;
* ... die eine Behinderung haben. (Der D&#039;&#039;eutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.&#039;&#039; bittet deshalb darum, dass auf die Schreibweise mit Satz- und Sonderzeichen verzichtet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Position des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands https://www.dbsv.org/gendern.html (zuletzt: 10.03.2026)&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
* ... die Leseschwierigkeiten haben oder Analphabeten sind  (immerhin 6,2 Mio in Dtl.!&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Es entsteht also das Dilemma, dass durch den Versuch, niemanden durch Sprache zu benachteiligen, andere vulnerable Menschengruppen durch Sprache benachteiligt werden - ein Diskriminierungsdilemma. &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
Und dabei ist das Sprachbeispiel oben noch ein einfaches. Noch schwieriger wird es, wenn mensch den Ansatz des Genderns konsequent weiterdenkt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäste&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wird inzwischen bereits oft &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäst:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gemacht, muss dann nicht auch aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Person&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Person:&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;er (PLURAL: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Personer:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;(?)) und aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Mensch&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Mensch:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; werden? Müsste &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Dackel&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Dackel:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; sein? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Genie&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Genie:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Fee&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Fee:er&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Opfer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die/der Opfer:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Leiche&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Leiche:r&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Der Leichnam&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Leichnam:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;?&amp;lt;ref&amp;gt;Alicia Joe: Warum Gendersprache scheitern wird. (o. J.)&lt;br /&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=aZaBzeVbLnQ&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das ergibt dann z. B. so einen Satz:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Der/die Person:er, der/die anonym den/die Dackel:in geschenkt bekommen hatte, hat sich sehr gefreut, den/die Schenkende eine:n Genie:in genannt, das seine/ihre geheimsten Wünsche errät, und all ihren Gäst:innen von seinem/ihrem geheimnisvollen Wünschererfüller:in erzählt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was machen wir, wenn die Männer es eines Tages ungerecht finden, dass im Plural der Artikel &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und das Possessivpronomen &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;ihr&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; verwendet wird? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bsp: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die&amp;lt;/u&amp;gt; Männer setzen sich auf&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ihre&amp;lt;/u&amp;gt; Plätze.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugegeben, dass ist nicht die aktuelle Diskussion, sondern weitergedacht. Dennoch: Bei konsequentem Gendern&amp;lt;ref&amp;gt;Definition &#039;&#039;Gendern&#039;&#039; nach dem &amp;quot;Handbuch geschlechtergerechte Sprache&amp;quot; des Dudenverlags von Diewald und Steinhauer, 2020, S. 49: &amp;quot;Gendern verstehen wir als ein sprachliches Verfahren, um Gleichberechtigung (...) im Sprachgebrauch zu erreichen.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; ist Sprache kein praktisch zu handhabendes Kommunikationswerkzeug mehr ist. Denn der Gerechtigkeitsanspruch, der zur Zeit an Sprache gestellt wird, ist aufgrund der Sprachstruktur praktisch unerfüllbar. Ihm zugrunde liegt eine These, die gänzlich verschiedene Kategorien vermischt.&lt;br /&gt;
[[Datei:GENUS = SEXUS-GENDER?!?.png|mini|331x331px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Gleichsetzung des grammatikalischen GENUS mit dem menschlichen SEXUS und GENDER ===&lt;br /&gt;
Die gesamte Debatte über geschlechtersensible Sprache fußt auf der These, Genus mit Sexus bzw. Gender gleichzusetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wissenschaftler kritisieren Genderpraxis des ORR. (o. J.) https://www.linguistik-vs-gendern.de/ (zuletzt 30. 03. 2026)&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möglicherweise wäre die Sprache gar nicht solch ein Thema in der Diskriminierungsdebatte geworden, würde die Grammatik nicht Begrifflichkeiten wie „Geschlecht“ sowie „maskulin“, „feminin“ und „neutral“ verwenden. Diese wurden vor ein paar Jahrhunderten aus dem Lateinischen übernommen und die Sprachwissenschaftler früherer Zeiten hätten gut daran getan, andere zu erfinden. Auf die Idee kamen sie aber nicht, nicht nur weil Latein damals der Maßstab für grammatische Kategorien waren, sondern weil es damals undenkbar war, dass die Welt nicht stramm binär sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso binär wurde auch noch in den 1980er Jahren gedacht, als seitens der feministischen Linguistikerinnen gefordert wurde, Frauen mitzunennen. Hatte man zuvor &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrer.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gesagt und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Gattungsbegriff ohne Geschlechtshinweis verstanden, wurde es nun wichtig &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrerinnen.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu sagen und das Geschlecht zu benennen. Der allgemeine, generische Plural &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wurde nun „generisches Maskulinum“ genannt, um die Dominanz der Männer in der Sprache zu verdeutlichen. Sprache wurde zu einem politischen Kampfmittel der westdeutschen Frauenbewegung. Dabei wurde von folgenden Thesen ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit Sexus.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets beide Geschlechter zu nennen bedeutet, die Gleichberechtigung zu unterstützen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige Sprache, die die Gleichberechtigung unterstützt, und eine moralisch falsche, die die Emanzipation behindert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Logik der feministischen Linguistikerinnen konnte in Westdeutschland (in Ostdeutschland verlief, wie gesagt, die Frauengleichberechtigung nicht gekoppelt an diese Gleichsetzung von Grammatik und Biologie) weitgehend überzeugen. Sie war zumindest so überzeugend, dass viele Menschen diese Logik verinnerlicht haben und ihr unhinterfragt immer noch folgen -  auch wenn inzwischen das binäre „beide“ durch „alle“ ersetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D. h. aus den Thesen der feministischen Linguistik wurden diese:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit &amp;lt;s&amp;gt;Sexus&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;Sexus und Gender&#039;&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets &amp;lt;s&amp;gt;beide&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;alle&#039;&#039; Geschlechter zu nennen bedeutet antidiskriminierend zu sein.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige und eine moralisch falsche Sprache.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ergibt sich das Dilemma einer inkohärenten Logik, denn für ein völlig neues gesellschaftliches Anliegen (Binarität überwinden und so Geschlechteridentitätengerechtigkeit herstellen) wurde die binäre Argumentationslogik eines völlig anderen, binären gesellschaftlichen Anliegens (die Menschheit besteht aus Frauen und Männern und beide sind gleichberechtigt) übernommen – ein Denkfehler mit politischen Folgen. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Menschen in Westdeutschland sich an den Fehler, Genus mit Sexus gleichzusetzen bereits gewöhnt hatten und es ihnen deshalb nicht weiter auffiel, als sich diese Gleichsetzung auf Gender ausweitete. In Ostdeutschland fiel und fällt den Menschen dieser Fehler aber sehr wohl auf - und so entsteht das Dilemma einer Spaltung. Genus und Sexus gleichzusetzen war in den Zeiten der Frauenbewegung eine politisch motivierte Interpretation, die aber zu hinterfragen ist, weil verschiedene Kategorien vermischt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Marie F. Pusch findet fake facts als politisches Kampfmittel legitim - das wird deutlich im Podcast „Alles gesagt?“ (von DIE ZEIT)  mit Luise F. Pusch am 22.11.2022: „Luise Pusch, warum ist Deutsch eine Männersprache?“&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch der Anspruch, „tatsächlich alle Gruppen und Identitäten abzubilden, (stößt) an klar benennbare sprachlogische Grenzen. So ist es bei Lichte betrachtet unmöglich, für alle denkbaren Identitäten eine adäquate, gleichberechtigte grammatikalische Repräsentation zu finden.“, schreibt Svenja Flaßpöhler.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 143 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma von Partizipialformen (&amp;quot;Lernende&amp;quot; statt &amp;quot;Schüler&amp;quot;) ===&lt;br /&gt;
Häufig werden Partizipialformen als Plural gewählt, weil sie im Plural geschleichtsneutral sind - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Studierende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Mitarbeitende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lernende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forschende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; usw. Allerdings sind diese Ersatzformen oft nicht bedeutungsgleich mit dem Ausgangswort. So ist ein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forscher&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine Person, die beruflich forscht, während ein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forschender&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht zwangsläufig einen wissenschaftlichen Beruf ausüben muss und das Gleiche gilt für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Bäcker&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Backenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Maler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Malenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Musiker&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Musizierenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; usw. Das Partizip 1 bezeichnet eine Tätigkeit, die gerade ausgeübt wird. Deshalb sind &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Wähler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, die ihr Wahlrecht nicht ausüben, keine &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Wählenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ein Fahrradfahrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, der sein Rad abgestellt hat, ist kein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Fahrradfahrender&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Frage, ob die Sprache das Geschlechterbewusstsein formt oder nicht ===&lt;br /&gt;
Um die Notwendigkeit einer neuen Sprache zu begründen, wurden psycholinguistische Studien gemacht. Man wollte herausfinden, ob das generische Maskulinum männliche Assoziationen erzeuge, ob also bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Einwohner&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eher an männliche Personen gedacht würde. Dieser Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen - werden alledings je nach politischer Intention immer wieder unterschiedlich interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Philipp Hübl hat Studien zur vermuteten Sprachwirkung auf die Gleichberechtigung ausgewertet und kam zu einem negativen Befund. Vgl. Hübl, Philipp: Vorlesung an der Universität der Künste in Berlin 2023: Einführung ins kritische Denken. Sondersitzung: Gendern. 2023. https://www.youtube.com/watch?v=gOEGKm5IAE4 &amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein unüberwindbares Problem bei jeder Studie zu diesem Thema ist das Unteruchungssetting - denn diese Studien finden und fanden in einer Zeit statt, als die Sprecher und Sprecherinnen bereits von der Sprachdebatte und der Genderpraxis geprägt waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 29.&amp;lt;/ref&amp;gt; Studien aus der Zeit vor 1980 liegen nicht vor; weibliche Menschen, die damals spachlich sozialisiert wurden, berichten allerdings, dass sie sich niemals ausgeschlossen gefühlt hätten, weil klar war, dass &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; ungeschlechtlich definiert war und alle Menschen meinte. In dem Moment, in dem &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Plural für männliche Menschen verstanden wird, stellt man sich selbstverständlich Männer dabei vor. Dieser Frage ist deshalb durch empirische Studien also leider schlicht nicht zu beantworten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lohnt sich allerdings ein Blick in Sprachgemeinschaften, deren Sprache keinerlei Unterscheidung bzgl. des Geschlechts kennen. Das Türkische oder das Persische sind solche Sprachen. Doch,  so schreibt Navid Kermani, es ist „ein Trugschluss, dass sich aus der sprachlichen Gleichheit der Geschlechter reale soziale Gleichheit ergibt.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Kermani, Navid: Mann, Frau, völlig egal. In: DIE ZEIT Feuilleton.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich hat der Inhalt von Sprache eine Wirkung auf das Bewusstsein. Beispielsweise macht es einen Unterschied, ob von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Scheinehe&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Schutzehe&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; gesprochen wird, von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Sonderabfall&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Giftmüll&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Militärischer Spezialoperation&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Angriffskrieg&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Stefanowitsch, Anatol: Eine Frage der Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen. 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aber hier sind wir auf der inhaltlichen Ebene von Sprache. Bei Gendersternchen oder Doppelpunkt befinden wir uns auf der symbolischen Ebene von Zeichen. Das wird oft verwechselt, auch von Anatol Stefanowitch in seinem Buch &amp;quot;Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen.&amp;quot;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Sexismus ===&lt;br /&gt;
Das Nennen aller nur möglichen Geschlechter und Geschlechtsidentitäten bringt eine geschlechtliche Kategorisierung in die Sprache und an jeden Menschen. Obwohl das Ziel des Genderns ist, Sexismus zu bekämpfen, ist es dennoch unbeabsichtigt eine sexistische Praxis, sagt Nele Pollatschek. „Wenn wir im Deutschen gendern, dann sagen wir damit: Diese Information ist so wichtig, dass sie immer mitgesagt werden muss.“ Damit machen wir das Geschlecht „zur wichtigsten Identitätskategorie.“ Nele Pollatschek vergleicht die gendersensible Sprachweise der Deutschen, die „sich für das permanente Benennen von Geschlechterunterschieden entschieden haben“ mit der der Briten, die „das Anzeigen von Geschlechtlichkeit so weit wie möglich vermeiden“&amp;lt;ref&amp;gt;Pollatschek, Nele: Deutschland ist besessen von Genitalien. Gendern macht die Diskriminierung nur noch schlimmer. Ein Gastbeitrag im Tagesspiegel am 30. 08. 2020 (28.08.2023)&amp;lt;/ref&amp;gt; und spricht sich klar für die britische Sicht als die zielführendere aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Nele Pollatschek: Dear Oxbridge. Liebesbrief an England. Berlin 2020 (S. 185 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Ist es nicht völlig schnuppe, ob Angela Merkel weilbliche Geschlechtsorgane hat und Friedrich Merz männliche? Und falls doch nicht – würde uns das etwas angehen?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Navid Kermani meint, dass er das Gendern der Sprache als „eine geistige wie politische Regression“ wahrnimmt, denn „Geschlechtszuschreibungen gehen nicht in zwei, sie gehen aber auch nicht in 27 Kategorien auf. Zu meinen, man könnte mittels Sprache jederzeit jedem Angesprochenen gerecht werden, verkennt nicht nur ihr Wesen; es legt die Angesprochenen überhaupt erst fest auf eine Identität. (…) (Aber) wir sind nicht eindeutig, niemand von uns, weder ethnisch noch kulturell, weder psychologisch noch geschlechtlich, (…).“ Und Svenja Flaßpöhler formuliert: „Dem Kampf um Bezeichnungen wohnt die Dialektik inne, dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen.“    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Klassismus ===&lt;br /&gt;
Da die meisten Menschen sich mit der Sprachvariante wohlfühlen, mit der sie sozialisiert sind, und die akademische Bildungsschicht den sprachlichen Veränderungen stärker zugewandt ist, ist die genderinklusive Sprache inzwischen zu einem Unterscheidungsmerkmal geworden, mit dem sich die kreative Klasse und akademische Elite von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. „Gendern ist das Latein der neuen Eliten.“, sagt der Philosoph Philipp Hübl.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp am 11.10.2023 in: wissenschaftskommunikation.de https://www.wissenschaftskommunikation.de/gendern-ist-das-latein-der-neuen-eliten-71125/ (13.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Soziologe Pierre Bordieu&amp;lt;ref&amp;gt;Bordieu: Die feinen Unterschiede. Frankfurt a. M. 2018 (26. Auflage).&amp;lt;/ref&amp;gt; machte darauf aufmerksam, dass die Ungleichheit der Gesellschaft nicht nur durch die ungleiche Verteilung von ökonomischem Kapital entsteht und fortbesteht, wie Karl Marx meinte, sondern auch durch „die feinen Unterschiede“. Bordieu analysierte, dass weitere Kapitalarten für die Aufrechterhaltung von sozialer Ungleichheit verantwortlich sind: Soziales Kapital ist bedeutsam und kennzeichnet, über welche gesellschaftlichen Beziehungen und Netzwerke jemand durch seine Familie oder Sozialisation verfügt. Die Position in der gesellschaftlichen Hierarchie wird außerdem durch das kulturelle Kapital (Bildung, Handlungswissen und formale Abschlüsse sowie Titel) bestimmt sowie das symbolische Kapital. Damit ist der Lebensstil und das Auftreten gemeint - die Sprache, die Manieren, der Musik-, Kunst- und Einrichtungsgeschmack, die Essgewohnheiten, das Modeverhalten, etc. Bordieu nennt das den Habitus eines Menschen. Ein Habitus ist fast unveränderbar, weil er quasi mit der Muttermilch aufgesogen wird und zur persönlichen Disposition wird. Egal, wo jemand geht oder steht – man „riecht“ stets, aus welchem „Stall“ jemand kommt. Ein erfolgreicher Unternehmer beispielweise, der es zu erheblichem Vermögen geschafft hat, gehört trotz seines ökonomischen Kapitals noch lange nicht zur gesellschaftlichen Oberschicht, solange er nicht über den Habitus dieser Schicht verfügt und die Codes nicht kennt. Am Habitus erkennt man sich. Das macht es so schwer, die soziale Klasse zu wechseln und das ist ein Faktor, der bestehende, ungleiche Verhältnisse festschreibt. Der Habitus ist ein Distinktionsmerkmal, mit dem man sich voneinander abgrenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Distinktionsmerkmal ist inzwischen das Gendern geworden. Philipp Hübl spricht vom Soziolekt einer sich als progressiv verstehenden Elite. Die als geschlechtergerecht markierte und vermeintlich moralisch überlegene Sprache dient nicht mehr nur dem politischen Erkennen, sondern ist auch zu einem Abgrenzungsmerkmal der Bildungsoberschicht geworden. Gendern ist sowohl „ein Loyalitätssignal“ &amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Moralspektakel. 2024 (S. 202 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; als auch ein Distinktionsmerkmal geworden, mit dem eine recht homogene, politisch links orientierte, urbane, akademisch gebildete und sozial besser gestellte Gesellschaftsschicht sich sprachlich von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. Wer nicht mitmacht, hat im akademischen Kultur, Medien- und Lehrbetrieb keine Chance. „Diese Eliten (...) haben mit der politischen Korrektheit ihren eigenen Jargon gefunden, übersehen aber oft, dass sie damit andere diskriminieren, nämlich diejenigen, die da nicht mithalten können und denen der Kosmopolitismus mit seinen neuen Codes gar nicht zusagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Die aufgeregte Gesellschaft. München 2019, S. 235.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Urteil wird dann entweder gönnerhaft oder missgünstig, in jedem Fall von oben herab gefällt: „Die sind noch nicht soweit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man als junger Mensch aus einem sozialen Millieu, in dem nicht gegendert wird, Erfolg in der Schule und an der Universität haben, muss man sich anpassen. Dabei bedeutet „anpassen“ nicht, lediglich eine andere Pluralform zu nutzen – nein, es bedeutet einen ganz anderen Sprachhabitus anzunehmen. Dieser neue Sprachhabitus führt aber unweigerlich zu einer Distanzierung vom Herkunftsmillieu, der Familie und den alten Freunden, denn dort wird der neue Code als Abgrenzung erlebt. Der Druck, sich auf die von Akademikern für korrekt befundene inklusive Sprache einzulassen, bringt Menschen aus nicht akademischen Herkunftmillieus in einen unbewussten Entscheidungskonflikt zwischen Bildungserfolg und Herkunftsmillieuzugehörigkeit. Dieser Entscheidungskonflikt wirkt wie ein „sozialer Filter“.&amp;lt;ref&amp;gt;Mehr zum „sozialen Filter“ in El Mafaalani: Mythos Bildung. 2022, S. 91. El-Mafaalani bezieht sich allerdings nicht auf Sprache als Habitusmerkmal.&amp;lt;/ref&amp;gt; Und wichtigster Grund für diesen Entscheidungskonflikt ist der Habitus, von dem die eigene Sprache ein wesentlicher Teil ist – und der fast so sehr zu uns gehört und unabstreifbar ist wie unsere Haut, wie wir von Bordieu wissen. Die inklusive Sprache führt also unbeabsichtigt von dem gut gemeinten Vorsatz, Menschen aufgrund ihres Geschlechtes zu diskriminieren, dazu, dass Menschen klassistisch diskriminiert werden: noch ein Diskriminierungsdilemma.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der kontraproduktiven Wirkung ===&lt;br /&gt;
Diese Paarung von gesellschaftlicher Abgrenzung und moralischer Überlegenheit, die die linke wohlhabende Bildungsoberschicht bzgl. ihrer Gendersprache für sich in Anspruch nimmt und der ein gewaltiger Habitussnobismus inne wohnt, führt zu einem Dilemma der politischen Wirkung. Denn dadurch, dass die Sprache von dieser wohlhabenden, akademischen, kreativen Schicht, zu der viele Journalisten, Politiker und andere Prominente gehören, im Alleingang neu verhandelt wird, verlieren diese für viele Menschen ihre Glaubwürdigkeit. Niemand möchte arrogant von oben herab behandelt werden, und so wenden sich manche Menschen als Folge politisch oder religiös radikal konservativen Gruppen zu und – und das Gendern schadet paradoxerweise seinem eigenen Anliegen. Viele Menschen fühlen sich vom sprachlichen Duktus der intellektuellen Elite ausgeschlossen und beginnen sie zu hassen, wie der Politikwissenschaftler Yascha Mounk herausgearbeitet hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Mounk, Yasha: Im Zeitalter der Identität. Vom Aufsteig einer gefährlichen Idee. 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bitmoji .png|mini|368x368px|Ich schließe mich Svenja Flaßpöhler an: Vor dem Hintergrund, dass dem Kampf um Bezeichnung die Dialektik innewohnt, „dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen“, (…) „erscheint das generische Maskulinum in seiner Geschlechtsunabhängigkeit plötzlich in einem anderen Licht. Liegt seine poststrukturalistische Perspektive nicht gerade darin, dass es von geschlechtlichen Identifikationen absieht? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Busfahrer&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Busfahrer*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;innen: Nicht das Geschlecht, sondern das Tun wäre der Kern der Bezeichnung. Unbestritten gehört es zu den Errungenschaften der Emanzipation, dass man Menschen nicht auf ihr Geschlecht reduziert, sondern für das anerkennt, was sie können und machen. Wenn es gelänge, das generische Maskulinum als universale, geschlechtsunabhängige Bezeichnungspraxis zu nehmen, die es rein formal ist: Böte es dann nicht ein erstaunliches emanzipatorisches Potenzial – und zwar gerade durch seine umfassende Bezeichnungskraft, die nicht nur einzelne Gruppen meint, sondern alle?“&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 142 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
Ich persönlich finde es problematisch, schulterzuckend in Kauf zu nehmen, so vielen Menschen Teilhabe an Sprache und damit Gesellschaft zu erschweren oder gar zu verwehren. Hier wird von den Befürwortern der Gendersprache eine angebliche, nur auf sprachlicher Symbolik beruhende Benachteiligung über eine tatsächliche sprachliche Benachteiligung gestellt. Eine verkomplizierende, symbolische Sprachreform achtlos auf Kosten von anderen, ebenso vulnerablen gesellschaftlichen Gruppen zu fordern, finde ich sehr fragwürdig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Frage der geschlechtergerechten Sprache mahnt der Rat für deutsche Rechtschreibung zur Sensibilität gegenüber dem Thema, spricht aber keine Norm aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26.03.2021 Kurzgefasst wird gesagt: „Der Rat für deutsche Rechtschreibung bekräftigt in seiner Sitzung am 26.03.2021 seine Auffassung, dass allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache begegnet werden soll und sie sensibel angesprochen werden sollen. Dies ist allerdings eine gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Aufgabe, die nicht allein mit orthografischen Regeln und Änderungen der Rechtschreibung gelöst werden kann. Das Amtliche Regelwerk gilt für Schulen sowie für Verwaltung und Rechtspflege. Der Rat hat vor diesem Hintergrund die Aufnahme von Asterisk („Gender-Stern“), Unterstrich („Gender-Gap“), Doppelpunkt oder anderen verkürzten Formen zur Kennzeichnung mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen im Wortinnern in das Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung zu diesem Zeitpunkt nicht empfohlen.“ https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine einheitliche Sprachvariante zu finden ist inzwischen wohl gar nicht mehr möglich. Selbst der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch (und der hat in „Eine Frage der Moral“  immerhin ein ganzes Buch lang für sensible Sprache plädiert) sagt inzwischen: „Am besten wäre es, wenn wir aufhören würden, nach einheitlichen Sprachregelungen zu rufen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Stefanowitsch, Anatol (Professor für Sprachwissenschaft an der FU Berlin): Interview am 30.09.2020 im Tagesspiegel. Anatol Stefanowitsch ist der Autor des Buches „Eine Frage der Moral. Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen.“, erschienen 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesem Appell möchte ich mich anschließen. Welche Dilemmata mit den verschiedenen Sprachvarianten und mit der gesellschaftlichen Diskussion darüber einhergehen, habe ich aufgezeigt. Auch ich erlebe dabei den sozialen Druck, eine geschlechterinklusive Sprachvariante als Loyalitätssignal zu nutzen. Denn die jeweils verwendete Sprachvariante wird gegenwärtig so stark als ein Signal von Moral gewertet, dass sie in Arbeitsprozessen Vertrauensbildung sowohl unterstützen als auch verhindern kann. In der Arbeit mit jungen Menschen, die grade von der Uni kommen, erlebe ich häufig eine misstrauische Distanz, wenn die jungen Akademiker wahrnehmen, dass ich nicht die gleiche Sprachvariante nutze, die sie selbst für die richtige halten. Deshalb ist es notwendig, dass jeder von uns seine jeweils gewählte Variante kommuniziert und begründet, um als Sprecher niemanden zu verletzen und um als Sprechende nicht vorschnell in eine Schublade gesteckt zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist verwende ich die generische Form &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; in ihrer genderneutralen Definition, die alle Geschlechter und Identitäten umfasst. Manchmal versehe ich diese mit einem * (&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;), weil ich weiß, dass vielen jungen Menschen die inklusive Bedeutung der generischen Form nicht mehr bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen und Anmerkungen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehrerbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=152007</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/Sprachbildung/Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=152007"/>
		<updated>2026-04-08T10:36:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Übersicht Sprachvarianten der gendersensiblen Sprache.png|mini|Die Frage, um die es bei dem Dilemma der geschlechtersensiblen Sprache geht, ist nicht, ob wir für eine Sprache sind, die geschlechtergerecht ist - denn diese Frage wird wohl hoffentlich jeder mit „Na logo, auf alle Fälle!“ beantworten. Die Diskussion dreht sich um die Frage, &#039;&#039;welche Variante&#039;&#039; die passendste ist – denn jede(!) Variante nimmt für sich in Anspruch, geschlechtergerecht zu sein ...|399x399px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Dilemma des Wunsches nach sprachlicher Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
Die Diskussion um eine geschlechterinklusive Sprache geht mit einem hohen Maß an gesellschaftlicher Aufregung einher. Den Befürwortern geht es um ein gesellschaftspolitisches Anliegen, das sympatisch und  legitim ist: Geschlechtergerechtigkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Ungeachtet des &amp;quot;berechtigten Wunsches&amp;quot; muss man allerdings fethalten, dass Gerechtigkeit eine &#039;&#039;ethische&#039;&#039; Kategorie ist, die zur Beschreibung grammatikalischer Strukturen ungeeignet ist - das mach es auch so schwierig.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dem mehr als berechtigten Wunsch steht allerdings das Problem gegenüber, dass die als geschlechtergerecht favorisierten Sprachvarianten ihrem inklusiven Anspruch nicht gerecht werden. Aus dem Wunsch, nicht zu diskriminieren, entstehen neue Diskriminierungen. Im Folgenden möchte ich diese Problematiken aufblättern (und damit auch meine eigene Variantenwahl begründen).&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur historischen Entwicklung ===&lt;br /&gt;
Die ursprüngliche Pluralvariante war bzw. ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Mit diesem &#039;&#039;generischen Plural&#039;&#039; waren und sind qua Definition alle jungen Menschen gemeint, die zur Schule gehen – völlig unabhängig vom Geschlecht. Dabei hat &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine doppelte Bedeutung, denn mit dem Nomen kann man auch eine reine Jungengruppe bezeichnen. Will man ausdrücken, dass es sich um eine reine Jungengruppe handelt, sagt man &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;männliche Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Will man ausdrücken, dass es sich um einen reine Mädchengruppe handelt, gibt es dafür einen eigenen Plural: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. (Diese Pluralformen sind historisch gewachsen und haben ihren Ursprung natürlich in einer patriarchalen Kultur, dennoch ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; qua Definition inklusiv und wurde auch bis in die 1980er Jahre allgemein so verstanden.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Definition wurde im Zuge der Frauengleichberechtigungsbewegung ab den 1980er Jahren von feministischen Linguistikerinnen in der alten BRD (Übrigens nur in der BRD, in der DDR wirkte die Frauenbewegung unabhängig von dieser Sprachinterpretation; und das ist wichtig zum Verständnis der heutigen politischen Fronten!) in Frage gestellt: Frauen seien in dieser Pluralform nicht mitgemeint und würden nicht angesprochen, kritisierten z. B. Luise F. Pusch, Senta Tromel-Plötz u. a. Bahnbrechend war 1984 das Buch „Das Deutsche als Männersprache“ von Luise F. Pusch.&amp;lt;ref&amp;gt;Pusch, Luise F.: Das Deutsche als Männersprache. Aufsätze und Glossen zur feministischen Linguistik. 1984.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache zementiere die Männerherrschaft, wurde beanstandet. Um die politische Frauenbewegung zu unterstützen, wurde das Genus (das grammatische Geschlecht der Sprache) mit dem Sexus (das biologische Geschlecht von Menschen) gleichgesetzt. Luise F. Pusch schlug u. a. vor, von nun an nur noch &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, (sie nannte es das &amp;quot;generische Femininum&amp;quot;) als Pluralform zu nutzen, schließlich seien die Männer ja lange genug bevorteilt worden und nun die Frauen dran; die Pluralform sollte sozusagen nach dem Rotationsprinzip angewendet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Im Landkreis Rotenburg an der Wümme wird seit 2024 auf Anordnung des CDU-Landrats Marco Prietz in der Verwaltung das generische Feminium verwendet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Idee setzte sich nicht durch; aber mit zunehmender Gleichberechtigung gab es in der alten BRD einen immer größer werdenden Konsens, die weibliche Pluralform in der Sprache mitzunennen. Die politisch motivierte Behauptung, dass mit &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nur männliche Menschen gemeint seien, sickerte in Westdeutschland ins gesellschaftliche Bewusstsein. Es wurde nun normal, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen und Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler/-innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu schreiben. An den Universitäten, insbesondere im nördlichen Westdeutschland, wurde in den 1980er Jahren die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülerInnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch es dauerte nicht lange (ungefähr mit Beginn der 2000er Jahre), da wurde neue Kritik laut: „Damit werden nur die weiblichen und männlichen Geschlechtsidentitäten genannt – und alle anderen bleiben unsichtbar!“ Es wurde, insbesondere in einem sich als progressiv und links verstehenden Millieu und insbesondere in Nord- und Westdeutschland, nach neuen, alle Geschlechteridentitäten inkludierenden Varianten gesucht: Bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; steht der Unterstrich bzw. das Sternchen für „alle weiteren“, geht also über die Benennung von nur Frauen und Männern hinaus und soll trans und nicht-binäre Menschen sichtbar werden lassen. Weil der Unterstrich bei Unterstreichungen nicht zu lesen ist und aufgrund von technischen Schwierigkeiten von Screenreadern entstand die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Aber auch an diesen Varianten gibt es Kritik, z. B. dass Frauen wieder nur nachgeschoben und damit zweitrangig seien, wie Luise F. Pusch meint. Oder: „Wer weder in die männliche noch weibliche Kategorie passt, landet nolens volens repräsentationslogisch in der lautlichen Lücke des Unterstrichts oder wird zum Sternchen: Ist das gerecht und angemessen – oder abermals eine Hierarchisierung?“.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021 (S. 143 f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Kübra Gümüşay überlegen viele andere, ob wir vielleicht gänzlich darauf verzichten sollten, „Menschen nach ihrer Geschlechtsidentität“ zu kategorisieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Gümüşay, Kübra: Sprache und Sein. München 2021 (S.21).&amp;lt;/ref&amp;gt; Lann Hornscheid, bis 2016 Professorens am Zentrum für tranzdisziplinäre Geschlechterstudien der Berliner Humboldt-Universität, hat deshalb früher &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülX&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und später &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülens&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; vorgeschlagen. Hermes Phettberg und Thomas Kronschläger plädieren für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülys&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Hermes Phettberg war ein österreichisches Schauspiely, Aktionskünstly und Schriftstelly. Seit 2019 verwendet das Sprachdidaktiky Thomas Kronschläger an der TU Braunschweig dessen y-Variante für eine entgenderte Sprache.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl.: Thomas Kronschläger (Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung): Entgendern nach Phettberg. Am 28.01.2022 auf www.bpb.de https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/geschlechtergerechte-sprache-2022/346085/entgendern-nach-phettberg/ (zuletzt 09.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Debatte um eine ge- oder entgenderte Sprache wird uns noch lange beschäftigen und die Positionen und Sprachvorschläge ändern sich immer wieder. Und da Menschen dazu neigen, die Variante, mit der sie sozialisiert wurden, für die passendste zu halten, die Menschen aber in unterschiedlichen Zeiten, unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und unterschiedlichen Regionen mit jeweils unterschiedlichen Sprachvarianten sozialisiert wurden, gibt es inzwischen Verfechter für ganz verschiedene Varianten, oft ohne dass diese kritisch reflektiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zur Zeit in Westdeutschland verbreiteste Gendervariante ist die mit Sternchen oder Doppelpunkt, die im mündlichen Sprachgebrauch mit dem Glottisschlag, der kleinen Pause, gesprochen wird. Je konsequenter mensch diesen Ansatz jedoch zu Ende denkt, desto größer wird das sprachliche Dilemma, denn die Sprache wird immer unverständlicher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch höhere Sprachbarrieren ===&lt;br /&gt;
Sprache, die gendert, wird komplizierter - das lässt sich nicht von der Hand weisen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jede und jeder Bürger:in kann am Sonntag in sein:ihr Wahllokal gehen und seine:ihre Stimme abgeben. Im Wahlkampf haben alle Kandidat:innen wie ein Löwe bzw. eine Löwin gekämpft. Wer unser:e neue:r Bürgermeister:in wird, wird am Montag von dem:der Pressesprecher:in dem:der Gewinner:in mitgeteilt. Er:sie lässt dann die Korken knallen!&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den &amp;quot;Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; wird darauf hingewiesen, dass durch diese Sprachverwendung erhebliche Sprachbarrieren entstehen, die die gesellschaftliche Teilhabe erschweren, für Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ... die eine Zuwanderungsbiografie haben.&lt;br /&gt;
* ... die eine Behinderung haben. (Der D&#039;&#039;eutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.&#039;&#039; bittet deshalb darum, dass auf die Schreibweise mit Satz- und Sonderzeichen verzichtet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Position des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands https://www.dbsv.org/gendern.html (zuletzt: 10.03.2026)&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
* ... die Leseschwierigkeiten haben oder Analphabeten sind  (immerhin 6,2 Mio in Dtl.!&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Es entsteht also das Dilemma, dass durch den Versuch, niemanden durch Sprache zu benachteiligen, andere vulnerable Menschengruppen durch Sprache benachteiligt werden - ein Diskriminierungsdilemma. &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
Und dabei ist das Sprachbeispiel oben noch ein einfaches. Noch schwieriger wird es, wenn mensch den Ansatz des Genderns konsequent weiterdenkt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäste&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wird inzwischen bereits oft &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäst:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gemacht, muss dann nicht auch aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Person&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Person:&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;er (PLURAL: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Personer:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;(?)) und aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Mensch&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Mensch:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; werden? Müsste &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Dackel&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Dackel:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; sein? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Genie&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Genie:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Fee&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Fee:er&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Opfer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die/der Opfer:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Leiche&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Leiche:r&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Der Leichnam&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Leichnam:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;?&amp;lt;ref&amp;gt;Alicia Joe: Warum Gendersprache scheitern wird. (o. J.)&lt;br /&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=aZaBzeVbLnQ&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das ergibt dann z. B. so einen Satz:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Der/die Person:er, der/die anonym den/die Dackel:in geschenkt bekommen hatte, hat sich sehr gefreut, den/die Schenkende eine:n Genie:in genannt, das seine/ihre geheimsten Wünsche errät, und all ihren Gäst:innen von seinem/ihrem geheimnisvollen Wünschererfüller:in erzählt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was machen wir, wenn die Männer es eines Tages ungerecht finden, dass im Plural der Artikel &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und das Possessivpronomen &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;ihr&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; verwendet wird? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bsp: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die&amp;lt;/u&amp;gt; Männer setzen sich auf&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ihre&amp;lt;/u&amp;gt; Plätze.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugegeben, dass ist nicht die aktuelle Diskussion, sondern weitergedacht. Dennoch: Bei konsequentem Gendern&amp;lt;ref&amp;gt;Definition &#039;&#039;Gendern&#039;&#039; nach dem &amp;quot;Handbuch geschlechtergerechte Sprache&amp;quot; des Dudenverlags von Diewald und Steinhauer, 2020, S. 49: &amp;quot;Gendern verstehen wir als ein sprachliches Verfahren, um Gleichberechtigung (...) im Sprachgebrauch zu erreichen.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; ist Sprache kein praktisch zu handhabendes Kommunikationswerkzeug mehr ist. Denn der Gerechtigkeitsanspruch, der zur Zeit an Sprache gestellt wird, ist aufgrund der Sprachstruktur praktisch unerfüllbar. Ihm zugrunde liegt eine These, die gänzlich verschiedene Kategorien vermischt.&lt;br /&gt;
[[Datei:GENUS = SEXUS-GENDER?!?.png|mini|331x331px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Gleichsetzung des grammatikalischen GENUS mit dem menschlichen SEXUS und GENDER ===&lt;br /&gt;
Die gesamte Debatte über geschlechtersensible Sprache fußt auf der These, Genus mit Sexus bzw. Gender gleichzusetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wissenschaftler kritisieren Genderpraxis des ORR. (o. J.) https://www.linguistik-vs-gendern.de/ (zuletzt 30. 03. 2026)&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möglicherweise wäre die Sprache gar nicht solch ein Thema in der Diskriminierungsdebatte geworden, würde die Grammatik nicht Begrifflichkeiten wie „Geschlecht“ sowie „maskulin“, „feminin“ und „neutral“ verwenden. Diese wurden vor ein paar Jahrhunderten aus dem Lateinischen übernommen und die Sprachwissenschaftler früherer Zeiten hätten gut daran getan, andere zu erfinden. Auf die Idee kamen sie aber nicht, nicht nur weil Latein damals der Maßstab für grammatische Kategorien waren, sondern weil es damals undenkbar war, dass die Welt nicht stramm binär sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso binär wurde auch noch in den 1980er Jahren gedacht, als seitens der feministischen Linguistikerinnen gefordert wurde, Frauen mitzunennen. Hatte man zuvor &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrer.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gesagt und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Gattungsbegriff ohne Geschlechtshinweis verstanden, wurde es nun wichtig &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrerinnen.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu sagen und das Geschlecht zu benennen. Der allgemeine, generische Plural &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wurde nun „generisches Maskulinum“ genannt, um die Dominanz der Männer in der Sprache zu verdeutlichen. Sprache wurde zu einem politischen Kampfmittel der westdeutschen Frauenbewegung. Dabei wurde von folgenden Thesen ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit Sexus.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets beide Geschlechter zu nennen bedeutet, die Gleichberechtigung zu unterstützen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige Sprache, die die Gleichberechtigung unterstützt, und eine moralisch falsche, die die Emanzipation behindert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Logik der feministischen Linguistikerinnen konnte in Westdeutschland (in Ostdeutschland verlief, wie gesagt, die Frauengleichberechtigung nicht gekoppelt an diese Gleichsetzung von Grammatik und Biologie) weitgehend überzeugen. Sie war zumindest so überzeugend, dass viele Menschen diese Logik verinnerlicht haben und ihr unhinterfragt immer noch folgen -  auch wenn inzwischen das binäre „beide“ durch „alle“ ersetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D. h. aus den Thesen der feministischen Linguistik wurden diese:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit &amp;lt;s&amp;gt;Sexus&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;Sexus und Gender&#039;&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets &amp;lt;s&amp;gt;beide&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;alle&#039;&#039; Geschlechter zu nennen bedeutet antidiskriminierend zu sein.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige und eine moralisch falsche Sprache.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ergibt sich das Dilemma einer inkohärenten Logik, denn für ein völlig neues gesellschaftliches Anliegen (Binarität überwinden und so Geschlechteridentitätengerechtigkeit herstellen) wurde die binäre Argumentationslogik eines völlig anderen, binären gesellschaftlichen Anliegens (die Menschheit besteht aus Frauen und Männern und beide sind gleichberechtigt) übernommen – ein Denkfehler mit politischen Folgen. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Menschen in Westdeutschland sich an den Fehler, Genus mit Sexus gleichzusetzen bereits gewöhnt hatten und es ihnen deshalb nicht weiter auffiel, als sich diese Gleichsetzung auf Gender ausweitete. In Ostdeutschland fiel und fällt den Menschen dieser Fehler aber sehr wohl auf - und so entsteht das Dilemma einer Spaltung. Genus und Sexus gleichzusetzen war in den Zeiten der Frauenbewegung eine politisch motivierte Interpretation, die aber zu hinterfragen ist, weil verschiedene Kategorien vermischt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Marie F. Pusch findet fake facts als politisches Kampfmittel legitim - das wird deutlich im Podcast „Alles gesagt?“ (von DIE ZEIT)  mit Luise F. Pusch am 22.11.2022: „Luise Pusch, warum ist Deutsch eine Männersprache?“&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch der Anspruch, „tatsächlich alle Gruppen und Identitäten abzubilden, (stößt) an klar benennbare sprachlogische Grenzen. So ist es bei Lichte betrachtet unmöglich, für alle denkbaren Identitäten eine adäquate, gleichberechtigte grammatikalische Repräsentation zu finden.“, schreibt Svenja Flaßpöhler.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 143 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma von Partizipialformen (&amp;quot;Lernende&amp;quot; statt &amp;quot;Schüler&amp;quot;) ===&lt;br /&gt;
Häufig werden Partizipialformen als Plural gewählt, weil sie im Plural geschleichtsneutral sind - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Studierende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Mitarbeitende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lernende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forschende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; usw. Allerdings sind diese Ersatzformen oft nicht bedeutungsgleich mit dem Ausgangswort. So ist ein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forscher&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine Person, die beruflich forscht, während ein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forschender&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht zwangsläufig einen wissenschaftlichen Beruf ausüben muss und das Gleiche gilt für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Bäcker&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Backenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Maler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Malenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Musiker&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Musizierenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; usw. Das Partizip 1 bezeichnet eine Tätigkeit, die gerade ausgeübt wird. Deshalb sind &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Wähler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, die ihr Wahlrecht nicht ausüben, keine &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Wählenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ein Fahrradfahrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, der sein Rad abgestellt hat, ist kein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Fahrradfahrender&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Frage, ob die Sprache das Geschlechterbewusstsein formt oder nicht ===&lt;br /&gt;
Um die Notwendigkeit einer neuen Sprache zu begründen, wurden psycholinguistische Studien gemacht. Man wollte herausfinden, ob das generische Maskulinum männliche Assoziationen erzeuge, ob also bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Einwohner&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eher an männliche Personen gedacht würde. Dieser Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen - werden alledings je nach politischer Intention immer wieder unterschiedlich interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Philipp Hübl hat Studien zur vermuteten Sprachwirkung auf die Gleichberechtigung ausgewertet und kam zu einem negativen Befund. Vgl. Hübl, Philipp: Vorlesung an der Universität der Künste in Berlin 2023: Einführung ins kritische Denken. Sondersitzung: Gendern. 2023. https://www.youtube.com/watch?v=gOEGKm5IAE4 &amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein unüberwindbares Problem bei jeder Studie zu diesem Thema ist das Unteruchungssetting - denn diese Studien finden und fanden in einer Zeit statt, als die Sprecher und Sprecherinnen bereits von der Sprachdebatte und der Genderpraxis geprägt waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 29.&amp;lt;/ref&amp;gt; Studien aus der Zeit vor 1980 liegen nicht vor; weibliche Menschen, die damals spachlich sozialisiert wurden, berichten allerdings, dass sie sich niemals ausgeschlossen gefühlt hätten, weil klar war, dass &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; ungeschlechtlich definiert war und alle Menschen meinte. In dem Moment, in dem &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Plural für männliche Menschen verstanden wird, stellt man sich selbstverständlich Männer dabei vor. Dieser Frage ist deshalb durch empirische Studien also leider schlicht nicht zu beantworten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lohnt sich allerdings ein Blick in Sprachgemeinschaften, deren Sprache keinerlei Unterscheidung bzgl. des Geschlechts kennen. Das Türkische oder das Persische sind solche Sprachen. Doch,  so schreibt Navid Kermani, es ist „ein Trugschluss, dass sich aus der sprachlichen Gleichheit der Geschlechter reale soziale Gleichheit ergibt.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Kermani, Navid: Mann, Frau, völlig egal. In: DIE ZEIT Feuilleton.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich hat der Inhalt von Sprache eine Wirkung auf das Bewusstsein. Beispielsweise macht es einen Unterschied, ob von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Scheinehe&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Schutzehe&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; gesprochen wird, von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Sonderabfall&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Giftmüll&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Militärischer Spezialoperation&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Angriffskrieg&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Stefanowitsch, Anatol: Eine Frage der Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen. 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aber hier sind wir auf der inhaltlichen Ebene von Sprache. Bei Gendersternchen oder Doppelpunkt befinden wir uns auf der symbolischen Ebene von Zeichen. Das wird oft verwechselt, auch von Anatol Stefanowitch in seinem Buch &amp;quot;Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen.&amp;quot;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Sexismus ===&lt;br /&gt;
Das Nennen aller nur möglichen Geschlechter und Geschlechtsidentitäten bringt eine geschlechtliche Kategorisierung in die Sprache und an jeden Menschen. Obwohl das Ziel des Genderns ist, Sexismus zu bekämpfen, ist es dennoch unbeabsichtigt eine sexistische Praxis, sagt Nele Pollatschek. „Wenn wir im Deutschen gendern, dann sagen wir damit: Diese Information ist so wichtig, dass sie immer mitgesagt werden muss.“ Damit machen wir das Geschlecht „zur wichtigsten Identitätskategorie.“ Nele Pollatschek vergleicht die gendersensible Sprachweise der Deutschen, die „sich für das permanente Benennen von Geschlechterunterschieden entschieden haben“ mit der der Briten, die „das Anzeigen von Geschlechtlichkeit so weit wie möglich vermeiden“&amp;lt;ref&amp;gt;Pollatschek, Nele: Deutschland ist besessen von Genitalien. Gendern macht die Diskriminierung nur noch schlimmer. Ein Gastbeitrag im Tagesspiegel am 30. 08. 2020 (28.08.2023)&amp;lt;/ref&amp;gt; und spricht sich klar für die britische Sicht als die zielführendere aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Nele Pollatschek: Dear Oxbridge. Liebesbrief an England. Berlin 2020 (S. 185 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Ist es nicht völlig schnuppe, ob Angela Merkel weilbliche Geschlechtsorgane hat und Friedrich Merz männliche? Und falls doch nicht – würde uns das etwas angehen?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Navid Kermani meint, dass er das Gendern der Sprache als „eine geistige wie politische Regression“ wahrnimmt, denn „Geschlechtszuschreibungen gehen nicht in zwei, sie gehen aber auch nicht in 27 Kategorien auf. Zu meinen, man könnte mittels Sprache jederzeit jedem Angesprochenen gerecht werden, verkennt nicht nur ihr Wesen; es legt die Angesprochenen überhaupt erst fest auf eine Identität. (…) (Aber) wir sind nicht eindeutig, niemand von uns, weder ethnisch noch kulturell, weder psychologisch noch geschlechtlich, (…).“ Und Svenja Flaßpöhler formuliert: „Dem Kampf um Bezeichnungen wohnt die Dialektik inne, dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen.“    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Klassismus ===&lt;br /&gt;
Da die meisten Menschen sich mit der Sprachvariante wohlfühlen, mit der sie sozialisiert sind, und die akademische Bildungsschicht den sprachlichen Veränderungen stärker zugewandt ist, ist die genderinklusive Sprache inzwischen zu einem Unterscheidungsmerkmal geworden, mit dem sich die kreative Klasse und akademische Elite von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. „Gendern ist das Latein der neuen Eliten.“, sagt der Philosoph Philipp Hübl.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp am 11.10.2023 in: wissenschaftskommunikation.de https://www.wissenschaftskommunikation.de/gendern-ist-das-latein-der-neuen-eliten-71125/ (13.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Soziologe Pierre Bordieu&amp;lt;ref&amp;gt;Bordieu: Die feinen Unterschiede. Frankfurt a. M. 2018 (26. Auflage).&amp;lt;/ref&amp;gt; machte darauf aufmerksam, dass die Ungleichheit der Gesellschaft nicht nur durch die ungleiche Verteilung von ökonomischem Kapital entsteht und fortbesteht, wie Karl Marx meinte, sondern auch durch „die feinen Unterschiede“. Bordieu analysierte, dass weitere Kapitalarten für die Aufrechterhaltung von sozialer Ungleichheit verantwortlich sind: Soziales Kapital ist bedeutsam und kennzeichnet, über welche gesellschaftlichen Beziehungen und Netzwerke jemand durch seine Familie oder Sozialisation verfügt. Die Position in der gesellschaftlichen Hierarchie wird außerdem durch das kulturelle Kapital (Bildung, Handlungswissen und formale Abschlüsse sowie Titel) bestimmt sowie das symbolische Kapital. Damit ist der Lebensstil und das Auftreten gemeint - die Sprache, die Manieren, der Musik-, Kunst- und Einrichtungsgeschmack, die Essgewohnheiten, das Modeverhalten, etc. Bordieu nennt das den Habitus eines Menschen. Ein Habitus ist fast unveränderbar, weil er quasi mit der Muttermilch aufgesogen wird und zur persönlichen Disposition wird. Egal, wo jemand geht oder steht – man „riecht“ stets, aus welchem „Stall“ jemand kommt. Ein erfolgreicher Unternehmer beispielweise, der es zu erheblichem Vermögen geschafft hat, gehört trotz seines ökonomischen Kapitals noch lange nicht zur gesellschaftlichen Oberschicht, solange er nicht über den Habitus dieser Schicht verfügt und die Codes nicht kennt. Am Habitus erkennt man sich. Das macht es so schwer, die soziale Klasse zu wechseln und das ist ein Faktor, der bestehende, ungleiche Verhältnisse festschreibt. Der Habitus ist ein Distinktionsmerkmal, mit dem man sich voneinander abgrenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Distinktionsmerkmal ist inzwischen das Gendern geworden. Philipp Hübl spricht vom Soziolekt einer sich als progressiv verstehenden Elite. Die als geschlechtergerecht markierte und vermeintlich moralisch überlegene Sprache dient nicht mehr nur dem politischen Erkennen, sondern ist auch zu einem Abgrenzungsmerkmal der Bildungsoberschicht geworden. Gendern ist sowohl „ein Loyalitätssignal“ &amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Moralspektakel. 2024 (S. 202 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; als auch ein Distinktionsmerkmal geworden, mit dem eine recht homogene, politisch links orientierte, urbane, akademisch gebildete und sozial besser gestellte Gesellschaftsschicht sich sprachlich von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. Wer nicht mitmacht, hat im akademischen Kultur, Medien- und Lehrbetrieb keine Chance. „Diese Eliten (...) haben mit der politischen Korrektheit ihren eigenen Jargon gefunden, übersehen aber oft, dass sie damit andere diskriminieren, nämlich diejenigen, die da nicht mithalten können und denen der Kosmopolitismus mit seinen neuen Codes gar nicht zusagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Die aufgeregte Gesellschaft. München 2019, S. 235.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Urteil wird dann entweder gönnerhaft oder missgünstig, in jedem Fall von oben herab gefällt: „Die sind noch nicht soweit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man als junger Mensch aus einem sozialen Millieu, in dem nicht gegendert wird, Erfolg in der Schule und an der Universität haben, muss man sich anpassen. Dabei bedeutet „anpassen“ nicht, lediglich eine andere Pluralform zu nutzen – nein, es bedeutet einen ganz anderen Sprachhabitus anzunehmen. Dieser neue Sprachhabitus führt aber unweigerlich zu einer Distanzierung vom Herkunftsmillieu, der Familie und den alten Freunden, denn dort wird der neue Code als Abgrenzung erlebt. Der Druck, sich auf die von Akademikern für korrekt befundene inklusive Sprache einzulassen, bringt Menschen aus nicht akademischen Herkunftmillieus in einen unbewussten Entscheidungskonflikt zwischen Bildungserfolg und Herkunftsmillieuzugehörigkeit. Dieser Entscheidungskonflikt wirkt wie ein „sozialer Filter“.&amp;lt;ref&amp;gt;Mehr zum „sozialen Filter“ in El Mafaalani: Mythos Bildung. 2022, S. 91. El-Mafaalani bezieht sich allerdings nicht auf Sprache als Habitusmerkmal.&amp;lt;/ref&amp;gt; Und wichtigster Grund für diesen Entscheidungskonflikt ist der Habitus, von dem die eigene Sprache ein wesentlicher Teil ist – und der fast so sehr zu uns gehört und unabstreifbar ist wie unsere Haut, wie wir von Bordieu wissen. Die inklusive Sprache führt also unbeabsichtigt von dem gut gemeinten Vorsatz, Menschen aufgrund ihres Geschlechtes zu diskriminieren, dazu, dass Menschen klassistisch diskriminiert werden: noch ein Diskriminierungsdilemma.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der kontraproduktiven Wirkung ===&lt;br /&gt;
Diese Paarung von gesellschaftlicher Abgrenzung und moralischer Überlegenheit, die die linke wohlhabende Bildungsoberschicht bzgl. ihrer Gendersprache für sich in Anspruch nimmt und der ein gewaltiger Habitussnobismus inne wohnt, führt zu einem Dilemma der politischen Wirkung. Denn dadurch, dass die Sprache von dieser wohlhabenden, akademischen, kreativen Schicht, zu der viele Journalisten, Politiker und andere Prominente gehören, im Alleingang neu verhandelt wird, verlieren diese für viele Menschen ihre Glaubwürdigkeit. Niemand möchte arrogant von oben herab behandelt werden, und so wenden sich manche Menschen als Folge politisch oder religiös radikal konservativen Gruppen zu und – und das Gendern schadet paradoxerweise seinem eigenen Anliegen. Viele Menschen fühlen sich vom sprachlichen Duktus der intellektuellen Elite ausgeschlossen und beginnen sie zu hassen, wie der Politikwissenschaftler Yascha Mounk herausgearbeitet hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Mounk, Yasha: Im Zeitalter der Identität. Vom Aufsteig einer gefährlichen Idee. 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bitmoji .png|mini|368x368px|Ich schließe mich Svenja Flaßpöhler an: Vor dem Hintergrund, dass dem Kampf um Bezeichnung die Dialektik innewohnt, „dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen“, (…) „erscheint das generische Maskulinum in seiner Geschlechtsunabhängigkeit plötzlich in einem anderen Licht. Liegt seine poststrukturalistische Perspektive nicht gerade darin, dass es von geschlechtlichen Identifikationen absieht? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Busfahrer&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Busfahrer*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;innen: Nicht das Geschlecht, sondern das Tun wäre der Kern der Bezeichnung. Unbestritten gehört es zu den Errungenschaften der Emanzipation, dass man Menschen nicht auf ihr Geschlecht reduziert, sondern für das anerkennt, was sie können und machen. Wenn es gelänge, das generische Maskulinum als universale, geschlechtsunabhängige Bezeichnungspraxis zu nehmen, die es rein formal ist: Böte es dann nicht ein erstaunliches emanzipatorisches Potenzial – und zwar gerade durch seine umfassende Bezeichnungskraft, die nicht nur einzelne Gruppen meint, sondern alle?“&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 142 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
Ich persönlich finde es problematisch, schulterzuckend in Kauf zu nehmen, so vielen Menschen Teilhabe an Sprache und damit Gesellschaft zu erschweren oder gar zu verwehren. Hier wird von den Befürwortern der Gendersprache eine angebliche, nur auf sprachlicher Symbolik beruhende Benachteiligung über eine tatsächliche sprachliche Benachteiligung gestellt. Eine verkomplizierende, symbolische Sprachreform achtlos auf Kosten von anderen, ebenso vulnerablen gesellschaftlichen Gruppen zu fordern, finde ich sehr fragwürdig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Frage der geschlechtergerechten Sprache mahnt der Rat für deutsche Rechtschreibung zur Sensibilität gegenüber dem Thema, spricht aber keine Norm aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26.03.2021 Kurzgefasst wird gesagt: „Der Rat für deutsche Rechtschreibung bekräftigt in seiner Sitzung am 26.03.2021 seine Auffassung, dass allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache begegnet werden soll und sie sensibel angesprochen werden sollen. Dies ist allerdings eine gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Aufgabe, die nicht allein mit orthografischen Regeln und Änderungen der Rechtschreibung gelöst werden kann. Das Amtliche Regelwerk gilt für Schulen sowie für Verwaltung und Rechtspflege. Der Rat hat vor diesem Hintergrund die Aufnahme von Asterisk („Gender-Stern“), Unterstrich („Gender-Gap“), Doppelpunkt oder anderen verkürzten Formen zur Kennzeichnung mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen im Wortinnern in das Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung zu diesem Zeitpunkt nicht empfohlen.“ https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine einheitliche Sprachvariante zu finden ist inzwischen wohl gar nicht mehr möglich. Selbst der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch (und der hat in „Eine Frage der Moral“  immerhin ein ganzes Buch lang für sensible Sprache plädiert) sagt inzwischen: „Am besten wäre es, wenn wir aufhören würden, nach einheitlichen Sprachregelungen zu rufen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Stefanowitsch, Anatol (Professor für Sprachwissenschaft an der FU Berlin): Interview am 30.09.2020 im Tagesspiegel. Anatol Stefanowitsch ist der Autor des Buches „Eine Frage der Moral. Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen.“, erschienen 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesem Appell möchte ich mich anschließen. Welche Dilemmata mit den verschiedenen Sprachvarianten und mit der gesellschaftlichen Diskussion darüber einhergehen, habe ich aufgezeigt. Auch ich erlebe dabei den sozialen Druck, eine geschlechterinklusive Sprachvariante als Loyalitätssignal zu nutzen. Denn die jeweils verwendete Sprachvariante wird gegenwärtig so stark als ein Signal von Moral gewertet, dass sie in Arbeitsprozessen Vertrauensbildung sowohl unterstützen als auch verhindern kann. In der Arbeit mit jungen Menschen, die grade von der Uni kommen, erlebe ich häufig eine misstrauische Distanz, wenn die jungen Akademiker wahrnehmen, dass ich nicht die gleiche Sprachvariante nutze, die sie selbst für die richtige halten. Deshalb ist es notwendig, dass jeder von uns seine jeweils gewählte Variante kommuniziert und begründet, um als Sprecher niemanden zu verletzen und um als Sprechende nicht vorschnell in eine Schublade gesteckt zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist verwende ich die generische Form &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; in ihrer genderneutralen Definition, die alle Geschlechter und Identitäten umfasst. Manchmal versehe ich diese mit einem * (&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;), weil ich weiß, dass vielen jungen Menschen die inklusive Bedeutung der generischen Form nicht mehr bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen und Anmerkungen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehrerbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=152006</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/Sprachbildung/Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=152006"/>
		<updated>2026-04-08T10:03:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Übersicht Sprachvarianten der gendersensiblen Sprache.png|mini|Die Frage, um die es bei dem Dilemma der geschlechtersensiblen Sprache geht, ist nicht, ob wir für eine Sprache sind, die geschlechtergerecht ist - denn diese Frage wird wohl hoffentlich jeder mit „Na logo, auf alle Fälle!“ beantworten. Die Diskussion dreht sich um die Frage, &#039;&#039;welche Variante&#039;&#039; die passendste ist – denn jede(!) Variante nimmt für sich in Anspruch, geschlechtergerecht zu sein ...|399x399px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Dilemma des Wunsches nach sprachlicher Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
Die Diskussion um eine geschlechterinklusive Sprache geht mit einem hohen Maß an gesellschaftlicher Aufregung einher. Den Befürwortern geht es um ein gesellschaftspolitisches Anliegen, das sympatisch und  legitim ist: Geschlechtergerechtigkeit. Dem mehr als berechtigten Wunsch steht allerdings das Problem gegenüber, dass die als geschlechtergerecht favorisierten Sprachvarianten ihrem inklusiven Anspruch nicht gerecht werden. Aus dem Wunsch, nicht zu diskriminieren, entstehen neue Diskriminierungen. Im Folgenden möchte ich diese Problematiken aufblättern (und damit auch meine eigene Variantenwahl begründen).&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur historischen Entwicklung ===&lt;br /&gt;
Die ursprüngliche Pluralvariante war bzw. ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Mit diesem &#039;&#039;generischen Plural&#039;&#039; waren und sind qua Definition alle jungen Menschen gemeint, die zur Schule gehen – völlig unabhängig vom Geschlecht. Dabei hat &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine doppelte Bedeutung, denn mit dem Nomen kann man auch eine reine Jungengruppe bezeichnen. Will man ausdrücken, dass es sich um eine reine Jungengruppe handelt, sagt man &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;männliche Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Will man ausdrücken, dass es sich um einen reine Mädchengruppe handelt, gibt es dafür einen eigenen Plural: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. (Diese Pluralformen sind historisch gewachsen und haben ihren Ursprung natürlich in einer patriarchalen Kultur, dennoch ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; qua Definition inklusiv und wurde auch bis in die 1980er Jahre allgemein so verstanden.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Definition wurde im Zuge der Frauengleichberechtigungsbewegung ab den 1980er Jahren von feministischen Linguistikerinnen in der alten BRD (Übrigens nur in der BRD, in der DDR wirkte die Frauenbewegung unabhängig von dieser Sprachinterpretation; und das ist wichtig zum Verständnis der heutigen politischen Fronten!) in Frage gestellt: Frauen seien in dieser Pluralform nicht mitgemeint und würden nicht angesprochen, kritisierten z. B. Luise F. Pusch, Senta Tromel-Plötz u. a. Bahnbrechend war 1984 das Buch „Das Deutsche als Männersprache“ von Luise F. Pusch.&amp;lt;ref&amp;gt;Pusch, Luise F.: Das Deutsche als Männersprache. Aufsätze und Glossen zur feministischen Linguistik. 1984.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache zementiere die Männerherrschaft, wurde beanstandet. Um die politische Frauenbewegung zu unterstützen, wurde das Genus (das grammatische Geschlecht der Sprache) mit dem Sexus (das biologische Geschlecht von Menschen) gleichgesetzt. Luise F. Pusch schlug u. a. vor, von nun an nur noch &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, (sie nannte es das &amp;quot;generische Femininum&amp;quot;) als Pluralform zu nutzen, schließlich seien die Männer ja lange genug bevorteilt worden und nun die Frauen dran; die Pluralform sollte sozusagen nach dem Rotationsprinzip angewendet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Im Landkreis Rotenburg an der Wümme wird seit 2024 auf Anordnung des CDU-Landrats Marco Prietz in der Verwaltung das generische Feminium verwendet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Idee setzte sich nicht durch; aber mit zunehmender Gleichberechtigung gab es in der alten BRD einen immer größer werdenden Konsens, die weibliche Pluralform in der Sprache mitzunennen. Die politisch motivierte Behauptung, dass mit &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nur männliche Menschen gemeint seien, sickerte in Westdeutschland ins gesellschaftliche Bewusstsein. Es wurde nun normal, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen und Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler/-innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu schreiben. An den Universitäten, insbesondere im nördlichen Westdeutschland, wurde in den 1980er Jahren die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülerInnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch es dauerte nicht lange (ungefähr mit Beginn der 2000er Jahre), da wurde neue Kritik laut: „Damit werden nur die weiblichen und männlichen Geschlechtsidentitäten genannt – und alle anderen bleiben unsichtbar!“ Es wurde, insbesondere in einem sich als progressiv und links verstehenden Millieu und insbesondere in Nord- und Westdeutschland, nach neuen, alle Geschlechteridentitäten inkludierenden Varianten gesucht: Bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; steht der Unterstrich bzw. das Sternchen für „alle weiteren“, geht also über die Benennung von nur Frauen und Männern hinaus und soll trans und nicht-binäre Menschen sichtbar werden lassen. Weil der Unterstrich bei Unterstreichungen nicht zu lesen ist und aufgrund von technischen Schwierigkeiten von Screenreadern entstand die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Aber auch an diesen Varianten gibt es Kritik, z. B. dass Frauen wieder nur nachgeschoben und damit zweitrangig seien, wie Luise F. Pusch meint. Oder: „Wer weder in die männliche noch weibliche Kategorie passt, landet nolens volens repräsentationslogisch in der lautlichen Lücke des Unterstrichts oder wird zum Sternchen: Ist das gerecht und angemessen – oder abermals eine Hierarchisierung?“.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021 (S. 143 f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Kübra Gümüşay überlegen viele andere, ob wir vielleicht gänzlich darauf verzichten sollten, „Menschen nach ihrer Geschlechtsidentität“ zu kategorisieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Gümüşay, Kübra: Sprache und Sein. München 2021 (S.21).&amp;lt;/ref&amp;gt; Lann Hornscheid, bis 2016 Professorens am Zentrum für tranzdisziplinäre Geschlechterstudien der Berliner Humboldt-Universität, hat deshalb früher &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülX&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und später &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülens&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; vorgeschlagen. Hermes Phettberg und Thomas Kronschläger plädieren für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülys&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Hermes Phettberg war ein österreichisches Schauspiely, Aktionskünstly und Schriftstelly. Seit 2019 verwendet das Sprachdidaktiky Thomas Kronschläger an der TU Braunschweig dessen y-Variante für eine entgenderte Sprache.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl.: Thomas Kronschläger (Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung): Entgendern nach Phettberg. Am 28.01.2022 auf www.bpb.de https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/geschlechtergerechte-sprache-2022/346085/entgendern-nach-phettberg/ (zuletzt 09.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Debatte um eine ge- oder entgenderte Sprache wird uns noch lange beschäftigen und die Positionen und Sprachvorschläge ändern sich immer wieder. Und da Menschen dazu neigen, die Variante, mit der sie sozialisiert wurden, für die passendste zu halten, die Menschen aber in unterschiedlichen Zeiten, unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und unterschiedlichen Regionen mit jeweils unterschiedlichen Sprachvarianten sozialisiert wurden, gibt es inzwischen Verfechter für ganz verschiedene Varianten, oft ohne dass diese kritisch reflektiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zur Zeit in Westdeutschland verbreiteste Gendervariante ist die mit Sternchen oder Doppelpunkt, die im mündlichen Sprachgebrauch mit dem Glottisschlag, der kleinen Pause, gesprochen wird. Je konsequenter mensch diesen Ansatz jedoch zu Ende denkt, desto größer wird das sprachliche Dilemma, denn die Sprache wird immer unverständlicher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch höhere Sprachbarrieren ===&lt;br /&gt;
Sprache, die gendert, wird komplizierter - das lässt sich nicht von der Hand weisen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jede und jeder Bürger:in kann am Sonntag in sein:ihr Wahllokal gehen und seine:ihre Stimme abgeben. Im Wahlkampf haben alle Kandidat:innen wie ein Löwe bzw. eine Löwin gekämpft. Wer unser:e neue:r Bürgermeister:in wird, wird am Montag von dem:der Pressesprecher:in dem:der Gewinner:in mitgeteilt. Er:sie lässt dann die Korken knallen!&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den &amp;quot;Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; wird darauf hingewiesen, dass durch diese Sprachverwendung erhebliche Sprachbarrieren entstehen, die die gesellschaftliche Teilhabe erschweren, für Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ... die eine Zuwanderungsbiografie haben.&lt;br /&gt;
* ... die eine Behinderung haben. (Der D&#039;&#039;eutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.&#039;&#039; bittet deshalb darum, dass auf die Schreibweise mit Satz- und Sonderzeichen verzichtet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Position des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands https://www.dbsv.org/gendern.html (zuletzt: 10.03.2026)&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
* ... die Leseschwierigkeiten haben oder Analphabeten sind  (immerhin 6,2 Mio in Dtl.!&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Es entsteht also das Dilemma, dass durch den Versuch, niemanden durch Sprache zu benachteiligen, andere vulnerable Menschengruppen durch Sprache benachteiligt werden - ein Diskriminierungsdilemma. &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
Und dabei ist das Sprachbeispiel oben noch ein einfaches. Noch schwieriger wird es, wenn mensch den Ansatz des Genderns konsequent weiterdenkt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäste&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wird inzwischen bereits oft &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäst:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gemacht, muss dann nicht auch aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Person&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Person:&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;er (PLURAL: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Personer:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;(?)) und aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Mensch&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Mensch:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; werden? Müsste &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Dackel&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Dackel:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; sein? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Genie&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Genie:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Fee&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Fee:er&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Opfer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die/der Opfer:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Leiche&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Leiche:r&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Der Leichnam&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Leichnam:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;?&amp;lt;ref&amp;gt;Alicia Joe: Warum Gendersprache scheitern wird. (o. J.)&lt;br /&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=aZaBzeVbLnQ&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das ergibt dann z. B. so einen Satz:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Der/die Person:er, der/die anonym den/die Dackel:in geschenkt bekommen hatte, hat sich sehr gefreut, den/die Schenkende eine:n Genie:in genannt, das seine/ihre geheimsten Wünsche errät, und all ihren Gäst:innen von seinem/ihrem geheimnisvollen Wünschererfüller:in erzählt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was machen wir, wenn die Männer es eines Tages ungerecht finden, dass im Plural der Artikel &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und das Possessivpronomen &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;ihr&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; verwendet wird? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bsp: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die&amp;lt;/u&amp;gt; Männer setzen sich auf&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ihre&amp;lt;/u&amp;gt; Plätze.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugegeben, dass ist nicht die aktuelle Diskussion, sondern weitergedacht. Dennoch: Bei konsequentem Gendern&amp;lt;ref&amp;gt;Definition &#039;&#039;Gendern&#039;&#039; nach dem &amp;quot;Handbuch geschlechtergerechte Sprache&amp;quot; des Dudenverlags von Diewald und Steinhauer, 2020, S. 49: &amp;quot;Gendern verstehen wir als ein sprachliches Verfahren, um Gleichberechtigung (...) im Sprachgebrauch zu erreichen.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; ist Sprache kein praktisch zu handhabendes Kommunikationswerkzeug mehr ist. Denn der Gerechtigkeitsanspruch, der zur Zeit an Sprache gestellt wird, ist aufgrund der Sprachstruktur praktisch unerfüllbar. Ihm zugrunde liegt eine These, die gänzlich verschiedene Kategorien vermischt.&lt;br /&gt;
[[Datei:GENUS = SEXUS-GENDER?!?.png|mini|331x331px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Gleichsetzung des grammatikalischen GENUS mit dem menschlichen SEXUS und GENDER ===&lt;br /&gt;
Die gesamte Debatte über geschlechtersensible Sprache fußt auf der These, Genus mit Sexus bzw. Gender gleichzusetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wissenschaftler kritisieren Genderpraxis des ORR. (o. J.) https://www.linguistik-vs-gendern.de/ (zuletzt 30. 03. 2026)&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möglicherweise wäre die Sprache gar nicht solch ein Thema in der Diskriminierungsdebatte geworden, würde die Grammatik nicht Begrifflichkeiten wie „Geschlecht“ sowie „maskulin“, „feminin“ und „neutral“ verwenden. Diese wurden vor ein paar Jahrhunderten aus dem Lateinischen übernommen und die Sprachwissenschaftler früherer Zeiten hätten gut daran getan, andere zu erfinden. Auf die Idee kamen sie aber nicht, nicht nur weil Latein damals der Maßstab für grammatische Kategorien waren, sondern weil es damals undenkbar war, dass die Welt nicht stramm binär sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso binär wurde auch noch in den 1980er Jahren gedacht, als seitens der feministischen Linguistikerinnen gefordert wurde, Frauen mitzunennen. Hatte man zuvor &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrer.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gesagt und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Gattungsbegriff ohne Geschlechtshinweis verstanden, wurde es nun wichtig &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrerinnen.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu sagen und das Geschlecht zu benennen. Der allgemeine, generische Plural &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wurde nun „generisches Maskulinum“ genannt, um die Dominanz der Männer in der Sprache zu verdeutlichen. Sprache wurde zu einem politischen Kampfmittel der westdeutschen Frauenbewegung. Dabei wurde von folgenden Thesen ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit Sexus.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets beide Geschlechter zu nennen bedeutet, die Gleichberechtigung zu unterstützen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige Sprache, die die Gleichberechtigung unterstützt, und eine moralisch falsche, die die Emanzipation behindert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Logik der feministischen Linguistikerinnen konnte in Westdeutschland (in Ostdeutschland verlief, wie gesagt, die Frauengleichberechtigung nicht gekoppelt an diese Gleichsetzung von Grammatik und Biologie) weitgehend überzeugen. Sie war zumindest so überzeugend, dass viele Menschen diese Logik verinnerlicht haben und ihr unhinterfragt immer noch folgen -  auch wenn inzwischen das binäre „beide“ durch „alle“ ersetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D. h. aus den Thesen der feministischen Linguistik wurden diese:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit &amp;lt;s&amp;gt;Sexus&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;Sexus und Gender&#039;&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets &amp;lt;s&amp;gt;beide&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;alle&#039;&#039; Geschlechter zu nennen bedeutet antidiskriminierend zu sein.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige und eine moralisch falsche Sprache.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ergibt sich das Dilemma einer inkohärenten Logik, denn für ein völlig neues gesellschaftliches Anliegen (Binarität überwinden und so Geschlechteridentitätengerechtigkeit herstellen) wurde die binäre Argumentationslogik eines völlig anderen, binären gesellschaftlichen Anliegens (die Menschheit besteht aus Frauen und Männern und beide sind gleichberechtigt) übernommen – ein Denkfehler mit politischen Folgen. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Menschen in Westdeutschland sich an den Fehler, Genus mit Sexus gleichzusetzen bereits gewöhnt hatten und es ihnen deshalb nicht weiter auffiel, als sich diese Gleichsetzung auf Gender ausweitete. In Ostdeutschland fiel und fällt den Menschen dieser Fehler aber sehr wohl auf - und so entsteht das Dilemma einer Spaltung. Genus und Sexus gleichzusetzen war in den Zeiten der Frauenbewegung eine politisch motivierte Interpretation, die aber zu hinterfragen ist, weil verschiedene Kategorien vermischt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Marie F. Pusch findet fake facts als politisches Kampfmittel legitim - das wird deutlich im Podcast „Alles gesagt?“ (von DIE ZEIT)  mit Luise F. Pusch am 22.11.2022: „Luise Pusch, warum ist Deutsch eine Männersprache?“&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch der Anspruch, „tatsächlich alle Gruppen und Identitäten abzubilden, (stößt) an klar benennbare sprachlogische Grenzen. So ist es bei Lichte betrachtet unmöglich, für alle denkbaren Identitäten eine adäquate, gleichberechtigte grammatikalische Repräsentation zu finden.“, schreibt Svenja Flaßpöhler.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 143 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma von Partizipialformen (&amp;quot;Lernende&amp;quot; statt &amp;quot;Schüler&amp;quot;) ===&lt;br /&gt;
Häufig werden Partizipialformen als Plural gewählt, weil sie im Plural geschleichtsneutral sind - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Studierende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Mitarbeitende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lernende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forschende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; usw. Allerdings sind diese Ersatzformen oft nicht bedeutungsgleich mit dem Ausgangswort. So ist ein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forscher&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine Person, die beruflich forscht, während ein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forschender&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht zwangsläufig einen wissenschaftlichen Beruf ausüben muss und das Gleiche gilt für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Bäcker&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Backenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Maler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Malenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Musiker&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Musizierenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; usw. Das Partizip 1 bezeichnet eine Tätigkeit, die gerade ausgeübt wird. Deshalb sind &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Wähler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, die ihr Wahlrecht nicht ausüben, keine &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Wählenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ein Fahrradfahrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, der sein Rad abgestellt hat, ist kein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Fahrradfahrender&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Frage, ob die Sprache das Geschlechterbewusstsein formt oder nicht ===&lt;br /&gt;
Um die Notwendigkeit einer neuen Sprache zu begründen, wurden psycholinguistische Studien gemacht. Man wollte herausfinden, ob das generische Maskulinum männliche Assoziationen erzeuge, ob also bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Einwohner&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eher an männliche Personen gedacht würde. Dieser Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen - werden alledings je nach politischer Intention immer wieder unterschiedlich interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Philipp Hübl hat Studien zur vermuteten Sprachwirkung auf die Gleichberechtigung ausgewertet und kam zu einem negativen Befund. Vgl. Hübl, Philipp: Vorlesung an der Universität der Künste in Berlin 2023: Einführung ins kritische Denken. Sondersitzung: Gendern. 2023. https://www.youtube.com/watch?v=gOEGKm5IAE4 &amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein unüberwindbares Problem bei jeder Studie zu diesem Thema ist das Unteruchungssetting - denn diese Studien finden und fanden in einer Zeit statt, als die Sprecher und Sprecherinnen bereits von der Sprachdebatte und der Genderpraxis geprägt waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 29.&amp;lt;/ref&amp;gt; Studien aus der Zeit vor 1980 liegen nicht vor; weibliche Menschen, die damals spachlich sozialisiert wurden, berichten allerdings, dass sie sich niemals ausgeschlossen gefühlt hätten, weil klar war, dass &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; ungeschlechtlich definiert war und alle Menschen meinte. In dem Moment, in dem &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Plural für männliche Menschen verstanden wird, stellt man sich selbstverständlich Männer dabei vor. Dieser Frage ist deshalb durch empirische Studien also leider schlicht nicht zu beantworten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lohnt sich allerdings ein Blick in Sprachgemeinschaften, deren Sprache keinerlei Unterscheidung bzgl. des Geschlechts kennen. Das Türkische oder das Persische sind solche Sprachen. Doch,  so schreibt Navid Kermani, es ist „ein Trugschluss, dass sich aus der sprachlichen Gleichheit der Geschlechter reale soziale Gleichheit ergibt.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Kermani, Navid: Mann, Frau, völlig egal. In: DIE ZEIT Feuilleton.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich hat der Inhalt von Sprache eine Wirkung auf das Bewusstsein. Beispielsweise macht es einen Unterschied, ob von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Scheinehe&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Schutzehe&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; gesprochen wird, von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Sonderabfall&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Giftmüll&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Militärischer Spezialoperation&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Angriffskrieg&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Stefanowitsch, Anatol: Eine Frage der Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen. 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aber hier sind wir auf der inhaltlichen Ebene von Sprache. Bei Gendersternchen oder Doppelpunkt befinden wir uns auf der symbolischen Ebene von Zeichen. Das wird oft verwechselt, auch von Anatol Stefanowitch in seinem Buch &amp;quot;Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen.&amp;quot;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Sexismus ===&lt;br /&gt;
Das Nennen aller nur möglichen Geschlechter und Geschlechtsidentitäten bringt eine geschlechtliche Kategorisierung in die Sprache und an jeden Menschen. Obwohl das Ziel des Genderns ist, Sexismus zu bekämpfen, ist es dennoch unbeabsichtigt eine sexistische Praxis, sagt Nele Pollatschek. „Wenn wir im Deutschen gendern, dann sagen wir damit: Diese Information ist so wichtig, dass sie immer mitgesagt werden muss.“ Damit machen wir das Geschlecht „zur wichtigsten Identitätskategorie.“ Nele Pollatschek vergleicht die gendersensible Sprachweise der Deutschen, die „sich für das permanente Benennen von Geschlechterunterschieden entschieden haben“ mit der der Briten, die „das Anzeigen von Geschlechtlichkeit so weit wie möglich vermeiden“&amp;lt;ref&amp;gt;Pollatschek, Nele: Deutschland ist besessen von Genitalien. Gendern macht die Diskriminierung nur noch schlimmer. Ein Gastbeitrag im Tagesspiegel am 30. 08. 2020 (28.08.2023)&amp;lt;/ref&amp;gt; und spricht sich klar für die britische Sicht als die zielführendere aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Nele Pollatschek: Dear Oxbridge. Liebesbrief an England. Berlin 2020 (S. 185 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Ist es nicht völlig schnuppe, ob Angela Merkel weilbliche Geschlechtsorgane hat und Friedrich Merz männliche? Und falls doch nicht – würde uns das etwas angehen?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Navid Kermani meint, dass er das Gendern der Sprache als „eine geistige wie politische Regression“ wahrnimmt, denn „Geschlechtszuschreibungen gehen nicht in zwei, sie gehen aber auch nicht in 27 Kategorien auf. Zu meinen, man könnte mittels Sprache jederzeit jedem Angesprochenen gerecht werden, verkennt nicht nur ihr Wesen; es legt die Angesprochenen überhaupt erst fest auf eine Identität. (…) (Aber) wir sind nicht eindeutig, niemand von uns, weder ethnisch noch kulturell, weder psychologisch noch geschlechtlich, (…).“ Und Svenja Flaßpöhler formuliert: „Dem Kampf um Bezeichnungen wohnt die Dialektik inne, dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen.“    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Klassismus ===&lt;br /&gt;
Da die meisten Menschen sich mit der Sprachvariante wohlfühlen, mit der sie sozialisiert sind, und die akademische Bildungsschicht den sprachlichen Veränderungen stärker zugewandt ist, ist die genderinklusive Sprache inzwischen zu einem Unterscheidungsmerkmal geworden, mit dem sich die kreative Klasse und akademische Elite von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. „Gendern ist das Latein der neuen Eliten.“, sagt der Philosoph Philipp Hübl.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp am 11.10.2023 in: wissenschaftskommunikation.de https://www.wissenschaftskommunikation.de/gendern-ist-das-latein-der-neuen-eliten-71125/ (13.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Soziologe Pierre Bordieu&amp;lt;ref&amp;gt;Bordieu: Die feinen Unterschiede. Frankfurt a. M. 2018 (26. Auflage).&amp;lt;/ref&amp;gt; machte darauf aufmerksam, dass die Ungleichheit der Gesellschaft nicht nur durch die ungleiche Verteilung von ökonomischem Kapital entsteht und fortbesteht, wie Karl Marx meinte, sondern auch durch „die feinen Unterschiede“. Bordieu analysierte, dass weitere Kapitalarten für die Aufrechterhaltung von sozialer Ungleichheit verantwortlich sind: Soziales Kapital ist bedeutsam und kennzeichnet, über welche gesellschaftlichen Beziehungen und Netzwerke jemand durch seine Familie oder Sozialisation verfügt. Die Position in der gesellschaftlichen Hierarchie wird außerdem durch das kulturelle Kapital (Bildung, Handlungswissen und formale Abschlüsse sowie Titel) bestimmt sowie das symbolische Kapital. Damit ist der Lebensstil und das Auftreten gemeint - die Sprache, die Manieren, der Musik-, Kunst- und Einrichtungsgeschmack, die Essgewohnheiten, das Modeverhalten, etc. Bordieu nennt das den Habitus eines Menschen. Ein Habitus ist fast unveränderbar, weil er quasi mit der Muttermilch aufgesogen wird und zur persönlichen Disposition wird. Egal, wo jemand geht oder steht – man „riecht“ stets, aus welchem „Stall“ jemand kommt. Ein erfolgreicher Unternehmer beispielweise, der es zu erheblichem Vermögen geschafft hat, gehört trotz seines ökonomischen Kapitals noch lange nicht zur gesellschaftlichen Oberschicht, solange er nicht über den Habitus dieser Schicht verfügt und die Codes nicht kennt. Am Habitus erkennt man sich. Das macht es so schwer, die soziale Klasse zu wechseln und das ist ein Faktor, der bestehende, ungleiche Verhältnisse festschreibt. Der Habitus ist ein Distinktionsmerkmal, mit dem man sich voneinander abgrenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Distinktionsmerkmal ist inzwischen das Gendern geworden. Philipp Hübl spricht vom Soziolekt einer sich als progressiv verstehenden Elite. Die als geschlechtergerecht markierte und vermeintlich moralisch überlegene Sprache dient nicht mehr nur dem politischen Erkennen, sondern ist auch zu einem Abgrenzungsmerkmal der Bildungsoberschicht geworden. Gendern ist sowohl „ein Loyalitätssignal“ &amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Moralspektakel. 2024 (S. 202 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; als auch ein Distinktionsmerkmal geworden, mit dem eine recht homogene, politisch links orientierte, urbane, akademisch gebildete und sozial besser gestellte Gesellschaftsschicht sich sprachlich von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. Wer nicht mitmacht, hat im akademischen Kultur, Medien- und Lehrbetrieb keine Chance. „Diese Eliten (...) haben mit der politischen Korrektheit ihren eigenen Jargon gefunden, übersehen aber oft, dass sie damit andere diskriminieren, nämlich diejenigen, die da nicht mithalten können und denen der Kosmopolitismus mit seinen neuen Codes gar nicht zusagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Die aufgeregte Gesellschaft. München 2019, S. 235.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Urteil wird dann entweder gönnerhaft oder missgünstig, in jedem Fall von oben herab gefällt: „Die sind noch nicht soweit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man als junger Mensch aus einem sozialen Millieu, in dem nicht gegendert wird, Erfolg in der Schule und an der Universität haben, muss man sich anpassen. Dabei bedeutet „anpassen“ nicht, lediglich eine andere Pluralform zu nutzen – nein, es bedeutet einen ganz anderen Sprachhabitus anzunehmen. Dieser neue Sprachhabitus führt aber unweigerlich zu einer Distanzierung vom Herkunftsmillieu, der Familie und den alten Freunden, denn dort wird der neue Code als Abgrenzung erlebt. Der Druck, sich auf die von Akademikern für korrekt befundene inklusive Sprache einzulassen, bringt Menschen aus nicht akademischen Herkunftmillieus in einen unbewussten Entscheidungskonflikt zwischen Bildungserfolg und Herkunftsmillieuzugehörigkeit. Dieser Entscheidungskonflikt wirkt wie ein „sozialer Filter“.&amp;lt;ref&amp;gt;Mehr zum „sozialen Filter“ in El Mafaalani: Mythos Bildung. 2022, S. 91. El-Mafaalani bezieht sich allerdings nicht auf Sprache als Habitusmerkmal.&amp;lt;/ref&amp;gt; Und wichtigster Grund für diesen Entscheidungskonflikt ist der Habitus, von dem die eigene Sprache ein wesentlicher Teil ist – und der fast so sehr zu uns gehört und unabstreifbar ist wie unsere Haut, wie wir von Bordieu wissen. Die inklusive Sprache führt also unbeabsichtigt von dem gut gemeinten Vorsatz, Menschen aufgrund ihres Geschlechtes zu diskriminieren, dazu, dass Menschen klassistisch diskriminiert werden: noch ein Diskriminierungsdilemma.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der kontraproduktiven Wirkung ===&lt;br /&gt;
Diese Paarung von gesellschaftlicher Abgrenzung und moralischer Überlegenheit, die die linke wohlhabende Bildungsoberschicht bzgl. ihrer Gendersprache für sich in Anspruch nimmt und der ein gewaltiger Habitussnobismus inne wohnt, führt zu einem Dilemma der politischen Wirkung. Denn dadurch, dass die Sprache von dieser wohlhabenden, akademischen, kreativen Schicht, zu der viele Journalisten, Politiker und andere Prominente gehören, im Alleingang neu verhandelt wird, verlieren diese für viele Menschen ihre Glaubwürdigkeit. Niemand möchte arrogant von oben herab behandelt werden, und so wenden sich manche Menschen als Folge politisch oder religiös radikal konservativen Gruppen zu und – und das Gendern schadet paradoxerweise seinem eigenen Anliegen. Viele Menschen fühlen sich vom sprachlichen Duktus der intellektuellen Elite ausgeschlossen und beginnen sie zu hassen, wie der Politikwissenschaftler Yascha Mounk herausgearbeitet hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Mounk, Yasha: Im Zeitalter der Identität. Vom Aufsteig einer gefährlichen Idee. 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bitmoji .png|mini|368x368px|Ich schließe mich Svenja Flaßpöhler an: Vor dem Hintergrund, dass dem Kampf um Bezeichnung die Dialektik innewohnt, „dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen“, (…) „erscheint das generische Maskulinum in seiner Geschlechtsunabhängigkeit plötzlich in einem anderen Licht. Liegt seine poststrukturalistische Perspektive nicht gerade darin, dass es von geschlechtlichen Identifikationen absieht? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Busfahrer&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Busfahrer*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;innen: Nicht das Geschlecht, sondern das Tun wäre der Kern der Bezeichnung. Unbestritten gehört es zu den Errungenschaften der Emanzipation, dass man Menschen nicht auf ihr Geschlecht reduziert, sondern für das anerkennt, was sie können und machen. Wenn es gelänge, das generische Maskulinum als universale, geschlechtsunabhängige Bezeichnungspraxis zu nehmen, die es rein formal ist: Böte es dann nicht ein erstaunliches emanzipatorisches Potenzial – und zwar gerade durch seine umfassende Bezeichnungskraft, die nicht nur einzelne Gruppen meint, sondern alle?“&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 142 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
Ich persönlich finde es problematisch, schulterzuckend in Kauf zu nehmen, so vielen Menschen Teilhabe an Sprache und damit Gesellschaft zu erschweren oder gar zu verwehren. Hier wird von den Befürwortern der Gendersprache eine angebliche, nur auf sprachlicher Symbolik beruhende Benachteiligung über eine tatsächliche sprachliche Benachteiligung gestellt. Eine verkomplizierende, symbolische Sprachreform achtlos auf Kosten von anderen, ebenso vulnerablen gesellschaftlichen Gruppen zu fordern, finde ich sehr fragwürdig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Frage der geschlechtergerechten Sprache mahnt der Rat für deutsche Rechtschreibung zur Sensibilität gegenüber dem Thema, spricht aber keine Norm aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26.03.2021 Kurzgefasst wird gesagt: „Der Rat für deutsche Rechtschreibung bekräftigt in seiner Sitzung am 26.03.2021 seine Auffassung, dass allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache begegnet werden soll und sie sensibel angesprochen werden sollen. Dies ist allerdings eine gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Aufgabe, die nicht allein mit orthografischen Regeln und Änderungen der Rechtschreibung gelöst werden kann. Das Amtliche Regelwerk gilt für Schulen sowie für Verwaltung und Rechtspflege. Der Rat hat vor diesem Hintergrund die Aufnahme von Asterisk („Gender-Stern“), Unterstrich („Gender-Gap“), Doppelpunkt oder anderen verkürzten Formen zur Kennzeichnung mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen im Wortinnern in das Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung zu diesem Zeitpunkt nicht empfohlen.“ https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine einheitliche Sprachvariante zu finden ist inzwischen wohl gar nicht mehr möglich. Selbst der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch (und der hat in „Eine Frage der Moral“  immerhin ein ganzes Buch lang für sensible Sprache plädiert) sagt inzwischen: „Am besten wäre es, wenn wir aufhören würden, nach einheitlichen Sprachregelungen zu rufen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Stefanowitsch, Anatol (Professor für Sprachwissenschaft an der FU Berlin): Interview am 30.09.2020 im Tagesspiegel. Anatol Stefanowitsch ist der Autor des Buches „Eine Frage der Moral. Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen.“, erschienen 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesem Appell möchte ich mich anschließen. Welche Dilemmata mit den verschiedenen Sprachvarianten und mit der gesellschaftlichen Diskussion darüber einhergehen, habe ich aufgezeigt. Auch ich erlebe dabei den sozialen Druck, eine geschlechterinklusive Sprachvariante als Loyalitätssignal zu nutzen. Denn die jeweils verwendete Sprachvariante wird gegenwärtig so stark als ein Signal von Moral gewertet, dass sie in Arbeitsprozessen Vertrauensbildung sowohl unterstützen als auch verhindern kann. In der Arbeit mit jungen Menschen, die grade von der Uni kommen, erlebe ich häufig eine misstrauische Distanz, wenn die jungen Akademiker wahrnehmen, dass ich nicht die gleiche Sprachvariante nutze, die sie selbst für die richtige halten. Deshalb ist es notwendig, dass jeder von uns seine jeweils gewählte Variante kommuniziert und begründet, um als Sprecher niemanden zu verletzen und um als Sprechende nicht vorschnell in eine Schublade gesteckt zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist verwende ich die generische Form &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; in ihrer genderneutralen Definition, die alle Geschlechter und Identitäten umfasst. Manchmal versehe ich diese mit einem * (&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;), weil ich weiß, dass vielen jungen Menschen die inklusive Bedeutung der generischen Form nicht mehr bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen und Anmerkungen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehrerbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=152005</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/Sprachbildung/Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=152005"/>
		<updated>2026-04-08T09:50:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Übersicht Sprachvarianten der gendersensiblen Sprache.png|mini|Die Frage, um die es bei dem Dilemma der geschlechtersensiblen Sprache geht, ist nicht, ob wir für eine Sprache sind, die geschlechtergerecht ist - denn diese Frage wird wohl hoffentlich jeder mit „Na logo, auf alle Fälle!“ beantworten. Die Diskussion dreht sich um die Frage, &#039;&#039;welche Variante&#039;&#039; die passendste ist – denn jede(!) Variante nimmt für sich in Anspruch, geschlechtergerecht zu sein ...|399x399px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Dilemma des Wunsches nach sprachlicher Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
Die Diskussion um eine geschlechterinklusive Sprache geht mit einem hohen Maß an gesellschaftlicher Aufregung einher. Den Befürwortern geht es um ein gesellschaftspolitisches Anliegen, das sympatisch und  legitim ist: Geschlechtergerechtigkeit. Dem mehr als berechtigten Wunsch steht allerdings das Problem gegenüber, dass die als geschlechtergerecht favorisierten Sprachvarianten ihrem inklusiven Anspruch nicht gerecht werden. Aus dem Wunsch, nicht zu diskriminieren, entstehen neue Diskriminierungen. Im Folgenden möchte ich diese Problematiken aufblättern (und damit auch meine eigene Variantenwahl begründen).&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur historischen Entwicklung ===&lt;br /&gt;
Die ursprüngliche Pluralvariante war bzw. ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Mit diesem &#039;&#039;generischen Plural&#039;&#039; waren und sind qua Definition alle jungen Menschen gemeint, die zur Schule gehen – völlig unabhängig vom Geschlecht. Dabei hat &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine doppelte Bedeutung, denn mit dem Nomen kann man auch eine reine Jungengruppe bezeichnen. Will man ausdrücken, dass es sich um eine reine Jungengruppe handelt, sagt man &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;männliche Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Will man ausdrücken, dass es sich um einen reine Mädchengruppe handelt, gibt es dafür einen eigenen Plural: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. (Diese Pluralformen sind historisch gewachsen und haben ihren Ursprung natürlich in einer patriarchalen Kultur, dennoch ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; qua Definition inklusiv und wurde auch bis in die 1980er Jahre allgemein so verstanden.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Definition wurde im Zuge der Frauengleichberechtigungsbewegung ab den 1980er Jahren von feministischen Linguistikerinnen in der alten BRD (Übrigens nur in der BRD, in der DDR wirkte die Frauenbewegung unabhängig von dieser Sprachinterpretation; und das ist wichtig zum Verständnis der heutigen politischen Fronten!) in Frage gestellt: Frauen seien in dieser Pluralform nicht mitgemeint und würden nicht angesprochen, kritisierten z. B. Luise F. Pusch, Senta Tromel-Plötz u. a. Bahnbrechend war 1984 das Buch „Das Deutsche als Männersprache“ von Luise F. Pusch.&amp;lt;ref&amp;gt;Pusch, Luise F.: Das Deutsche als Männersprache. Aufsätze und Glossen zur feministischen Linguistik. 1984.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache zementiere die Männerherrschaft, wurde beanstandet. Um die politische Frauenbewegung zu unterstützen, wurde das Genus (das grammatische Geschlecht der Sprache) mit dem Sexus (das biologische Geschlecht von Menschen) gleichgesetzt. Luise F. Pusch schlug u. a. vor, von nun an nur noch &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, (sie nannte es das &amp;quot;generische Femininum&amp;quot;) als Pluralform zu nutzen, schließlich seien die Männer ja lange genug bevorteilt worden und nun die Frauen dran; die Pluralform sollte sozusagen nach dem Rotationsprinzip angewendet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Im Landkreis Rotenburg an der Wümme wird seit 2024 auf Anordnung des CDU-Landrats Marco Prietz in der Verwaltung das generische Feminium verwendet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Idee setzte sich nicht durch; aber mit zunehmender Gleichberechtigung gab es in der alten BRD einen immer größer werdenden Konsens, die weibliche Pluralform in der Sprache mitzunennen. Die politisch motivierte Behauptung, dass mit &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nur männliche Menschen gemeint seien, sickerte in Westdeutschland ins gesellschaftliche Bewusstsein. Es wurde nun normal, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen und Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler/-innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu schreiben. An den Universitäten, insbesondere im nördlichen Westdeutschland, wurde in den 1980er Jahren die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülerInnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch es dauerte nicht lange (ungefähr mit Beginn der 2000er Jahre), da wurde neue Kritik laut: „Damit werden nur die weiblichen und männlichen Geschlechtsidentitäten genannt – und alle anderen bleiben unsichtbar!“ Es wurde, insbesondere in einem sich als progressiv und links verstehenden Millieu und insbesondere in Nord- und Westdeutschland, nach neuen, alle Geschlechteridentitäten inkludierenden Varianten gesucht: Bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; steht der Unterstrich bzw. das Sternchen für „alle weiteren“, geht also über die Benennung von nur Frauen und Männern hinaus und soll trans und nicht-binäre Menschen sichtbar werden lassen. Weil der Unterstrich bei Unterstreichungen nicht zu lesen ist und aufgrund von technischen Schwierigkeiten von Screenreadern entstand die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Aber auch an diesen Varianten gibt es Kritik, z. B. dass Frauen wieder nur nachgeschoben und damit zweitrangig seien, wie Luise F. Pusch meint. Oder: „Wer weder in die männliche noch weibliche Kategorie passt, landet nolens volens repräsentationslogisch in der lautlichen Lücke des Unterstrichts oder wird zum Sternchen: Ist das gerecht und angemessen – oder abermals eine Hierarchisierung?“.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021 (S. 143 f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Kübra Gümüşay überlegen viele andere, ob wir vielleicht gänzlich darauf verzichten sollten, „Menschen nach ihrer Geschlechtsidentität“ zu kategorisieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Gümüşay, Kübra: Sprache und Sein. München 2021 (S.21).&amp;lt;/ref&amp;gt; Lann Hornscheid, bis 2016 Professorens am Zentrum für tranzdisziplinäre Geschlechterstudien der Berliner Humboldt-Universität, hat deshalb früher &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülX&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und später &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülens&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; vorgeschlagen. Hermes Phettberg und Thomas Kronschläger plädieren für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülys&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Hermes Phettberg war ein österreichisches Schauspiely, Aktionskünstly und Schriftstelly. Seit 2019 verwendet das Sprachdidaktiky Thomas Kronschläger an der TU Braunschweig dessen y-Variante für eine entgenderte Sprache.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl.: Thomas Kronschläger (Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung): Entgendern nach Phettberg. Am 28.01.2022 auf www.bpb.de https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/geschlechtergerechte-sprache-2022/346085/entgendern-nach-phettberg/ (zuletzt 09.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Debatte um eine ge- oder entgenderte Sprache wird uns noch lange beschäftigen und die Positionen und Sprachvorschläge ändern sich immer wieder. Und da Menschen dazu neigen, die Variante, mit der sie sozialisiert wurden, für die passendste zu halten, die Menschen aber in unterschiedlichen Zeiten, unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und unterschiedlichen Regionen mit jeweils unterschiedlichen Sprachvarianten sozialisiert wurden, gibt es inzwischen Verfechter für ganz verschiedene Varianten, oft ohne dass diese kritisch reflektiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zur Zeit in Westdeutschland verbreiteste Gendervariante ist die mit Sternchen oder Doppelpunkt, die im mündlichen Sprachgebrauch mit dem Glottisschlag, der kleinen Pause, gesprochen wird. Je konsequenter mensch diesen Ansatz jedoch zu Ende denkt, desto größer wird das sprachliche Dilemma, denn die Sprache wird immer unverständlicher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch höhere Sprachbarrieren ===&lt;br /&gt;
Sprache, die gendert, wird komplizierter - das lässt sich nicht von der Hand weisen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jede und jeder Bürger:in kann am Sonntag in sein:ihr Wahllokal gehen und seine:ihre Stimme abgeben. Im Wahlkampf haben alle Kandidat:innen wie ein Löwe bzw. eine Löwin gekämpft. Wer unser:e neue:r Bürgermeister:in wird, wird am Montag von dem:der Pressesprecher:in dem:der Gewinner:in mitgeteilt. Er:sie lässt dann die Korken knallen!&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den &amp;quot;Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; wird darauf hingewiesen, dass durch diese Sprachverwendung erhebliche Sprachbarrieren entstehen, die die gesellschaftliche Teilhabe erschweren, für Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ... die eine Zuwanderungsbiografie haben.&lt;br /&gt;
* ... die eine Behinderung haben. (Der D&#039;&#039;eutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.&#039;&#039; bittet deshalb darum, dass auf die Schreibweise mit Satz- und Sonderzeichen verzichtet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Position des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands https://www.dbsv.org/gendern.html (zuletzt: 10.03.2026)&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
* ... die Leseschwierigkeiten haben oder Analphabeten sind  (immerhin 6,2 Mio in Dtl.!&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Es entsteht also das Dilemma, dass durch den Versuch, niemanden durch Sprache zu benachteiligen, andere vulnerable Menschengruppen durch Sprache benachteiligt werden - ein Diskriminierungsdilemma. &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
Und dabei ist das Sprachbeispiel oben noch ein einfaches. Noch schwieriger wird es, wenn mensch den Ansatz des Genderns konsequent weiterdenkt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäste&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wird inzwischen bereits oft &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäst:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gemacht, muss dann nicht auch aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Person&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Person:&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;er (PLURAL: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Personer:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;(?)) und aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Mensch&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Mensch:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; werden? Müsste &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Dackel&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Dackel:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; sein? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Genie&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Genie:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Fee&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Fee:er&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Opfer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die/der Opfer:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Leiche&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Leiche:r&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Der Leichnam&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Leichnam:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;?&amp;lt;ref&amp;gt;Alicia Joe: Warum Gendersprache scheitern wird. (o. J.)&lt;br /&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=aZaBzeVbLnQ&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das ergibt dann z. B. so einen Satz:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Der/die Person:er, der/die anonym den/die Dackel:in geschenkt bekommen hatte, hat sich sehr gefreut, den/die Schenkende eine:n Genie:in genannt, das seine/ihre geheimsten Wünsche errät, und all ihren Gäst:innen von seinem/ihrem geheimnisvollen Wünschererfüller:in erzählt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was machen wir, wenn die Männer es eines Tages ungerecht finden, dass im Plural der Artikel &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und das Possessivpronomen &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;ihr&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; verwendet wird? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bsp: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die&amp;lt;/u&amp;gt; Männer setzen sich auf&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ihre&amp;lt;/u&amp;gt; Plätze.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugegeben, dass ist nicht die aktuelle Diskussion, sondern weitergedacht. Dennoch: Bei konsequentem Gendern&amp;lt;ref&amp;gt;Definition &#039;&#039;Gendern&#039;&#039; nach dem &amp;quot;Handbuch geschlechtergerechte Sprache&amp;quot; des Dudenverlags von Diewald und Steinhauer, 2020, S. 49: &amp;quot;Gendern verstehen wir als ein sprachliches Verfahren, um Gleichberechtigung (...) im Sprachgebrauch zu erreichen.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; ist Sprache kein praktisch zu handhabendes Kommunikationswerkzeug mehr ist. Denn der Gerechtigkeitsanspruch, der zur Zeit an Sprache gestellt wird, ist aufgrund der Sprachstruktur praktisch unerfüllbar. Ihm zugrunde liegt eine These, die gänzlich verschiedene Kategorien vermischt.&lt;br /&gt;
[[Datei:GENUS = SEXUS-GENDER?!?.png|mini|331x331px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Gleichsetzung des grammatikalischen GENUS mit dem menschlichen SEXUS und GENDER ===&lt;br /&gt;
Die gesamte Debatte über geschlechtersensible Sprache fußt auf der These, Genus mit Sexus bzw. Gender gleichzusetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wissenschaftler kritisieren Genderpraxis des ORR. (o. J.) https://www.linguistik-vs-gendern.de/ (zuletzt 30. 03. 2026)&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möglicherweise wäre die Sprache gar nicht solch ein Thema in der Diskriminierungsdebatte geworden, würde die Grammatik nicht Begrifflichkeiten wie „Geschlecht“ sowie „maskulin“, „feminin“ und „neutral“ verwenden. Diese wurden vor ein paar Jahrhunderten aus dem Lateinischen übernommen und die Sprachwissenschaftler früherer Zeiten hätten gut daran getan, andere zu erfinden. Auf die Idee kamen sie aber nicht, nicht nur weil Latein damals der Maßstab für grammatische Kategorien waren, sondern weil es damals undenkbar war, dass die Welt nicht stramm binär sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso binär wurde auch noch in den 1980er Jahren gedacht, als seitens der feministischen Linguistikerinnen gefordert wurde, Frauen mitzunennen. Hatte man zuvor &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrer.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gesagt und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Gattungsbegriff ohne Geschlechtshinweis verstanden, wurde es nun wichtig &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrerinnen.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu sagen und das Geschlecht zu benennen. Der allgemeine, generische Plural &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wurde nun „generisches Maskulinum“ genannt, um die Dominanz der Männer in der Sprache zu verdeutlichen. Sprache wurde zu einem politischen Kampfmittel der westdeutschen Frauenbewegung. Dabei wurde von folgenden Thesen ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit Sexus.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets beide Geschlechter zu nennen bedeutet, die Gleichberechtigung zu unterstützen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige Sprache, die die Gleichberechtigung unterstützt, und eine moralisch falsche, die die Emanzipation behindert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Logik der feministischen Linguistikerinnen konnte in Westdeutschland (in Ostdeutschland verlief, wie gesagt, die Frauengleichberechtigung nicht gekoppelt an diese Gleichsetzung von Grammatik und Biologie) weitgehend überzeugen. Sie war zumindest so überzeugend, dass viele Menschen diese Logik verinnerlicht haben und ihr unhinterfragt immer noch folgen -  auch wenn inzwischen das binäre „beide“ durch „alle“ ersetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D. h. aus den Thesen der feministischen Linguistik wurden diese:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit &amp;lt;s&amp;gt;Sexus&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;Sexus und Gender&#039;&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets &amp;lt;s&amp;gt;beide&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;alle&#039;&#039; Geschlechter zu nennen bedeutet antidiskriminierend zu sein.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige und eine moralisch falsche Sprache.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ergibt sich das Dilemma einer inkohärenten Logik, denn für ein völlig neues gesellschaftliches Anliegen (Binarität überwinden und so Geschlechteridentitätengerechtigkeit herstellen) wurde die binäre Argumentationslogik eines völlig anderen, binären gesellschaftlichen Anliegens (die Menschheit besteht aus Frauen und Männern und beide sind gleichberechtigt) übernommen – ein Denkfehler mit politischen Folgen. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Menschen in Westdeutschland sich an den Fehler, Genus mit Sexus gleichzusetzen bereits gewöhnt hatten und es ihnen deshalb nicht weiter auffiel, als sich diese Gleichsetzung auf Gender ausweitete. In Ostdeutschland fiel und fällt den Menschen dieser Fehler aber sehr wohl auf - und so entsteht das Dilemma einer Spaltung. Genus und Sexus gleichzusetzen war in den Zeiten der Frauenbewegung eine politisch motivierte Interpretation, die aber zu hinterfragen ist, weil verschiedene Kategorien vermischt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Marie F. Pusch findet fake facts als politisches Kampfmittel legitim - das wird deutlich im Podcast „Alles gesagt?“ (von DIE ZEIT)  mit Luise F. Pusch am 22.11.2022: „Luise Pusch, warum ist Deutsch eine Männersprache?“&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch der Anspruch, „tatsächlich alle Gruppen und Identitäten abzubilden, (stößt) an klar benennbare sprachlogische Grenzen. So ist es bei Lichte betrachtet unmöglich, für alle denkbaren Identitäten eine adäquate, gleichberechtigte grammatikalische Repräsentation zu finden.“, wie Svenja Falßpöhler schreibt.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 143 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma von Partizipialformen (&amp;quot;Lernende&amp;quot; statt &amp;quot;Schüler&amp;quot;) ===&lt;br /&gt;
Häufig werden Partizipialformen als Plural gewählt, weil sie im Plural geschleichtsneutral sind - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Studierende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Mitarbeitende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lernende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forschende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; usw. Allerdings sind diese Ersatzformen oft nicht bedeutungsgleich mit dem Ausgangswort. So ist ein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forscher&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine Person, die beruflich forscht, während ein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forschender&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht zwangsläufig einen wissenschaftlichen Beruf ausüben muss und das Gleiche gilt für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Bäcker&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Backenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Maler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Malenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Musiker&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Musizierenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; usw. Das Partizip Präsens bezeichnet eine Tätigkeit, die gerade ausgeübt wird. Deshalb sind &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Wähler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, die ihr Wahlrecht nicht ausüben, keine &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Wählenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ein Fahrradfahrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, der sein Rad abgestellt hat, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;kein Fahrradfahrender&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Frage, ob die Sprache das Geschlechterbewusstsein formt oder nicht ===&lt;br /&gt;
Um die Notwendigkeit einer neuen Sprache zu begründen, wurden psycholinguistische Studien gemacht. Man wollte herausfinden, ob das generische Maskulinum männliche Assoziationen erzeuge, ob also bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Einwohner&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eher an männliche Personen gedacht würde. Dieser Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen - werden alledings je nach politischer Intention immer wiederunterschiedlich interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Philipp Hübl hat Studien zur vermuteten Sprachwirkung auf die Gleichberechtigung ausgewertet und kam zu einem negativen Befund. Vgl. Hübl, Philipp: Vorlesung an der Universität der Künste in Berlin 2023: Einführung ins kritische Denken. Sondersitzung: Gendern. 2023. https://www.youtube.com/watch?v=gOEGKm5IAE4 &amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein unüberwindbares Problem bei jeder Studie zu diesem Thema ist das Unteruchungssetting - denn diese Studien finden und fanden in einer Zeit statt, als die Sprecher und Sprecherinnen bereits von der Sprachdebatte und der Genderpraxis geprägt waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 29.&amp;lt;/ref&amp;gt; Studien aus der Zeit vor 1980 liegen nicht vor; weibliche Menschen, die damals spachlich sozialisiert wurden, berichten allerdings, dass sie sich niemals ausgeschlossen gefühlt hätten, weil (z. B.) &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht geschlechtlich, sondern so definiert war, dass der Begriff alle Menschen meinte. In dem Moment, in dem &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Plural für männliche Menschen verstanden wird, stellt man sich selbstverständlich Männer dabei vor. Dieser Frage ist durch empirische Studien also leider schlicht nicht zu beantworten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lohnt sich allerdings ein Blick in Sprachgemeinschaften, deren Sprache keinerlei Unterscheidung bzgl. des Geschlechts kennen. Das Türkische oder das Persische sind solche Sprachen. Doch,  so schreibt Navid Kermani, es ist „ein Trugschluss, dass sich aus der sprachlichen Gleichheit der Geschlechter reale soziale Gleichheit ergibt.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Kermani, Navid: Mann, Frau, völlig egal. In: DIE ZEIT Feuilleton.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich hat der Inhalt von Sprache eine Wirkung auf das Bewusstsein. Beispielsweise macht es einen Unterschied, ob von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Scheinehe&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Schutzehe&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; gesprochen wird, von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Sonderabfall&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Giftmüll&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Militärischer Spezialoperation&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Angriffskrieg&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Stefanowitsch, Anatol: Eine Frage der Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen. 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aber hier sind wir auf der inhaltlichen Ebene von Sprache. Bei Gendersternchen oder Doppelpunkt befinden wir uns auf der symbolischen Ebene von Zeichen. Das wird oft verwechselt, auch von Anatol Stefanowitch in seinem Buch &amp;quot;Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen.&amp;quot;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Sexismus ===&lt;br /&gt;
Das Nennen aller nur möglichen Geschlechter und Geschlechtsidentitäten bringt eine geschlechtliche Kategorisierung in die Sprache und an jeden Menschen. Obwohl das Ziel des Genderns ist, Sexismus zu bekämpfen, ist es dennoch unbeabsichtigt eine sexistische Praxis, sagt Nele Pollatschek. „Wenn wir im Deutschen gendern, dann sagen wir damit: Diese Information ist so wichtig, dass sie immer mitgesagt werden muss.“ Damit machen wir das Geschlecht „zur wichtigsten Identitätskategorie.“ Nele Pollatschek vergleicht die gendersensible Sprachweise der Deutschen, die „sich für das permanente Benennen von Geschlechterunterschieden entschieden haben“ mit der der Briten, die „das Anzeigen von Geschlechtlichkeit so weit wie möglich vermeiden“&amp;lt;ref&amp;gt;Pollatschek, Nele: Deutschland ist besessen von Genitalien. Gendern macht die Diskriminierung nur noch schlimmer. Ein Gastbeitrag im Tagesspiegel am 30. 08. 2020 (28.08.2023)&amp;lt;/ref&amp;gt; und spricht sich klar für die britische Sicht als die zielführendere aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Nele Pollatschek: Dear Oxbridge. Liebesbrief an England. Berlin 2020 (S. 185 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Ist es nicht völlig schnuppe, ob Angela Merkel weilbliche Geschlechtsorgane hat und Friedrich Merz männliche? Und falls doch nicht – würde uns das etwas angehen?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Navid Kermani meint, dass er das Gendern der Sprache als „eine geistige wie politische Regression“ wahrnimmt, denn „Geschlechtszuschreibungen gehen nicht in zwei, sie gehen aber auch nicht in 27 Kategorien auf. Zu meinen, man könnte mittels Sprache jederzeit jedem Angesprochenen gerecht werden, verkennt nicht nur ihr Wesen; es legt die Angesprochenen überhaupt erst fest auf eine Identität. (…) (Aber) wir sind nicht eindeutig, niemand von uns, weder ethnisch noch kulturell, weder psychologisch noch geschlechtlich, (…).“ Und Svenja Flaßpöhler formuliert: „Dem Kampf um Bezeichnungen wohnt die Dialektik inne, dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen.“    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Klassismus ===&lt;br /&gt;
Da die meisten Menschen sich mit der Sprachvariante wohlfühlen, mit der sie sozialisiert sind, und die akademische Bildungsschicht den sprachlichen Veränderungen stärker zugewandt ist, ist die genderinklusive Sprache inzwischen zu einem Unterscheidungsmerkmal geworden, mit dem sich die kreative Klasse und akademische Elite von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. „Gendern ist das Latein der neuen Eliten.“, sagt Philipp Hübl.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp am 11.10.2023 in: wissenschaftskommunikation.de https://www.wissenschaftskommunikation.de/gendern-ist-das-latein-der-neuen-eliten-71125/ (13.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Soziologe Pierre Bordieu&amp;lt;ref&amp;gt;Bordieu: Die feinen Unterschiede. Frankfurt a. M. 2018 (26. Auflage).&amp;lt;/ref&amp;gt; machte darauf aufmerksam, dass die Ungleichheit der Gesellschaft nicht nur durch die ungleiche Verteilung von ökonomischem Kapital entsteht und fortbesteht, wie Karl Marx meinte, sondern auch durch „die feinen Unterschiede“. Bordieu analysierte, dass weitere Kapitalarten für die Aufrechterhaltung von sozialer Ungleichheit verantwortlich sind: Soziales Kapital ist bedeutsam und kennzeichnet, über welche gesellschaftlichen Beziehungen und Netzwerke jemand durch seine Familie oder Sozialisation verfügt. Die Position in der gesellschaftlichen Hierarchie wird außerdem durch das kulturelle Kapital (Bildung, Handlungswissen und formale Abschlüsse sowie Titel) bestimmt sowie das symbolische Kapital. Damit ist der Lebensstil und das Auftreten gemeint - die Sprache, die Manieren, der Musik-, Kunst- und Einrichtungsgeschmack, die Essgewohnheiten, das Modeverhalten, etc. Bordieu nennt das den Habitus eines Menschen. Ein Habitus ist fast unveränderbar, weil er quasi mit der Muttermilch aufgesogen wird und zur persönlichen Disposition wird. Egal, wo jemand geht oder steht – man „riecht“ stets, aus welchem „Stall“ jemand kommt. Ein erfolgreicher Unternehmer beispielweise, der es zu erheblichem Vermögen geschafft hat, gehört trotz seines ökonomischen Kapitals noch lange nicht zur gesellschaftlichen Oberschicht, solange er nicht über den Habitus dieser Schicht verfügt und die Codes nicht kennt. Am Habitus erkennt man sich. Das macht es so schwer, die soziale Klasse zu wechseln und das ist ein Faktor, der bestehende, ungleiche Verhältnisse festschreibt. Der Habitus ist ein Distinktionsmerkmal, mit dem man sich voneinander abgrenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Distinktionsmerkmal ist inzwischen das Gendern geworden. Der Philosoph Philipp Hübl spricht vom Soziolekt einer sich als progressiv verstehenden Elite. Die als geschlechtergerecht markierte und vermeintlich moralisch überlegene Sprache dient nicht mehr nur dem politischen Erkennen, sondern ist auch zu einem Abgrenzungsmerkmal der Bildungsoberschicht geworden. Gendern ist „ein Loyalitätssignal“ &amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Moralspektakel. 2024 (S. 202 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; und ein Distinktionsmerkmal geworden, mit dem eine recht homogene, politisch links orientierte, urbane, akademisch gebildete und sozial besser gestellte Gesellschaftsschicht sich sprachlich von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. Wer nicht mitmacht, hat im akademischen Kultur, Medien- und Lehrbetrieb keine Karrierechance. „Diese Eliten (...) haben mit der politischen Korrektheit ihren eigenen Jargon gefunden, übersehen aber oft, dass sie damit andere diskriminieren, nämlich diejenigen, die da nicht mithalten können und denen der Kosmopolitismus mit seinen neuen Codes gar nicht zusagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Die aufgeregte Gesellschaft. München 2019, S. 235.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Urteil wird dann entweder gönnerhaft oder missgünstig, in jedem Fall von oben herab gefällt: „Die sind noch nicht soweit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man als junger Mensch aus einem sozialen Millieu, in dem nicht gegendert wird, Erfolg in der Schule und an der Universität haben, muss man sich anpassen. Dabei bedeutet „anpassen“ nicht, lediglich eine andere Pluralform zu nutzen – nein, es bedeutet einen ganz anderen Sprachhabitus anzunehmen. Dieser neue Sprachhabitus führt aber unweigerlich zu einer Distanzierung vom Herkunftsmillieu, der Familie und den alten Freunden, denn dort wird der neue Code als Abgrenzung erlebt. Der Druck, sich auf die von Akademikern für korrekt befundene inklusive Sprache einzulassen, bringt Menschen aus nicht akademischen Herkunftmillieus in einen unbewussten Entscheidungskonflikt zwischen Bildungserfolg und Herkunftsmillieuzugehörigkeit. Dieser Entscheidungskonflikt wirkt wie ein „sozialer Filter“.&amp;lt;ref&amp;gt;Mehr zum „sozialen Filter“ in El Mafaalani: Mythos Bildung. 2022, S. 91. El-Mafaalani bezieht sich allerdings nicht auf Sprache als Habitusmerkmal.&amp;lt;/ref&amp;gt; Und wichtigster Grund für diesen Entscheidungskonflikt ist der Habitus, von dem die eigene Sprache ein wesentlicher Teil ist – und der fast so sehr zu uns gehört und unabstreifbar ist wie unsere Haut, wie wir von Bordieu wissen. Die inklusive Sprache führt also unbeabsichtigt von dem gut gemeinten Vorsatz, Menschen nicht sexistisch zu diskriminieren, dazu, dass Menschen klassistisch diskriminiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der kontraproduktiven Wirkung ===&lt;br /&gt;
Diese Paarung von gesellschaftlicher Abgrenzung und moralischer Überlegenheit, die die linke wohlhabende Bildungsoberschicht bzgl. ihrer Gendersprache für sich in Anspruch nimmt und der ein gewaltiger Habitussnobismus inne wohnt, führt zu einem Dilemma der politischen Wirkung. Denn dadurch, dass die Sprache von dieser wohlhabenden, akademischen, kreativen Schicht, zu der viele Journalisten, Politiker und andere Prominente gehören, im Alleingang neu verhandelt wird, verlieren diese für viele Menschen ihre Glaubwürdigkeit. Niemand möchte arrogant von oben herab behandelt werden, und so wenden sich manche Menschen als Folge politisch oder religiös konservativen Gruppen zu und – und das Gendern schadet paradoxerweise seinem eigenen Anliegen. Viele Menschen fühlen sich vom sprachlichen Duktus der intellektuellen Elite ausgeschlossen und beginnen sie zu hassen, wie der Politikwissenschaftler Yascha Mounk herausgearbeitet hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Mounk, Yasha: Im Zeitalter der Identität. Vom Aufsteig einer gefährlichen Idee. 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bitmoji .png|mini|368x368px|Ich schließe mich Svenja Flaßpöhler an: Vor dem Hintergrund, dass dem Kampf um Bezeichnung die Dialektik innewohnt, „dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen“, (…) „erscheint das generische Maskulinum in seiner Geschlechtsunabhängigkeit plötzlich in einem anderen Licht. Liegt seine poststrukturalistische Perspektive nicht gerade darin, dass es von geschlechtlichen Identifikationen absieht? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Busfahrer&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Busfahrer*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;innen: Nicht das Geschlecht, sondern das Tun wäre der Kern der Bezeichnung. Unbestritten gehört es zu den Errungenschaften der Emanzipation, dass man Menschen nicht auf ihr Geschlecht reduziert, sondern für das anerkennt, was sie können und machen. Wenn es gelänge, das generische Maskulinum als universale, geschlechtsunabhängige Bezeichnungspraxis zu nehmen, die es rein formal ist: Böte es dann nicht ein erstaunliches emanzipatorisches Potenzial – und zwar gerade durch seine umfassende Bezeichnungskraft, die nicht nur einzelne Gruppen meint, sondern alle?“&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 142 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
Ich persönlich finde es problematisch, schulterzuckend in Kauf zu nehmen, so vielen Menschen Teilhabe an Sprache und damit Gesellschaft zu erschweren oder gar zu verwehren. Hier wird von den Befürwortern der Gendersprache eine angebliche, nur auf sprachlicher Symbolik beruhende Benachteiligung über eine tatsächliche sprachliche Benachteiligung gestellt. Eine verkomplizierende Sprachreform achtlos auf Kosten von anderen, ebenso vulnerablen gesellschaftlichen Gruppen zu fordern, finde ich sehr fragwürdig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Frage der geschlechtergerechten Sprache mahnt der Rat für deutsche Rechtschreibung zur Sensibilität gegenüber dem Thema, spricht aber keine Norm aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26.03.2021 Kurzgefasst wird gesagt: „Der Rat für deutsche Rechtschreibung bekräftigt in seiner Sitzung am 26.03.2021 seine Auffassung, dass allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache begegnet werden soll und sie sensibel angesprochen werden sollen. Dies ist allerdings eine gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Aufgabe, die nicht allein mit orthografischen Regeln und Änderungen der Rechtschreibung gelöst werden kann. Das Amtliche Regelwerk gilt für Schulen sowie für Verwaltung und Rechtspflege. Der Rat hat vor diesem Hintergrund die Aufnahme von Asterisk („Gender-Stern“), Unterstrich („Gender-Gap“), Doppelpunkt oder anderen verkürzten Formen zur Kennzeichnung mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen im Wortinnern in das Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung zu diesem Zeitpunkt nicht empfohlen.“ https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine einheitliche Sprachvariante zu finden ist inzwischen wohl gar nicht mehr möglich. Selbst der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch (und der hat in „Eine Frage der Moral“  immerhin ein ganzes Buch lang für gendersensible Sprache plädiert) sagt inzwischen: „Am besten wäre es, wenn wir aufhören würden, nach einheitlichen Sprachregelungen zu rufen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Stefanowitsch, Anatol (Professor für Sprachwissenschaft an der FU Berlin): Interview am 30.09.2020 im Tagesspiegel. Anatol Stefanowitsch ist der Autor des Buches „Eine Frage der Moral. Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen.“, erschienen 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesem Appell möchte ich mich anschließen. Welche Dilemmata mit den verschiedenen Sprachvarianten und mit der gesellschaftlichen Diskussion darüber einhergehen, habe ich aufgezeigt. Auch ich erlebe dabei den sozialen Druck, eine geschlechterinklusive Sprachvariante als Loyalitssignal zu nutzen. Denn die jeweils verwendete Sprachvariante wird gegenwärtig so stark als ein Signal von Moral gewertet, dass sie in Arbeitsprozessen Vertrauensbildung sowohl unterstützen als auch verhindern kann. In der Arbeit mit jungen Menschen, die grade von der Uni kommen, erlebe ich besonders das Misstrauen und die Distanz häufig, die sich ausbreiten, wenn die kungen Menschen wahrnehmen, dass ich nicht die gleiche Sprachvariante ntuze, die sie selbst für die richtige halten. Deshalb ist es notwendig, dass jeder von uns seine jeweils gewählte Variante kommuniziert und begründet, um als Sprecher niemanden zu verletzen und um als Sprechende nicht vorschnell in eine Schublade gesteckt zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist verwende ich die generische Form &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; in ihrer genderneutralen Definition, die alle Geschlechter und Identitäten umfasst. Manchmal versehe ich diese mit einem * (&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;), weil ich weiß, dass vielen jungen Menschen die inklusive Bedeutung der generischen Form unbekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen und Anmerkungen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehrerbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=152004</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/Sprachbildung/Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=152004"/>
		<updated>2026-04-08T09:49:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Übersicht Sprachvarianten der gendersensiblen Sprache.png|mini|Die Frage, um die es bei dem Dilemma der geschlechtersensiblen Sprache geht, ist nicht, ob wir für eine Sprache sind, die geschlechtergerecht ist - denn diese Frage wird wohl hoffentlich jeder mit „Na logo, auf alle Fälle!“ beantworten. Die Diskussion dreht sich um die Frage, &#039;&#039;welche Variante&#039;&#039; die passendste ist – denn jede(!) Variante nimmt für sich in Anspruch, geschlechtergerecht zu sein ...|399x399px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Dilemma des Wunsches nach sprachlicher Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
Die Diskussion um eine geschlechterinklusive Sprache geht mit einem hohen Maß an gesellschaftlicher Aufregung einher. Den Befürwortern geht es um ein gesellschaftspolitisches Anliegen, das sympatisch und  legitim ist: Geschlechtergerechtigkeit. Dem mehr als berechtigten Wunsch steht allerdings das Problem gegenüber, dass die als geschlechtergerecht favorisierten Sprachvarianten ihrem inklusiven Anspruch nicht gerecht werden. Aus dem Wunsch, nicht zu diskriminieren, entstehen neue Diskriminierungen. Im Folgenden möchte ich diese Problematiken aufblättern (und damit auch meine eigene Variantenwahl begründen).&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur historischen Entwicklung ===&lt;br /&gt;
Die ursprüngliche Pluralvariante war bzw. ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Mit diesem &#039;&#039;generischen Plural&#039;&#039; waren und sind qua Definition alle jungen Menschen gemeint, die zur Schule gehen – völlig unabhängig vom Geschlecht. Dabei hat &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine doppelte Bedeutung, denn mit dem Nomen kann man auch eine reine Jungengruppe bezeichnen. Will man ausdrücken, dass es sich um eine reine Jungengruppe handelt, sagt man &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;männliche Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Will man ausdrücken, dass es sich um einen reine Mädchengruppe handelt, gibt es dafür einen eigenen Plural: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. (Diese Pluralformen sind historisch gewachsen und haben ihren Ursprung natürlich in einer patriarchalen Kultur, dennoch ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; qua Definition inklusiv und wurde auch bis in die 1980er Jahre allgemein so verstanden.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Definition wurde im Zuge der Frauengleichberechtigungsbewegung ab den 1980er Jahren von feministischen Linguistikerinnen in der alten BRD (Übrigens nur in der BRD, in der DDR wirkte die Frauenbewegung unabhängig von dieser Sprachinterpretation; und das ist wichtig zum Verständnis der heutigen politischen Fronten!) in Frage gestellt: Frauen seien in dieser Pluralform nicht mitgemeint und würden nicht angesprochen, kritisierten z. B. Luise F. Pusch, Senta Tromel-Plötz u. a. Bahnbrechend war 1984 das Buch „Das Deutsche als Männersprache“ von Luise F. Pusch.&amp;lt;ref&amp;gt;Pusch, Luise F.: Das Deutsche als Männersprache. Aufsätze und Glossen zur feministischen Linguistik. 1984.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der allgemeine Plural &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wurde von ihnen &amp;quot;generisches Maskulinum&amp;quot; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache zementiere die Männerherrschaft, wurde beanstandet. Um die politische Frauenbewegung zu unterstützen, wurde das Genus (das grammatische Geschlecht der Sprache) mit dem Sexus (das biologische Geschlecht von Menschen) gleichgesetzt. Luise F. Pusch schlug u. a. vor, von nun an nur noch &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, (sie nannte es das &amp;quot;generische Femininum&amp;quot;) als Pluralform zu nutzen, schließlich seien die Männer ja lange genug bevorteilt worden und nun die Frauen dran; die Pluralform sollte sozusagen nach dem Rotationsprinzip angewendet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Im Landkreis Rotenburg an der Wümme wird seit 2024 auf Anordnung des CDU-Landrats Marco Prietz in der Verwaltung das generische Feminium verwendet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Idee setzte sich nicht durch; aber mit zunehmender Gleichberechtigung gab es in der alten BRD einen immer größer werdenden Konsens, die weibliche Pluralform in der Sprache mitzunennen. Die politisch motivierte Behauptung, dass mit &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nur männliche Menschen gemeint seien, sickerte in Westdeutschland ins gesellschaftliche Bewusstsein. Es wurde nun normal, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen und Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler/-innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu schreiben. An den Universitäten, insbesondere im nördlichen Westdeutschland, wurde in den 1980er Jahren die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülerInnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch es dauerte nicht lange (ungefähr mit Beginn der 2000er Jahre), da wurde neue Kritik laut: „Damit werden nur die weiblichen und männlichen Geschlechtsidentitäten genannt – und alle anderen bleiben unsichtbar!“ Es wurde, insbesondere in einem sich als progressiv und links verstehenden Millieu und insbesondere in Nord- und Westdeutschland, nach neuen, alle Geschlechteridentitäten inkludierenden Varianten gesucht: Bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; steht der Unterstrich bzw. das Sternchen für „alle weiteren“, geht also über die Benennung von nur Frauen und Männern hinaus und soll trans und nicht-binäre Menschen sichtbar werden lassen. Weil der Unterstrich bei Unterstreichungen nicht zu lesen ist und aufgrund von technischen Schwierigkeiten von Screenreadern entstand die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Aber auch an diesen Varianten gibt es Kritik, z. B. dass Frauen wieder nur nachgeschoben und damit zweitrangig seien, wie Luise F. Pusch meint. Oder: „Wer weder in die männliche noch weibliche Kategorie passt, landet nolens volens repräsentationslogisch in der lautlichen Lücke des Unterstrichts oder wird zum Sternchen: Ist das gerecht und angemessen – oder abermals eine Hierarchisierung?“.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021 (S. 143 f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Kübra Gümüşay überlegen viele andere, ob wir vielleicht gänzlich darauf verzichten sollten, „Menschen nach ihrer Geschlechtsidentität“ zu kategorisieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Gümüşay, Kübra: Sprache und Sein. München 2021 (S.21).&amp;lt;/ref&amp;gt; Lann Hornscheid, bis 2016 Professorens am Zentrum für tranzdisziplinäre Geschlechterstudien der Berliner Humboldt-Universität, hat deshalb früher &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülX&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und später &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülens&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; vorgeschlagen. Hermes Phettberg und Thomas Kronschläger plädieren für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülys&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Hermes Phettberg war ein österreichisches Schauspiely, Aktionskünstly und Schriftstelly. Seit 2019 verwendet das Sprachdidaktiky Thomas Kronschläger an der TU Braunschweig dessen y-Variante für eine entgenderte Sprache.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl.: Thomas Kronschläger (Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung): Entgendern nach Phettberg. Am 28.01.2022 auf www.bpb.de https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/geschlechtergerechte-sprache-2022/346085/entgendern-nach-phettberg/ (zuletzt 09.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Debatte um eine ge- oder entgenderte Sprache wird uns noch lange beschäftigen und die Positionen und Sprachvorschläge ändern sich immer wieder. Und da Menschen dazu neigen, die Variante, mit der sie sozialisiert wurden, für die passendste zu halten, die Menschen aber in unterschiedlichen Zeiten, unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und unterschiedlichen Regionen mit jeweils unterschiedlichen Sprachvarianten sozialisiert wurden, gibt es inzwischen Verfechter für ganz verschiedene Varianten, oft ohne dass diese kritisch reflektiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zur Zeit in Westdeutschland verbreiteste Gendervariante ist die mit Sternchen oder Doppelpunkt, die im mündlichen Sprachgebrauch mit dem Glottisschlag, der kleinen Pause, gesprochen wird. Je konsequenter mensch diesen Ansatz jedoch zu Ende denkt, desto größer wird das sprachliche Dilemma, denn die Sprache wird immer unverständlicher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch höhere Sprachbarrieren ===&lt;br /&gt;
Sprache, die gendert, wird komplizierter - das lässt sich nicht von der Hand weisen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jede und jeder Bürger:in kann am Sonntag in sein:ihr Wahllokal gehen und seine:ihre Stimme abgeben. Im Wahlkampf haben alle Kandidat:innen wie ein Löwe bzw. eine Löwin gekämpft. Wer unser:e neue:r Bürgermeister:in wird, wird am Montag von dem:der Pressesprecher:in dem:der Gewinner:in mitgeteilt. Er:sie lässt dann die Korken knallen!&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den &amp;quot;Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; wird darauf hingewiesen, dass durch diese Sprachverwendung erhebliche Sprachbarrieren entstehen, die die gesellschaftliche Teilhabe erschweren, für Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ... die eine Zuwanderungsbiografie haben.&lt;br /&gt;
* ... die eine Behinderung haben. (Der D&#039;&#039;eutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.&#039;&#039; bittet deshalb darum, dass auf die Schreibweise mit Satz- und Sonderzeichen verzichtet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Position des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands https://www.dbsv.org/gendern.html (zuletzt: 10.03.2026)&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
* ... die Leseschwierigkeiten haben oder Analphabeten sind  (immerhin 6,2 Mio in Dtl.!&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Es entsteht also das Dilemma, dass durch den Versuch, niemanden durch Sprache zu benachteiligen, andere vulnerable Menschengruppen durch Sprache benachteiligt werden - ein Diskriminierungsdilemma. &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
Und dabei ist das Sprachbeispiel oben noch ein einfaches. Noch schwieriger wird es, wenn mensch den Ansatz des Genderns konsequent weiterdenkt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäste&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wird inzwischen bereits oft &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäst:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gemacht, muss dann nicht auch aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Person&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Person:&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;er (PLURAL: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Personer:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;(?)) und aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Mensch&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Mensch:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; werden? Müsste &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Dackel&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Dackel:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; sein? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Genie&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Genie:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Fee&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Fee:er&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Opfer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die/der Opfer:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Leiche&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Leiche:r&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Der Leichnam&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Leichnam:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;?&amp;lt;ref&amp;gt;Alicia Joe: Warum Gendersprache scheitern wird. (o. J.)&lt;br /&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=aZaBzeVbLnQ&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das ergibt dann z. B. so einen Satz:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Der/die Person:er, der/die anonym den/die Dackel:in geschenkt bekommen hatte, hat sich sehr gefreut, den/die Schenkende eine:n Genie:in genannt, das seine/ihre geheimsten Wünsche errät, und all ihren Gäst:innen von seinem/ihrem geheimnisvollen Wünschererfüller:in erzählt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was machen wir, wenn die Männer es eines Tages ungerecht finden, dass im Plural der Artikel &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und das Possessivpronomen &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;ihr&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; verwendet wird? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bsp: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die&amp;lt;/u&amp;gt; Männer setzen sich auf&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ihre&amp;lt;/u&amp;gt; Plätze.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugegeben, dass ist nicht die aktuelle Diskussion, sondern weitergedacht. Dennoch: Bei konsequentem Gendern&amp;lt;ref&amp;gt;Definition &#039;&#039;Gendern&#039;&#039; nach dem &amp;quot;Handbuch geschlechtergerechte Sprache&amp;quot; des Dudenverlags von Diewald und Steinhauer, 2020, S. 49: &amp;quot;Gendern verstehen wir als ein sprachliches Verfahren, um Gleichberechtigung (...) im Sprachgebrauch zu erreichen.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; ist Sprache kein praktisch zu handhabendes Kommunikationswerkzeug mehr ist. Denn der Gerechtigkeitsanspruch, der zur Zeit an Sprache gestellt wird, ist aufgrund der Sprachstruktur praktisch unerfüllbar. Ihm zugrunde liegt eine These, die gänzlich verschiedene Kategorien vermischt.&lt;br /&gt;
[[Datei:GENUS = SEXUS-GENDER?!?.png|mini|331x331px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Gleichsetzung des grammatikalischen GENUS mit dem menschlichen SEXUS und GENDER ===&lt;br /&gt;
Die gesamte Debatte über geschlechtersensible Sprache fußt auf der These, Genus mit Sexus bzw. Gender gleichzusetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wissenschaftler kritisieren Genderpraxis des ORR. (o. J.) https://www.linguistik-vs-gendern.de/ (zuletzt 30. 03. 2026)&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möglicherweise wäre die Sprache gar nicht solch ein Thema in der Diskriminierungsdebatte geworden, würde die Grammatik nicht Begrifflichkeiten wie „Geschlecht“ sowie „maskulin“, „feminin“ und „neutral“ verwenden. Diese wurden vor ein paar Jahrhunderten aus dem Lateinischen übernommen und die Sprachwissenschaftler früherer Zeiten hätten gut daran getan, andere zu erfinden. Auf die Idee kamen sie aber nicht, nicht nur weil Latein damals der Maßstab für grammatische Kategorien waren, sondern weil es damals undenkbar war, dass die Welt nicht stramm binär sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso binär wurde auch noch in den 1980er Jahren gedacht, als seitens der feministischen Linguistikerinnen gefordert wurde, Frauen mitzunennen. Hatte man zuvor &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrer.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gesagt und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Gattungsbegriff ohne Geschlechtshinweis verstanden, wurde es nun wichtig &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrerinnen.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu sagen und das Geschlecht zu benennen. Der allgemeine, generische Plural &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wurde nun „generisches Maskulinum“ genannt, um die Dominanz der Männer in der Sprache zu verdeutlichen. Sprache wurde zu einem politischen Kampfmittel der westdeutschen Frauenbewegung. Dabei wurde von folgenden Thesen ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit Sexus.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets beide Geschlechter zu nennen bedeutet, die Gleichberechtigung zu unterstützen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige Sprache, die die Gleichberechtigung unterstützt, und eine moralisch falsche, die die Emanzipation behindert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Logik der feministischen Linguistikerinnen konnte in Westdeutschland (in Ostdeutschland verlief, wie gesagt, die Frauengleichberechtigung nicht gekoppelt an diese Gleichsetzung von Grammatik und Biologie) weitgehend überzeugen. Sie war zumindest so überzeugend, dass viele Menschen diese Logik verinnerlicht haben und ihr unhinterfragt immer noch folgen -  auch wenn inzwischen das binäre „beide“ durch „alle“ ersetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D. h. aus den Thesen der feministischen Linguistik wurden diese:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit &amp;lt;s&amp;gt;Sexus&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;Sexus und Gender&#039;&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets &amp;lt;s&amp;gt;beide&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;alle&#039;&#039; Geschlechter zu nennen bedeutet antidiskriminierend zu sein.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige und eine moralisch falsche Sprache.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ergibt sich das Dilemma einer inkohärenten Logik, denn für ein völlig neues gesellschaftliches Anliegen (Binarität überwinden und so Geschlechteridentitätengerechtigkeit herstellen) wurde die binäre Argumentationslogik eines völlig anderen, binären gesellschaftlichen Anliegens (die Menschheit besteht aus Frauen und Männern und beide sind gleichberechtigt) übernommen – ein Denkfehler mit politischen Folgen. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Menschen in Westdeutschland sich an den Fehler, Genus mit Sexus gleichzusetzen bereits gewöhnt hatten und es ihnen deshalb nicht weiter auffiel, als sich diese Gleichsetzung auf Gender ausweitete. In Ostdeutschland fiel und fällt den Menschen dieser Fehler aber sehr wohl auf - und so entsteht das Dilemma einer Spaltung. Genus und Sexus gleichzusetzen war in den Zeiten der Frauenbewegung eine politisch motivierte Interpretation, die aber zu hinterfragen ist, weil verschiedene Kategorien vermischt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Marie F. Pusch findet fake facts als politisches Kampfmittel legitim - das wird deutlich im Podcast „Alles gesagt?“ (von DIE ZEIT)  mit Luise F. Pusch am 22.11.2022: „Luise Pusch, warum ist Deutsch eine Männersprache?“&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch der Anspruch, „tatsächlich alle Gruppen und Identitäten abzubilden, (stößt) an klar benennbare sprachlogische Grenzen. So ist es bei Lichte betrachtet unmöglich, für alle denkbaren Identitäten eine adäquate, gleichberechtigte grammatikalische Repräsentation zu finden.“, wie Svenja Falßpöhler schreibt.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 143 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma von Partizipialformen (&amp;quot;Lernende&amp;quot; statt &amp;quot;Schüler&amp;quot;) ===&lt;br /&gt;
Häufig werden Partizipialformen als Plural gewählt, weil sie im Plural geschleichtsneutral sind - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Studierende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Mitarbeitende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lernende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forschende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; usw. Allerdings sind diese Ersatzformen oft nicht bedeutungsgleich mit dem Ausgangswort. So ist ein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forscher&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine Person, die beruflich forscht, während ein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forschender&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht zwangsläufig einen wissenschaftlichen Beruf ausüben muss und das Gleiche gilt für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Bäcker&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Backenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Maler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Malenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Musiker&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Musizierenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; usw. Das Partizip Präsens bezeichnet eine Tätigkeit, die gerade ausgeübt wird. Deshalb sind &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Wähler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, die ihr Wahlrecht nicht ausüben, keine &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Wählenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ein Fahrradfahrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, der sein Rad abgestellt hat, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;kein Fahrradfahrender&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Frage, ob die Sprache das Geschlechterbewusstsein formt oder nicht ===&lt;br /&gt;
Um die Notwendigkeit einer neuen Sprache zu begründen, wurden psycholinguistische Studien gemacht. Man wollte herausfinden, ob das generische Maskulinum männliche Assoziationen erzeuge, ob also bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Einwohner&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eher an männliche Personen gedacht würde. Dieser Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen - werden alledings je nach politischer Intention immer wiederunterschiedlich interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Philipp Hübl hat Studien zur vermuteten Sprachwirkung auf die Gleichberechtigung ausgewertet und kam zu einem negativen Befund. Vgl. Hübl, Philipp: Vorlesung an der Universität der Künste in Berlin 2023: Einführung ins kritische Denken. Sondersitzung: Gendern. 2023. https://www.youtube.com/watch?v=gOEGKm5IAE4 &amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein unüberwindbares Problem bei jeder Studie zu diesem Thema ist das Unteruchungssetting - denn diese Studien finden und fanden in einer Zeit statt, als die Sprecher und Sprecherinnen bereits von der Sprachdebatte und der Genderpraxis geprägt waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 29.&amp;lt;/ref&amp;gt; Studien aus der Zeit vor 1980 liegen nicht vor; weibliche Menschen, die damals spachlich sozialisiert wurden, berichten allerdings, dass sie sich niemals ausgeschlossen gefühlt hätten, weil (z. B.) &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht geschlechtlich, sondern so definiert war, dass der Begriff alle Menschen meinte. In dem Moment, in dem &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Plural für männliche Menschen verstanden wird, stellt man sich selbstverständlich Männer dabei vor. Dieser Frage ist durch empirische Studien also leider schlicht nicht zu beantworten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lohnt sich allerdings ein Blick in Sprachgemeinschaften, deren Sprache keinerlei Unterscheidung bzgl. des Geschlechts kennen. Das Türkische oder das Persische sind solche Sprachen. Doch,  so schreibt Navid Kermani, es ist „ein Trugschluss, dass sich aus der sprachlichen Gleichheit der Geschlechter reale soziale Gleichheit ergibt.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Kermani, Navid: Mann, Frau, völlig egal. In: DIE ZEIT Feuilleton.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich hat der Inhalt von Sprache eine Wirkung auf das Bewusstsein. Beispielsweise macht es einen Unterschied, ob von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Scheinehe&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Schutzehe&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; gesprochen wird, von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Sonderabfall&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Giftmüll&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Militärischer Spezialoperation&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Angriffskrieg&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Stefanowitsch, Anatol: Eine Frage der Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen. 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aber hier sind wir auf der inhaltlichen Ebene von Sprache. Bei Gendersternchen oder Doppelpunkt befinden wir uns auf der symbolischen Ebene von Zeichen. Das wird oft verwechselt, auch von Anatol Stefanowitch in seinem Buch &amp;quot;Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen.&amp;quot;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Sexismus ===&lt;br /&gt;
Das Nennen aller nur möglichen Geschlechter und Geschlechtsidentitäten bringt eine geschlechtliche Kategorisierung in die Sprache und an jeden Menschen. Obwohl das Ziel des Genderns ist, Sexismus zu bekämpfen, ist es dennoch unbeabsichtigt eine sexistische Praxis, sagt Nele Pollatschek. „Wenn wir im Deutschen gendern, dann sagen wir damit: Diese Information ist so wichtig, dass sie immer mitgesagt werden muss.“ Damit machen wir das Geschlecht „zur wichtigsten Identitätskategorie.“ Nele Pollatschek vergleicht die gendersensible Sprachweise der Deutschen, die „sich für das permanente Benennen von Geschlechterunterschieden entschieden haben“ mit der der Briten, die „das Anzeigen von Geschlechtlichkeit so weit wie möglich vermeiden“&amp;lt;ref&amp;gt;Pollatschek, Nele: Deutschland ist besessen von Genitalien. Gendern macht die Diskriminierung nur noch schlimmer. Ein Gastbeitrag im Tagesspiegel am 30. 08. 2020 (28.08.2023)&amp;lt;/ref&amp;gt; und spricht sich klar für die britische Sicht als die zielführendere aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Nele Pollatschek: Dear Oxbridge. Liebesbrief an England. Berlin 2020 (S. 185 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Ist es nicht völlig schnuppe, ob Angela Merkel weilbliche Geschlechtsorgane hat und Friedrich Merz männliche? Und falls doch nicht – würde uns das etwas angehen?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Navid Kermani meint, dass er das Gendern der Sprache als „eine geistige wie politische Regression“ wahrnimmt, denn „Geschlechtszuschreibungen gehen nicht in zwei, sie gehen aber auch nicht in 27 Kategorien auf. Zu meinen, man könnte mittels Sprache jederzeit jedem Angesprochenen gerecht werden, verkennt nicht nur ihr Wesen; es legt die Angesprochenen überhaupt erst fest auf eine Identität. (…) (Aber) wir sind nicht eindeutig, niemand von uns, weder ethnisch noch kulturell, weder psychologisch noch geschlechtlich, (…).“ Und Svenja Flaßpöhler formuliert: „Dem Kampf um Bezeichnungen wohnt die Dialektik inne, dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen.“    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Klassismus ===&lt;br /&gt;
Da die meisten Menschen sich mit der Sprachvariante wohlfühlen, mit der sie sozialisiert sind, und die akademische Bildungsschicht den sprachlichen Veränderungen stärker zugewandt ist, ist die genderinklusive Sprache inzwischen zu einem Unterscheidungsmerkmal geworden, mit dem sich die kreative Klasse und akademische Elite von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. „Gendern ist das Latein der neuen Eliten.“, sagt Philipp Hübl.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp am 11.10.2023 in: wissenschaftskommunikation.de https://www.wissenschaftskommunikation.de/gendern-ist-das-latein-der-neuen-eliten-71125/ (13.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Soziologe Pierre Bordieu&amp;lt;ref&amp;gt;Bordieu: Die feinen Unterschiede. Frankfurt a. M. 2018 (26. Auflage).&amp;lt;/ref&amp;gt; machte darauf aufmerksam, dass die Ungleichheit der Gesellschaft nicht nur durch die ungleiche Verteilung von ökonomischem Kapital entsteht und fortbesteht, wie Karl Marx meinte, sondern auch durch „die feinen Unterschiede“. Bordieu analysierte, dass weitere Kapitalarten für die Aufrechterhaltung von sozialer Ungleichheit verantwortlich sind: Soziales Kapital ist bedeutsam und kennzeichnet, über welche gesellschaftlichen Beziehungen und Netzwerke jemand durch seine Familie oder Sozialisation verfügt. Die Position in der gesellschaftlichen Hierarchie wird außerdem durch das kulturelle Kapital (Bildung, Handlungswissen und formale Abschlüsse sowie Titel) bestimmt sowie das symbolische Kapital. Damit ist der Lebensstil und das Auftreten gemeint - die Sprache, die Manieren, der Musik-, Kunst- und Einrichtungsgeschmack, die Essgewohnheiten, das Modeverhalten, etc. Bordieu nennt das den Habitus eines Menschen. Ein Habitus ist fast unveränderbar, weil er quasi mit der Muttermilch aufgesogen wird und zur persönlichen Disposition wird. Egal, wo jemand geht oder steht – man „riecht“ stets, aus welchem „Stall“ jemand kommt. Ein erfolgreicher Unternehmer beispielweise, der es zu erheblichem Vermögen geschafft hat, gehört trotz seines ökonomischen Kapitals noch lange nicht zur gesellschaftlichen Oberschicht, solange er nicht über den Habitus dieser Schicht verfügt und die Codes nicht kennt. Am Habitus erkennt man sich. Das macht es so schwer, die soziale Klasse zu wechseln und das ist ein Faktor, der bestehende, ungleiche Verhältnisse festschreibt. Der Habitus ist ein Distinktionsmerkmal, mit dem man sich voneinander abgrenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Distinktionsmerkmal ist inzwischen das Gendern geworden. Der Philosoph Philipp Hübl spricht vom Soziolekt einer sich als progressiv verstehenden Elite. Die als geschlechtergerecht markierte und vermeintlich moralisch überlegene Sprache dient nicht mehr nur dem politischen Erkennen, sondern ist auch zu einem Abgrenzungsmerkmal der Bildungsoberschicht geworden. Gendern ist „ein Loyalitätssignal“ &amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Moralspektakel. 2024 (S. 202 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; und ein Distinktionsmerkmal geworden, mit dem eine recht homogene, politisch links orientierte, urbane, akademisch gebildete und sozial besser gestellte Gesellschaftsschicht sich sprachlich von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. Wer nicht mitmacht, hat im akademischen Kultur, Medien- und Lehrbetrieb keine Karrierechance. „Diese Eliten (...) haben mit der politischen Korrektheit ihren eigenen Jargon gefunden, übersehen aber oft, dass sie damit andere diskriminieren, nämlich diejenigen, die da nicht mithalten können und denen der Kosmopolitismus mit seinen neuen Codes gar nicht zusagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Die aufgeregte Gesellschaft. München 2019, S. 235.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Urteil wird dann entweder gönnerhaft oder missgünstig, in jedem Fall von oben herab gefällt: „Die sind noch nicht soweit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man als junger Mensch aus einem sozialen Millieu, in dem nicht gegendert wird, Erfolg in der Schule und an der Universität haben, muss man sich anpassen. Dabei bedeutet „anpassen“ nicht, lediglich eine andere Pluralform zu nutzen – nein, es bedeutet einen ganz anderen Sprachhabitus anzunehmen. Dieser neue Sprachhabitus führt aber unweigerlich zu einer Distanzierung vom Herkunftsmillieu, der Familie und den alten Freunden, denn dort wird der neue Code als Abgrenzung erlebt. Der Druck, sich auf die von Akademikern für korrekt befundene inklusive Sprache einzulassen, bringt Menschen aus nicht akademischen Herkunftmillieus in einen unbewussten Entscheidungskonflikt zwischen Bildungserfolg und Herkunftsmillieuzugehörigkeit. Dieser Entscheidungskonflikt wirkt wie ein „sozialer Filter“.&amp;lt;ref&amp;gt;Mehr zum „sozialen Filter“ in El Mafaalani: Mythos Bildung. 2022, S. 91. El-Mafaalani bezieht sich allerdings nicht auf Sprache als Habitusmerkmal.&amp;lt;/ref&amp;gt; Und wichtigster Grund für diesen Entscheidungskonflikt ist der Habitus, von dem die eigene Sprache ein wesentlicher Teil ist – und der fast so sehr zu uns gehört und unabstreifbar ist wie unsere Haut, wie wir von Bordieu wissen. Die inklusive Sprache führt also unbeabsichtigt von dem gut gemeinten Vorsatz, Menschen nicht sexistisch zu diskriminieren, dazu, dass Menschen klassistisch diskriminiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der kontraproduktiven Wirkung ===&lt;br /&gt;
Diese Paarung von gesellschaftlicher Abgrenzung und moralischer Überlegenheit, die die linke wohlhabende Bildungsoberschicht bzgl. ihrer Gendersprache für sich in Anspruch nimmt und der ein gewaltiger Habitussnobismus inne wohnt, führt zu einem Dilemma der politischen Wirkung. Denn dadurch, dass die Sprache von dieser wohlhabenden, akademischen, kreativen Schicht, zu der viele Journalisten, Politiker und andere Prominente gehören, im Alleingang neu verhandelt wird, verlieren diese für viele Menschen ihre Glaubwürdigkeit. Niemand möchte arrogant von oben herab behandelt werden, und so wenden sich manche Menschen als Folge politisch oder religiös konservativen Gruppen zu und – und das Gendern schadet paradoxerweise seinem eigenen Anliegen. Viele Menschen fühlen sich vom sprachlichen Duktus der intellektuellen Elite ausgeschlossen und beginnen sie zu hassen, wie der Politikwissenschaftler Yascha Mounk herausgearbeitet hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Mounk, Yasha: Im Zeitalter der Identität. Vom Aufsteig einer gefährlichen Idee. 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bitmoji .png|mini|368x368px|Ich schließe mich Svenja Flaßpöhler an: Vor dem Hintergrund, dass dem Kampf um Bezeichnung die Dialektik innewohnt, „dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen“, (…) „erscheint das generische Maskulinum in seiner Geschlechtsunabhängigkeit plötzlich in einem anderen Licht. Liegt seine poststrukturalistische Perspektive nicht gerade darin, dass es von geschlechtlichen Identifikationen absieht? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Busfahrer&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Busfahrer*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;innen: Nicht das Geschlecht, sondern das Tun wäre der Kern der Bezeichnung. Unbestritten gehört es zu den Errungenschaften der Emanzipation, dass man Menschen nicht auf ihr Geschlecht reduziert, sondern für das anerkennt, was sie können und machen. Wenn es gelänge, das generische Maskulinum als universale, geschlechtsunabhängige Bezeichnungspraxis zu nehmen, die es rein formal ist: Böte es dann nicht ein erstaunliches emanzipatorisches Potenzial – und zwar gerade durch seine umfassende Bezeichnungskraft, die nicht nur einzelne Gruppen meint, sondern alle?“&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 142 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
Ich persönlich finde es problematisch, schulterzuckend in Kauf zu nehmen, so vielen Menschen Teilhabe an Sprache und damit Gesellschaft zu erschweren oder gar zu verwehren. Hier wird von den Befürwortern der Gendersprache eine angebliche, nur auf sprachlicher Symbolik beruhende Benachteiligung über eine tatsächliche sprachliche Benachteiligung gestellt. Eine verkomplizierende Sprachreform achtlos auf Kosten von anderen, ebenso vulnerablen gesellschaftlichen Gruppen zu fordern, finde ich sehr fragwürdig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Frage der geschlechtergerechten Sprache mahnt der Rat für deutsche Rechtschreibung zur Sensibilität gegenüber dem Thema, spricht aber keine Norm aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26.03.2021 Kurzgefasst wird gesagt: „Der Rat für deutsche Rechtschreibung bekräftigt in seiner Sitzung am 26.03.2021 seine Auffassung, dass allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache begegnet werden soll und sie sensibel angesprochen werden sollen. Dies ist allerdings eine gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Aufgabe, die nicht allein mit orthografischen Regeln und Änderungen der Rechtschreibung gelöst werden kann. Das Amtliche Regelwerk gilt für Schulen sowie für Verwaltung und Rechtspflege. Der Rat hat vor diesem Hintergrund die Aufnahme von Asterisk („Gender-Stern“), Unterstrich („Gender-Gap“), Doppelpunkt oder anderen verkürzten Formen zur Kennzeichnung mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen im Wortinnern in das Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung zu diesem Zeitpunkt nicht empfohlen.“ https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine einheitliche Sprachvariante zu finden ist inzwischen wohl gar nicht mehr möglich. Selbst der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch (und der hat in „Eine Frage der Moral“  immerhin ein ganzes Buch lang für gendersensible Sprache plädiert) sagt inzwischen: „Am besten wäre es, wenn wir aufhören würden, nach einheitlichen Sprachregelungen zu rufen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Stefanowitsch, Anatol (Professor für Sprachwissenschaft an der FU Berlin): Interview am 30.09.2020 im Tagesspiegel. Anatol Stefanowitsch ist der Autor des Buches „Eine Frage der Moral. Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen.“, erschienen 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesem Appell möchte ich mich anschließen. Welche Dilemmata mit den verschiedenen Sprachvarianten und mit der gesellschaftlichen Diskussion darüber einhergehen, habe ich aufgezeigt. Auch ich erlebe dabei den sozialen Druck, eine geschlechterinklusive Sprachvariante als Loyalitssignal zu nutzen. Denn die jeweils verwendete Sprachvariante wird gegenwärtig so stark als ein Signal von Moral gewertet, dass sie in Arbeitsprozessen Vertrauensbildung sowohl unterstützen als auch verhindern kann. In der Arbeit mit jungen Menschen, die grade von der Uni kommen, erlebe ich besonders das Misstrauen und die Distanz häufig, die sich ausbreiten, wenn die kungen Menschen wahrnehmen, dass ich nicht die gleiche Sprachvariante ntuze, die sie selbst für die richtige halten. Deshalb ist es notwendig, dass jeder von uns seine jeweils gewählte Variante kommuniziert und begründet, um als Sprecher niemanden zu verletzen und um als Sprechende nicht vorschnell in eine Schublade gesteckt zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist verwende ich die generische Form &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; in ihrer genderneutralen Definition, die alle Geschlechter und Identitäten umfasst. Manchmal versehe ich diese mit einem * (&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;), weil ich weiß, dass vielen jungen Menschen die inklusive Bedeutung der generischen Form unbekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen und Anmerkungen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehrerbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=152003</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/Sprachbildung/Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache</title>
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		<updated>2026-04-08T09:47:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Übersicht Sprachvarianten der gendersensiblen Sprache.png|mini|Die Frage, um die es bei dem Dilemma der geschlechtersensiblen Sprache geht, ist nicht, ob wir für eine Sprache sind, die geschlechtergerecht ist - denn diese Frage wird wohl hoffentlich jeder mit „Na logo, auf alle Fälle!“ beantworten. Die Diskussion dreht sich um die Frage, &#039;&#039;welche Variante&#039;&#039; die passendste ist – denn jede(!) Variante nimmt für sich in Anspruch, geschlechtergerecht zu sein ...|399x399px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Dilemma des Wunsches nach sprachlicher Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
Die Diskussion um eine geschlechterinklusive Sprache geht mit einem hohen Maß an gesellschaftlicher Aufregung einher. Den Befürwortern geht es um ein gesellschaftspolitisches Anliegen, das sympatisch und  legitim ist: Geschlechtergerechtigkeit. Dem mehr als berechtigten Wunsch steht allerdings das Problem gegenüber, dass die als geschlechtergerecht favorisierten Sprachvarianten ihrem inklusiven Anspruch nicht gerecht werden. Aus dem Wunsch, nicht zu diskriminieren, entstehen neue Diskriminierungen. Im Folgenden möchte ich diese Problematiken aufblättern (und damit auch meine eigene Variantenwahl begründen).&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur historischen Entwicklung ===&lt;br /&gt;
Die ursprüngliche Pluralvariante war bzw. ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Mit diesem &#039;&#039;generischen Plural&#039;&#039; waren und sind qua Definition alle jungen Menschen gemeint, die zur Schule gehen – völlig unabhängig vom Geschlecht. Dabei hat &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine doppelte Bedeutung, denn mit dem Nomen kann man auch eine reine Jungengruppe bezeichnen. Will man ausdrücken, dass es sich um eine reine Jungengruppe handelt, sagt man &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;männliche Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Will man ausdrücken, dass es sich um einen reine Mädchengruppe handelt, gibt es dafür einen eigenen Plural: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. (Diese Pluralformen sind historisch gewachsen und haben ihren Ursprung natürlich in einer patriarchalen Kultur, dennoch ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; qua Definition inklusiv und wurde auch bis in die 1980er Jahre allgemein so verstanden.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Definition wurde im Zuge der Frauengleichberechtigungsbewegung ab den 1980er Jahren von feministischen Linguistikerinnen in der alten BRD (Übrigens nur in der BRD, in der DDR wirkte die Frauenbewegung unabhängig von dieser Sprachinterpretation; und das ist wichtig zum Verständnis der heutigen politischen Fronten!) in Frage gestellt: Frauen seien in dieser Pluralform nicht mitgemeint und würden nicht angesprochen, kritisierten z. B. Luise F. Pusch, Senta Tromel-Plötz u. a. Bahnbrechend war 1984 das Buch „Das Deutsche als Männersprache“ von Luise F. Pusch.&amp;lt;ref&amp;gt;Pusch, Luise F.: Das Deutsche als Männersprache. Aufsätze und Glossen zur feministischen Linguistik. 1984.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der allgemeine Plural &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wurde von ihnen &amp;quot;generisches Maskulinum&amp;quot; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache zementiere die Männerherrschaft, wurde beanstandet. Um die politische Frauenbewegung zu unterstützen, wurde das Genus (das grammatische Geschlecht der Sprache) mit dem Sexus (das biologische Geschlecht von Menschen) gleichgesetzt. Luise F. Pusch schlug u. a. vor, von nun an nur noch &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, (sie nannte es das &amp;quot;generische Femininum&amp;quot;) als Pluralform zu nutzen, schließlich seien die Männer ja lange genug bevorteilt worden und nun die Frauen dran; die Pluralform sollte sozusagen nach dem Rotationsprinzip angewendet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Im Landkreis Rotenburg an der Wümme wird seit 2024 auf Anordnung des CDU-Landrats Marco Prietz in der Verwaltung das generische Feminium verwendet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Idee setzte sich nicht durch; aber mit zunehmender Gleichberechtigung gab es in der alten BRD einen immer größer werdenden Konsens, die weibliche Pluralform in der Sprache mitzunennen. Die politisch motivierte Behauptung, dass mit &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nur männliche Menschen gemeint seien, sickerte in Westdeutschland ins gesellschaftliche Bewusstsein. Es wurde nun normal, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen und Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler/-innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu schreiben. An den Universitäten, insbesondere im nördlichen Westdeutschland, wurde in den 1980er Jahren die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülerInnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch es dauerte nicht lange (ungefähr mit Beginn der 2000er Jahre), da wurde neue Kritik laut: „Damit werden nur die weiblichen und männlichen Geschlechtsidentitäten genannt – und alle anderen bleiben unsichtbar!“ Es wurde, insbesondere in einem sich als progressiv und links verstehenden Millieu und insbesondere in Nord- und Westdeutschland, nach neuen, alle Geschlechteridentitäten inkludierenden Varianten gesucht: Bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; steht der Unterstrich bzw. das Sternchen für „alle weiteren“, geht also über die Benennung von nur Frauen und Männern hinaus und soll trans und nicht-binäre Menschen sichtbar werden lassen. Weil der Unterstrich bei Unterstreichungen nicht zu lesen ist und aufgrund von technischen Schwierigkeiten von Screenreadern entstand die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Aber auch an diesen Varianten gibt es Kritik, z. B. dass Frauen wieder nur nachgeschoben und damit zweitrangig seien, wie Luise F. Pusch meint. Oder: „Wer weder in die männliche noch weibliche Kategorie passt, landet nolens volens repräsentationslogisch in der lautlichen Lücke des Unterstrichts oder wird zum Sternchen: Ist das gerecht und angemessen – oder abermals eine Hierarchisierung?“.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021 (S. 143 f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Kübra Gümüşay überlegen viele andere, ob wir vielleicht gänzlich darauf verzichten sollten, „Menschen nach ihrer Geschlechtsidentität“ zu kategorisieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Gümüşay, Kübra: Sprache und Sein. München 2021 (S.21).&amp;lt;/ref&amp;gt; Lann Hornscheid, bis 2016 Professorens am Zentrum für tranzdisziplinäre Geschlechterstudien der Berliner Humboldt-Universität, hat deshalb früher &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülX&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und später &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülens&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; vorgeschlagen. Hermes Phettberg und Thomas Kronschläger plädieren für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülys&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Hermes Phettberg war ein österreichisches Schauspiely, Aktionskünstly und Schriftstelly. Seit 2019 verwendet das Sprachdidaktiky Thomas Kronschläger an der TU Braunschweig dessen y-Variante für eine entgenderte Sprache.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl.: Thomas Kronschläger (Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung): Entgendern nach Phettberg. Am 28.01.2022 auf www.bpb.de https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/geschlechtergerechte-sprache-2022/346085/entgendern-nach-phettberg/ (zuletzt 09.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Debatte um eine ge- oder entgenderte Sprache wird uns noch lange beschäftigen und die Positionen und Sprachvorschläge ändern sich immer wieder. Und da Menschen dazu neigen, die Variante, mit der sie sozialisiert wurden, für die passendste zu halten, die Menschen aber in unterschiedlichen Zeiten, unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und unterschiedlichen Regionen mit jeweils unterschiedlichen Sprachvarianten sozialisiert wurden, gibt es inzwischen Verfechter für ganz verschiedene Varianten, oft ohne dass diese kritisch reflektiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zur Zeit in Westdeutschland verbreiteste Gendervariante ist die mit Sternchen oder Doppelpunkt, die im mündlichen Sprachgebrauch mit dem Glottisschlag, der kleinen Pause, gesprochen wird. Je konsequenter mensch diesen Ansatz jedoch zu Ende denkt, desto größer wird das sprachliche Dilemma, denn die Sprache wird immer unverständlicher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch höhere Sprachbarrieren ===&lt;br /&gt;
Sprache, die gendert, wird komplizierter - das lässt sich nicht von der Hand weisen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jede und jeder Bürger:in kann am Sonntag in sein:ihr Wahllokal gehen und seine:ihre Stimme abgeben. Im Wahlkampf haben alle Kandidat:innen wie ein Löwe bzw. eine Löwin gekämpft. Wer unser:e neue:r Bürgermeister:in wird, wird am Montag von dem:der Pressesprecher:in dem:der Gewinner:in mitgeteilt. Er:sie lässt dann die Korken knallen!&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den &amp;quot;Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; wird darauf hingewiesen, dass durch diese Sprachverwendung erhebliche Sprachbarrieren entstehen, die die gesellschaftliche Teilhabe erschweren, für Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ... die eine Zuwanderungsbiografie haben.&lt;br /&gt;
* ... die eine Behinderung haben. (Der D&#039;&#039;eutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.&#039;&#039; bittet deshalb darum, dass auf die Schreibweise mit Satz- und Sonderzeichen verzichtet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Position des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands https://www.dbsv.org/gendern.html (zuletzt: 10.03.2026)&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
* ... die Leseschwierigkeiten haben oder Analphabeten sind  (immerhin 6,2 Mio in Dtl.!&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Es entsteht also das Dilemma, dass durch den Versuch, niemanden durch Sprache zu benachteiligen, andere vulnerable Menschengruppen durch Sprache benachteiligt werden - ein Diskriminierungsdilemma. &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
Und dabei ist das Sprachbeispiel oben noch ein einfaches. Noch schwieriger wird es, wenn mensch den Ansatz des Genderns konsequent weiterdenkt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäste&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wird inzwischen bereits oft &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäst:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gemacht, muss dann nicht auch aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Person&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Person:&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;er (PLURAL: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Personer:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;(?)) und aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Mensch&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Mensch:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; werden? Müsste &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Dackel&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Dackel:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; sein? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Genie&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Genie:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Fee&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Fee:er&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Opfer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die/der Opfer:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Leiche&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Leiche:r&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Der Leichnam&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Leichnam:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;?&amp;lt;ref&amp;gt;Alicia Joe: Warum Gendersprache scheitern wird. (o. J.)&lt;br /&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=aZaBzeVbLnQ&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das ergibt dann z. B. so einen Satz:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Der/die Person:er, der/die anonym den/die Dackel:in geschenkt bekommen hatte, hat sich sehr gefreut, den/die Schenkende eine:n Genie:in genannt, das seine/ihre geheimsten Wünsche errät, und all ihren Gäst:innen von seinem/ihrem geheimnisvollen Wünschererfüller:in erzählt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was machen wir, wenn die Männer es eines Tages ungerecht finden, dass im Plural der Artikel &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und das Possessivpronomen &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;ihr&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; verwendet wird? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bsp: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die&amp;lt;/u&amp;gt; Männer setzen sich auf&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ihre&amp;lt;/u&amp;gt; Plätze.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugegeben, dass ist nicht die aktuelle Diskussion, sondern weitergedacht. Dennoch: Bei konsequentem Gendern&amp;lt;ref&amp;gt;Definition &#039;&#039;Gendern&#039;&#039; nach dem &amp;quot;Handbuch geschlechtergerechte Sprache&amp;quot; des Dudenverlags von Diewald und Steinhauer, 2020, S. 49: &amp;quot;Gendern verstehen wir als ein sprachliches Verfahren, um Gleichberechtigung (...) im Sprachgebrauch zu erreichen.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; ist Sprache kein praktisch zu handhabendes Kommunikationswerkzeug mehr ist. Denn der Gerechtigkeitsanspruch, der zur Zeit an Sprache gestellt wird, ist aufgrund der Sprachstruktur praktisch unerfüllbar. Ihm zugrunde liegt eine These, die verschiedene Kategorien vermischt.&lt;br /&gt;
[[Datei:GENUS = SEXUS-GENDER?!?.png|mini|331x331px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Gleichsetzung des grammatikalischen GENUS mit dem menschlichen SEXUS und GENDER ===&lt;br /&gt;
Die gesamte Debatte über geschlechtersensible Sprache fußt auf der These, Genus mit Sexus bzw. Gender gleichzusetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wissenschaftler kritisieren Genderpraxis des ORR. (o. J.) https://www.linguistik-vs-gendern.de/ (zuletzt 30. 03. 2026)&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möglicherweise wäre die Sprache gar nicht solch ein Thema in der Diskriminierungsdebatte geworden, würde die Grammatik nicht Begrifflichkeiten wie „Geschlecht“ sowie „maskulin“, „feminin“ und „neutral“ verwenden. Diese wurden vor ein paar Jahrhunderten aus dem Lateinischen übernommen und die Sprachwissenschaftler früherer Zeiten hätten gut daran getan, andere zu erfinden. Auf die Idee kamen sie aber nicht, nicht nur weil Latein damals der Maßstab für grammatische Kategorien waren, sondern weil es damals undenkbar war, dass die Welt nicht stramm binär sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso binär wurde auch noch in den 1980er Jahren gedacht, als seitens der feministischen Linguistikerinnen gefordert wurde, Frauen mitzunennen. Hatte man zuvor &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrer.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gesagt und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Gattungsbegriff ohne Geschlechtshinweis verstanden, wurde es nun wichtig &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrerinnen.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu sagen und das Geschlecht zu benennen. Der allgemeine, generische Plural &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wurde nun „generisches Maskulinum“ genannt, um die Dominanz der Männer in der Sprache zu verdeutlichen. Sprache wurde zu einem politischen Kampfmittel der westdeutschen Frauenbewegung. Dabei wurde von folgenden Thesen ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit Sexus.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets beide Geschlechter zu nennen bedeutet, die Gleichberechtigung zu unterstützen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige Sprache, die die Gleichberechtigung unterstützt, und eine moralisch falsche, die die Emanzipation behindert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Logik der feministischen Linguistikerinnen konnte in Westdeutschland (in Ostdeutschland verlief, wie gesagt, die Frauengleichberechtigung nicht gekoppelt an diese Gleichsetzung von Grammatik und Biologie) weitgehend überzeugen. Sie war zumindest so überzeugend, dass viele Menschen diese Logik verinnerlicht haben und ihr unhinterfragt immer noch folgen -  auch wenn inzwischen das binäre „beide“ durch „alle“ ersetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D. h. aus den Thesen der feministischen Linguistik wurden diese:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit &amp;lt;s&amp;gt;Sexus&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;Sexus und Gender&#039;&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets &amp;lt;s&amp;gt;beide&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;alle&#039;&#039; Geschlechter zu nennen bedeutet antidiskriminierend zu sein.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige und eine moralisch falsche Sprache.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ergibt sich das Dilemma einer inkohärenten Logik, denn für ein völlig neues gesellschaftliches Anliegen (Binarität überwinden und so Geschlechteridentitätengerechtigkeit herstellen) wurde die binäre Argumentationslogik eines völlig anderen, binären gesellschaftlichen Anliegens (die Menschheit besteht aus Frauen und Männern und beide sind gleichberechtigt) übernommen – ein Denkfehler mit politischen Folgen. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Menschen in Westdeutschland sich an den Fehler, Genus mit Sexus gleichzusetzen bereits gewöhnt hatten und es ihnen deshalb nicht weiter auffiel, als sich diese Gleichsetzung auf Gender ausweitete. In Ostdeutschland fiel und fällt den Menschen dieser Fehler aber sehr wohl auf - und so entsteht das Dilemma einer Spaltung. Genus und Sexus gleichzusetzen war in den Zeiten der Frauenbewegung eine politisch motivierte Interpretation, die aber zu hinterfragen ist, weil verschiedene Kategorien vermischt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Marie F. Pusch findet fake facts als politisches Kampfmittel legitim - das wird deutlich im Podcast „Alles gesagt?“ (von DIE ZEIT)  mit Luise F. Pusch am 22.11.2022: „Luise Pusch, warum ist Deutsch eine Männersprache?“&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch der Anspruch, „tatsächlich alle Gruppen und Identitäten abzubilden, (stößt) an klar benennbare sprachlogische Grenzen. So ist es bei Lichte betrachtet unmöglich, für alle denkbaren Identitäten eine adäquate, gleichberechtigte grammatikalische Repräsentation zu finden.“, wie Svenja Falßpöhler schreibt.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 143 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma von Partizipialformen (&amp;quot;Lernende&amp;quot; statt &amp;quot;Schüler&amp;quot;) ===&lt;br /&gt;
Häufig werden Partizipialformen als Plural gewählt, weil sie im Plural geschleichtsneutral sind - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Studierende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Mitarbeitende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lernende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forschende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; usw. Allerdings sind diese Ersatzformen oft nicht bedeutungsgleich mit dem Ausgangswort. So ist ein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forscher&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine Person, die beruflich forscht, während ein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forschender&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht zwangsläufig einen wissenschaftlichen Beruf ausüben muss und das Gleiche gilt für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Bäcker&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Backenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Maler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Malenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Musiker&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Musizierenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; usw. Das Partizip Präsens bezeichnet eine Tätigkeit, die gerade ausgeübt wird. Deshalb sind &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Wähler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, die ihr Wahlrecht nicht ausüben, keine &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Wählenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ein Fahrradfahrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, der sein Rad abgestellt hat, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;kein Fahrradfahrender&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Frage, ob die Sprache das Geschlechterbewusstsein formt oder nicht ===&lt;br /&gt;
Um die Notwendigkeit einer neuen Sprache zu begründen, wurden psycholinguistische Studien gemacht. Man wollte herausfinden, ob das generische Maskulinum männliche Assoziationen erzeuge, ob also bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Einwohner&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eher an männliche Personen gedacht würde. Dieser Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen - werden alledings je nach politischer Intention immer wiederunterschiedlich interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Philipp Hübl hat Studien zur vermuteten Sprachwirkung auf die Gleichberechtigung ausgewertet und kam zu einem negativen Befund. Vgl. Hübl, Philipp: Vorlesung an der Universität der Künste in Berlin 2023: Einführung ins kritische Denken. Sondersitzung: Gendern. 2023. https://www.youtube.com/watch?v=gOEGKm5IAE4 &amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein unüberwindbares Problem bei jeder Studie zu diesem Thema ist das Unteruchungssetting - denn diese Studien finden und fanden in einer Zeit statt, als die Sprecher und Sprecherinnen bereits von der Sprachdebatte und der Genderpraxis geprägt waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 29.&amp;lt;/ref&amp;gt; Studien aus der Zeit vor 1980 liegen nicht vor; weibliche Menschen, die damals spachlich sozialisiert wurden, berichten allerdings, dass sie sich niemals ausgeschlossen gefühlt hätten, weil (z. B.) &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht geschlechtlich, sondern so definiert war, dass der Begriff alle Menschen meinte. In dem Moment, in dem &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Plural für männliche Menschen verstanden wird, stellt man sich selbstverständlich Männer dabei vor. Dieser Frage ist durch empirische Studien also leider schlicht nicht zu beantworten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lohnt sich allerdings ein Blick in Sprachgemeinschaften, deren Sprache keinerlei Unterscheidung bzgl. des Geschlechts kennen. Das Türkische oder das Persische sind solche Sprachen. Doch,  so schreibt Navid Kermani, es ist „ein Trugschluss, dass sich aus der sprachlichen Gleichheit der Geschlechter reale soziale Gleichheit ergibt.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Kermani, Navid: Mann, Frau, völlig egal. In: DIE ZEIT Feuilleton.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich hat der Inhalt von Sprache eine Wirkung auf das Bewusstsein. Beispielsweise macht es einen Unterschied, ob von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Scheinehe&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Schutzehe&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; gesprochen wird, von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Sonderabfall&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Giftmüll&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Militärischer Spezialoperation&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Angriffskrieg&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Stefanowitsch, Anatol: Eine Frage der Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen. 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aber hier sind wir auf der inhaltlichen Ebene von Sprache. Bei Gendersternchen oder Doppelpunkt befinden wir uns auf der symbolischen Ebene von Zeichen. Das wird oft verwechselt, auch von Anatol Stefanowitch in seinem Buch &amp;quot;Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen.&amp;quot;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Sexismus ===&lt;br /&gt;
Das Nennen aller nur möglichen Geschlechter und Geschlechtsidentitäten bringt eine geschlechtliche Kategorisierung in die Sprache und an jeden Menschen. Obwohl das Ziel des Genderns ist, Sexismus zu bekämpfen, ist es dennoch unbeabsichtigt eine sexistische Praxis, sagt Nele Pollatschek. „Wenn wir im Deutschen gendern, dann sagen wir damit: Diese Information ist so wichtig, dass sie immer mitgesagt werden muss.“ Damit machen wir das Geschlecht „zur wichtigsten Identitätskategorie.“ Nele Pollatschek vergleicht die gendersensible Sprachweise der Deutschen, die „sich für das permanente Benennen von Geschlechterunterschieden entschieden haben“ mit der der Briten, die „das Anzeigen von Geschlechtlichkeit so weit wie möglich vermeiden“&amp;lt;ref&amp;gt;Pollatschek, Nele: Deutschland ist besessen von Genitalien. Gendern macht die Diskriminierung nur noch schlimmer. Ein Gastbeitrag im Tagesspiegel am 30. 08. 2020 (28.08.2023)&amp;lt;/ref&amp;gt; und spricht sich klar für die britische Sicht als die zielführendere aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Nele Pollatschek: Dear Oxbridge. Liebesbrief an England. Berlin 2020 (S. 185 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Ist es nicht völlig schnuppe, ob Angela Merkel weilbliche Geschlechtsorgane hat und Friedrich Merz männliche? Und falls doch nicht – würde uns das etwas angehen?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Navid Kermani meint, dass er das Gendern der Sprache als „eine geistige wie politische Regression“ wahrnimmt, denn „Geschlechtszuschreibungen gehen nicht in zwei, sie gehen aber auch nicht in 27 Kategorien auf. Zu meinen, man könnte mittels Sprache jederzeit jedem Angesprochenen gerecht werden, verkennt nicht nur ihr Wesen; es legt die Angesprochenen überhaupt erst fest auf eine Identität. (…) (Aber) wir sind nicht eindeutig, niemand von uns, weder ethnisch noch kulturell, weder psychologisch noch geschlechtlich, (…).“ Und Svenja Flaßpöhler formuliert: „Dem Kampf um Bezeichnungen wohnt die Dialektik inne, dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen.“    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Klassismus ===&lt;br /&gt;
Da die meisten Menschen sich mit der Sprachvariante wohlfühlen, mit der sie sozialisiert sind, und die akademische Bildungsschicht den sprachlichen Veränderungen stärker zugewandt ist, ist die genderinklusive Sprache inzwischen zu einem Unterscheidungsmerkmal geworden, mit dem sich die kreative Klasse und akademische Elite von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. „Gendern ist das Latein der neuen Eliten.“, sagt Philipp Hübl.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp am 11.10.2023 in: wissenschaftskommunikation.de https://www.wissenschaftskommunikation.de/gendern-ist-das-latein-der-neuen-eliten-71125/ (13.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Soziologe Pierre Bordieu&amp;lt;ref&amp;gt;Bordieu: Die feinen Unterschiede. Frankfurt a. M. 2018 (26. Auflage).&amp;lt;/ref&amp;gt; machte darauf aufmerksam, dass die Ungleichheit der Gesellschaft nicht nur durch die ungleiche Verteilung von ökonomischem Kapital entsteht und fortbesteht, wie Karl Marx meinte, sondern auch durch „die feinen Unterschiede“. Bordieu analysierte, dass weitere Kapitalarten für die Aufrechterhaltung von sozialer Ungleichheit verantwortlich sind: Soziales Kapital ist bedeutsam und kennzeichnet, über welche gesellschaftlichen Beziehungen und Netzwerke jemand durch seine Familie oder Sozialisation verfügt. Die Position in der gesellschaftlichen Hierarchie wird außerdem durch das kulturelle Kapital (Bildung, Handlungswissen und formale Abschlüsse sowie Titel) bestimmt sowie das symbolische Kapital. Damit ist der Lebensstil und das Auftreten gemeint - die Sprache, die Manieren, der Musik-, Kunst- und Einrichtungsgeschmack, die Essgewohnheiten, das Modeverhalten, etc. Bordieu nennt das den Habitus eines Menschen. Ein Habitus ist fast unveränderbar, weil er quasi mit der Muttermilch aufgesogen wird und zur persönlichen Disposition wird. Egal, wo jemand geht oder steht – man „riecht“ stets, aus welchem „Stall“ jemand kommt. Ein erfolgreicher Unternehmer beispielweise, der es zu erheblichem Vermögen geschafft hat, gehört trotz seines ökonomischen Kapitals noch lange nicht zur gesellschaftlichen Oberschicht, solange er nicht über den Habitus dieser Schicht verfügt und die Codes nicht kennt. Am Habitus erkennt man sich. Das macht es so schwer, die soziale Klasse zu wechseln und das ist ein Faktor, der bestehende, ungleiche Verhältnisse festschreibt. Der Habitus ist ein Distinktionsmerkmal, mit dem man sich voneinander abgrenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Distinktionsmerkmal ist inzwischen das Gendern geworden. Der Philosoph Philipp Hübl spricht vom Soziolekt einer sich als progressiv verstehenden Elite. Die als geschlechtergerecht markierte und vermeintlich moralisch überlegene Sprache dient nicht mehr nur dem politischen Erkennen, sondern ist auch zu einem Abgrenzungsmerkmal der Bildungsoberschicht geworden. Gendern ist „ein Loyalitätssignal“ &amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Moralspektakel. 2024 (S. 202 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; und ein Distinktionsmerkmal geworden, mit dem eine recht homogene, politisch links orientierte, urbane, akademisch gebildete und sozial besser gestellte Gesellschaftsschicht sich sprachlich von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. Wer nicht mitmacht, hat im akademischen Kultur, Medien- und Lehrbetrieb keine Karrierechance. „Diese Eliten (...) haben mit der politischen Korrektheit ihren eigenen Jargon gefunden, übersehen aber oft, dass sie damit andere diskriminieren, nämlich diejenigen, die da nicht mithalten können und denen der Kosmopolitismus mit seinen neuen Codes gar nicht zusagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Die aufgeregte Gesellschaft. München 2019, S. 235.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Urteil wird dann entweder gönnerhaft oder missgünstig, in jedem Fall von oben herab gefällt: „Die sind noch nicht soweit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man als junger Mensch aus einem sozialen Millieu, in dem nicht gegendert wird, Erfolg in der Schule und an der Universität haben, muss man sich anpassen. Dabei bedeutet „anpassen“ nicht, lediglich eine andere Pluralform zu nutzen – nein, es bedeutet einen ganz anderen Sprachhabitus anzunehmen. Dieser neue Sprachhabitus führt aber unweigerlich zu einer Distanzierung vom Herkunftsmillieu, der Familie und den alten Freunden, denn dort wird der neue Code als Abgrenzung erlebt. Der Druck, sich auf die von Akademikern für korrekt befundene inklusive Sprache einzulassen, bringt Menschen aus nicht akademischen Herkunftmillieus in einen unbewussten Entscheidungskonflikt zwischen Bildungserfolg und Herkunftsmillieuzugehörigkeit. Dieser Entscheidungskonflikt wirkt wie ein „sozialer Filter“.&amp;lt;ref&amp;gt;Mehr zum „sozialen Filter“ in El Mafaalani: Mythos Bildung. 2022, S. 91. El-Mafaalani bezieht sich allerdings nicht auf Sprache als Habitusmerkmal.&amp;lt;/ref&amp;gt; Und wichtigster Grund für diesen Entscheidungskonflikt ist der Habitus, von dem die eigene Sprache ein wesentlicher Teil ist – und der fast so sehr zu uns gehört und unabstreifbar ist wie unsere Haut, wie wir von Bordieu wissen. Die inklusive Sprache führt also unbeabsichtigt von dem gut gemeinten Vorsatz, Menschen nicht sexistisch zu diskriminieren, dazu, dass Menschen klassistisch diskriminiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der kontraproduktiven Wirkung ===&lt;br /&gt;
Diese Paarung von gesellschaftlicher Abgrenzung und moralischer Überlegenheit, die die linke wohlhabende Bildungsoberschicht bzgl. ihrer Gendersprache für sich in Anspruch nimmt und der ein gewaltiger Habitussnobismus inne wohnt, führt zu einem Dilemma der politischen Wirkung. Denn dadurch, dass die Sprache von dieser wohlhabenden, akademischen, kreativen Schicht, zu der viele Journalisten, Politiker und andere Prominente gehören, im Alleingang neu verhandelt wird, verlieren diese für viele Menschen ihre Glaubwürdigkeit. Niemand möchte arrogant von oben herab behandelt werden, und so wenden sich manche Menschen als Folge politisch oder religiös konservativen Gruppen zu und – und das Gendern schadet paradoxerweise seinem eigenen Anliegen. Viele Menschen fühlen sich vom sprachlichen Duktus der intellektuellen Elite ausgeschlossen und beginnen sie zu hassen, wie der Politikwissenschaftler Yascha Mounk herausgearbeitet hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Mounk, Yasha: Im Zeitalter der Identität. Vom Aufsteig einer gefährlichen Idee. 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bitmoji .png|mini|368x368px|Ich schließe mich Svenja Flaßpöhler an: Vor dem Hintergrund, dass dem Kampf um Bezeichnung die Dialektik innewohnt, „dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen“, (…) „erscheint das generische Maskulinum in seiner Geschlechtsunabhängigkeit plötzlich in einem anderen Licht. Liegt seine poststrukturalistische Perspektive nicht gerade darin, dass es von geschlechtlichen Identifikationen absieht? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Busfahrer&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Busfahrer*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;innen: Nicht das Geschlecht, sondern das Tun wäre der Kern der Bezeichnung. Unbestritten gehört es zu den Errungenschaften der Emanzipation, dass man Menschen nicht auf ihr Geschlecht reduziert, sondern für das anerkennt, was sie können und machen. Wenn es gelänge, das generische Maskulinum als universale, geschlechtsunabhängige Bezeichnungspraxis zu nehmen, die es rein formal ist: Böte es dann nicht ein erstaunliches emanzipatorisches Potenzial – und zwar gerade durch seine umfassende Bezeichnungskraft, die nicht nur einzelne Gruppen meint, sondern alle?“&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 142 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
Ich persönlich finde es problematisch, schulterzuckend in Kauf zu nehmen, so vielen Menschen Teilhabe an Sprache und damit Gesellschaft zu erschweren oder gar zu verwehren. Hier wird von den Befürwortern der Gendersprache eine angebliche, nur auf sprachlicher Symbolik beruhende Benachteiligung über eine tatsächliche sprachliche Benachteiligung gestellt. Eine verkomplizierende Sprachreform achtlos auf Kosten von anderen, ebenso vulnerablen gesellschaftlichen Gruppen zu fordern, finde ich sehr fragwürdig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Frage der geschlechtergerechten Sprache mahnt der Rat für deutsche Rechtschreibung zur Sensibilität gegenüber dem Thema, spricht aber keine Norm aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26.03.2021 Kurzgefasst wird gesagt: „Der Rat für deutsche Rechtschreibung bekräftigt in seiner Sitzung am 26.03.2021 seine Auffassung, dass allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache begegnet werden soll und sie sensibel angesprochen werden sollen. Dies ist allerdings eine gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Aufgabe, die nicht allein mit orthografischen Regeln und Änderungen der Rechtschreibung gelöst werden kann. Das Amtliche Regelwerk gilt für Schulen sowie für Verwaltung und Rechtspflege. Der Rat hat vor diesem Hintergrund die Aufnahme von Asterisk („Gender-Stern“), Unterstrich („Gender-Gap“), Doppelpunkt oder anderen verkürzten Formen zur Kennzeichnung mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen im Wortinnern in das Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung zu diesem Zeitpunkt nicht empfohlen.“ https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine einheitliche Sprachvariante zu finden ist inzwischen wohl gar nicht mehr möglich. Selbst der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch (und der hat in „Eine Frage der Moral“  immerhin ein ganzes Buch lang für gendersensible Sprache plädiert) sagt inzwischen: „Am besten wäre es, wenn wir aufhören würden, nach einheitlichen Sprachregelungen zu rufen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Stefanowitsch, Anatol (Professor für Sprachwissenschaft an der FU Berlin): Interview am 30.09.2020 im Tagesspiegel. Anatol Stefanowitsch ist der Autor des Buches „Eine Frage der Moral. Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen.“, erschienen 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesem Appell möchte ich mich anschließen. Welche Dilemmata mit den verschiedenen Sprachvarianten und mit der gesellschaftlichen Diskussion darüber einhergehen, habe ich aufgezeigt. Auch ich erlebe dabei den sozialen Druck, eine geschlechterinklusive Sprachvariante als Loyalitssignal zu nutzen. Denn die jeweils verwendete Sprachvariante wird gegenwärtig so stark als ein Signal von Moral gewertet, dass sie in Arbeitsprozessen Vertrauensbildung sowohl unterstützen als auch verhindern kann. In der Arbeit mit jungen Menschen, die grade von der Uni kommen, erlebe ich besonders das Misstrauen und die Distanz häufig, die sich ausbreiten, wenn die kungen Menschen wahrnehmen, dass ich nicht die gleiche Sprachvariante ntuze, die sie selbst für die richtige halten. Deshalb ist es notwendig, dass jeder von uns seine jeweils gewählte Variante kommuniziert und begründet, um als Sprecher niemanden zu verletzen und um als Sprechende nicht vorschnell in eine Schublade gesteckt zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist verwende ich die generische Form &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; in ihrer genderneutralen Definition, die alle Geschlechter und Identitäten umfasst. Manchmal versehe ich diese mit einem * (&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;), weil ich weiß, dass vielen jungen Menschen die inklusive Bedeutung der generischen Form unbekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen und Anmerkungen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehrerbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=152002</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/Sprachbildung/Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=152002"/>
		<updated>2026-04-08T09:45:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: /* Das Dilemma des Wunsches nach sprachlicher Geschlechtergerechtigkeit */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Übersicht Sprachvarianten der gendersensiblen Sprache.png|mini|Die Frage, um die es bei dem Dilemma der geschlechtersensiblen Sprache geht, ist nicht, ob wir für eine Sprache sind, die geschlechtergerecht ist - denn diese Frage wird wohl hoffentlich jeder mit „Na logo, auf alle Fälle!“ beantworten. Die Diskussion dreht sich um die Frage, &#039;&#039;welche Variante&#039;&#039; die passendste ist – denn jede(!) Variante nimmt für sich in Anspruch, geschlechtergerecht zu sein ...|399x399px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Dilemma des Wunsches nach sprachlicher Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
Die Diskussion um eine geschlechterinklusive Sprache geht mit einem hohen Maß an gesellschaftlicher Aufregung einher. Den Befürwortern geht es um ein gesellschaftspolitisches Anliegen, das sympatisch und  legitim ist: Geschlechtergerechtigkeit. Dem mehr als berechtigten Wunsch steht allerdings das Problem gegenüber, dass die als geschlechtergerecht favorisierten Sprachvarianten ihrem inklusiven Anspruch nicht gerecht werden. Aus dem Wunsch, nicht zu diskriminieren, entstehen neue Diskriminierungen. Im Folgenden möchte ich diese Problematiken aufblättern (und damit auch meine eigene Variantenwahl begründen).&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur historischen Entwicklung ===&lt;br /&gt;
Die ursprüngliche Pluralvariante war bzw. ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Mit diesem &#039;&#039;generischen Plural&#039;&#039; waren und sind qua Definition alle jungen Menschen gemeint, die zur Schule gehen – völlig unabhängig vom Geschlecht. Dabei hat &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine doppelte Bedeutung, denn mit dem Nomen kann man auch eine reine Jungengruppe bezeichnen. Will man ausdrücken, dass es sich um eine reine Jungengruppe handelt, sagt man &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;männliche Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Will man ausdrücken, dass es sich um einen reine Mädchengruppe handelt, gibt es dafür einen eigenen Plural: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. (Diese Pluralformen sind historisch gewachsen und haben ihren Ursprung natürlich in einer patriarchalen Kultur, dennoch ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; qua Definition inklusiv und wurde auch bis in die 1980er Jahre allgemein so verstanden.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Definition wurde im Zuge der Frauengleichberechtigungsbewegung ab den 1980er Jahren von feministischen Linguistikerinnen in der alten BRD (Übrigens nur in der BRD, in der DDR wirkte die Frauenbewegung unabhängig von dieser Sprachinterpretation; und das ist wichtig zum Verständnis der heutigen politischen Fronten!) in Frage gestellt: Frauen seien in dieser Pluralform nicht mitgemeint und würden nicht angesprochen, kritisierten z. B. Luise F. Pusch, Senta Tromel-Plötz u. a. Bahnbrechend war 1984 das Buch „Das Deutsche als Männersprache“ von Luise F. Pusch.&amp;lt;ref&amp;gt;Pusch, Luise F.: Das Deutsche als Männersprache. Aufsätze und Glossen zur feministischen Linguistik. 1984.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache zementiere die Männerherrschaft, wurde beanstandet. Um die politische Frauenbewegung zu unterstützen, wurde das Genus (das grammatische Geschlecht der Sprache) mit dem Sexus (das biologische Geschlecht von Menschen) gleichgesetzt. Luise F. Pusch schlug u. a. vor, von nun an nur noch &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, (sie nannte es das &amp;quot;generische Femininum&amp;quot;) als Pluralform zu nutzen, schließlich seien die Männer ja lange genug bevorteilt worden und nun die Frauen dran; die Pluralform sollte sozusagen nach dem Rotationsprinzip angewendet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Im Landkreis Rotenburg an der Wümme wird seit 2024 auf Anordnung des CDU-Landrats Marco Prietz in der Verwaltung das generische Feminium verwendet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Idee setzte sich nicht durch; aber mit zunehmender Gleichberechtigung gab es in der alten BRD einen immer größer werdenden Konsens, die weibliche Pluralform in der Sprache mitzunennen. Die politisch motivierte Behauptung, dass mit &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nur männliche Menschen gemeint seien, sickerte in Westdeutschland ins gesellschaftliche Bewusstsein. Es wurde nun normal, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen und Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler/-innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu schreiben. An den Universitäten, insbesondere im nördlichen Westdeutschland, wurde in den 1980er Jahren die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülerInnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch es dauerte nicht lange (ungefähr mit Beginn der 2000er Jahre), da wurde neue Kritik laut: „Damit werden nur die weiblichen und männlichen Geschlechtsidentitäten genannt – und alle anderen bleiben unsichtbar!“ Es wurde, insbesondere in einem sich als progressiv und links verstehenden Millieu und insbesondere in Nord- und Westdeutschland, nach neuen, alle Geschlechteridentitäten inkludierenden Varianten gesucht: Bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; steht der Unterstrich bzw. das Sternchen für „alle weiteren“, geht also über die Benennung von nur Frauen und Männern hinaus und soll trans und nicht-binäre Menschen sichtbar werden lassen. Weil der Unterstrich bei Unterstreichungen nicht zu lesen ist und aufgrund von technischen Schwierigkeiten von Screenreadern entstand die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Aber auch an diesen Varianten gibt es Kritik, z. B. dass Frauen wieder nur nachgeschoben und damit zweitrangig seien, wie Luise F. Pusch meint. Oder: „Wer weder in die männliche noch weibliche Kategorie passt, landet nolens volens repräsentationslogisch in der lautlichen Lücke des Unterstrichts oder wird zum Sternchen: Ist das gerecht und angemessen – oder abermals eine Hierarchisierung?“.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021 (S. 143 f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Kübra Gümüşay überlegen viele andere, ob wir vielleicht gänzlich darauf verzichten sollten, „Menschen nach ihrer Geschlechtsidentität“ zu kategorisieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Gümüşay, Kübra: Sprache und Sein. München 2021 (S.21).&amp;lt;/ref&amp;gt; Lann Hornscheid, bis 2016 Professorens am Zentrum für tranzdisziplinäre Geschlechterstudien der Berliner Humboldt-Universität, hat deshalb früher &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülX&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und später &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülens&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; vorgeschlagen. Hermes Phettberg und Thomas Kronschläger plädieren für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülys&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Hermes Phettberg war ein österreichisches Schauspiely, Aktionskünstly und Schriftstelly. Seit 2019 verwendet das Sprachdidaktiky Thomas Kronschläger an der TU Braunschweig dessen y-Variante für eine entgenderte Sprache.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl.: Thomas Kronschläger (Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung): Entgendern nach Phettberg. Am 28.01.2022 auf www.bpb.de https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/geschlechtergerechte-sprache-2022/346085/entgendern-nach-phettberg/ (zuletzt 09.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Debatte um eine ge- oder entgenderte Sprache wird uns noch lange beschäftigen und die Positionen und Sprachvorschläge ändern sich immer wieder. Und da Menschen dazu neigen, die Variante, mit der sie sozialisiert wurden, für die passendste zu halten, die Menschen aber in unterschiedlichen Zeiten, unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und unterschiedlichen Regionen mit jeweils unterschiedlichen Sprachvarianten sozialisiert wurden, gibt es inzwischen Verfechter für ganz verschiedene Varianten, oft ohne dass diese kritisch reflektiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zur Zeit in Westdeutschland verbreiteste Gendervariante ist die mit Sternchen oder Doppelpunkt, die im mündlichen Sprachgebrauch mit dem Glottisschlag, der kleinen Pause, gesprochen wird. Je konsequenter mensch diesen Ansatz jedoch zu Ende denkt, desto größer wird das sprachliche Dilemma, denn die Sprache wird immer unverständlicher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch höhere Sprachbarrieren ===&lt;br /&gt;
Sprache, die gendert, wird komplizierter - das lässt sich nicht von der Hand weisen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jede und jeder Bürger:in kann am Sonntag in sein:ihr Wahllokal gehen und seine:ihre Stimme abgeben. Im Wahlkampf haben alle Kandidat:innen wie ein Löwe bzw. eine Löwin gekämpft. Wer unser:e neue:r Bürgermeister:in wird, wird am Montag von dem:der Pressesprecher:in dem:der Gewinner:in mitgeteilt. Er:sie lässt dann die Korken knallen!&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den &amp;quot;Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; wird darauf hingewiesen, dass durch diese Sprachverwendung erhebliche Sprachbarrieren entstehen, die die gesellschaftliche Teilhabe erschweren, für Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ... die eine Zuwanderungsbiografie haben.&lt;br /&gt;
* ... die eine Behinderung haben. (Der D&#039;&#039;eutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.&#039;&#039; bittet deshalb darum, dass auf die Schreibweise mit Satz- und Sonderzeichen verzichtet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Position des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands https://www.dbsv.org/gendern.html (zuletzt: 10.03.2026)&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
* ... die Leseschwierigkeiten haben oder Analphabeten sind  (immerhin 6,2 Mio in Dtl.!&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Es entsteht also das Dilemma, dass durch den Versuch, niemanden durch Sprache zu benachteiligen, andere vulnerable Menschengruppen durch Sprache benachteiligt werden - ein Diskriminierungsdilemma. &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
Und dabei ist das Sprachbeispiel oben noch ein einfaches. Noch schwieriger wird es, wenn mensch den Ansatz des Genderns konsequent weiterdenkt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäste&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wird inzwischen bereits oft &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäst:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gemacht, muss dann nicht auch aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Person&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Person:&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;er (PLURAL: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Personer:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;(?)) und aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Mensch&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Mensch:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; werden? Müsste &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Dackel&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Dackel:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; sein? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Genie&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Genie:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Fee&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Fee:er&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Opfer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die/der Opfer:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Leiche&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Leiche:r&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Der Leichnam&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Leichnam:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;?&amp;lt;ref&amp;gt;Alicia Joe: Warum Gendersprache scheitern wird. (o. J.)&lt;br /&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=aZaBzeVbLnQ&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das ergibt dann z. B. so einen Satz:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Der/die Person:er, der/die anonym den/die Dackel:in geschenkt bekommen hatte, hat sich sehr gefreut, den/die Schenkende eine:n Genie:in genannt, das seine/ihre geheimsten Wünsche errät, und all ihren Gäst:innen von seinem/ihrem geheimnisvollen Wünschererfüller:in erzählt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was machen wir, wenn die Männer es eines Tages ungerecht finden, dass im Plural der Artikel &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und das Possessivpronomen &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;ihr&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; verwendet wird? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bsp: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die&amp;lt;/u&amp;gt; Männer setzen sich auf&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ihre&amp;lt;/u&amp;gt; Plätze.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugegeben, dass ist nicht die aktuelle Diskussion, sondern weitergedacht. Dennoch: Bei konsequentem Gendern&amp;lt;ref&amp;gt;Definition &#039;&#039;Gendern&#039;&#039; nach dem &amp;quot;Handbuch geschlechtergerechte Sprache&amp;quot; des Dudenverlags von Diewald und Steinhauer, 2020, S. 49: &amp;quot;Gendern verstehen wir als ein sprachliches Verfahren, um Gleichberechtigung (...) im Sprachgebrauch zu erreichen.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; ist Sprache kein praktisch zu handhabendes Kommunikationswerkzeug mehr ist. Denn der Gerechtigkeitsanspruch, der zur Zeit an Sprache gestellt wird, ist aufgrund der Sprachstruktur praktisch unerfüllbar. Ihm zugrunde liegt eine These, die verschiedene Kategorien vermischt.&lt;br /&gt;
[[Datei:GENUS = SEXUS-GENDER?!?.png|mini|331x331px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Gleichsetzung des grammatikalischen GENUS mit dem menschlichen SEXUS und GENDER ===&lt;br /&gt;
Die gesamte Debatte über geschlechtersensible Sprache fußt auf der These, Genus mit Sexus bzw. Gender gleichzusetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wissenschaftler kritisieren Genderpraxis des ORR. (o. J.) https://www.linguistik-vs-gendern.de/ (zuletzt 30. 03. 2026)&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möglicherweise wäre die Sprache gar nicht solch ein Thema in der Diskriminierungsdebatte geworden, würde die Grammatik nicht Begrifflichkeiten wie „Geschlecht“ sowie „maskulin“, „feminin“ und „neutral“ verwenden. Diese wurden vor ein paar Jahrhunderten aus dem Lateinischen übernommen und die Sprachwissenschaftler früherer Zeiten hätten gut daran getan, andere zu erfinden. Auf die Idee kamen sie aber nicht, nicht nur weil Latein damals der Maßstab für grammatische Kategorien waren, sondern weil es damals undenkbar war, dass die Welt nicht stramm binär sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso binär wurde auch noch in den 1980er Jahren gedacht, als seitens der feministischen Linguistikerinnen gefordert wurde, Frauen mitzunennen. Hatte man zuvor &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrer.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gesagt und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Gattungsbegriff ohne Geschlechtshinweis verstanden, wurde es nun wichtig &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrerinnen.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu sagen und das Geschlecht zu benennen. Der allgemeine, generische Plural &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wurde nun „generisches Maskulinum“ genannt, um die Dominanz der Männer in der Sprache zu verdeutlichen. Sprache wurde zu einem politischen Kampfmittel der westdeutschen Frauenbewegung. Dabei wurde von folgenden Thesen ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit Sexus.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets beide Geschlechter zu nennen bedeutet, die Gleichberechtigung zu unterstützen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige Sprache, die die Gleichberechtigung unterstützt, und eine moralisch falsche, die die Emanzipation behindert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Logik der feministischen Linguistikerinnen konnte in Westdeutschland (in Ostdeutschland verlief, wie gesagt, die Frauengleichberechtigung nicht gekoppelt an diese Gleichsetzung von Grammatik und Biologie) weitgehend überzeugen. Sie war zumindest so überzeugend, dass viele Menschen diese Logik verinnerlicht haben und ihr unhinterfragt immer noch folgen -  auch wenn inzwischen das binäre „beide“ durch „alle“ ersetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D. h. aus den Thesen der feministischen Linguistik wurden diese:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit &amp;lt;s&amp;gt;Sexus&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;Sexus und Gender&#039;&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets &amp;lt;s&amp;gt;beide&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;alle&#039;&#039; Geschlechter zu nennen bedeutet antidiskriminierend zu sein.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige und eine moralisch falsche Sprache.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ergibt sich das Dilemma einer inkohärenten Logik, denn für ein völlig neues gesellschaftliches Anliegen (Binarität überwinden und so Geschlechteridentitätengerechtigkeit herstellen) wurde die binäre Argumentationslogik eines völlig anderen, binären gesellschaftlichen Anliegens (die Menschheit besteht aus Frauen und Männern und beide sind gleichberechtigt) übernommen – ein Denkfehler mit politischen Folgen. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Menschen in Westdeutschland sich an den Fehler, Genus mit Sexus gleichzusetzen bereits gewöhnt hatten und es ihnen deshalb nicht weiter auffiel, als sich diese Gleichsetzung auf Gender ausweitete. In Ostdeutschland fiel und fällt den Menschen dieser Fehler aber sehr wohl auf - und so entsteht das Dilemma einer Spaltung. Genus und Sexus gleichzusetzen war in den Zeiten der Frauenbewegung eine politisch motivierte Interpretation, die aber zu hinterfragen ist, weil verschiedene Kategorien vermischt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Marie F. Pusch findet fake facts als politisches Kampfmittel legitim - das wird deutlich im Podcast „Alles gesagt?“ (von DIE ZEIT)  mit Luise F. Pusch am 22.11.2022: „Luise Pusch, warum ist Deutsch eine Männersprache?“&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch der Anspruch, „tatsächlich alle Gruppen und Identitäten abzubilden, (stößt) an klar benennbare sprachlogische Grenzen. So ist es bei Lichte betrachtet unmöglich, für alle denkbaren Identitäten eine adäquate, gleichberechtigte grammatikalische Repräsentation zu finden.“, wie Svenja Falßpöhler schreibt.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 143 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma von Partizipialformen (&amp;quot;Lernende&amp;quot; statt &amp;quot;Schüler&amp;quot;) ===&lt;br /&gt;
Häufig werden Partizipialformen als Plural gewählt, weil sie im Plural geschleichtsneutral sind - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Studierende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Mitarbeitende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lernende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forschende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; usw. Allerdings sind diese Ersatzformen oft nicht bedeutungsgleich mit dem Ausgangswort. So ist ein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forscher&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine Person, die beruflich forscht, während ein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forschender&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht zwangsläufig einen wissenschaftlichen Beruf ausüben muss und das Gleiche gilt für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Bäcker&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Backenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Maler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Malenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Musiker&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Musizierenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; usw. Das Partizip Präsens bezeichnet eine Tätigkeit, die gerade ausgeübt wird. Deshalb sind &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Wähler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, die ihr Wahlrecht nicht ausüben, keine &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Wählenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ein Fahrradfahrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, der sein Rad abgestellt hat, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;kein Fahrradfahrender&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Frage, ob die Sprache das Geschlechterbewusstsein formt oder nicht ===&lt;br /&gt;
Um die Notwendigkeit einer neuen Sprache zu begründen, wurden psycholinguistische Studien gemacht. Man wollte herausfinden, ob das generische Maskulinum männliche Assoziationen erzeuge, ob also bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Einwohner&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eher an männliche Personen gedacht würde. Dieser Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen - werden alledings je nach politischer Intention immer wiederunterschiedlich interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Philipp Hübl hat Studien zur vermuteten Sprachwirkung auf die Gleichberechtigung ausgewertet und kam zu einem negativen Befund. Vgl. Hübl, Philipp: Vorlesung an der Universität der Künste in Berlin 2023: Einführung ins kritische Denken. Sondersitzung: Gendern. 2023. https://www.youtube.com/watch?v=gOEGKm5IAE4 &amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein unüberwindbares Problem bei jeder Studie zu diesem Thema ist das Unteruchungssetting - denn diese Studien finden und fanden in einer Zeit statt, als die Sprecher und Sprecherinnen bereits von der Sprachdebatte und der Genderpraxis geprägt waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 29.&amp;lt;/ref&amp;gt; Studien aus der Zeit vor 1980 liegen nicht vor; weibliche Menschen, die damals spachlich sozialisiert wurden, berichten allerdings, dass sie sich niemals ausgeschlossen gefühlt hätten, weil (z. B.) &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht geschlechtlich, sondern so definiert war, dass der Begriff alle Menschen meinte. In dem Moment, in dem &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Plural für männliche Menschen verstanden wird, stellt man sich selbstverständlich Männer dabei vor. Dieser Frage ist durch empirische Studien also leider schlicht nicht zu beantworten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lohnt sich allerdings ein Blick in Sprachgemeinschaften, deren Sprache keinerlei Unterscheidung bzgl. des Geschlechts kennen. Das Türkische oder das Persische sind solche Sprachen. Doch,  so schreibt Navid Kermani, es ist „ein Trugschluss, dass sich aus der sprachlichen Gleichheit der Geschlechter reale soziale Gleichheit ergibt.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Kermani, Navid: Mann, Frau, völlig egal. In: DIE ZEIT Feuilleton.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich hat der Inhalt von Sprache eine Wirkung auf das Bewusstsein. Beispielsweise macht es einen Unterschied, ob von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Scheinehe&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Schutzehe&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; gesprochen wird, von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Sonderabfall&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Giftmüll&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Militärischer Spezialoperation&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Angriffskrieg&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Stefanowitsch, Anatol: Eine Frage der Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen. 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aber hier sind wir auf der inhaltlichen Ebene von Sprache. Bei Gendersternchen oder Doppelpunkt befinden wir uns auf der symbolischen Ebene von Zeichen. Das wird oft verwechselt, auch von Anatol Stefanowitch in seinem Buch &amp;quot;Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen.&amp;quot;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Sexismus ===&lt;br /&gt;
Das Nennen aller nur möglichen Geschlechter und Geschlechtsidentitäten bringt eine geschlechtliche Kategorisierung in die Sprache und an jeden Menschen. Obwohl das Ziel des Genderns ist, Sexismus zu bekämpfen, ist es dennoch unbeabsichtigt eine sexistische Praxis, sagt Nele Pollatschek. „Wenn wir im Deutschen gendern, dann sagen wir damit: Diese Information ist so wichtig, dass sie immer mitgesagt werden muss.“ Damit machen wir das Geschlecht „zur wichtigsten Identitätskategorie.“ Nele Pollatschek vergleicht die gendersensible Sprachweise der Deutschen, die „sich für das permanente Benennen von Geschlechterunterschieden entschieden haben“ mit der der Briten, die „das Anzeigen von Geschlechtlichkeit so weit wie möglich vermeiden“&amp;lt;ref&amp;gt;Pollatschek, Nele: Deutschland ist besessen von Genitalien. Gendern macht die Diskriminierung nur noch schlimmer. Ein Gastbeitrag im Tagesspiegel am 30. 08. 2020 (28.08.2023)&amp;lt;/ref&amp;gt; und spricht sich klar für die britische Sicht als die zielführendere aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Nele Pollatschek: Dear Oxbridge. Liebesbrief an England. Berlin 2020 (S. 185 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Ist es nicht völlig schnuppe, ob Angela Merkel weilbliche Geschlechtsorgane hat und Friedrich Merz männliche? Und falls doch nicht – würde uns das etwas angehen?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Navid Kermani meint, dass er das Gendern der Sprache als „eine geistige wie politische Regression“ wahrnimmt, denn „Geschlechtszuschreibungen gehen nicht in zwei, sie gehen aber auch nicht in 27 Kategorien auf. Zu meinen, man könnte mittels Sprache jederzeit jedem Angesprochenen gerecht werden, verkennt nicht nur ihr Wesen; es legt die Angesprochenen überhaupt erst fest auf eine Identität. (…) (Aber) wir sind nicht eindeutig, niemand von uns, weder ethnisch noch kulturell, weder psychologisch noch geschlechtlich, (…).“ Und Svenja Flaßpöhler formuliert: „Dem Kampf um Bezeichnungen wohnt die Dialektik inne, dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen.“    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Klassismus ===&lt;br /&gt;
Da die meisten Menschen sich mit der Sprachvariante wohlfühlen, mit der sie sozialisiert sind, und die akademische Bildungsschicht den sprachlichen Veränderungen stärker zugewandt ist, ist die genderinklusive Sprache inzwischen zu einem Unterscheidungsmerkmal geworden, mit dem sich die kreative Klasse und akademische Elite von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. „Gendern ist das Latein der neuen Eliten.“, sagt Philipp Hübl.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp am 11.10.2023 in: wissenschaftskommunikation.de https://www.wissenschaftskommunikation.de/gendern-ist-das-latein-der-neuen-eliten-71125/ (13.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Soziologe Pierre Bordieu&amp;lt;ref&amp;gt;Bordieu: Die feinen Unterschiede. Frankfurt a. M. 2018 (26. Auflage).&amp;lt;/ref&amp;gt; machte darauf aufmerksam, dass die Ungleichheit der Gesellschaft nicht nur durch die ungleiche Verteilung von ökonomischem Kapital entsteht und fortbesteht, wie Karl Marx meinte, sondern auch durch „die feinen Unterschiede“. Bordieu analysierte, dass weitere Kapitalarten für die Aufrechterhaltung von sozialer Ungleichheit verantwortlich sind: Soziales Kapital ist bedeutsam und kennzeichnet, über welche gesellschaftlichen Beziehungen und Netzwerke jemand durch seine Familie oder Sozialisation verfügt. Die Position in der gesellschaftlichen Hierarchie wird außerdem durch das kulturelle Kapital (Bildung, Handlungswissen und formale Abschlüsse sowie Titel) bestimmt sowie das symbolische Kapital. Damit ist der Lebensstil und das Auftreten gemeint - die Sprache, die Manieren, der Musik-, Kunst- und Einrichtungsgeschmack, die Essgewohnheiten, das Modeverhalten, etc. Bordieu nennt das den Habitus eines Menschen. Ein Habitus ist fast unveränderbar, weil er quasi mit der Muttermilch aufgesogen wird und zur persönlichen Disposition wird. Egal, wo jemand geht oder steht – man „riecht“ stets, aus welchem „Stall“ jemand kommt. Ein erfolgreicher Unternehmer beispielweise, der es zu erheblichem Vermögen geschafft hat, gehört trotz seines ökonomischen Kapitals noch lange nicht zur gesellschaftlichen Oberschicht, solange er nicht über den Habitus dieser Schicht verfügt und die Codes nicht kennt. Am Habitus erkennt man sich. Das macht es so schwer, die soziale Klasse zu wechseln und das ist ein Faktor, der bestehende, ungleiche Verhältnisse festschreibt. Der Habitus ist ein Distinktionsmerkmal, mit dem man sich voneinander abgrenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Distinktionsmerkmal ist inzwischen das Gendern geworden. Der Philosoph Philipp Hübl spricht vom Soziolekt einer sich als progressiv verstehenden Elite. Die als geschlechtergerecht markierte und vermeintlich moralisch überlegene Sprache dient nicht mehr nur dem politischen Erkennen, sondern ist auch zu einem Abgrenzungsmerkmal der Bildungsoberschicht geworden. Gendern ist „ein Loyalitätssignal“ &amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Moralspektakel. 2024 (S. 202 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; und ein Distinktionsmerkmal geworden, mit dem eine recht homogene, politisch links orientierte, urbane, akademisch gebildete und sozial besser gestellte Gesellschaftsschicht sich sprachlich von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. Wer nicht mitmacht, hat im akademischen Kultur, Medien- und Lehrbetrieb keine Karrierechance. „Diese Eliten (...) haben mit der politischen Korrektheit ihren eigenen Jargon gefunden, übersehen aber oft, dass sie damit andere diskriminieren, nämlich diejenigen, die da nicht mithalten können und denen der Kosmopolitismus mit seinen neuen Codes gar nicht zusagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Die aufgeregte Gesellschaft. München 2019, S. 235.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Urteil wird dann entweder gönnerhaft oder missgünstig, in jedem Fall von oben herab gefällt: „Die sind noch nicht soweit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man als junger Mensch aus einem sozialen Millieu, in dem nicht gegendert wird, Erfolg in der Schule und an der Universität haben, muss man sich anpassen. Dabei bedeutet „anpassen“ nicht, lediglich eine andere Pluralform zu nutzen – nein, es bedeutet einen ganz anderen Sprachhabitus anzunehmen. Dieser neue Sprachhabitus führt aber unweigerlich zu einer Distanzierung vom Herkunftsmillieu, der Familie und den alten Freunden, denn dort wird der neue Code als Abgrenzung erlebt. Der Druck, sich auf die von Akademikern für korrekt befundene inklusive Sprache einzulassen, bringt Menschen aus nicht akademischen Herkunftmillieus in einen unbewussten Entscheidungskonflikt zwischen Bildungserfolg und Herkunftsmillieuzugehörigkeit. Dieser Entscheidungskonflikt wirkt wie ein „sozialer Filter“.&amp;lt;ref&amp;gt;Mehr zum „sozialen Filter“ in El Mafaalani: Mythos Bildung. 2022, S. 91. El-Mafaalani bezieht sich allerdings nicht auf Sprache als Habitusmerkmal.&amp;lt;/ref&amp;gt; Und wichtigster Grund für diesen Entscheidungskonflikt ist der Habitus, von dem die eigene Sprache ein wesentlicher Teil ist – und der fast so sehr zu uns gehört und unabstreifbar ist wie unsere Haut, wie wir von Bordieu wissen. Die inklusive Sprache führt also unbeabsichtigt von dem gut gemeinten Vorsatz, Menschen nicht sexistisch zu diskriminieren, dazu, dass Menschen klassistisch diskriminiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der kontraproduktiven Wirkung ===&lt;br /&gt;
Diese Paarung von gesellschaftlicher Abgrenzung und moralischer Überlegenheit, die die linke wohlhabende Bildungsoberschicht bzgl. ihrer Gendersprache für sich in Anspruch nimmt und der ein gewaltiger Habitussnobismus inne wohnt, führt zu einem Dilemma der politischen Wirkung. Denn dadurch, dass die Sprache von dieser wohlhabenden, akademischen, kreativen Schicht, zu der viele Journalisten, Politiker und andere Prominente gehören, im Alleingang neu verhandelt wird, verlieren diese für viele Menschen ihre Glaubwürdigkeit. Niemand möchte arrogant von oben herab behandelt werden, und so wenden sich manche Menschen als Folge politisch oder religiös konservativen Gruppen zu und – und das Gendern schadet paradoxerweise seinem eigenen Anliegen. Viele Menschen fühlen sich vom sprachlichen Duktus der intellektuellen Elite ausgeschlossen und beginnen sie zu hassen, wie der Politikwissenschaftler Yascha Mounk herausgearbeitet hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Mounk, Yasha: Im Zeitalter der Identität. Vom Aufsteig einer gefährlichen Idee. 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bitmoji .png|mini|368x368px|Ich schließe mich Svenja Flaßpöhler an: Vor dem Hintergrund, dass dem Kampf um Bezeichnung die Dialektik innewohnt, „dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen“, (…) „erscheint das generische Maskulinum in seiner Geschlechtsunabhängigkeit plötzlich in einem anderen Licht. Liegt seine poststrukturalistische Perspektive nicht gerade darin, dass es von geschlechtlichen Identifikationen absieht? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Busfahrer&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Busfahrer*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;innen: Nicht das Geschlecht, sondern das Tun wäre der Kern der Bezeichnung. Unbestritten gehört es zu den Errungenschaften der Emanzipation, dass man Menschen nicht auf ihr Geschlecht reduziert, sondern für das anerkennt, was sie können und machen. Wenn es gelänge, das generische Maskulinum als universale, geschlechtsunabhängige Bezeichnungspraxis zu nehmen, die es rein formal ist: Böte es dann nicht ein erstaunliches emanzipatorisches Potenzial – und zwar gerade durch seine umfassende Bezeichnungskraft, die nicht nur einzelne Gruppen meint, sondern alle?“&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 142 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
Ich persönlich finde es problematisch, schulterzuckend in Kauf zu nehmen, so vielen Menschen Teilhabe an Sprache und damit Gesellschaft zu erschweren oder gar zu verwehren. Hier wird von den Befürwortern der Gendersprache eine angebliche, nur auf sprachlicher Symbolik beruhende Benachteiligung über eine tatsächliche sprachliche Benachteiligung gestellt. Eine verkomplizierende Sprachreform achtlos auf Kosten von anderen, ebenso vulnerablen gesellschaftlichen Gruppen zu fordern, finde ich sehr fragwürdig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Frage der geschlechtergerechten Sprache mahnt der Rat für deutsche Rechtschreibung zur Sensibilität gegenüber dem Thema, spricht aber keine Norm aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26.03.2021 Kurzgefasst wird gesagt: „Der Rat für deutsche Rechtschreibung bekräftigt in seiner Sitzung am 26.03.2021 seine Auffassung, dass allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache begegnet werden soll und sie sensibel angesprochen werden sollen. Dies ist allerdings eine gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Aufgabe, die nicht allein mit orthografischen Regeln und Änderungen der Rechtschreibung gelöst werden kann. Das Amtliche Regelwerk gilt für Schulen sowie für Verwaltung und Rechtspflege. Der Rat hat vor diesem Hintergrund die Aufnahme von Asterisk („Gender-Stern“), Unterstrich („Gender-Gap“), Doppelpunkt oder anderen verkürzten Formen zur Kennzeichnung mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen im Wortinnern in das Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung zu diesem Zeitpunkt nicht empfohlen.“ https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine einheitliche Sprachvariante zu finden ist inzwischen wohl gar nicht mehr möglich. Selbst der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch (und der hat in „Eine Frage der Moral“  immerhin ein ganzes Buch lang für gendersensible Sprache plädiert) sagt inzwischen: „Am besten wäre es, wenn wir aufhören würden, nach einheitlichen Sprachregelungen zu rufen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Stefanowitsch, Anatol (Professor für Sprachwissenschaft an der FU Berlin): Interview am 30.09.2020 im Tagesspiegel. Anatol Stefanowitsch ist der Autor des Buches „Eine Frage der Moral. Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen.“, erschienen 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesem Appell möchte ich mich anschließen. Welche Dilemmata mit den verschiedenen Sprachvarianten und mit der gesellschaftlichen Diskussion darüber einhergehen, habe ich aufgezeigt. Auch ich erlebe dabei den sozialen Druck, eine geschlechterinklusive Sprachvariante als Loyalitssignal zu nutzen. Denn die jeweils verwendete Sprachvariante wird gegenwärtig so stark als ein Signal von Moral gewertet, dass sie in Arbeitsprozessen Vertrauensbildung sowohl unterstützen als auch verhindern kann. In der Arbeit mit jungen Menschen, die grade von der Uni kommen, erlebe ich besonders das Misstrauen und die Distanz häufig, die sich ausbreiten, wenn die kungen Menschen wahrnehmen, dass ich nicht die gleiche Sprachvariante ntuze, die sie selbst für die richtige halten. Deshalb ist es notwendig, dass jeder von uns seine jeweils gewählte Variante kommuniziert und begründet, um als Sprecher niemanden zu verletzen und um als Sprechende nicht vorschnell in eine Schublade gesteckt zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist verwende ich die generische Form &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; in ihrer genderneutralen Definition, die alle Geschlechter und Identitäten umfasst. Manchmal versehe ich diese mit einem * (&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;), weil ich weiß, dass vielen jungen Menschen die inklusive Bedeutung der generischen Form unbekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen und Anmerkungen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehrerbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Osterwissen&amp;diff=151849</id>
		<title>Osterwissen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Osterwissen&amp;diff=151849"/>
		<updated>2026-04-04T09:00:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Häschen an Ast.jpg|mini|Dass der Osterhase die Ostereier bringt und versteckt, ist ein weltlicher Brauch, der im 18. Jahrhunderts in der Bürgertumskultur entstand. Aufgrund des neuen Verständnisses von Kindheit, das sich in der Epoche der Aufklärung nach und nach durchsetzte, suchte man nach Gelegenheiten und Ritualen für Kinderglück und gemeinsames Feiern .   ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ostern: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Osterhasen malen Eier an, 1893.png|mini|Schon seit 250 Jahren ist der Osterhase für die Ostereier zuständig – zwei altüberlieferte Fruchtbarkeitssymbole wurden miteinander verbunden. &#039;&#039;(Diese Abbildung stammt aus einem Kinderbuch von 1893.)&#039;&#039;]]&#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun? ODER: Wie inklusiv ist Ostern?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spoiler: Der Osterhase hat mehr mit der Aufklärung zu tun als mit der Auferstehung!  :-)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5-7, 45-90 min)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ziele dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Kultur- und Religionskundliche Bildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Die Kinder sortieren die christlichen und jahreszeitlich-weltlichen Aspekte, die zu Ostern gehören. Sie können erklären, welche verschiedenen Ebenen das Osterfest hat und warum es deshalb auch von Menschen, die keine gläubigen Christen sind, gefeiert wird. Denn Ostern ist nicht nur ein christlicher Feiertag, sondern auch ein Kinder- und Frühlingsfest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Sprachbildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Neben dem inhaltlichen Aspekt kann mit diesem Material auch erarbeitet werden, mit welchen sprachlichen Mitteln ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht gesichert ist&#039;&#039;.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ZUSAMMENFASSUNG: Im Kirchenjahr ist &#039;&#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039; ein wichtiger Feiertag: An Karfreitag wird der Kreuzigung Jesu Christi und zu Ostern seiner Auferstehung vom Tod gedacht. Aber zu Ostern wird gleichzeitig der Frühling gefeiert. Denn als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Ereignissen und dem bereits bestehenden Brauchtum des Volksglaubens verbunden, zudem kam weiteres Brauchtum hinzu. Deshalb sind die Traditionen bei den meisten unserer Feiertagen so vielschichtig. Sie haben ganz verschiedene Ebenen: Weltliches und außerchristliches Brauchtum wurde mit christlichen Glaubenselementen vermischt oder uminterpretiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So hat auch &#039;&#039;&#039;der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;en auf – und daher kommt der Name &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;ern.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. 1985, S. 60.&amp;lt;/ref&amp;gt;    &lt;br /&gt;
=== Einstieg ===&lt;br /&gt;
* Was fällt euch zu Ostern ein? Erstellt eine Mindmap!                                                 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Feiert ihr Ostern? Falls ja: Wie?&lt;br /&gt;
* Frage der Stunde: Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die zwei Ebenen des Osterfestes ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Was gehört zum jahreszeitlichen Brauchtum von Ostern als Frühlings- und Kinderfest?&lt;br /&gt;
* Was gehört zu Ostern als religiösem Fest des Christentums?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18743150&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erarbeitung ===&lt;br /&gt;
==== Die Feiern des Frühlings am Osterfest ====&lt;br /&gt;
In diesem LÜCKENTEXT kannst du einiges über die Ursprünge des Osterbrauchtums erfahren, mit dem der Frühling gefeiert wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wofür waren die Ostereier und der Osterhase ein Symbol?&lt;br /&gt;
* Wie entstand der Brauch, die Eier zu färben?&lt;br /&gt;
* Wie entstand (vielleicht) die Vorstellung, dass die bunten Eier vom (Oster-)Hasen sind?&lt;br /&gt;
* Wie wurde der Osterhase &#039;&#039;das&#039;&#039; Aushängeschild für Ostern?&lt;br /&gt;
* Sind der Osterhase und die Ostereier christliche Symbole?&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18722698&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nicht über alle Ursprünge des Osterbrauchtums ist die Forschung sich einig, manches lässt sich heute nicht mehr herausfinden. An welchen sprachlichen Mitteln kannst du im Text erkennen, dass eine Information nicht sicher ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das religiöse Gedenken am Osterfest ====&lt;br /&gt;
Weißt du, was die gläubigen Christen feiern? Was erzählt die Bibel über den Tod Jesu?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tragt zuerst im Gespräch euer Wissen zusammen und schaut euch danach dieses kleine Video an (1:38 min): https://www.zdf.de/kinder/logo/erklaerstueck-ostern-bibel-100.html (Hrsg.: ZDF logo!: Was wir an Ostern feiern.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann testet euer Wissen mit dieser Aufgabe!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18719287&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
* Nun könnt ihr die eingangs gestellte Frage beantworten: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Dass es zu Osterferien gibt, liegt übrigens weniger am Feiertag, sondern vor allem daran, dass die Ferien früher passend zum Bauernjahr festgelegt wurden: Im Frühling mussten die Kinder bei der Aussaat helfen, im Sommer bei der Getreideernte und im Herbst bei der Kartoffel- und Rübenernte.&amp;lt;ref&amp;gt;https://unterrichten.zum.de/wiki/Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsferien&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schöne Ostern!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusatzaufgaben zur Sprachbildung: Sprachliche Mittel, um Informationen als nicht sicher vorzustellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;sollen&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Modalverb &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;sollen&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; kann unterschiedliches ausdrücken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Notwendigkeit, einen Auftrag oder eine Absicht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das Holz sollte im Frühjahr entsorgt werden. / Kevin soll sein Zimmer aufräumen. / Das Zimmer sollte gestern schon aufgeräumt werden.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung oder ein Gerücht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(In der Fastenzeit sollen die Eier gekocht und für Ostern aufgehoben worden sein. / Er soll im Lotto gewonnen haben. / Kevin soll in Meral verliebt sein.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| }}&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40200186|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;wohl&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Wörtchen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;wohl&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;  hat ebenfalls verschiedene Bedeutungen, unter anderem kann man damit ausdrücken:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das war wohl ziemlich teuer. / Mein Kollege ist nicht da, er ist wohl krank.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Unsicherheit&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Ob er wohl an mich denkt?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;höfliche Zurückhaltung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Können Sie mir wohl sagen, wie spät es ist?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;einen ironischen oder empörten Kommentar&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Du glaubst wohl noch an den Osterhasen!? / Du hast wohl zu viel Geld… / Das kann man wohl sagen.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Außerdem kennst du &#039;&#039;wohl&#039;&#039; als Adjektiv mit der Bedeutung von &#039;&#039;gut&#039;&#039; oder &#039;&#039;angenehm.&#039;&#039; &#039;&#039;(Er fühlt sich wohl in der Klasse. -&amp;gt; Bei seiner Großmutter fühlt er sich aber noch wohler. -&amp;gt; Zu Hause fühlt er sich am wohlsten.)&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40224905|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Osterhase 1789 Zürich.jpg|mini|Dieses Buchcover von 1789 zeigt den Brauch des Eiersuchens. Das Buch heißt „Der Osterhase“ und enthält ein Osterhasenlied, &amp;quot;am Osterdienstag zu singen&amp;quot;. Als Intention wird „die Vermehrung der unschuldigsten Freuden unserer Kinder“ genannt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Infos für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== zu der sprachlichen Aufgabe unter 1.3.1 ===&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Sprachliche Mittel in diesem Text, um Informationen als nicht gesichert vorzustellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;vielleicht / wohl / weiß man nicht / sollen + INFINITIV&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}Es werden in diesem Material verschiedene sprachliche Mittel vorgestellt, mit denen ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht sicher ist, auf &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; und &amp;lt;u&amp;gt;sollen + INFINITIV&amp;lt;/u&amp;gt; möchte ich kurz konkreter eingehen:&lt;br /&gt;
* Das Wort &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; fällt in die Gruppe der abtönenden Redepartikel, auch Abtönungspartikel genannt. Mit &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; kann man eine Aussage &amp;quot;tönen&amp;quot;, ihr eine bestimmte Farbe geben. Die Schwierigkeit der Redepartikel ist, dass sie alle wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; (s. o.) mehrere Bedeutungen haben. &amp;lt;u&amp;gt;Wohl&amp;lt;/u&amp;gt; verändert sich dabei nicht (wird nicht flektiert). Für Schüler ist wichtig zu wissen, dass Redepartikel wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; in der Regel nur im mündlichen Sprachgebrauch eingesetzt werden!&lt;br /&gt;
* Mit dem Modalverb &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; kann man ebenfalls ausdrücken, dass man etwas nur gehört hat, aber nicht sicher ist, ob es stimmt. Besonders Gerüchte können damit gut sprachlich wiedergegeben werden. Beispiele: GEGENWART (PRÄSENS) -&amp;gt; Herr Meyer &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; mit seinen 35 Jahren noch an den Osterhasen &amp;lt;u&amp;gt;glauben&amp;lt;/u&amp;gt;. VERGANGENHEIT (PERFEKT) -&amp;gt; Er &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; ihn als Kind leibhaftig &amp;lt;u&amp;gt;gesehen haben&amp;lt;/u&amp;gt;. Auch &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; hat verschiedene Bedeutungen (s. o.)!&lt;br /&gt;
[[Datei:Ei zerbrochen mit Aufhängung.jpg|mini|Ostereier zum Aufhängen stellt man her, indem man in ein ungekochtes Ei oben und unten mit einem spitzen Messer ein Loch macht und das Eiinnere kräftig rausgebläst (welches noch für Rührei oder Teig verwendet werden kann). Für die Aufhängung bindet man einen Faden an ein Streichholz und steckt diesen in das Ei.  ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hintergrundwissen: Wie entstand das Osterbrauchtum? ===&lt;br /&gt;
Als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Bräuchen, bereits bestehenden Festen und Elementen des Volksglaubens verbunden. Und im Laufe der Zeit kamen Bräuche hinzu, manche christlich-kirchlich bedingt, manche jahreszeitlich oder zeitgeistbedingt. Deshalb sind die Feiertagstraditionen oft so vielschichtig. (Und das ist ein Unterschied zu muslimischen Feiertage, die neben der religiösen Ebene keine weiteren haben.)   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; hat keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im Osten auf – und daher kommt der Name Ostern. &lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (1898) OSTERHASE.png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898. - Klicke auf das Bild, um es zu vergrößern: Kannst du die altdeutsche Schrift lesen? → &amp;quot;Ostereier ___  __  _____ uns versteckt ___  ____________.&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
Das Ei, das „schon bei den Völkern des Altertums als ein Sinnbild der Schöpfung und  Fruchtbarkeit galt, (…) erklärte die Kirche für das Symbol des Erlösers, welcher aus dem Grabe zum Leben erstanden“, schrieb der Historiker Otto Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Aberglaube wurde damit verbunden: Einem Ei, das am Gründonnerstag gelegt worden war, wurde besondere Kraft zugeschrieben und sollte Männer vor „Leibschäden“ beschützen können, und wenn man ein Gründonnerstagsei bei sich trug, könne man beim Kirchbesuch zudem erkennen, wer eine versteckte Hexe sei, hieß es.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Handbuch des deutschen Aberglaubens erläutert: „Dass das Ei, besonders im Frühjahr, der Zeit der erwachenden, aufkeimenden Natur, dem Beginn des Dienstes der Bauern an der Erde, in der Vorstellung der natur- und erdverbundenen Menschen eine besondere Fruchtbarkeitskraft besitzt, ist leicht zu begreifen. Und die Kirche war auch hier sehr klug, diese uralten Gebräuche in das System ihrer Kultriten aufzunehmen, mit zum Teil mystischer Ausdeutung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Ei&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die älteste bekannte Erwähnung ist wohl von dem Arzt Georgius Franck aus dem Jahr 1682: &amp;quot;Das Schenken von Ostereiern bezeichnet er als Paten- und Freundschaftspflicht, vor allem in den oberen Gesellschaftskreisen, wo der Begriff Osterei ganz allgemein für alle möglichen kunstvollen und scherzhaften Geschenke gegolten hätte.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt; Liselotte von der Pfalz berichtete, dass sie 1717 &amp;quot;ein paar ostereyer&amp;quot; verschenkt hätte&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im April 1779 vermerkte Goethe in seinem Tagebuch, dass er am Gründonnerstag für die Kinder im Garten Ostereier versteckt hätte. Dabei war der Ostereierbrauch nicht unumstritten, wie eine Schrift von 1781 zeigt, in der Theodor Gottlieb Hippel stolz darauf ist, dass ein Vorfahr in seiner Gemeinde Ostereier verboten hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781, S. 404. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie der Brauch des Eierfärbens entstand, ist unbekannt. Vielleicht hat man etwas Rotkohl, Rote Bete, Brennnesselwurzel oder Zwiebelschalen in das Kochwasser gegeben, um gekochte von ungekochten Eiern unterscheiden zu können, wenn man sie nach altem Brauch verschenkte. Dass zu Ostern traditionell viele Eier gegessen werden, kommt unter anderem daher, dass sich in der 40-tägigen Fastenzeit, die die Kirche ihren Gläubigen zwischen Aschermittwoch und Ostern verordnet hatte, viele Eier angesammelt hatten und nun dringend gegessen werden mussten. Eier waren auch eine Währung, in der bäuerliche Abgaben geleistet werden mussten; seit dem 9. Jhd. gibt es Quellen, dass pro bäuerlicher Hofstatt 100 Eier an die landbesitzende Obrigkeit oder das Kloster gezahlt werden mussten; teilweise wurden die Eier weitergereicht als Präsente an bestimmte Berufsgruppen, wie Pfarrer, Lehrer, Messner, Totengräber, Hirten, das Gesinde etc.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 68.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (von 1898).png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898&amp;lt;nowiki/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Hase war ebenfalls schon in der Antike ein Fruchtbarkeitssymbol. Das ist nicht schwer zu verstehen, wenn man bedenkt, dass eine Häsin mehrmals im Jahr mehrere Junge bekommt. Papst Zacharias verbot 755 den Verzehr von Hasenfleisch wegen dessen erotisierender Wirkung. Hasenfleisch galt als Aphrodisiakum und wurde bereits im antiken Griechenland der Liebesgöttin Aphrodite geopfert. Außerdem rankte sich viel Aberglauben um die Hasen, z. B. sollte es das eigene Leben schützen, wenn man eine Hasenpfote bei sich trug.&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Hase&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wann und wie genau sich die Gabenbringerfigur des Osterhasen sich genau entwickelte, kann nicht konkretisiert werden. Es gibt ein Züricher Kinderbuch von 1789, das vom Osterhasen handelt und die älteste mir bekannte, gesicherte Osterhasen-Quelle ist.&amp;lt;ref&amp;gt;National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der säkulare Brauch entstand im Bürgertum und aus dem neuen Konzept von Kindheit, das sich in dieser Zeit entwickelte. &amp;quot;Wie reich bist du behängt mit Bilderbüchern, Christbäumen, Mutterliebe, Osterwochen und Ostereiern, (...)&amp;quot;, fragt Wilhelm Hauff 1827.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Hauff: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827, S. 34. https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/hauff_phantasien_1827/?hl=O%C5%BFtereiern&amp;amp;p=40&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Zitat benennt damals neue Phänomene in ihrem Zusammenhang: Das aufgeklärte Bildungsbürgertum, dass Ende des 18. Jahrhunderts entstand, wollte die neuen Ideale umsetzen und so entstanden in der Bürgertumskultur Kinderbücher zur Bildung der Bürgerkinder, eine neue Frauen- und Mutterrolle in der bürgerlichen Familie sowie das häusliche Weihnachtsfest mit dem Weihnachtsmann als weltlichen Gabenbringer und auch der Osterhase.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. 2025s, S. 142.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ostern wurde nun auch zum Anlass für ein Kinderfest (anfangs kam der Osterhase am Gründonnerstag oder am Osterdienstag, später wurde der Brauch auf Ostersonntag gelegt).    &lt;br /&gt;
[[Datei:Franz Rösler- Der lustige Maler. Malbuch von 1907 (S. 25).png|mini|Aus einem Malbuch von 1907: So kannst du ein Häschen malen!]]&lt;br /&gt;
Historische Kinderbücher, die den Osterhasen thematisierten, sind z. B.: 1850 schrieb Franz Graf von Pocci: Der Osterhas - eine Festgabe für Kinder http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000307CD00000000. / 1868: http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0002FE2E00000000 / Das lustige Vogelhaus von 1880 (S. 15) https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB00035AD300000000 / eine Osterhasengeschichte von 1890 https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000343CE00000000 / ein &amp;quot;humoristisches Malbuch&amp;quot; von 1907 (S. 25) http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0000D70100000000. Die Süßwarenindustrie (im 19. Jhd. wurde die Herstellung von Zucker aus Rüben erfunden) im 19. und 20. Jahrhundert tat ein Übriges, um den Osterhasen bekannt und zur Kindersehnsucht werden zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorstellung, dass ein Hase die Eier versteckt, entstand vielleicht dadurch, dass früher viele Menschen im Frühjahr über die Wiesen liefen und nach Eiern von bodenbrütenden Vögeln suchten. Dabei wurden Hasen aufgescheucht. Die liefen fort und es sah dann so aus, als hätten die Hasen die Eier ins Gras gelegt. In manchen Regionen waren es andere Tiere, die die Eier brachten - z. B. der Storch, der Kuckuck, der Fuchs oder ein Hahn. Diese Idee war in der bäuerlichen Kultur vermutlich - in unterschiedlichsten Ausformungen - schon länger verbreitet und wurde dann im Bürgertum aufgegriffen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Frühlingsfest kennt jede Kultur, die Jahreszeiten kennt. Das Judentum feiert Pessah im Frühling. Da in der Bibel steht, dass die Kreuzigung und Auferstehung Jesu in der Zeit des Pessahfestes stattfand, sollten diese Gedenkfeiertage folglich im Frühling sein. Doch dafür einen Termin festzulegen war ein lang währender Konflikt zwischen der griechischsprachigen Ostkirche in Byzanz und der lateinischsprachigen Westkirche in Rom. Rom bestand darauf, dass Ostern am Sonntag nach dem jüdischen Pessahfest zu feiern sei, Byzanz wollte es am Tag des Pessahfests selbst feiern. Als Kaiser Konstantin I. der Alleinherrscher über das gesamte Römische Reich geworden war, wollte er diesen Streit beenden und berief im Jahr 325 das Konzil von Nicäa ein. Die Kirchenvertreter einigten sich dann auf einen neuen Terminvorschlag: Die Auferstehung Christi sollte immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang (dem Tag, an dem Tag und Nacht gleich lang sind, dem 21. März) gefeiert werden. Damit hatte das noch junge Christentum nicht nur endlich einen gemeinsamen Termin gefunden, sondern sich gleichzeitig noch weiter von der monotheistischen Konkurrenz, dem Judentum, losgelöst.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. 2025, S. 49.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Osterbrauchtum gehören auch die Osterfeuer, und an ihnen zeigt sich wiederum, wie sich die verschiedenen Ebenen vermischten. Das Osterfeuer geht auf einen Brauch in vorchristlicher Zeit zurück, unter anderem galt es, böse Geister auszuräuchern und den Frühling willkommen zu heißen. In einer norddeutschen Polizeiordnung von 1691&amp;lt;ref&amp;gt;Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5).https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693 &amp;lt;/ref&amp;gt; wird das Osterfeuer als eine &amp;quot;böse Gewohnheit&amp;quot; erwähnt, 1783 wird es in einem Kinderbuch von J. A. E. Goeze als &amp;quot;heidnisch&amp;quot; eingeordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&amp;lt;/ref&amp;gt; In manchen Regionen eignete die Kirche sich den Brauch an und mancherorts wurde das Osterfeuer vom Pfarrer geweiht. Die Kohlen des geweihten Osterfeuers, die sogenannten Judaskohlen, galten als Schutzmittel gegen Blitzeinschlag, Hagel und Viehschäden, wie Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863 notierte&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; (die Kirchenvertreter waren genauso abergläubisch wie das Volk). Vor allem geht der Brauch des Osterfeuers aber wohl darauf zurück, dass man im Herbst und Winter Obstbäume und Hecken geschnitten und die Zweige auf einen großen Haufen geworfen hatte. Und die waren nun getrocknet und konnten entsorgt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Text: Sabine Häcker)&lt;br /&gt;
[[Datei:Fazit .png|mini|Und auch die Weidenkätzchenzweige, die traditionell zu Ostern in die Vase gestellt und an die die Ostereier gehängt werden, sind Frühlingsboten (und haben nichts mit der christlich-religiösen Ebene von Ostern zu tun).|452x452px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur- und Quellenverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Historische Primärquellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&lt;br /&gt;
* Cramer, Wilhelm: Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll. Dülmen, 1874. &#039;&#039;(Auf S. 157 wird eine Osterfeuerprozession beschrieben.)&#039;&#039; https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/cramer_mutter_1874 &lt;br /&gt;
* Goethe, J. W. von: Osterspaziergang. (etwa 1808) In: Faust-Museum Knittlingen: https://faustmuseum.de/der-osterspaziergang-und-was-dahintersteckt/&lt;br /&gt;
* Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&lt;br /&gt;
* Hauff, Wilhelm: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hauff_phantasien_1827&lt;br /&gt;
* Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&lt;br /&gt;
* Holm, Adolf: Ostereier. München 1893. &#039;&#039;(Bilder und Verse vom Osterhasen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5). https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Literatur:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. 1927-42 (Verlag Walter de Gruyter).&lt;br /&gt;
* [[Datei:Sabine Häcker- Wem gehört Weihnachten? (Cover).jpg|mini|332x332px|Die Auatorin dieses Materials, Sabine Häcker, hat erforscht, wie sich Ende des 18. Jhd.s aus dem Zeitgeist der Aufklärung das häusliche Weihnachtsfest mit Geschenken und Tannenbaum entwickelte.]]Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. Ahrensburg 2025. &lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. Ahrensburg 2025. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=&lt;br /&gt;
* Kuhn, Adalbert: Sagen, Gebräuche und Märchen aus Westfalen und einigen andern, besonders den angrenzenden Gegenden Norddeutschlands. Leipzig 1859. https://books.google.de/books?id=424AAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA143#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false&lt;br /&gt;
* Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&lt;br /&gt;
* Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985.&lt;br /&gt;
* Becker-Huberti, Manfred: Lexikon der Bräuche und Feste. Freiburg i. B. 2007 (Verlag HERDER).&lt;br /&gt;
* Freistetter, Florian: Podcast Sternengeschichten Folge 18 - Astronomische Ostern  (13 min). https://sternengeschichten.podigee.io/18-sternengeschichten-folge-18-astronomische-ostern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialien der Autorin:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Umfangreiches Unterrichtsmaterial zur Kultur- und Religionsgeschichte von Weihnachten gibt es hier: [[Weihnachtswissen]] &#039;&#039;(Das Unterrichtsmaterial betrachtet Weihnachten nicht nur als christlichen Feiertag, sondern auch als kulturelles und somit inklusives Fest und arbeitet - u. a. - die weltlichen Anteile von Weihnachten heraus.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Materialien zu verschiedenen Themen finden sich hier: [[Benutzer:Sabine Häcker]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ostern]]&lt;br /&gt;
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&#039;&#039;&#039;Quellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__INHALTSVERZEICHNIS_ERZWINGEN__&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch als Zweitsprache]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feste und Rituale]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachbildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Osterwissen&amp;diff=151848</id>
		<title>Osterwissen</title>
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		<updated>2026-04-04T08:24:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Häschen an Ast.jpg|mini|Dass der Osterhase die Ostereier bringt und versteckt, ist ein weltlicher Brauch, der im 18. Jahrhunderts in der Bürgertumskultur entstand. Aufgrund des neuen Verständnisses von Kindheit, das sich in der Epoche der Aufklärung nach und nach durchsetzte, suchte man nach Gelegenheiten und Ritualen für Kinderglück und gemeinsames Feiern .   ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ostern: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Osterhasen malen Eier an, 1893.png|mini|Schon seit 250 Jahren ist der Osterhase für die Ostereier zuständig – zwei altüberlieferte Fruchtbarkeitssymbole wurden miteinander verbunden. &#039;&#039;(Diese Abbildung stammt aus einem Kinderbuch von 1893.)&#039;&#039;]]&#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun? ODER: Wie inklusiv ist Ostern?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spoiler: Der Osterhase hat mehr mit der Aufklärung zu tun als mit der Auferstehung!  :-)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5-7, 45-90 min)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ziele dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Kultur- und Religionskundliche Bildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Die Kinder sortieren die christlichen und jahreszeitlich-weltlichen Aspekte, die zu Ostern gehören. Sie können erklären, welche verschiedenen Ebenen das Osterfest hat und warum es deshalb auch von Menschen, die keine gläubigen Christen sind, gefeiert wird. Denn Ostern ist nicht nur ein christlicher Feiertag, sondern auch ein Kinder- und Frühlingsfest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Sprachbildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Neben dem inhaltlichen Aspekt kann mit diesem Material auch erarbeitet werden, mit welchen sprachlichen Mitteln ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht gesichert ist&#039;&#039;.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ZUSAMMENFASSUNG: Im Kirchenjahr ist &#039;&#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039; ein wichtiger Feiertag: An Karfreitag wird der Kreuzigung Jesu Christi und zu Ostern seiner Auferstehung vom Tod gedacht. Aber zu Ostern wird gleichzeitig der Frühling gefeiert. Denn als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Ereignissen und dem bereits bestehenden Brauchtum des Volksglaubens verbunden, zudem kam weiteres Brauchtum hinzu. Deshalb sind die Traditionen bei den meisten unserer Feiertagen so vielschichtig. Sie haben ganz verschiedene Ebenen: Weltliches und außerchristliches Brauchtum wurde mit christlichen Glaubenselementen vermischt oder uminterpretiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So hat auch &#039;&#039;&#039;der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;en auf – und daher kommt der Name &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;ern.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. 1985, S. 60.&amp;lt;/ref&amp;gt;    &lt;br /&gt;
=== Einstieg ===&lt;br /&gt;
* Was fällt euch zu Ostern ein? Erstellt eine Mindmap!                                                 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Feiert ihr Ostern? Falls ja: Wie?&lt;br /&gt;
* Frage der Stunde: Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die zwei Ebenen des Osterfestes ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Was gehört zum jahreszeitlichen Brauchtum von Ostern als Frühlings- und Kinderfest?&lt;br /&gt;
* Was gehört zu Ostern als religiösem Fest des Christentums?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18743150&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erarbeitung ===&lt;br /&gt;
==== Die Feiern des Frühlings am Osterfest ====&lt;br /&gt;
In diesem LÜCKENTEXT kannst du einiges über die Ursprünge des Osterbrauchtums erfahren, mit dem der Frühling gefeiert wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wofür waren die Ostereier und der Osterhase ein Symbol?&lt;br /&gt;
* Wie entstand der Brauch, die Eier zu färben?&lt;br /&gt;
* Wie entstand (vielleicht) die Vorstellung, dass die bunten Eier vom (Oster-)Hasen sind?&lt;br /&gt;
* Wie wurde der Osterhase &#039;&#039;das&#039;&#039; Aushängeschild für Ostern?&lt;br /&gt;
* Sind der Osterhase und die Ostereier christliche Symbole?&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18722698&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nicht über alle Ursprünge des Osterbrauchtums ist die Forschung sich einig, manches lässt sich heute nicht mehr herausfinden. An welchen sprachlichen Mitteln kannst du im Text erkennen, dass eine Information nicht sicher ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das religiöse Gedenken am Osterfest ====&lt;br /&gt;
Weißt du, was die gläubigen Christen feiern? Was erzählt die Bibel über den Tod Jesu?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tragt zuerst im Gespräch euer Wissen zusammen und schaut euch danach dieses kleine Video an (1:38 min): https://www.zdf.de/kinder/logo/erklaerstueck-ostern-bibel-100.html (Hrsg.: ZDF logo!: Was wir an Ostern feiern.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann testet euer Wissen mit dieser Aufgabe!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18719287&lt;br /&gt;
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| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
* Nun könnt ihr die eingangs gestellte Frage beantworten: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Dass es zu Osterferien gibt, liegt übrigens weniger am Feiertag, sondern vor allem daran, dass die Ferien früher passend zum Bauernjahr festgelegt wurden: Im Frühling mussten die Kinder bei der Aussaat helfen, im Sommer bei der Getreideernte und im Herbst bei der Kartoffel- und Rübenernte.&amp;lt;ref&amp;gt;https://unterrichten.zum.de/wiki/Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsferien&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schöne Ostern!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusatzaufgaben zur Sprachbildung: Sprachliche Mittel, um Informationen als nicht sicher vorzustellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;sollen&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Modalverb &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;sollen&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; kann unterschiedliches ausdrücken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Notwendigkeit, einen Auftrag oder eine Absicht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das Holz sollte im Frühjahr entsorgt werden. / Kevin soll sein Zimmer aufräumen. / Das Zimmer sollte gestern schon aufgeräumt werden.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung oder ein Gerücht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(In der Fastenzeit sollen die Eier gekocht und für Ostern aufgehoben worden sein. / Er soll im Lotto gewonnen haben. / Kevin soll in Meral verliebt sein.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| }}&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40200186|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;wohl&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Wörtchen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;wohl&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;  hat ebenfalls verschiedene Bedeutungen, unter anderem kann man damit ausdrücken:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das war wohl ziemlich teuer. / Mein Kollege ist nicht da, er ist wohl krank.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Unsicherheit&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Ob er wohl an mich denkt?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;höfliche Zurückhaltung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Können Sie mir wohl sagen, wie spät es ist?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;einen ironischen oder empörten Kommentar&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Du glaubst wohl noch an den Osterhasen!? / Du hast wohl zu viel Geld… / Das kann man wohl sagen.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Außerdem kennst du &#039;&#039;wohl&#039;&#039; als Adjektiv mit der Bedeutung von &#039;&#039;gut&#039;&#039; oder &#039;&#039;angenehm.&#039;&#039; &#039;&#039;(Er fühlt sich wohl in der Klasse. -&amp;gt; Bei seiner Großmutter fühlt er sich aber noch wohler. -&amp;gt; Zu Hause fühlt er sich am wohlsten.)&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40224905|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Osterhase 1789 Zürich.jpg|mini|Dieses Buchcover von 1789 zeigt den Brauch des Eiersuchens. Das Buch heißt „Der Osterhase“ und enthält ein Osterhasenlied, &amp;quot;am Osterdienstag zu singen&amp;quot;. Als Intention wird „die Vermehrung der unschuldigsten Freuden unserer Kinder“ genannt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Infos für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== zu der sprachlichen Aufgabe unter 1.3.1 ===&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Sprachliche Mittel in diesem Text, um Informationen als nicht gesichert vorzustellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;vielleicht / wohl / weiß man nicht / sollen + INFINITIV&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}Es werden in diesem Material verschiedene sprachliche Mittel vorgestellt, mit denen ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht sicher ist, auf &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; und &amp;lt;u&amp;gt;sollen + INFINITIV&amp;lt;/u&amp;gt; möchte ich kurz konkreter eingehen:&lt;br /&gt;
* Das Wort &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; fällt in die Gruppe der abtönenden Redepartikel, auch Abtönungspartikel genannt. Mit &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; kann man eine Aussage &amp;quot;tönen&amp;quot;, ihr eine bestimmte Farbe geben. Die Schwierigkeit der Redepartikel ist, dass sie alle wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; (s. o.) mehrere Bedeutungen haben. &amp;lt;u&amp;gt;Wohl&amp;lt;/u&amp;gt; verändert sich dabei nicht (wird nicht flektiert). Für Schüler ist wichtig zu wissen, dass Redepartikel wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; in der Regel nur im mündlichen Sprachgebrauch eingesetzt werden!&lt;br /&gt;
* Mit dem Modalverb &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; kann man ebenfalls ausdrücken, dass man etwas nur gehört hat, aber nicht sicher ist, ob es stimmt. Besonders Gerüchte können damit gut sprachlich wiedergegeben werden. Beispiele: GEGENWART (PRÄSENS) -&amp;gt; Herr Meyer &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; mit seinen 35 Jahren noch an den Osterhasen &amp;lt;u&amp;gt;glauben&amp;lt;/u&amp;gt;. VERGANGENHEIT (PERFEKT) -&amp;gt; Er &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; ihn als Kind leibhaftig &amp;lt;u&amp;gt;gesehen haben&amp;lt;/u&amp;gt;. Auch &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; hat verschiedene Bedeutungen (s. o.)!&lt;br /&gt;
[[Datei:Ei zerbrochen mit Aufhängung.jpg|mini|Ostereier zum Aufhängen stellt man her, indem man in ein ungekochtes Ei oben und unten mit einem spitzen Messer ein Loch macht und das Eiinnere kräftig rausgebläst (welches noch für Rührei oder Teig verwendet werden kann). Für die Aufhängung bindet man einen Faden an ein Streichholz und steckt diesen in das Ei.  ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hintergrundwissen: Wie entstand das Osterbrauchtum? ===&lt;br /&gt;
Als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Bräuchen, bereits bestehenden Festen und Elementen des Volksglaubens verbunden. Und im Laufe der Zeit kamen Bräuche hinzu, manche christlich-kirchlich bedingt, manche jahreszeitlich oder zeitgeistbedingt. Deshalb sind die Feiertagstraditionen oft so vielschichtig. (Und das ist ein Unterschied zu muslimischen Feiertage, die neben der religiösen Ebene keine weiteren haben.)   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; hat keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im Osten auf – und daher kommt der Name Ostern. &lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (1898) OSTERHASE.png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898. - Klicke auf das Bild, um es zu vergrößern: Kannst du die altdeutsche Schrift lesen? → &amp;quot;Ostereier ___  __  _____ uns versteckt ___  ____________.&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
Das Ei, das „schon bei den Völkern des Altertums als ein Sinnbild der Schöpfung und  Fruchtbarkeit galt, (…) erklärte die Kirche für das Symbol des Erlösers, welcher aus dem Grabe zum Leben erstanden“, schrieb der Historiker Otto Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Aberglaube wurde damit verbunden: Einem Ei, das am Gründonnerstag gelegt worden war, wurde besondere Kraft zugeschrieben und sollte Männer vor „Leibschäden“ beschützen können, und wenn man ein Gründonnerstagsei bei sich trug, könne man beim Kirchbesuch zudem erkennen, wer eine versteckte Hexe sei, hieß es.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Handbuch des deutschen Aberglaubens erläutert: „Dass das Ei, besonders im Frühjahr, der Zeit der erwachenden, aufkeimenden Natur, dem Beginn des Dienstes der Bauern an der Erde, in der Vorstellung der natur- und erdverbundenen Menschen eine besondere Fruchtbarkeitskraft besitzt, ist leicht zu begreifen. Und die Kirche war auch hier sehr klug, diese uralten Gebräuche in das System ihrer Kultriten aufzunehmen, mit zum Teil mystischer Ausdeutung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Ei&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die älteste bekannte Erwähnung ist wohl von dem Arzt Georgius Franck aus dem Jahr 1682: &amp;quot;Das Schenken von Ostereiern bezeichnet er als Paten- und Freundschaftspflicht, vor allem in den oberen Gesellschaftskreisen, wo der Begriff Osterei ganz allgemein für alle möglichen kunstvollen und scherzhaften Geschenke gegolten hätte.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt; Liselotte von der Pfalz berichtete, dass sie 1717 &amp;quot;ein paar ostereyer&amp;quot; verschenkt hätte&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im April 1779 vermerkte Goethe in seinem Tagebuch, dass er am Gründonnerstag für die Kinder im Garten Ostereier versteckt hätte. Dabei war der Ostereierbrauch nicht unumstritten, wie eine Schrift von 1781 zeigt, in der Theodor Gottlieb Hippel stolz darauf ist, dass ein Vorfahr in seiner Gemeinde Ostereier verboten hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781, S. 404. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie der Brauch des Eierfärbens entstand, ist unbekannt. Vielleicht hat man etwas Rotkohl, Rote Bete, Brennnesselwurzel oder Zwiebelschalen in das Kochwasser gegeben, um gekochte von ungekochten Eiern unterscheiden zu können, wenn man sie nach altem Brauch verschenkte. Dass zu Ostern traditionell viele Eier gegessen werden, kommt unter anderem daher, dass sich in der 40-tägigen Fastenzeit, die die Kirche ihren Gläubigen zwischen Aschermittwoch und Ostern verordnet hatte, viele Eier angesammelt hatten und nun dringend gegessen werden mussten. Eier waren auch eine Währung, in der bäuerliche Abgaben geleistet werden mussten; seit dem 9. Jhd. gibt es Quellen, dass pro bäuerlicher Hofstatt 100 Eier an die landbesitzende Obrigkeit oder das Kloster gezahlt werden mussten; teilweise wurden die Eier weitergereicht als Präsente an bestimmte Berufsgruppen, wie Pfarrer, Lehrer, Messner, Totengräber, Hirten, das Gesinde etc.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 68.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (von 1898).png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898&amp;lt;nowiki/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Hase war ebenfalls schon in der Antike ein Fruchtbarkeitssymbol. Das ist nicht schwer zu verstehen, wenn man bedenkt, dass eine Häsin mehrmals im Jahr mehrere Junge bekommt. Papst Zacharias verbot 755 den Verzehr von Hasenfleisch wegen dessen erotisierender Wirkung. Hasenfleisch galt als Aphrodisiakum und wurde bereits im antiken Griechenland der Liebesgöttin Aphrodite geopfert. Außerdem rankte sich viel Aberglauben um die Hasen, z. B. sollte es das eigene Leben schützen, wenn man eine Hasenpfote bei sich trug.&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Hase&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wann und wie genau sich die Gabenbringerfigur des Osterhasen sich genau entwickelte, kann nicht konkretisiert werden. Es gibt ein Züricher Kinderbuch von 1789, das vom Osterhasen handelt und die älteste mir bekannte, gesicherte Osterhasen-Quelle ist.&amp;lt;ref&amp;gt;National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der säkulare Brauch entstand im Bürgertum und aus dem neuen Konzept von Kindheit, das sich in dieser Zeit entwickelte. &amp;quot;Wie reich bist du behängt mit Bilderbüchern, Christbäumen, Mutterliebe, Osterwochen und Ostereiern, (...)&amp;quot;, fragt Wilhelm Hauff 1827.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Hauff: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827, S. 34. https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/hauff_phantasien_1827/?hl=O%C5%BFtereiern&amp;amp;p=40&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Zitat benennt damals neue Phänomene in ihrem Zusammenhang: Das aufgeklärte Bildungsbürgertum, dass Ende des 18. Jahrhunderts entstand, wollte die neuen Ideale umsetzen und so entstanden in der Bürgertumskultur Kinderbücher zur Bildung der Bürgerkinder, eine neue Frauen- und Mutterrolle in der bürgerlichen Familie sowie das häusliche Weihnachtsfest mit dem Weihnachtsmann als weltlichen Gabenbringer und auch der Osterhase.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. 2025s, S. 142.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ostern wurde nun auch zum Anlass für ein Kinderfest (anfangs kam der Osterhase am Gründonnerstag oder am Osterdienstag, später wurde der Brauch auf Ostersonntag gelegt).    &lt;br /&gt;
[[Datei:Franz Rösler- Der lustige Maler. Malbuch von 1907 (S. 25).png|mini|Aus einem Malbuch von 1907: So kannst du ein Häschen malen!]]&lt;br /&gt;
Historische Kinderbücher, die den Osterhasen thematisierten, sind z. B.: 1850 schrieb Franz Graf von Pocci: Der Osterhas - eine Festgabe für Kinder http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000307CD00000000. / 1868: http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0002FE2E00000000 / Das lustige Vogelhaus von 1880 (S. 15) https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB00035AD300000000 / eine Osterhasengeschichte von 1890 https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000343CE00000000 / ein &amp;quot;humoristisches Malbuch&amp;quot; von 1907 (S. 25) http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0000D70100000000. Die Süßwarenindustrie (im 19. Jhd. wurde die Herstellung von Zucker aus Rüben erfunden) im 19. und 20. Jahrhundert tat ein Übriges, um den Osterhasen bekannt und zur Kindersehnsucht werden zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorstellung, dass ein Hase die Eier versteckt, entstand vielleicht dadurch, dass früher viele Menschen im Frühjahr über die Wiesen liefen und nach Eiern von bodenbrütenden Vögeln suchten. Dabei wurden Hasen aufgescheucht. Die liefen fort und es sah dann so aus, als hätten die Hasen die Eier ins Gras gelegt. In manchen Regionen waren es andere Tiere, die die Eier brachten - z. B. der Storch, der Kuckuck, der Fuchs oder ein Hahn. Diese Idee war in der bäuerlichen Kultur vermutlich - in unterschiedlichsten Ausformungen - schon länger verbreitet und wurde dann im Bürgertum aufgegriffen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Frühlingsfest kennt jede Kultur, die Jahreszeiten kennt. Das Judentum feiert Pessah im Frühling. Da in der Bibel steht, dass die Kreuzigung und Auferstehung Jesu in der Zeit des Pessahfestes stattfand, sollten diese Gedenkfeiertage folglich im Frühling sein. Doch dafür einen Termin festzulegen war ein lang währender Konflikt zwischen der griechischsprachigen Ostkirche in Byzanz und der lateinischsprachigen Westkirche in Rom. Rom bestand darauf, dass Ostern am Sonntag nach dem jüdischen Pessahfest zu feiern sei, Byzanz wollte es am Tag des Pessahfests selbst feiern. Als Kaiser Konstantin I. der Alleinherrscher über das gesamte Römische Reich geworden war, wollte er diesen Streit beenden und berief im Jahr 325 das Konzil von Nicäa ein. Die Kirchenvertreter einigten sich dann auf einen neuen Terminvorschlag: Die Auferstehung Christi sollte immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang (dem Tag, an dem Tag und Nacht gleich lang sind, dem 21. März) gefeiert werden. Damit hatte das noch junge Christentum nicht nur endlich einen gemeinsamen Termin gefunden, sondern sich gleichzeitig noch weiter von der monotheistischen Konkurrenz, dem Judentum, losgelöst.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. 2025, S. 49.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Osterbrauchtum gehören auch die Osterfeuer, und an ihnen zeigt sich wiederum, wie sich die verschiedenen Ebenen vermischten. Das Osterfeuer geht auf einen Brauch in vorchristlicher Zeit zurück, unter anderem galt es, böse Geister auszuräuchern und den Frühling willkommen zu heißen. In einer norddeutschen Polizeiordnung von 1691&amp;lt;ref&amp;gt;Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5).https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693 &amp;lt;/ref&amp;gt; wird das Osterfeuer als eine &amp;quot;böse Gewohnheit&amp;quot; erwähnt, 1783 wird es in einem Kinderbuch von J. A. E. Goeze als &amp;quot;heidnisch&amp;quot; eingeordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&amp;lt;/ref&amp;gt; In manchen Regionen eignete die Kirche sich den Brauch an und mancherorts wurde das Osterfeuer vom Pfarrer geweiht. Die Kohlen des geweihten Osterfeuers, die sogenannten Judaskohlen, galten als Schutzmittel gegen Blitzeinschlag, Hagel und Viehschäden, wie Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863 notierte&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; (die Kirchenvertreter waren genauso abergläubisch wie das Volk). Vor allem geht der Brauch des Osterfeuers aber wohl darauf zurück, dass man im Herbst und Winter Obstbäume und Hecken geschnitten und die Zweige auf einen großen Haufen geworfen hatte. Und die waren nun getrocknet und konnten entsorgt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Text: Sabine Häcker)&lt;br /&gt;
[[Datei:Fazit .png|mini|Und auch die Weidenkätzchenzweige, die traditionell zu Ostern in die Vase gestellt und an die die Ostereier gehängt werden, sind Frühlingsboten (und haben nichts mit der christlich-religiösen Ebene von Ostern zu tun).|452x452px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur- und Quellenverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Historische Primärquellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&lt;br /&gt;
* Cramer, Wilhelm: Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll. Dülmen, 1874. &#039;&#039;(Auf S. 157 wird eine Osterfeuerprozession beschrieben.)&#039;&#039; https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/cramer_mutter_1874 &lt;br /&gt;
* Goethe, J. W. von: Osterspaziergang. (etwa 1808) In: Faust-Museum Knittlingen: https://faustmuseum.de/der-osterspaziergang-und-was-dahintersteckt/&lt;br /&gt;
* Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&lt;br /&gt;
* Hauff, Wilhelm: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hauff_phantasien_1827&lt;br /&gt;
* Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&lt;br /&gt;
* Holm, Adolf: Ostereier. München 1893. &#039;&#039;(Bilder und Verse vom Osterhasen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5). https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Literatur:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. 1927-42 (Verlag Walter de Gruyter).&lt;br /&gt;
* [[Datei:Sabine Häcker- Wem gehört Weihnachten? (Cover).jpg|mini|332x332px|Die Auatorin dieses Materials, Sabine Häcker, hat erforscht, wie sich Ende des 18. Jhd.s aus dem Zeitgeist der Aufklärung das häusliche Weihnachtsfest mit Geschenken und Tannenbaum entwickelte.]]Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. Ahrensburg 2025. &lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. Ahrensburg 2025. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=&lt;br /&gt;
* Kuhn, Adalbert: Sagen, Gebräuche und Märchen aus Westfalen und einigen andern, besonders den angrenzenden Gegenden Norddeutschlands. Leipzig 1859. https://books.google.de/books?id=424AAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA143#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false&lt;br /&gt;
* Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&lt;br /&gt;
* Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985.&lt;br /&gt;
* Becker-Huberti, Manfred: Lexikon der Bräuche und Feste. Freiburg i. B. 2007 (Verlag HERDER).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialien der Autorin:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Umfangreiches Unterrichtsmaterial zur Kultur- und Religionsgeschichte von Weihnachten gibt es hier: [[Weihnachtswissen]] &#039;&#039;(Das Unterrichtsmaterial betrachtet Weihnachten nicht nur als christlichen Feiertag, sondern auch als kulturelles und somit inklusives Fest und arbeitet - u. a. - die weltlichen Anteile von Weihnachten heraus.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Materialien zu verschiedenen Themen finden sich hier: [[Benutzer:Sabine Häcker]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ostern]]&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Quellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__INHALTSVERZEICHNIS_ERZWINGEN__&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch als Zweitsprache]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feste und Rituale]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachbildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker&amp;diff=151832</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker</title>
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		<updated>2026-04-02T20:05:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: /* Sprachwissen für Lehrerende */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Sabine Häcker- Wem gehört Weihnachten? (Cover).jpg|mini|334x334px|&#039;&#039;&#039;Weihnachten als kulturelles Fest&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;284 Seiten, 120 Abb.)&#039;&#039; Die Kulturgeschichte analysiert die weltlichen Anteile von Weihnachten und ist eine inklusive Weihnachtseinladung! ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Über mich==&lt;br /&gt;
[[Datei:COVER Wie wurde Weihnachten erfunden? - Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag (von Sabine Häcker, 2025).jpg|mini|339x339px|&#039;&#039;&#039;Weihnachten als religiöses Fest&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;92 Seiten, 20 Abb.)&#039;&#039; Dieser Band erklärt die christlich-religiöse Seite von Weihnachten aus geschichtlicher Perspektive. Er zeigt u. a. anhand der beiden Erzählungen von Lukas und Matthäus auf, warum die Bibel im Kontext ihrer Entstehung zu lesen und nicht wortwörtlich zu nehmen ist.]]&lt;br /&gt;
Mein Name ist Sabine Häcker, ich habe Deutsch-als-Fremdsprache, Arbeitslehre und Erziehungswissenschaften studiert und bin schon viele Jahre Fachdirektorin für Bildungswissenschaften. Als Lehrerin habe ich Deutsch, DaF und DaZ, Geschichte, Werken, Textil und Arbeitslehre unterrichtet, sowohl in inklusiven Lerngruppen als auch in Haupt-, Realschul- und Gymnasialklassen. Meine Arbeitsschwerpunkte sind Sprachbildung, inklusives Lernen und Lehren in heterogenen Gruppen, interkulturelle Pädagogik in der Migrationsgesellschaft sowie Prävention von religiösem Extremismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Veröffentlichungen&#039;&#039;&#039; neben den hier eingestellten Materialien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Sabine Häcker: &#039;&#039;Wem gehört Weihnachten? - Brauchtum, Glaube und Politik&#039;&#039;. (2025) https://shop.tredition.com/booktitle/Wem_geh%3frt_Weihnachten/W-926-650-183&lt;br /&gt;
*Sabine Häcker: &#039;&#039;Wie wurde Weihnachten erfunden? - Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag&#039;&#039;. (2025) https://shop.tredition.com/booktitle/Wie_wurde_Weihnachten_erfunden/W-695-484-617&lt;br /&gt;
* Sabine Häcker: &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Geschichten der Buchreligionen&#039;&#039;. (2025) Open-access-Veröffentlichung: https://www.grin.com/document/1563601&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sabine Häcker: &#039;&#039;David und Goliath in Bibel und Koran.&#039;&#039; In: LIFE – Ideen und Materialien für interkulturelles Lernen. 2005. &lt;br /&gt;
* [[Datei:Weihnachtsexpertin Sabine Häcker .jpg|mini|232x232px|Möchten Sie mich zu einer Lesung oder Fortbildung einladen? Dann nehmen Sie gern Kontakt mit mir auf, entweder über Instagram https://www.instagram.com/weihnachtswissen/ oder über das Landesinstitut für Schule Bremen. ]][[Datei:Lesung am 4.12.2025 in Bremen.jpg|mini|308x308px|Lesung im Dez. 2025 im Café Lilie in Bremen]]Sabine Häcker: &#039;&#039;Gedichte in zwei Sprachen.&#039;&#039; In: Praxis Deutsch, Heft 157, 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Materialien für den Unterricht==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Diese Unterrichtsmaterialien stellen keine vollständigen Unterrichtseinheiten dar, weil sie zwar einen hohen Bildungswert haben, teilweise aber außerhalb der üblichen Curricula stehen. Die Materialien sind deshalb als kleine Sequenzen konzipiert, die andere Unterrichtseinheiten ergänzen oder im Schulalltag anlassbezogen eingeschoben werden können.&lt;br /&gt;
* Die Materialien auf dieser Seite sind inhaltliche Ausarbeitungen und Angebote, enthalten aber kaum methodische Hinweise (weil die methodische Anlage eines Lernprozesses jeweils in Bezug auf die Lerngruppe und die Rahmenbedingungen abgestimmt werden muss).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===&#039;&#039;&#039;[[Weihnachtswissen]] (fächerübergreifend)&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Weihnachten ist weit mehr als ein christlicher Feiertag. Das Fest, das jedes Jahr den Dezember dominiert, in seiner kulturellen Vielschichtigkeit wahrzunehmen, halte ich für überfällig und gesellschaftlich relevant. Deshalb habe ich die Unterrichtsmaterialien WEIHNACHTSWISSEN entwickelt und zwei Bücher über Weihnachten geschrieben, die dem Fest kultur- sowie religionsgeschichtlich nachgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kleine Wissenshäppchen gibt es auch auf Instagram: https://www.instagram.com./weihnachtswissen/&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Die Vielschichtigkeit von Weihnachten ist historisch bedingt: Schon seit jeher wurde gefeiert, wenn die Vorratskammern gefüllt und in den dunklen Wintertagen Zeit für Muße war. Gleichzeitig waren mit der dunklen Zeit um die Wintersonnenwende Ängste vor Krankheit und Unglück verbunden, die zu vielen gemeinschaftlichen Abwehrritualen führten. Im 4. Jahrhundert legte die Kirche in Rom ihre Gottesdienstfeier zu Ehren der Geburt Jesu auf den 25. Dezember, um von polytheistischen Kulten zur Wintersonnenwende zu profitieren. Die unterschiedlichen Ebenen von Jahreszeit, Volksglauben und Christentum verwoben sich viele Jahrhunderte lang und brachten eine Fülle von Brauchtum hervor.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zu den Weihnachtstraditionen ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Die verschiedenen Weihnachtstraditionen werden im Spektrum von christlich-religiös bis weltlich eingeordnet.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Warum ist Weihnachten das größte Fest im Jahreslauf?|Warum ist Weihnachten das größte Fest im Jahreslauf?]] (Jhg. 5/6 sowie 9/10; zwei Versionen)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtskarten|Warum schreiben wir uns Weihnachts- und Neujahrsglückwünsche?]] (Jhg. 5)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Wichtel|Wie haben sich die Wichtel in die Weihnachtstraditionen geschlichen?]] (Jhg. 5/6)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsbaum/Lied O Tannenbaum|Lied: O Tannenbaum + Frakturschrift]] (Jhg. 5-7)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsbaum|Wofür steht der Weihnachtsbaum?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Namensherkunft|Woher kommt der Name Weihnachten und ist er ein christlicher Begriff?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/USA/Rudolph|Who is Rudolph the red-nosed reindeer?]]  (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Woher kommt der Nikolaus?|Woher kommt der Nikolaus?]] (Jhg. 7/8)&lt;br /&gt;
*Woher kommt der Weihnachtsmann? (Jhg. 7/8 -&amp;gt; noch in Planung)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Tradition/USA/SantaClaus|Where does the US-american Santa Claus come from?]] (Jhg. 8)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsferien|Weshalb gibt es nach Weihnachten Ferien?]] (Jhg. 5/6)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Glückssymbol/Schwein|Zum Jahresanfang: Warum ist das Schwein ein Glückssymbol?]] (Jhg. 5)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zum Hintergrund des christlichen Anteils von Weihnachten ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Die Grundlage für das christliche Feiern der Geburt Christi sind die beiden Weihnachtsgeschichten im Neuen Testament. Die biblischen Erzählungen beschreiben die Umstände von Jesu Geburt allerdings höchst widersprüchlich und ihre Erarbeitung geht deshalb einher mit der Erkenntnis, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist. Das ist im Hinblick auf die momentan weltweit zunehmende rechts-religiöse Radikalisierung als ein Beitrag nicht nur zur Religionskunde, sondern auch zur politischen Bildung zu sehen.&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Datum|Warum wurde der Geburtstag Jesu auf 25.12. gelegt?]] (Jhg. 5/6)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Datum/orthodox|Warum feiern manche orthodoxe Christen Weihnachten am 7. Januar?]]  (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/zwei unterschiedliche Weihnachtsgeschichten|Was erzählt die Bibel über Jesu Geburt?]] (Jhg. 6/7)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Wieso wurde die biblische Maria als Jungfrau schwanger?]] (Jhg. 7/8)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! =====&lt;br /&gt;
Weitere, vertiefende Unterrichtsmaterialien zu den biblischen Geschichten (für Jhg. 9-12). ZIEL: Ausgehend von den Weihnachtsgeschichten von Lukas und Matthäus wird die Entstehung der Bibel und der Geschichten des Neuen Testaments aus historischer Perspektive erarbeitet. Dadurch wird deutlich, dass diese Geschichten nicht geschrieben wurden, um sie wörtlich zu verstehen oder für Fragen des heutigen Lebens als Richtschnur zu nehmen. Zudem wird die Entstehung des kirchlichen Weihnachtsfestes erarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zu politischen und kirchlichen Vereinnahmungen ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Es werden Vereinnahmungen und Instrumentalisierungen durch die Politik oder die Kirche analysiert.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Wie katholisch ist der skandinavische Luciabrauch?|Wie katholisch ist der skandinavische Luciabrauch?]] (Jhg. 8-10)&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Politik/Antisemitismus|Wie wurde Weihnachten als  Anlass für Antisemitismus missbraucht? (Bsp. von 1903)]] (für Jhg. 8-10)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Politik/Vereinnahmung/1933-45|Wie wurde Weihnachten 1933-45 für die NS-Politik instrumentalisiert?]] (Jhg. 9-11)&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Politik/AdenauerzeitKalterKriegBRD|Wie wurde Weihnachten in der Zeit des Kalten Krieges von der westdeutschen Politik inszeniert?]]  (Jhg. 10-12)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zur Entstehung der häuslichen Weihnachtsfeier ====&lt;br /&gt;
ZIEL: Wenig bekannt ist, dass die private Familienfeier mit Geschenken und Weihnachtsbaum sich um 1800 aus dem Zeitgeist der Aufklärung entwickelte und die Werte der neuen Zeit spiegelte. Um das zu nachzuvollziehen, ist es sinnvoll, zuerst zu erarbeiten, wie Weihnachten zuvor war, und dann die Neuerungen der Aufklärung zu behandeln.&lt;br /&gt;
# [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/EpocheAufklärung/Weihnachten um 1700 Aberglauben Einkehrbräuche Umzugsbräuche|Aberglaube und Heischebräuche: Weihnachten vor der Epoche der Aufklärung]] (Jhg. 10-12)&lt;br /&gt;
# [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/EpocheAufklärung/FriedrichSchleiermacher1806/Geschenke und Besinnlichkeit: Weihnachten feiert die Ideale der Aufklärung|Geschenke und Besinnlichkeit: Weihnachten feiert die Ideale der Aufklärung]]  (Jhg. 10-12)&lt;br /&gt;
[[Datei:Hinweis auf Unterrichtsmaterial zu Ostern.png|mini|262x262px|[[Osterwissen]] Das Material für Jhg. 4-7 erklärt, warum Ostern nicht nur ein christlicher Feiertag, sondern auch ein traditionelles Frühlingsfest ist.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Interkulturelle und interreligiöse Bildung&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Christi zu tun?&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; [[Benutzer:Sabine Häcker/Osterwissen|Ostern]] (Jhg. 4-7) ZIEL: Viele Kinder denken, dass Ostern bloß ein christliches Fest ist. Ostern hat aber mehrere Ebenen und ist auch ein traditionelles (und inklusives) Frühlingsfest - der Osterhase jedenfalls hat mit Religion nichts zu tun!&lt;br /&gt;
*[[Islam: Entstehung]] (Jhg. 5/6) ZIEL: Die Entstehung der neuen Religion, die Mohammed im 7. Jhd. in Arabien begründete, vor dem Hintergrund der damaligen gesellschaftspolitischen Situation nachvollziehen.&lt;br /&gt;
* [[Datei:Open-access-Veröffentlichung.jpg|mini|Religionskundliche Unterrichtsmaterialien (39 Seiten) für Jhg. 5-7; open access kostenfrei im Internet zu lesen oder - etwas lesefreundlicher - als PDF für 1,- zu erwerben. https://www.grin.com/document/1563601|357x357px]][[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran]] (Jhg. 4-6) ZIEL: Erkennen, dass die Erzählungen in der Bibel und im Koran unterschiedlich interpretiert werden können und wie unterschiedlich die Deutung werden kann, wenn der historische Kontext einbezogen wird.&lt;br /&gt;
* [[David und Goliath in Bibel und Koran]] (Jhg. 5/6) ZIEL: Diese bekannte Erzählung ist ein Beispiel für Gemeinsamkeiten von Bibel und Koran.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Wieso wurde die biblische Maria als Jungfrau schwanger?]] (Jhg. 7/8) ZIEL: Anhand der wundersamen Jungfräulichkeit Marias, von der sowohl die Bibel als auch der Koran erzählt, wird der Einfluss früherer Lebensverhältnisse und patriarchaler Machtverhältnisse auf die Entstehung der alten Schriften erarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Politische Bildung zu Themen rund um Religion&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
* [[Schwangerschaftsabbruch: Positionen der Kirchen und der Bibel|Schwangerschaftsabbruch: Positionen der Kirchen (und der Bibel)]] (Jhg. 9-11) ZIEL: Da die politische Diskussion über Abtreibung wie bei wenig anderen Themen von unterschiedlichen und unversöhnlichen religiösen Standpunkten beeinflusst wird, ist es sinnvoll, die Standpunkte der unterschiedlichen religiösen Bewegungen/ Kirchen zu kennen.&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Religionswissen/religiöser Extremismus|Materialsammlung: Religiöser Extremismus und Prävention]] (Jhg. 11-13 sowie Lehrerbildung) ZIEL: Der religiöse Extremismus gewinnt in der Politik weltweit und in Dtl. an Einfluss. Diese politischen Einflüsse zu kennen und zu analysieren zielt auf die Stärkung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;[[Berufliche Bildung]]&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/BeruflicheBildung/Gesellen auf Wanderschaft|Gesellen auf Wanderschaft]] (Jhg. 10/11) ZIEL: Die Schüler lernen eine Form der Weiterbildung abseits des Mainstreams kennen (und ein Stück Kulturgeschichte).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Nachhaltigkeitsbildung&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Werkunterricht: [[Benutzer:Sabine Häcker/Nachhaltigkeitsbildung/Warum kaufen wir kein Tropenholz für die Holzwerkstatt|Warum kaufen wir kein Tropenholz für die Holzwerkstatt?]] (kurz und knapp erklärt, für Jhg. 6-9) ZIEL: Am Beispiel der schulischen Holzwerkstatt wird erklärt, warum aus der Perspektive der Nachhaltigkeit kein Tropenholz gekauft werden sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Materialien für die Lehrerausbildung im Referendariat ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;[[Sprachbildung]] und -förderung&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sprachwissen für Lehrende ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Warum wird das ß &amp;quot;sz&amp;quot; genannt?.jpg|mini|Warum wird das ß &amp;quot;sz&amp;quot; genannt? Dieses historische Straßenschild zeigt: Früher wurde das &#039;&#039;ß&#039;&#039; als Buchstabenkombination &#039;&#039;sz&#039;&#039; geschrieben.|250x250px]]&lt;br /&gt;
ZIEL: Um sprachsensibel unterrichten zu können, braucht man als Lehrer zuerst einmal selbst Sprachwissen! Hier finden sich ein paar &amp;quot;Schnipsel&amp;quot;, d. h. eine unsystematische, zufällige Sammlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Sprachwissen/Komposita|Sprachwissen zum Stolperstein Komposita]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Sprachwissen/n-Deklination|Warum steht auf einem Brief &amp;quot;An Herrn Meier&amp;quot;, obwohl es doch eigentlich &amp;quot;Herr Meier&amp;quot; heißt? - die n-Deklination]] &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sprachbildungsschnipsel in Unterichtsmaterialien:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
** &amp;quot;Ich wünsche dir ein(en?) guten Rutsch.&amp;quot; - das Verb &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;wünschen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; mit DATIV und AKKUSATIV -&amp;gt; in: [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtskarten|Warum schreiben wir uns Weihnachts- und Neujahrsglückwünsche?]]&lt;br /&gt;
** Ungesicherte Informationen ausdrücken mit dem Modalverb &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder dem Redepartikel &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; -&amp;gt; in: [[Osterwissen]]  (für Jhg. 5-7)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sprachbildung in der Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sprachbildung bei der Unterrichtsplanung implementieren ausgehend von den konkretisierten sprachlichen Erwartungen (nach Tanja Tajmel): [[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Unterrichtsplanung/BeruflicheBildung/Telefongespräch|Planung von Sprachbildung und -förderung im Fachunterricht]] &lt;br /&gt;
* [[Sprachliche Differenzierung von Texten im Fachunterricht]]  (in Arbeit)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Geschlechtersensible Sprache (und ihr Dilemma) ====&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Sabine Häcker/Sprachbildung/Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache|Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache]]: Warum der berechtigte Wunsch nach geschlechterinklusiver Sprache so schwierig einzulösen ist. &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Hinweis &#039;&#039;&#039;zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache&#039;&#039;&#039;: Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
==Hilfe==&lt;br /&gt;
{{Hilfe Navigation}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=151831</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/Sprachbildung/Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=151831"/>
		<updated>2026-04-02T20:04:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Übersicht Sprachvarianten der gendersensiblen Sprache.png|mini|Die Frage, um die es bei dem Dilemma der geschlechtersensiblen Sprache geht, ist nicht, ob wir für eine Sprache sind, die geschlechtergerecht ist - denn diese Frage wird wohl hoffentlich jeder mit „Na logo, auf alle Fälle!“ beantworten. Die Diskussion dreht sich um die Frage, &#039;&#039;welche Variante&#039;&#039; die passendste ist – denn jede(!) Variante nimmt für sich in Anspruch, geschlechtergerecht zu sein ...|399x399px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Dilemma des Wunsches nach sprachlicher Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
Die Diskussion um eine geschlechtergerechte Sprache geht mit einem hohen Maß an gesellschaftlicher Aufregung einher. Den Befürwortern geht es um ein gesellschaftspolitisches Anliegen, das sympatisch und  legitim ist: Geschlechtergerechtigkeit. Dem mehr als berechtigten Wunsch steht allerdings das Problem gegenüber, dass die als geschlechtergerecht favorisierten Sprachvarianten ihrem inklusiven Anspruch nicht gerecht werden. Aus dem Wunsch, nicht zu diskrminieren, entstehen neue Diskriminierungen. Im Folgenden möchte ich diese Problematiken aufblättern (und damit auch meine eigene Variantenwahl begründen).&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur historischen Entwicklung ===&lt;br /&gt;
Die ursprüngliche Pluralvariante war bzw. ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Mit diesem &#039;&#039;generischen Plural&#039;&#039; waren und sind qua Definition alle jungen Menschen gemeint, die zur Schule gehen – völlig unabhängig vom Geschlecht. Dabei hat &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine doppelte Bedeutung, denn mit dem Nomen kann man auch eine reine Jungengruppe bezeichnen. Will man ausdrücken, dass es sich um eine reine Jungengruppe handelt, sagt man &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;männliche Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Will man ausdrücken, dass es sich um einen reine Mädchengruppe handelt, gibt es dafür einen eigenen Plural: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. (Diese Pluralformen sind historisch gewachsen und haben ihren Ursprung natürlich in einer patriarchalen Kultur, dennoch ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; qua Definition inklusiv und wurde auch bis in die 1980er Jahre allgemein so verstanden.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Definition wurde im Zuge der Frauengleichberechtigungsbewegung ab den 1980er Jahren von feministischen Linguistikerinnen in der alten BRD (Übrigens nur in der BRD, in der DDR wirkte die Frauenbewegung unabhängig von dieser Sprachinterpretation; und das ist wichtig zum Verständnis der heutigen politischen Fronten!) in Frage gestellt: Frauen seien in dieser Pluralform nicht mitgemeint und würden nicht angesprochen, kritisierten z. B. Luise F. Pusch, Senta Tromel-Plötz u. a. Bahnbrechend war 1984 das Buch „Das Deutsche als Männersprache“ von Luise F. Pusch.&amp;lt;ref&amp;gt;Pusch, Luise F.: Das Deutsche als Männersprache. Aufsätze und Glossen zur feministischen Linguistik. 1984.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache zementiere die Männerherrschaft, wurde beanstandet. Um die politische Frauenbewegung zu unterstützen, wurde das Genus (das grammatische Geschlecht der Sprache) mit dem Sexus (das biologische Geschlecht von Menschen) gleichgesetzt. Luise F. Pusch schlug u. a. vor, von nun an nur noch &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, (sie nannte es das &amp;quot;generische Femininum&amp;quot;) als Pluralform zu nutzen, schließlich seien die Männer ja lange genug bevorteilt worden und nun die Frauen dran; die Pluralform sollte sozusagen nach dem Rotationsprinzip angewendet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Im Landkreis Rotenburg an der Wümme wird seit 2024 auf Anordnung des CDU-Landrats Marco Prietz in der Verwaltung das generische Feminium verwendet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Idee setzte sich nicht durch; aber mit zunehmender Gleichberechtigung gab es in der alten BRD einen immer größer werdenden Konsens, die weibliche Pluralform in der Sprache mitzunennen. Die politisch motivierte Behauptung, dass mit &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nur männliche Menschen gemeint seien, sickerte in Westdeutschland ins gesellschaftliche Bewusstsein. Es wurde nun normal, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen und Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler/-innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu schreiben. An den Universitäten, insbesondere im nördlichen Westdeutschland, wurde in den 1980er Jahren die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülerInnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch es dauerte nicht lange (ungefähr mit Beginn der 2000er Jahre), da wurde neue Kritik laut: „Damit werden nur die weiblichen und männlichen Geschlechtsidentitäten genannt – und alle anderen bleiben unsichtbar!“ Es wurde, insbesondere in einem sich als progressiv und links verstehenden Millieu und insbesondere in Nord- und Westdeutschland, nach neuen, alle Geschlechteridentitäten inkludierenden Varianten gesucht: Bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; steht der Unterstrich bzw. das Sternchen für „alle weiteren“, geht also über die Benennung von nur Frauen und Männern hinaus und soll trans und nicht-binäre Menschen sichtbar werden lassen. Weil der Unterstrich bei Unterstreichungen nicht zu lesen ist und aufgrund von technischen Schwierigkeiten von Screenreadern entstand die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Aber auch an diesen Varianten gibt es Kritik, z. B. dass Frauen wieder nur nachgeschoben und damit zweitrangig seien, wie Luise F. Pusch meint. Oder: „Wer weder in die männliche noch weibliche Kategorie passt, landet nolens volens repräsentationslogisch in der lautlichen Lücke des Unterstrichts oder wird zum Sternchen: Ist das gerecht und angemessen – oder abermals eine Hierarchisierung?“.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021 (S. 143 f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Kübra Gümüşay überlegen viele andere, ob wir vielleicht gänzlich darauf verzichten sollten, „Menschen nach ihrer Geschlechtsidentität“ zu kategorisieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Gümüşay, Kübra: Sprache und Sein. München 2021 (S.21).&amp;lt;/ref&amp;gt; Lann Hornscheid, bis 2016 Professorens am Zentrum für tranzdisziplinäre Geschlechterstudien der Berliner Humboldt-Universität, hat deshalb früher &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülX&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und später &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülens&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; vorgeschlagen. Hermes Phettberg und Thomas Kronschläger plädieren für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülys&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Hermes Phettberg war ein österreichisches Schauspiely, Aktionskünstly und Schriftstelly. Seit 2019 verwendet das Sprachdidaktiky Thomas Kronschläger an der TU Braunschweig dessen y-Variante für eine entgenderte Sprache.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl.: Thomas Kronschläger (Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung): Entgendern nach Phettberg. Am 28.01.2022 auf www.bpb.de https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/geschlechtergerechte-sprache-2022/346085/entgendern-nach-phettberg/ (zuletzt 09.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Debatte um eine ge- oder entgenderte Sprache wird uns noch lange beschäftigen und die Positionen und Sprachvorschläge ändern sich immer wieder. Und da Menschen dazu neigen, die Variante, mit der sie sozialisiert wurden, für die passendste zu halten, die Menschen aber in unterschiedlichen Zeiten, unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und unterschiedlichen Regionen mit jeweils unterschiedlichen Sprachvarianten sozialisiert wurden, gibt es inzwischen Verfechter für ganz verschiedene Varianten, oft ohne dass diese kritisch reflektiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zur Zeit in Westdeutschland verbreiteste Gendervariante ist die mit Sternchen oder Doppelpunkt, die im mündlichen Sprachgebrauch mit dem Glottisschlag, der kleinen Pause, gesprochen wird. Je konsequenter mensch diesen Ansatz jedoch zu Ende denkt, desto größer wird das sprachliche Dilemma, denn die Sprache wird immer unverständlicher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch höhere Sprachbarrieren ===&lt;br /&gt;
Sprache, die gendert, wird komplizierter - das lässt sich nicht von der Hand weisen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jede und jeder Bürger:in kann am Sonntag in sein:ihr Wahllokal gehen und seine:ihre Stimme abgeben. Im Wahlkampf haben alle Kandidat:innen wie ein Löwe bzw. eine Löwin gekämpft. Wer unser:e neue:r Bürgermeister:in wird, wird am Montag von dem:der Pressesprecher:in dem:der Gewinner:in mitgeteilt. Er:sie lässt dann die Korken knallen!&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den &amp;quot;Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; wird darauf hingewiesen, dass durch diese Sprachverwendung erhebliche Sprachbarrieren entstehen, die die gesellschaftliche Teilhabe erschweren, für Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ... die eine Zuwanderungsbiografie haben.&lt;br /&gt;
* ... die eine Behinderung haben. (Der D&#039;&#039;eutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.&#039;&#039; bittet deshalb darum, dass auf die Schreibweise mit Satz- und Sonderzeichen verzichtet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Position des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands https://www.dbsv.org/gendern.html (zuletzt: 10.03.2026)&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
* ... die Leseschwierigkeiten haben oder Analphabeten sind  (immerhin 6,2 Mio in Dtl.!&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Es entsteht also das Dilemma, dass durch den Versuch, niemanden durch Sprache zu benachteiligen, andere vulnerable Menschengruppen durch Sprache benachteiligt werden - ein Diskriminierungsdilemma. &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
Und dabei ist das Sprachbeispiel oben noch ein einfaches. Noch schwieriger wird es, wenn mensch den Ansatz des Genderns konsequent weiterdenkt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäste&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wird inzwischen bereits oft &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäst:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gemacht, muss dann nicht auch aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Person&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Person:&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;er (PLURAL: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Personer:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;(?)) und aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Mensch&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Mensch:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; werden? Müsste &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Dackel&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Dackel:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; sein? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Genie&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Genie:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Fee&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Fee:er&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Opfer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die/der Opfer:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Leiche&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Leiche:r&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Der Leichnam&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Leichnam:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;?&amp;lt;ref&amp;gt;Alicia Joe: Warum Gendersprache scheitern wird. (o. J.)&lt;br /&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=aZaBzeVbLnQ&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das ergibt dann z. B. so einen Satz:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Der/die Person:er, der/die anonym den/die Dackel:in geschenkt bekommen hatte, hat sich sehr gefreut, den/die Schenkende eine:n Genie:in genannt, das seine/ihre geheimsten Wünsche errät, und all ihren Gäst:innen von seinem/ihrem geheimnisvollen Wünschererfüller:in erzählt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was machen wir, wenn die Männer es eines Tages ungerecht finden, dass im Plural der Artikel &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und das Possessivpronomen &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;ihr&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; verwendet wird? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bsp: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die&amp;lt;/u&amp;gt; Männer setzen sich auf&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ihre&amp;lt;/u&amp;gt; Plätze.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugegeben, dass ist nicht die aktuelle Diskussion, sondern weitergedacht. Dennoch: Bei konsequentem Gendern&amp;lt;ref&amp;gt;Definition &#039;&#039;Gendern&#039;&#039; nach dem &amp;quot;Handbuch geschlechtergerechte Sprache&amp;quot; des Dudenverlags von Diewald und Steinhauer, 2020, S. 49: &amp;quot;Gendern verstehen wir als ein sprachliches Verfahren, um Gleichberechtigung (...) im Sprachgebrauch zu erreichen.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; ist Sprache kein praktisch zu handhabendes Kommunikationswerkzeug mehr ist. Denn der Gerechtigkeitsanspruch, der zur Zeit an Sprache gestellt wird, ist aufgrund der Sprachstruktur praktisch unerfüllbar. Ihm zugrunde liegt eine These, die verschiedene Kategorien vermischt.&lt;br /&gt;
[[Datei:GENUS = SEXUS-GENDER?!?.png|mini|331x331px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Gleichsetzung des grammatikalischen GENUS mit dem menschlichen SEXUS und GENDER ===&lt;br /&gt;
Die gesamte Debatte über geschlechtersensible Sprache fußt auf der These, Genus mit Sexus bzw. Gender gleichzusetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wissenschaftler kritisieren Genderpraxis des ORR. (o. J.) https://www.linguistik-vs-gendern.de/ (zuletzt 30. 03. 2026)&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möglicherweise wäre die Sprache gar nicht solch ein Thema in der Diskriminierungsdebatte geworden, würde die Grammatik nicht Begrifflichkeiten wie „Geschlecht“ sowie „maskulin“, „feminin“ und „neutral“ verwenden. Diese wurden vor ein paar Jahrhunderten aus dem Lateinischen übernommen und die Sprachwissenschaftler früherer Zeiten hätten gut daran getan, andere zu erfinden. Auf die Idee kamen sie aber nicht, nicht nur weil Latein damals der Maßstab für grammatische Kategorien waren, sondern weil es damals undenkbar war, dass die Welt nicht stramm binär sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso binär wurde auch noch in den 1980er Jahren gedacht, als seitens der feministischen Linguistikerinnen gefordert wurde, Frauen mitzunennen. Hatte man zuvor &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrer.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gesagt und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Gattungsbegriff ohne Geschlechtshinweis verstanden, wurde es nun wichtig &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrerinnen.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu sagen und das Geschlecht zu benennen. Der allgemeine, generische Plural &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wurde nun „generisches Maskulinum“ genannt, um die Dominanz der Männer in der Sprache zu verdeutlichen. Sprache wurde zu einem politischen Kampfmittel der westdeutschen Frauenbewegung. Dabei wurde von folgenden Thesen ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit Sexus.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets beide Geschlechter zu nennen bedeutet, die Gleichberechtigung zu unterstützen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige Sprache, die die Gleichberechtigung unterstützt, und eine moralisch falsche, die die Emanzipation behindert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Logik der feministischen Linguistikerinnen konnte in Westdeutschland (in Ostdeutschland verlief, wie gesagt, die Frauengleichberechtigung nicht gekoppelt an diese Gleichsetzung von Grammatik und Biologie) weitgehend überzeugen. Sie war zumindest so überzeugend, dass viele Menschen diese Logik verinnerlicht haben und ihr unhinterfragt immer noch folgen -  auch wenn inzwischen das binäre „beide“ durch „alle“ ersetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D. h. aus den Thesen der feministischen Linguistik wurden diese:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit &amp;lt;s&amp;gt;Sexus&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;Sexus und Gender&#039;&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets &amp;lt;s&amp;gt;beide&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;alle&#039;&#039; Geschlechter zu nennen bedeutet antidiskriminierend zu sein.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige und eine moralisch falsche Sprache.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ergibt sich das Dilemma einer inkohärenten Logik, denn für ein völlig neues gesellschaftliches Anliegen (Binarität überwinden und so Geschlechteridentitätengerechtigkeit herstellen) wurde die binäre Argumentationslogik eines völlig anderen, binären gesellschaftlichen Anliegens (die Menschheit besteht aus Frauen und Männern und beide sind gleichberechtigt) übernommen – ein Denkfehler mit politischen Folgen. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Menschen in Westdeutschland sich an den Fehler, Genus mit Sexus gleichzusetzen bereits gewöhnt hatten und es ihnen deshalb nicht weiter auffiel, als sich diese Gleichsetzung auf Gender ausweitete. In Ostdeutschland fiel und fällt den Menschen dieser Fehler aber sehr wohl auf - und so entsteht das Dilemma einer Spaltung. Genus und Sexus gleichzusetzen war in den Zeiten der Frauenbewegung eine politisch motivierte Interpretation, die aber zu hinterfragen ist, weil verschiedene Kategorien vermischt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Marie F. Pusch findet fake facts als politisches Kampfmittel legitim - das wird deutlich im Podcast „Alles gesagt?“ (von DIE ZEIT)  mit Luise F. Pusch am 22.11.2022: „Luise Pusch, warum ist Deutsch eine Männersprache?“&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch der Anspruch, „tatsächlich alle Gruppen und Identitäten abzubilden, (stößt) an klar benennbare sprachlogische Grenzen. So ist es bei Lichte betrachtet unmöglich, für alle denkbaren Identitäten eine adäquate, gleichberechtigte grammatikalische Repräsentation zu finden.“, wie Svenja Falßpöhler schreibt.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 143 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma von Partizipialformen (&amp;quot;Lernende&amp;quot; statt &amp;quot;Schüler&amp;quot;) ===&lt;br /&gt;
Häufig werden Partizipialformen als Plural gewählt, weil sie im Plural geschleichtsneutral sind - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Studierende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Mitarbeitende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lernende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forschende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; usw. Allerdings sind diese Ersatzformen oft nicht bedeutungsgleich mit dem Ausgangswort. So ist ein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forscher&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine Person, die beruflich forscht, während ein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forschender&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht zwangsläufig einen wissenschaftlichen Beruf ausüben muss und das Gleiche gilt für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Bäcker&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Backenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Maler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Malenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Musiker&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Musizierenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; usw. Das Partizip Präsens bezeichnet eine Tätigkeit, die gerade ausgeübt wird. Deshalb sind &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Wähler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, die ihr Wahlrecht nicht ausüben, keine &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Wählenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ein Fahrradfahrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, der sein Rad abgestellt hat, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;kein Fahrradfahrender&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Frage, ob die Sprache das Geschlechterbewusstsein formt oder nicht ===&lt;br /&gt;
Um die Notwendigkeit einer neuen Sprache zu begründen, wurden psycholinguistische Studien gemacht. Man wollte herausfinden, ob das generische Maskulinum männliche Assoziationen erzeuge, ob also bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Einwohner&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eher an männliche Personen gedacht würde. Dieser Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen - werden alledings je nach politischer Intention immer wiederunterschiedlich interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Philipp Hübl hat Studien zur vermuteten Sprachwirkung auf die Gleichberechtigung ausgewertet und kam zu einem negativen Befund. Vgl. Hübl, Philipp: Vorlesung an der Universität der Künste in Berlin 2023: Einführung ins kritische Denken. Sondersitzung: Gendern. 2023. https://www.youtube.com/watch?v=gOEGKm5IAE4 &amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein unüberwindbares Problem bei jeder Studie zu diesem Thema ist das Unteruchungssetting - denn diese Studien finden und fanden in einer Zeit statt, als die Sprecher und Sprecherinnen bereits von der Sprachdebatte und der Genderpraxis geprägt waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 29.&amp;lt;/ref&amp;gt; Studien aus der Zeit vor 1980 liegen nicht vor; weibliche Menschen, die damals spachlich sozialisiert wurden, berichten allerdings, dass sie sich niemals ausgeschlossen gefühlt hätten, weil (z. B.) &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht geschlechtlich, sondern so definiert war, dass der Begriff alle Menschen meinte. In dem Moment, in dem &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Plural für männliche Menschen verstanden wird, stellt man sich selbstverständlich Männer dabei vor. Dieser Frage ist durch empirische Studien also leider schlicht nicht zu beantworten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lohnt sich allerdings ein Blick in Sprachgemeinschaften, deren Sprache keinerlei Unterscheidung bzgl. des Geschlechts kennen. Das Türkische oder das Persische sind solche Sprachen. Doch,  so schreibt Navid Kermani, es ist „ein Trugschluss, dass sich aus der sprachlichen Gleichheit der Geschlechter reale soziale Gleichheit ergibt.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Kermani, Navid: Mann, Frau, völlig egal. In: DIE ZEIT Feuilleton.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich hat der Inhalt von Sprache eine Wirkung auf das Bewusstsein. Beispielsweise macht es einen Unterschied, ob von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Scheinehe&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Schutzehe&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; gesprochen wird, von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Sonderabfall&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Giftmüll&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Militärischer Spezialoperation&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Angriffskrieg&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Stefanowitsch, Anatol: Eine Frage der Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen. 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aber hier sind wir auf der inhaltlichen Ebene von Sprache. Bei Gendersternchen oder Doppelpunkt befinden wir uns auf der symbolischen Ebene von Zeichen. Das wird oft verwechselt, auch von Anatol Stefanowitch in seinem Buch &amp;quot;Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen.&amp;quot;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Sexismus ===&lt;br /&gt;
Das Nennen aller nur möglichen Geschlechter und Geschlechtsidentitäten bringt eine geschlechtliche Kategorisierung in die Sprache und an jeden Menschen. Obwohl das Ziel des Genderns ist, Sexismus zu bekämpfen, ist es dennoch unbeabsichtigt eine sexistische Praxis, sagt Nele Pollatschek. „Wenn wir im Deutschen gendern, dann sagen wir damit: Diese Information ist so wichtig, dass sie immer mitgesagt werden muss.“ Damit machen wir das Geschlecht „zur wichtigsten Identitätskategorie.“ Nele Pollatschek vergleicht die gendersensible Sprachweise der Deutschen, die „sich für das permanente Benennen von Geschlechterunterschieden entschieden haben“ mit der der Briten, die „das Anzeigen von Geschlechtlichkeit so weit wie möglich vermeiden“&amp;lt;ref&amp;gt;Pollatschek, Nele: Deutschland ist besessen von Genitalien. Gendern macht die Diskriminierung nur noch schlimmer. Ein Gastbeitrag im Tagesspiegel am 30. 08. 2020 (28.08.2023)&amp;lt;/ref&amp;gt; und spricht sich klar für die britische Sicht als die zielführendere aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Nele Pollatschek: Dear Oxbridge. Liebesbrief an England. Berlin 2020 (S. 185 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Ist es nicht völlig schnuppe, ob Angela Merkel weilbliche Geschlechtsorgane hat und Friedrich Merz männliche? Und falls doch nicht – würde uns das etwas angehen?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Navid Kermani meint, dass er das Gendern der Sprache als „eine geistige wie politische Regression“ wahrnimmt, denn „Geschlechtszuschreibungen gehen nicht in zwei, sie gehen aber auch nicht in 27 Kategorien auf. Zu meinen, man könnte mittels Sprache jederzeit jedem Angesprochenen gerecht werden, verkennt nicht nur ihr Wesen; es legt die Angesprochenen überhaupt erst fest auf eine Identität. (…) (Aber) wir sind nicht eindeutig, niemand von uns, weder ethnisch noch kulturell, weder psychologisch noch geschlechtlich, (…).“ Und Svenja Flaßpöhler formuliert: „Dem Kampf um Bezeichnungen wohnt die Dialektik inne, dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen.“    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Klassismus ===&lt;br /&gt;
Da die meisten Menschen sich mit der Sprachvariante wohlfühlen, mit der sie sozialisiert sind, und die akademische Bildungsschicht den sprachlichen Veränderungen stärker zugewandt ist, ist die genderinklusive Sprache inzwischen zu einem Unterscheidungsmerkmal geworden, mit dem sich die kreative Klasse und akademische Elite von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. „Gendern ist das Latein der neuen Eliten.“, sagt Philipp Hübl.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp am 11.10.2023 in: wissenschaftskommunikation.de https://www.wissenschaftskommunikation.de/gendern-ist-das-latein-der-neuen-eliten-71125/ (13.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Soziologe Pierre Bordieu&amp;lt;ref&amp;gt;Bordieu: Die feinen Unterschiede. Frankfurt a. M. 2018 (26. Auflage).&amp;lt;/ref&amp;gt; machte darauf aufmerksam, dass die Ungleichheit der Gesellschaft nicht nur durch die ungleiche Verteilung von ökonomischem Kapital entsteht und fortbesteht, wie Karl Marx meinte, sondern auch durch „die feinen Unterschiede“. Bordieu analysierte, dass weitere Kapitalarten für die Aufrechterhaltung von sozialer Ungleichheit verantwortlich sind: Soziales Kapital ist bedeutsam und kennzeichnet, über welche gesellschaftlichen Beziehungen und Netzwerke jemand durch seine Familie oder Sozialisation verfügt. Die Position in der gesellschaftlichen Hierarchie wird außerdem durch das kulturelle Kapital (Bildung, Handlungswissen und formale Abschlüsse sowie Titel) bestimmt sowie das symbolische Kapital. Damit ist der Lebensstil und das Auftreten gemeint - die Sprache, die Manieren, der Musik-, Kunst- und Einrichtungsgeschmack, die Essgewohnheiten, das Modeverhalten, etc. Bordieu nennt das den Habitus eines Menschen. Ein Habitus ist fast unveränderbar, weil er quasi mit der Muttermilch aufgesogen wird und zur persönlichen Disposition wird. Egal, wo jemand geht oder steht – man „riecht“ stets, aus welchem „Stall“ jemand kommt. Ein erfolgreicher Unternehmer beispielweise, der es zu erheblichem Vermögen geschafft hat, gehört trotz seines ökonomischen Kapitals noch lange nicht zur gesellschaftlichen Oberschicht, solange er nicht über den Habitus dieser Schicht verfügt und die Codes nicht kennt. Am Habitus erkennt man sich. Das macht es so schwer, die soziale Klasse zu wechseln und das ist ein Faktor, der bestehende, ungleiche Verhältnisse festschreibt. Der Habitus ist ein Distinktionsmerkmal, mit dem man sich voneinander abgrenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Distinktionsmerkmal ist inzwischen das Gendern geworden. Der Philosoph Philipp Hübl spricht vom Soziolekt einer sich als progressiv verstehenden Elite. Die als geschlechtergerecht markierte und vermeintlich moralisch überlegene Sprache dient nicht mehr nur dem politischen Erkennen, sondern ist auch zu einem Abgrenzungsmerkmal der Bildungsoberschicht geworden. Gendern ist „ein Loyalitätssignal“ &amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Moralspektakel. 2024 (S. 202 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; und ein Distinktionsmerkmal geworden, mit dem eine recht homogene, politisch links orientierte, urbane, akademisch gebildete und sozial besser gestellte Gesellschaftsschicht sich sprachlich von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. Wer nicht mitmacht, hat im akademischen Kultur, Medien- und Lehrbetrieb keine Karrierechance. „Diese Eliten (...) haben mit der politischen Korrektheit ihren eigenen Jargon gefunden, übersehen aber oft, dass sie damit andere diskriminieren, nämlich diejenigen, die da nicht mithalten können und denen der Kosmopolitismus mit seinen neuen Codes gar nicht zusagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Die aufgeregte Gesellschaft. München 2019, S. 235.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Urteil wird dann entweder gönnerhaft oder missgünstig, in jedem Fall von oben herab gefällt: „Die sind noch nicht soweit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man als junger Mensch aus einem sozialen Millieu, in dem nicht gegendert wird, Erfolg in der Schule und an der Universität haben, muss man sich anpassen. Dabei bedeutet „anpassen“ nicht, lediglich eine andere Pluralform zu nutzen – nein, es bedeutet einen ganz anderen Sprachhabitus anzunehmen. Dieser neue Sprachhabitus führt aber unweigerlich zu einer Distanzierung vom Herkunftsmillieu, der Familie und den alten Freunden, denn dort wird der neue Code als Abgrenzung erlebt. Der Druck, sich auf die von Akademikern für korrekt befundene inklusive Sprache einzulassen, bringt Menschen aus nicht akademischen Herkunftmillieus in einen unbewussten Entscheidungskonflikt zwischen Bildungserfolg und Herkunftsmillieuzugehörigkeit. Dieser Entscheidungskonflikt wirkt wie ein „sozialer Filter“.&amp;lt;ref&amp;gt;Mehr zum „sozialen Filter“ in El Mafaalani: Mythos Bildung. 2022, S. 91. El-Mafaalani bezieht sich allerdings nicht auf Sprache als Habitusmerkmal.&amp;lt;/ref&amp;gt; Und wichtigster Grund für diesen Entscheidungskonflikt ist der Habitus, von dem die eigene Sprache ein wesentlicher Teil ist – und der fast so sehr zu uns gehört und unabstreifbar ist wie unsere Haut, wie wir von Bordieu wissen. Die inklusive Sprache führt also unbeabsichtigt von dem gut gemeinten Vorsatz, Menschen nicht sexistisch zu diskriminieren, dazu, dass Menschen klassistisch diskriminiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der kontraproduktiven Wirkung ===&lt;br /&gt;
Diese Paarung von gesellschaftlicher Abgrenzung und moralischer Überlegenheit, die die linke wohlhabende Bildungsoberschicht bzgl. ihrer Gendersprache für sich in Anspruch nimmt und der ein gewaltiger Habitussnobismus inne wohnt, führt zu einem Dilemma der politischen Wirkung. Denn dadurch, dass die Sprache von dieser wohlhabenden, akademischen, kreativen Schicht, zu der viele Journalisten, Politiker und andere Prominente gehören, im Alleingang neu verhandelt wird, verlieren diese für viele Menschen ihre Glaubwürdigkeit. Niemand möchte arrogant von oben herab behandelt werden, und so wenden sich manche Menschen als Folge politisch oder religiös konservativen Gruppen zu und – und das Gendern schadet paradoxerweise seinem eigenen Anliegen. Viele Menschen fühlen sich vom sprachlichen Duktus der intellektuellen Elite ausgeschlossen und beginnen sie zu hassen, wie der Politikwissenschaftler Yascha Mounk herausgearbeitet hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Mounk, Yasha: Im Zeitalter der Identität. Vom Aufsteig einer gefährlichen Idee. 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bitmoji .png|mini|368x368px|Ich schließe mich Svenja Flaßpöhler an: Vor dem Hintergrund, dass dem Kampf um Bezeichnung die Dialektik innewohnt, „dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen“, (…) „erscheint das generische Maskulinum in seiner Geschlechtsunabhängigkeit plötzlich in einem anderen Licht. Liegt seine poststrukturalistische Perspektive nicht gerade darin, dass es von geschlechtlichen Identifikationen absieht? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Busfahrer&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Busfahrer*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;innen: Nicht das Geschlecht, sondern das Tun wäre der Kern der Bezeichnung. Unbestritten gehört es zu den Errungenschaften der Emanzipation, dass man Menschen nicht auf ihr Geschlecht reduziert, sondern für das anerkennt, was sie können und machen. Wenn es gelänge, das generische Maskulinum als universale, geschlechtsunabhängige Bezeichnungspraxis zu nehmen, die es rein formal ist: Böte es dann nicht ein erstaunliches emanzipatorisches Potenzial – und zwar gerade durch seine umfassende Bezeichnungskraft, die nicht nur einzelne Gruppen meint, sondern alle?“&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 142 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
Ich persönlich finde es problematisch, schulterzuckend in Kauf zu nehmen, so vielen Menschen Teilhabe an Sprache und damit Gesellschaft zu erschweren oder gar zu verwehren. Hier wird von den Befürwortern der Gendersprache eine angebliche, nur auf sprachlicher Symbolik beruhende Benachteiligung über eine tatsächliche sprachliche Benachteiligung gestellt. Eine verkomplizierende Sprachreform achtlos auf Kosten von anderen, ebenso vulnerablen gesellschaftlichen Gruppen zu fordern, finde ich sehr fragwürdig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Frage der geschlechtergerechten Sprache mahnt der Rat für deutsche Rechtschreibung zur Sensibilität gegenüber dem Thema, spricht aber keine Norm aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26.03.2021 Kurzgefasst wird gesagt: „Der Rat für deutsche Rechtschreibung bekräftigt in seiner Sitzung am 26.03.2021 seine Auffassung, dass allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache begegnet werden soll und sie sensibel angesprochen werden sollen. Dies ist allerdings eine gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Aufgabe, die nicht allein mit orthografischen Regeln und Änderungen der Rechtschreibung gelöst werden kann. Das Amtliche Regelwerk gilt für Schulen sowie für Verwaltung und Rechtspflege. Der Rat hat vor diesem Hintergrund die Aufnahme von Asterisk („Gender-Stern“), Unterstrich („Gender-Gap“), Doppelpunkt oder anderen verkürzten Formen zur Kennzeichnung mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen im Wortinnern in das Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung zu diesem Zeitpunkt nicht empfohlen.“ https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine einheitliche Sprachvariante zu finden ist inzwischen wohl gar nicht mehr möglich. Selbst der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch (und der hat in „Eine Frage der Moral“  immerhin ein ganzes Buch lang für gendersensible Sprache plädiert) sagt inzwischen: „Am besten wäre es, wenn wir aufhören würden, nach einheitlichen Sprachregelungen zu rufen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Stefanowitsch, Anatol (Professor für Sprachwissenschaft an der FU Berlin): Interview am 30.09.2020 im Tagesspiegel. Anatol Stefanowitsch ist der Autor des Buches „Eine Frage der Moral. Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen.“, erschienen 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesem Appell möchte ich mich anschließen. Welche Dilemmata mit den verschiedenen Sprachvarianten und mit der gesellschaftlichen Diskussion darüber einhergehen, habe ich aufgezeigt. Auch ich erlebe dabei den sozialen Druck, eine geschlechterinklusive Sprachvariante als Loyalitssignal zu nutzen. Denn die jeweils verwendete Sprachvariante wird gegenwärtig so stark als ein Signal von Moral gewertet, dass sie in Arbeitsprozessen Vertrauensbildung sowohl unterstützen als auch verhindern kann. In der Arbeit mit jungen Menschen, die grade von der Uni kommen, erlebe ich besonders das Misstrauen und die Distanz häufig, die sich ausbreiten, wenn die kungen Menschen wahrnehmen, dass ich nicht die gleiche Sprachvariante ntuze, die sie selbst für die richtige halten. Deshalb ist es notwendig, dass jeder von uns seine jeweils gewählte Variante kommuniziert und begründet, um als Sprecher niemanden zu verletzen und um als Sprechende nicht vorschnell in eine Schublade gesteckt zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist verwende ich die generische Form &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; in ihrer genderneutralen Definition, die alle Geschlechter und Identitäten umfasst. Manchmal versehe ich diese mit einem * (&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;), weil ich weiß, dass vielen jungen Menschen die inklusive Bedeutung der generischen Form unbekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen und Anmerkungen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehrerbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=151830</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/Sprachbildung/Das Dilemma der geschlechtergerechten Sprache</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Sprachbildung/Das_Dilemma_der_geschlechtergerechten_Sprache&amp;diff=151830"/>
		<updated>2026-04-02T20:04:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Übersicht Sprachvarianten der gendersensiblen Sprache.png|mini|Die Frage, um die es bei dem Dilemma der geschlechtersensiblen Sprache geht, ist nicht, ob wir für eine Sprache sind, die geschlechtergerecht ist - denn diese Frage wird wohl hoffentlich jeder mit „Na logo, auf alle Fälle!“ beantworten. Die Diskussion dreht sich um die Frage, &#039;&#039;welche Variante&#039;&#039; die passendste ist – denn jede(!) Variante nimmt für sich in Anspruch, geschlechtergerecht zu sein ...|399x399px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Dilemma des Wunsches nach sprachlicher Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
Die Diskussion um eine geschlechtergerechte Sprache geht mit einem hohen Maß an gesellschaftlicher Aufregung einher. Den Befürwortern geht es um ein gesellschaftspolitisches Anliegen, das sympatisch und  legitim ist: Geschlechtergerechtigkeit. Dem mehr als berechtigten Wunsch steht allerdings das Problem gegenüber, dass die als geschlechtergerecht favorisierten Sprachvarianten ihrem inklusiven Anspruch nicht gerecht werden. Aus dem Wunsch, nicht zu diskrminieren, entstehen neue Diskriminierungen. Im Folgenden möchte ich diese Problematiken aufblättern (und damit auch meine eigene Variantenwahl begründen).&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Von Sabine Häcker&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur historischen Entwicklung ===&lt;br /&gt;
Die ursprüngliche Pluralvariante war bzw. ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Mit diesem &#039;&#039;generischen Plural&#039;&#039; waren und sind qua Definition alle jungen Menschen gemeint, die zur Schule gehen – völlig unabhängig vom Geschlecht. Dabei hat &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine doppelte Bedeutung, denn mit dem Nomen kann man auch eine reine Jungengruppe bezeichnen. Will man ausdrücken, dass es sich um eine reine Jungengruppe handelt, sagt man &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;männliche Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Will man ausdrücken, dass es sich um einen reine Mädchengruppe handelt, gibt es dafür einen eigenen Plural: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. (Diese Pluralformen sind historisch gewachsen und haben ihren Ursprung natürlich in einer patriarchalen Kultur, dennoch ist &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; qua Definition inklusiv und wurde auch bis in die 1980er Jahre allgemein so verstanden.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Definition wurde im Zuge der Frauengleichberechtigungsbewegung ab den 1980er Jahren von feministischen Linguistikerinnen in der alten BRD (Übrigens nur in der BRD, in der DDR wirkte die Frauenbewegung unabhängig von dieser Sprachinterpretation; und das ist wichtig zum Verständnis der heutigen politischen Fronten!) in Frage gestellt: Frauen seien in dieser Pluralform nicht mitgemeint und würden nicht angesprochen, kritisierten z. B. Luise F. Pusch, Senta Tromel-Plötz u. a. Bahnbrechend war 1984 das Buch „Das Deutsche als Männersprache“ von Luise F. Pusch.&amp;lt;ref&amp;gt;Pusch, Luise F.: Das Deutsche als Männersprache. Aufsätze und Glossen zur feministischen Linguistik. 1984.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache zementiere die Männerherrschaft, wurde beanstandet. Um die politische Frauenbewegung zu unterstützen, wurde das Genus (das grammatische Geschlecht der Sprache) mit dem Sexus (das biologische Geschlecht von Menschen) gleichgesetzt. Luise F. Pusch schlug u. a. vor, von nun an nur noch &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, (sie nannte es das &amp;quot;generische Femininum&amp;quot;) als Pluralform zu nutzen, schließlich seien die Männer ja lange genug bevorteilt worden und nun die Frauen dran; die Pluralform sollte sozusagen nach dem Rotationsprinzip angewendet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Im Landkreis Rotenburg an der Wümme wird seit 2024 auf Anordnung des CDU-Landrats Marco Prietz in der Verwaltung das generische Feminium verwendet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Idee setzte sich nicht durch; aber mit zunehmender Gleichberechtigung gab es in der alten BRD einen immer größer werdenden Konsens, die weibliche Pluralform in der Sprache mitzunennen. Die politisch motivierte Behauptung, dass mit &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nur männliche Menschen gemeint seien, sickerte in Westdeutschland ins gesellschaftliche Bewusstsein. Es wurde nun normal, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülerinnen und Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler/-innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu schreiben. An den Universitäten, insbesondere im nördlichen Westdeutschland, wurde in den 1980er Jahren die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülerInnen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch es dauerte nicht lange (ungefähr mit Beginn der 2000er Jahre), da wurde neue Kritik laut: „Damit werden nur die weiblichen und männlichen Geschlechtsidentitäten genannt – und alle anderen bleiben unsichtbar!“ Es wurde, insbesondere in einem sich als progressiv und links verstehenden Millieu und insbesondere in Nord- und Westdeutschland, nach neuen, alle Geschlechteridentitäten inkludierenden Varianten gesucht: Bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; steht der Unterstrich bzw. das Sternchen für „alle weiteren“, geht also über die Benennung von nur Frauen und Männern hinaus und soll trans und nicht-binäre Menschen sichtbar werden lassen. Weil der Unterstrich bei Unterstreichungen nicht zu lesen ist und aufgrund von technischen Schwierigkeiten von Screenreadern entstand die Variante &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Aber auch an diesen Varianten gibt es Kritik, z. B. dass Frauen wieder nur nachgeschoben und damit zweitrangig seien, wie Luise F. Pusch meint. Oder: „Wer weder in die männliche noch weibliche Kategorie passt, landet nolens volens repräsentationslogisch in der lautlichen Lücke des Unterstrichts oder wird zum Sternchen: Ist das gerecht und angemessen – oder abermals eine Hierarchisierung?“.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021 (S. 143 f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Kübra Gümüşay überlegen viele andere, ob wir vielleicht gänzlich darauf verzichten sollten, „Menschen nach ihrer Geschlechtsidentität“ zu kategorisieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Gümüşay, Kübra: Sprache und Sein. München 2021 (S.21).&amp;lt;/ref&amp;gt; Lann Hornscheid, bis 2016 Professorens am Zentrum für tranzdisziplinäre Geschlechterstudien der Berliner Humboldt-Universität, hat deshalb früher &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;SchülX&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und später &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülens&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; vorgeschlagen. Hermes Phettberg und Thomas Kronschläger plädieren für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schülys&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. Hermes Phettberg war ein österreichisches Schauspiely, Aktionskünstly und Schriftstelly. Seit 2019 verwendet das Sprachdidaktiky Thomas Kronschläger an der TU Braunschweig dessen y-Variante für eine entgenderte Sprache.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl.: Thomas Kronschläger (Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung): Entgendern nach Phettberg. Am 28.01.2022 auf www.bpb.de https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/geschlechtergerechte-sprache-2022/346085/entgendern-nach-phettberg/ (zuletzt 09.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Debatte um eine ge- oder entgenderte Sprache wird uns noch lange beschäftigen und die Positionen und Sprachvorschläge ändern sich immer wieder. Und da Menschen dazu neigen, die Variante, mit der sie sozialisiert wurden, für die passendste zu halten, die Menschen aber in unterschiedlichen Zeiten, unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und unterschiedlichen Regionen mit jeweils unterschiedlichen Sprachvarianten sozialisiert wurden, gibt es inzwischen Verfechter für ganz verschiedene Varianten, oft ohne dass diese kritisch reflektiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zur Zeit in Westdeutschland verbreiteste Gendervariante ist die mit Sternchen oder Doppelpunkt, die im mündlichen Sprachgebrauch mit dem Glottisschlag, der kleinen Pause, gesprochen wird. Je konsequenter mensch diesen Ansatz jedoch zu Ende denkt, desto größer wird das sprachliche Dilemma, denn die Sprache wird immer unverständlicher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch höhere Sprachbarrieren ===&lt;br /&gt;
Sprache, die gendert, wird komplizierter - das lässt sich nicht von der Hand weisen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jede und jeder Bürger:in kann am Sonntag in sein:ihr Wahllokal gehen und seine:ihre Stimme abgeben. Im Wahlkampf haben alle Kandidat:innen wie ein Löwe bzw. eine Löwin gekämpft. Wer unser:e neue:r Bürgermeister:in wird, wird am Montag von dem:der Pressesprecher:in dem:der Gewinner:in mitgeteilt. Er:sie lässt dann die Korken knallen!&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den &amp;quot;Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; wird darauf hingewiesen, dass durch diese Sprachverwendung erhebliche Sprachbarrieren entstehen, die die gesellschaftliche Teilhabe erschweren, für Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ... die eine Zuwanderungsbiografie haben.&lt;br /&gt;
* ... die eine Behinderung haben. (Der D&#039;&#039;eutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.&#039;&#039; bittet deshalb darum, dass auf die Schreibweise mit Satz- und Sonderzeichen verzichtet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Position des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands https://www.dbsv.org/gendern.html (zuletzt: 10.03.2026)&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
* ... die Leseschwierigkeiten haben oder Analphabeten sind  (immerhin 6,2 Mio in Dtl.!&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26. 03. 2021 https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Es entsteht also das Dilemma, dass durch den Versuch, niemanden durch Sprache zu benachteiligen, andere vulnerable Menschengruppen durch Sprache benachteiligt werden - ein Diskriminierungsdilemma. &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
Und dabei ist das Sprachbeispiel oben noch ein einfaches. Noch schwieriger wird es, wenn mensch den Ansatz des Genderns konsequent weiterdenkt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäste&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wird inzwischen bereits oft &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Gäst:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gemacht, muss dann nicht auch aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Person&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Person:&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;er (PLURAL: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Personer:innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;(?)) und aus &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Mensch&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Mensch:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; werden? Müsste &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der Dackel&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Dackel:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; sein? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Genie&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Genie:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Fee&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Fee:er&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Das Opfer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die/der Opfer:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die Leiche&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;der:die Leiche:r&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Der Leichnam&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; = &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die:der Leichnam:in&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;?&amp;lt;ref&amp;gt;Alicia Joe: Warum Gendersprache scheitern wird. (o. J.)&lt;br /&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=aZaBzeVbLnQ&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das ergibt dann z. B. so einen Satz:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Der/die Person:er, der/die anonym den/die Dackel:in geschenkt bekommen hatte, hat sich sehr gefreut, den/die Schenkende eine:n Genie:in genannt, das seine/ihre geheimsten Wünsche errät, und all ihren Gäst:innen von seinem/ihrem geheimnisvollen Wünschererfüller:in erzählt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was machen wir, wenn die Männer es eines Tages ungerecht finden, dass im Plural der Artikel &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und das Possessivpronomen &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;ihr&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; verwendet wird? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bsp: &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Die&amp;lt;/u&amp;gt; Männer setzen sich auf&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ihre&amp;lt;/u&amp;gt; Plätze.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugegeben, dass ist nicht die aktuelle Diskussion, sondern weitergedacht. Dennoch: Bei konsequentem Gendern&amp;lt;ref&amp;gt;Definition &#039;&#039;Gendern&#039;&#039; nach dem &amp;quot;Handbuch geschlechtergerechte Sprache&amp;quot; des Dudenverlags von Diewald und Steinhauer, 2020, S. 49: &amp;quot;Gendern verstehen wir als ein sprachliches Verfahren, um Gleichberechtigung (...) im Sprachgebrauch zu erreichen.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; ist Sprache kein praktisch zu handhabendes Kommunikationswerkzeug mehr ist. Denn der Gerechtigkeitsanspruch, der zur Zeit an Sprache gestellt wird, ist aufgrund der Sprachstruktur praktisch unerfüllbar. Ihm zugrunde liegt eine These, die verschiedene Kategorien vermischt.&lt;br /&gt;
[[Datei:GENUS = SEXUS-GENDER?!?.png|mini|331x331px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Gleichsetzung des grammatikalischen GENUS mit dem menschlichen SEXUS und GENDER ===&lt;br /&gt;
Die gesamte Debatte über geschlechtersensible Sprache fußt auf der These, Genus mit Sexus bzw. Gender gleichzusetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wissenschaftler kritisieren Genderpraxis des ORR. (o. J.) https://www.linguistik-vs-gendern.de/ (zuletzt 30. 03. 2026)&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möglicherweise wäre die Sprache gar nicht solch ein Thema in der Diskriminierungsdebatte geworden, würde die Grammatik nicht Begrifflichkeiten wie „Geschlecht“ sowie „maskulin“, „feminin“ und „neutral“ verwenden. Diese wurden vor ein paar Jahrhunderten aus dem Lateinischen übernommen und die Sprachwissenschaftler früherer Zeiten hätten gut daran getan, andere zu erfinden. Auf die Idee kamen sie aber nicht, nicht nur weil Latein damals der Maßstab für grammatische Kategorien waren, sondern weil es damals undenkbar war, dass die Welt nicht stramm binär sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso binär wurde auch noch in den 1980er Jahren gedacht, als seitens der feministischen Linguistikerinnen gefordert wurde, Frauen mitzunennen. Hatte man zuvor &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrer.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; gesagt und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Gattungsbegriff ohne Geschlechtshinweis verstanden, wurde es nun wichtig &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Heike und Ulrike sind Lehrerinnen.&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; zu sagen und das Geschlecht zu benennen. Der allgemeine, generische Plural &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; wurde nun „generisches Maskulinum“ genannt, um die Dominanz der Männer in der Sprache zu verdeutlichen. Sprache wurde zu einem politischen Kampfmittel der westdeutschen Frauenbewegung. Dabei wurde von folgenden Thesen ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit Sexus.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets beide Geschlechter zu nennen bedeutet, die Gleichberechtigung zu unterstützen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige Sprache, die die Gleichberechtigung unterstützt, und eine moralisch falsche, die die Emanzipation behindert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Logik der feministischen Linguistikerinnen konnte in Westdeutschland (in Ostdeutschland verlief, wie gesagt, die Frauengleichberechtigung nicht gekoppelt an diese Gleichsetzung von Grammatik und Biologie) weitgehend überzeugen. Sie war zumindest so überzeugend, dass viele Menschen diese Logik verinnerlicht haben und ihr unhinterfragt immer noch folgen -  auch wenn inzwischen das binäre „beide“ durch „alle“ ersetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D. h. aus den Thesen der feministischen Linguistik wurden diese:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) &amp;quot;Genus ist gleichbedeutend mit &amp;lt;s&amp;gt;Sexus&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;Sexus und Gender&#039;&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) &amp;quot;Stets &amp;lt;s&amp;gt;beide&amp;lt;/s&amp;gt; &#039;&#039;alle&#039;&#039; Geschlechter zu nennen bedeutet antidiskriminierend zu sein.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) &amp;quot;Deswegen gibt es im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit eine moralisch richtige und eine moralisch falsche Sprache.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ergibt sich das Dilemma einer inkohärenten Logik, denn für ein völlig neues gesellschaftliches Anliegen (Binarität überwinden und so Geschlechteridentitätengerechtigkeit herstellen) wurde die binäre Argumentationslogik eines völlig anderen, binären gesellschaftlichen Anliegens (die Menschheit besteht aus Frauen und Männern und beide sind gleichberechtigt) übernommen – ein Denkfehler mit politischen Folgen. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Menschen in Westdeutschland sich an den Fehler, Genus mit Sexus gleichzusetzen bereits gewöhnt hatten und es ihnen deshalb nicht weiter auffiel, als sich diese Gleichsetzung auf Gender ausweitete. In Ostdeutschland fiel und fällt den Menschen dieser Fehler aber sehr wohl auf - und so entsteht das Dilemma einer Spaltung. Genus und Sexus gleichzusetzen war in den Zeiten der Frauenbewegung eine politisch motivierte Interpretation, die aber zu hinterfragen ist, weil verschiedene Kategorien vermischt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Marie F. Pusch findet fake facts als politisches Kampfmittel legitim - das wird deutlich im Podcast „Alles gesagt?“ (von DIE ZEIT)  mit Luise F. Pusch am 22.11.2022: „Luise Pusch, warum ist Deutsch eine Männersprache?“&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch der Anspruch, „tatsächlich alle Gruppen und Identitäten abzubilden, (stößt) an klar benennbare sprachlogische Grenzen. So ist es bei Lichte betrachtet unmöglich, für alle denkbaren Identitäten eine adäquate, gleichberechtigte grammatikalische Repräsentation zu finden.“, wie Svenja Falßpöhler schreibt.&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 143 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma von Partizipialformen (&amp;quot;Lernende&amp;quot; statt &amp;quot;Schüler&amp;quot;) ===&lt;br /&gt;
Häufig werden Partizipialformen als Plural gewählt, weil sie im Plural geschleichtsneutral sind - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Studierende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Mitarbeitende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lernende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forschende&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; usw. Allerdings sind diese Ersatzformen oft nicht bedeutungsgleich mit dem Ausgangswort. So ist ein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forscher&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eine Person, die beruflich forscht, während ein &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Forschender&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht zwangsläufig einen wissenschaftlichen Beruf ausüben muss und das Gleiche gilt für &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Bäcker&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Backenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Maler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Malenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Musiker&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; - &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Musizierenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; usw. Das Partizip Präsens bezeichnet eine Tätigkeit, die gerade ausgeübt wird. Deshalb sind &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Wähler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, die ihr Wahlrecht nicht ausüben, keine &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Wählenden&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;. und &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;ein Fahrradfahrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, der sein Rad abgestellt hat, &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;kein Fahrradfahrender&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Frage, ob die Sprache das Geschlechterbewusstsein formt oder nicht ===&lt;br /&gt;
Um die Notwendigkeit einer neuen Sprache zu begründen, wurden psycholinguistische Studien gemacht. Man wollte herausfinden, ob das generische Maskulinum männliche Assoziationen erzeuge, ob also bei &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;die Einwohner&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; eher an männliche Personen gedacht würde. Dieser Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen - werden alledings je nach politischer Intention immer wiederunterschiedlich interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Philipp Hübl hat Studien zur vermuteten Sprachwirkung auf die Gleichberechtigung ausgewertet und kam zu einem negativen Befund. Vgl. Hübl, Philipp: Vorlesung an der Universität der Künste in Berlin 2023: Einführung ins kritische Denken. Sondersitzung: Gendern. 2023. https://www.youtube.com/watch?v=gOEGKm5IAE4 &amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein unüberwindbares Problem bei jeder Studie zu diesem Thema ist das Unteruchungssetting - denn diese Studien finden und fanden in einer Zeit statt, als die Sprecher und Sprecherinnen bereits von der Sprachdebatte und der Genderpraxis geprägt waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Payr, Fabian und Lorenz, Dagmar: Genderzwang. Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet. Würzburg 2026, S. 29.&amp;lt;/ref&amp;gt; Studien aus der Zeit vor 1980 liegen nicht vor; weibliche Menschen, die damals spachlich sozialisiert wurden, berichten allerdings, dass sie sich niemals ausgeschlossen gefühlt hätten, weil (z. B.) &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; nicht geschlechtlich, sondern so definiert war, dass der Begriff alle Menschen meinte. In dem Moment, in dem &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Bürger&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; als Plural für männliche Menschen verstanden wird, stellt man sich selbstverständlich Männer dabei vor. Dieser Frage ist durch empirische Studien also leider schlicht nicht zu beantworten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lohnt sich allerdings ein Blick in Sprachgemeinschaften, deren Sprache keinerlei Unterscheidung bzgl. des Geschlechts kennen. Das Türkische oder das Persische sind solche Sprachen. Doch,  so schreibt Navid Kermani, es ist „ein Trugschluss, dass sich aus der sprachlichen Gleichheit der Geschlechter reale soziale Gleichheit ergibt.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Kermani, Navid: Mann, Frau, völlig egal. In: DIE ZEIT Feuilleton.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich hat der Inhalt von Sprache eine Wirkung auf das Bewusstsein. Beispielsweise macht es einen Unterschied, ob von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Scheinehe&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Schutzehe&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; gesprochen wird, von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Sonderabfall&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Giftmüll&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; und von &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Militärischer Spezialoperation&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Angriffskrieg&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Stefanowitsch, Anatol: Eine Frage der Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen. 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aber hier sind wir auf der inhaltlichen Ebene von Sprache. Bei Gendersternchen oder Doppelpunkt befinden wir uns auf der symbolischen Ebene von Zeichen. Das wird oft verwechselt, auch von Anatol Stefanowitch in seinem Buch &amp;quot;Moral. Warum wir gerechte Sprache brauchen.&amp;quot;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Sexismus ===&lt;br /&gt;
Das Nennen aller nur möglichen Geschlechter und Geschlechtsidentitäten bringt eine geschlechtliche Kategorisierung in die Sprache und an jeden Menschen. Obwohl das Ziel des Genderns ist, Sexismus zu bekämpfen, ist es dennoch unbeabsichtigt eine sexistische Praxis, sagt Nele Pollatschek. „Wenn wir im Deutschen gendern, dann sagen wir damit: Diese Information ist so wichtig, dass sie immer mitgesagt werden muss.“ Damit machen wir das Geschlecht „zur wichtigsten Identitätskategorie.“ Nele Pollatschek vergleicht die gendersensible Sprachweise der Deutschen, die „sich für das permanente Benennen von Geschlechterunterschieden entschieden haben“ mit der der Briten, die „das Anzeigen von Geschlechtlichkeit so weit wie möglich vermeiden“&amp;lt;ref&amp;gt;Pollatschek, Nele: Deutschland ist besessen von Genitalien. Gendern macht die Diskriminierung nur noch schlimmer. Ein Gastbeitrag im Tagesspiegel am 30. 08. 2020 (28.08.2023)&amp;lt;/ref&amp;gt; und spricht sich klar für die britische Sicht als die zielführendere aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Nele Pollatschek: Dear Oxbridge. Liebesbrief an England. Berlin 2020 (S. 185 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Ist es nicht völlig schnuppe, ob Angela Merkel weilbliche Geschlechtsorgane hat und Friedrich Merz männliche? Und falls doch nicht – würde uns das etwas angehen?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Navid Kermani meint, dass er das Gendern der Sprache als „eine geistige wie politische Regression“ wahrnimmt, denn „Geschlechtszuschreibungen gehen nicht in zwei, sie gehen aber auch nicht in 27 Kategorien auf. Zu meinen, man könnte mittels Sprache jederzeit jedem Angesprochenen gerecht werden, verkennt nicht nur ihr Wesen; es legt die Angesprochenen überhaupt erst fest auf eine Identität. (…) (Aber) wir sind nicht eindeutig, niemand von uns, weder ethnisch noch kulturell, weder psychologisch noch geschlechtlich, (…).“ Und Svenja Flaßpöhler formuliert: „Dem Kampf um Bezeichnungen wohnt die Dialektik inne, dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen.“    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der Diskriminierung durch Klassismus ===&lt;br /&gt;
Da die meisten Menschen sich mit der Sprachvariante wohlfühlen, mit der sie sozialisiert sind, und die akademische Bildungsschicht den sprachlichen Veränderungen stärker zugewandt ist, ist die genderinklusive Sprache inzwischen zu einem Unterscheidungsmerkmal geworden, mit dem sich die kreative Klasse und akademische Elite von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. „Gendern ist das Latein der neuen Eliten.“, sagt Philipp Hübl.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp am 11.10.2023 in: wissenschaftskommunikation.de https://www.wissenschaftskommunikation.de/gendern-ist-das-latein-der-neuen-eliten-71125/ (13.03.2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Soziologe Pierre Bordieu&amp;lt;ref&amp;gt;Bordieu: Die feinen Unterschiede. Frankfurt a. M. 2018 (26. Auflage).&amp;lt;/ref&amp;gt; machte darauf aufmerksam, dass die Ungleichheit der Gesellschaft nicht nur durch die ungleiche Verteilung von ökonomischem Kapital entsteht und fortbesteht, wie Karl Marx meinte, sondern auch durch „die feinen Unterschiede“. Bordieu analysierte, dass weitere Kapitalarten für die Aufrechterhaltung von sozialer Ungleichheit verantwortlich sind: Soziales Kapital ist bedeutsam und kennzeichnet, über welche gesellschaftlichen Beziehungen und Netzwerke jemand durch seine Familie oder Sozialisation verfügt. Die Position in der gesellschaftlichen Hierarchie wird außerdem durch das kulturelle Kapital (Bildung, Handlungswissen und formale Abschlüsse sowie Titel) bestimmt sowie das symbolische Kapital. Damit ist der Lebensstil und das Auftreten gemeint - die Sprache, die Manieren, der Musik-, Kunst- und Einrichtungsgeschmack, die Essgewohnheiten, das Modeverhalten, etc. Bordieu nennt das den Habitus eines Menschen. Ein Habitus ist fast unveränderbar, weil er quasi mit der Muttermilch aufgesogen wird und zur persönlichen Disposition wird. Egal, wo jemand geht oder steht – man „riecht“ stets, aus welchem „Stall“ jemand kommt. Ein erfolgreicher Unternehmer beispielweise, der es zu erheblichem Vermögen geschafft hat, gehört trotz seines ökonomischen Kapitals noch lange nicht zur gesellschaftlichen Oberschicht, solange er nicht über den Habitus dieser Schicht verfügt und die Codes nicht kennt. Am Habitus erkennt man sich. Das macht es so schwer, die soziale Klasse zu wechseln und das ist ein Faktor, der bestehende, ungleiche Verhältnisse festschreibt. Der Habitus ist ein Distinktionsmerkmal, mit dem man sich voneinander abgrenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Distinktionsmerkmal ist inzwischen das Gendern geworden. Der Philosoph Philipp Hübl spricht vom Soziolekt einer sich als progressiv verstehenden Elite. Die als geschlechtergerecht markierte und vermeintlich moralisch überlegene Sprache dient nicht mehr nur dem politischen Erkennen, sondern ist auch zu einem Abgrenzungsmerkmal der Bildungsoberschicht geworden. Gendern ist „ein Loyalitätssignal“ &amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Moralspektakel. 2024 (S. 202 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; und ein Distinktionsmerkmal geworden, mit dem eine recht homogene, politisch links orientierte, urbane, akademisch gebildete und sozial besser gestellte Gesellschaftsschicht sich sprachlich von anderen Gesellschaftsschichten abgrenzt. Wer nicht mitmacht, hat im akademischen Kultur, Medien- und Lehrbetrieb keine Karrierechance. „Diese Eliten (...) haben mit der politischen Korrektheit ihren eigenen Jargon gefunden, übersehen aber oft, dass sie damit andere diskriminieren, nämlich diejenigen, die da nicht mithalten können und denen der Kosmopolitismus mit seinen neuen Codes gar nicht zusagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hübl, Philipp: Die aufgeregte Gesellschaft. München 2019, S. 235.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Urteil wird dann entweder gönnerhaft oder missgünstig, in jedem Fall von oben herab gefällt: „Die sind noch nicht soweit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man als junger Mensch aus einem sozialen Millieu, in dem nicht gegendert wird, Erfolg in der Schule und an der Universität haben, muss man sich anpassen. Dabei bedeutet „anpassen“ nicht, lediglich eine andere Pluralform zu nutzen – nein, es bedeutet einen ganz anderen Sprachhabitus anzunehmen. Dieser neue Sprachhabitus führt aber unweigerlich zu einer Distanzierung vom Herkunftsmillieu, der Familie und den alten Freunden, denn dort wird der neue Code als Abgrenzung erlebt. Der Druck, sich auf die von Akademikern für korrekt befundene inklusive Sprache einzulassen, bringt Menschen aus nicht akademischen Herkunftmillieus in einen unbewussten Entscheidungskonflikt zwischen Bildungserfolg und Herkunftsmillieuzugehörigkeit. Dieser Entscheidungskonflikt wirkt wie ein „sozialer Filter“.&amp;lt;ref&amp;gt;Mehr zum „sozialen Filter“ in El Mafaalani: Mythos Bildung. 2022, S. 91. El-Mafaalani bezieht sich allerdings nicht auf Sprache als Habitusmerkmal.&amp;lt;/ref&amp;gt; Und wichtigster Grund für diesen Entscheidungskonflikt ist der Habitus, von dem die eigene Sprache ein wesentlicher Teil ist – und der fast so sehr zu uns gehört und unabstreifbar ist wie unsere Haut, wie wir von Bordieu wissen. Die inklusive Sprache führt also unbeabsichtigt von dem gut gemeinten Vorsatz, Menschen nicht sexistisch zu diskriminieren, dazu, dass Menschen klassistisch diskriminiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dilemma der kontraproduktiven Wirkung ===&lt;br /&gt;
Diese Paarung von gesellschaftlicher Abgrenzung und moralischer Überlegenheit, die die linke wohlhabende Bildungsoberschicht bzgl. ihrer Gendersprache für sich in Anspruch nimmt und der ein gewaltiger Habitussnobismus inne wohnt, führt zu einem Dilemma der politischen Wirkung. Denn dadurch, dass die Sprache von dieser wohlhabenden, akademischen, kreativen Schicht, zu der viele Journalisten, Politiker und andere Prominente gehören, im Alleingang neu verhandelt wird, verlieren diese für viele Menschen ihre Glaubwürdigkeit. Niemand möchte arrogant von oben herab behandelt werden, und so wenden sich manche Menschen als Folge politisch oder religiös konservativen Gruppen zu und – und das Gendern schadet paradoxerweise seinem eigenen Anliegen. Viele Menschen fühlen sich vom sprachlichen Duktus der intellektuellen Elite ausgeschlossen und beginnen sie zu hassen, wie der Politikwissenschaftler Yascha Mounk herausgearbeitet hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Mounk, Yasha: Im Zeitalter der Identität. Vom Aufsteig einer gefährlichen Idee. 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bitmoji .png|mini|368x368px|Ich schließe mich Svenja Flaßpöhler an: Vor dem Hintergrund, dass dem Kampf um Bezeichnung die Dialektik innewohnt, „dass er festschreibt, anstatt Identitäten spielerisch aufzulösen“, (…) „erscheint das generische Maskulinum in seiner Geschlechtsunabhängigkeit plötzlich in einem anderen Licht. Liegt seine poststrukturalistische Perspektive nicht gerade darin, dass es von geschlechtlichen Identifikationen absieht? &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Lehrer_innen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;, &amp;lt;u&amp;gt;&#039;&#039;Busfahrer&#039;&#039;&amp;lt;/u&amp;gt; statt &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Busfahrer*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;innen: Nicht das Geschlecht, sondern das Tun wäre der Kern der Bezeichnung. Unbestritten gehört es zu den Errungenschaften der Emanzipation, dass man Menschen nicht auf ihr Geschlecht reduziert, sondern für das anerkennt, was sie können und machen. Wenn es gelänge, das generische Maskulinum als universale, geschlechtsunabhängige Bezeichnungspraxis zu nehmen, die es rein formal ist: Böte es dann nicht ein erstaunliches emanzipatorisches Potenzial – und zwar gerade durch seine umfassende Bezeichnungskraft, die nicht nur einzelne Gruppen meint, sondern alle?“&amp;lt;ref&amp;gt;Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeiten und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021, S. 142 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
Ich persönlich finde es problematisch, schulterzuckend in Kauf zu nehmen, so vielen Menschen Teilhabe an Sprache und damit Gesellschaft zu erschweren oder gar zu verwehren. Hier wird von den Befürwortern der Gendersprache eine angebliche, nur auf sprachlicher Symbolik beruhende Benachteiligung über eine tatsächliche sprachliche Benachteiligung gestellt. Eine verkomplizierende Sprachreform achtlos auf Kosten von anderen, ebenso vulnerablen gesellschaftlichen Gruppen zu fordern, finde ich sehr fragwürdig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Frage der geschlechtergerechten Sprache mahnt der Rat für deutsche Rechtschreibung zur Sensibilität gegenüber dem Thema, spricht aber keine Norm aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26.03.2021 Kurzgefasst wird gesagt: „Der Rat für deutsche Rechtschreibung bekräftigt in seiner Sitzung am 26.03.2021 seine Auffassung, dass allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache begegnet werden soll und sie sensibel angesprochen werden sollen. Dies ist allerdings eine gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Aufgabe, die nicht allein mit orthografischen Regeln und Änderungen der Rechtschreibung gelöst werden kann. Das Amtliche Regelwerk gilt für Schulen sowie für Verwaltung und Rechtspflege. Der Rat hat vor diesem Hintergrund die Aufnahme von Asterisk („Gender-Stern“), Unterstrich („Gender-Gap“), Doppelpunkt oder anderen verkürzten Formen zur Kennzeichnung mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen im Wortinnern in das Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung zu diesem Zeitpunkt nicht empfohlen.“ https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine einheitliche Sprachvariante zu finden ist inzwischen wohl gar nicht mehr möglich. Selbst der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch (und der hat in „Eine Frage der Moral“  immerhin ein ganzes Buch lang für gendersensible Sprache plädiert) sagt inzwischen: „Am besten wäre es, wenn wir aufhören würden, nach einheitlichen Sprachregelungen zu rufen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Stefanowitsch, Anatol (Professor für Sprachwissenschaft an der FU Berlin): Interview am 30.09.2020 im Tagesspiegel. Anatol Stefanowitsch ist der Autor des Buches „Eine Frage der Moral. Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen.“, erschienen 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesem Appell möchte ich mich anschließen. Welche Dilemmata mit den verschiedenen Sprachvarianten und mit der gesellschaftlichen Diskussion darüber einhergehen, habe ich aufgezeigt. Auch ich erlebe dabei den sozialen Druck, eine geschlechterinklusive Sprachvariante als Loyalitssignal zu nutzen. Denn die jeweils verwendete Sprachvariante wird gegenwärtig so stark als ein Signal von Moral gewertet, dass sie in Arbeitsprozessen Vertrauensbildung sowohl unterstützen als auch verhindern kann. In der Arbeit mit jungen Menschen, die grade von der Uni kommen, erlebe ich besonders das Misstrauen und die Distanz häufig, die sich ausbreiten, wenn die kungen Menschen wahrnehmen, dass ich nicht die gleiche Sprachvariante ntuze, die sie selbst für die richtige halten. Deshalb ist es notwendig, dass jeder von uns seine jeweils gewählte Variante kommuniziert und begründet, um als Sprecher niemanden zu verletzen und um als Sprechende nicht vorschnell in eine Schublade gesteckt zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist verwende ich die generische Form &#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039; in ihrer genderneutralen Definition, die alle Geschlechter und Identitäten umfasst. Manchmal versehe ich diese mit einem * (&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Schüler*&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;), weil ich weiß, dass vielen jungen Menschen die inklusive Bedeutung der generischen Form unbekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen und Anmerkungen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehrerbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Osterwissen&amp;diff=151829</id>
		<title>Osterwissen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Osterwissen&amp;diff=151829"/>
		<updated>2026-04-02T19:56:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Häschen an Ast.jpg|mini|Dass der Osterhase die Ostereier bringt und versteckt, ist ein weltlicher Brauch, der im 18. Jahrhunderts in der Bürgertumskultur entstand. Aufgrund des neuen Verständnisses von Kindheit, das sich in der Epoche der Aufklärung nach und nach durchsetzte, suchte man nach Gelegenheiten und Ritualen für Kinderglück und gemeinsames Feiern .   ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ostern: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Osterhasen malen Eier an, 1893.png|mini|Schon seit 250 Jahren ist der Osterhase für die Ostereier zuständig – zwei altüberlieferte Fruchtbarkeitssymbole wurden miteinander verbunden. &#039;&#039;(Diese Abbildung stammt aus einem Kinderbuch von 1893.)&#039;&#039;]]&#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun? ODER: Wie inklusiv ist Ostern?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spoiler: Der Osterhase hat mehr mit der Aufklärung zu tun als mit der Auferstehung!  :-)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5-7, 45-90 min)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ziele dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Kultur- und Religionskundliche Bildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Die Kinder sortieren die christlichen und jahreszeitlich-weltlichen Aspekte, die zu Ostern gehören. Sie können erklären, welche verschiedenen Ebenen das Osterfest hat und warum es deshalb auch von Menschen, die keine gläubigen Christen sind, gefeiert wird. Denn Ostern ist nicht nur ein christlicher Feiertag, sondern auch ein Kinder- und Frühlingsfest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Sprachbildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Neben dem inhaltlichen Aspekt kann mit diesem Material auch erarbeitet werden, mit welchen sprachlichen Mitteln ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht gesichert ist&#039;&#039;.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ZUSAMMENFASSUNG: Im Kirchenjahr ist &#039;&#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039; ein wichtiger Feiertag: An Karfreitag wird der Kreuzigung Jesu Christi und zu Ostern seiner Auferstehung vom Tod gedacht. Aber zu Ostern wird gleichzeitig der Frühling gefeiert. Denn als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Ereignissen und dem bereits bestehenden Brauchtum des Volksglaubens verbunden, zudem kam weiteres Brauchtum hinzu. Deshalb sind die Traditionen bei den meisten unserer Feiertagen so vielschichtig. Sie haben ganz verschiedene Ebenen: Weltliches und außerchristliches Brauchtum wurde mit christlichen Glaubenselementen vermischt oder uminterpretiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So hat auch &#039;&#039;&#039;der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;en auf – und daher kommt der Name &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;ern.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. 1985, S. 60.&amp;lt;/ref&amp;gt;    &lt;br /&gt;
=== Einstieg ===&lt;br /&gt;
* Was fällt euch zu Ostern ein? Erstellt eine Mindmap!                                                 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Feiert ihr Ostern? Falls ja: Wie?&lt;br /&gt;
* Frage der Stunde: Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die zwei Ebenen des Osterfestes ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Was gehört zum jahreszeitlichen Brauchtum von Ostern als Frühlings- und Kinderfest?&lt;br /&gt;
* Was gehört zu Ostern als religiösem Fest des Christentums?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18743150&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erarbeitung ===&lt;br /&gt;
==== Die Feiern des Frühlings am Osterfest ====&lt;br /&gt;
In diesem LÜCKENTEXT kannst du einiges über die Ursprünge des Osterbrauchtums erfahren, mit dem der Frühling gefeiert wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wofür waren die Ostereier und der Osterhase ein Symbol?&lt;br /&gt;
* Wie entstand der Brauch, die Eier zu färben?&lt;br /&gt;
* Wie entstand (vielleicht) die Vorstellung, dass die bunten Eier vom (Oster-)Hasen sind?&lt;br /&gt;
* Wie wurde der Osterhase &#039;&#039;das&#039;&#039; Aushängeschild für Ostern?&lt;br /&gt;
* Sind der Osterhase und die Ostereier christliche Symbole?&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18722698&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nicht über alle Ursprünge des Osterbrauchtums ist die Forschung sich einig, manches lässt sich heute nicht mehr herausfinden. An welchen sprachlichen Mitteln kannst du im Text erkennen, dass eine Information nicht sicher ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das religiöse Gedenken am Osterfest ====&lt;br /&gt;
Weißt du, was die gläubigen Christen feiern? Was erzählt die Bibel über den Tod Jesu?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tragt zuerst im Gespräch euer Wissen zusammen und schaut euch danach dieses kleine Video an (1:38 min): https://www.zdf.de/kinder/logo/erklaerstueck-ostern-bibel-100.html (Hrsg.: ZDF logo!: Was wir an Ostern feiern.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann testet euer Wissen mit dieser Aufgabe!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18719287&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
* Nun könnt ihr die eingangs gestellte Frage beantworten: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Dass es zu Osterferien gibt, liegt übrigens weniger am Feiertag, sondern vor allem daran, dass die Ferien früher passend zum Bauernjahr festgelegt wurden: Im Frühling mussten die Kinder bei der Aussaat helfen, im Sommer bei der Getreideernte und im Herbst bei der Kartoffel- und Rübenernte.&amp;lt;ref&amp;gt;https://unterrichten.zum.de/wiki/Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsferien&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schöne Ostern!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusatzaufgaben zur Sprachbildung: Sprachliche Mittel, um Informationen als nicht sicher vorzustellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;sollen&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Modalverb &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;sollen&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; kann unterschiedliches ausdrücken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Notwendigkeit, einen Auftrag oder eine Absicht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das Holz sollte im Frühjahr entsorgt werden. / Kevin soll sein Zimmer aufräumen. / Das Zimmer sollte gestern schon aufgeräumt werden.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung oder ein Gerücht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(In der Fastenzeit sollen die Eier gekocht und für Ostern aufgehoben worden sein. / Er soll im Lotto gewonnen haben. / Kevin soll in Meral verliebt sein.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| }}&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40200186|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;wohl&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Wörtchen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;wohl&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;  hat ebenfalls verschiedene Bedeutungen, unter anderem kann man damit ausdrücken:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das war wohl ziemlich teuer. / Mein Kollege ist nicht da, er ist wohl krank.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Unsicherheit&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Ob er wohl an mich denkt?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;höfliche Zurückhaltung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Können Sie mir wohl sagen, wie spät es ist?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;einen ironischen oder empörten Kommentar&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Du glaubst wohl noch an den Osterhasen!? / Du hast wohl zu viel Geld… / Das kann man wohl sagen.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Außerdem kennst du &#039;&#039;wohl&#039;&#039; als Adjektiv mit der Bedeutung von &#039;&#039;gut&#039;&#039; oder &#039;&#039;angenehm.&#039;&#039; &#039;&#039;(Er fühlt sich wohl in der Klasse. -&amp;gt; Bei seiner Großmutter fühlt er sich aber noch wohler. -&amp;gt; Zu Hause fühlt er sich am wohlsten.)&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40224905|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Osterhase 1789 Zürich.jpg|mini|Dieses Buchcover von 1789 zeigt den Brauch des Eiersuchens. Das Buch heißt „Der Osterhase“ und enthält ein Osterhasenlied, &amp;quot;am Osterdienstag zu singen&amp;quot;. Als Intention wird „die Vermehrung der unschuldigsten Freuden unserer Kinder“ genannt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Infos für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== zu der sprachlichen Aufgabe unter 1.3.1 ===&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Sprachliche Mittel in diesem Text, um Informationen als nicht gesichert vorzustellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;vielleicht / wohl / weiß man nicht / sollen + INFINITIV&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}Es werden in diesem Material verschiedene sprachliche Mittel vorgestellt, mit denen ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht sicher ist, auf &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; und &amp;lt;u&amp;gt;sollen + INFINITIV&amp;lt;/u&amp;gt; möchte ich kurz konkreter eingehen:&lt;br /&gt;
* Das Wort &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; fällt in die Gruppe der abtönenden Redepartikel, auch Abtönungspartikel genannt. Mit &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; kann man eine Aussage &amp;quot;tönen&amp;quot;, ihr eine bestimmte Farbe geben. Die Schwierigkeit der Redepartikel ist, dass sie alle wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; (s. o.) mehrere Bedeutungen haben. &amp;lt;u&amp;gt;Wohl&amp;lt;/u&amp;gt; verändert sich dabei nicht (wird nicht flektiert). Für Schüler ist wichtig zu wissen, dass Redepartikel wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; in der Regel nur im mündlichen Sprachgebrauch eingesetzt werden!&lt;br /&gt;
* Mit dem Modalverb &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; kann man ebenfalls ausdrücken, dass man etwas nur gehört hat, aber nicht sicher ist, ob es stimmt. Besonders Gerüchte können damit gut sprachlich wiedergegeben werden. Beispiele: GEGENWART (PRÄSENS) -&amp;gt; Herr Meyer &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; mit seinen 35 Jahren noch an den Osterhasen &amp;lt;u&amp;gt;glauben&amp;lt;/u&amp;gt;. VERGANGENHEIT (PERFEKT) -&amp;gt; Er &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; ihn als Kind leibhaftig &amp;lt;u&amp;gt;gesehen haben&amp;lt;/u&amp;gt;. Auch &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; hat verschiedene Bedeutungen (s. o.)!&lt;br /&gt;
[[Datei:Ei zerbrochen mit Aufhängung.jpg|mini|Ostereier zum Aufhängen stellt man her, indem man in ein ungekochtes Ei oben und unten mit einem spitzen Messer ein Loch macht und das Eiinnere kräftig rausgebläst (welches noch für Rührei oder Teig verwendet werden kann). Für die Aufhängung bindet man einen Faden an ein Streichholz und steckt diesen in das Ei.  ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hintergrundwissen: Wie entstand das Osterbrauchtum? ===&lt;br /&gt;
Als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Bräuchen, bereits bestehenden Festen und Elementen des Volksglaubens verbunden. Und im Laufe der Zeit kamen Bräuche hinzu, manche christlich-kirchlich bedingt, manche jahreszeitlich oder zeitgeistbedingt. Deshalb sind die Feiertagstraditionen oft so vielschichtig. (Und das ist ein Unterschied zu muslimischen Feiertage, die neben der religiösen Ebene keine weiteren haben.)   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; hat keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im Osten auf – und daher kommt der Name Ostern. &lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (1898) OSTERHASE.png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898. - Klicke auf das Bild, um es zu vergrößern: Kannst du die altdeutsche Schrift lesen? → &amp;quot;Ostereier ___  __  _____ uns versteckt ___  ____________.&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
Das Ei, das „schon bei den Völkern des Altertums als ein Sinnbild der Schöpfung und  Fruchtbarkeit galt, (…) erklärte die Kirche für das Symbol des Erlösers, welcher aus dem Grabe zum Leben erstanden“, schrieb der Historiker Otto Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Aberglaube wurde damit verbunden: Einem Ei, das am Gründonnerstag gelegt worden war, wurde besondere Kraft zugeschrieben und sollte Männer vor „Leibschäden“ beschützen können, und wenn man ein Gründonnerstagsei bei sich trug, könne man beim Kirchbesuch zudem erkennen, wer eine versteckte Hexe sei, hieß es.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Handbuch des deutschen Aberglaubens erläutert: „Dass das Ei, besonders im Frühjahr, der Zeit der erwachenden, aufkeimenden Natur, dem Beginn des Dienstes der Bauern an der Erde, in der Vorstellung der natur- und erdverbundenen Menschen eine besondere Fruchtbarkeitskraft besitzt, ist leicht zu begreifen. Und die Kirche war auch hier sehr klug, diese uralten Gebräuche in das System ihrer Kultriten aufzunehmen, mit zum Teil mystischer Ausdeutung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Ei&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die älteste bekannte Erwähnung ist wohl von dem Arzt Georgius Franck aus dem Jahr 1682: &amp;quot;Das Schenken von Ostereiern bezeichnet er als Paten- und Freundschaftspflicht, vor allem in den oberen Gesellschaftskreisen, wo der Begriff Osterei ganz allgemein für alle möglichen kunstvollen und scherzhaften Geschenke gegolten hätte.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt; Liselotte von der Pfalz berichtete, dass sie 1717 &amp;quot;ein paar ostereyer&amp;quot; verschenkt hätte&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im April 1779 vermerkte Goethe in seinem Tagebuch, dass er am Gründonnerstag für die Kinder im Garten Ostereier versteckt hätte. Dabei war der Ostereierbrauch nicht unumstritten, wie eine Schrift von 1781 zeigt, in der Theodor Gottlieb Hippel stolz darauf ist, dass ein Vorfahr in seiner Gemeinde Ostereier verboten hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781, S. 404. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie der Brauch des Eierfärbens entstand, ist unbekannt. Vielleicht hat man etwas Rotkohl, Rote Bete, Brennnesselwurzel oder Zwiebelschalen in das Kochwasser gegeben, um gekochte von ungekochten Eiern unterscheiden zu können, wenn man sie nach altem Brauch verschenkte. Dass zu Ostern traditionell viele Eier gegessen werden, kommt unter anderem daher, dass sich in der 40-tägigen Fastenzeit, die die Kirche ihren Gläubigen zwischen Aschermittwoch und Ostern verordnet hatte, viele Eier angesammelt hatten und nun dringend gegessen werden mussten. Eier waren auch eine Währung, in der bäuerliche Abgaben geleistet werden mussten; seit dem 9. Jhd. gibt es Quellen, dass pro bäuerlicher Hofstatt 100 Eier an die landbesitzende Obrigkeit oder das Kloster gezahlt werden mussten; teilweise wurden die Eier weitergereicht als Präsente an bestimmte Berufsgruppen, wie Pfarrer, Lehrer, Messner, Totengräber, Hirten, das Gesinde etc.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 68.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (von 1898).png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898&amp;lt;nowiki/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Hase war ebenfalls schon in der Antike ein Fruchtbarkeitssymbol. Das ist nicht schwer zu verstehen, wenn man bedenkt, dass eine Häsin mehrmals im Jahr mehrere Junge bekommt. Papst Zacharias verbot 755 den Verzehr von Hasenfleisch wegen dessen erotisierender Wirkung. Hasenfleisch galt als Aphrodisiakum und wurde bereits im antiken Griechenland der Liebesgöttin Aphrodite geopfert. Außerdem rankte sich viel Aberglauben um die Hasen, z. B. sollte es das eigene Leben schützen, wenn man eine Hasenpfote bei sich trug.&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Hase&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wann und wie genau sich die Gabenbringerfigur des Osterhasen sich genau entwickelte, kann nicht konkretisiert werden. Es gibt ein Züricher Kinderbuch von 1789, das vom Osterhasen handelt und die älteste mir bekannte, gesicherte Osterhasen-Quelle ist.&amp;lt;ref&amp;gt;National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der säkulare Brauch entstand im Bürgertum und aus dem neuen Konzept von Kindheit, das sich in dieser Zeit entwickelte. &amp;quot;Wie reich bist du behängt mit Bilderbüchern, Christbäumen, Mutterliebe, Osterwochen und Ostereiern, (...)&amp;quot;, fragt Wilhelm Hauff 1827.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Hauff: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827, S. 34. https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/hauff_phantasien_1827/?hl=O%C5%BFtereiern&amp;amp;p=40&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Zitat benennt damals neue Phänomene in ihrem Zusammenhang: Das aufgeklärte Bildungsbürgertum, dass Ende des 18. Jahrhunderts entstand, wollte die neuen Ideale umsetzen und so entstanden in der Bürgertumskultur Kinderbücher zur Bildung der Bürgerkinder, eine neue Frauen- und Mutterrolle in der bürgerlichen Familie sowie das häusliche Weihnachtsfest mit dem Weihnachtsmann als weltlichen Gabenbringer und auch der Osterhase.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. 2025s, S. 142.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ostern wurde nun auch zum Anlass für ein Kinderfest (anfangs kam der Osterhase am Gründonnerstag oder am Osterdienstag, später wurde der Brauch auf Ostersonntag gelegt).    &lt;br /&gt;
[[Datei:Franz Rösler- Der lustige Maler. Malbuch von 1907 (S. 25).png|mini|Aus einem Malbuch von 1907: So kannst du ein Häschen malen!]]&lt;br /&gt;
Historische Kinderbücher, die den Osterhasen thematisierten, sind z. B.: 1850 schrieb Franz Graf von Pocci: Der Osterhas - eine Festgabe für Kinder http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000307CD00000000. / 1868: http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0002FE2E00000000 / Das lustige Vogelhaus von 1880 (S. 15) https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB00035AD300000000 / eine Osterhasengeschichte von 1890 https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000343CE00000000 / ein &amp;quot;humoristisches Malbuch&amp;quot; von 1907 (S. 25) http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0000D70100000000. Die Süßwarenindustrie (im 19. Jhd. wurde die Herstellung von Zucker aus Rüben erfunden) im 19. und 20. Jahrhundert tat ein Übriges, um den Osterhasen bekannt und zur Kindersehnsucht werden zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorstellung, dass ein Hase die Eier versteckt, entstand vielleicht dadurch, dass früher viele Menschen im Frühjahr über die Wiesen liefen und nach Eiern von bodenbrütenden Vögeln suchten. Dabei wurden Hasen aufgescheucht. Die liefen fort und es sah dann so aus, als hätten die Hasen die Eier ins Gras gelegt. In manchen Regionen waren es andere Tiere, die die Eier brachten - z. B. der Storch, der Kuckuck, der Fuchs oder ein Hahn. Diese Idee war in der bäuerlichen Kultur vermutlich - in unterschiedlichsten Ausformungen - schon länger verbreitet und wurde dann im Bürgertum aufgegriffen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Frühlingsfest kennt jede Kultur, die Jahreszeiten kennt. Das Judentum feiert Pessah im Frühling. Da in der Bibel steht, dass die Kreuzigung und Auferstehung Jesu in der Zeit des Pessahfestes stattfand, sollten diese Gedenkfeiertage folglich im Frühling sein. Doch dafür einen Termin festzulegen war ein nicht endender Konflikt zwischen der griechischsprachigen Ostkirche in Byzanz und der lateinischsprachigen Westkirche in Rom. Rom bestand darauf, dass Ostern am Sonntag nach dem jüdischen Pessahfest zu feiern sei, Byzanz wollte es am Tag des Pessahfests selbst feiern. Als Kaiser Konstantin I. der Alleinherrscher über das gesamte Römische Reich geworden war, wollte er diesen Streit beenden und berief im Jahr 325 das Konzil von Nicäa ein. Die Kirchenvertreter einigten sich dann auf einen neuen Terminvorschlag: Die Auferstehung Christi sollte immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang (dem Tag, an dem Tag und Nacht gleich lang sind, dem 21. März) gefeiert werden. Damit hatte das noch junge Christentum nicht nur endlich einen gemeinsamen Termin gefunden, sondern sich gleichzeitig noch weiter von der monotheistischen Konkurrenz, dem Judentum, losgelöst.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. 2025, S. 49.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Osterbrauchtum gehören auch die Osterfeuer, und an ihnen zeigt sich wiederum, wie sich die verschiedenen Ebenen vermischten. Das Osterfeuer geht auf einen Brauch in vorchristlicher Zeit zurück, unter anderem galt es, böse Geister auszuräuchern und den Frühling willkommen zu heißen. In einer norddeutschen Polizeiordnung von 1691&amp;lt;ref&amp;gt;Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5).https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693 &amp;lt;/ref&amp;gt; wird das Osterfeuer als eine &amp;quot;böse Gewohnheit&amp;quot; erwähnt, 1783 wird es in einem Kinderbuch von J. A. E. Goeze als &amp;quot;heidnisch&amp;quot; eingeordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&amp;lt;/ref&amp;gt; In manchen Regionen eignete die Kirche sich den Brauch an und mancherorts wurde das Osterfeuer vom Pfarrer geweiht. Die Kohlen des geweihten Osterfeuers, die sogenannten Judaskohlen, galten als Schutzmittel gegen Blitzeinschlag, Hagel und Viehschäden, wie Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863 notierte&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; (die Kirchenvertreter waren genauso abergläubisch wie das Volk). Vor allem geht der Brauch des Osterfeuers aber wohl darauf zurück, dass man im Herbst und Winter Obstbäume und Hecken geschnitten und die Zweige auf einen großen Haufen geworfen hatte. Und die waren nun getrocknet und konnten entsorgt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Text: Sabine Häcker)&lt;br /&gt;
[[Datei:Fazit .png|mini|Und auch die Weidenkätzchenzweige, die traditionell zu Ostern in die Vase gestellt und an die die Ostereier gehängt werden, sind Frühlingsboten (und haben nichts mit der christlich-religiösen Ebene von Ostern zu tun).|452x452px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur- und Quellenverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Historische Primärquellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&lt;br /&gt;
* Cramer, Wilhelm: Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll. Dülmen, 1874. &#039;&#039;(Auf S. 157 wird eine Osterfeuerprozession beschrieben.)&#039;&#039; https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/cramer_mutter_1874 &lt;br /&gt;
* Goethe, J. W. von: Osterspaziergang. (etwa 1808) In: Faust-Museum Knittlingen: https://faustmuseum.de/der-osterspaziergang-und-was-dahintersteckt/&lt;br /&gt;
* Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&lt;br /&gt;
* Hauff, Wilhelm: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hauff_phantasien_1827&lt;br /&gt;
* Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&lt;br /&gt;
* Holm, Adolf: Ostereier. München 1893. &#039;&#039;(Bilder und Verse vom Osterhasen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5). https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Literatur:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. 1927-42 (Verlag Walter de Gruyter).&lt;br /&gt;
* [[Datei:Sabine Häcker- Wem gehört Weihnachten? (Cover).jpg|mini|332x332px|Die Auatorin dieses Materials, Sabine Häcker, hat erforscht, wie sich Ende des 18. Jhd.s aus dem Zeitgeist der Aufklärung das häusliche Weihnachtsfest mit Geschenken und Tannenbaum entwickelte.]]Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. Ahrensburg 2025. &lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. Ahrensburg 2025. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=&lt;br /&gt;
* Kuhn, Adalbert: Sagen, Gebräuche und Märchen aus Westfalen und einigen andern, besonders den angrenzenden Gegenden Norddeutschlands. Leipzig 1859. https://books.google.de/books?id=424AAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA143#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false&lt;br /&gt;
* Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&lt;br /&gt;
* Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985.&lt;br /&gt;
* Becker-Huberti, Manfred: Lexikon der Bräuche und Feste. Freiburg i. B. 2007 (Verlag HERDER).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialien der Autorin:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Umfangreiches Unterrichtsmaterial zur Kultur- und Religionsgeschichte von Weihnachten gibt es hier: [[Weihnachtswissen]] &#039;&#039;(Das Unterrichtsmaterial betrachtet Weihnachten nicht nur als christlichen Feiertag, sondern auch als kulturelles und somit inklusives Fest und arbeitet - u. a. - die weltlichen Anteile von Weihnachten heraus.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Materialien zu verschiedenen Themen finden sich hier: [[Benutzer:Sabine Häcker]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ostern]]&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Quellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__INHALTSVERZEICHNIS_ERZWINGEN__&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch als Zweitsprache]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feste und Rituale]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachbildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Osterwissen&amp;diff=151828</id>
		<title>Osterwissen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Osterwissen&amp;diff=151828"/>
		<updated>2026-04-02T18:50:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Häschen an Ast.jpg|mini|Dass der Osterhase die Ostereier bringt und versteckt, ist ein weltlicher Brauch, der im 18. Jahrhunderts in der Bürgertumskultur entstand. Aufgrund des neuen Verständnisses von Kindheit, das sich in der Epoche der Aufklärung nach und nach durchsetzte, suchte man nach Gelegenheiten und Ritualen für Kinderglück und gemeinsames Feiern .   ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ostern: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Osterhasen malen Eier an, 1893.png|mini|Schon seit 250 Jahren ist der Osterhase für die Ostereier zuständig – zwei altüberlieferte Fruchtbarkeitssymbole wurden miteinander verbunden. &#039;&#039;(Diese Abbildung stammt aus einem Kinderbuch von 1893.)&#039;&#039;]]&#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun? ODER: Wie inklusiv ist Ostern?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spoiler: Der Osterhase hat mehr mit der Aufklärung zu tun als mit der Auferstehung!  :-)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5-7, 45-90 min)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ziele dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Kultur- und Religionskundliche Bildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Die Kinder sortieren die christlichen und jahreszeitlich-weltlichen Aspekte, die zu Ostern gehören. Sie können erklären, welche verschiedenen Ebenen das Osterfest hat und warum es deshalb auch von Menschen, die keine gläubigen Christen sind, gefeiert wird. Denn Ostern ist nicht nur ein christlicher Feiertag, sondern auch ein Kinder- und Frühlingsfest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Sprachbildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Neben dem inhaltlichen Aspekt kann mit diesem Material auch erarbeitet werden, mit welchen sprachlichen Mitteln ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht gesichert ist&#039;&#039;.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ZUSAMMENFASSUNG: Im Kirchenjahr ist &#039;&#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039; ein wichtiger Feiertag: An Karfreitag wird der Kreuzigung Jesu Christi und zu Ostern seiner Auferstehung vom Tod gedacht. Aber zu Ostern wird gleichzeitig der Frühling gefeiert. Denn als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Ereignissen und dem bereits bestehenden Brauchtum des Volksglaubens verbunden, zudem kam weiteres Brauchtum hinzu. Deshalb sind die Traditionen bei den meisten unserer Feiertagen so vielschichtig. Sie haben ganz verschiedene Ebenen: Weltliches und außerchristliches Brauchtum wurde mit christlichen Glaubenselementen vermischt oder uminterpretiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So hat auch &#039;&#039;&#039;der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;en auf – und daher kommt der Name &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;ern.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. 1985, S. 60.&amp;lt;/ref&amp;gt;    &lt;br /&gt;
=== Einstieg ===&lt;br /&gt;
* Was fällt euch zu Ostern ein? Erstellt eine Mindmap!                                                 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Feiert ihr Ostern? Falls ja: Wie?&lt;br /&gt;
* Frage der Stunde: Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die zwei Ebenen des Osterfestes ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Was gehört zum jahreszeitlichen Brauchtum von Ostern als Frühlings- und Kinderfest?&lt;br /&gt;
* Was gehört zu Ostern als religiösem Fest des Christentums?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18743150&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erarbeitung ===&lt;br /&gt;
==== Die Feiern des Frühlings am Osterfest ====&lt;br /&gt;
In diesem LÜCKENTEXT kannst du einiges über die Ursprünge des Osterbrauchtums erfahren, mit dem der Frühling gefeiert wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wofür waren die Ostereier und der Osterhase ein Symbol?&lt;br /&gt;
* Wie entstand der Brauch, die Eier zu färben?&lt;br /&gt;
* Wie entstand (vielleicht) die Vorstellung, dass die bunten Eier vom (Oster-)Hasen sind?&lt;br /&gt;
* Wie wurde der Osterhase &#039;&#039;das&#039;&#039; Aushängeschild für Ostern?&lt;br /&gt;
* Sind der Osterhase und die Ostereier christliche Symbole?&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18722698&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nicht über alle Ursprünge des Osterbrauchtums ist die Forschung sich einig, manches lässt sich heute nicht mehr herausfinden. An welchen sprachlichen Mitteln kannst du im Text erkennen, dass eine Information nicht sicher ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das religiöse Gedenken am Osterfest ====&lt;br /&gt;
Weißt du, was die gläubigen Christen feiern? Was erzählt die Bibel über den Tod Jesu?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tragt zuerst im Gespräch euer Wissen zusammen und schaut euch danach dieses kleine Video an (1:38 min): https://www.zdf.de/kinder/logo/erklaerstueck-ostern-bibel-100.html (Hrsg.: ZDF logo!: Was wir an Ostern feiern.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann testet euer Wissen mit dieser Aufgabe!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18719287&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
* Nun könnt ihr die eingangs gestellte Frage beantworten: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Dass es zu Osterferien gibt, liegt übrigens weniger am Feiertag, sondern vor allem daran, dass die Ferien früher passend zum Bauernjahr festgelegt wurden: Im Frühling mussten die Kinder bei der Aussaat helfen, im Sommer bei der Getreideernte und im Herbst bei der Kartoffel- und Rübenernte.&amp;lt;ref&amp;gt;https://unterrichten.zum.de/wiki/Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsferien&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schöne Ostern!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusatzaufgaben zur Sprachbildung: Sprachliche Mittel, um Informationen als nicht sicher vorzustellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;sollen&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Modalverb &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;sollen&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; kann unterschiedliches ausdrücken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Notwendigkeit, einen Auftrag oder eine Absicht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das Holz sollte im Frühjahr entsorgt werden. / Kevin soll sein Zimmer aufräumen. / Das Zimmer sollte gestern schon aufgeräumt werden.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung oder ein Gerücht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(In der Fastenzeit sollen die Eier gekocht und für Ostern aufgehoben worden sein. / Er soll im Lotto gewonnen haben. / Kevin soll in Meral verliebt sein.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| }}&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40200186|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;wohl&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Wörtchen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;wohl&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;  hat ebenfalls verschiedene Bedeutungen, unter anderem kann man damit ausdrücken:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das war wohl ziemlich teuer. / Mein Kollege ist nicht da, er ist wohl krank.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Unsicherheit&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Ob er wohl an mich denkt?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;höfliche Zurückhaltung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Können Sie mir wohl sagen, wie spät es ist?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;einen ironischen oder empörten Kommentar&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Du glaubst wohl noch an den Osterhasen!? / Du hast wohl zu viel Geld… / Das kann man wohl sagen.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Außerdem kennst du &#039;&#039;wohl&#039;&#039; als Adjektiv mit der Bedeutung von &#039;&#039;gut&#039;&#039; oder &#039;&#039;angenehm.&#039;&#039; &#039;&#039;(Er fühlt sich wohl in der Klasse. -&amp;gt; Bei seiner Großmutter fühlt er sich aber noch wohler. -&amp;gt; Zu Hause fühlt er sich am wohlsten.)&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40224905|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Osterhase 1789 Zürich.jpg|mini|Dieses Buchcover von 1789 zeigt den Brauch des Eiersuchens. Das Buch heißt „Der Osterhase“ und enthält ein Osterhasenlied, &amp;quot;am Osterdienstag zu singen&amp;quot;. Als Intention wird „die Vermehrung der unschuldigsten Freuden unserer Kinder“ genannt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Infos für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== zu der sprachlichen Aufgabe unter 1.3.1 ===&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Sprachliche Mittel in diesem Text, um Informationen als nicht gesichert vorzustellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;vielleicht / wohl / weiß man nicht / sollen + INFINITIV&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}Es werden in diesem Material verschiedene sprachliche Mittel vorgestellt, mit denen ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht sicher ist, auf &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; und &amp;lt;u&amp;gt;sollen + INFINITIV&amp;lt;/u&amp;gt; möchte ich kurz konkreter eingehen:&lt;br /&gt;
* Das Wort &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; fällt in die Gruppe der abtönenden Redepartikel, auch Abtönungspartikel genannt. Mit &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; kann man eine Aussage &amp;quot;tönen&amp;quot;, ihr eine bestimmte Farbe geben. Die Schwierigkeit der Redepartikel ist, dass sie alle wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; (s. o.) mehrere Bedeutungen haben. &amp;lt;u&amp;gt;Wohl&amp;lt;/u&amp;gt; verändert sich dabei nicht (wird nicht flektiert). Für Schüler ist wichtig zu wissen, dass Redepartikel wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; in der Regel nur im mündlichen Sprachgebrauch eingesetzt werden!&lt;br /&gt;
* Mit dem Modalverb &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; kann man ebenfalls ausdrücken, dass man etwas nur gehört hat, aber nicht sicher ist, ob es stimmt. Besonders Gerüchte können damit gut sprachlich wiedergegeben werden. Beispiele: GEGENWART (PRÄSENS) -&amp;gt; Herr Meyer &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; mit seinen 35 Jahren noch an den Osterhasen &amp;lt;u&amp;gt;glauben&amp;lt;/u&amp;gt;. VERGANGENHEIT (PERFEKT) -&amp;gt; Er &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; ihn als Kind leibhaftig &amp;lt;u&amp;gt;gesehen haben&amp;lt;/u&amp;gt;. Auch &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; hat verschiedene Bedeutungen (s. o.)!&lt;br /&gt;
[[Datei:Ei zerbrochen mit Aufhängung.jpg|mini|Ostereier stellt man her, indem man in ein ungekochtes Ei oben und unten mit einem spitzen Messer ein Loch macht und das Eiinnere kräftig rausgebläst (welches noch für Rührei oder Teig verwendet werden kann). Für die Aufhängung bindet man einen Faden an ein Streichholz und steckt diesen in das Ei.  ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hintergrundwissen: Wie entstand das Osterbrauchtum? ===&lt;br /&gt;
Als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Bräuchen, bereits bestehenden Festen und Elementen des Volksglaubens verbunden. Und im Laufe der Zeit kamen Bräuche hinzu, manche christlich-kirchlich bedingt, manche jahreszeitlich oder zeitgeistbedingt. Deshalb sind die Feiertagstraditionen oft so vielschichtig. (Und das ist ein Unterschied zu muslimischen Feiertage, die neben der religiösen Ebene keine weiteren haben.)   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; hat keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im Osten auf – und daher kommt der Name Ostern. &lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (1898) OSTERHASE.png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898. - Klicke auf das Bild, um es zu vergrößern: Kannst du die altdeutsche Schrift lesen? → &amp;quot;Ostereier ___  __  _____ uns versteckt ___  ____________.&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
Das Ei, das „schon bei den Völkern des Altertums als ein Sinnbild der Schöpfung und  Fruchtbarkeit galt, (…) erklärte die Kirche für das Symbol des Erlösers, welcher aus dem Grabe zum Leben erstanden“, schrieb der Historiker Otto Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Aberglaube wurde damit verbunden: Einem Ei, das am Gründonnerstag gelegt worden war, wurde besondere Kraft zugeschrieben und sollte Männer vor „Leibschäden“ beschützen können, und wenn man ein Gründonnerstagsei bei sich trug, könne man beim Kirchbesuch zudem erkennen, wer eine versteckte Hexe sei, hieß es.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Handbuch des deutschen Aberglaubens erläutert: „Dass das Ei, besonders im Frühjahr, der Zeit der erwachenden, aufkeimenden Natur, dem Beginn des Dienstes der Bauern an der Erde, in der Vorstellung der natur- und erdverbundenen Menschen eine besondere Fruchtbarkeitskraft besitzt, ist leicht zu begreifen. Und die Kirche war auch hier sehr klug, diese uralten Gebräuche in das System ihrer Kultriten aufzunehmen, mit zum Teil mystischer Ausdeutung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Ei&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die älteste bekannte Erwähnung ist wohl von dem Arzt Georgius Franck aus dem Jahr 1682: &amp;quot;Das Schenken von Ostereiern bezeichnet er als Paten- und Freundschaftspflicht, vor allem in den oberen Gesellschaftskreisen, wo der Begriff Osterei ganz allgemein für alle möglichen kunstvollen und scherzhaften Geschenke gegolten hätte.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt; Liselotte von der Pfalz berichtete, dass sie 1717 &amp;quot;ein paar ostereyer&amp;quot; verschenkt hätte&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im April 1779 vermerkte Goethe in seinem Tagebuch, dass er am Gründonnerstag für die Kinder im Garten Ostereier versteckt hätte. Dabei war der Ostereierbrauch nicht unumstritten, wie eine Schrift von 1781 zeigt, in der Theodor Gottlieb Hippel stolz darauf ist, dass ein Vorfahr in seiner Gemeinde Ostereier verboten hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781, S. 404. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie der Brauch des Eierfärbens entstand, ist unbekannt. Vielleicht hat man etwas Rotkohl, Rote Bete, Brennnesselwurzel oder Zwiebelschalen in das Kochwasser gegeben, um gekochte von ungekochten Eiern unterscheiden zu können, wenn man sie nach altem Brauch verschenkte. Dass zu Ostern traditionell viele Eier gegessen werden, kommt unter anderem daher, dass sich in der 40-tägigen Fastenzeit, die die Kirche ihren Gläubigen zwischen Aschermittwoch und Ostern verordnet hatte, viele Eier angesammelt hatten und nun dringend gegessen werden mussten. Eier waren auch eine Währung, in der bäuerliche Abgaben geleistet werden mussten; seit dem 9. Jhd. gibt es Quellen, dass pro bäuerlicher Hofstatt 100 Eier an die landbesitzende Obrigkeit oder das Kloster gezahlt werden mussten; teilweise wurden die Eier weitergereicht als Präsente an bestimmte Berufsgruppen, wie Pfarrer, Lehrer, Messner, Totengräber, Hirten, das Gesinde etc.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 68.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (von 1898).png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898&amp;lt;nowiki/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Hase war ebenfalls schon in der Antike ein Fruchtbarkeitssymbol. Das ist nicht schwer zu verstehen, wenn man bedenkt, dass eine Häsin mehrmals im Jahr mehrere Junge bekommt. Papst Zacharias verbot 755 den Verzehr von Hasenfleisch wegen dessen erotisierender Wirkung. Hasenfleisch galt als Aphrodisiakum und wurde bereits im antiken Griechenland der Liebesgöttin Aphrodite geopfert. Außerdem rankte sich viel Aberglauben um die Hasen, z. B. sollte es das eigene Leben schützen, wenn man eine Hasenpfote bei sich trug.&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Hase&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wann und wie genau sich die Gabenbringerfigur des Osterhasen sich genau entwickelte, kann nicht konkretisiert werden. Es gibt ein Züricher Kinderbuch von 1789, das vom Osterhasen handelt und die älteste mir bekannte, gesicherte Osterhasen-Quelle ist.&amp;lt;ref&amp;gt;National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der säkulare Brauch entstand im Bürgertum und aus dem neuen Konzept von Kindheit, das sich in dieser Zeit entwickelte. &amp;quot;Wie reich bist du behängt mit Bilderbüchern, Christbäumen, Mutterliebe, Osterwochen und Ostereiern, (...)&amp;quot;, fragt Wilhelm Hauff 1827.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Hauff: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827, S. 34. https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/hauff_phantasien_1827/?hl=O%C5%BFtereiern&amp;amp;p=40&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Zitat benennt damals neue Phänomene in ihrem Zusammenhang: Das aufgeklärte Bildungsbürgertum, dass Ende des 18. Jahrhunderts entstand, wollte die neuen Ideale umsetzen und so entstanden in der Bürgertumskultur Kinderbücher zur Bildung der Bürgerkinder, eine neue Frauen- und Mutterrolle in der bürgerlichen Familie sowie das häusliche Weihnachtsfest mit dem Weihnachtsmann als weltlichen Gabenbringer und auch der Osterhase.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. 2025s, S. 142.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ostern wurde nun auch zum Anlass für ein Kinderfest (anfangs kam der Osterhase am Gründonnerstag oder am Osterdienstag, später wurde der Brauch auf Ostersonntag gelegt).    &lt;br /&gt;
[[Datei:Franz Rösler- Der lustige Maler. Malbuch von 1907 (S. 25).png|mini|Aus einem Malbuch von 1907: So kannst du ein Häschen malen!]]&lt;br /&gt;
Historische Kinderbücher, die den Osterhasen thematisierten, sind z. B.: 1850 schrieb Franz Graf von Pocci: Der Osterhas - eine Festgabe für Kinder http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000307CD00000000. / 1868: http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0002FE2E00000000 / Das lustige Vogelhaus von 1880 (S. 15) https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB00035AD300000000 / eine Osterhasengeschichte von 1890 https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000343CE00000000 / ein &amp;quot;humoristisches Malbuch&amp;quot; von 1907 (S. 25) http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0000D70100000000. Die Süßwarenindustrie (im 19. Jhd. wurde die Herstellung von Zucker aus Rüben erfunden) im 19. und 20. Jahrhundert tat ein Übriges, um den Osterhasen bekannt und zur Kindersehnsucht werden zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorstellung, dass ein Hase die Eier versteckt, entstand vielleicht dadurch, dass früher viele Menschen im Frühjahr über die Wiesen liefen und nach Eiern von bodenbrütenden Vögeln suchten. Dabei wurden Hasen aufgescheucht. Die liefen fort und es sah dann so aus, als hätten die Hasen die Eier ins Gras gelegt. In manchen Regionen waren es andere Tiere, die die Eier brachten - z. B. der Storch, der Kuckuck, der Fuchs oder ein Hahn. Diese Idee war in der bäuerlichen Kultur vermutlich - in unterschiedlichsten Ausformungen - schon länger verbreitet und wurde dann im Bürgertum aufgegriffen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Frühlingsfest kennt jede Kultur, die Jahreszeiten kennt. Das Judentum feiert Pessah im Frühling. Da in der Bibel steht, dass die Kreuzigung und Auferstehung Jesu in der Zeit des Pessahfestes stattfand, sollten diese Gedenkfeiertage folglich im Frühling sein. Doch dafür einen Termin festzulegen war ein nicht endender Konflikt zwischen der griechischsprachigen Ostkirche in Byzanz und der lateinischsprachigen Westkirche in Rom. Rom bestand darauf, dass Ostern am Sonntag nach dem jüdischen Pessahfest zu feiern sei, Byzanz wollte es am Tag des Pessahfests selbst feiern. Als Kaiser Konstantin I. der Alleinherrscher über das gesamte Römische Reich geworden war, wollte er diesen Streit beenden und berief im Jahr 325 das Konzil von Nicäa ein. Die Kirchenvertreter einigten sich dann auf einen neuen Terminvorschlag: Die Auferstehung Christi sollte immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang (dem Tag, an dem Tag und Nacht gleich lang sind, dem 21. März) gefeiert werden. Damit hatte das noch junge Christentum nicht nur endlich einen gemeinsamen Termin gefunden, sondern sich gleichzeitig noch weiter von der monotheistischen Konkurrenz, dem Judentum, losgelöst.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. 2025, S. 49.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Osterbrauchtum gehören auch die Osterfeuer, und an ihnen zeigt sich wiederum, wie sich die verschiedenen Ebenen vermischten. Das Osterfeuer geht auf einen Brauch in vorchristlicher Zeit zurück, unter anderem galt es, böse Geister auszuräuchern und den Frühling willkommen zu heißen. In einer norddeutschen Polizeiordnung von 1691&amp;lt;ref&amp;gt;Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5).https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693 &amp;lt;/ref&amp;gt; wird das Osterfeuer als eine &amp;quot;böse Gewohnheit&amp;quot; erwähnt, 1783 wird es in einem Kinderbuch von J. A. E. Goeze als &amp;quot;heidnisch&amp;quot; eingeordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&amp;lt;/ref&amp;gt; In manchen Regionen eignete die Kirche sich den Brauch an und mancherorts wurde das Osterfeuer vom Pfarrer geweiht. Die Kohlen des geweihten Osterfeuers, die sogenannten Judaskohlen, galten als Schutzmittel gegen Blitzeinschlag, Hagel und Viehschäden, wie Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863 notierte&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; (die Kirchenvertreter waren genauso abergläubisch wie das Volk). Vor allem geht der Brauch des Osterfeuers aber wohl darauf zurück, dass man im Herbst und Winter Obstbäume und Hecken geschnitten und die Zweige auf einen großen Haufen geworfen hatte. Und die waren nun getrocknet und konnten entsorgt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Text: Sabine Häcker)&lt;br /&gt;
[[Datei:Fazit .png|mini|Und auch die Weidenkätzchenzweige, die traditionell zu Ostern in die Vase gestellt und an die die Ostereier gehängt werden, sind Frühlingsboten (und haben nichts mit der christlich-religiösen Ebene von Ostern zu tun).|452x452px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur- und Quellenverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Historische Primärquellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&lt;br /&gt;
* Cramer, Wilhelm: Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll. Dülmen, 1874. &#039;&#039;(Auf S. 157 wird eine Osterfeuerprozession beschrieben.)&#039;&#039; https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/cramer_mutter_1874 &lt;br /&gt;
* Goethe, J. W. von: Osterspaziergang. (etwa 1808) In: Faust-Museum Knittlingen: https://faustmuseum.de/der-osterspaziergang-und-was-dahintersteckt/&lt;br /&gt;
* Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&lt;br /&gt;
* Hauff, Wilhelm: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hauff_phantasien_1827&lt;br /&gt;
* Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&lt;br /&gt;
* Holm, Adolf: Ostereier. München 1893. &#039;&#039;(Bilder und Verse vom Osterhasen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5). https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Literatur:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. 1927-42 (Verlag Walter de Gruyter).&lt;br /&gt;
* [[Datei:Sabine Häcker- Wem gehört Weihnachten? (Cover).jpg|mini|332x332px|Die Auatorin dieses Materials, Sabine Häcker, hat erforscht, wie sich Ende des 18. Jhd.s aus dem Zeitgeist der Aufklärung das häusliche Weihnachtsfest mit Geschenken und Tannenbaum entwickelte.]]Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. Ahrensburg 2025. &lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. Ahrensburg 2025. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=&lt;br /&gt;
* Kuhn, Adalbert: Sagen, Gebräuche und Märchen aus Westfalen und einigen andern, besonders den angrenzenden Gegenden Norddeutschlands. Leipzig 1859. https://books.google.de/books?id=424AAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA143#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false&lt;br /&gt;
* Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&lt;br /&gt;
* Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985.&lt;br /&gt;
* Becker-Huberti, Manfred: Lexikon der Bräuche und Feste. Freiburg i. B. 2007 (Verlag HERDER).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialien der Autorin:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Umfangreiches Unterrichtsmaterial zur Kultur- und Religionsgeschichte von Weihnachten gibt es hier: [[Weihnachtswissen]] &#039;&#039;(Das Unterrichtsmaterial betrachtet Weihnachten nicht nur als christlichen Feiertag, sondern auch als kulturelles und somit inklusives Fest und arbeitet - u. a. - die weltlichen Anteile von Weihnachten heraus.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Materialien zu verschiedenen Themen finden sich hier: [[Benutzer:Sabine Häcker]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ostern]]&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Quellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__INHALTSVERZEICHNIS_ERZWINGEN__&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch als Zweitsprache]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feste und Rituale]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachbildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
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	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Osterwissen&amp;diff=151827</id>
		<title>Osterwissen</title>
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		<updated>2026-04-02T18:49:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Häschen an Ast.jpg|mini|Dass der Osterhase die Ostereier bringt und versteckt, ist ein weltlicher Brauch, der im 18. Jahrhunderts in der Bürgertumskultur entstand. Aufgrund des neuen Verständnisses von Kindheit, das sich in der Epoche der Aufklärung nach und nach durchsetzte, suchte man nach Gelegenheiten und Ritualen für Kinderglück und gemeinsames Feiern .   ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ostern: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Osterhasen malen Eier an, 1893.png|mini|Schon seit 250 Jahren ist der Osterhase für die Ostereier zuständig – zwei altüberlieferte Fruchtbarkeitssymbole wurden miteinander verbunden. &#039;&#039;(Diese Abbildung stammt aus einem Kinderbuch von 1893.)&#039;&#039;]]&#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun? ODER: Wie inklusiv ist Ostern?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spoiler: Der Osterhase hat mehr mit der Aufklärung zu tun als mit der Auferstehung!  :-)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5-7, 45-90 min)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ziele dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Kultur- und Religionskundliche Bildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Die Kinder sortieren die christlichen und jahreszeitlich-weltlichen Aspekte, die zu Ostern gehören. Sie können erklären, welche verschiedenen Ebenen das Osterfest hat und warum es deshalb auch von Menschen, die keine gläubigen Christen sind, gefeiert wird. Denn Ostern ist nicht nur ein christlicher Feiertag, sondern auch ein Kinder- und Frühlingsfest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Sprachbildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Neben dem inhaltlichen Aspekt kann mit diesem Material auch erarbeitet werden, mit welchen sprachlichen Mitteln ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht gesichert ist&#039;&#039;.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ZUSAMMENFASSUNG: Im Kirchenjahr ist &#039;&#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039; ein wichtiger Feiertag: An Karfreitag wird der Kreuzigung Jesu Christi und zu Ostern seiner Auferstehung vom Tod gedacht. Aber zu Ostern wird gleichzeitig der Frühling gefeiert. Denn als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Ereignissen und dem bereits bestehenden Brauchtum des Volksglaubens verbunden, zudem kam weiteres Brauchtum hinzu. Deshalb sind die Traditionen bei den meisten unserer Feiertagen so vielschichtig. Sie haben ganz verschiedene Ebenen: Weltliches und außerchristliches Brauchtum wurde mit christlichen Glaubenselementen vermischt oder uminterpretiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So hat auch &#039;&#039;&#039;der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;en auf – und daher kommt der Name &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;ern.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. 1985, S. 60.&amp;lt;/ref&amp;gt;    &lt;br /&gt;
=== Einstieg ===&lt;br /&gt;
* Was fällt euch zu Ostern ein? Erstellt eine Mindmap!                                                 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Feiert ihr Ostern? Falls ja: Wie?&lt;br /&gt;
* Frage der Stunde: Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die zwei Ebenen des Osterfestes ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Was gehört zum jahreszeitlichen Brauchtum von Ostern als Frühlings- und Kinderfest?&lt;br /&gt;
* Was gehört zu Ostern als religiösem Fest des Christentums?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18743150&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erarbeitung ===&lt;br /&gt;
==== Die Feiern des Frühlings am Osterfest ====&lt;br /&gt;
In diesem LÜCKENTEXT kannst du einiges über die Ursprünge des Osterbrauchtums erfahren, mit dem der Frühling gefeiert wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wofür waren die Ostereier und der Osterhase ein Symbol?&lt;br /&gt;
* Wie entstand der Brauch, die Eier zu färben?&lt;br /&gt;
* Wie entstand (vielleicht) die Vorstellung, dass die bunten Eier vom (Oster-)Hasen sind?&lt;br /&gt;
* Wie wurde der Osterhase &#039;&#039;das&#039;&#039; Aushängeschild für Ostern?&lt;br /&gt;
* Sind der Osterhase und die Ostereier christliche Symbole?&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18722698&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nicht über alle Ursprünge des Osterbrauchtums ist die Forschung sich einig, manches lässt sich heute nicht mehr herausfinden. An welchen sprachlichen Mitteln kannst du im Text erkennen, dass eine Information nicht sicher ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das religiöse Gedenken am Osterfest ====&lt;br /&gt;
Weißt du, was die gläubigen Christen feiern? Was erzählt die Bibel über den Tod Jesu?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tragt zuerst im Gespräch euer Wissen zusammen und schaut euch danach dieses kleine Video an (1:38 min): https://www.zdf.de/kinder/logo/erklaerstueck-ostern-bibel-100.html (Hrsg.: ZDF logo!: Was wir an Ostern feiern.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann testet euer Wissen mit dieser Aufgabe!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18719287&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
* Nun könnt ihr die eingangs gestellte Frage beantworten: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Dass es zu Osterferien gibt, liegt übrigens weniger am Feiertag, sondern vor allem daran, dass die Ferien früher passend zum Bauernjahr festgelegt wurden: Im Frühling mussten die Kinder bei der Aussaat helfen, im Sommer bei der Getreideernte und im Herbst bei der Kartoffel- und Rübenernte.&amp;lt;ref&amp;gt;https://unterrichten.zum.de/wiki/Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsferien&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schöne Ostern!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusatzaufgaben zur Sprachbildung: Sprachliche Mittel, um Informationen als nicht sicher vorzustellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;sollen&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Modalverb &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;sollen&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; kann unterschiedliches ausdrücken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Notwendigkeit, einen Auftrag oder eine Absicht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das Holz sollte im Frühjahr entsorgt werden. / Kevin soll sein Zimmer aufräumen. / Das Zimmer sollte gestern schon aufgeräumt werden.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung oder ein Gerücht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(In der Fastenzeit sollen die Eier gekocht und für Ostern aufgehoben worden sein. / Er soll im Lotto gewonnen haben. / Kevin soll in Meral verliebt sein.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| }}&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40200186|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;wohl&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Wörtchen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;wohl&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;  hat ebenfalls verschiedene Bedeutungen, unter anderem kann man damit ausdrücken:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das war wohl ziemlich teuer. / Mein Kollege ist nicht da, er ist wohl krank.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Unsicherheit&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Ob er wohl an mich denkt?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;höfliche Zurückhaltung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Können Sie mir wohl sagen, wie spät es ist?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;einen ironischen oder empörten Kommentar&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Du glaubst wohl noch an den Osterhasen!? / Du hast wohl zu viel Geld… / Das kann man wohl sagen.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Außerdem kennst du &#039;&#039;wohl&#039;&#039; als Adjektiv mit der Bedeutung von &#039;&#039;gut&#039;&#039; oder &#039;&#039;angenehm.&#039;&#039; &#039;&#039;(Er fühlt sich wohl in der Klasse. -&amp;gt; Bei seiner Großmutter fühlt er sich aber noch wohler. -&amp;gt; Zu Hause fühlt er sich am wohlsten.)&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40224905|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Osterhase 1789 Zürich.jpg|mini|Dieses Buchcover von 1789 zeigt den Brauch des Eiersuchens. Das Buch heißt „Der Osterhase“ und enthält ein Osterhasenlied, &amp;quot;am Osterdienstag zu singen&amp;quot;. Als Intention wird „die Vermehrung der unschuldigsten Freuden unserer Kinder“ genannt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Infos für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== zu der sprachlichen Aufgabe unter 1.3.1 ===&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Sprachliche Mittel in diesem Text, um Informationen als nicht gesichert vorzustellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;vielleicht / wohl / weiß man nicht / sollen + INFINITIV&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}Es werden in diesem Material verschiedene sprachliche Mittel vorgestellt, mit denen ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht sicher ist, auf &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; und &amp;lt;u&amp;gt;sollen + INFINITIV&amp;lt;/u&amp;gt; möchte ich kurz konkreter eingehen:&lt;br /&gt;
* Das Wort &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; fällt in die Gruppe der abtönenden Redepartikel, auch Abtönungspartikel genannt. Mit &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; kann man eine Aussage &amp;quot;tönen&amp;quot;, ihr eine bestimmte Farbe geben. Die Schwierigkeit der Redepartikel ist, dass sie alle wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; (s. o.) mehrere Bedeutungen haben. &amp;lt;u&amp;gt;Wohl&amp;lt;/u&amp;gt; verändert sich dabei nicht (wird nicht flektiert). Für Schüler ist wichtig zu wissen, dass Redepartikel wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; in der Regel nur im mündlichen Sprachgebrauch eingesetzt werden!&lt;br /&gt;
* Mit dem Modalverb &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; kann man ebenfalls ausdrücken, dass man etwas nur gehört hat, aber nicht sicher ist, ob es stimmt. Besonders Gerüchte können damit gut sprachlich wiedergegeben werden. Beispiele: GEGENWART (PRÄSENS) -&amp;gt; Herr Meyer &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; mit seinen 35 Jahren noch an den Osterhasen &amp;lt;u&amp;gt;glauben&amp;lt;/u&amp;gt;. VERGANGENHEIT (PERFEKT) -&amp;gt; Er &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; ihn als Kind leibhaftig &amp;lt;u&amp;gt;gesehen haben&amp;lt;/u&amp;gt;. Auch &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; hat verschiedene Bedeutungen (s. o.)!&lt;br /&gt;
[[Datei:Ei zerbrochen mit Aufhängung.jpg|mini|Ostereier stellt man her, indem man in ein ungekochtes Ei oben und unten mit einem spitzen Messer ein Loch macht und das Eiinnere kräftig rausgebläst (welches noch für Rührei oder Teig verwendet werden kann). Für die Aufhängung bindet man einen Faden an ein Streichholz und steckt diesen in das Ei.  ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hintergrundwissen: Wie entstand das Osterbrauchtum? ===&lt;br /&gt;
Als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Bräuchen, bereits bestehenden Festen und Elementen des Volksglaubens verbunden. Und im Laufe der Zeit kamen Bräuche hinzu, manche christlich-kirchlich bedingt, manche jahreszeitlich oder zeitgeistbedingt. Deshalb sind die Feiertagstraditionen oft so vielschichtig. (Und das ist ein Unterschied zu muslimischen Feiertage, die neben der religiösen Ebene keine weiteren haben.)   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; hat keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im Osten auf – und daher kommt der Name Ostern. &lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (1898) OSTERHASE.png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898. - Klicke auf das Bild, um es zu vergrößern. Kannst du die altdeutsche Schrift Lesen? → &amp;quot;Ostereier ___  __  _____ uns versteckt ___  ____________.&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
Das Ei, das „schon bei den Völkern des Altertums als ein Sinnbild der Schöpfung und  Fruchtbarkeit galt, (…) erklärte die Kirche für das Symbol des Erlösers, welcher aus dem Grabe zum Leben erstanden“, schrieb der Historiker Otto Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Aberglaube wurde damit verbunden: Einem Ei, das am Gründonnerstag gelegt worden war, wurde besondere Kraft zugeschrieben und sollte Männer vor „Leibschäden“ beschützen können, und wenn man ein Gründonnerstagsei bei sich trug, könne man beim Kirchbesuch zudem erkennen, wer eine versteckte Hexe sei, hieß es.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Handbuch des deutschen Aberglaubens erläutert: „Dass das Ei, besonders im Frühjahr, der Zeit der erwachenden, aufkeimenden Natur, dem Beginn des Dienstes der Bauern an der Erde, in der Vorstellung der natur- und erdverbundenen Menschen eine besondere Fruchtbarkeitskraft besitzt, ist leicht zu begreifen. Und die Kirche war auch hier sehr klug, diese uralten Gebräuche in das System ihrer Kultriten aufzunehmen, mit zum Teil mystischer Ausdeutung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Ei&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die älteste bekannte Erwähnung ist wohl von dem Arzt Georgius Franck aus dem Jahr 1682: &amp;quot;Das Schenken von Ostereiern bezeichnet er als Paten- und Freundschaftspflicht, vor allem in den oberen Gesellschaftskreisen, wo der Begriff Osterei ganz allgemein für alle möglichen kunstvollen und scherzhaften Geschenke gegolten hätte.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt; Liselotte von der Pfalz berichtete, dass sie 1717 &amp;quot;ein paar ostereyer&amp;quot; verschenkt hätte&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im April 1779 vermerkte Goethe in seinem Tagebuch, dass er am Gründonnerstag für die Kinder im Garten Ostereier versteckt hätte. Dabei war der Ostereierbrauch nicht unumstritten, wie eine Schrift von 1781 zeigt, in der Theodor Gottlieb Hippel stolz darauf ist, dass ein Vorfahr in seiner Gemeinde Ostereier verboten hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781, S. 404. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie der Brauch des Eierfärbens entstand, ist unbekannt. Vielleicht hat man etwas Rotkohl, Rote Bete, Brennnesselwurzel oder Zwiebelschalen in das Kochwasser gegeben, um gekochte von ungekochten Eiern unterscheiden zu können, wenn man sie nach altem Brauch verschenkte. Dass zu Ostern traditionell viele Eier gegessen werden, kommt unter anderem daher, dass sich in der 40-tägigen Fastenzeit, die die Kirche ihren Gläubigen zwischen Aschermittwoch und Ostern verordnet hatte, viele Eier angesammelt hatten und nun dringend gegessen werden mussten. Eier waren auch eine Währung, in der bäuerliche Abgaben geleistet werden mussten; seit dem 9. Jhd. gibt es Quellen, dass pro bäuerlicher Hofstatt 100 Eier an die landbesitzende Obrigkeit oder das Kloster gezahlt werden mussten; teilweise wurden die Eier weitergereicht als Präsente an bestimmte Berufsgruppen, wie Pfarrer, Lehrer, Messner, Totengräber, Hirten, das Gesinde etc.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 68.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (von 1898).png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898&amp;lt;nowiki/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Hase war ebenfalls schon in der Antike ein Fruchtbarkeitssymbol. Das ist nicht schwer zu verstehen, wenn man bedenkt, dass eine Häsin mehrmals im Jahr mehrere Junge bekommt. Papst Zacharias verbot 755 den Verzehr von Hasenfleisch wegen dessen erotisierender Wirkung. Hasenfleisch galt als Aphrodisiakum und wurde bereits im antiken Griechenland der Liebesgöttin Aphrodite geopfert. Außerdem rankte sich viel Aberglauben um die Hasen, z. B. sollte es das eigene Leben schützen, wenn man eine Hasenpfote bei sich trug.&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Hase&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wann und wie genau sich die Gabenbringerfigur des Osterhasen sich genau entwickelte, kann nicht konkretisiert werden. Es gibt ein Züricher Kinderbuch von 1789, das vom Osterhasen handelt und die älteste mir bekannte, gesicherte Osterhasen-Quelle ist.&amp;lt;ref&amp;gt;National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der säkulare Brauch entstand im Bürgertum und aus dem neuen Konzept von Kindheit, das sich in dieser Zeit entwickelte. &amp;quot;Wie reich bist du behängt mit Bilderbüchern, Christbäumen, Mutterliebe, Osterwochen und Ostereiern, (...)&amp;quot;, fragt Wilhelm Hauff 1827.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Hauff: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827, S. 34. https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/hauff_phantasien_1827/?hl=O%C5%BFtereiern&amp;amp;p=40&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Zitat benennt damals neue Phänomene in ihrem Zusammenhang: Das aufgeklärte Bildungsbürgertum, dass Ende des 18. Jahrhunderts entstand, wollte die neuen Ideale umsetzen und so entstanden in der Bürgertumskultur Kinderbücher zur Bildung der Bürgerkinder, eine neue Frauen- und Mutterrolle in der bürgerlichen Familie sowie das häusliche Weihnachtsfest mit dem Weihnachtsmann als weltlichen Gabenbringer und auch der Osterhase.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. 2025s, S. 142.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ostern wurde nun auch zum Anlass für ein Kinderfest (anfangs kam der Osterhase am Gründonnerstag oder am Osterdienstag, später wurde der Brauch auf Ostersonntag gelegt).    &lt;br /&gt;
[[Datei:Franz Rösler- Der lustige Maler. Malbuch von 1907 (S. 25).png|mini|Aus einem Malbuch von 1907: So kannst du ein Häschen malen!]]&lt;br /&gt;
Historische Kinderbücher, die den Osterhasen thematisierten, sind z. B.: 1850 schrieb Franz Graf von Pocci: Der Osterhas - eine Festgabe für Kinder http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000307CD00000000. / 1868: http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0002FE2E00000000 / Das lustige Vogelhaus von 1880 (S. 15) https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB00035AD300000000 / eine Osterhasengeschichte von 1890 https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000343CE00000000 / ein &amp;quot;humoristisches Malbuch&amp;quot; von 1907 (S. 25) http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0000D70100000000. Die Süßwarenindustrie (im 19. Jhd. wurde die Herstellung von Zucker aus Rüben erfunden) im 19. und 20. Jahrhundert tat ein Übriges, um den Osterhasen bekannt und zur Kindersehnsucht werden zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorstellung, dass ein Hase die Eier versteckt, entstand vielleicht dadurch, dass früher viele Menschen im Frühjahr über die Wiesen liefen und nach Eiern von bodenbrütenden Vögeln suchten. Dabei wurden Hasen aufgescheucht. Die liefen fort und es sah dann so aus, als hätten die Hasen die Eier ins Gras gelegt. In manchen Regionen waren es andere Tiere, die die Eier brachten - z. B. der Storch, der Kuckuck, der Fuchs oder ein Hahn. Diese Idee war in der bäuerlichen Kultur vermutlich - in unterschiedlichsten Ausformungen - schon länger verbreitet und wurde dann im Bürgertum aufgegriffen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Frühlingsfest kennt jede Kultur, die Jahreszeiten kennt. Das Judentum feiert Pessah im Frühling. Da in der Bibel steht, dass die Kreuzigung und Auferstehung Jesu in der Zeit des Pessahfestes stattfand, sollten diese Gedenkfeiertage folglich im Frühling sein. Doch dafür einen Termin festzulegen war ein nicht endender Konflikt zwischen der griechischsprachigen Ostkirche in Byzanz und der lateinischsprachigen Westkirche in Rom. Rom bestand darauf, dass Ostern am Sonntag nach dem jüdischen Pessahfest zu feiern sei, Byzanz wollte es am Tag des Pessahfests selbst feiern. Als Kaiser Konstantin I. der Alleinherrscher über das gesamte Römische Reich geworden war, wollte er diesen Streit beenden und berief im Jahr 325 das Konzil von Nicäa ein. Die Kirchenvertreter einigten sich dann auf einen neuen Terminvorschlag: Die Auferstehung Christi sollte immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang (dem Tag, an dem Tag und Nacht gleich lang sind, dem 21. März) gefeiert werden. Damit hatte das noch junge Christentum nicht nur endlich einen gemeinsamen Termin gefunden, sondern sich gleichzeitig noch weiter von der monotheistischen Konkurrenz, dem Judentum, losgelöst.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. 2025, S. 49.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Osterbrauchtum gehören auch die Osterfeuer, und an ihnen zeigt sich wiederum, wie sich die verschiedenen Ebenen vermischten. Das Osterfeuer geht auf einen Brauch in vorchristlicher Zeit zurück, unter anderem galt es, böse Geister auszuräuchern und den Frühling willkommen zu heißen. In einer norddeutschen Polizeiordnung von 1691&amp;lt;ref&amp;gt;Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5).https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693 &amp;lt;/ref&amp;gt; wird das Osterfeuer als eine &amp;quot;böse Gewohnheit&amp;quot; erwähnt, 1783 wird es in einem Kinderbuch von J. A. E. Goeze als &amp;quot;heidnisch&amp;quot; eingeordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&amp;lt;/ref&amp;gt; In manchen Regionen eignete die Kirche sich den Brauch an und mancherorts wurde das Osterfeuer vom Pfarrer geweiht. Die Kohlen des geweihten Osterfeuers, die sogenannten Judaskohlen, galten als Schutzmittel gegen Blitzeinschlag, Hagel und Viehschäden, wie Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863 notierte&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; (die Kirchenvertreter waren genauso abergläubisch wie das Volk). Vor allem geht der Brauch des Osterfeuers aber wohl darauf zurück, dass man im Herbst und Winter Obstbäume und Hecken geschnitten und die Zweige auf einen großen Haufen geworfen hatte. Und die waren nun getrocknet und konnten entsorgt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Text: Sabine Häcker)&lt;br /&gt;
[[Datei:Fazit .png|mini|Und auch die Weidenkätzchenzweige, die traditionell zu Ostern in die Vase gestellt und an die die Ostereier gehängt werden, sind Frühlingsboten (und haben nichts mit der christlich-religiösen Ebene von Ostern zu tun).|452x452px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur- und Quellenverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Historische Primärquellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&lt;br /&gt;
* Cramer, Wilhelm: Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll. Dülmen, 1874. &#039;&#039;(Auf S. 157 wird eine Osterfeuerprozession beschrieben.)&#039;&#039; https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/cramer_mutter_1874 &lt;br /&gt;
* Goethe, J. W. von: Osterspaziergang. (etwa 1808) In: Faust-Museum Knittlingen: https://faustmuseum.de/der-osterspaziergang-und-was-dahintersteckt/&lt;br /&gt;
* Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&lt;br /&gt;
* Hauff, Wilhelm: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hauff_phantasien_1827&lt;br /&gt;
* Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&lt;br /&gt;
* Holm, Adolf: Ostereier. München 1893. &#039;&#039;(Bilder und Verse vom Osterhasen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5). https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Literatur:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. 1927-42 (Verlag Walter de Gruyter).&lt;br /&gt;
* [[Datei:Sabine Häcker- Wem gehört Weihnachten? (Cover).jpg|mini|332x332px|Die Auatorin dieses Materials, Sabine Häcker, hat erforscht, wie sich Ende des 18. Jhd.s aus dem Zeitgeist der Aufklärung das häusliche Weihnachtsfest mit Geschenken und Tannenbaum entwickelte.]]Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. Ahrensburg 2025. &lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. Ahrensburg 2025. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=&lt;br /&gt;
* Kuhn, Adalbert: Sagen, Gebräuche und Märchen aus Westfalen und einigen andern, besonders den angrenzenden Gegenden Norddeutschlands. Leipzig 1859. https://books.google.de/books?id=424AAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA143#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false&lt;br /&gt;
* Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&lt;br /&gt;
* Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985.&lt;br /&gt;
* Becker-Huberti, Manfred: Lexikon der Bräuche und Feste. Freiburg i. B. 2007 (Verlag HERDER).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialien der Autorin:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Umfangreiches Unterrichtsmaterial zur Kultur- und Religionsgeschichte von Weihnachten gibt es hier: [[Weihnachtswissen]] &#039;&#039;(Das Unterrichtsmaterial betrachtet Weihnachten nicht nur als christlichen Feiertag, sondern auch als kulturelles und somit inklusives Fest und arbeitet - u. a. - die weltlichen Anteile von Weihnachten heraus.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Materialien zu verschiedenen Themen finden sich hier: [[Benutzer:Sabine Häcker]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ostern]]&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Quellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__INHALTSVERZEICHNIS_ERZWINGEN__&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch als Zweitsprache]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feste und Rituale]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachbildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Osterwissen&amp;diff=151826</id>
		<title>Osterwissen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Osterwissen&amp;diff=151826"/>
		<updated>2026-04-02T18:46:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Häschen an Ast.jpg|mini|Dass der Osterhase die Ostereier bringt und versteckt, ist ein weltlicher Brauch, der im 18. Jahrhunderts in der Bürgertumskultur entstand. Aufgrund des neuen Verständnisses von Kindheit, das sich in der Epoche der Aufklärung nach und nach durchsetzte, suchte man nach Gelegenheiten und Ritualen für Kinderglück und gemeinsames Feiern .   ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ostern: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Osterhasen malen Eier an, 1893.png|mini|Schon seit 250 Jahren ist der Osterhase für die Ostereier zuständig – zwei altüberlieferte Fruchtbarkeitssymbole wurden miteinander verbunden. &#039;&#039;(Diese Abbildung stammt aus einem Kinderbuch von 1893.)&#039;&#039;]]&#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun? ODER: Wie inklusiv ist Ostern?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spoiler: Der Osterhase hat mehr mit der Aufklärung zu tun als mit der Auferstehung!  :-)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5-7, 45-90 min)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ziele dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Kultur- und Religionskundliche Bildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Die Kinder sortieren die christlichen und jahreszeitlich-weltlichen Aspekte, die zu Ostern gehören. Sie können erklären, welche verschiedenen Ebenen das Osterfest hat und warum es deshalb auch von Menschen, die keine gläubigen Christen sind, gefeiert wird. Denn Ostern ist nicht nur ein christlicher Feiertag, sondern auch ein Kinder- und Frühlingsfest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Sprachbildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Neben dem inhaltlichen Aspekt kann mit diesem Material auch erarbeitet werden, mit welchen sprachlichen Mitteln ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht gesichert ist&#039;&#039;.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ZUSAMMENFASSUNG: Im Kirchenjahr ist &#039;&#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039; ein wichtiger Feiertag: An Karfreitag wird der Kreuzigung Jesu Christi und zu Ostern seiner Auferstehung vom Tod gedacht. Aber zu Ostern wird gleichzeitig der Frühling gefeiert. Denn als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Ereignissen und dem bereits bestehenden Brauchtum des Volksglaubens verbunden, zudem kam weiteres Brauchtum hinzu. Deshalb sind die Traditionen bei den meisten unserer Feiertagen so vielschichtig. Sie haben ganz verschiedene Ebenen: Weltliches und außerchristliches Brauchtum wurde mit christlichen Glaubenselementen vermischt oder uminterpretiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So hat auch &#039;&#039;&#039;der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;en auf – und daher kommt der Name &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;ern.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. 1985, S. 60.&amp;lt;/ref&amp;gt;    &lt;br /&gt;
=== Einstieg ===&lt;br /&gt;
* Was fällt euch zu Ostern ein? Erstellt eine Mindmap!                                                 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Feiert ihr Ostern? Falls ja: Wie?&lt;br /&gt;
* Frage der Stunde: Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die zwei Ebenen des Osterfestes ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Was gehört zum jahreszeitlichen Brauchtum von Ostern als Frühlings- und Kinderfest?&lt;br /&gt;
* Was gehört zu Ostern als religiösem Fest des Christentums?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18743150&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erarbeitung ===&lt;br /&gt;
==== Die Feiern des Frühlings am Osterfest ====&lt;br /&gt;
In diesem LÜCKENTEXT kannst du einiges über die Ursprünge des Osterbrauchtums erfahren, mit dem der Frühling gefeiert wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wofür waren die Ostereier und der Osterhase ein Symbol?&lt;br /&gt;
* Wie entstand der Brauch, die Eier zu färben?&lt;br /&gt;
* Wie entstand (vielleicht) die Vorstellung, dass die bunten Eier vom (Oster-)Hasen sind?&lt;br /&gt;
* Wie wurde der Osterhase &#039;&#039;das&#039;&#039; Aushängeschild für Ostern?&lt;br /&gt;
* Sind der Osterhase und die Ostereier christliche Symbole?&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18722698&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nicht über alle Ursprünge des Osterbrauchtums ist die Forschung sich einig, manches lässt sich heute nicht mehr herausfinden. An welchen sprachlichen Mitteln kannst du im Text erkennen, dass eine Information nicht sicher ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das religiöse Gedenken am Osterfest ====&lt;br /&gt;
Weißt du, was die gläubigen Christen feiern? Was erzählt die Bibel über den Tod Jesu?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tragt zuerst im Gespräch euer Wissen zusammen und schaut euch danach dieses kleine Video an (1:38 min): https://www.zdf.de/kinder/logo/erklaerstueck-ostern-bibel-100.html (Hrsg.: ZDF logo!: Was wir an Ostern feiern.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann testet euer Wissen mit dieser Aufgabe!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18719287&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
* Nun könnt ihr die eingangs gestellte Frage beantworten: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Dass es zu Osterferien gibt, liegt übrigens weniger am Feiertag, sondern vor allem daran, dass die Ferien früher passend zum Bauernjahr festgelegt wurden: Im Frühling mussten die Kinder bei der Aussaat helfen, im Sommer bei der Getreideernte und im Herbst bei der Kartoffel- und Rübenernte.&amp;lt;ref&amp;gt;https://unterrichten.zum.de/wiki/Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsferien&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schöne Ostern!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusatzaufgaben zur Sprachbildung: Sprachliche Mittel, um Informationen als nicht sicher vorzustellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;sollen&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Modalverb &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;sollen&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; kann unterschiedliches ausdrücken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Notwendigkeit, einen Auftrag oder eine Absicht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das Holz sollte im Frühjahr entsorgt werden. / Kevin soll sein Zimmer aufräumen. / Das Zimmer sollte gestern schon aufgeräumt werden.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung oder ein Gerücht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(In der Fastenzeit sollen die Eier gekocht und für Ostern aufgehoben worden sein. / Er soll im Lotto gewonnen haben. / Kevin soll in Meral verliebt sein.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| }}&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40200186|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;wohl&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Wörtchen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;wohl&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;  hat ebenfalls verschiedene Bedeutungen, unter anderem kann man damit ausdrücken:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das war wohl ziemlich teuer. / Mein Kollege ist nicht da, er ist wohl krank.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Unsicherheit&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Ob er wohl an mich denkt?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;höfliche Zurückhaltung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Können Sie mir wohl sagen, wie spät es ist?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;einen ironischen oder empörten Kommentar&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Du glaubst wohl noch an den Osterhasen!? / Du hast wohl zu viel Geld… / Das kann man wohl sagen.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Außerdem kennst du &#039;&#039;wohl&#039;&#039; als Adjektiv mit der Bedeutung von &#039;&#039;gut&#039;&#039; oder &#039;&#039;angenehm.&#039;&#039; &#039;&#039;(Er fühlt sich wohl in der Klasse. -&amp;gt; Bei seiner Großmutter fühlt er sich aber noch wohler. -&amp;gt; Zu Hause fühlt er sich am wohlsten.)&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40224905|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Osterhase 1789 Zürich.jpg|mini|Dieses Buchcover von 1789 zeigt den Brauch des Eiersuchens. Das Buch heißt „Der Osterhase“ und enthält ein Osterhasenlied, &amp;quot;am Osterdienstag zu singen&amp;quot;. Als Intention wird „die Vermehrung der unschuldigsten Freuden unserer Kinder“ genannt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Infos für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== zu der sprachlichen Aufgabe unter 1.3.1 ===&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Sprachliche Mittel in diesem Text, um Informationen als nicht gesichert vorzustellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;vielleicht / wohl / weiß man nicht / sollen + INFINITIV&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}Es werden in diesem Material verschiedene sprachliche Mittel vorgestellt, mit denen ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht sicher ist, auf &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; und &amp;lt;u&amp;gt;sollen + INFINITIV&amp;lt;/u&amp;gt; möchte ich kurz konkreter eingehen:&lt;br /&gt;
* Das Wort &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; fällt in die Gruppe der abtönenden Redepartikel, auch Abtönungspartikel genannt. Mit &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; kann man eine Aussage &amp;quot;tönen&amp;quot;, ihr eine bestimmte Farbe geben. Die Schwierigkeit der Redepartikel ist, dass sie alle wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; (s. o.) mehrere Bedeutungen haben. &amp;lt;u&amp;gt;Wohl&amp;lt;/u&amp;gt; verändert sich dabei nicht (wird nicht flektiert). Für Schüler ist wichtig zu wissen, dass Redepartikel wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; in der Regel nur im mündlichen Sprachgebrauch eingesetzt werden!&lt;br /&gt;
* Mit dem Modalverb &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; kann man ebenfalls ausdrücken, dass man etwas nur gehört hat, aber nicht sicher ist, ob es stimmt. Besonders Gerüchte können damit gut sprachlich wiedergegeben werden. Beispiele: GEGENWART (PRÄSENS) -&amp;gt; Herr Meyer &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; mit seinen 35 Jahren noch an den Osterhasen &amp;lt;u&amp;gt;glauben&amp;lt;/u&amp;gt;. VERGANGENHEIT (PERFEKT) -&amp;gt; Er &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; ihn als Kind leibhaftig &amp;lt;u&amp;gt;gesehen haben&amp;lt;/u&amp;gt;. Auch &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; hat verschiedene Bedeutungen (s. o.)!&lt;br /&gt;
[[Datei:Ei zerbrochen mit Aufhängung.jpg|mini|Ostereier stellt man her, indem man in ein ungekochtes Ei oben und unten mit einem spitzen Messer ein Loch macht und das Eiinnere kräftig rausgebläst (welches noch für Rührei oder Teig verwendet werden kann). Für die Aufhängung bindet man einen Faden an ein Streichholz und steckt diesen in das Ei.  ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hintergrundwissen: Wie entstand das Osterbrauchtum? ===&lt;br /&gt;
Als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Bräuchen, bereits bestehenden Festen und Elementen des Volksglaubens verbunden. Und im Laufe der Zeit kamen Bräuche hinzu, manche christlich-kirchlich bedingt, manche jahreszeitlich oder zeitgeistbedingt. Deshalb sind die Feiertagstraditionen oft so vielschichtig. (Und das ist ein Unterschied zu muslimischen Feiertage, die neben der religiösen Ebene keine weiteren haben.)   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; hat keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im Osten auf – und daher kommt der Name Ostern. &lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (1898) OSTERHASE.png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898.]]&lt;br /&gt;
Das Ei, das „schon bei den Völkern des Altertums als ein Sinnbild der Schöpfung und  Fruchtbarkeit galt, (…) erklärte die Kirche für das Symbol des Erlösers, welcher aus dem Grabe zum Leben erstanden“, schrieb der Historiker Otto Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Aberglaube wurde damit verbunden: Einem Ei, das am Gründonnerstag gelegt worden war, wurde besondere Kraft zugeschrieben und sollte Männer vor „Leibschäden“ beschützen können, und wenn man ein Gründonnerstagsei bei sich trug, könne man beim Kirchbesuch zudem erkennen, wer eine versteckte Hexe sei, hieß es.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Handbuch des deutschen Aberglaubens erläutert: „Dass das Ei, besonders im Frühjahr, der Zeit der erwachenden, aufkeimenden Natur, dem Beginn des Dienstes der Bauern an der Erde, in der Vorstellung der natur- und erdverbundenen Menschen eine besondere Fruchtbarkeitskraft besitzt, ist leicht zu begreifen. Und die Kirche war auch hier sehr klug, diese uralten Gebräuche in das System ihrer Kultriten aufzunehmen, mit zum Teil mystischer Ausdeutung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Ei&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die älteste bekannte Erwähnung ist wohl von dem Arzt Georgius Franck aus dem Jahr 1682: &amp;quot;Das Schenken von Ostereiern bezeichnet er als Paten- und Freundschaftspflicht, vor allem in den oberen Gesellschaftskreisen, wo der Begriff Osterei ganz allgemein für alle möglichen kunstvollen und scherzhaften Geschenke gegolten hätte.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt; Liselotte von der Pfalz berichtete, dass sie 1717 &amp;quot;ein paar ostereyer&amp;quot; verschenkt hätte&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im April 1779 vermerkte Goethe in seinem Tagebuch, dass er am Gründonnerstag für die Kinder im Garten Ostereier versteckt hätte. Dabei war der Ostereierbrauch nicht unumstritten, wie eine Schrift von 1781 zeigt, in der Theodor Gottlieb Hippel stolz darauf ist, dass ein Vorfahr in seiner Gemeinde Ostereier verboten hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781, S. 404. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie der Brauch des Eierfärbens entstand, ist unbekannt. Vielleicht hat man etwas Rotkohl, Rote Bete, Brennnesselwurzel oder Zwiebelschalen in das Kochwasser gegeben, um gekochte von ungekochten Eiern unterscheiden zu können, wenn man sie nach altem Brauch verschenkte. Dass zu Ostern traditionell viele Eier gegessen werden, kommt unter anderem daher, dass sich in der 40-tägigen Fastenzeit, die die Kirche ihren Gläubigen zwischen Aschermittwoch und Ostern verordnet hatte, viele Eier angesammelt hatten und nun dringend gegessen werden mussten. Eier waren auch eine Währung, in der bäuerliche Abgaben geleistet werden mussten; seit dem 9. Jhd. gibt es Quellen, dass pro bäuerlicher Hofstatt 100 Eier an die landbesitzende Obrigkeit oder das Kloster gezahlt werden mussten; teilweise wurden die Eier weitergereicht als Präsente an bestimmte Berufsgruppen, wie Pfarrer, Lehrer, Messner, Totengräber, Hirten, das Gesinde etc.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 68.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (von 1898).png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898&amp;lt;nowiki/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Hase war ebenfalls schon in der Antike ein Fruchtbarkeitssymbol. Das ist nicht schwer zu verstehen, wenn man bedenkt, dass eine Häsin mehrmals im Jahr mehrere Junge bekommt. Papst Zacharias verbot 755 den Verzehr von Hasenfleisch wegen dessen erotisierender Wirkung. Hasenfleisch galt als Aphrodisiakum und wurde bereits im antiken Griechenland der Liebesgöttin Aphrodite geopfert. Außerdem rankte sich viel Aberglauben um die Hasen, z. B. sollte es das eigene Leben schützen, wenn man eine Hasenpfote bei sich trug.&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Hase&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wann und wie genau sich die Gabenbringerfigur des Osterhasen sich genau entwickelte, kann nicht konkretisiert werden. Es gibt ein Züricher Kinderbuch von 1789, das vom Osterhasen handelt und die älteste mir bekannte, gesicherte Osterhasen-Quelle ist.&amp;lt;ref&amp;gt;National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der säkulare Brauch entstand im Bürgertum und aus dem neuen Konzept von Kindheit, das sich in dieser Zeit entwickelte. &amp;quot;Wie reich bist du behängt mit Bilderbüchern, Christbäumen, Mutterliebe, Osterwochen und Ostereiern, (...)&amp;quot;, fragt Wilhelm Hauff 1827.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Hauff: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827, S. 34. https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/hauff_phantasien_1827/?hl=O%C5%BFtereiern&amp;amp;p=40&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Zitat benennt damals neue Phänomene in ihrem Zusammenhang: Das aufgeklärte Bildungsbürgertum, dass Ende des 18. Jahrhunderts entstand, wollte die neuen Ideale umsetzen und so entstanden in der Bürgertumskultur Kinderbücher zur Bildung der Bürgerkinder, eine neue Frauen- und Mutterrolle in der bürgerlichen Familie sowie das häusliche Weihnachtsfest mit dem Weihnachtsmann als weltlichen Gabenbringer und auch der Osterhase.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. 2025s, S. 142.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ostern wurde nun auch zum Anlass für ein Kinderfest (anfangs kam der Osterhase am Gründonnerstag oder am Osterdienstag, später wurde der Brauch auf Ostersonntag gelegt).    &lt;br /&gt;
[[Datei:Franz Rösler- Der lustige Maler. Malbuch von 1907 (S. 25).png|mini|Aus einem Malbuch von 1907: So kannst du ein Häschen malen!]]&lt;br /&gt;
Historische Kinderbücher, die den Osterhasen thematisierten, sind z. B.: 1850 schrieb Franz Graf von Pocci: Der Osterhas - eine Festgabe für Kinder http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000307CD00000000. / 1868: http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0002FE2E00000000 / Das lustige Vogelhaus von 1880 (S. 15) https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB00035AD300000000 / eine Osterhasengeschichte von 1890 https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000343CE00000000 / ein &amp;quot;humoristisches Malbuch&amp;quot; von 1907 (S. 25) http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0000D70100000000. Die Süßwarenindustrie (im 19. Jhd. wurde die Herstellung von Zucker aus Rüben erfunden) im 19. und 20. Jahrhundert tat ein Übriges, um den Osterhasen bekannt und zur Kindersehnsucht werden zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorstellung, dass ein Hase die Eier versteckt, entstand vielleicht dadurch, dass früher viele Menschen im Frühjahr über die Wiesen liefen und nach Eiern von bodenbrütenden Vögeln suchten. Dabei wurden Hasen aufgescheucht. Die liefen fort und es sah dann so aus, als hätten die Hasen die Eier ins Gras gelegt. In manchen Regionen waren es andere Tiere, die die Eier brachten - z. B. der Storch, der Kuckuck, der Fuchs oder ein Hahn. Diese Idee war in der bäuerlichen Kultur vermutlich - in unterschiedlichsten Ausformungen - schon länger verbreitet und wurde dann im Bürgertum aufgegriffen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Frühlingsfest kennt jede Kultur, die Jahreszeiten kennt. Das Judentum feiert Pessah im Frühling. Da in der Bibel steht, dass die Kreuzigung und Auferstehung Jesu in der Zeit des Pessahfestes stattfand, sollten diese Gedenkfeiertage folglich im Frühling sein. Doch dafür einen Termin festzulegen war ein nicht endender Konflikt zwischen der griechischsprachigen Ostkirche in Byzanz und der lateinischsprachigen Westkirche in Rom. Rom bestand darauf, dass Ostern am Sonntag nach dem jüdischen Pessahfest zu feiern sei, Byzanz wollte es am Tag des Pessahfests selbst feiern. Als Kaiser Konstantin I. der Alleinherrscher über das gesamte Römische Reich geworden war, wollte er diesen Streit beenden und berief im Jahr 325 das Konzil von Nicäa ein. Die Kirchenvertreter einigten sich dann auf einen neuen Terminvorschlag: Die Auferstehung Christi sollte immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang (dem Tag, an dem Tag und Nacht gleich lang sind, dem 21. März) gefeiert werden. Damit hatte das noch junge Christentum nicht nur endlich einen gemeinsamen Termin gefunden, sondern sich gleichzeitig noch weiter von der monotheistischen Konkurrenz, dem Judentum, losgelöst.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. 2025, S. 49.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Osterbrauchtum gehören auch die Osterfeuer, und an ihnen zeigt sich wiederum, wie sich die verschiedenen Ebenen vermischten. Das Osterfeuer geht auf einen Brauch in vorchristlicher Zeit zurück, unter anderem galt es, böse Geister auszuräuchern und den Frühling willkommen zu heißen. In einer norddeutschen Polizeiordnung von 1691&amp;lt;ref&amp;gt;Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5).https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693 &amp;lt;/ref&amp;gt; wird das Osterfeuer als eine &amp;quot;böse Gewohnheit&amp;quot; erwähnt, 1783 wird es in einem Kinderbuch von J. A. E. Goeze als &amp;quot;heidnisch&amp;quot; eingeordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&amp;lt;/ref&amp;gt; In manchen Regionen eignete die Kirche sich den Brauch an und mancherorts wurde das Osterfeuer vom Pfarrer geweiht. Die Kohlen des geweihten Osterfeuers, die sogenannten Judaskohlen, galten als Schutzmittel gegen Blitzeinschlag, Hagel und Viehschäden, wie Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863 notierte&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; (die Kirchenvertreter waren genauso abergläubisch wie das Volk). Vor allem geht der Brauch des Osterfeuers aber wohl darauf zurück, dass man im Herbst und Winter Obstbäume und Hecken geschnitten und die Zweige auf einen großen Haufen geworfen hatte. Und die waren nun getrocknet und konnten entsorgt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Text: Sabine Häcker)&lt;br /&gt;
[[Datei:Fazit .png|mini|Und auch die Weidenkätzchenzweige, die traditionell zu Ostern in die Vase gestellt und an die die Ostereier gehängt werden, sind Frühlingsboten (und haben nichts mit der christlich-religiösen Ebene von Ostern zu tun).|452x452px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur- und Quellenverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Historische Primärquellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&lt;br /&gt;
* Cramer, Wilhelm: Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll. Dülmen, 1874. &#039;&#039;(Auf S. 157 wird eine Osterfeuerprozession beschrieben.)&#039;&#039; https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/cramer_mutter_1874 &lt;br /&gt;
* Goethe, J. W. von: Osterspaziergang. (etwa 1808) In: Faust-Museum Knittlingen: https://faustmuseum.de/der-osterspaziergang-und-was-dahintersteckt/&lt;br /&gt;
* Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&lt;br /&gt;
* Hauff, Wilhelm: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hauff_phantasien_1827&lt;br /&gt;
* Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&lt;br /&gt;
* Holm, Adolf: Ostereier. München 1893. &#039;&#039;(Bilder und Verse vom Osterhasen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5). https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Literatur:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. 1927-42 (Verlag Walter de Gruyter).&lt;br /&gt;
* [[Datei:Sabine Häcker- Wem gehört Weihnachten? (Cover).jpg|mini|332x332px|Die Auatorin dieses Materials, Sabine Häcker, hat erforscht, wie sich Ende des 18. Jhd.s aus dem Zeitgeist der Aufklärung das häusliche Weihnachtsfest mit Geschenken und Tannenbaum entwickelte.]]Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. Ahrensburg 2025. &lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. Ahrensburg 2025. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=&lt;br /&gt;
* Kuhn, Adalbert: Sagen, Gebräuche und Märchen aus Westfalen und einigen andern, besonders den angrenzenden Gegenden Norddeutschlands. Leipzig 1859. https://books.google.de/books?id=424AAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA143#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false&lt;br /&gt;
* Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&lt;br /&gt;
* Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985.&lt;br /&gt;
* Becker-Huberti, Manfred: Lexikon der Bräuche und Feste. Freiburg i. B. 2007 (Verlag HERDER).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialien der Autorin:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Umfangreiches Unterrichtsmaterial zur Kultur- und Religionsgeschichte von Weihnachten gibt es hier: [[Weihnachtswissen]] &#039;&#039;(Das Unterrichtsmaterial betrachtet Weihnachten nicht nur als christlichen Feiertag, sondern auch als kulturelles und somit inklusives Fest und arbeitet - u. a. - die weltlichen Anteile von Weihnachten heraus.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Materialien zu verschiedenen Themen finden sich hier: [[Benutzer:Sabine Häcker]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ostern]]&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Quellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__INHALTSVERZEICHNIS_ERZWINGEN__&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch als Zweitsprache]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feste und Rituale]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachbildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Osterwissen&amp;diff=151825</id>
		<title>Osterwissen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://unterrichten.zum.de/index.php?title=Osterwissen&amp;diff=151825"/>
		<updated>2026-04-02T18:45:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Häschen an Ast.jpg|mini|Dass der Osterhase die Ostereier bringt und versteckt, ist ein weltlicher Brauch, der im 18. Jahrhunderts in der Bürgertumskultur entstand. Aufgrund des neuen Verständnisses von Kindheit, das sich in der Epoche der Aufklärung nach und nach durchsetzte, suchte man nach Gelegenheiten und Ritualen für Kinderglück und gemeinsames Feiern .   ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ostern: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Osterhasen malen Eier an, 1893.png|mini|Schon seit 250 Jahren ist der Osterhase für die Ostereier zuständig – zwei altüberlieferte Fruchtbarkeitssymbole wurden miteinander verbunden. &#039;&#039;(Diese Abbildung stammt aus einem Kinderbuch von 1893.)&#039;&#039;]]&#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun? ODER: Wie inklusiv ist Ostern?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spoiler: Der Osterhase hat mehr mit der Aufklärung zu tun als mit der Auferstehung!  :-)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5-7, 45-90 min)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ziele dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Kultur- und Religionskundliche Bildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Die Kinder sortieren die christlichen und jahreszeitlich-weltlichen Aspekte, die zu Ostern gehören. Sie können erklären, welche verschiedenen Ebenen das Osterfest hat und warum es deshalb auch von Menschen, die keine gläubigen Christen sind, gefeiert wird. Denn Ostern ist nicht nur ein christlicher Feiertag, sondern auch ein Kinder- und Frühlingsfest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Sprachbildung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Neben dem inhaltlichen Aspekt kann mit diesem Material auch erarbeitet werden, mit welchen sprachlichen Mitteln ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht gesichert ist&#039;&#039;.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ZUSAMMENFASSUNG: Im Kirchenjahr ist &#039;&#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039; ein wichtiger Feiertag: An Karfreitag wird der Kreuzigung Jesu Christi und zu Ostern seiner Auferstehung vom Tod gedacht. Aber zu Ostern wird gleichzeitig der Frühling gefeiert. Denn als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Ereignissen und dem bereits bestehenden Brauchtum des Volksglaubens verbunden, zudem kam weiteres Brauchtum hinzu. Deshalb sind die Traditionen bei den meisten unserer Feiertagen so vielschichtig. Sie haben ganz verschiedene Ebenen: Weltliches und außerchristliches Brauchtum wurde mit christlichen Glaubenselementen vermischt oder uminterpretiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So hat auch &#039;&#039;&#039;der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;en auf – und daher kommt der Name &amp;lt;u&amp;gt;Ost&amp;lt;/u&amp;gt;ern.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. 1985, S. 60.&amp;lt;/ref&amp;gt;    &lt;br /&gt;
=== Einstieg ===&lt;br /&gt;
* Was fällt euch zu Ostern ein? Erstellt eine Mindmap!                                                 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Feiert ihr Ostern? Falls ja: Wie?&lt;br /&gt;
* Frage der Stunde: Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die zwei Ebenen des Osterfestes ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Was gehört zum jahreszeitlichen Brauchtum von Ostern als Frühlings- und Kinderfest?&lt;br /&gt;
* Was gehört zu Ostern als religiösem Fest des Christentums?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18743150&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erarbeitung ===&lt;br /&gt;
==== Die Feiern des Frühlings am Osterfest ====&lt;br /&gt;
In diesem LÜCKENTEXT kannst du einiges über die Ursprünge des Osterbrauchtums erfahren, mit dem der Frühling gefeiert wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wofür waren die Ostereier und der Osterhase ein Symbol?&lt;br /&gt;
* Wie entstand der Brauch, die Eier zu färben?&lt;br /&gt;
* Wie entstand (vielleicht) die Vorstellung, dass die bunten Eier vom (Oster-)Hasen sind?&lt;br /&gt;
* Wie wurde der Osterhase &#039;&#039;das&#039;&#039; Aushängeschild für Ostern?&lt;br /&gt;
* Sind der Osterhase und die Ostereier christliche Symbole?&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18722698&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nicht über alle Ursprünge des Osterbrauchtums ist die Forschung sich einig, manches lässt sich heute nicht mehr herausfinden. An welchen sprachlichen Mitteln kannst du im Text erkennen, dass eine Information nicht sicher ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das religiöse Gedenken am Osterfest ====&lt;br /&gt;
Weißt du, was die gläubigen Christen feiern? Was erzählt die Bibel über den Tod Jesu?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tragt zuerst im Gespräch euer Wissen zusammen und schaut euch danach dieses kleine Video an (1:38 min): https://www.zdf.de/kinder/logo/erklaerstueck-ostern-bibel-100.html (Hrsg.: ZDF logo!: Was wir an Ostern feiern.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann testet euer Wissen mit dieser Aufgabe!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LearningApp&lt;br /&gt;
| app = 18719287&lt;br /&gt;
| width = 100%&lt;br /&gt;
| height = 400px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit ===&lt;br /&gt;
* Nun könnt ihr die eingangs gestellte Frage beantworten: &#039;&#039;&#039;Was hat der Osterhase mit der Auferstehung Jesu zu tun?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Dass es zu Osterferien gibt, liegt übrigens weniger am Feiertag, sondern vor allem daran, dass die Ferien früher passend zum Bauernjahr festgelegt wurden: Im Frühling mussten die Kinder bei der Aussaat helfen, im Sommer bei der Getreideernte und im Herbst bei der Kartoffel- und Rübenernte.&amp;lt;ref&amp;gt;https://unterrichten.zum.de/wiki/Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/Weihnachtswissen/Traditionen/Weihnachtsferien&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schöne Ostern!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusatzaufgaben zur Sprachbildung: Sprachliche Mittel, um Informationen als nicht sicher vorzustellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;sollen&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Modalverb &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;sollen&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; kann unterschiedliches ausdrücken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Notwendigkeit, einen Auftrag oder eine Absicht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das Holz sollte im Frühjahr entsorgt werden. / Kevin soll sein Zimmer aufräumen. / Das Zimmer sollte gestern schon aufgeräumt werden.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung oder ein Gerücht&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(In der Fastenzeit sollen die Eier gekocht und für Ostern aufgehoben worden sein. / Er soll im Lotto gewonnen haben. / Kevin soll in Meral verliebt sein.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| }}&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40200186|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermutungen ausdrücken mit &amp;quot;wohl&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
{{Box||Das Wörtchen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;wohl&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;  hat ebenfalls verschiedene Bedeutungen, unter anderem kann man damit ausdrücken:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;eine Vermutung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Das war wohl ziemlich teuer. / Mein Kollege ist nicht da, er ist wohl krank.)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Unsicherheit&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Ob er wohl an mich denkt?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;höfliche Zurückhaltung&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Können Sie mir wohl sagen, wie spät es ist?)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;einen ironischen oder empörten Kommentar&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Du glaubst wohl noch an den Osterhasen!? / Du hast wohl zu viel Geld… / Das kann man wohl sagen.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Außerdem kennst du &#039;&#039;wohl&#039;&#039; als Adjektiv mit der Bedeutung von &#039;&#039;gut&#039;&#039; oder &#039;&#039;angenehm.&#039;&#039; &#039;&#039;(Er fühlt sich wohl in der Klasse. -&amp;gt; Bei seiner Großmutter fühlt er sich aber noch wohler. -&amp;gt; Zu Hause fühlt er sich am wohlsten.)&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=40224905|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Osterhase 1789 Zürich.jpg|mini|Dieses Buchcover von 1789 zeigt den Brauch des Eiersuchens. Das Buch heißt „Der Osterhase“ und enthält ein Osterhasenlied, &amp;quot;am Osterdienstag zu singen&amp;quot;. Als Intention wird „die Vermehrung der unschuldigsten Freuden unserer Kinder“ genannt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Infos für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== zu der sprachlichen Aufgabe unter 1.3.1 ===&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Sprachliche Mittel in diesem Text, um Informationen als nicht gesichert vorzustellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;vielleicht / wohl / weiß man nicht / sollen + INFINITIV&#039;&#039;|&lt;br /&gt;
}}Es werden in diesem Material verschiedene sprachliche Mittel vorgestellt, mit denen ausgedrückt werden kann, dass eine Information nicht sicher ist, auf &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; und &amp;lt;u&amp;gt;sollen + INFINITIV&amp;lt;/u&amp;gt; möchte ich kurz konkreter eingehen:&lt;br /&gt;
* Das Wort &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; fällt in die Gruppe der abtönenden Redepartikel, auch Abtönungspartikel genannt. Mit &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; kann man eine Aussage &amp;quot;tönen&amp;quot;, ihr eine bestimmte Farbe geben. Die Schwierigkeit der Redepartikel ist, dass sie alle wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; (s. o.) mehrere Bedeutungen haben. &amp;lt;u&amp;gt;Wohl&amp;lt;/u&amp;gt; verändert sich dabei nicht (wird nicht flektiert). Für Schüler ist wichtig zu wissen, dass Redepartikel wie &amp;lt;u&amp;gt;wohl&amp;lt;/u&amp;gt; in der Regel nur im mündlichen Sprachgebrauch eingesetzt werden!&lt;br /&gt;
* Mit dem Modalverb &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; kann man ebenfalls ausdrücken, dass man etwas nur gehört hat, aber nicht sicher ist, ob es stimmt. Besonders Gerüchte können damit gut sprachlich wiedergegeben werden. Beispiele: GEGENWART (PRÄSENS) -&amp;gt; Herr Meyer &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; mit seinen 35 Jahren noch an den Osterhasen &amp;lt;u&amp;gt;glauben&amp;lt;/u&amp;gt;. VERGANGENHEIT (PERFEKT) -&amp;gt; Er &amp;lt;u&amp;gt;soll&amp;lt;/u&amp;gt; ihn als Kind leibhaftig &amp;lt;u&amp;gt;gesehen haben&amp;lt;/u&amp;gt;. Auch &amp;lt;u&amp;gt;sollen&amp;lt;/u&amp;gt; hat verschiedene Bedeutungen (s. o.)!&lt;br /&gt;
[[Datei:Ei zerbrochen mit Aufhängung.jpg|mini|Ostereier stellt man her, indem man in ein ungekochtes Ei oben und unten mit einem spitzen Messer ein Loch macht und das Eiinnere kräftig rausgebläst (welches noch für Rührei oder Teig verwendet werden kann). Für die Aufhängung bindet man einen Faden an ein Streichholz und steckt diesen in das Ei.  ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hintergrundwissen: Wie entstand das Osterbrauchtum? ===&lt;br /&gt;
Als die Kirche vor vielen Jahrhunderten ihre Feiertage festlegte, wurden diese häufig mit jahreszeitlichen Bräuchen, bereits bestehenden Festen und Elementen des Volksglaubens verbunden. Und im Laufe der Zeit kamen Bräuche hinzu, manche christlich-kirchlich bedingt, manche jahreszeitlich oder zeitgeistbedingt. Deshalb sind die Feiertagstraditionen oft so vielschichtig. (Und das ist ein Unterschied zu muslimischen Feiertage, die neben der religiösen Ebene keine weiteren haben.)   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name &#039;&#039;Ostern&#039;&#039; (engl.: &#039;&#039;Easter)&#039;&#039; hat keinen biblischen oder kirchlichen Ursprung, sondern leitete sich aus dem altgermanischen &#039;&#039;Austró&#039;&#039; ab. Das bedeutete &amp;quot;Morgenröte&amp;quot; und bezeichnete vielleicht auch ein Frühlingsfest. Der Namensbezug zur Himmelsrichtung ist unübersehbar: Die Sonne, die im Frühling wieder alles leben lässt, geht im Osten auf – und daher kommt der Name Ostern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ei, das „schon bei den Völkern des Altertums als ein Sinnbild der Schöpfung und  Fruchtbarkeit galt, (…) erklärte die Kirche für das Symbol des Erlösers, welcher aus dem Grabe zum Leben erstanden“, schrieb der Historiker Otto Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Aberglaube wurde damit verbunden: Einem Ei, das am Gründonnerstag gelegt worden war, wurde besondere Kraft zugeschrieben und sollte Männer vor „Leibschäden“ beschützen können, und wenn man ein Gründonnerstagsei bei sich trug, könne man beim Kirchbesuch zudem erkennen, wer eine versteckte Hexe sei, hieß es.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Handbuch des deutschen Aberglaubens erläutert: „Dass das Ei, besonders im Frühjahr, der Zeit der erwachenden, aufkeimenden Natur, dem Beginn des Dienstes der Bauern an der Erde, in der Vorstellung der natur- und erdverbundenen Menschen eine besondere Fruchtbarkeitskraft besitzt, ist leicht zu begreifen. Und die Kirche war auch hier sehr klug, diese uralten Gebräuche in das System ihrer Kultriten aufzunehmen, mit zum Teil mystischer Ausdeutung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Ei&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die älteste bekannte Erwähnung ist wohl von dem Arzt Georgius Franck aus dem Jahr 1682: &amp;quot;Das Schenken von Ostereiern bezeichnet er als Paten- und Freundschaftspflicht, vor allem in den oberen Gesellschaftskreisen, wo der Begriff Osterei ganz allgemein für alle möglichen kunstvollen und scherzhaften Geschenke gegolten hätte.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt; Liselotte von der Pfalz berichtete, dass sie 1717 &amp;quot;ein paar ostereyer&amp;quot; verschenkt hätte&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im April 1779 vermerkte Goethe in seinem Tagebuch, dass er am Gründonnerstag für die Kinder im Garten Ostereier versteckt hätte. Dabei war der Ostereierbrauch nicht unumstritten, wie eine Schrift von 1781 zeigt, in der Theodor Gottlieb Hippel stolz darauf ist, dass ein Vorfahr in seiner Gemeinde Ostereier verboten hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781, S. 404. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie der Brauch des Eierfärbens entstand, ist unbekannt. Vielleicht hat man etwas Rotkohl, Rote Bete, Brennnesselwurzel oder Zwiebelschalen in das Kochwasser gegeben, um gekochte von ungekochten Eiern unterscheiden zu können, wenn man sie nach altem Brauch verschenkte. Dass zu Ostern traditionell viele Eier gegessen werden, kommt unter anderem daher, dass sich in der 40-tägigen Fastenzeit, die die Kirche ihren Gläubigen zwischen Aschermittwoch und Ostern verordnet hatte, viele Eier angesammelt hatten und nun dringend gegessen werden mussten. Eier waren auch eine Währung, in der bäuerliche Abgaben geleistet werden mussten; seit dem 9. Jhd. gibt es Quellen, dass pro bäuerlicher Hofstatt 100 Eier an die landbesitzende Obrigkeit oder das Kloster gezahlt werden mussten; teilweise wurden die Eier weitergereicht als Präsente an bestimmte Berufsgruppen, wie Pfarrer, Lehrer, Messner, Totengräber, Hirten, das Gesinde etc.&amp;lt;ref&amp;gt;Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985, S. 68.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bilder-ABC mit Reimen (von 1898).png|mini|Aus einer Lesefibel von 1898&amp;lt;nowiki/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Hase war ebenfalls schon in der Antike ein Fruchtbarkeitssymbol. Das ist nicht schwer zu verstehen, wenn man bedenkt, dass eine Häsin mehrmals im Jahr mehrere Junge bekommt. Papst Zacharias verbot 755 den Verzehr von Hasenfleisch wegen dessen erotisierender Wirkung. Hasenfleisch galt als Aphrodisiakum und wurde bereits im antiken Griechenland der Liebesgöttin Aphrodite geopfert. Außerdem rankte sich viel Aberglauben um die Hasen, z. B. sollte es das eigene Leben schützen, wenn man eine Hasenpfote bei sich trug.&amp;lt;ref&amp;gt;Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, 1927-42 (Stichwort &amp;quot;Hase&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wann und wie genau sich die Gabenbringerfigur des Osterhasen sich genau entwickelte, kann nicht konkretisiert werden. Es gibt ein Züricher Kinderbuch von 1789, das vom Osterhasen handelt und die älteste mir bekannte, gesicherte Osterhasen-Quelle ist.&amp;lt;ref&amp;gt;National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der säkulare Brauch entstand im Bürgertum und aus dem neuen Konzept von Kindheit, das sich in dieser Zeit entwickelte. &amp;quot;Wie reich bist du behängt mit Bilderbüchern, Christbäumen, Mutterliebe, Osterwochen und Ostereiern, (...)&amp;quot;, fragt Wilhelm Hauff 1827.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Hauff: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827, S. 34. https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/hauff_phantasien_1827/?hl=O%C5%BFtereiern&amp;amp;p=40&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Zitat benennt damals neue Phänomene in ihrem Zusammenhang: Das aufgeklärte Bildungsbürgertum, dass Ende des 18. Jahrhunderts entstand, wollte die neuen Ideale umsetzen und so entstanden in der Bürgertumskultur Kinderbücher zur Bildung der Bürgerkinder, eine neue Frauen- und Mutterrolle in der bürgerlichen Familie sowie das häusliche Weihnachtsfest mit dem Weihnachtsmann als weltlichen Gabenbringer und auch der Osterhase.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. 2025s, S. 142.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ostern wurde nun auch zum Anlass für ein Kinderfest (anfangs kam der Osterhase am Gründonnerstag oder am Osterdienstag, später wurde der Brauch auf Ostersonntag gelegt).    &lt;br /&gt;
[[Datei:Franz Rösler- Der lustige Maler. Malbuch von 1907 (S. 25).png|mini|Aus einem Malbuch von 1907: So kannst du ein Häschen malen!]]&lt;br /&gt;
Historische Kinderbücher, die den Osterhasen thematisierten, sind z. B.: 1850 schrieb Franz Graf von Pocci: Der Osterhas - eine Festgabe für Kinder http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000307CD00000000. / 1868: http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0002FE2E00000000 / Das lustige Vogelhaus von 1880 (S. 15) https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB00035AD300000000 / eine Osterhasengeschichte von 1890 https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000343CE00000000 / ein &amp;quot;humoristisches Malbuch&amp;quot; von 1907 (S. 25) http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0000D70100000000. Die Süßwarenindustrie (im 19. Jhd. wurde die Herstellung von Zucker aus Rüben erfunden) im 19. und 20. Jahrhundert tat ein Übriges, um den Osterhasen bekannt und zur Kindersehnsucht werden zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorstellung, dass ein Hase die Eier versteckt, entstand vielleicht dadurch, dass früher viele Menschen im Frühjahr über die Wiesen liefen und nach Eiern von bodenbrütenden Vögeln suchten. Dabei wurden Hasen aufgescheucht. Die liefen fort und es sah dann so aus, als hätten die Hasen die Eier ins Gras gelegt. In manchen Regionen waren es andere Tiere, die die Eier brachten - z. B. der Storch, der Kuckuck, der Fuchs oder ein Hahn. Diese Idee war in der bäuerlichen Kultur vermutlich - in unterschiedlichsten Ausformungen - schon länger verbreitet und wurde dann im Bürgertum aufgegriffen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Frühlingsfest kennt jede Kultur, die Jahreszeiten kennt. Das Judentum feiert Pessah im Frühling. Da in der Bibel steht, dass die Kreuzigung und Auferstehung Jesu in der Zeit des Pessahfestes stattfand, sollten diese Gedenkfeiertage folglich im Frühling sein. Doch dafür einen Termin festzulegen war ein nicht endender Konflikt zwischen der griechischsprachigen Ostkirche in Byzanz und der lateinischsprachigen Westkirche in Rom. Rom bestand darauf, dass Ostern am Sonntag nach dem jüdischen Pessahfest zu feiern sei, Byzanz wollte es am Tag des Pessahfests selbst feiern. Als Kaiser Konstantin I. der Alleinherrscher über das gesamte Römische Reich geworden war, wollte er diesen Streit beenden und berief im Jahr 325 das Konzil von Nicäa ein. Die Kirchenvertreter einigten sich dann auf einen neuen Terminvorschlag: Die Auferstehung Christi sollte immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang (dem Tag, an dem Tag und Nacht gleich lang sind, dem 21. März) gefeiert werden. Damit hatte das noch junge Christentum nicht nur endlich einen gemeinsamen Termin gefunden, sondern sich gleichzeitig noch weiter von der monotheistischen Konkurrenz, dem Judentum, losgelöst.&amp;lt;ref&amp;gt;Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. 2025, S. 49.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Osterbrauchtum gehören auch die Osterfeuer, und an ihnen zeigt sich wiederum, wie sich die verschiedenen Ebenen vermischten. Das Osterfeuer geht auf einen Brauch in vorchristlicher Zeit zurück, unter anderem galt es, böse Geister auszuräuchern und den Frühling willkommen zu heißen. In einer norddeutschen Polizeiordnung von 1691&amp;lt;ref&amp;gt;Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5).https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693 &amp;lt;/ref&amp;gt; wird das Osterfeuer als eine &amp;quot;böse Gewohnheit&amp;quot; erwähnt, 1783 wird es in einem Kinderbuch von J. A. E. Goeze als &amp;quot;heidnisch&amp;quot; eingeordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&amp;lt;/ref&amp;gt; In manchen Regionen eignete die Kirche sich den Brauch an und mancherorts wurde das Osterfeuer vom Pfarrer geweiht. Die Kohlen des geweihten Osterfeuers, die sogenannten Judaskohlen, galten als Schutzmittel gegen Blitzeinschlag, Hagel und Viehschäden, wie Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld 1863 notierte&amp;lt;ref&amp;gt;Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&amp;lt;/ref&amp;gt; (die Kirchenvertreter waren genauso abergläubisch wie das Volk). Vor allem geht der Brauch des Osterfeuers aber wohl darauf zurück, dass man im Herbst und Winter Obstbäume und Hecken geschnitten und die Zweige auf einen großen Haufen geworfen hatte. Und die waren nun getrocknet und konnten entsorgt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Text: Sabine Häcker)&lt;br /&gt;
[[Datei:Fazit .png|mini|Und auch die Weidenkätzchenzweige, die traditionell zu Ostern in die Vase gestellt und an die die Ostereier gehängt werden, sind Frühlingsboten (und haben nichts mit der christlich-religiösen Ebene von Ostern zu tun).|452x452px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur- und Quellenverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Historische Primärquellen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* National-Kinderlieder für die Zürichersche Jugend, 6. Der Osterhase, oder am Oster-Dienstag zu singen. 1789.&lt;br /&gt;
* Cramer, Wilhelm: Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll. Dülmen, 1874. &#039;&#039;(Auf S. 157 wird eine Osterfeuerprozession beschrieben.)&#039;&#039; https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/cramer_mutter_1874 &lt;br /&gt;
* Goethe, J. W. von: Osterspaziergang. (etwa 1808) In: Faust-Museum Knittlingen: https://faustmuseum.de/der-osterspaziergang-und-was-dahintersteckt/&lt;br /&gt;
* Goeze, J. A. E.: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783 (Osterfeuer: S. 82 ff.) https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/goetze_zeitvertreib02_1783&lt;br /&gt;
* Hauff, Wilhelm: Phantasien im Bremer Rathaus. 1827. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hauff_phantasien_1827&lt;br /&gt;
* Hippel, Theodor Gottlieb von:  Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Berlin 1781. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/hippel_lebenslaeufe0301_1781&lt;br /&gt;
* Holm, Adolf: Ostereier. München 1893. &#039;&#039;(Bilder und Verse vom Osterhasen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Witzendorff, Georg Wilhelm von: Ihrer Königl. Majest. zu Schweden in Dero Herzogthümern Bremen und Verden abgefassete Policey- Teich- Holtz- und Jacht-Ordnung. Stade, 1693 (Erwähnung der Osterfeuer im Polizeibericht: S. 5). https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/witzendorff_policey_1693&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Literatur:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Bächtold-Stäubli, Hanns und Eduard Hoffmann-Krayer: Handbuch des deutschen Aberglaubens. 1927-42 (Verlag Walter de Gruyter).&lt;br /&gt;
* [[Datei:Sabine Häcker- Wem gehört Weihnachten? (Cover).jpg|mini|332x332px|Die Auatorin dieses Materials, Sabine Häcker, hat erforscht, wie sich Ende des 18. Jhd.s aus dem Zeitgeist der Aufklärung das häusliche Weihnachtsfest mit Geschenken und Tannenbaum entwickelte.]]Häcker, Sabine: Wie wurde Weihnachten erfunden? Die Bibel, die Kirche und der Geburtstag. Ahrensburg 2025. &lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Wem gehört Weihnachten? Brauchtum, Glaube und Politik. Ahrensburg 2025. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=&lt;br /&gt;
* Kuhn, Adalbert: Sagen, Gebräuche und Märchen aus Westfalen und einigen andern, besonders den angrenzenden Gegenden Norddeutschlands. Leipzig 1859. https://books.google.de/books?id=424AAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA143#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false&lt;br /&gt;
* Reinsberg-Düringsfeld, Otto Freiherr von: Das festliche Jahr. Leipzig 1863.&lt;br /&gt;
* Weber-Kellermann, Ingeborg: Saure Wochen, frohe Feste. München und Luzern 1985.&lt;br /&gt;
* Becker-Huberti, Manfred: Lexikon der Bräuche und Feste. Freiburg i. B. 2007 (Verlag HERDER).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialien der Autorin:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Umfangreiches Unterrichtsmaterial zur Kultur- und Religionsgeschichte von Weihnachten gibt es hier: [[Weihnachtswissen]] &#039;&#039;(Das Unterrichtsmaterial betrachtet Weihnachten nicht nur als christlichen Feiertag, sondern auch als kulturelles und somit inklusives Fest und arbeitet - u. a. - die weltlichen Anteile von Weihnachten heraus.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Materialien zu verschiedenen Themen finden sich hier: [[Benutzer:Sabine Häcker]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
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		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
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